Dhṛṣṭadyumna beschattet unerkannt die vermeintlichen Brahmanen bis zur Töpferhütte und beobachtet die Nacht über, wie Kuntī die Speisen verteilt (mit besonders großem Anteil für den hungrigen Bhīma), wie alle gemeinsam auf Kuśa-Gras-Lagern schlafen und sich Kriegsgeschichten erzählen. Am Morgen eilt er zu Drupada, um vollständig Bericht zu erstatten; der noch unwissende, ängstliche König überschüttet ihn mit besorgten Fragen, ob seine Tochter würdig vermählt und ob wirklich einer der Pārthas den Bogen gespannt habe.
Vaiśampāyana sprach: Dhṛṣṭadyumna aber, der Sohn des Pāñcāla, folgte den beiden Kuru-Sprösslingen von hinten, als sie damals zur Behausung des Bhārgava gingen.
Vaiśampāyana sprach: Dhṛṣṭadyumna aber, der Sohn des Pāñcāla, folgte den beiden Kuru-Sprösslingen von hinten, als sie damals zur Behausung des Bhārgava gingen.
sāye 'tha bhīmas tu ripupramāthī jiṣṇur yamau cāpi mahānubhāvau bhaikṣaṃ caritvā tu yudhiṣṭhirāya nivedayāṃ cakrur adīnasattvāḥ
Am Abend meldeten dann Bhīma, der Feindezermalmer, Jiṣṇu und die beiden hochherzigen Zwillinge, nachdem sie um Almosen gegangen waren, dies Yudhiṣṭhira, ihrer Kraft nicht beraubt.
Wort für Wort
sāye 'tha bhīmas tu ripupramāthī jiṣṇur yamau cāpi mahānubhāvau bhaikṣaṃ caritvā tu yudhiṣṭhirāya nivedayāṃ cakrur adīnasattvāḥ
Am Abend meldeten dann Bhīma, der Feindezermalmer, Jiṣṇu und die beiden hochherzigen Zwillinge, nachdem sie um Almosen gegangen waren, dies Yudhiṣṭhira, ihrer Kraft nicht beraubt.
tatas tu kuntī drupadātmajāṃ tām uvāca kāle vacanaṃ vadānyā ato 'gram ādāya kuruṣva bhadre baliṃ ca viprāya ca dehi bhikṣām
Da sprach Kuntī, die Freigebige, zur rechten Zeit zu jener Tochter Drupadas dieses Wort: ‚Nimm davon zunächst den ersten Teil, Holde, mach eine Opfergabe, und gib dem Brahmanen seinen Anteil als Almosen.'
Wort für Wort
tatas tu kuntī drupadātmajāṃ tām uvāca kāle vacanaṃ vadānyā ato 'gram ādāya kuruṣva bhadre baliṃ ca viprāya ca dehi bhikṣām
Da sprach Kuntī, die Freigebige, zur rechten Zeit zu jener Tochter Drupadas dieses Wort: ‚Nimm davon zunächst den ersten Teil, Holde, mach eine Opfergabe, und gib dem Brahmanen seinen Anteil als Almosen.'
ye cānnam icchanti dadasva tebhyaḥ pariśritā ye parito manuṣyāḥ tataś ca śeṣaṃ pravibhajya śīghram ardhaṃ caturṇāṃ mama cātmanaś ca
‚Und gib denen, die Speise begehren, davon, den Menschen, die ringsum versammelt sind; danach teile rasch den Rest, eine Hälfte für die vier Brüder und für mich selbst –'
Wort für Wort
ye cānnam icchanti dadasva tebhyaḥ pariśritā ye parito manuṣyāḥ tataś ca śeṣaṃ pravibhajya śīghram ardhaṃ caturṇāṃ mama cātmanaś ca
‚Und gib denen, die Speise begehren, davon, den Menschen, die ringsum versammelt sind; danach teile rasch den Rest, eine Hälfte für die vier Brüder und für mich selbst –'
ardhaṃ ca bhīmāya dadāhi bhadre ya eṣa mattarṣabhatulyarūpaḥ śyāmo yuvā saṃhananopapanna eṣo hi vīro bahubhuk sadaiva
‚– und die andere Hälfte gib dem Bhīma, Holde, der da, dessen Gestalt einem berauschten Stier gleicht, dunkel, jugendlich, von kräftigem Körperbau – denn dieser Held isst immer viel.'
