Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 64: Kaṇvāśramapraveśa Der Eintritt in Kaṇvas Einsiedelei

Duḥṣanta durchquert weitere Wälder und gelangt an den Fluss Mālinī zur paradiesischen, Nandana- und Caitraratha-gleichenden Einsiedelei des Weisen Kaṇva (mit dem Patronymikon Kāśyapa bezeichnet). Ausführliche Naturbeschreibung des Waldes und der von vedischen Rezitationen erfüllten Einsiedelei; der König lässt sein Heer zurück und betritt allein mit Minister und Hauspriester den heiligen Ort.

vaiśaṃpāyana uvāca tato mṛgasahasrāṇi hatvā vipulavāhanaḥ rājā mṛgaprasaṅgena vanam anyad viveśa ha

Vaiśaṃpāyana sprach: »Danach, nachdem er tausende Wildtiere erlegt hatte, betrat der König mit seiner gewaltigen Streitmacht, dem Wild nachjagend, einen anderen Wald.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato mṛgasahasrāṇi hatvā vipulavāhanaḥ rājā mṛgaprasaṅgena vanam anyad viveśa ha
Vaiśaṃpāyana sprach: »Danach, nachdem er tausende Wildtiere erlegt hatte, betrat der König mit seiner gewaltigen Streitmacht, dem Wild nachjagend, einen anderen Wald.

eka evottamabalaḥ kṣutpipāsāsamanvitaḥ sa vanasyāntam āsādya mahad īriṇam āsadat

Allein, von höchster Kraft, von Hunger und Durst geplagt, gelangte er an den Rand des Waldes und erreichte eine große, salzige Ödnis.

Wort für Wort
eka evottamabalaḥ kṣutpipāsāsamanvitaḥ sa vanasyāntam āsādya mahad īriṇam āsadat
Allein, von höchster Kraft, von Hunger und Durst geplagt, gelangte er an den Rand des Waldes und erreichte eine große, salzige Ödnis.

tac cāpy atītya nṛpatir uttamāśramasaṃyutam manaḥprahlādajananaṃ dṛṣṭikāntam atīva ca śītamārutasaṃyuktaṃ jagāmānyan mahad vanam

Auch diese durchquerend, gelangte der König in einen weiteren, großen Wald, der eine vorzügliche Einsiedelei barg, das Gemüt erfreuend und den Blicken überaus lieblich, mit kühlem Wind verbunden.

Wort für Wort
tac cāpy atītya nṛpatir uttamāśramasaṃyutam manaḥprahlādajananaṃ dṛṣṭikāntam atīva ca śītamārutasaṃyuktaṃ jagāmānyan mahad vanam
Auch diese durchquerend, gelangte der König in einen weiteren, großen Wald, der eine vorzügliche Einsiedelei barg, das Gemüt erfreuend und den Blicken überaus lieblich, mit kühlem Wind verbunden.

puṣpitaiḥ pādapaiḥ kīrṇam atīva sukhaśādvalam vipulaṃ madhurārāvair nāditaṃ vihagais tathā

bedeckt von blühenden Bäumen, überaus angenehm mit Rasen, weitläufig, ertönend von den süßen Rufen der Vögel,

Wort für Wort
puṣpitaiḥ pādapaiḥ kīrṇam atīva sukhaśādvalam vipulaṃ madhurārāvair nāditaṃ vihagais tathā
bedeckt von blühenden Bäumen, überaus angenehm mit Rasen, weitläufig, ertönend von den süßen Rufen der Vögel,

pravṛddhaviṭapair vṛkṣaiḥ sukhacchāyaiḥ samāvṛtam ṣaṭpadāghūrṇitalataṃ lakṣmyā paramayā yutam

umgeben von Bäumen mit üppig gewachsenen Zweigen und angenehmem Schatten, deren Schlingpflanzen von Bienen umschwirrt wurden, von höchster Pracht erfüllt.

