Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 192: Duryodhanavidurasaṃvādaḥ Das Gespräch zwischen Duryodhana und Vidura

Kundschafter melden den Königen, dass Draupadī die Pāṇḍavas, als vermeintliche Brahmanen erkannt, erwählt hat. Duryodhana und seine Gefährten kehren beschämt nach Hāstinapura zurück und beklagen, dass die Pāṇḍavas ihnen alles entreißen. Vidura, hocherfreut über deren Wiederauftauchen, berichtet Dhṛtarāṣṭra die Wahrheit, nachdem dieser zunächst irrtümlich glaubte, sein eigener Sohn Duryodhana habe Draupadī gewonnen. Dhṛtarāṣṭra äußert scheinbare Freude über das Wohlergehen der Pāṇḍavas, doch Duryodhana und Karṇa (Rādheya) treten heimlich an ihn heran und werfen ihm vor, das Falsche zu betreiben - anstatt die Macht der Pāṇḍavas zu brechen, wie es geboten wäre.

vaiśaṃpāyana uvāca tato rājñāṃ carair āptaiś cāraḥ samupanīyata pāṇḍavair upasaṃpannā draupadī patibhiḥ śubhā

Vaiśampāyana sprach: Da wurde den Königen durch ihre vertrauten Kundschafter die Nachricht überbracht, dass die schöne Draupadī sich mit den Pāṇḍavas als ihren Gatten verbunden hatte.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato rājñāṃ carair āptaiś cāraḥ samupanīyata pāṇḍavair upasaṃpannā draupadī patibhiḥ śubhā
Vaiśampāyana sprach: Da wurde den Königen durch ihre vertrauten Kundschafter die Nachricht überbracht, dass die schöne Draupadī sich mit den Pāṇḍavas als ihren Gatten verbunden hatte.

yena tad dhanur āyamya lakṣyaṃ viddhaṃ mahātmanā so 'rjuno jayatāṃ śreṣṭho mahābāṇadhanurdharaḥ

Der jenen Bogen gespannt und das Ziel durchbohrt hatte, jener Hochherzige, das sei Arjuna, der Beste der Sieger, der große Pfeil- und Bogenträger.

Wort für Wort
yena tad dhanur āyamya lakṣyaṃ viddhaṃ mahātmanā so 'rjuno jayatāṃ śreṣṭho mahābāṇadhanurdharaḥ
Der jenen Bogen gespannt und das Ziel durchbohrt hatte, jener Hochherzige, das sei Arjuna, der Beste der Sieger, der große Pfeil- und Bogenträger.

yaḥ śalyaṃ madrarājānam utkṣipyābhrāmayad balī trāsayaṃś cāpi saṃkruddho vṛkṣeṇa puruṣān raṇe

Der den Madra-König Śalya emporgehoben und geschleudert hatte, der Starke, und der zornentbrannt mit einem Baum die Männer in der Schlacht in Schrecken versetzte,

Wort für Wort
yaḥ śalyaṃ madrarājānam utkṣipyābhrāmayad balī trāsayaṃś cāpi saṃkruddho vṛkṣeṇa puruṣān raṇe
Der den Madra-König Śalya emporgehoben und geschleudert hatte, der Starke, und der zornentbrannt mit einem Baum die Männer in der Schlacht in Schrecken versetzte,

na cāpi saṃbhramaḥ kaś cid āsīt tatra mahātmanaḥ sa bhīmo bhīmasaṃsparśaḥ śatrusenāṅgapātanaḥ

- und dabei geriet jener Hochherzige keineswegs in Verwirrung -, das sei Bhīma, der Furchtbare an Berührung, der die Glieder des feindlichen Heeres zu Fall bringt.

Wort für Wort
na cāpi saṃbhramaḥ kaś cid āsīt tatra mahātmanaḥ sa bhīmo bhīmasaṃsparśaḥ śatrusenāṅgapātanaḥ
- und dabei geriet jener Hochherzige keineswegs in Verwirrung -, das sei Bhīma, der Furchtbare an Berührung, der die Glieder des feindlichen Heeres zu Fall bringt.

brahmarūpadharāñ śrutvā pāṇḍurājasutāṃs tadā kaunteyān manujendrāṇāṃ vismayaḥ samajāyata

Als sie hörten, dass die Söhne des Pāṇḍu-Königs, die Kaunteyas, die Gestalt von Brahmanen angenommen hatten, da entstand Erstaunen unter den Fürsten der Menschen.

