Kapitel 181: Karṇaśalyayor Yuddham
Der Kampf gegen Karṇa und Śalya
Arjuna und Bhīma stellen sich den angreifenden Königen entgegen. Im Zweikampf misst sich Arjuna mit Karṇa, der ihn zunächst für Rāma Jāmadagnya oder gar einen Gott hält, sich aber angesichts von Arjunas Beherrschung der Brahmā- und Indra-Waffe zurückzieht. Bhīma bezwingt Śalya im Ringkampf, verschont ihn aber großmütig. Die verunsicherten Könige, die in den vermeintlichen Brahmanen wahre Meisterkrieger erkennen, brechen den Kampf ab. Bhīma und Arjuna kehren, von der Menge kaum durchgelassen, mit Draupadī zur Töpferhütte zurück, wo die um sie bangende Kuntī wartet; am späten Nachmittag betritt schließlich Arjuna, von Brahmanen umgeben, die Hütte.
vaiśaṃpāyana uvāca ajināni vidhunvantaḥ karakāṃś ca dvijarṣabhāḥ ūcus taṃ bhīr na kartavyā vayaṃ yotsyāmahe parān
Vaiśampāyana sprach: Die Brahmanenstiere, ihre Antilopenfelle und Wasserkrüge schwenkend, sprachen zu ihm: ‚Fürchte dich nicht, wir werden gegen die Feinde kämpfen.'
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ajināni vidhunvantaḥ karakāṃś ca dvijarṣabhāḥ ūcus taṃ bhīr na kartavyā vayaṃ yotsyāmahe parān
Vaiśampāyana sprach: Die Brahmanenstiere, ihre Antilopenfelle und Wasserkrüge schwenkend, sprachen zu ihm: ‚Fürchte dich nicht, wir werden gegen die Feinde kämpfen.'
So sprechend, ergriff der große Wagenkämpfer jenen als Brautpreis gewonnenen Bogen und stand, zusammen mit seinem Bruder Bhīma, unbeweglich wie ein Berg.
So sprechend, ergriff der große Wagenkämpfer jenen als Brautpreis gewonnenen Bogen und stand, zusammen mit seinem Bruder Bhīma, unbeweglich wie ein Berg.
Da stürzten sich die beiden Furchtlosen auf jene zornigen, von Wut erhobenen Kṣatriyas, angeführt von Karṇa, wie zwei Elefanten auf gegnerische Elefanten.
Da stürzten sich die beiden Furchtlosen auf jene zornigen, von Wut erhobenen Kṣatriyas, angeführt von Karṇa, wie zwei Elefanten auf gegnerische Elefanten.
ūcuś ca vācaḥ paruṣās te rājāno jighāṃsavaḥ āhave hi dvijasyāpi vadho dṛṣṭo yuyutsataḥ
Und jene tötungswilligen Könige sprachen harte Worte: ‚Denn auch die Tötung eines kampfwilligen Brahmanen in der Schlacht ist als rechtmäßig anerkannt.'
Wort für Wort
ūcuś ca vācaḥ paruṣās te rājāno jighāṃsavaḥ āhave hi dvijasyāpi vadho dṛṣṭo yuyutsataḥ
Und jene tötungswilligen Könige sprachen harte Worte: ‚Denn auch die Tötung eines kampfwilligen Brahmanen in der Schlacht ist als rechtmäßig anerkannt.'
tato vaikartanaḥ karṇo jagāmārjunam ojasā yuddhārthī vāśitāhetor gajaḥ pratigajaṃ yathā
Da ging Karṇa, der Sohn der Sonne [Vaikartana], mit Kraft auf Arjuna los, kampfbegierig, wie ein Elefant wegen einer brünftigen Elefantenkuh auf einen anderen Elefanten losgeht.
Wort für Wort
tato vaikartanaḥ karṇo jagāmārjunam ojasā yuddhārthī vāśitāhetor gajaḥ pratigajaṃ yathā
Da ging Karṇa, der Sohn der Sonne [Vaikartana], mit Kraft auf Arjuna los, kampfbegierig, wie ein Elefant wegen einer brünftigen Elefantenkuh auf einen anderen Elefanten losgeht.
bhīmasenaṃ yayau śalyo madrāṇām īśvaro balī duryodhanādayas tv anye brāhmaṇaiḥ saha saṃgatāḥ mṛdupūrvam ayatnena pratyayudhyaṃs tadāhave
Śalya, der starke Herrscher der Madras, ging auf Bhīmasena los; Duryodhana und die anderen aber kämpften in jener Schlacht zunächst noch milde, ohne rechte Anstrengung, gegen die mit ihnen vereinten Brahmanen.