Wort für Wort
pravṛddhaviṭapair vṛkṣaiḥ sukhacchāyaiḥ samāvṛtam ṣaṭpadāghūrṇitalataṃ lakṣmyā paramayā yutam
umgeben von Bäumen mit üppig gewachsenen Zweigen und angenehmem Schatten, deren Schlingpflanzen von Bienen umschwirrt wurden, von höchster Pracht erfüllt.

nāpuṣpaḥ pādapaḥ kaś cin nāphalo nāpi kaṇṭakī ṣaṭpadair vāpy anākīrṇas tasmin vai kānane 'bhavat

Kein Baum dort in jenem Hain war ohne Blüten, keiner ohne Früchte, keiner mit Dornen, und keiner unbesucht von Bienen.

Wort für Wort
nāpuṣpaḥ pādapaḥ kaś cin nāphalo nāpi kaṇṭakī ṣaṭpadair vāpy anākīrṇas tasmin vai kānane 'bhavat
Kein Baum dort in jenem Hain war ohne Blüten, keiner ohne Früchte, keiner mit Dornen, und keiner unbesucht von Bienen.

vihagair nāditaṃ puṣpair alaṃkṛtam atīva ca sarvartukusumair vṛkṣair atīva sukhaśādvalam manoramaṃ maheṣvāso viveśa vanam uttamam

Ertönend von Vögeln und überaus geschmückt mit Blüten, mit Bäumen voller Blüten aller Jahreszeiten, überaus angenehm mit Rasen, betrat der große Bogenschütze diesen vorzüglichen, entzückenden Wald.

Wort für Wort
vihagair nāditaṃ puṣpair alaṃkṛtam atīva ca sarvartukusumair vṛkṣair atīva sukhaśādvalam manoramaṃ maheṣvāso viveśa vanam uttamam
Ertönend von Vögeln und überaus geschmückt mit Blüten, mit Bäumen voller Blüten aller Jahreszeiten, überaus angenehm mit Rasen, betrat der große Bogenschütze diesen vorzüglichen, entzückenden Wald.

mārutāgalitās tatra drumāḥ kusumaśālinaḥ puṣpavṛṣṭiṃ vicitrāṃ sma vyasṛjaṃs te punaḥ punaḥ

Vom Wind bewegt, ließen dort die blütenreichen Bäume immer wieder einen bunten Blütenregen niederfallen.

Wort für Wort
mārutāgalitās tatra drumāḥ kusumaśālinaḥ puṣpavṛṣṭiṃ vicitrāṃ sma vyasṛjaṃs te punaḥ punaḥ
Vom Wind bewegt, ließen dort die blütenreichen Bäume immer wieder einen bunten Blütenregen niederfallen.

divaspṛśo 'tha saṃghuṣṭāḥ pakṣibhir madhurasvaraiḥ virejuḥ pādapās tatra vicitrakusumāmbarāḥ

Den Himmel berührend, von Vögeln mit süßen Stimmen umtönt, erstrahlten dort die Bäume, mit einem Gewand aus bunten Blüten bekleidet.

Wort für Wort
divaspṛśo 'tha saṃghuṣṭāḥ pakṣibhir madhurasvaraiḥ virejuḥ pādapās tatra vicitrakusumāmbarāḥ
Den Himmel berührend, von Vögeln mit süßen Stimmen umtönt, erstrahlten dort die Bäume, mit einem Gewand aus bunten Blüten bekleidet.

teṣāṃ tatra pravāleṣu puṣpabhārāvanāmiṣu ruvanti rāvaṃ vihagāḥ ṣaṭpadaiḥ sahitā mṛdu

An deren Zweigspitzen, von der Last der Blüten herabgebeugt, ließen die Vögel gemeinsam mit den Bienen sanfte Rufe erklingen.

Wort für Wort
teṣāṃ tatra pravāleṣu puṣpabhārāvanāmiṣu ruvanti rāvaṃ vihagāḥ ṣaṭpadaiḥ sahitā mṛdu
An deren Zweigspitzen, von der Last der Blüten herabgebeugt, ließen die Vögel gemeinsam mit den Bienen sanfte Rufe erklingen.

tatra pradeśāṃś ca bahūn kusumotkaramaṇḍitān latāgṛhaparikṣiptān manasaḥ prītivardhanān saṃpaśyan sa mahātejā babhūva muditas tadā

Dort viele Orte betrachtend, geschmückt mit Blütenfülle, umgeben von Lauben aus Schlingpflanzen, die Freude im Gemüt mehrend, wurde der Glanzvolle da hocherfreut.

