Kapitel 213: Subhadrāvivāhaḥ
Die Hochzeit mit Subhadrā und die Geburt der Söhne
Kṛṣṇa besänftigt die zornigen Vṛṣṇis mit einer klugen Rede und rät zur Versöhnung statt zur Verfolgung; Arjuna kehrt um und heiratet Subhadrā. Nach Jahren in Puṣkara und der Rückkehr nach Indraprastha versöhnt sich Subhadrā, als Hirtin verkleidet, mit der zunächst gekränkten Draupadī. Die Vṛṣṇis kommen mit reichen Hochzeitsgaben nach Indraprastha; Kṛṣṇa und Balarāma werden von Yudhiṣṭhira festlich empfangen und beschenken die Pāṇḍavas überreich mit Wagen, Rindern, Pferden, Dienerinnen, Elefanten und Gold. Das Kapitel schließt mit der Geburt Abhimanyus, des Sohnes Arjunas und Subhadrās, sowie der fünf Söhne Draupadīs (Prativindhya, Sutasoma, Śrutakarman, Śatānīka und Śrutasena) und ihrer Erziehung.
Der Sohn der Pṛthā hält euch, die Sātvatas, keineswegs für nach Reichtum gierig; doch der Pāṇḍava hält auch den Svayaṃvara für nicht ganz unanfechtbar.
Der Sohn der Pṛthā hält euch, die Sātvatas, keineswegs für nach Reichtum gierig; doch der Pāṇḍava hält auch den Svayaṃvara für nicht ganz unanfechtbar.
Auch ist diese Verbindung durchaus angemessen, und Subhadrā ist ruhmreich, und ebenso ist der Sohn der Pṛthā von solcher Art - dass er sie mit Gewalt entführt hat, ist kein Grund zum Vorwurf.
Auch ist diese Verbindung durchaus angemessen, und Subhadrā ist ruhmreich, und ebenso ist der Sohn der Pṛthā von solcher Art - dass er sie mit Gewalt entführt hat, ist kein Grund zum Vorwurf.
sa ca nāma rathas tādṛṅ madīyās te ca vājinaḥ yoddhā pārthaś ca śīghrāstraḥ ko nu tena samo bhavet
Und dazu noch ein solcher Wagen, meine eigenen Rosse, und der Sohn der Pṛthā selbst als Krieger mit blitzschnellen Waffen - wer könnte ihm da gleichkommen?
Wort für Wort
sa ca nāma rathas tādṛṅ madīyās te ca vājinaḥ yoddhā pārthaś ca śīghrāstraḥ ko nu tena samo bhavet
Und dazu noch ein solcher Wagen, meine eigenen Rosse, und der Sohn der Pṛthā selbst als Krieger mit blitzschnellen Waffen - wer könnte ihm da gleichkommen?
yadi nirjitya vaḥ pārtho balād gacchet svakaṃ puram praṇaśyed vo yaśaḥ sadyo na tu sāntve parājayaḥ
Wenn der Sohn der Pṛthā euch mit Gewalt besiegte und dann in seine eigene Stadt zöge, würde euer Ruhm augenblicklich zunichtegehen; doch in Freundlichkeit liegt keine Niederlage.
Wort für Wort
yadi nirjitya vaḥ pārtho balād gacchet svakaṃ puram praṇaśyed vo yaśaḥ sadyo na tu sāntve parājayaḥ
Wenn der Sohn der Pṛthā euch mit Gewalt besiegte und dann in seine eigene Stadt zöge, würde euer Ruhm augenblicklich zunichtegehen; doch in Freundlichkeit liegt keine Niederlage.
Als sie dies von Vāsudeva gehört hatten, taten sie so, o Herrscher der Menschen; und Arjuna, zur Umkehr veranlasst, vollzog dort daraufhin die Hochzeit.
Als sie dies von Vāsudeva gehört hatten, taten sie so, o Herrscher der Menschen; und Arjuna, zur Umkehr veranlasst, vollzog dort daraufhin die Hochzeit.
uṣitvā tatra kaunteyaḥ saṃvatsaraparāḥ kṣapāḥ puṣkareṣu tataḥ śiṣṭaṃ kālaṃ vartitavān prabhuḥ pūrṇe tu dvādaśe varṣe khāṇḍavaprastham āviśat
Der Sohn Kuntīs weilte dort ein volles Jahr lang; die übrige Zeit verbrachte der Herr dann in Puṣkara; und als das zwölfte Jahr vollendet war, betrat er Khāṇḍavaprastha.
