Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 88: Yayāty-upākhyāna-Samāptiḥ Abschluss der Yayāti-Erzählung: Wiedervereinigung mit den Enkeln und Himmelfahrt

Auch Vasumanas (Vasumat) und Śibi bieten Yayāti, wie zuvor Aṣṭaka und Pratardana, ihre eigenen Himmelswelten an; Yayāti lehnt jede Gabe ab, da er als Kṣatriya keine Gaben annehmen will und fremdes Verdienst nicht begehrt. Als Aṣṭaka fürchtet, alle würden nun zur Hölle fahren, weil Yayāti ihre Gaben verschmäht, erklärt Yayāti, dass rechtes Geben unter den Guten für sich steht. Fünf goldene Wagen erscheinen; Śibi eilt allein voraus – wegen seiner beispiellosen Freigebigkeit, wie Yayāti erklärt. Auf die Frage nach seiner Herkunft offenbart Yayāti den vier Königen, dass er ihr mütterlicher Großvater ist (sie sind die Söhne seiner Töchter Devayānī und Śarmiṣṭhā), berichtet von seiner Eroberung der Erde und seinen gewaltigen Gaben an die Brahmanen, und schließt mit einer Lehre über die Macht der Wahrhaftigkeit. Damit endet die gesamte Yayāti-Erzählung: Von seinen eigenen Enkeln gerettet, steigt Yayāti endgültig zum Himmel auf.

vasumanā uvāca pṛcchāmi tvāṃ vasumanā rauśadaśvir; yady asti loko divi mahyaṃ narendra yady antarikṣe prathito mahātman; kṣetrajñaṃ tvāṃ tasya dharmasya manye

Vasumanas sprach: Ich frage dich, ich, Vasumanas, der Sohn des Rauśadaśva – ob es für mich einen Himmel gibt, o Herrscher, sei er im Luftraum ausgebreitet, o Großherziger; ich halte dich für einen Kenner jenes Dharma.

Wort für Wort
vasumanā uvāca pṛcchāmi tvāṃ vasumanā rauśadaśvir; yady asti loko divi mahyaṃ narendra yady antarikṣe prathito mahātman; kṣetrajñaṃ tvāṃ tasya dharmasya manye
Vasumanas sprach: Ich frage dich, ich, Vasumanas, der Sohn des Rauśadaśva – ob es für mich einen Himmel gibt, o Herrscher, sei er im Luftraum ausgebreitet, o Großherziger; ich halte dich für einen Kenner jenes Dharma.

yayātir uvāca yad antarikṣaṃ pṛthivī diśaś ca; yat tejasā tapate bhānumāṃś ca lokās tāvanto divi saṃsthitā vai; te nāntavantaḥ pratipālayanti

Yayāti sprach: Soweit der Luftraum, die Erde und die Himmelsrichtungen reichen, soweit die leuchtende Sonne mit ihrem Glanz wärmt – so viele Welten stehen dir im Himmel bereit; sie, endlos, erwarten dich.

Wort für Wort
yayātir uvāca yad antarikṣaṃ pṛthivī diśaś ca; yat tejasā tapate bhānumāṃś ca lokās tāvanto divi saṃsthitā vai; te nāntavantaḥ pratipālayanti
Yayāti sprach: Soweit der Luftraum, die Erde und die Himmelsrichtungen reichen, soweit die leuchtende Sonne mit ihrem Glanz wärmt – so viele Welten stehen dir im Himmel bereit; sie, endlos, erwarten dich.

vasumanā uvāca tāṃs te dadāmi pata mā prapātaṃ; ye me lokās tava te vai bhavantu krīṇīṣvaināṃs tṛṇakenāpi rājan; pratigrahas te yadi samyak praduṣṭaḥ

Vasumanas sprach: Diese gebe ich dir – falle nicht! Welche Welten mein sind, sie seien dein; kaufe sie mir doch auch nur für einen Grashalm ab, o König, wenn dir das Annehmen einer Gabe wirklich zuwider ist.