Wort für Wort
tatra pradeśāṃś ca bahūn kusumotkaramaṇḍitān latāgṛhaparikṣiptān manasaḥ prītivardhanān saṃpaśyan sa mahātejā babhūva muditas tadā
Dort viele Orte betrachtend, geschmückt mit Blütenfülle, umgeben von Lauben aus Schlingpflanzen, die Freude im Gemüt mehrend, wurde der Glanzvolle da hocherfreut.

parasparāśliṣṭaśākhaiḥ pādapaiḥ kusumācitaiḥ aśobhata vanaṃ tat tair mahendradhvajasaṃnibhaiḥ

Mit Bäumen, deren Zweige sich gegenseitig umschlangen, voller Blüten, erstrahlte jener Wald durch sie, die den Bannern des großen Indra glichen.

Wort für Wort
parasparāśliṣṭaśākhaiḥ pādapaiḥ kusumācitaiḥ aśobhata vanaṃ tat tair mahendradhvajasaṃnibhaiḥ
Mit Bäumen, deren Zweige sich gegenseitig umschlangen, voller Blüten, erstrahlte jener Wald durch sie, die den Bannern des großen Indra glichen.

sukhaśītaḥ sugandhī ca puṣpareṇuvaho 'nilaḥ parikrāman vane vṛkṣān upaitīva riraṃsayā

Angenehm kühl und wohlriechend, Blütenstaub tragend, wandelte der Wind im Wald von Baum zu Baum, wie aus Verlangen nach Liebesgenuss.

Wort für Wort
sukhaśītaḥ sugandhī ca puṣpareṇuvaho 'nilaḥ parikrāman vane vṛkṣān upaitīva riraṃsayā
Angenehm kühl und wohlriechend, Blütenstaub tragend, wandelte der Wind im Wald von Baum zu Baum, wie aus Verlangen nach Liebesgenuss.

evaṃguṇasamāyuktaṃ dadarśa sa vanaṃ nṛpaḥ nadīkacchodbhavaṃ kāntam ucchritadhvajasaṃnibham

Solch einen mit diesen Eigenschaften ausgestatteten Wald erblickte der König, entstanden am Flussufer, lieblich, einem hochragenden Banner gleich.

Wort für Wort
evaṃguṇasamāyuktaṃ dadarśa sa vanaṃ nṛpaḥ nadīkacchodbhavaṃ kāntam ucchritadhvajasaṃnibham
Solch einen mit diesen Eigenschaften ausgestatteten Wald erblickte der König, entstanden am Flussufer, lieblich, einem hochragenden Banner gleich.

prekṣamāṇo vanaṃ tat tu suprahṛṣṭavihaṃgamam āśramapravaraṃ ramyaṃ dadarśa ca manoramam

Diesen Wald betrachtend mit hocherfreuten Vögeln, erblickte er eine vorzügliche, reizvolle, entzückende Einsiedelei.

Wort für Wort
prekṣamāṇo vanaṃ tat tu suprahṛṣṭavihaṃgamam āśramapravaraṃ ramyaṃ dadarśa ca manoramam
Diesen Wald betrachtend mit hocherfreuten Vögeln, erblickte er eine vorzügliche, reizvolle, entzückende Einsiedelei.

nānāvṛkṣasamākīrṇaṃ saṃprajvalitapāvakam yatibhir vālakhilyaiś ca vṛtaṃ munigaṇānvitam

Bedeckt von mancherlei Bäumen, mit lodernden Opferfeuern, umgeben von Asketen und Vālakhilyas, begleitet von Scharen von Weisen,

Wort für Wort
nānāvṛkṣasamākīrṇaṃ saṃprajvalitapāvakam yatibhir vālakhilyaiś ca vṛtaṃ munigaṇānvitam
Bedeckt von mancherlei Bäumen, mit lodernden Opferfeuern, umgeben von Asketen und Vālakhilyas, begleitet von Scharen von Weisen,

agnyāgāraiś ca bahubhiḥ puṣpasaṃstarasaṃstṛtam mahākacchair bṛhadbhiś ca vibhrājitam atīva ca

mit vielen Feuerhäusern, bedeckt mit Blütenstreu, überaus erstrahlend durch große, weitläufige Dickichte.

