Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 215: Agnivākyam Die Rede Agnis

Der als Brahmane erschienene Fremde gibt sich als der Feuergott Agni (Pāvaka, Jātavedas) zu erkennen und bittet Arjuna und Kṛṣṇa um Hilfe, den von Indra beschützten Wald Khāṇḍava zu verbrennen - Indra schützt ihn um seines Freundes, der Schlange Takṣaka, willen und löscht jedes Feuer dort mit Regen. Arjuna erklärt sich bereit, verlangt aber göttliche Waffen, einen unzerstörbaren Bogen, unerschöpfliche Pfeile und einen Wagen, mit denen er Indras Regen abwehren und den Wald schützen könnte.

vaiśaṃpāyana uvāca so 'bravīd arjunaṃ caiva vāsudevaṃ ca sātvatam lokapravīrau tiṣṭhantau khāṇḍavasya samīpataḥ

Vaiśampāyana sprach: Er sprach zu Arjuna und zu Vāsudeva, dem Sātvata, den beiden Weltenhelden, die nahe bei Khāṇḍava standen:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca so 'bravīd arjunaṃ caiva vāsudevaṃ ca sātvatam lokapravīrau tiṣṭhantau khāṇḍavasya samīpataḥ
Vaiśampāyana sprach: Er sprach zu Arjuna und zu Vāsudeva, dem Sātvata, den beiden Weltenhelden, die nahe bei Khāṇḍava standen:

brāhmaṇo bahubhoktāsmi bhuñje 'parimitaṃ sadā bhikṣe vārṣṇeyapārthau vām ekāṃ tṛptiṃ prayacchatām

Ich bin ein Brahmane von großem Appetit, ich esse stets unbegrenzt viel; ich bitte euch, Vṛṣṇi-Spross und Sohn der Pṛthā, gewährt mir einmal Sättigung.

Wort für Wort
brāhmaṇo bahubhoktāsmi bhuñje 'parimitaṃ sadā bhikṣe vārṣṇeyapārthau vām ekāṃ tṛptiṃ prayacchatām
Ich bin ein Brahmane von großem Appetit, ich esse stets unbegrenzt viel; ich bitte euch, Vṛṣṇi-Spross und Sohn der Pṛthā, gewährt mir einmal Sättigung.

evam uktau tam abrūtāṃ tatas tau kṛṣṇapāṇḍavau kenānnena bhavāṃs tṛpyet tasyānnasya yatāvahe

So angesprochen, sagten Kṛṣṇa und der Pāṇḍava zu ihm: Mit welcher Speise würdest du gesättigt? Diese Speise wollen wir beschaffen.

Wort für Wort
evam uktau tam abrūtāṃ tatas tau kṛṣṇapāṇḍavau kenānnena bhavāṃs tṛpyet tasyānnasya yatāvahe
So angesprochen, sagten Kṛṣṇa und der Pāṇḍava zu ihm: Mit welcher Speise würdest du gesättigt? Diese Speise wollen wir beschaffen.

evam uktaḥ sa bhagavān abravīt tāv ubhau tataḥ bhāṣamāṇau tadā vīrau kim annaṃ kriyatām iti

So angesprochen, sagte der Erhabene zu den beiden, während die Helden fragten, welche Speise bereitet werden solle:

Wort für Wort
evam uktaḥ sa bhagavān abravīt tāv ubhau tataḥ bhāṣamāṇau tadā vīrau kim annaṃ kriyatām iti
So angesprochen, sagte der Erhabene zu den beiden, während die Helden fragten, welche Speise bereitet werden solle:

nāham annaṃ bubhukṣe vai pāvakaṃ māṃ nibodhatam yadannam anurūpaṃ me tad yuvāṃ saṃprayacchatam

Nicht nach gewöhnlicher Speise verlangt es mich; erkennt in mir den Feuergott Pāvaka; die Speise, die mir angemessen ist, sollt ihr beide mir gewähren.

Wort für Wort
nāham annaṃ bubhukṣe vai pāvakaṃ māṃ nibodhatam yadannam anurūpaṃ me tad yuvāṃ saṃprayacchatam
Nicht nach gewöhnlicher Speise verlangt es mich; erkennt in mir den Feuergott Pāvaka; die Speise, die mir angemessen ist, sollt ihr beide mir gewähren.

idam indraḥ sadā dāvaṃ khāṇḍavaṃ parirakṣati taṃ na śaknomy ahaṃ dagdhuṃ rakṣyamāṇaṃ mahātmanā

Diesen Wald Khāṇḍava beschützt Indra beständig; ihn, von dem Hochgesinnten beschützt, vermag ich nicht zu verbrennen.

