Kapitel 169: Parāśarajanma / Aurvopākhyānam (1)
Die Geburt Parāśaras / Die Erzählung von Aurva (Teil 1)
Adṛśyantī gebiert im Hain Parāśara, der von Geburt an Vasiṣṭha für seinen Vater hält. Als die Mutter ihn aufklärt, dass sein wirklicher Vater Śakti von einem Rākṣasa verzehrt wurde und Vasiṣṭha in Wahrheit sein Großvater ist, fasst der junge Parāśara aus Schmerz und Zorn den Entschluss, alle Welten zu vernichten. Um ihn davon abzuhalten, erzählt Vasiṣṭha die alte Geschichte von König Kṛtavīrya und den Bhṛgus: Nach Kṛtavīryas Tod erschlagen dessen bedürftige Nachkommen die reichen Bhṛgu-Priester bis auf die im Mutterleib befindlichen Kinder; eine überlebende Bhṛgu-Frau trägt eine feurige Leibesfrucht im Schenkel, die bei ihrer Geburt den verfolgenden Kṣatriyas das Augenlicht raubt – diese flehen nun um Gnade und Heilung.
Vasiṣṭha sprach: ‚Es gab auf Erden einen berühmten König namens Kṛtavīrya, ein Stier unter den Königen, Opferherr der vedakundigen Bhṛgus in der Welt.'
Vasiṣṭha sprach: ‚Es gab auf Erden einen berühmten König namens Kṛtavīrya, ein Stier unter den Königen, Opferherr der vedakundigen Bhṛgus in der Welt.'
bhūmau tu nidadhuḥ ke cid bhṛgavo dhanam akṣayam daduḥ ke cid dvijātibhyo jñātvā kṣatriyato bhayam
‚Manche Bhṛgus aber vergruben ihren unerschöpflichen Reichtum in der Erde; manche gaben ihn, aus Furcht vor den Kṣatriyas, an andere Zweifachgeborene.'
Wort für Wort
bhūmau tu nidadhuḥ ke cid bhṛgavo dhanam akṣayam daduḥ ke cid dvijātibhyo jñātvā kṣatriyato bhayam
‚Manche Bhṛgus aber vergruben ihren unerschöpflichen Reichtum in der Erde; manche gaben ihn, aus Furcht vor den Kṣatriyas, an andere Zweifachgeborene.'
tato mahītalaṃ tāta kṣatriyeṇa yadṛcchayā khanatādhigataṃ vittaṃ kena cid bhṛguveśmani tad vittaṃ dadṛśuḥ sarve sametāḥ kṣatriyarṣabhāḥ
‚Da erblickten, mein Kind, alle versammelten Stiere unter den Kṣatriyas jenen Reichtum, den ein gewisser Kṣatriya zufällig beim Graben im Erdreich in einem Bhṛgu-Haus gefunden hatte.'
Wort für Wort
tato mahītalaṃ tāta kṣatriyeṇa yadṛcchayā khanatādhigataṃ vittaṃ kena cid bhṛguveśmani tad vittaṃ dadṛśuḥ sarve sametāḥ kṣatriyarṣabhāḥ
‚Da erblickten, mein Kind, alle versammelten Stiere unter den Kṣatriyas jenen Reichtum, den ein gewisser Kṣatriya zufällig beim Graben im Erdreich in einem Bhṛgu-Haus gefunden hatte.'
‚Darauf, sie in Zorn missachtend, erschlugen jene großen Bogenschützen all jene Bhṛgus, die Schutz gesucht hatten, mit scharfen Pfeilen und durchstreiften die Erde, wobei sie sogar die Ungeborenen im Mutterleib niedermähten.'
‚Darauf, sie in Zorn missachtend, erschlugen jene großen Bogenschützen all jene Bhṛgus, die Schutz gesucht hatten, mit scharfen Pfeilen und durchstreiften die Erde, wobei sie sogar die Ungeborenen im Mutterleib niedermähten.'
‚Eine von ihnen trug aus Furcht eine feurige Leibesfrucht in einem einzigen, dem linken Schenkel, zum Gedeihen des Geschlechts ihres Gatten; sie erblickten jene Brahmanenfrau, strahlend von eigenem Glanz.'