Wort für Wort
agnyāgāraiś ca bahubhiḥ puṣpasaṃstarasaṃstṛtam mahākacchair bṛhadbhiś ca vibhrājitam atīva ca
mit vielen Feuerhäusern, bedeckt mit Blütenstreu, überaus erstrahlend durch große, weitläufige Dickichte.

mālinīm abhito rājan nadīṃ puṇyāṃ sukhodakām naikapakṣigaṇākīrṇāṃ tapovanamanoramām tatra vyālamṛgān saumyān paśyan prītim avāpa saḥ

Um den heiligen Fluss Mālinī herum, o König, mit angenehmem Wasser, von vielen Vogelscharen bedeckt, dem Bußwald zur Freude gereichend - dort erblickte er sanfte wilde Tiere und empfand Freude.

Wort für Wort
mālinīm abhito rājan nadīṃ puṇyāṃ sukhodakām naikapakṣigaṇākīrṇāṃ tapovanamanoramām tatra vyālamṛgān saumyān paśyan prītim avāpa saḥ
Um den heiligen Fluss Mālinī herum, o König, mit angenehmem Wasser, von vielen Vogelscharen bedeckt, dem Bußwald zur Freude gereichend - dort erblickte er sanfte wilde Tiere und empfand Freude.

taṃ cāpy atirathaḥ śrīmān āśramaṃ pratyapadyata devalokapratīkāśaṃ sarvataḥ sumanoharam

Und er, der große Wagenkämpfer von Glanz, gelangte zu jener Einsiedelei, die dem Götterwelt-Reich glich, von allen Seiten überaus entzückend.

Wort für Wort
taṃ cāpy atirathaḥ śrīmān āśramaṃ pratyapadyata devalokapratīkāśaṃ sarvataḥ sumanoharam
Und er, der große Wagenkämpfer von Glanz, gelangte zu jener Einsiedelei, die dem Götterwelt-Reich glich, von allen Seiten überaus entzückend.

nadīm āśramasaṃśliṣṭāṃ puṇyatoyāṃ dadarśa saḥ sarvaprāṇabhṛtāṃ tatra jananīm iva viṣṭhitām

Den mit der Einsiedelei verbundenen Fluss, mit heiligem Wasser, erblickte er, wie die Mutter aller lebenden Wesen dastehend,

Wort für Wort
nadīm āśramasaṃśliṣṭāṃ puṇyatoyāṃ dadarśa saḥ sarvaprāṇabhṛtāṃ tatra jananīm iva viṣṭhitām
Den mit der Einsiedelei verbundenen Fluss, mit heiligem Wasser, erblickte er, wie die Mutter aller lebenden Wesen dastehend,

sacakravākapulināṃ puṣpaphenapravāhinīm sakiṃnaragaṇāvāsāṃ vānararkṣaniṣevitām

mit Sandbänken voller Cakravāka-Vögel, mit Strömen aus Blütenschaum, Wohnsitz von Scharen der Kiṃnaras, besucht von Affen und Bären,

Wort für Wort
sacakravākapulināṃ puṣpaphenapravāhinīm sakiṃnaragaṇāvāsāṃ vānararkṣaniṣevitām
mit Sandbänken voller Cakravāka-Vögel, mit Strömen aus Blütenschaum, Wohnsitz von Scharen der Kiṃnaras, besucht von Affen und Bären,

puṇyasvādhyāyasaṃghuṣṭāṃ pulinair upaśobhitām mattavāraṇaśārdūlabhujagendraniṣevitām

durchtönt von heiligem Vedastudium, geschmückt mit Sandbänken, besucht von brünstigen Elefanten, Tigern und Schlangenkönigen.