Wort für Wort
idam indraḥ sadā dāvaṃ khāṇḍavaṃ parirakṣati taṃ na śaknomy ahaṃ dagdhuṃ rakṣyamāṇaṃ mahātmanā
Diesen Wald Khāṇḍava beschützt Indra beständig; ihn, von dem Hochgesinnten beschützt, vermag ich nicht zu verbrennen.

vasaty atra sakhā tasya takṣakaḥ pannagaḥ sadā sagaṇas tatkṛte dāvaṃ parirakṣati vajrabhṛt

Hier wohnt beständig sein Freund, die Schlange Takṣaka; um seinetwillen beschützt der Blitzträger, mitsamt seinem Gefolge, den Wald.

Wort für Wort
vasaty atra sakhā tasya takṣakaḥ pannagaḥ sadā sagaṇas tatkṛte dāvaṃ parirakṣati vajrabhṛt
Hier wohnt beständig sein Freund, die Schlange Takṣaka; um seinetwillen beschützt der Blitzträger, mitsamt seinem Gefolge, den Wald.

tatra bhūtāny anekāni rakṣyante sma prasaṅgataḥ taṃ didhakṣur na śaknomi dagdhuṃ śakrasya tejasā

Dort werden nebenbei viele Wesen mitgeschützt; obwohl ich ihn verbrennen möchte, vermag ich es nicht, wegen der Macht Śakras.

Wort für Wort
tatra bhūtāny anekāni rakṣyante sma prasaṅgataḥ taṃ didhakṣur na śaknomi dagdhuṃ śakrasya tejasā
Dort werden nebenbei viele Wesen mitgeschützt; obwohl ich ihn verbrennen möchte, vermag ich es nicht, wegen der Macht Śakras.

sa māṃ prajvalitaṃ dṛṣṭvā meghāmbhobhiḥ pravarṣati tato dagdhuṃ na śaknomi didhakṣur dāvam īpsitam

Sobald er sieht, dass ich lodere, lässt er es mit dem Wasser der Wolken regnen; darum vermag ich nicht, den begehrten Wald zu verbrennen, so sehr ich es auch möchte.

Wort für Wort
sa māṃ prajvalitaṃ dṛṣṭvā meghāmbhobhiḥ pravarṣati tato dagdhuṃ na śaknomi didhakṣur dāvam īpsitam
Sobald er sieht, dass ich lodere, lässt er es mit dem Wasser der Wolken regnen; darum vermag ich nicht, den begehrten Wald zu verbrennen, so sehr ich es auch möchte.

sa yuvābhyāṃ sahāyābhyām astravidbhyāṃ samāgataḥ daheyaṃ khāṇḍavaṃ dāvam etad annaṃ vṛtaṃ mayā

Mit euch beiden als Helfer, die ihr die Waffenkunst kennt, vereint, möchte ich den Wald Khāṇḍava verbrennen; dies ist die Speise, die ich mir gewählt habe.

Wort für Wort
sa yuvābhyāṃ sahāyābhyām astravidbhyāṃ samāgataḥ daheyaṃ khāṇḍavaṃ dāvam etad annaṃ vṛtaṃ mayā
Mit euch beiden als Helfer, die ihr die Waffenkunst kennt, vereint, möchte ich den Wald Khāṇḍava verbrennen; dies ist die Speise, die ich mir gewählt habe.

yuvāṃ hy udakadhārās tā bhūtāni ca samantataḥ uttamāstravido samyak sarvato vārayiṣyathaḥ

Denn ihr beide, kundig der vortrefflichsten Waffen, werdet jene Wasserströme und die Wesen ringsum vollständig von allen Seiten abwehren.

Wort für Wort
yuvāṃ hy udakadhārās tā bhūtāni ca samantataḥ uttamāstravido samyak sarvato vārayiṣyathaḥ
Denn ihr beide, kundig der vortrefflichsten Waffen, werdet jene Wasserströme und die Wesen ringsum vollständig von allen Seiten abwehren.

evam ukte pratyuvāca bībhatsur jātavedasam didhakṣuṃ khāṇḍavaṃ dāvam akāmasya śatakratoḥ

Nach diesen Worten antwortete Bībhatsu dem Jātavedas, der den Wald Khāṇḍava zu verbrennen begehrte, entgegen dem Willen des Hundertopferers:

Wort für Wort
evam ukte pratyuvāca bībhatsur jātavedasam didhakṣuṃ khāṇḍavaṃ dāvam akāmasya śatakratoḥ
Nach diesen Worten antwortete Bībhatsu dem Jātavedas, der den Wald Khāṇḍava zu verbrennen begehrte, entgegen dem Willen des Hundertopferers:

uttamāstrāṇi me santi divyāni ca bahūni ca yair ahaṃ śaknuyāṃ yoddhum api vajradharān bahūn

Ich besitze vortreffliche, göttliche Waffen in großer Zahl, mit denen ich selbst gegen viele Blitzträger kämpfen könnte.