Wort für Wort
brahmarūpadharāñ śrutvā pāṇḍurājasutāṃs tadā kaunteyān manujendrāṇāṃ vismayaḥ samajāyata
Als sie hörten, dass die Söhne des Pāṇḍu-Königs, die Kaunteyas, die Gestalt von Brahmanen angenommen hatten, da entstand Erstaunen unter den Fürsten der Menschen.

saputrā hi purā kuntī dagdhā jatugṛhe śrutā punarjātān iti smaitān manyante sarvapārthivāḥ

Denn Kuntī war mit ihren Söhnen einst im Lackhaus verbrannt, wie man gehört hatte; nun aber hielten sie alle, diese Fürsten, sie für gleichsam wiedergeboren.

Wort für Wort
saputrā hi purā kuntī dagdhā jatugṛhe śrutā punarjātān iti smaitān manyante sarvapārthivāḥ
Denn Kuntī war mit ihren Söhnen einst im Lackhaus verbrannt, wie man gehört hatte; nun aber hielten sie alle, diese Fürsten, sie für gleichsam wiedergeboren.

dhik kurvantas tadā bhīṣmaṃ dhṛtarāṣṭraṃ ca kauravam karmaṇā sunṛśaṃsena purocanakṛtena vai

Fluch riefen sie da über Bhīṣma und den Kaurava Dhṛtarāṣṭra aus, wegen der überaus grausamen Tat, die durch Purocana ausgeführt worden war.

Wort für Wort
dhik kurvantas tadā bhīṣmaṃ dhṛtarāṣṭraṃ ca kauravam karmaṇā sunṛśaṃsena purocanakṛtena vai
Fluch riefen sie da über Bhīṣma und den Kaurava Dhṛtarāṣṭra aus, wegen der überaus grausamen Tat, die durch Purocana ausgeführt worden war.

vṛtte svayaṃvare caiva rājānaḥ sarva eva te yathāgataṃ viprajagmur viditvā pāṇḍavān vṛtān

Nachdem der Svayaṃvara vollzogen war, zogen all jene Könige, so wie sie gekommen waren, wieder von dannen, da sie erkannt hatten, dass die Pāṇḍavas erwählt worden waren.

Wort für Wort
vṛtte svayaṃvare caiva rājānaḥ sarva eva te yathāgataṃ viprajagmur viditvā pāṇḍavān vṛtān
Nachdem der Svayaṃvara vollzogen war, zogen all jene Könige, so wie sie gekommen waren, wieder von dannen, da sie erkannt hatten, dass die Pāṇḍavas erwählt worden waren.

atha duryodhano rājā vimanā bhrātṛbhiḥ saha aśvatthāmnā mātulena karṇena ca kṛpeṇa ca

Da zog König Duryodhana, niedergeschlagenen Sinnes, zusammen mit seinen Brüdern, mit Aśvatthāman, dem Onkel, mit Karṇa und mit Kṛpa,

Wort für Wort
atha duryodhano rājā vimanā bhrātṛbhiḥ saha aśvatthāmnā mātulena karṇena ca kṛpeṇa ca
Da zog König Duryodhana, niedergeschlagenen Sinnes, zusammen mit seinen Brüdern, mit Aśvatthāman, dem Onkel, mit Karṇa und mit Kṛpa,

vinivṛtto vṛtaṃ dṛṣṭvā draupadyā śvetavāhanam taṃ tu duḥśāsano vrīḍan mandaṃ mandam ivābravīt

wieder heim, nachdem er gesehen hatte, dass der Weißrossige von Draupadī erwählt worden war. Zu ihm aber sprach Duḥśāsana, beschämt, ganz leise, in etwa so:

Wort für Wort
vinivṛtto vṛtaṃ dṛṣṭvā draupadyā śvetavāhanam taṃ tu duḥśāsano vrīḍan mandaṃ mandam ivābravīt
wieder heim, nachdem er gesehen hatte, dass der Weißrossige von Draupadī erwählt worden war. Zu ihm aber sprach Duḥśāsana, beschämt, ganz leise, in etwa so:

yady asau brāhmaṇo na syād vindeta draupadīṃ na saḥ na hi taṃ tattvato rājan veda kaś cid dhanaṃjayam

Wäre jener kein Brahmane, so hätte er Draupadī nicht erlangt; denn niemand, o König, erkannte ihn in Wahrheit als den Reichtumsgewinner.