Wort für Wort
bhīmasenaṃ yayau śalyo madrāṇām īśvaro balī duryodhanādayas tv anye brāhmaṇaiḥ saha saṃgatāḥ mṛdupūrvam ayatnena pratyayudhyaṃs tadāhave
Śalya, der starke Herrscher der Madras, ging auf Bhīmasena los; Duryodhana und die anderen aber kämpften in jener Schlacht zunächst noch milde, ohne rechte Anstrengung, gegen die mit ihnen vereinten Brahmanen.
Beide, unbeschreiblich in ihrer Behändigkeit, die vortrefflichsten unter den Siegern, kämpften heftig erregt, jeder den Sieg über den anderen erstrebend.
Beide, unbeschreiblich in ihrer Behändigkeit, die vortrefflichsten unter den Siegern, kämpften heftig erregt, jeder den Sieg über den anderen erstrebend.
karṇa uvāca tuṣyāmi te vipramukhya bhujavīryasya saṃyuge aviṣādasya caivāsya śastrāstravinayasya ca
Karṇa sprach: ‚Ich bin zufrieden, du vortrefflichster der Brahmanen, mit der Kraft deiner Arme im Kampf, mit deiner Unerschütterlichkeit und mit deiner Meisterschaft der Waffen und Geschosse.'
Wort für Wort
karṇa uvāca tuṣyāmi te vipramukhya bhujavīryasya saṃyuge aviṣādasya caivāsya śastrāstravinayasya ca
Karṇa sprach: ‚Ich bin zufrieden, du vortrefflichster der Brahmanen, mit der Kraft deiner Arme im Kampf, mit deiner Unerschütterlichkeit und mit deiner Meisterschaft der Waffen und Geschosse.'
‚Bist du etwa leibhaftig die Bogenwissenschaft selbst, oder Rāma, du vortrefflichster Brahmane, oder leibhaftig der Herr der Falbenrosse [Indra], oder leibhaftig Viṣṇu, der Unfehlbare?'
‚Bist du etwa leibhaftig die Bogenwissenschaft selbst, oder Rāma, du vortrefflichster Brahmane, oder leibhaftig der Herr der Falbenrosse [Indra], oder leibhaftig Viṣṇu, der Unfehlbare?'
na hi mām āhave kruddham anyaḥ sākṣāc chacīpateḥ pumān yodhayituṃ śaktaḥ pāṇḍavād vā kirīṭinaḥ
‚Denn außer dem Gatten der Śacī [Indra] selbst oder dem diademgeschmückten Pāṇḍava wäre kein anderer Mann fähig, mich zornig in der Schlacht zu bekämpfen.'
Wort für Wort
na hi mām āhave kruddham anyaḥ sākṣāc chacīpateḥ pumān yodhayituṃ śaktaḥ pāṇḍavād vā kirīṭinaḥ
‚Denn außer dem Gatten der Śacī [Indra] selbst oder dem diademgeschmückten Pāṇḍava wäre kein anderer Mann fähig, mich zornig in der Schlacht zu bekämpfen.'
vaiśaṃpāyana uvāca tam evaṃvādinaṃ tatra phalgunaḥ pratyabhāṣata nāsmi karṇa dhanurvedo nāsmi rāmaḥ pratāpavān brāhmaṇo 'smi yudhāṃ śreṣṭhaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ
Vaiśampāyana sprach: Dem so Sprechenden erwiderte Phalguna: ‚Ich bin nicht die Bogenwissenschaft, Karṇa, ich bin nicht der machtvolle Rāma; ich bin ein Brahmane, der Beste der Kämpfer, der Vortrefflichste aller Waffenträger.'
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tam evaṃvādinaṃ tatra phalgunaḥ pratyabhāṣata nāsmi karṇa dhanurvedo nāsmi rāmaḥ pratāpavān brāhmaṇo 'smi yudhāṃ śreṣṭhaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ
Vaiśampāyana sprach: Dem so Sprechenden erwiderte Phalguna: ‚Ich bin nicht die Bogenwissenschaft, Karṇa, ich bin nicht der machtvolle Rāma; ich bin ein Brahmane, der Beste der Kämpfer, der Vortrefflichste aller Waffenträger.'
‚In der Brahmā-Waffe und der Indra-Waffe [pauraṃdara] bin ich durch die Unterweisung meines Lehrers vollendet; ich stehe heute bereit, dich in der Schlacht zu besiegen – sei standhaft, Held!'