Wort für Wort
ardhaṃ ca bhīmāya dadāhi bhadre ya eṣa mattarṣabhatulyarūpaḥ śyāmo yuvā saṃhananopapanna eṣo hi vīro bahubhuk sadaiva
‚– und die andere Hälfte gib dem Bhīma, Holde, der da, dessen Gestalt einem berauschten Stier gleicht, dunkel, jugendlich, von kräftigem Körperbau – denn dieser Held isst immer viel.'
sā hṛṣṭarūpaiva tu rājaputrī tasyā vacaḥ sādhv aviśaṅkamānā yathāvad uktaṃ pracakāra sādhvī te cāpi sarve 'bhyavajahrur annam
Jene Königstochter aber, freudigen Angesichts, ohne an ihrem Wort zu zweifeln, die Tugendhafte, tat, wie es ihr gesagt worden war, ganz genau; und sie alle verzehrten die Speise.
Wort für Wort
sā hṛṣṭarūpaiva tu rājaputrī tasyā vacaḥ sādhv aviśaṅkamānā yathāvad uktaṃ pracakāra sādhvī te cāpi sarve 'bhyavajahrur annam
Jene Königstochter aber, freudigen Angesichts, ohne an ihrem Wort zu zweifeln, die Tugendhafte, tat, wie es ihr gesagt worden war, ganz genau; und sie alle verzehrten die Speise.
Sahadeva, der behände Sohn der Mādrī, bereitete auf dem Boden ein Lager aus Kuśa-Gras; alle Helden, nachdem sie ihre eigenen Antilopenfelle ausgebreitet hatten, schliefen auf der Erde.
Sahadeva, der behände Sohn der Mādrī, bereitete auf dem Boden ein Lager aus Kuśa-Gras; alle Helden, nachdem sie ihre eigenen Antilopenfelle ausgebreitet hatten, schliefen auf der Erde.
agastyaśāstām abhito diśaṃ tu śirāṃsi teṣāṃ kurusattamānām kuntī purastāt tu babhūva teṣāṃ kṛṣṇā tiraś caiva babhūva pattaḥ
In Richtung der von Agastya beherrschten Himmelsrichtung [Anm.: Süden, wo Agastyas Gestirn steht] lagen die Häupter jener besten der Kurus; Kuntī befand sich vor ihnen, und Kṛṣṇā lag quer zu ihren Füßen.
Wort für Wort
agastyaśāstām abhito diśaṃ tu śirāṃsi teṣāṃ kurusattamānām kuntī purastāt tu babhūva teṣāṃ kṛṣṇā tiraś caiva babhūva pattaḥ
In Richtung der von Agastya beherrschten Himmelsrichtung [Anm.: Süden, wo Agastyas Gestirn steht] lagen die Häupter jener besten der Kurus; Kuntī befand sich vor ihnen, und Kṛṣṇā lag quer zu ihren Füßen.
aśeta bhūmau saha pāṇḍuputraiḥ pādopadhāneva kṛtā kuśeṣu na tatra duḥkhaṃ ca babhūva tasyā na cāvamene kurupuṃgavāṃs tān
Sie lag mit den Pāṇḍu-Söhnen auf dem Boden, wie zu Füßen gebettet auf Kuśa-Gras; und kein Leid befiel sie dabei, und sie verachtete jene Stiere der Kurus nicht.