Wort für Wort
vasumanā uvāca tāṃs te dadāmi pata mā prapātaṃ; ye me lokās tava te vai bhavantu krīṇīṣvaināṃs tṛṇakenāpi rājan; pratigrahas te yadi samyak praduṣṭaḥ
Vasumanas sprach: Diese gebe ich dir – falle nicht! Welche Welten mein sind, sie seien dein; kaufe sie mir doch auch nur für einen Grashalm ab, o König, wenn dir das Annehmen einer Gabe wirklich zuwider ist.

yayātir uvāca na mithyāhaṃ vikrayaṃ vai smarāmi; vṛthā gṛhītaṃ śiśukāc chaṅkamānaḥ kuryāṃ na caivākṛtapūrvam anyair; vivitsamānaḥ kim u tatra sādhu

Yayāti sprach: An keinen falschen Kauf erinnere ich mich; aus Sorge, es könnte vergeblich sein, von einem Jüngeren [?] angenommen, will ich nicht tun, was andere nie zuvor getan haben – was wäre daran gut, da ich es erst noch prüfen müsste?

Wort für Wort
yayātir uvāca na mithyāhaṃ vikrayaṃ vai smarāmi; vṛthā gṛhītaṃ śiśukāc chaṅkamānaḥ kuryāṃ na caivākṛtapūrvam anyair; vivitsamānaḥ kim u tatra sādhu
Yayāti sprach: An keinen falschen Kauf erinnere ich mich; aus Sorge, es könnte vergeblich sein, von einem Jüngeren [?] angenommen, will ich nicht tun, was andere nie zuvor getan haben – was wäre daran gut, da ich es erst noch prüfen müsste?

[Anm.: 'śiśukāt' ('von einem Kind/Jüngeren') bezieht sich vermutlich respektvoll-ironisch auf Vasumanas als jüngeren Nachkommen; die genaue Nuance des Verses bleibt unsicher.]

vasumanā uvāca tāṃs tvaṃ lokān pratipadyasva rājan; mayā dattān yadi neṣṭaḥ krayas te ahaṃ na tān vai pratigantā narendra; sarve lokās tava te vai bhavantu

Vasumanas sprach: So nimm doch diese Welten an, o König, die von mir gegeben sind, wenn dir der Kauf nicht lieb ist; ich werde sie jedenfalls nicht zurücknehmen, o Herrscher – alle diese Welten seien dein.

Wort für Wort
vasumanā uvāca tāṃs tvaṃ lokān pratipadyasva rājan; mayā dattān yadi neṣṭaḥ krayas te ahaṃ na tān vai pratigantā narendra; sarve lokās tava te vai bhavantu
Vasumanas sprach: So nimm doch diese Welten an, o König, die von mir gegeben sind, wenn dir der Kauf nicht lieb ist; ich werde sie jedenfalls nicht zurücknehmen, o Herrscher – alle diese Welten seien dein.

śibir uvāca pṛcchāmi tvāṃ śibir auśīnaro 'haṃ; mamāpi lokā yadi santīha tāta yady antarikṣe yadi vā divi śritāḥ; kṣetrajñaṃ tvāṃ tasya dharmasya manye

Śibi sprach: Ich frage dich, ich, Śibi, der Sohn des Uśīnara – ob auch ich hier Welten besitze, Vater, seien sie im Luftraum, seien sie im Himmel gelegen; ich halte dich für einen Kenner jenes Dharma.

Wort für Wort
śibir uvāca pṛcchāmi tvāṃ śibir auśīnaro 'haṃ; mamāpi lokā yadi santīha tāta yady antarikṣe yadi vā divi śritāḥ; kṣetrajñaṃ tvāṃ tasya dharmasya manye
Śibi sprach: Ich frage dich, ich, Śibi, der Sohn des Uśīnara – ob auch ich hier Welten besitze, Vater, seien sie im Luftraum, seien sie im Himmel gelegen; ich halte dich für einen Kenner jenes Dharma.

yayātir uvāca na tvaṃ vācā hṛdayenāpi vidvan; parīpsamānān nāvamaṃsthā narendra tenānantā divi lokāḥ śritās te; vidyudrūpāḥ svanavanto mahāntaḥ

Yayāti sprach: Du hast, o Weiser, weder mit Wort noch mit Herzen je einen Bittenden verachtet, o Herrscher; darum ruhen dir im Himmel unendliche Welten, blitzgestaltig, tönend, gewaltig.