Wort für Wort
puṇyasvādhyāyasaṃghuṣṭāṃ pulinair upaśobhitām mattavāraṇaśārdūlabhujagendraniṣevitām
durchtönt von heiligem Vedastudium, geschmückt mit Sandbänken, besucht von brünstigen Elefanten, Tigern und Schlangenkönigen.

nadīm āśramasaṃbaddhāṃ dṛṣṭvāśramapadaṃ tathā cakārābhipraveśāya matiṃ sa nṛpatis tadā

Den mit der Einsiedelei verbundenen Fluss erblickend, sowie die Stätte der Einsiedelei, fasste der König damals den Entschluss, einzutreten.

Wort für Wort
nadīm āśramasaṃbaddhāṃ dṛṣṭvāśramapadaṃ tathā cakārābhipraveśāya matiṃ sa nṛpatis tadā
Den mit der Einsiedelei verbundenen Fluss erblickend, sowie die Stätte der Einsiedelei, fasste der König damals den Entschluss, einzutreten.

alaṃkṛtaṃ dvīpavatyā mālinyā ramyatīrayā naranārāyaṇasthānaṃ gaṅgayevopaśobhitam mattabarhiṇasaṃghuṣṭaṃ praviveśa mahad vanam

Geschmückt durch die inselreiche Mālinī mit lieblichen Ufern, den Aufenthaltsort von Nara und Nārāyaṇa, erstrahlend wie durch die Gaṅgā, ertönend vom Ruf brünstiger Pfauen, betrat er den großen Wald.

Wort für Wort
alaṃkṛtaṃ dvīpavatyā mālinyā ramyatīrayā naranārāyaṇasthānaṃ gaṅgayevopaśobhitam mattabarhiṇasaṃghuṣṭaṃ praviveśa mahad vanam
Geschmückt durch die inselreiche Mālinī mit lieblichen Ufern, den Aufenthaltsort von Nara und Nārāyaṇa, erstrahlend wie durch die Gaṅgā, ertönend vom Ruf brünstiger Pfauen, betrat er den großen Wald.

tat sa caitrarathaprakhyaṃ samupetya nareśvaraḥ atīva guṇasaṃpannam anirdeśyaṃ ca varcasā maharṣiṃ kāśyapaṃ draṣṭum atha kaṇvaṃ tapodhanam

Diesen, dem Caitraratha-Hain gleichenden Wald erreichend, der Herrscher der Menschen, überaus mit Tugenden ausgestattet und an Glanz unbeschreiblich, (zog er ein), um den großen Weisen Kāśyapa zu sehen, nämlich Kaṇva, den Asketenreichen.

Wort für Wort
tat sa caitrarathaprakhyaṃ samupetya nareśvaraḥ atīva guṇasaṃpannam anirdeśyaṃ ca varcasā maharṣiṃ kāśyapaṃ draṣṭum atha kaṇvaṃ tapodhanam
Diesen, dem Caitraratha-Hain gleichenden Wald erreichend, der Herrscher der Menschen, überaus mit Tugenden ausgestattet und an Glanz unbeschreiblich, (zog er ein), um den großen Weisen Kāśyapa zu sehen, nämlich Kaṇva, den Asketenreichen.

[Anm.: Kaṇva wird hier mit dem Patronymikon »Kāśyapa« (Nachkomme des Kaśyapa) bezeichnet - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Weisen aus der Parikṣit-Erzählung (Adhyāya 40ff.) oder dem Urvater Kaśyapa selbst.

rathinīm aśvasaṃbādhāṃ padātigaṇasaṃkulām avasthāpya vanadvāri senām idam uvāca saḥ

Seine mit Rossen bedrängte Wagen-Streitmacht, dicht mit Scharen von Fußvolk, ließ er am Waldeingang haltmachen und sprach dies:

Wort für Wort
rathinīm aśvasaṃbādhāṃ padātigaṇasaṃkulām avasthāpya vanadvāri senām idam uvāca saḥ
Seine mit Rossen bedrängte Wagen-Streitmacht, dicht mit Scharen von Fußvolk, ließ er am Waldeingang haltmachen und sprach dies:

muniṃ virajasaṃ draṣṭuṃ gamiṣyāmi tapodhanam kāśyapaṃ sthīyatām atra yāvadāgamanaṃ mama

