Kapitel 33: Āstīka-parva (Fortsetzung): der Schlangen-Kriegsrat
Āstīka-parva (Fortsetzung): Vāsukis Sorge um den Mutter-Fluch und die verworfenen Pläne der Schlangen gegen das Sarpasatra — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,033.001“ bis „01,033.031“). Vāsuki, von dem Mutter-Fluch erschüttert, beruft einen Rat seiner Brüder ein. Zahlreiche Pläne werden vorgeschlagen und diskutiert, wie Janamejayas künftiges Schlangenopfer zu verhindern sei – vom diplomatischen Bitten über verdeckte Ratgeberschaft, Ermordung der Priester, Sabotage der Opfergerätschaften und Speisen, bis zur direkten Ermordung des Königs; ein Einwand dharmagesinnter Schlangen gegen Brahmanenmord wird ebenfalls referiert. Vāsuki selbst verwirft am Ende alle vorgeschlagenen Pläne als nicht endgültig überzeugend und bleibt ratlos zurück. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.
Vāsuki sprach: „Dieser Fluch, so wie er ausgesprochen wurde, ist euch bekannt, ihr Makellosen; um von diesem Fluch befreit zu werden, wollen wir uns beraten und uns bemühen.“
Vāsuki sprach: „Dieser Fluch, so wie er ausgesprochen wurde, ist euch bekannt, ihr Makellosen; um von diesem Fluch befreit zu werden, wollen wir uns beraten und uns bemühen.“
avyayasyāprameyasya satyasya ca tathāgrataḥ | śaptā ity eva me śrutvā jāyate hṛdi vepathuḥ
„Vor dem Unvergänglichen, Unermesslichen, dem Wahrhaftigen gesprochen: ‚Verflucht sind sie‘ – dies allein zu hören, lässt in meinem Herzen ein Zittern entstehen.“
Wort für Wort
avyayasyāprameyasya satyasya ca tathāgrataḥ | śaptā ity eva me śrutvā jāyate hṛdi vepathuḥ
„Vor dem Unvergänglichen, Unermesslichen, dem Wahrhaftigen gesprochen: ‚Verflucht sind sie‘ – dies allein zu hören, lässt in meinem Herzen ein Zittern entstehen.“
api mantrayamāṇā hi hetuṃ paśyāma mokṣaṇe | yathā naṣṭaṃ purā devā gūḍham agniṃ guhāgatam
„Vielleicht sehen wir, wenn wir beraten, einen Weg zur Befreiung – so wie einst die Götter das verborgene Feuer fanden, das sich in eine Höhle geflüchtet hatte.“
Wort für Wort
api mantrayamāṇā hi hetuṃ paśyāma mokṣaṇe | yathā naṣṭaṃ purā devā gūḍham agniṃ guhāgatam
„Vielleicht sehen wir, wenn wir beraten, einen Weg zur Befreiung – so wie einst die Götter das verborgene Feuer fanden, das sich in eine Höhle geflüchtet hatte.“
[Anm.: Anspielung auf eine andernorts erzählte Episode von Agnis Verbergen; wird hier nur vorausgesetzt.]