Wort für Wort
yayātir uvāca na tvaṃ vācā hṛdayenāpi vidvan; parīpsamānān nāvamaṃsthā narendra tenānantā divi lokāḥ śritās te; vidyudrūpāḥ svanavanto mahāntaḥ
Yayāti sprach: Du hast, o Weiser, weder mit Wort noch mit Herzen je einen Bittenden verachtet, o Herrscher; darum ruhen dir im Himmel unendliche Welten, blitzgestaltig, tönend, gewaltig.

śibir uvāca tāṃs tvaṃ lokān pratipadyasva rājan; mayā dattān yadi neṣṭaḥ krayas te na cāhaṃ tān pratipatsyeha dattvā; yatra gatvā tvam upāsse ha lokān

Śibi sprach: So nimm doch diese Welten an, o König, die von mir gegeben sind, wenn dir der Kauf nicht lieb ist; und habe ich sie erst gegeben, werde ich sie nicht zurücknehmen – geh dorthin und weile in diesen Welten.

Wort für Wort
śibir uvāca tāṃs tvaṃ lokān pratipadyasva rājan; mayā dattān yadi neṣṭaḥ krayas te na cāhaṃ tān pratipatsyeha dattvā; yatra gatvā tvam upāsse ha lokān
Śibi sprach: So nimm doch diese Welten an, o König, die von mir gegeben sind, wenn dir der Kauf nicht lieb ist; und habe ich sie erst gegeben, werde ich sie nicht zurücknehmen – geh dorthin und weile in diesen Welten.

yayātir uvāca yathā tvam indrapratimaprabhāvas; te cāpy anantā naradeva lokāḥ tathādya loke na rame 'nyadatte; tasmāc chibe nābhinandāmi dāyam

Yayāti sprach: So wie du an Macht Indra gleichkommst und deine Welten unendlich sind, o Herrscher, so freue ich mich heute doch nicht an einer von einem anderen gegebenen Welt; darum, Śibi, heiße ich dein Geschenk nicht willkommen.

Wort für Wort
yayātir uvāca yathā tvam indrapratimaprabhāvas; te cāpy anantā naradeva lokāḥ tathādya loke na rame 'nyadatte; tasmāc chibe nābhinandāmi dāyam
Yayāti sprach: So wie du an Macht Indra gleichkommst und deine Welten unendlich sind, o Herrscher, so freue ich mich heute doch nicht an einer von einem anderen gegebenen Welt; darum, Śibi, heiße ich dein Geschenk nicht willkommen.

aṣṭaka uvāca na ced ekaikaśo rājaṃl lokān naḥ pratinandasi sarve pradāya bhavate gantāro narakaṃ vayam

Aṣṭaka sprach: Wenn du nicht, o König, jede einzelne unserer Welten annimmst, obwohl wir dir doch alle gegeben haben, werden wir alle zur Hölle fahren.

Wort für Wort
aṣṭaka uvāca na ced ekaikaśo rājaṃl lokān naḥ pratinandasi sarve pradāya bhavate gantāro narakaṃ vayam
Aṣṭaka sprach: Wenn du nicht, o König, jede einzelne unserer Welten annimmst, obwohl wir dir doch alle gegeben haben, werden wir alle zur Hölle fahren.

yayātir uvāca yad arhāya dadadhvaṃ tat santaḥ satyānṛśaṃsyataḥ ahaṃ tu nābhidhṛṣṇomi yatkṛtaṃ na mayā purā

Yayāti sprach: Was ihr, ihr Guten, aus Wahrhaftigkeit und Güte einem Würdigen gegeben habt, das sei recht; ich aber wage nicht zu tun, was ich früher nie getan habe.

