Kapitel 212: Subhadrāharaṇam
Die Entführung Subhadrās
Arjuna zieht, von Kṛṣṇa ermächtigt, unter dem Vorwand einer Jagd bewaffnet aus und entführt Subhadrā gewaltsam auf seinem Wagen, während sie vom Berg Raivataka nach Dvārakā zurückkehrt. Die aufgeschreckte Stadt versammelt sich in der Halle Sudharmā; die zornigen Vṛṣṇi-Helden wollen sofort bewaffnet losstürmen, doch Balarāma (der Pflugträger) mahnt zur Zurückhaltung, bis Kṛṣṇas eigene Absicht bekannt ist. Kaum haben sich alle wieder gesetzt, wirft ein Vṛṣṇi-Held Kṛṣṇa sein Schweigen vor und schwört Rache an Arjuna, worauf sich die Versammlung seinem Zorn anschließt.
Vaiśampāyana sprach: Nachdem so die Sache verabredet und Dhanaṃjaya die Zustimmung erteilt worden war, zog er, wissend, dass die Jungfrau sich auf dem Raivataka aufhielt, o Janamejaya,
Vaiśampāyana sprach: Nachdem so die Sache verabredet und Dhanaṃjaya die Zustimmung erteilt worden war, zog er, wissend, dass die Jungfrau sich auf dem Raivataka aufhielt, o Janamejaya,
subhadrā tv atha śailendram abhyarcya saha raivatam daivatāni ca sarvāṇi brāhmaṇān svasti vācya ca
Subhadrā aber, nachdem sie den Herrn der Berge samt dem Raivataka verehrt hatte, sowie alle Gottheiten, und von den Brahmanen den Segensspruch hatte sprechen lassen,
Wort für Wort
subhadrā tv atha śailendram abhyarcya saha raivatam daivatāni ca sarvāṇi brāhmaṇān svasti vācya ca
Subhadrā aber, nachdem sie den Herrn der Berge samt dem Raivataka verehrt hatte, sowie alle Gottheiten, und von den Brahmanen den Segensspruch hatte sprechen lassen,
pradakṣiṇaṃ giriṃ kṛtvā prayayau dvārakāṃ prati tām abhidrutya kaunteyaḥ prasahyāropayad ratham
und den Berg rechtsherum umschritten hatte, zog sie in Richtung Dvārakā; da stürmte der Sohn Kuntīs auf sie zu und hob sie mit Gewalt auf seinen Wagen.
Wort für Wort
pradakṣiṇaṃ giriṃ kṛtvā prayayau dvārakāṃ prati tām abhidrutya kaunteyaḥ prasahyāropayad ratham
und den Berg rechtsherum umschritten hatte, zog sie in Richtung Dvārakā; da stürmte der Sohn Kuntīs auf sie zu und hob sie mit Gewalt auf seinen Wagen.
tac chrutvā vṛṣṇivīrās te madaraktāntalocanāḥ amṛṣyamāṇāḥ pārthasya samutpetur ahaṃkṛtāḥ
Als sie dies hörten, sprangen die Vṛṣṇi-Helden, deren Augenwinkel vor Rausch gerötet waren, das Vorgehen des Sohnes der Pṛthā nicht duldend, voller Stolz auf.
Wort für Wort
tac chrutvā vṛṣṇivīrās te madaraktāntalocanāḥ amṛṣyamāṇāḥ pārthasya samutpetur ahaṃkṛtāḥ
Als sie dies hörten, sprangen die Vṛṣṇi-Helden, deren Augenwinkel vor Rausch gerötet waren, das Vorgehen des Sohnes der Pṛthā nicht duldend, voller Stolz auf.
Da sprach der mit dem Waldblumenkranz Geschmückte, berauscht, dem Gipfel des Kailāsa gleich, in blaue Gewänder gekleidet, vom Rausch erregt, dieses Wort:
Da sprach der mit dem Waldblumenkranz Geschmückte, berauscht, dem Gipfel des Kailāsa gleich, in blaue Gewänder gekleidet, vom Rausch erregt, dieses Wort:
[Anm.: Gemeint ist Balarāma, wie Vers 23 durch die Nennung 'Halāyudha' (Pflugträger) bestätigt.]
tato 'bravīt kāmapālo vāsudevaṃ paraṃtapam kim avāg upaviṣṭo 'si prekṣamāṇo janārdana
Da sprach Kāmapāla zum Bezwinger der Feinde, Vāsudeva: Warum sitzt du schweigend da und schaust nur zu, Janārdana?
Wort für Wort
tato 'bravīt kāmapālo vāsudevaṃ paraṃtapam kim avāg upaviṣṭo 'si prekṣamāṇo janārdana
Da sprach Kāmapāla zum Bezwinger der Feinde, Vāsudeva: Warum sitzt du schweigend da und schaust nur zu, Janārdana?
[Anm.: Die Identität des hier als 'Kāmapāla' Genannten ist unklar; der Name ist sonst nicht als feste Figur bezeugt und könnte ein Beiname eines der zuvor genannten Vṛṣṇi-Helden sein.]
satkṛtas tvatkṛte pārthaḥ sarvair asmābhir acyuta na ca so 'rhati tāṃ pūjāṃ durbuddhiḥ kulapāṃsanaḥ
Um deinetwillen wurde der Sohn der Pṛthā von uns allen geehrt, Acyuta; doch er, der Übelgesinnte, der Schänder des Geschlechts, verdient diese Ehrung nicht.
Wort für Wort
satkṛtas tvatkṛte pārthaḥ sarvair asmābhir acyuta na ca so 'rhati tāṃ pūjāṃ durbuddhiḥ kulapāṃsanaḥ
Um deinetwillen wurde der Sohn der Pṛthā von uns allen geehrt, Acyuta; doch er, der Übelgesinnte, der Schänder des Geschlechts, verdient diese Ehrung nicht.