Vasiṣṭha befreit König Kalmāṣapāda (Saudāsa) nach zwölf Jahren vom Rākṣasa. Der geläuterte König bittet Vasiṣṭha, ihm durch Niyoga mit seiner Gemahlin (Madayantī, vgl. Adh.113) einen Erben für das Ikṣvāku-Geschlecht zu zeugen, da er selbst dazu offenbar nicht mehr fähig ist. Vasiṣṭha willigt ein; die überaus lange Schwangerschaft der Königin endet erst, als sie ihren eigenen Leib mit einem Stein öffnet – daher der Name des Sohnes Aśmaka (,Stein-Sohn'), der später die Stadt Potana gründet. Damit endet die vom Gandharva erzählte Vāsiṣṭha-Erzählung.
vasiṣṭha uvāca mā bhaiḥ putri na bhetavyaṃ rakṣasas te kathaṃ cana naitad rakṣo bhayaṃ yasmāt paśyasi tvam upasthitam
Vasiṣṭha sprach: ‚Fürchte dich nicht, Tochter, du brauchst dich vor dem Rākṣasa keineswegs zu fürchten; dies, was du herannahen siehst, ist kein Rākṣasa, vor dem Furcht angebracht wäre.'
Wort für Wort
vasiṣṭha uvāca mā bhaiḥ putri na bhetavyaṃ rakṣasas te kathaṃ cana naitad rakṣo bhayaṃ yasmāt paśyasi tvam upasthitam
Vasiṣṭha sprach: ‚Fürchte dich nicht, Tochter, du brauchst dich vor dem Rākṣasa keineswegs zu fürchten; dies, was du herannahen siehst, ist kein Rākṣasa, vor dem Furcht angebracht wäre.'
sa hi dvādaśa varṣāṇi vasiṣṭhasyaiva tejasā grasta āsīd gṛheṇeva parvakāle divākaraḥ
‚Denn zwölf Jahre lang war er, ergriffen von eben jener über ihn verhängten Kraft Vasiṣṭhas, wie die Sonne, die zur Zeit der Konjunktion von der Verfinsterung ergriffen wird.'
Wort für Wort
sa hi dvādaśa varṣāṇi vasiṣṭhasyaiva tejasā grasta āsīd gṛheṇeva parvakāle divākaraḥ
‚Denn zwölf Jahre lang war er, ergriffen von eben jener über ihn verhängten Kraft Vasiṣṭhas, wie die Sonne, die zur Zeit der Konjunktion von der Verfinsterung ergriffen wird.'
[Anm.: die genaue Wirkweise des Bildes (Vasiṣṭhas ,Kraft' als Ursache der zwölfjährigen Rākṣasa-Besessenheit) bleibt in der Formulierung etwas unklar.
‚Nachdem er wieder zu Bewusstsein gekommen war, verneigte sich der König mit gefalteten Händen und sprach zur rechten Zeit zu Vasiṣṭha, dem besten der Ṛṣis:'
‚Nachdem er wieder zu Bewusstsein gekommen war, verneigte sich der König mit gefalteten Händen und sprach zur rechten Zeit zu Vasiṣṭha, dem besten der Ṛṣis:'
vasiṣṭha uvāca vṛttam etad yathākālaṃ gaccha rājyaṃ praśādhi tat brāhmaṇāṃś ca manuṣyendra māvamaṃsthāḥ kadā cana
Vasiṣṭha sprach: ‚Dies ist nun zur rechten Zeit vollendet; geh, herrsche über jenes Königreich, und missachte, o Herrscher der Menschen, niemals die Brahmanen.'
Wort für Wort
vasiṣṭha uvāca vṛttam etad yathākālaṃ gaccha rājyaṃ praśādhi tat brāhmaṇāṃś ca manuṣyendra māvamaṃsthāḥ kadā cana
Vasiṣṭha sprach: ‚Dies ist nun zur rechten Zeit vollendet; geh, herrsche über jenes Königreich, und missachte, o Herrscher der Menschen, niemals die Brahmanen.'
Der König sprach: ‚Niemals werde ich, o Brahmane, die Stiere unter den Brahmanen missachten; deiner Weisung folgend werde ich für immer die Zweifachgeborenen ehren.'
Der König sprach: ‚Niemals werde ich, o Brahmane, die Stiere unter den Brahmanen missachten; deiner Weisung folgend werde ich für immer die Zweifachgeborenen ehren.'
ikṣvākūṇāṃ tu yenāham anṛṇaḥ syāṃ dvijottama tat tvattaḥ prāptum icchāmi varaṃ vedavidāṃ vara
‚Doch wodurch ich gegenüber den Ikṣvākus schuldenfrei werde, o Bester der Zweifachgeborenen – dies möchte ich von dir als Gunst erlangen, o Bester der Vedakundigen.'
Wort für Wort
ikṣvākūṇāṃ tu yenāham anṛṇaḥ syāṃ dvijottama tat tvattaḥ prāptum icchāmi varaṃ vedavidāṃ vara
‚Doch wodurch ich gegenüber den Ikṣvākus schuldenfrei werde, o Bester der Zweifachgeborenen – dies möchte ich von dir als Gunst erlangen, o Bester der Vedakundigen.'
‚Du sollst dich zu meiner geliebten Hauptgemahlin begeben, um Nachkommenschaft zu zeugen – zu ihr, die mit Wesen, Schönheit und Tugend ausgestattet ist –, zum Gedeihen des Ikṣvāku-Geschlechts.'
‚Du sollst dich zu meiner geliebten Hauptgemahlin begeben, um Nachkommenschaft zu zeugen – zu ihr, die mit Wesen, Schönheit und Tugend ausgestattet ist –, zum Gedeihen des Ikṣvāku-Geschlechts.'
gandharva uvāca dadānīty eva taṃ tatra rājānaṃ pratyuvāca ha vasiṣṭhaḥ parameṣvāsaṃ satyasaṃdho dvijottamaḥ
Der Gandharva sprach: ‚„Ich gebe mein Einverständnis“, so erwiderte dort dem König, dem vorzüglichen Bogenschützen, Vasiṣṭha, der wahrhaftige, beste der Zweifachgeborenen.'
Wort für Wort
gandharva uvāca dadānīty eva taṃ tatra rājānaṃ pratyuvāca ha vasiṣṭhaḥ parameṣvāsaṃ satyasaṃdho dvijottamaḥ
Der Gandharva sprach: ‚„Ich gebe mein Einverständnis“, so erwiderte dort dem König, dem vorzüglichen Bogenschützen, Vasiṣṭha, der wahrhaftige, beste der Zweifachgeborenen.'
‚Darauf kehrte der Herrscher der Menschen, o Makelloser, zur rechten Zeit mit Vasiṣṭha in die in den Welten berühmte, vorzüglichste Stadt Ayodhyā zurück.'
‚Darauf kehrte der Herrscher der Menschen, o Makelloser, zur rechten Zeit mit Vasiṣṭha in die in den Welten berühmte, vorzüglichste Stadt Ayodhyā zurück.'