Wort für Wort
yayātir uvāca yad arhāya dadadhvaṃ tat santaḥ satyānṛśaṃsyataḥ ahaṃ tu nābhidhṛṣṇomi yatkṛtaṃ na mayā purā
Yayāti sprach: Was ihr, ihr Guten, aus Wahrhaftigkeit und Güte einem Würdigen gegeben habt, das sei recht; ich aber wage nicht zu tun, was ich früher nie getan habe.

aṣṭaka uvāca kasyaite pratidṛśyante rathāḥ pañca hiraṇmayāḥ uccaiḥ santaḥ prakāśante jvalanto 'gniśikhā iva

Aṣṭaka sprach: Wessen sind diese fünf goldenen Wagen, die sich zeigen? Hoch erhaben leuchten sie, lodernd wie Feuerzungen.

Wort für Wort
aṣṭaka uvāca kasyaite pratidṛśyante rathāḥ pañca hiraṇmayāḥ uccaiḥ santaḥ prakāśante jvalanto 'gniśikhā iva
Aṣṭaka sprach: Wessen sind diese fünf goldenen Wagen, die sich zeigen? Hoch erhaben leuchten sie, lodernd wie Feuerzungen.

yayātir uvāca yuṣmān ete hi vakṣyanti rathāḥ pañca hiraṇmayāḥ uccaiḥ santaḥ prakāśante jvalanto 'gniśikhā iva

Yayāti sprach: Euch werden diese fünf goldenen Wagen tragen; hoch erhaben leuchten sie, lodernd wie Feuerzungen.

Wort für Wort
yayātir uvāca yuṣmān ete hi vakṣyanti rathāḥ pañca hiraṇmayāḥ uccaiḥ santaḥ prakāśante jvalanto 'gniśikhā iva
Yayāti sprach: Euch werden diese fünf goldenen Wagen tragen; hoch erhaben leuchten sie, lodernd wie Feuerzungen.

aṣṭaka uvāca ātiṣṭhasva rathaṃ rājan vikramasva vihāyasā vayam apy anuyāsyāmo yadā kālo bhaviṣyati

Aṣṭaka sprach: Besteige den Wagen, o König, und schreite durch die Lüfte voran; auch wir werden folgen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Wort für Wort
aṣṭaka uvāca ātiṣṭhasva rathaṃ rājan vikramasva vihāyasā vayam apy anuyāsyāmo yadā kālo bhaviṣyati
Aṣṭaka sprach: Besteige den Wagen, o König, und schreite durch die Lüfte voran; auch wir werden folgen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

yayātir uvāca sarvair idānīṃ gantavyaṃ sahasvargajito vayam eṣa no virajāḥ panthā dṛśyate devasadmanaḥ

Yayāti sprach: Jetzt sollen wir alle zusammen gehen, wir, die den Himmel Erworbenen; dies ist der staubfreie Pfad, der uns zur Wohnstatt der Götter sichtbar wird.

Wort für Wort
yayātir uvāca sarvair idānīṃ gantavyaṃ sahasvargajito vayam eṣa no virajāḥ panthā dṛśyate devasadmanaḥ
Yayāti sprach: Jetzt sollen wir alle zusammen gehen, wir, die den Himmel Erworbenen; dies ist der staubfreie Pfad, der uns zur Wohnstatt der Götter sichtbar wird.

vaiśaṃpāyana uvāca te 'dhiruhya rathān sarve prayātā nṛpasattamāḥ ākramanto divaṃ bhābhir dharmeṇāvṛtya rodasī