Wort für Wort
yady asau brāhmaṇo na syād vindeta draupadīṃ na saḥ na hi taṃ tattvato rājan veda kaś cid dhanaṃjayam
Wäre jener kein Brahmane, so hätte er Draupadī nicht erlangt; denn niemand, o König, erkannte ihn in Wahrheit als den Reichtumsgewinner.

daivaṃ tu paramaṃ manye pauruṣaṃ tu nirarthakam dhig asmatpauruṣaṃ tāta yad dharantīha pāṇḍavāḥ

Das Schicksal aber halte ich für das Höchste, menschliches Streben hingegen für nutzlos; Fluch über unser Streben, Vater, da die Pāṇḍavas hier alles an sich reißen.

Wort für Wort
daivaṃ tu paramaṃ manye pauruṣaṃ tu nirarthakam dhig asmatpauruṣaṃ tāta yad dharantīha pāṇḍavāḥ
Das Schicksal aber halte ich für das Höchste, menschliches Streben hingegen für nutzlos; Fluch über unser Streben, Vater, da die Pāṇḍavas hier alles an sich reißen.

evaṃ saṃbhāṣamāṇās te nindantaś ca purocanam viviśur hāstinapuraṃ dīnā vigatacetasaḥ

So miteinander sprechend und Purocana tadelnd, zogen sie, elend und der Fassung beraubt, in Hāstinapura ein.

Wort für Wort
evaṃ saṃbhāṣamāṇās te nindantaś ca purocanam viviśur hāstinapuraṃ dīnā vigatacetasaḥ
So miteinander sprechend und Purocana tadelnd, zogen sie, elend und der Fassung beraubt, in Hāstinapura ein.

trastā vigatasaṃkalpā dṛṣṭvā pārthān mahaujasaḥ muktān havyavahāc cainān saṃyuktān drupadena ca

Erschreckt und ihrer Entschlossenheit beraubt, da sie die überaus mächtigen Pārthas sahen, die dem Feuer entronnen und nun mit Drupada verbündet waren,

Wort für Wort
trastā vigatasaṃkalpā dṛṣṭvā pārthān mahaujasaḥ muktān havyavahāc cainān saṃyuktān drupadena ca
Erschreckt und ihrer Entschlossenheit beraubt, da sie die überaus mächtigen Pārthas sahen, die dem Feuer entronnen und nun mit Drupada verbündet waren,

dhṛṣṭadyumnaṃ ca saṃcintya tathaiva ca śikhaṇḍinam drupadasyātmajāṃś cānyān sarvayuddhaviśāradān

und in Gedanken an Dhṛṣṭadyumna sowie Śikhaṇḍin und die übrigen Söhne Drupadas, allesamt kampferfahren,

Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnaṃ ca saṃcintya tathaiva ca śikhaṇḍinam drupadasyātmajāṃś cānyān sarvayuddhaviśāradān
und in Gedanken an Dhṛṣṭadyumna sowie Śikhaṇḍin und die übrigen Söhne Drupadas, allesamt kampferfahren,

viduras tv atha tāñ śrutvā draupadyā pāṇḍavān vṛtān vrīḍitān dhārtarāṣṭrāṃś ca bhagnadarpān upāgatān

Vidura aber, als er hörte, dass die Pāṇḍavas von Draupadī erwählt worden waren, und dass die Söhne Dhṛtarāṣṭras beschämt und mit gebrochenem Stolz zurückgekehrt waren,

Wort für Wort
viduras tv atha tāñ śrutvā draupadyā pāṇḍavān vṛtān vrīḍitān dhārtarāṣṭrāṃś ca bhagnadarpān upāgatān
Vidura aber, als er hörte, dass die Pāṇḍavas von Draupadī erwählt worden waren, und dass die Söhne Dhṛtarāṣṭras beschämt und mit gebrochenem Stolz zurückgekehrt waren,

tataḥ prītamanāḥ kṣattā dhṛtarāṣṭraṃ viśāṃ pate uvāca diṣṭyā kuravo vardhanta iti vismitaḥ

da sprach der freudig gestimmte Kṣattṛ zu Dhṛtarāṣṭra, o Herr der Völker, erstaunt: Zum Glück, o zum Glück, gedeihen die Kurus.

Wort für Wort
tataḥ prītamanāḥ kṣattā dhṛtarāṣṭraṃ viśāṃ pate uvāca diṣṭyā kuravo vardhanta iti vismitaḥ
da sprach der freudig gestimmte Kṣattṛ zu Dhṛtarāṣṭra, o Herr der Völker, erstaunt: Zum Glück, o zum Glück, gedeihen die Kurus.

vaicitravīryas tu nṛpo niśamya vidurasya tat abravīt paramaprīto diṣṭyā diṣṭyeti bhārata

Der König, der Sohn Vicitravīryas, aber, als er dies von Vidura vernahm, sprach höchst erfreut: Zum Glück, zum Glück, o Bhārata.