Wort für Wort
uttamāstrāṇi me santi divyāni ca bahūni ca yair ahaṃ śaknuyāṃ yoddhum api vajradharān bahūn
Ich besitze vortreffliche, göttliche Waffen in großer Zahl, mit denen ich selbst gegen viele Blitzträger kämpfen könnte.

dhanur me nāsti bhagavan bāhuvīryeṇa saṃmitam kurvataḥ samare yatnaṃ vegaṃ yad viṣaheta me

Doch ich habe keinen Bogen, Erhabener, der der Kraft meiner Arme entspricht, der die Wucht aushielte, wenn ich mich im Kampf anstrenge.

Wort für Wort
dhanur me nāsti bhagavan bāhuvīryeṇa saṃmitam kurvataḥ samare yatnaṃ vegaṃ yad viṣaheta me
Doch ich habe keinen Bogen, Erhabener, der der Kraft meiner Arme entspricht, der die Wucht aushielte, wenn ich mich im Kampf anstrenge.

śaraiś ca me 'rtho bahubhir akṣayaiḥ kṣipram asyataḥ na hi voḍhuṃ rathaḥ śaktaḥ śarān mama yathepsitān

Und ich brauche viele unerschöpfliche Pfeile, die ich rasch abschießen kann; denn kein Wagen ist imstande, so viele Pfeile zu tragen, wie ich sie mir wünsche.

Wort für Wort
śaraiś ca me 'rtho bahubhir akṣayaiḥ kṣipram asyataḥ na hi voḍhuṃ rathaḥ śaktaḥ śarān mama yathepsitān
Und ich brauche viele unerschöpfliche Pfeile, die ich rasch abschießen kann; denn kein Wagen ist imstande, so viele Pfeile zu tragen, wie ich sie mir wünsche.

aśvāṃś ca divyān iccheyaṃ pāṇḍurān vātaraṃhasaḥ rathaṃ ca meghanirghoṣaṃ sūryapratimatejasam

Auch wünsche ich mir göttliche, weiße, windschnelle Rosse und einen Wagen, der wie eine Gewitterwolke dröhnt, von sonnengleichem Glanz.

Wort für Wort
aśvāṃś ca divyān iccheyaṃ pāṇḍurān vātaraṃhasaḥ rathaṃ ca meghanirghoṣaṃ sūryapratimatejasam
Auch wünsche ich mir göttliche, weiße, windschnelle Rosse und einen Wagen, der wie eine Gewitterwolke dröhnt, von sonnengleichem Glanz.

tathā kṛṣṇasya vīryeṇa nāyudhaṃ vidyate samam yena nāgān piśācāṃś ca nihanyān mādhavo raṇe

Ebenso gibt es keine Waffe, die der Kraft Kṛṣṇas entspricht, mit der der Mādhava im Kampf Nāgas und Piśācas erschlagen könnte.

Wort für Wort
tathā kṛṣṇasya vīryeṇa nāyudhaṃ vidyate samam yena nāgān piśācāṃś ca nihanyān mādhavo raṇe
Ebenso gibt es keine Waffe, die der Kraft Kṛṣṇas entspricht, mit der der Mādhava im Kampf Nāgas und Piśācas erschlagen könnte.

upāyaṃ karmaṇaḥ siddhau bhagavan vaktum arhasi nivārayeyaṃ yenendraṃ varṣamāṇaṃ mahāvane

Zum Gelingen unseres Vorhabens sollst du, Erhabener, uns ein Mittel nennen, mit dem ich Indra daran hindern könnte, über dem großen Wald Regen niederzusenden.

Wort für Wort
upāyaṃ karmaṇaḥ siddhau bhagavan vaktum arhasi nivārayeyaṃ yenendraṃ varṣamāṇaṃ mahāvane
Zum Gelingen unseres Vorhabens sollst du, Erhabener, uns ein Mittel nennen, mit dem ich Indra daran hindern könnte, über dem großen Wald Regen niederzusenden.

pauruṣeṇa tu yat kāryaṃ tat kartārau sva pāvaka karaṇāni samarthāni bhagavan dātum arhasi

Was aber durch Manneskraft zu vollbringen ist, das werden wir beide vollbringen, Pāvaka; doch die dazu tauglichen Mittel sollst du, Erhabener, uns gewähren.

Wort für Wort
pauruṣeṇa tu yat kāryaṃ tat kartārau sva pāvaka karaṇāni samarthāni bhagavan dātum arhasi
Was aber durch Manneskraft zu vollbringen ist, das werden wir beide vollbringen, Pāvaka; doch die dazu tauglichen Mittel sollst du, Erhabener, uns gewähren.

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