Vaiśaṃpāyana sprach: Sie alle, die besten der Könige, bestiegen die Wagen und zogen dahin, den Himmel mit ihrem Glanz betretend, Erde und Himmel durch ihren Dharma erfüllend.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca te 'dhiruhya rathān sarve prayātā nṛpasattamāḥ ākramanto divaṃ bhābhir dharmeṇāvṛtya rodasī
Vaiśaṃpāyana sprach: Sie alle, die besten der Könige, bestiegen die Wagen und zogen dahin, den Himmel mit ihrem Glanz betretend, Erde und Himmel durch ihren Dharma erfüllend.

aṣṭaka uvāca ahaṃ manye pūrvam eko 'smi gantā; sakhā cendraḥ sarvathā me mahātmā kasmād evaṃ śibir auśīnaro 'yam; eko 'tyagāt sarvavegena vāhān

Aṣṭaka sprach: Ich dachte, ich allein würde als Erster fahren, denn Indra, der Großherzige, ist mir in jeder Hinsicht Freund – warum nur ist dieser Śibi, der Sohn des Uśīnara, allein mit voller Geschwindigkeit den anderen Wagen vorausgeeilt?

Wort für Wort
aṣṭaka uvāca ahaṃ manye pūrvam eko 'smi gantā; sakhā cendraḥ sarvathā me mahātmā kasmād evaṃ śibir auśīnaro 'yam; eko 'tyagāt sarvavegena vāhān
Aṣṭaka sprach: Ich dachte, ich allein würde als Erster fahren, denn Indra, der Großherzige, ist mir in jeder Hinsicht Freund – warum nur ist dieser Śibi, der Sohn des Uśīnara, allein mit voller Geschwindigkeit den anderen Wagen vorausgeeilt?

yayātir uvāca adadād devayānāya yāvad vittam avindata uśīnarasya putro 'yaṃ tasmāc chreṣṭho hi naḥ śibiḥ

Yayāti sprach: Alles Gut, das er je fand, gab dieser Sohn des Uśīnara für den Weg zu den Göttern hin – darum ist Śibi der Beste unter uns.

Wort für Wort
yayātir uvāca adadād devayānāya yāvad vittam avindata uśīnarasya putro 'yaṃ tasmāc chreṣṭho hi naḥ śibiḥ
Yayāti sprach: Alles Gut, das er je fand, gab dieser Sohn des Uśīnara für den Weg zu den Göttern hin – darum ist Śibi der Beste unter uns.

dānaṃ tapaḥ satyam athāpi dharmo; hrīḥ śrīḥ kṣamā saumya tathā titikṣā rājann etāny apratimasya rājñaḥ; śibeḥ sthitāny anṛśaṃsasya buddhyā evaṃvṛtto hrīniṣedhaś ca yasmāt; tasmāc chibir atyagād vai rathena

Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit und Dharma, Scham, Glanz, Geduld, o Sanfter, und Standhaftigkeit – diese wohnen fest im unvergleichlichen König Śibi, dem gütig gesinnten; weil er so beschaffen ist und falsche Scham zurückweist, darum eilte Śibi mit seinem Wagen den anderen voraus.

Wort für Wort
dānaṃ tapaḥ satyam athāpi dharmo; hrīḥ śrīḥ kṣamā saumya tathā titikṣā rājann etāny apratimasya rājñaḥ; śibeḥ sthitāny anṛśaṃsasya buddhyā evaṃvṛtto hrīniṣedhaś ca yasmāt; tasmāc chibir atyagād vai rathena
Freigebigkeit, Askese, Wahrhaftigkeit und Dharma, Scham, Glanz, Geduld, o Sanfter, und Standhaftigkeit – diese wohnen fest im unvergleichlichen König Śibi, dem gütig gesinnten; weil er so beschaffen ist und falsche Scham zurückweist, darum eilte Śibi mit seinem Wagen den anderen voraus.

vaiśaṃpāyana uvāca athāṣṭakaḥ punar evānvapṛcchan; mātāmahaṃ kautukād indrakalpam pṛcchāmi tvāṃ nṛpate brūhi satyaṃ; kutaś ca kasyāsi sutaś ca kasya kṛtaṃ tvayā yad dhi na tasya kartā; loke tvad anyaḥ kṣatriyo brāhmaṇo vā

Vaiśaṃpāyana sprach: Da fragte Aṣṭaka aus Neugier abermals den Indra-gleichen Großvater: Ich frage dich, o König, sag mir die Wahrheit: Woher stammst du, wessen Sohn bist du, und was hast du vollbracht, das kein anderer, sei er Kṣatriya oder Brahmane, in der Welt vollbracht hätte?

