Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 172: Parāśarasya Rākṣasasatram Parāśaras Rākṣasa-Vernichtungsopfer

Von Vasiṣṭha besänftigt, verzichtet Parāśara auf die Vernichtung aller Welten, vollzieht stattdessen ein gewaltiges Opfer zur gezielten Vernichtung der Rākṣasas, bei dem er selbst wie ein viertes Feuer neben den drei heiligen Opferfeuern erstrahlt. Die großen Ṛṣis Atri, Pulastya, Pulaha und Kratu erscheinen, um die Rākṣasas zu retten; Pulastya, ihr Ahnherr, mahnt Parāśara zur Mäßigung, da auch Vasiṣṭhas übrige Söhne längst in Frieden bei den Göttern weilen. Parāśara beendet daraufhin das Opfer und entlässt das übrig gebliebene Feuer in den Himalaya – jenes Feuer, das der Legende nach bis heute an jedem Feiertag Rākṣasas, Bäume und Steine verzehrt. Damit endet die gesamte, vom Gandharva berichtete Vāsiṣṭha-Erzählung.

gandharva uvāca evam uktaḥ sa viprarṣir vasiṣṭhena mahātmanā nyayacchad ātmanaḥ kopaṃ sarvalokaparābhavāt

Der Gandharva sprach: ‚So von dem hochherzigen Vasiṣṭha angesprochen, zügelte jener Brahmanen-Ṛṣi seinen Zorn und ließ ab von der Vernichtung aller Welten.'

Wort für Wort
gandharva uvāca evam uktaḥ sa viprarṣir vasiṣṭhena mahātmanā nyayacchad ātmanaḥ kopaṃ sarvalokaparābhavāt
Der Gandharva sprach: ‚So von dem hochherzigen Vasiṣṭha angesprochen, zügelte jener Brahmanen-Ṛṣi seinen Zorn und ließ ab von der Vernichtung aller Welten.'

īje ca sa mahātejāḥ sarvavedavidāṃ varaḥ ṛṣī rākṣasasatreṇa śākteyo 'tha parāśaraḥ

‚Und jener glanzvolle, beste aller Vedakundigen, der Ṛṣi, Śaktis Sohn Parāśara, opferte darauf mit einem Rākṣasa-Vernichtungsopfer.'

Wort für Wort
īje ca sa mahātejāḥ sarvavedavidāṃ varaḥ ṛṣī rākṣasasatreṇa śākteyo 'tha parāśaraḥ
‚Und jener glanzvolle, beste aller Vedakundigen, der Ṛṣi, Śaktis Sohn Parāśara, opferte darauf mit einem Rākṣasa-Vernichtungsopfer.'

tato vṛddhāṃś ca bālāṃś ca rākṣasān sa mahāmuniḥ dadāha vitate yajñe śakter vadham anusmaran

‚Darauf verbrannte jener große Muni, sich der Tötung Śaktis erinnernd, in dem ausgedehnten Opfer alte wie junge Rākṣasas.'

Wort für Wort
tato vṛddhāṃś ca bālāṃś ca rākṣasān sa mahāmuniḥ dadāha vitate yajñe śakter vadham anusmaran
‚Darauf verbrannte jener große Muni, sich der Tötung Śaktis erinnernd, in dem ausgedehnten Opfer alte wie junge Rākṣasas.'

na hi taṃ vārayām āsa vasiṣṭho rakṣasāṃ vadhāt dvitīyām asya mā bhāṅkṣaṃ pratijñām iti niścayāt

‚Denn Vasiṣṭha hielt ihn nicht von der Tötung der Rākṣasas ab, in dem Entschluss: „Ich will nicht sein zweites Gelübde brechen lassen.“'

Wort für Wort
na hi taṃ vārayām āsa vasiṣṭho rakṣasāṃ vadhāt dvitīyām asya mā bhāṅkṣaṃ pratijñām iti niścayāt
‚Denn Vasiṣṭha hielt ihn nicht von der Tötung der Rākṣasas ab, in dem Entschluss: „Ich will nicht sein zweites Gelübde brechen lassen.“'

trayāṇāṃ pāvakānāṃ sa satre tasmin mahāmuniḥ āsīt purastād dīptānāṃ caturtha iva pāvakaḥ

‚In jenem Opfer stand der große Muni vor den drei lodernden Feuern wie ein viertes Feuer.'

Wort für Wort
trayāṇāṃ pāvakānāṃ sa satre tasmin mahāmuniḥ āsīt purastād dīptānāṃ caturtha iva pāvakaḥ
‚In jenem Opfer stand der große Muni vor den drei lodernden Feuern wie ein viertes Feuer.'

tena yajñena śubhreṇa hūyamānena yuktitaḥ tad vidīpitam ākāśaṃ sūryeṇeva ghanātyaye

‚Durch jenes strahlende, planmäßig dargebrachte Opfer erstrahlte der Himmel, wie durch die Sonne nach dem Ende der Regenzeit.'