»Um den staublosen Asketen zu sehen, den Asketenreichen, will ich gehen, zu Kāśyapa; hier soll gewartet werden, bis ich zurückkehre.«

Wort für Wort
muniṃ virajasaṃ draṣṭuṃ gamiṣyāmi tapodhanam kāśyapaṃ sthīyatām atra yāvadāgamanaṃ mama
»Um den staublosen Asketen zu sehen, den Asketenreichen, will ich gehen, zu Kāśyapa; hier soll gewartet werden, bis ich zurückkehre.«

tad vanaṃ nandanaprakhyam āsādya manujeśvaraḥ kṣutpipāse jahau rājā harṣaṃ cāvāpa puṣkalam

Nachdem er jenen dem Nandana-Hain gleichenden Wald erreicht hatte, ließ der König, der Herrscher der Menschen, Hunger und Durst fahren und empfing überreiche Freude.

Wort für Wort
tad vanaṃ nandanaprakhyam āsādya manujeśvaraḥ kṣutpipāse jahau rājā harṣaṃ cāvāpa puṣkalam
Nachdem er jenen dem Nandana-Hain gleichenden Wald erreicht hatte, ließ der König, der Herrscher der Menschen, Hunger und Durst fahren und empfing überreiche Freude.

sāmātyo rājaliṅgāni so 'panīya narādhipaḥ purohitasahāyaś ca jagāmāśramam uttamam didṛkṣus tatra tam ṛṣiṃ taporāśim athāvyayam

Zusammen mit seinem Minister, nachdem er die Königsabzeichen abgelegt hatte, ging der Herrscher der Menschen, begleitet vom Hauspriester, zur vorzüglichen Einsiedelei, begierig, dort jenen unvergänglichen Weisen, den Bußschatz, zu sehen.

Wort für Wort
sāmātyo rājaliṅgāni so 'panīya narādhipaḥ purohitasahāyaś ca jagāmāśramam uttamam didṛkṣus tatra tam ṛṣiṃ taporāśim athāvyayam
Zusammen mit seinem Minister, nachdem er die Königsabzeichen abgelegt hatte, ging der Herrscher der Menschen, begleitet vom Hauspriester, zur vorzüglichen Einsiedelei, begierig, dort jenen unvergänglichen Weisen, den Bußschatz, zu sehen.

brahmalokapratīkāśam āśramaṃ so 'bhivīkṣya ca ṣaṭpadodgītasaṃghuṣṭaṃ nānādvija gaṇāyutam

Die dem Brahmaloka gleichende Einsiedelei betrachtend, durchtönt vom Summen der Bienen, bewohnt von Scharen mancherlei Zweifachgeborener,

Wort für Wort
brahmalokapratīkāśam āśramaṃ so 'bhivīkṣya ca ṣaṭpadodgītasaṃghuṣṭaṃ nānādvija gaṇāyutam
Die dem Brahmaloka gleichende Einsiedelei betrachtend, durchtönt vom Summen der Bienen, bewohnt von Scharen mancherlei Zweifachgeborener,

ṛco bahvṛcamukhyaiś ca preryamāṇāḥ padakramaiḥ śuśrāva manujavyāghro vitateṣv iha karmasu

hörte der Tigermensch unter den Menschen die Verse, vorgetragen von den Vorzüglichsten der Ṛgveda-Kenner mit ihren Wortabfolgen, bei ausgedehnten rituellen Werken.

Wort für Wort
ṛco bahvṛcamukhyaiś ca preryamāṇāḥ padakramaiḥ śuśrāva manujavyāghro vitateṣv iha karmasu
hörte der Tigermensch unter den Menschen die Verse, vorgetragen von den Vorzüglichsten der Ṛgveda-Kenner mit ihren Wortabfolgen, bei ausgedehnten rituellen Werken.

yajñavidyāṅgavidbhiś ca kramadbhiś ca kramān api amitātmabhiḥ suniyataiḥ śuśubhe sa tadāśramaḥ

Durch die der Opferwissenschaft und ihrer Hilfszweige Kundigen, die die Krama-Rezitation vortrugen, von unermesslichem Geist, wohlbeherrscht, erstrahlte jene Einsiedelei damals.