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca athāṣṭakaḥ punar evānvapṛcchan; mātāmahaṃ kautukād indrakalpam pṛcchāmi tvāṃ nṛpate brūhi satyaṃ; kutaś ca kasyāsi sutaś ca kasya kṛtaṃ tvayā yad dhi na tasya kartā; loke tvad anyaḥ kṣatriyo brāhmaṇo vā
Vaiśaṃpāyana sprach: Da fragte Aṣṭaka aus Neugier abermals den Indra-gleichen Großvater: Ich frage dich, o König, sag mir die Wahrheit: Woher stammst du, wessen Sohn bist du, und was hast du vollbracht, das kein anderer, sei er Kṣatriya oder Brahmane, in der Welt vollbracht hätte?

yayātir uvāca yayātir asmi nahuṣasya putraḥ; pūroḥ pitā sārvabhaumas tv ihāsam guhyam arthaṃ māmakebhyo bravīmi; mātāmaho 'haṃ bhavatāṃ prakāśaḥ

Yayāti sprach: Ich bin Yayāti, der Sohn des Nahuṣa, der Vater des Pūru; ich war hier ein Weltenherrscher. Ein geheimes Wort will ich meinen Angehörigen künden: Ich bin, wie sich nun offenbart, euer Großvater mütterlicherseits.

Wort für Wort
yayātir uvāca yayātir asmi nahuṣasya putraḥ; pūroḥ pitā sārvabhaumas tv ihāsam guhyam arthaṃ māmakebhyo bravīmi; mātāmaho 'haṃ bhavatāṃ prakāśaḥ
Yayāti sprach: Ich bin Yayāti, der Sohn des Nahuṣa, der Vater des Pūru; ich war hier ein Weltenherrscher. Ein geheimes Wort will ich meinen Angehörigen künden: Ich bin, wie sich nun offenbart, euer Großvater mütterlicherseits.

sarvām imāṃ pṛthivīṃ nirjigāya; prasthe baddhvā hy adadaṃ brāhmaṇebhyaḥ medhyān aśvān ekaśaphān surūpāṃs; tadā devāḥ puṇyabhājo bhavanti

Diese ganze Erde habe ich bezwungen; auf der Opferstätte anbindend, gab ich den Brahmanen geweihte, einhufige, wohlgestaltete Rosse – dadurch werden auch die Götter des Verdienstes teilhaftig.

Wort für Wort
sarvām imāṃ pṛthivīṃ nirjigāya; prasthe baddhvā hy adadaṃ brāhmaṇebhyaḥ medhyān aśvān ekaśaphān surūpāṃs; tadā devāḥ puṇyabhājo bhavanti
Diese ganze Erde habe ich bezwungen; auf der Opferstätte anbindend, gab ich den Brahmanen geweihte, einhufige, wohlgestaltete Rosse – dadurch werden auch die Götter des Verdienstes teilhaftig.

adām ahaṃ pṛthivīṃ brāhmaṇebhyaḥ; pūrṇām imām akhilāṃ vāhanasya gobhiḥ suvarṇena dhanaiś ca mukhyais; tatrāsan gāḥ śatam arbudāni

Ich gab den Brahmanen diese ganze Erde, voll an Fahrzeugen, Rindern, Gold und den vortrefflichsten Reichtümern; hundert Arbuda [?] an Rindern gab es dabei.