‚Eine von ihnen trug aus Furcht eine feurige Leibesfrucht in einem einzigen, dem linken Schenkel, zum Gedeihen des Geschlechts ihres Gatten; sie erblickten jene Brahmanenfrau, strahlend von eigenem Glanz.'
atha garbhaḥ sa bhittvoruṃ brāhmaṇyā nirjagāma ha muṣṇan dṛṣṭīḥ kṣatriyāṇāṃ madhyāhna iva bhāskaraḥ tataś cakṣurviyuktās te giridurgeṣu babhramuḥ
‚Da durchbrach jene Leibesfrucht den Schenkel der Brahmanenfrau und trat hervor, den Kṣatriyas die Augen raubend wie die Mittagssonne; darauf irrten sie, ihres Augenlichts beraubt, in den Bergschluchten umher.'
Wort für Wort
atha garbhaḥ sa bhittvoruṃ brāhmaṇyā nirjagāma ha muṣṇan dṛṣṭīḥ kṣatriyāṇāṃ madhyāhna iva bhāskaraḥ tataś cakṣurviyuktās te giridurgeṣu babhramuḥ
‚Da durchbrach jene Leibesfrucht den Schenkel der Brahmanenfrau und trat hervor, den Kṣatriyas die Augen raubend wie die Mittagssonne; darauf irrten sie, ihres Augenlichts beraubt, in den Bergschluchten umher.'
tatas te moghasaṃkalpā bhayārtāḥ kṣatriyarṣabhāḥ brahmaṇīṃ śaraṇaṃ jagmur dṛṣṭyarthaṃ tām aninditām
‚Darauf, ihres Vorhabens beraubt, von Furcht gequält, suchten jene Stiere unter den Kṣatriyas um des Augenlichts willen Zuflucht bei jener makellosen Brahmanenfrau.'
Wort für Wort
tatas te moghasaṃkalpā bhayārtāḥ kṣatriyarṣabhāḥ brahmaṇīṃ śaraṇaṃ jagmur dṛṣṭyarthaṃ tām aninditām
‚Darauf, ihres Vorhabens beraubt, von Furcht gequält, suchten jene Stiere unter den Kṣatriyas um des Augenlichts willen Zuflucht bei jener makellosen Brahmanenfrau.'
ūcuś caināṃ mahābhāgāṃ kṣatriyās te vicetasaḥ jyotiḥprahīṇā duḥkhārtāḥ śāntārciṣa ivāgnayaḥ
‚Und jene Kṣatriyas, besinnungslos, ihres Lichts beraubt, von Schmerz gequält, gleich Feuern mit erloschener Flamme, sprachen zu ihr, der Hochgesegneten:'
Wort für Wort
ūcuś caināṃ mahābhāgāṃ kṣatriyās te vicetasaḥ jyotiḥprahīṇā duḥkhārtāḥ śāntārciṣa ivāgnayaḥ
‚Und jene Kṣatriyas, besinnungslos, ihres Lichts beraubt, von Schmerz gequält, gleich Feuern mit erloschener Flamme, sprachen zu ihr, der Hochgesegneten:'
bhagavatyāḥ prasādena gacchet kṣatraṃ sacakṣuṣam upāramya ca gacchema sahitāḥ pāpakarmaṇaḥ
‚„Durch die Gnade der Erhabenen möge der Kṣatriya-Stand sein Augenlicht wiedererlangen, und wir, die wir Böses getan haben, mögen gemeinsam davonziehen, nachdem wir von unserem Tun abgelassen haben.“'
Wort für Wort
bhagavatyāḥ prasādena gacchet kṣatraṃ sacakṣuṣam upāramya ca gacchema sahitāḥ pāpakarmaṇaḥ
‚„Durch die Gnade der Erhabenen möge der Kṣatriya-Stand sein Augenlicht wiedererlangen, und wir, die wir Böses getan haben, mögen gemeinsam davonziehen, nachdem wir von unserem Tun abgelassen haben.“'