Wort für Wort
uṣitvā tatra kaunteyaḥ saṃvatsaraparāḥ kṣapāḥ puṣkareṣu tataḥ śiṣṭaṃ kālaṃ vartitavān prabhuḥ pūrṇe tu dvādaśe varṣe khāṇḍavaprastham āviśat
Der Sohn Kuntīs weilte dort ein volles Jahr lang; die übrige Zeit verbrachte der Herr dann in Puṣkara; und als das zwölfte Jahr vollendet war, betrat er Khāṇḍavaprastha.
Draupadī antwortete ihm, dem Freude der Kurus, aus Zuneigung: Geh nur dorthin, Sohn Kuntīs, wo jene Tochter des Sātvata weilt; selbst eine fest verschnürte Last lockert sich, wenn die erste Bindung nachlässt.
Draupadī antwortete ihm, dem Freude der Kurus, aus Zuneigung: Geh nur dorthin, Sohn Kuntīs, wo jene Tochter des Sātvata weilt; selbst eine fest verschnürte Last lockert sich, wenn die erste Bindung nachlässt.
In diesem Aufzug noch schöner erstrahlend, gelangte die ruhmreiche Gattin des Helden, die Herrliche, zum vortrefflichen Haus; und die Gesegnete mit den großen, rötlichen Augen, die Ruhmreiche, verehrte Pṛthā.
In diesem Aufzug noch schöner erstrahlend, gelangte die ruhmreiche Gattin des Helden, die Herrliche, zum vortrefflichen Haus; und die Gesegnete mit den großen, rötlichen Augen, die Ruhmreiche, verehrte Pṛthā.
pratyutthāya ca tāṃ kṛṣṇā svasāraṃ mādhavasya tām sasvaje cāvadat prītā niḥsapatno 'stu te patiḥ tathaiva muditā bhadrā tām uvācaivam astv iti
Da erhob sich Kṛṣṇā und umarmte sie, die Schwester Mādhavas, und sprach erfreut: Möge dein Gatte ohne Nebenbuhler sein; ebenso sprach die frohe Gesegnete zu ihr: So sei es.
Wort für Wort
pratyutthāya ca tāṃ kṛṣṇā svasāraṃ mādhavasya tām sasvaje cāvadat prītā niḥsapatno 'stu te patiḥ tathaiva muditā bhadrā tām uvācaivam astv iti
Da erhob sich Kṛṣṇā und umarmte sie, die Schwester Mādhavas, und sprach erfreut: Möge dein Gatte ohne Nebenbuhler sein; ebenso sprach die frohe Gesegnete zu ihr: So sei es.
rathānāṃ kāñcanāṅgānāṃ kiṅkiṇījālamālinām caturyujām upetānāṃ sūtaiḥ kuśalasaṃmataiḥ sahasraṃ pradadau kṛṣṇo gavām ayutam eva ca
Tausend golden verzierte Wagen, behangen mit einem Netz von Glöckchen, mit vier Gespannen und kundigen Wagenlenkern versehen, schenkte Kṛṣṇa, dazu zehntausend Kühe.
Wort für Wort
rathānāṃ kāñcanāṅgānāṃ kiṅkiṇījālamālinām caturyujām upetānāṃ sūtaiḥ kuśalasaṃmataiḥ sahasraṃ pradadau kṛṣṇo gavām ayutam eva ca
Tausend golden verzierte Wagen, behangen mit einem Netz von Glöckchen, mit vier Gespannen und kundigen Wagenlenkern versehen, schenkte Kṛṣṇa, dazu zehntausend Kühe.
Der Glanzvolle, Janārdana, schenkte aus Zuneigung tausend goldgeschmückte Milchkühe aus dem Land Mathurā, von segensreichem Glanz, sowie strahlend weiße Stuten, dem Mondlicht gleich an Glanz.
Der Glanzvolle, Janārdana, schenkte aus Zuneigung tausend goldgeschmückte Milchkühe aus dem Land Mathurā, von segensreichem Glanz, sowie strahlend weiße Stuten, dem Mondlicht gleich an Glanz.