Wort für Wort
vaicitravīryas tu nṛpo niśamya vidurasya tat abravīt paramaprīto diṣṭyā diṣṭyeti bhārata
Der König, der Sohn Vicitravīryas, aber, als er dies von Vidura vernahm, sprach höchst erfreut: Zum Glück, zum Glück, o Bhārata.

manyate hi vṛtaṃ putraṃ jyeṣṭhaṃ drupadakanyayā duryodhanam avijñānāt prajñācakṣur nareśvaraḥ

Denn der mit dem Auge der Weisheit sehende Fürst der Menschen glaubte, aus Unkenntnis, es sei sein ältester Sohn Duryodhana, den die Tochter Drupadas erwählt habe.

Wort für Wort
manyate hi vṛtaṃ putraṃ jyeṣṭhaṃ drupadakanyayā duryodhanam avijñānāt prajñācakṣur nareśvaraḥ
Denn der mit dem Auge der Weisheit sehende Fürst der Menschen glaubte, aus Unkenntnis, es sei sein ältester Sohn Duryodhana, den die Tochter Drupadas erwählt habe.

atha tv ājñāpayām āsa draupadyā bhūṣaṇaṃ bahu ānīyatāṃ vai kṛṣṇeti putraṃ duryodhanaṃ tadā

Da befahl er sogleich: Für Kṛṣṇā soll reicher Schmuck herbeigebracht werden - dabei meinte er seinen Sohn Duryodhana.

Wort für Wort
atha tv ājñāpayām āsa draupadyā bhūṣaṇaṃ bahu ānīyatāṃ vai kṛṣṇeti putraṃ duryodhanaṃ tadā
Da befahl er sogleich: Für Kṛṣṇā soll reicher Schmuck herbeigebracht werden - dabei meinte er seinen Sohn Duryodhana.

athāsya paścād vidura ācakhyau pāṇḍavān vṛtān sarvān kuśalino vīrān pūjitān drupadena ca teṣāṃ saṃbandhinaś cānyān bahūn balasamanvitān

Danach aber teilte ihm Vidura mit, dass es die Pāṇḍavas seien, die erwählt worden waren, allesamt wohlbehaltene Helden, von Drupada geehrt, sowie deren zahlreiche andere, machtvolle Verbündete.

Wort für Wort
athāsya paścād vidura ācakhyau pāṇḍavān vṛtān sarvān kuśalino vīrān pūjitān drupadena ca teṣāṃ saṃbandhinaś cānyān bahūn balasamanvitān
Danach aber teilte ihm Vidura mit, dass es die Pāṇḍavas seien, die erwählt worden waren, allesamt wohlbehaltene Helden, von Drupada geehrt, sowie deren zahlreiche andere, machtvolle Verbündete.

dhṛtarāṣṭra uvāca yathaiva pāṇḍoḥ putrās te tathaivābhyadhikā mama seyam abhyadhikā prītir vṛddhir vidura me matā yat te kuśalino vīrā mitravantaś ca pāṇḍavāḥ

Dhṛtarāṣṭra sprach: Ebenso wie sie die Söhne des Pāṇḍu sind, so sind sie mir umso mehr wert; dies ist meine umso größere Freude, ein Zuwachs, wie ich meine, o Vidura, dass die Pāṇḍavas wohlbehalten, heldenhaft und nun mit Freunden versehen sind.

Wort für Wort
dhṛtarāṣṭra uvāca yathaiva pāṇḍoḥ putrās te tathaivābhyadhikā mama seyam abhyadhikā prītir vṛddhir vidura me matā yat te kuśalino vīrā mitravantaś ca pāṇḍavāḥ
Dhṛtarāṣṭra sprach: Ebenso wie sie die Söhne des Pāṇḍu sind, so sind sie mir umso mehr wert; dies ist meine umso größere Freude, ein Zuwachs, wie ich meine, o Vidura, dass die Pāṇḍavas wohlbehalten, heldenhaft und nun mit Freunden versehen sind.

ko hi drupadam āsādya mitraṃ kṣattaḥ sabāndhavam na bubhūṣed bhavenārthī gataśrīr api pārthivaḥ

Denn welcher Fürst, o Kṣattṛ, der Drupada samt seinen Verwandten als Freund gewonnen hat, wollte nicht gedeihen - und sei er, danach verlangend, auch seines Glanzes beraubt gewesen?

