Kapitel 47: Āstīka-parva (Fortsetzung): Beginn des Sarpasatra
Āstīka-parva (Fortsetzung): Janamejayas Gelübde, Errichtung der Opferstätte, das böse Vorzeichen des Baumeisters, und der Beginn des großen Schlangenopfers — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,047.001“ bis „01,047.025“). Janamejaya fasst den Entschluss zur Vergeltung; seine Opferpriester bestätigen ihm die Rechtmäßigkeit und Möglichkeit des Sarpasatra. Die Opferstätte wird errichtet; dabei prophezeit der Baumeister ein böses Vorzeichen: das Opfer werde wegen eines Brahmanen nicht zu Ende geführt werden — eine versteckte Vorausdeutung auf Āstīkas künftiges Eingreifen. Das große Schlangenopfer beginnt, und unzählige Schlangen aller Art und Größe stürzen, unter Zwang, in das lodernde Feuer. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.
Sūta sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, fasste da, von den Ministern gebilligt, jener glückreiche Herrscher der Erde den Entschluss zum Schlangenopfer, o Brahmane, der Tiger unter den Bharatas, der König, der Sohn Parikṣits.
Sūta sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, fasste da, von den Ministern gebilligt, jener glückreiche Herrscher der Erde den Entschluss zum Schlangenopfer, o Brahmane, der Tiger unter den Bharatas, der König, der Sohn Parikṣits.
Die Opferpriester sprachen: „Es gibt, o König, ein großes Opfer, eigens für dich, von den Göttern eingerichtet; ‚Schlangenopfer' genannt, wird es in den Purāṇas erzählt, o König.
Die Opferpriester sprachen: „Es gibt, o König, ein großes Opfer, eigens für dich, von den Göttern eingerichtet; ‚Schlangenopfer' genannt, wird es in den Purāṇas erzählt, o König.
Kein anderer als du ist der rechtmäßige Vollzieher jenes Opfers, o Herrscher der Menschen — so sagen die Kenner der Purāṇas; und uns ist jenes Opferritual bekannt.“
Kein anderer als du ist der rechtmäßige Vollzieher jenes Opfers, o Herrscher der Menschen — so sagen die Kenner der Purāṇas; und uns ist jenes Opferritual bekannt.“
sūta uvāca | evam uktaḥ sa rājarṣir mene sarpaṃ hi takṣakam | hutāśanamukhaṃ dīptaṃ praviṣṭam iti sattama
Sūta sprach: So angesprochen, betrachtete jener königliche Seher die Schlange Takṣaka als bereits in den lodernden, feueropfenden Mund des Feuers eingegangen, o Bester.
Wort für Wort
sūta uvāca | evam uktaḥ sa rājarṣir mene sarpaṃ hi takṣakam | hutāśanamukhaṃ dīptaṃ praviṣṭam iti sattama
Sūta sprach: So angesprochen, betrachtete jener königliche Seher die Schlange Takṣaka als bereits in den lodernden, feueropfenden Mund des Feuers eingegangen, o Bester.
tato 'bravīn mantravidas tān rājā brāhmaṇāṃs tadā | āhariṣyāmi tat satraṃ saṃbhārāḥ saṃbhriyantu me
Da sprach der König zu jenen zauberspruchkundigen Brahmanen: „Ich werde jenes Opfer vollziehen; die notwendigen Utensilien sollen für mich beschafft werden.“
Wort für Wort
tato 'bravīn mantravidas tān rājā brāhmaṇāṃs tadā | āhariṣyāmi tat satraṃ saṃbhārāḥ saṃbhriyantu me
Da sprach der König zu jenen zauberspruchkundigen Brahmanen: „Ich werde jenes Opfer vollziehen; die notwendigen Utensilien sollen für mich beschafft werden.“
Da vermaßen jene seine Opferpriester, o Bester der Zweifachgeborenen, nach der Lehre den Platz, zum Zweck der Errichtung der Opferstätte — alle wissenskundig, wie es sich gehört, an Klugheit von höchstem Rang.
Da vermaßen jene seine Opferpriester, o Bester der Zweifachgeborenen, nach der Lehre den Platz, zum Zweck der Errichtung der Opferstätte — alle wissenskundig, wie es sich gehört, an Klugheit von höchstem Rang.
Sie schufen einen Platz, mit höchster Pracht ausgestattet, erwünscht, von Scharen von Brahmanen bevölkert, reich an vielem Gut und Getreide, von den Opferpriestern wohlgeordnet angelegt,
Sie schufen einen Platz, mit höchster Pracht ausgestattet, erwünscht, von Scharen von Brahmanen bevölkert, reich an vielem Gut und Getreide, von den Opferpriestern wohlgeordnet angelegt,
So sprach da der Baumeister, purāṇakundig: „An dem Ort und zu der Zeit, an dem und zu der die Vermessung begonnen wurde — wegen eines Brahmanen als Ursache wird dieses Opfer nicht zu Ende geführt werden.“
So sprach da der Baumeister, purāṇakundig: „An dem Ort und zu der Zeit, an dem und zu der die Vermessung begonnen wurde — wegen eines Brahmanen als Ursache wird dieses Opfer nicht zu Ende geführt werden.“
[Anm.: „sūtradhāraḥ sūtaḥ paurāṇikaḥ“ bezeichnet hier den Baumeister/Bauleiter (sūtradhāra, wörtlich „Fadenhalter“) der Opferstätte, nicht den Rahmenerzähler Sūta (Ugraśravas); die Wortnähe könnte zu Verwechslung verleiten und wird hier vermerkt.]
manche wie Wagendeichseln, andere wie Elefantenrüssel, und wie brünstige Elefanten, von gewaltigem Leib, gewaltiger Kraft,
[Anm.: Die Lesart „indurā“ ist unklar (möglicherweise eine Verschreibung eines Wortes für „Deichsel/Wagenbaum“); die Übersetzung folgt dem nächstliegenden Sinn, ohne die Unsicherheit zu verbergen.]
uccāvacāś ca bahavo nānāvarṇā viṣolbaṇāḥ | ghorāś ca parighaprakhyā dandaśūkā mahābalāḥ | prapetur agnāv uragā mātṛvāgdaṇḍapīḍitāḥ
und viele, groß und klein, von mancherlei Farbe, überaus giftig, und furchtbare, Eisenstangen gleichende, bissige, gewaltig starke Schlangen fielen in das Feuer, vom Stab des Mutterfluchs gepeinigt.
Wort für Wort
uccāvacāś ca bahavo nānāvarṇā viṣolbaṇāḥ | ghorāś ca parighaprakhyā dandaśūkā mahābalāḥ | prapetur agnāv uragā mātṛvāgdaṇḍapīḍitāḥ
und viele, groß und klein, von mancherlei Farbe, überaus giftig, und furchtbare, Eisenstangen gleichende, bissige, gewaltig starke Schlangen fielen in das Feuer, vom Stab des Mutterfluchs gepeinigt.
[Anm.: Adhyāya 47 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei. „Stab des Mutterfluchs“ bezieht sich auf Kadrūs Fluch (Adh.19-20), der die Vernichtung der Schlangen im Sarpasatra letztlich mitbegründet.]