Rāma, der Pflugträger, gab dem Sohn der Pṛthā, hocherfreut, die Fußwaschgabe, der Haladhara, der seine Freude über die neue Verbindung zum Ausdruck brachte.
Rāma, der Pflugträger, gab dem Sohn der Pṛthā, hocherfreut, die Fußwaschgabe, der Haladhara, der seine Freude über die neue Verbindung zum Ausdruck brachte.
sa mahādhanaratnaugho vastrakambalaphenavān mahāgajamahāgrāhaḥ patākāśaivalākulaḥ
Jener gewaltige Strom von Reichtum und Juwelen, mit Gewändern und Decken als seinem Schaum, mit den großen Elefanten als seinen großen Krokodilen, mit den Bannern wie Wasserpflanzen verwirrt,
Wort für Wort
sa mahādhanaratnaugho vastrakambalaphenavān mahāgajamahāgrāhaḥ patākāśaivalākulaḥ
Jener gewaltige Strom von Reichtum und Juwelen, mit Gewändern und Decken als seinem Schaum, mit den großen Elefanten als seinen großen Krokodilen, mit den Bannern wie Wasserpflanzen verwirrt,
[Anm.: Ein ausgedehntes Gleichnis (rūpaka) über zwei Verse: die Hochzeitsgaben werden als ein großer Strom beschrieben, der in das Meer der Pāṇḍavas mündet.]
tatra tatra mahāpānair utkṛṣṭatalanāditaiḥ yathāyogaṃ yathāprīti vijahruḥ kuruvṛṣṇayaḥ
Hier und dort vergnügten sich die Kurus und Vṛṣṇis, wie es sich fügte und wie es ihnen gefiel, bei großen Trinkgelagen, begleitet von lautem Händeklatschen.
Wort für Wort
tatra tatra mahāpānair utkṛṣṭatalanāditaiḥ yathāyogaṃ yathāprīti vijahruḥ kuruvṛṣṇayaḥ
Hier und dort vergnügten sich die Kurus und Vṛṣṇis, wie es sich fügte und wie es ihnen gefiel, bei großen Trinkgelagen, begleitet von lautem Händeklatschen.
Mit Rāma an der Spitze zogen die großen Wagenkämpfer der Vṛṣṇis und Andhakas fort, die strahlenden Juwelen mit sich nehmend, die ihnen von den Besten der Kurus geschenkt worden waren.
Mit Rāma an der Spitze zogen die großen Wagenkämpfer der Vṛṣṇis und Andhakas fort, die strahlenden Juwelen mit sich nehmend, die ihnen von den Besten der Kurus geschenkt worden waren.
vāsudevas tu pārthena tatraiva saha bhārata uvāsa nagare ramye śakraprasthe mahāmanāḥ vyacarad yamunākūle pārthena saha bhārata
Vāsudeva aber, der Hochgesinnte, weilte zusammen mit dem Sohn der Pṛthā eben dort, o Bhārata, in der lieblichen Stadt Śakraprastha, und wanderte mit dem Sohn der Pṛthā am Ufer der Yamunā umher, o Bhārata.
Wort für Wort
vāsudevas tu pārthena tatraiva saha bhārata uvāsa nagare ramye śakraprasthe mahāmanāḥ vyacarad yamunākūle pārthena saha bhārata
Vāsudeva aber, der Hochgesinnte, weilte zusammen mit dem Sohn der Pṛthā eben dort, o Bhārata, in der lieblichen Stadt Śakraprastha, und wanderte mit dem Sohn der Pṛthā am Ufer der Yamunā umher, o Bhārata.
[Anm.: Śakraprastha ist ein weiterer Name für Indraprastha (Śakra = Indra).]
sa sātvatyām atirathaḥ saṃbabhūva dhanaṃjayāt makhe nirmathyamānād vā śamīgarbhād dhutāśanaḥ
Er wurde von Dhanaṃjaya der Tochter des Sātvata geboren, ein Atiratha, wie das Feuer, das beim Opfer aus dem Innern des Śamī-Holzes durch Reiben entsteht.