Wort für Wort
yajñavidyāṅgavidbhiś ca kramadbhiś ca kramān api amitātmabhiḥ suniyataiḥ śuśubhe sa tadāśramaḥ
Durch die der Opferwissenschaft und ihrer Hilfszweige Kundigen, die die Krama-Rezitation vortrugen, von unermesslichem Geist, wohlbeherrscht, erstrahlte jene Einsiedelei damals.

atharvavedapravarāḥ pūgayājñika saṃmatāḥ saṃhitām īrayanti sma padakramayutāṃ tu te

Die Vorzüglichsten unter den Atharvaveda-Kennern, geehrt von der Opferpriesterschaft, sie rezitierten die Saṃhitā mit ihrer Wortabfolge.

Wort für Wort
atharvavedapravarāḥ pūgayājñika saṃmatāḥ saṃhitām īrayanti sma padakramayutāṃ tu te
Die Vorzüglichsten unter den Atharvaveda-Kennern, geehrt von der Opferpriesterschaft, sie rezitierten die Saṃhitā mit ihrer Wortabfolge.

śabdasaṃskārasaṃyuktaṃ bruvadbhiś cāparair dvijaiḥ nāditaḥ sa babhau śrīmān brahmaloka ivāśramaḥ

Durchtönt von anderen Zweifachgeborenen, die mit lautrichtiger Aussprache sprachen, erstrahlte die glanzvolle Einsiedelei wie der Brahmaloka selbst.

Wort für Wort
śabdasaṃskārasaṃyuktaṃ bruvadbhiś cāparair dvijaiḥ nāditaḥ sa babhau śrīmān brahmaloka ivāśramaḥ
Durchtönt von anderen Zweifachgeborenen, die mit lautrichtiger Aussprache sprachen, erstrahlte die glanzvolle Einsiedelei wie der Brahmaloka selbst.

yajñasaṃskāravidbhiś ca kramaśikṣā viśāradaiḥ nyāyatattvārthavijñānasaṃpannair vedapāragaiḥ

Durch die der Opferriten Kundigen und in der Krama-Lehre Bewanderten, die mit Logik, Wesenserkenntnis und Sinnverständnis Ausgestatteten, die Veda-Durchdrungenen,

Wort für Wort
yajñasaṃskāravidbhiś ca kramaśikṣā viśāradaiḥ nyāyatattvārthavijñānasaṃpannair vedapāragaiḥ
Durch die der Opferriten Kundigen und in der Krama-Lehre Bewanderten, die mit Logik, Wesenserkenntnis und Sinnverständnis Ausgestatteten, die Veda-Durchdrungenen,

nānāvākyasamāhārasamavāyaviśāradaiḥ viśeṣakāryavidbhiś ca mokṣadharmaparāyaṇaiḥ

die im Sammeln und Verknüpfen mancherlei Aussprüche Bewanderten, die der besonderen Aufgaben Kundigen, die dem Dharma der Erlösung Ergebenen,

Wort für Wort
nānāvākyasamāhārasamavāyaviśāradaiḥ viśeṣakāryavidbhiś ca mokṣadharmaparāyaṇaiḥ
die im Sammeln und Verknüpfen mancherlei Aussprüche Bewanderten, die der besonderen Aufgaben Kundigen, die dem Dharma der Erlösung Ergebenen,

sthāpanākṣepasiddhāntaparamārthajñatāṃ gataiḥ lokāyatikamukhyaiś ca samantād anunāditam

die zur höchsten Erkenntnis von Aufstellung, Einwand und Lehrsatz gelangten, und den Vorzüglichsten der Lokāyata-Kenner - von diesen allseits durchtönt.

Wort für Wort
sthāpanākṣepasiddhāntaparamārthajñatāṃ gataiḥ lokāyatikamukhyaiś ca samantād anunāditam
die zur höchsten Erkenntnis von Aufstellung, Einwand und Lehrsatz gelangten, und den Vorzüglichsten der Lokāyata-Kenner - von diesen allseits durchtönt.