‚In der Brahmā-Waffe und der Indra-Waffe [pauraṃdara] bin ich durch die Unterweisung meines Lehrers vollendet; ich stehe heute bereit, dich in der Schlacht zu besiegen – sei standhaft, Held!'
So angesprochen, zog sich Karṇa, der Sohn der Rādhā, der große Wagenkämpfer, vom Kampf zurück, da er die brahmanische Glut damals für unbesiegbar hielt.
So angesprochen, zog sich Karṇa, der Sohn der Rādhā, der große Wagenkämpfer, vom Kampf zurück, da er die brahmanische Glut damals für unbesiegbar hielt.
anyonyam āhvayantau tau mattāv iva mahāgajau muṣṭibhir jānubhiś caiva nighnantāv itaretaram muhūrtaṃ tau tathānyonyaṃ samare paryakarṣatām
Einander herausfordernd, wie zwei berauschte, große Elefanten, schlugen sie einander mit Fäusten und Knien; eine Weile zerrten sie so im Kampf aneinander.
Wort für Wort
anyonyam āhvayantau tau mattāv iva mahāgajau muṣṭibhir jānubhiś caiva nighnantāv itaretaram muhūrtaṃ tau tathānyonyaṃ samare paryakarṣatām
Einander herausfordernd, wie zwei berauschte, große Elefanten, schlugen sie einander mit Fäusten und Knien; eine Weile zerrten sie so im Kampf aneinander.
Dort vollbrachte Bhīmasena, der Stier unter den Männern, etwas Erstaunliches: dass er, der Starke, den zu Boden gefallenen starken Śalya nicht weiter schlug.
Dort vollbrachte Bhīmasena, der Stier unter den Männern, etwas Erstaunliches: dass er, der Starke, den zu Boden gefallenen starken Śalya nicht weiter schlug.
tat karma bhīmasya samīkṣya kṛṣṇaḥ kuntīsutau tau pariśaṅkamānaḥ nivārayām āsa mahīpatīṃs tān dharmeṇa labdhety anunīya sarvān
Als Kṛṣṇa jene Tat Bhīmas erblickte, hielt er die beiden für die Söhne Kuntīs, und er hielt jene Herrscher der Erde zurück, indem er sie alle überzeugte, sie [Draupadī] sei rechtmäßig gewonnen worden.
Wort für Wort
tat karma bhīmasya samīkṣya kṛṣṇaḥ kuntīsutau tau pariśaṅkamānaḥ nivārayām āsa mahīpatīṃs tān dharmeṇa labdhety anunīya sarvān
Als Kṛṣṇa jene Tat Bhīmas erblickte, hielt er die beiden für die Söhne Kuntīs, und er hielt jene Herrscher der Erde zurück, indem er sie alle überzeugte, sie [Draupadī] sei rechtmäßig gewonnen worden.
‚Der Festplatz endete mit dem Sieg der Brahmanen, die Pāñcālī [Draupadī] wurde von einem Brahmanen gewonnen' – so sprechend, gingen jene fort, die dort versammelt gewesen waren.
‚Der Festplatz endete mit dem Sieg der Brahmanen, die Pāñcālī [Draupadī] wurde von einem Brahmanen gewonnen' – so sprechend, gingen jene fort, die dort versammelt gewesen waren.
brāhmaṇais tu praticchannau rauravājinavāsibhiḥ kṛcchreṇa jagmatus tatra bhīmasenadhanaṃjayau
Verhüllt von Brahmanen, die in Antilopenfelle des Rauru-Hirsches [Anm.: rauru, eine Hirschart] gekleidet waren, gingen Bhīmasena und Dhanaṃjaya dort nur mit Mühe durch die Menge.
Wort für Wort
brāhmaṇais tu praticchannau rauravājinavāsibhiḥ kṛcchreṇa jagmatus tatra bhīmasenadhanaṃjayau
Verhüllt von Brahmanen, die in Antilopenfelle des Rauru-Hirsches [Anm.: rauru, eine Hirschart] gekleidet waren, gingen Bhīmasena und Dhanaṃjaya dort nur mit Mühe durch die Menge.
‚Mögen sie nicht von den Dhārtarāṣṭras getötet worden sein, nachdem diese die Kuru-Stiere erkannt haben, oder von trugreichen, überaus furchtbaren, verbissenen Rākṣasa-Feinden.'
‚Mögen sie nicht von den Dhārtarāṣṭras getötet worden sein, nachdem diese die Kuru-Stiere erkannt haben, oder von trugreichen, überaus furchtbaren, verbissenen Rākṣasa-Feinden.'