yathā sa yajño na bhaved yathā vāpi parābhavet | janamejayasya sarpāṇāṃ vināśakaraṇāya hi
„[Wir müssen überlegen,] wie jenes Opfer nicht stattfinden möge, oder wie es misslingen möge, das Opfer Janamejayas, das zur Vernichtung der Schlangen dienen soll.“
Wort für Wort
yathā sa yajño na bhaved yathā vāpi parābhavet | janamejayasya sarpāṇāṃ vināśakaraṇāya hi
„[Wir müssen überlegen,] wie jenes Opfer nicht stattfinden möge, oder wie es misslingen möge, das Opfer Janamejayas, das zur Vernichtung der Schlangen dienen soll.“
„Wenn man fest im wahren Dharma verwurzelt ist, ist im Unglück Gelassenheit das Höchste; auf der Seite des Unrechts zu stehen, würde die ganze Welt zugrunde richten.“
„Wenn man fest im wahren Dharma verwurzelt ist, ist im Unglück Gelassenheit das Höchste; auf der Seite des Unrechts zu stehen, würde die ganze Welt zugrunde richten.“
„Oder, andere, ihr Besten der Schlangen, gehen wir nachts zum Löffel-Behältnis und rauben es rasch, während sie unachtsam sind – so wird ein Hindernis entstehen.“
„Oder, andere, ihr Besten der Schlangen, gehen wir nachts zum Löffel-Behältnis und rauben es rasch, während sie unachtsam sind – so wird ein Hindernis entstehen.“
[Anm.: Gemeint sind die für das Opfer benötigten Ritualgerätschaften (Opferlöffel u.ä.).]
apare tv abruvaṃs tatra ṛtvijo 'sya bhavāmahe | yajñavighnaṃ kariṣyāmo dīyatāṃ dakṣiṇā iti | vaśyatāṃ ca gato 'sau naḥ kariṣyati yathepṣitam
Andere aber sprachen dort: „Wir wollen seine Opferpriester werden; wir werden dem Opfer ein Hindernis bereiten – man gebe uns die Opfergabe – und, unter unsere Gewalt geraten, wird er tun, was wir wünschen.“
Wort für Wort
apare tv abruvaṃs tatra ṛtvijo 'sya bhavāmahe | yajñavighnaṃ kariṣyāmo dīyatāṃ dakṣiṇā iti | vaśyatāṃ ca gato 'sau naḥ kariṣyati yathepṣitam
Andere aber sprachen dort: „Wir wollen seine Opferpriester werden; wir werden dem Opfer ein Hindernis bereiten – man gebe uns die Opfergabe – und, unter unsere Gewalt geraten, wird er tun, was wir wünschen.“
apare tv abruvaṃs tatra nāgāḥ sukṛtakāriṇaḥ | daśāmainaṃ pragṛhyāśu kṛtam evaṃ bhaviṣyati | chinnaṃ mūlam anarthānāṃ mṛte tasmin bhaviṣyati
Andere Schlangen dort, guttätig, sprachen: „Wir wollen ihn rasch ergreifen und beißen – so wird es vollbracht sein; die Wurzel allen Unheils wird durchschnitten sein, wenn er tot ist.“
Wort für Wort
apare tv abruvaṃs tatra nāgāḥ sukṛtakāriṇaḥ | daśāmainaṃ pragṛhyāśu kṛtam evaṃ bhaviṣyati | chinnaṃ mūlam anarthānāṃ mṛte tasmin bhaviṣyati
Andere Schlangen dort, guttätig, sprachen: „Wir wollen ihn rasch ergreifen und beißen – so wird es vollbracht sein; die Wurzel allen Unheils wird durchschnitten sein, wenn er tot ist.“
kiṃ tv atra saṃvidhātavyaṃ bhavatāṃ yad bhaved dhitam | anenāhaṃ bhṛśaṃ tapye guṇadoṣau madāśrayau
„Was aber hier angeordnet werden sollte, das euch zum Vorteil gereiche – darüber quäle ich mich sehr, denn Tugend und Fehler beide beruhen auf mir.“
Wort für Wort
kiṃ tv atra saṃvidhātavyaṃ bhavatāṃ yad bhaved dhitam | anenāhaṃ bhṛśaṃ tapye guṇadoṣau madāśrayau
„Was aber hier angeordnet werden sollte, das euch zum Vorteil gereiche – darüber quäle ich mich sehr, denn Tugend und Fehler beide beruhen auf mir.“
[Anm.: Adhyāya 33 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei, mit Vāsukis eigener Ratlosigkeit – die Auflösung des Schlangenrats folgt in den weiteren Adhyāyas.]