Kuntī bietet dem Brahmanen an, einen ihrer fünf Söhne anstelle seiner Familie zum Rākṣasa zu schicken. Der Brahmane weist dies zunächst entschieden zurück – Brahmanenmord sei die schlimmste Sünde, und lieber wolle er selbst untergehen, als einen Gast oder Schutzsuchenden zu opfern. Kuntī versichert ihm jedoch, dass ihr Sohn (Bhīma) über außergewöhnliche, durch Zauberformeln vollendete Kraft verfüge und schon zuvor zahlreiche Rākṣasas bezwungen habe; sie bittet um striktes Stillschweigen, damit ihre Söhne nicht aus Neugier behelligt werden. Der Brahmane und seine Frau nehmen das Angebot dankbar an, und Kuntī und der Brahmane bitten Bhīma, den ‚Windsohn', die Aufgabe zu übernehmen – er willigt ein.
ekas tava suto bālaḥ kanyā caikā tapasvinī na te tayos tathā patnyā gamanaṃ tatra rocaye
‚Nur einen Sohn hast du, noch ein Kind, und eine Tochter, eine fromm Büßende – dass diese beiden oder deine Gattin dorthin gingen, das billige ich nicht.'
Wort für Wort
ekas tava suto bālaḥ kanyā caikā tapasvinī na te tayos tathā patnyā gamanaṃ tatra rocaye
‚Nur einen Sohn hast du, noch ein Kind, und eine Tochter, eine fromm Büßende – dass diese beiden oder deine Gattin dorthin gingen, das billige ich nicht.'
Der Brahmane sprach: ‚Dies werde ich keinesfalls tun, um meines eigenen Lebens willen einen Brahmanen und noch dazu einen Gast meinetwegen vom Leben zu trennen.'
Der Brahmane sprach: ‚Dies werde ich keinesfalls tun, um meines eigenen Lebens willen einen Brahmanen und noch dazu einen Gast meinetwegen vom Leben zu trennen.'
na tv etad akulīnāsu nādharmiṣṭhāsu vidyate yad brāhmaṇārthe visṛjed ātmānam api cātmajam
‚Dies aber findet sich nicht bei Unedlen, noch bei Unrechtschaffenen, dass man um eines Brahmanen willen sich selbst oder gar den eigenen Sohn preisgäbe.'
Wort für Wort
na tv etad akulīnāsu nādharmiṣṭhāsu vidyate yad brāhmaṇārthe visṛjed ātmānam api cātmajam
‚Dies aber findet sich nicht bei Unedlen, noch bei Unrechtschaffenen, dass man um eines Brahmanen willen sich selbst oder gar den eigenen Sohn preisgäbe.'
kunty uvāca mamāpy eṣā matir brahman viprā rakṣyā iti sthirā na cāpy aniṣṭaḥ putro me yadi putraśataṃ bhavet
Kuntī sprach: ‚Auch mir steht diese Ansicht fest, o Brahmane, dass Brahmanen zu schützen sind; und auch mir wäre kein Sohn unlieb, selbst wenn ich hundert Söhne hätte.'
Wort für Wort
kunty uvāca mamāpy eṣā matir brahman viprā rakṣyā iti sthirā na cāpy aniṣṭaḥ putro me yadi putraśataṃ bhavet
Kuntī sprach: ‚Auch mir steht diese Ansicht fest, o Brahmane, dass Brahmanen zu schützen sind; und auch mir wäre kein Sohn unlieb, selbst wenn ich hundert Söhne hätte.'
guruṇā cānanujñāto grāhayed yaṃ suto mama na sa kuryāt tayā kāryaṃ vidyayeti satāṃ matam
‚Auch dürfte mein Sohn ein Wissen, mit dem er von seinem Lehrer nicht ausdrücklich beauftragt wurde, nicht öffentlich zur Anwendung bringen – so ist die Ansicht der Rechtschaffenen.'
Wort für Wort
guruṇā cānanujñāto grāhayed yaṃ suto mama na sa kuryāt tayā kāryaṃ vidyayeti satāṃ matam
‚Auch dürfte mein Sohn ein Wissen, mit dem er von seinem Lehrer nicht ausdrücklich beauftragt wurde, nicht öffentlich zur Anwendung bringen – so ist die Ansicht der Rechtschaffenen.'
[?] Vers unklar im Detail; sinngemäß auf die Geheimhaltung von Bhīmas besonderen (magischen) Fähigkeiten bezogen.