Wort für Wort
tena yajñena śubhreṇa hūyamānena yuktitaḥ tad vidīpitam ākāśaṃ sūryeṇeva ghanātyaye
‚Durch jenes strahlende, planmäßig dargebrachte Opfer erstrahlte der Himmel, wie durch die Sonne nach dem Ende der Regenzeit.'

taṃ vasiṣṭhādayaḥ sarve munayas tatra menire tejasā divi dīpyantaṃ dvitīyam iva bhāskaram

‚Vasiṣṭha und alle Munis dort erachteten ihn, wie er am Himmel vor Glanz erstrahlte, als einen zweiten Sonnengott.'

Wort für Wort
taṃ vasiṣṭhādayaḥ sarve munayas tatra menire tejasā divi dīpyantaṃ dvitīyam iva bhāskaram
‚Vasiṣṭha und alle Munis dort erachteten ihn, wie er am Himmel vor Glanz erstrahlte, als einen zweiten Sonnengott.'

tataḥ paramaduṣprāpam anyair ṛṣir udāradhīḥ samāpipayiṣuḥ satraṃ tam atriḥ samupāgamat

‚Da näherte sich, wünschend, jenes für andere höchst unerreichbare Opfer zu beenden, der edelgesinnte Ṛṣi Atri.'

Wort für Wort
tataḥ paramaduṣprāpam anyair ṛṣir udāradhīḥ samāpipayiṣuḥ satraṃ tam atriḥ samupāgamat
‚Da näherte sich, wünschend, jenes für andere höchst unerreichbare Opfer zu beenden, der edelgesinnte Ṛṣi Atri.'

tathā pulastyaḥ pulahaḥ kratuś caiva mahākratum upājagmur amitraghna rakṣasāṃ jīvitepsayā

‚Ebenso kamen Pulastya, Pulaha und Kratu zu dem großen Opfer, o Feindebezwinger, im Wunsch, das Leben der Rākṣasas zu retten.'

Wort für Wort
tathā pulastyaḥ pulahaḥ kratuś caiva mahākratum upājagmur amitraghna rakṣasāṃ jīvitepsayā
‚Ebenso kamen Pulastya, Pulaha und Kratu zu dem großen Opfer, o Feindebezwinger, im Wunsch, das Leben der Rākṣasas zu retten.'

pulastyas tu vadhāt teṣāṃ rakṣasāṃ bharatarṣabha uvācedaṃ vacaḥ pārtha parāśaram ariṃdamam

‚Pulastya aber sprach, wegen der Tötung jener Rākṣasas, o Stier der Bharatas, folgendes Wort zu Parāśara, dem Feindebezwinger, o Pārtha:'

Wort für Wort
pulastyas tu vadhāt teṣāṃ rakṣasāṃ bharatarṣabha uvācedaṃ vacaḥ pārtha parāśaram ariṃdamam
‚Pulastya aber sprach, wegen der Tötung jener Rākṣasas, o Stier der Bharatas, folgendes Wort zu Parāśara, dem Feindebezwinger, o Pārtha:'

kaccit tātāpavighnaṃ te kaccin nandasi putraka ajānatām adoṣāṇāṃ sarveṣāṃ rakṣasāṃ vadhāt

‚„Geht es dir wohl, mein Kind, ohne Hindernis? Freust du dich, mein Sohn, über die Tötung all dieser unwissenden, schuldlosen Rākṣasas?“'

Wort für Wort
kaccit tātāpavighnaṃ te kaccin nandasi putraka ajānatām adoṣāṇāṃ sarveṣāṃ rakṣasāṃ vadhāt
‚„Geht es dir wohl, mein Kind, ohne Hindernis? Freust du dich, mein Sohn, über die Tötung all dieser unwissenden, schuldlosen Rākṣasas?“'

prajocchedam imaṃ mahyaṃ sarvaṃ somapasattama adharmiṣṭhaṃ variṣṭhaḥ san kuruṣe tvaṃ parāśara rājā kalmāṣapādaś ca divam āroḍhum icchati

‚„Diese gesamte Vernichtung von Nachkommenschaft, mir angetan, o Bester der Somatrinker, verübst du, obwohl du der Vorzüglichste bist, höchst unrechtmäßig, Parāśara – und König Kalmāṣapāda wünscht doch längst, zum Himmel aufzusteigen.“'

