Kapitel 220: Mandapālopākhyānam
Die Erzählung von Mandapāla
Auf Janamejayas Frage, warum die vier Śārṅgaka-Vögel den Khāṇḍava-Brand überlebten, erzählt Vaiśampāyana die Vorgeschichte: Der kinderlose Weise Mandapāla fand nach seinem Tod die durch Askese erworbenen Welten verschlossen, da ihm Nachkommenschaft fehlte; die Götter belehren ihn über die Schuld gegenüber den Ahnen, die nur durch einen Sohn beglichen wird. Er wird zum Vogel Śārṅgaka, zeugt mit Jaritā vier Söhne, verlässt sie aber noch vor ihrem Schlüpfen zugunsten einer anderen Vogelfrau, Lapitā; Jaritā zieht die Jungen allein im Khāṇḍava-Wald auf. Als das Feuer naht, besänftigt Mandapāla in Sorge um seine Söhne den Feuergott mit einem Lobgesang und erbittet Schonung für sie; Agni sagt zu.
vaiśaṃpāyana uvāca yadarthaṃ śārṅgakān agnir na dadāha tathāgate tat te sarvaṃ yathāvṛttaṃ kathayiṣyāmi bhārata
Vaiśampāyana sprach: Weshalb Agni die Śārṅgakas nicht verbrannte, während es doch so geschah - dies alles will ich dir erzählen, wie es sich zugetragen hat, o Bhārata.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca yadarthaṃ śārṅgakān agnir na dadāha tathāgate tat te sarvaṃ yathāvṛttaṃ kathayiṣyāmi bhārata
Vaiśampāyana sprach: Weshalb Agni die Śārṅgakas nicht verbrannte, während es doch so geschah - dies alles will ich dir erzählen, wie es sich zugetragen hat, o Bhārata.
sa gatvā tapasaḥ pāraṃ deham utsṛjya bhārata jagāma pitṛlokāya na lebhe tatra tat phalam
Nachdem er ans Ende seiner Askese gelangt war und den Körper abgelegt hatte, o Bhārata, ging er zur Welt der Ahnen; doch dort fand er nicht die entsprechende Frucht.
Wort für Wort
sa gatvā tapasaḥ pāraṃ deham utsṛjya bhārata jagāma pitṛlokāya na lebhe tatra tat phalam
Nachdem er ans Ende seiner Askese gelangt war und den Körper abgelegt hatte, o Bhārata, ging er zur Welt der Ahnen; doch dort fand er nicht die entsprechende Frucht.
devā ūcuḥ ṛṇino mānavā brahmañ jāyante yena tac chṛṇu kriyābhir brahmacaryeṇa prajayā ca na saṃśayaḥ
Die Götter sprachen: Als Schuldner werden die Menschen geboren, o Brahmane; höre, wodurch: durch die Riten, durch das Brahmacaryā-Gelübde und durch Nachkommenschaft, ohne Zweifel.
Wort für Wort
devā ūcuḥ ṛṇino mānavā brahmañ jāyante yena tac chṛṇu kriyābhir brahmacaryeṇa prajayā ca na saṃśayaḥ
Die Götter sprachen: Als Schuldner werden die Menschen geboren, o Brahmane; höre, wodurch: durch die Riten, durch das Brahmacaryā-Gelübde und durch Nachkommenschaft, ohne Zweifel.
vaiśaṃpāyana uvāca tac chrutvā mandapālas tu teṣāṃ vākyaṃ divaukasām kva nu śīghram apatyaṃ syād bahulaṃ cety acintayat
Vaiśampāyana sprach: Als Mandapāla dieses Wort der Himmelsbewohner gehört hatte, überlegte er: Wo könnte ich wohl rasch und zahlreich Nachkommenschaft erlangen?
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tac chrutvā mandapālas tu teṣāṃ vākyaṃ divaukasām kva nu śīghram apatyaṃ syād bahulaṃ cety acintayat
Vaiśampāyana sprach: Als Mandapāla dieses Wort der Himmelsbewohner gehört hatte, überlegte er: Wo könnte ich wohl rasch und zahlreich Nachkommenschaft erlangen?
sa cintayann abhyagacchad bahulaprasavān khagān śārṅgikāṃ śārṅgako bhūtvā jaritāṃ samupeyivān
So überlegend, wandte er sich den Vögeln zu, die zahlreiche Nachkommenschaft hervorbringen; er wurde zu einem Śārṅgaka-Vogel und vereinigte sich mit der Śārṅgikā-Vogelhenne Jaritā.
Wort für Wort
sa cintayann abhyagacchad bahulaprasavān khagān śārṅgikāṃ śārṅgako bhūtvā jaritāṃ samupeyivān
So überlegend, wandte er sich den Vögeln zu, die zahlreiche Nachkommenschaft hervorbringen; er wurde zu einem Śārṅgaka-Vogel und vereinigte sich mit der Śārṅgikā-Vogelhenne Jaritā.
tasyāṃ putrān ajanayac caturo brahmavādinaḥ tān apāsya sa tatraiva jagāma lapitāṃ prati bālān sutān aṇḍagatān mātrā saha munir vane
Mit ihr zeugte er vier Söhne, Kenner des Veda; er verließ sie dort und begab sich zu Lapitā, während die kleinen Söhne noch im Ei waren, samt ihrer Mutter im Wald.