Wort für Wort
sa sātvatyām atirathaḥ saṃbabhūva dhanaṃjayāt makhe nirmathyamānād vā śamīgarbhād dhutāśanaḥ
Er wurde von Dhanaṃjaya der Tochter des Sātvata geboren, ein Atiratha, wie das Feuer, das beim Opfer aus dem Innern des Śamī-Holzes durch Reiben entsteht.
catuṣpādaṃ daśavidhaṃ dhanurvedam ariṃdamaḥ arjunād veda vedajñāt sakalaṃ divyamānuṣam
Der Bezwinger der Feinde erlernte von Arjuna, dem Kenner des Veda, die ganze viergliedrige, zehnfache Bogenkunst, göttlichen wie menschlichen Ursprungs.
Wort für Wort
catuṣpādaṃ daśavidhaṃ dhanurvedam ariṃdamaḥ arjunād veda vedajñāt sakalaṃ divyamānuṣam
Der Bezwinger der Feinde erlernte von Arjuna, dem Kenner des Veda, die ganze viergliedrige, zehnfache Bogenkunst, göttlichen wie menschlichen Ursprungs.
vijñāneṣv api cāstrāṇāṃ sauṣṭhave ca mahābalaḥ kriyāsv api ca sarvāsu viśeṣān abhyaśikṣayat
Auch im Wissen um die Waffen, in ihrer geschickten Handhabung und in allen zugehörigen Verrichtungen lehrte ihn der Starkkräftige die feinsten Einzelheiten.
Wort für Wort
vijñāneṣv api cāstrāṇāṃ sauṣṭhave ca mahābalaḥ kriyāsv api ca sarvāsu viśeṣān abhyaśikṣayat
Auch im Wissen um die Waffen, in ihrer geschickten Handhabung und in allen zugehörigen Verrichtungen lehrte ihn der Starkkräftige die feinsten Einzelheiten.
āgame ca prayoge ca cakre tulyam ivātmanaḥ tutoṣa putraṃ saubhadraṃ prekṣamāṇo dhanaṃjayaḥ
Im Erlernen wie in der Anwendung machte er ihn sich selbst nahezu gleich; Dhanaṃjaya war voller Freude, wenn er seinen Sohn, den Sohn Subhadrās, betrachtete.
Wort für Wort
āgame ca prayoge ca cakre tulyam ivātmanaḥ tutoṣa putraṃ saubhadraṃ prekṣamāṇo dhanaṃjayaḥ
Im Erlernen wie in der Anwendung machte er ihn sich selbst nahezu gleich; Dhanaṃjaya war voller Freude, wenn er seinen Sohn, den Sohn Subhadrās, betrachtete.
Mit vollkommenem Körperbau versehen, gekennzeichnet von allen guten Merkmalen, unbezwingbar, mit stierbreiten Schultern, wie eine Schlange mit geöffnetem Rachen,
Mit vollkommenem Körperbau versehen, gekennzeichnet von allen guten Merkmalen, unbezwingbar, mit stierbreiten Schultern, wie eine Schlange mit geöffnetem Rachen,
von löwenhaftem Stolz, ein großer Bogenschütze, von der Kraft eines brünstigen Elefanten, dessen Stimme dem Dröhnen von Gewitterwolken und Kriegstrommeln glich, dessen Antlitz dem vollen Mond glich,
von löwenhaftem Stolz, ein großer Bogenschütze, von der Kraft eines brünstigen Elefanten, dessen Stimme dem Dröhnen von Gewitterwolken und Kriegstrommeln glich, dessen Antlitz dem vollen Mond glich,
kṛtvā ca vedādhyayanaṃ tataḥ sucaritavratāḥ jagṛhuḥ sarvam iṣvastram arjunād divyamānuṣam
Nachdem sie das Studium der Veden vollzogen hatten, von tugendhaftem Gelübde, erlernten sie von Arjuna die ganze Bogenkunst, die göttliche wie die menschliche.
Wort für Wort
kṛtvā ca vedādhyayanaṃ tataḥ sucaritavratāḥ jagṛhuḥ sarvam iṣvastram arjunād divyamānuṣam
Nachdem sie das Studium der Veden vollzogen hatten, von tugendhaftem Gelübde, erlernten sie von Arjuna die ganze Bogenkunst, die göttliche wie die menschliche.