Wort für Wort
aśeta bhūmau saha pāṇḍuputraiḥ pādopadhāneva kṛtā kuśeṣu na tatra duḥkhaṃ ca babhūva tasyā na cāvamene kurupuṃgavāṃs tān
Sie lag mit den Pāṇḍu-Söhnen auf dem Boden, wie zu Füßen gebettet auf Kuśa-Gras; und kein Leid befiel sie dabei, und sie verachtete jene Stiere der Kurus nicht.
te tatra śūrāḥ kathayāṃ babhūvuḥ kathā vicitrāḥ pṛtanādhikārāḥ astrāṇi divyāni rathāṃś ca nāgān khaḍgān gadāś cāpi paraśvadhāṃś ca
Jene Helden erzählten dort mannigfache Geschichten über Kriegsangelegenheiten: von himmlischen Waffen, Streitwagen und Elefanten, Schwertern, Keulen und auch Äxten.
Wort für Wort
te tatra śūrāḥ kathayāṃ babhūvuḥ kathā vicitrāḥ pṛtanādhikārāḥ astrāṇi divyāni rathāṃś ca nāgān khaḍgān gadāś cāpi paraśvadhāṃś ca
Jene Helden erzählten dort mannigfache Geschichten über Kriegsangelegenheiten: von himmlischen Waffen, Streitwagen und Elefanten, Schwertern, Keulen und auch Äxten.
teṣāṃ kathās tāḥ parikīrtyamānāḥ pāñcālarājasya sutas tadānīm śuśrāva kṛṣṇāṃ ca tathā niṣaṇṇāṃ te cāpi sarve dadṛśur manuṣyāḥ
Jene ihre erzählten Geschichten hörte damals der Sohn des Pāñcāla-Königs, sowie Kṛṣṇā so dasitzend; und auch alle jene Männer [seine Späher] sahen sie.
Wort für Wort
teṣāṃ kathās tāḥ parikīrtyamānāḥ pāñcālarājasya sutas tadānīm śuśrāva kṛṣṇāṃ ca tathā niṣaṇṇāṃ te cāpi sarve dadṛśur manuṣyāḥ
Jene ihre erzählten Geschichten hörte damals der Sohn des Pāñcāla-Königs, sowie Kṛṣṇā so dasitzend; und auch alle jene Männer [seine Späher] sahen sie.
Dhṛṣṭadyumna, der Königssohn, aber ging eilends fort, um alles, was in jener Nacht geschehen und erzählt worden war, dem König Drupada vollständig zu melden.
Dhṛṣṭadyumna, der Königssohn, aber ging eilends fort, um alles, was in jener Nacht geschehen und erzählt worden war, dem König Drupada vollständig zu melden.
pāñcālarājas tu viṣaṇṇarūpas tān pāṇḍavān aprativindamānaḥ dhṛṣṭadyumnaṃ paryapṛcchan mahātmā kva sā gatā kena nītā ca kṛṣṇā
Der Pāñcāla-König aber, bekümmerten Angesichts, da er jene Pāṇḍavas nicht erkennen konnte, fragte den hochherzigen Dhṛṣṭadyumna: ‚Wohin ist sie gegangen, und von wem ist Kṛṣṇā fortgeführt worden?'
Wort für Wort
pāñcālarājas tu viṣaṇṇarūpas tān pāṇḍavān aprativindamānaḥ dhṛṣṭadyumnaṃ paryapṛcchan mahātmā kva sā gatā kena nītā ca kṛṣṇā
Der Pāñcāla-König aber, bekümmerten Angesichts, da er jene Pāṇḍavas nicht erkennen konnte, fragte den hochherzigen Dhṛṣṭadyumna: ‚Wohin ist sie gegangen, und von wem ist Kṛṣṇā fortgeführt worden?'
kaccin na śūdreṇa na hīnajena vaiśyena vā karadenopapannā kaccit padaṃ mūrdhni na me nidigdhaṃ kaccin mālā patitā na śmaśāne
‚Ist sie hoffentlich nicht von einem Śūdra, einem niedrig Geborenen oder einem tributpflichtigen Vaiśya ergriffen worden? Ist mir hoffentlich nicht ein Fuß auf das Haupt gesetzt worden? Ist die Girlande hoffentlich nicht auf dem Leichenfeld gefallen [Anm.: Bild für eine an einen Unwürdigen verschwendete Ehre]?'