Wort für Wort
ko hi drupadam āsādya mitraṃ kṣattaḥ sabāndhavam na bubhūṣed bhavenārthī gataśrīr api pārthivaḥ
Denn welcher Fürst, o Kṣattṛ, der Drupada samt seinen Verwandten als Freund gewonnen hat, wollte nicht gedeihen - und sei er, danach verlangend, auch seines Glanzes beraubt gewesen?

vaiśaṃpāyana uvāca taṃ tathā bhāṣamāṇaṃ tu viduraḥ pratyabhāṣata nityaṃ bhavatu te buddhir eṣā rājañ śataṃ samāḥ

Vaiśampāyana sprach: Zu ihm, der so sprach, erwiderte Vidura: Möge dir diese Gesinnung, o König, für hundert Jahre stets erhalten bleiben.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca taṃ tathā bhāṣamāṇaṃ tu viduraḥ pratyabhāṣata nityaṃ bhavatu te buddhir eṣā rājañ śataṃ samāḥ
Vaiśampāyana sprach: Zu ihm, der so sprach, erwiderte Vidura: Möge dir diese Gesinnung, o König, für hundert Jahre stets erhalten bleiben.

tato duryodhanaś caiva rādheyaś ca viśāṃ pate dhṛtarāṣṭram upāgamya vaco 'brūtām idaṃ tadā

Da traten Duryodhana und der Sohn der Rādhā, o Herr der Völker, zu Dhṛtarāṣṭra und sprachen zu ihm dieses Wort:

Wort für Wort
tato duryodhanaś caiva rādheyaś ca viśāṃ pate dhṛtarāṣṭram upāgamya vaco 'brūtām idaṃ tadā
Da traten Duryodhana und der Sohn der Rādhā, o Herr der Völker, zu Dhṛtarāṣṭra und sprachen zu ihm dieses Wort:

saṃnidhau vidurasya tvāṃ vaktuṃ nṛpa na śaknuvaḥ viviktam iti vakṣyāvaḥ kiṃ tavedaṃ cikīrṣitam

In Gegenwart Viduras vermögen wir, o König, nicht zu dir zu sprechen; unter vier Augen wollen wir sagen: Was hast du hiermit im Sinn zu tun?

Wort für Wort
saṃnidhau vidurasya tvāṃ vaktuṃ nṛpa na śaknuvaḥ viviktam iti vakṣyāvaḥ kiṃ tavedaṃ cikīrṣitam
In Gegenwart Viduras vermögen wir, o König, nicht zu dir zu sprechen; unter vier Augen wollen wir sagen: Was hast du hiermit im Sinn zu tun?

sapatnavṛddhiṃ yat tāta manyase vṛddhim ātmanaḥ abhiṣṭauṣi ca yat kṣattuḥ samīpe dvipadāṃ vara

Dass du, Vater, das Gedeihen der Widersacher für dein eigenes Gedeihen hältst, und dass du in Gegenwart des Kṣattṛ solches Lob äußerst, o Bester der Zweifüßler,

Wort für Wort
sapatnavṛddhiṃ yat tāta manyase vṛddhim ātmanaḥ abhiṣṭauṣi ca yat kṣattuḥ samīpe dvipadāṃ vara
Dass du, Vater, das Gedeihen der Widersacher für dein eigenes Gedeihen hältst, und dass du in Gegenwart des Kṣattṛ solches Lob äußerst, o Bester der Zweifüßler,

anyasmin nṛpa kartavye tvam anyat kuruṣe 'nagha teṣāṃ balavighāto hi kartavyas tāta nityaśaḥ

- o König, wo das eine zu tun wäre, tust du, Makelloser, ein anderes; ihre Macht zu brechen wäre stattdessen stets geboten, Vater.

Wort für Wort
anyasmin nṛpa kartavye tvam anyat kuruṣe 'nagha teṣāṃ balavighāto hi kartavyas tāta nityaśaḥ
- o König, wo das eine zu tun wäre, tust du, Makelloser, ein anderes; ihre Macht zu brechen wäre stattdessen stets geboten, Vater.

te vayaṃ prāptakālasya cikīrṣāṃ mantrayāmahe yathā no na graseyus te saputrabalabāndhavān

Wir aber beraten nun, was in dieser gekommenen Zeit zu tun ist, damit jene uns nicht verschlingen, samt unseren Söhnen, unserer Macht und unseren Verwandten.

Wort für Wort
te vayaṃ prāptakālasya cikīrṣāṃ mantrayāmahe yathā no na graseyus te saputrabalabāndhavān
Wir aber beraten nun, was in dieser gekommenen Zeit zu tun ist, damit jene uns nicht verschlingen, samt unseren Söhnen, unserer Macht und unseren Verwandten.

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