Wort für Wort
tasyāṃ putrān ajanayac caturo brahmavādinaḥ tān apāsya sa tatraiva jagāma lapitāṃ prati bālān sutān aṇḍagatān mātrā saha munir vane
Mit ihr zeugte er vier Söhne, Kenner des Veda; er verließ sie dort und begab sich zu Lapitā, während die kleinen Söhne noch im Ei waren, samt ihrer Mutter im Wald.
Die von ihm verlassenen, doch nicht zu verlassenden Söhne, die noch im Ei waren, im Wald - ihre Söhnchen verließ die bekümmerte Jaritā nicht, o König; im Khāṇḍava zog sie die Geborenen mit eigener Kraft auf, von Zuneigung überwältigt.
Die von ihm verlassenen, doch nicht zu verlassenden Söhne, die noch im Ei waren, im Wald - ihre Söhnchen verließ die bekümmerte Jaritā nicht, o König; im Khāṇḍava zog sie die Geborenen mit eigener Kraft auf, von Zuneigung überwältigt.
taṃ saṃkalpaṃ viditvāsya jñātvā putrāṃś ca bālakān so 'bhituṣṭāva viprarṣir brāhmaṇo jātavedasam putrān paridadad bhīto lokapālaṃ mahaujasam
Als er dessen Absicht erkannte und an seine kleinen Söhne dachte, pries jener Weise und Brahmane den Jātavedas mit einem Lobgesang, in Furcht um seine Söhne, den überaus mächtigen Weltenhüter.
Wort für Wort
taṃ saṃkalpaṃ viditvāsya jñātvā putrāṃś ca bālakān so 'bhituṣṭāva viprarṣir brāhmaṇo jātavedasam putrān paridadad bhīto lokapālaṃ mahaujasam
Als er dessen Absicht erkannte und an seine kleinen Söhne dachte, pries jener Weise und Brahmane den Jātavedas mit einem Lobgesang, in Furcht um seine Söhne, den überaus mächtigen Weltenhüter.
Dich nennen die Weisen den Einen, dich nennen sie wiederum den Dreifachen; nachdem sie dich achtfach gestaltet hatten, gestalteten sie dich zum Opferträger.
Dich nennen die Weisen den Einen, dich nennen sie wiederum den Dreifachen; nachdem sie dich achtfach gestaltet hatten, gestalteten sie dich zum Opferträger.
tubhyaṃ kṛtvā namo viprāḥ svakarmavijitāṃ gatim gacchanti saha patnībhiḥ sutair api ca śāśvatīm
Nachdem sie dir Verehrung erwiesen haben, gelangen die Weisen, zusammen mit ihren Gattinnen und Söhnen, zu der durch ihr eigenes Werk erworbenen, ewigen Bestimmung.
Wort für Wort
tubhyaṃ kṛtvā namo viprāḥ svakarmavijitāṃ gatim gacchanti saha patnībhiḥ sutair api ca śāśvatīm
Nachdem sie dir Verehrung erwiesen haben, gelangen die Weisen, zusammen mit ihren Gattinnen und Söhnen, zu der durch ihr eigenes Werk erworbenen, ewigen Bestimmung.
tvayāpo vihitāḥ pūrvaṃ tvayi sarvam idaṃ jagat tvayi havyaṃ ca kavyaṃ ca yathāvat saṃpratiṣṭhitam
Von dir wurden einst die Wasser geschaffen, in dir ruht diese ganze Welt; in dir ist die Opfergabe an die Götter und die an die Ahnen vorschriftsmäßig gegründet.
Wort für Wort
tvayāpo vihitāḥ pūrvaṃ tvayi sarvam idaṃ jagat tvayi havyaṃ ca kavyaṃ ca yathāvat saṃpratiṣṭhitam
Von dir wurden einst die Wasser geschaffen, in dir ruht diese ganze Welt; in dir ist die Opfergabe an die Götter und die an die Ahnen vorschriftsmäßig gegründet.
vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ stutas tatas tena mandapālena pāvakaḥ tutoṣa tasya nṛpate muner amitatejasaḥ uvāca cainaṃ prītātmā kim iṣṭaṃ karavāṇi te
Vaiśampāyana sprach: So von Mandapāla gepriesen, war Pāvaka zufrieden mit jenem Weisen von unermesslichem Glanz, o König, und sprach, wohlgesonnenen Sinnes, zu ihm: Was Liebes soll ich dir tun?
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca evaṃ stutas tatas tena mandapālena pāvakaḥ tutoṣa tasya nṛpate muner amitatejasaḥ uvāca cainaṃ prītātmā kim iṣṭaṃ karavāṇi te
Vaiśampāyana sprach: So von Mandapāla gepriesen, war Pāvaka zufrieden mit jenem Weisen von unermesslichem Glanz, o König, und sprach, wohlgesonnenen Sinnes, zu ihm: Was Liebes soll ich dir tun?