Wort für Wort
prajocchedam imaṃ mahyaṃ sarvaṃ somapasattama adharmiṣṭhaṃ variṣṭhaḥ san kuruṣe tvaṃ parāśara rājā kalmāṣapādaś ca divam āroḍhum icchati
‚„Diese gesamte Vernichtung von Nachkommenschaft, mir angetan, o Bester der Somatrinker, verübst du, obwohl du der Vorzüglichste bist, höchst unrechtmäßig, Parāśara – und König Kalmāṣapāda wünscht doch längst, zum Himmel aufzusteigen.“'

[Anm.: der Bezug des Nachsatzes zu Kalmāṣapāda bleibt unklar – vermutlich als Hinweis gemeint, dass der eigentliche Verursacher des Unheils bereits Buße getan hat und weitere Vergeltung an den Rākṣasas daher unbegründet sei.

ye ca śaktyavarāḥ putrā vasiṣṭhasya mahāmuneḥ te ca sarve mudā yuktā modante sahitāḥ suraiḥ sarvam etad vasiṣṭhasya viditaṃ vai mahāmune

‚„Und die Söhne des großen Muni Vasiṣṭha, jünger als Śakti, sie alle freuen sich voller Freude zusammen mit den Göttern; all dies ist Vasiṣṭha, dem großen Muni, wohlbekannt.“'

Wort für Wort
ye ca śaktyavarāḥ putrā vasiṣṭhasya mahāmuneḥ te ca sarve mudā yuktā modante sahitāḥ suraiḥ sarvam etad vasiṣṭhasya viditaṃ vai mahāmune
‚„Und die Söhne des großen Muni Vasiṣṭha, jünger als Śakti, sie alle freuen sich voller Freude zusammen mit den Göttern; all dies ist Vasiṣṭha, dem großen Muni, wohlbekannt.“'

rakṣasāṃ ca samuccheda eṣa tāta tapasvinām nimittabhūtas tvaṃ cātra kratau vāsiṣṭhanandana sa satraṃ muñca bhadraṃ te samāptam idam astu te

‚„Diese Ausrottung der asketischen Rākṣasas, mein Kind, geschieht durch dich als Werkzeug bei diesem Opfer, o Freude des Vāsiṣṭha-Geschlechts; lass ab von diesem Opfer, Heil dir – es sei für dich beendet.“'

Wort für Wort
rakṣasāṃ ca samuccheda eṣa tāta tapasvinām nimittabhūtas tvaṃ cātra kratau vāsiṣṭhanandana sa satraṃ muñca bhadraṃ te samāptam idam astu te
‚„Diese Ausrottung der asketischen Rākṣasas, mein Kind, geschieht durch dich als Werkzeug bei diesem Opfer, o Freude des Vāsiṣṭha-Geschlechts; lass ab von diesem Opfer, Heil dir – es sei für dich beendet.“'

evam uktaḥ pulastyena vasiṣṭhena ca dhīmatā tadā samāpayām āsa satraṃ śāktiḥ parāśaraḥ

‚So von Pulastya und dem weisen Vasiṣṭha angesprochen, beendete darauf Parāśara, Śaktis Sohn, das Opfer.'

Wort für Wort
evam uktaḥ pulastyena vasiṣṭhena ca dhīmatā tadā samāpayām āsa satraṃ śāktiḥ parāśaraḥ
‚So von Pulastya und dem weisen Vasiṣṭha angesprochen, beendete darauf Parāśara, Śaktis Sohn, das Opfer.'

sarvarākṣasasatrāya saṃbhṛtaṃ pāvakaṃ muniḥ uttare himavatpārśve utsasarja mahāvane

‚Das für das Rākṣasa-Vernichtungsopfer entfachte Feuer entließ der Muni an der Nordseite des Himavat, in den großen Wald.'

Wort für Wort
sarvarākṣasasatrāya saṃbhṛtaṃ pāvakaṃ muniḥ uttare himavatpārśve utsasarja mahāvane
‚Das für das Rākṣasa-Vernichtungsopfer entfachte Feuer entließ der Muni an der Nordseite des Himavat, in den großen Wald.'

sa tatrādyāpi rakṣāṃsi vṛkṣān aśmāna eva ca bhakṣayan dṛśyate vahniḥ sadā parvaṇi parvaṇi

‚Dort wird jenes Feuer noch heute gesehen, wie es Rākṣasas, Bäume und sogar Steine verzehrt, stets an jedem Feiertag.'

Wort für Wort
sa tatrādyāpi rakṣāṃsi vṛkṣān aśmāna eva ca bhakṣayan dṛśyate vahniḥ sadā parvaṇi parvaṇi
‚Dort wird jenes Feuer noch heute gesehen, wie es Rākṣasas, Bäume und sogar Steine verzehrt, stets an jedem Feiertag.'

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