Wort für Wort
kaccin na śūdreṇa na hīnajena vaiśyena vā karadenopapannā kaccit padaṃ mūrdhni na me nidigdhaṃ kaccin mālā patitā na śmaśāne
‚Ist sie hoffentlich nicht von einem Śūdra, einem niedrig Geborenen oder einem tributpflichtigen Vaiśya ergriffen worden? Ist mir hoffentlich nicht ein Fuß auf das Haupt gesetzt worden? Ist die Girlande hoffentlich nicht auf dem Leichenfeld gefallen [Anm.: Bild für eine an einen Unwürdigen verschwendete Ehre]?'
kaccit savarṇapravaro manuṣya udriktavarṇo 'py uta veha kaccit kaccin na vāmo mama mūrdhni pādaḥ kṛṣṇābhimarśena kṛto 'dya putra
‚Ist es hoffentlich ein Mann von gleicher oder höherer Kaste? Ist mir hoffentlich nicht heute, mein Sohn, durch die Verbindung mit Kṛṣṇā ein linker Fuß auf mein Haupt gesetzt worden [Anm.: Bild für Erniedrigung]?'
Wort für Wort
kaccit savarṇapravaro manuṣya udriktavarṇo 'py uta veha kaccit kaccin na vāmo mama mūrdhni pādaḥ kṛṣṇābhimarśena kṛto 'dya putra
‚Ist es hoffentlich ein Mann von gleicher oder höherer Kaste? Ist mir hoffentlich nicht heute, mein Sohn, durch die Verbindung mit Kṛṣṇā ein linker Fuß auf mein Haupt gesetzt worden [Anm.: Bild für Erniedrigung]?'
kaccic ca yakṣye paramapratītaḥ saṃyujya pārthena nararṣabheṇa bravīhi tattvena mahānubhāvaḥ ko 'sau vijetā duhitur mamādya
‚Werde ich hoffentlich, höchst zufrieden, opfern können, nachdem ich mit dem Pārtha, dem Stier unter den Männern, verbunden bin? Sag mir wahrheitsgemäß, du Hochherziger: Wer ist jener, der heute meine Tochter gewonnen hat?'
Wort für Wort
kaccic ca yakṣye paramapratītaḥ saṃyujya pārthena nararṣabheṇa bravīhi tattvena mahānubhāvaḥ ko 'sau vijetā duhitur mamādya
‚Werde ich hoffentlich, höchst zufrieden, opfern können, nachdem ich mit dem Pārtha, dem Stier unter den Männern, verbunden bin? Sag mir wahrheitsgemäß, du Hochherziger: Wer ist jener, der heute meine Tochter gewonnen hat?'
vicitravīryasya tu kaccid adya kurupravīrasya dharanti putrāḥ kaccit tu pārthena yavīyasādya dhanur gṛhītaṃ nihataṃ ca lakṣyam
‚Leben denn heute noch die Söhne des Vicitravīrya, des Besten der Kurus? Und wurde der Bogen heute wirklich vom jüngeren Pārtha ergriffen und das Ziel getroffen?'
Wort für Wort
vicitravīryasya tu kaccid adya kurupravīrasya dharanti putrāḥ kaccit tu pārthena yavīyasādya dhanur gṛhītaṃ nihataṃ ca lakṣyam
‚Leben denn heute noch die Söhne des Vicitravīrya, des Besten der Kurus? Und wurde der Bogen heute wirklich vom jüngeren Pārtha ergriffen und das Ziel getroffen?'