[Anm.: »Sthāpanā-Ākṣepa-Siddhānta« bezeichnet Begriffe der altindischen Debattierkunst (These, Einwand, Lehrsatz); »Lokāyatika« bezieht sich auf Vertreter materialistisch-diesseitiger Lehren.

tatra tatra ca viprendrān niyatān saṃśitavratān japahomaparān siddhān dadarśa paravīrahā

Dort und da erblickte der Feindeheldenbezwinger die gebändigten, in strengen Gelübden lebenden, dem Murmelgebet und Feueropfer hingegebenen, vollendeten Besten der Brahmanen.

Wort für Wort
tatra tatra ca viprendrān niyatān saṃśitavratān japahomaparān siddhān dadarśa paravīrahā
Dort und da erblickte der Feindeheldenbezwinger die gebändigten, in strengen Gelübden lebenden, dem Murmelgebet und Feueropfer hingegebenen, vollendeten Besten der Brahmanen.

āsanāni vicitrāṇi puṣpavanti mahīpatiḥ prayatnopahitāni sma dṛṣṭvā vismayam āgamat

Bunte, blumengeschmückte Sitze, mit Sorgfalt aufgestellt, erblickend, geriet der Erdenherr in Staunen.

Wort für Wort
āsanāni vicitrāṇi puṣpavanti mahīpatiḥ prayatnopahitāni sma dṛṣṭvā vismayam āgamat
Bunte, blumengeschmückte Sitze, mit Sorgfalt aufgestellt, erblickend, geriet der Erdenherr in Staunen.

devatāyatanānāṃ ca pūjāṃ prekṣya kṛtāṃ dvijaiḥ brahmalokastham ātmānaṃ mene sa nṛpasattamaḥ

Beim Anblick der von den Zweifachgeborenen vollzogenen Verehrung der Gottheitsschreine hielt sich der Beste unter den Königen selbst für im Brahmaloka weilend.

Wort für Wort
devatāyatanānāṃ ca pūjāṃ prekṣya kṛtāṃ dvijaiḥ brahmalokastham ātmānaṃ mene sa nṛpasattamaḥ
Beim Anblick der von den Zweifachgeborenen vollzogenen Verehrung der Gottheitsschreine hielt sich der Beste unter den Königen selbst für im Brahmaloka weilend.

sa kāśyapatapoguptam āśramapravaraṃ śubham nātṛpyat prekṣamāṇo vai tapodhanagaṇair yutam

Er, die von Kāśyapas Askese geschützte, vorzügliche, glückverheißende Einsiedelei betrachtend, mit Scharen von Bußschätzen erfüllt, wurde nicht satt des Anblicks.

Wort für Wort
sa kāśyapatapoguptam āśramapravaraṃ śubham nātṛpyat prekṣamāṇo vai tapodhanagaṇair yutam
Er, die von Kāśyapas Askese geschützte, vorzügliche, glückverheißende Einsiedelei betrachtend, mit Scharen von Bußschätzen erfüllt, wurde nicht satt des Anblicks.

sa kāśyapasyāyatanaṃ mahāvratair vṛtaṃ samantād ṛṣibhis tapodhanaiḥ viveśa sāmātyapurohito 'rihā viviktam atyarthamanoharaṃ śivam

Er betrat den Wohnsitz des Kāśyapa, umgeben von allen Seiten von Sehern mit großen Gelübden, den Bußschätzen, er, der Feindebezwinger, samt Minister und Hauspriester - abgeschieden, überaus entzückend und heilbringend.

Wort für Wort
sa kāśyapasyāyatanaṃ mahāvratair vṛtaṃ samantād ṛṣibhis tapodhanaiḥ viveśa sāmātyapurohito 'rihā viviktam atyarthamanoharaṃ śivam
Er betrat den Wohnsitz des Kāśyapa, umgeben von allen Seiten von Sehern mit großen Gelübden, den Bußschätzen, er, der Feindebezwinger, samt Minister und Hauspriester - abgeschieden, überaus entzückend und heilbringend.

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