Wort für Wort
adām ahaṃ pṛthivīṃ brāhmaṇebhyaḥ; pūrṇām imām akhilāṃ vāhanasya gobhiḥ suvarṇena dhanaiś ca mukhyais; tatrāsan gāḥ śatam arbudāni
Ich gab den Brahmanen diese ganze Erde, voll an Fahrzeugen, Rindern, Gold und den vortrefflichsten Reichtümern; hundert Arbuda [?] an Rindern gab es dabei.

[Anm.: 'arbuda' ist eine altindische Zahleneinheit für eine sehr große Menge (traditionell 10^8 oder ähnlich); die genaue Größenordnung von 'śatam arbudāni' bleibt als hyperbolische Angabe zu verstehen.]

satyena me dyauś ca vasuṃdharā ca; tathaivāgnir jvalate mānuṣeṣu na me vṛthā vyāhṛtam eva vākyaṃ; satyaṃ hi santaḥ pratipūjayanti sarve ca devā munayaś ca lokāḥ; satyena pūjyā iti me manogatam

Durch Wahrhaftigkeit stehen mir Himmel und Erde bei, ebenso lodert für mich das Feuer unter den Menschen; nie ist ein von mir gesprochenes Wort vergeblich gewesen, denn die Wahrheit ehren die Guten. Alle Götter, Weisen und Welten sind durch Wahrhaftigkeit verehrungswürdig – das ist meine feste Überzeugung.

Wort für Wort
satyena me dyauś ca vasuṃdharā ca; tathaivāgnir jvalate mānuṣeṣu na me vṛthā vyāhṛtam eva vākyaṃ; satyaṃ hi santaḥ pratipūjayanti sarve ca devā munayaś ca lokāḥ; satyena pūjyā iti me manogatam
Durch Wahrhaftigkeit stehen mir Himmel und Erde bei, ebenso lodert für mich das Feuer unter den Menschen; nie ist ein von mir gesprochenes Wort vergeblich gewesen, denn die Wahrheit ehren die Guten. Alle Götter, Weisen und Welten sind durch Wahrhaftigkeit verehrungswürdig – das ist meine feste Überzeugung.

yo naḥ svargajitaḥ sarvān yathāvṛttaṃ nivedayet anasūyur dvijāgrebhyaḥ sa labhen naḥ salokatām

Wer von uns, den den Himmel Erworbenen, allen unsere Geschichte wahrheitsgemäß verkündet, ohne Missgunst, den ersten der Zweifachgeborenen gegenüber, der werde unserer Welt teilhaftig.

Wort für Wort
yo naḥ svargajitaḥ sarvān yathāvṛttaṃ nivedayet anasūyur dvijāgrebhyaḥ sa labhen naḥ salokatām
Wer von uns, den den Himmel Erworbenen, allen unsere Geschichte wahrheitsgemäß verkündet, ohne Missgunst, den ersten der Zweifachgeborenen gegenüber, der werde unserer Welt teilhaftig.

vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ rājā sa mahātmā hy atīva; svair dauhitrais tārito 'mitrasāhaḥ tyaktvā mahīṃ paramodārakarmā; svargaṃ gataḥ karmabhir vyāpya pṛthvīm

Vaiśaṃpāyana sprach: So wurde jener hochherzige König, der Bezwinger der Feinde, von seinen eigenen Enkeln – den Söhnen seiner Töchter – errettet; die Erde verlassend, er, dessen Taten überaus edel waren, ging er, nachdem er die Erde mit seinen Werken durchdrungen hatte, zum Himmel ein.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ rājā sa mahātmā hy atīva; svair dauhitrais tārito 'mitrasāhaḥ tyaktvā mahīṃ paramodārakarmā; svargaṃ gataḥ karmabhir vyāpya pṛthvīm
Vaiśaṃpāyana sprach: So wurde jener hochherzige König, der Bezwinger der Feinde, von seinen eigenen Enkeln – den Söhnen seiner Töchter – errettet; die Erde verlassend, er, dessen Taten überaus edel waren, ging er, nachdem er die Erde mit seinen Werken durchdrungen hatte, zum Himmel ein.

Dieses Kapitel in der Leseansicht