Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 155: Dhṛṣṭadyumnadraupadīsaṃbhavaḥ Die Entstehung Dhṛṣṭadyumnas und Draupadīs

Der von Groll erfüllte Drupada sucht nach Brahmanen, die ihm einen Sohn zur Vernichtung Droṇas verschaffen könnten, und findet die Brüder Yāja und Upayāja. Nach anfänglicher Weigerung berichtet Upayāja Drupada von einer moralischen Verfehlung seines älteren Bruders und verweist ihn an diesen; Yāja erklärt sich bereit, das Opfer durchzuführen. Aus dem Opferfeuer erhebt sich, bewaffnet und furchterregend, der Knabe Dhṛṣṭadyumna, zur Vernichtung Droṇas bestimmt; aus der Mitte des Opferaltars erhebt sich zugleich die wunderschöne Kṛṣṇā (Draupadī), von deren künftiger Rolle beim Untergang der Kṣatriyas eine körperlose Stimme kündet. Drupadas Gemahlin nimmt beide als ihre leiblichen Kinder an; die Brahmanen geben ihnen ihre Namen. Droṇa nimmt Dhṛṣṭadyumna, in Kenntnis seiner Bestimmung, dennoch als Waffenschüler auf, da er das Schicksal für unabwendbar hält.

brāhmaṇa uvāca amarṣī drupado rājā karmasiddhān dvijarṣabhān anvicchan paricakrāma brāhmaṇāvasathān bahūn

Der Brahmane sprach: König Drupada, voll Groll, nach in Ritualen vollendeten besten Brahmanen suchend, durchstreifte viele Brahmanensiedlungen.

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca amarṣī drupado rājā karmasiddhān dvijarṣabhān anvicchan paricakrāma brāhmaṇāvasathān bahūn
Der Brahmane sprach: König Drupada, voll Groll, nach in Ritualen vollendeten besten Brahmanen suchend, durchstreifte viele Brahmanensiedlungen.

putrajanma parīpsan vai śokopahatacetanaḥ nāsti śreṣṭhaṃ mamāpatyam iti nityam acintayat

Er, die Geburt eines Sohnes begehrend, von Kummer geschlagenen Sinnes, dachte beständig: ‚Ich habe keine vortreffliche Nachkommenschaft.'

Wort für Wort
putrajanma parīpsan vai śokopahatacetanaḥ nāsti śreṣṭhaṃ mamāpatyam iti nityam acintayat
Er, die Geburt eines Sohnes begehrend, von Kummer geschlagenen Sinnes, dachte beständig: ‚Ich habe keine vortreffliche Nachkommenschaft.'

jātān putrān sa nirvedād dhig bandhūn iti cābravīt niḥśvāsaparamaś cāsīd droṇaṃ praticikīrṣayā

Aus Verzweiflung sprach er über seine bereits geborenen Söhne: ‚Pfui über diese Verwandten' – und er war ständig am Seufzen, in dem Wunsch, sich an Droṇa zu rächen.

Wort für Wort
jātān putrān sa nirvedād dhig bandhūn iti cābravīt niḥśvāsaparamaś cāsīd droṇaṃ praticikīrṣayā
Aus Verzweiflung sprach er über seine bereits geborenen Söhne: ‚Pfui über diese Verwandten' – und er war ständig am Seufzen, in dem Wunsch, sich an Droṇa zu rächen.

prabhāvaṃ vinayaṃ śikṣāṃ droṇasya caritāni ca kṣātreṇa ca balenāsya cintayan nānvapadyata pratikartuṃ nṛpaśreṣṭho yatamāno 'pi bhārata

An Droṇas Macht, seine Bildung, sein Wissen und seine Taten sowie an dessen Kṣatriya-Kraft denkend, fand der beste der Könige, obwohl er sich bemühte, kein Mittel, sich zu rächen, o Bhārata.

Wort für Wort
prabhāvaṃ vinayaṃ śikṣāṃ droṇasya caritāni ca kṣātreṇa ca balenāsya cintayan nānvapadyata pratikartuṃ nṛpaśreṣṭho yatamāno 'pi bhārata
An Droṇas Macht, seine Bildung, sein Wissen und seine Taten sowie an dessen Kṣatriya-Kraft denkend, fand der beste der Könige, obwohl er sich bemühte, kein Mittel, sich zu rächen, o Bhārata.

abhitaḥ so 'tha kalmāṣīṃ gaṅgākūle paribhraman brāhmaṇāvasathaṃ puṇyam āsasāda mahīpatiḥ

Er, umherziehend rings um Kalmāṣī an den Ufern der Gaṅgā, gelangte, der Erdenherrscher, zu einer heiligen Brahmanensiedlung.

Wort für Wort
abhitaḥ so 'tha kalmāṣīṃ gaṅgākūle paribhraman brāhmaṇāvasathaṃ puṇyam āsasāda mahīpatiḥ
Er, umherziehend rings um Kalmāṣī an den Ufern der Gaṅgā, gelangte, der Erdenherrscher, zu einer heiligen Brahmanensiedlung.

[?] ‚Kalmāṣī' ist als Ortsname unsicher; wörtlich übernommen.

tatra nāsnātakaḥ kaś cin na cāsīd avratī dvijaḥ tathaiva nāmahābhāgaḥ so 'paśyat saṃśitavratau

Dort gab es keinen, der nicht ein Studienabsolvent war, und keinen Zweifachgeborenen ohne Gelübde, ebenso keinen ohne großes Verdienst; er erblickte dort zwei Männer von strengen Gelübden.

Wort für Wort
tatra nāsnātakaḥ kaś cin na cāsīd avratī dvijaḥ tathaiva nāmahābhāgaḥ so 'paśyat saṃśitavratau
Dort gab es keinen, der nicht ein Studienabsolvent war, und keinen Zweifachgeborenen ohne Gelübde, ebenso keinen ohne großes Verdienst; er erblickte dort zwei Männer von strengen Gelübden.

yājopayājau brahmarṣī śāmyantau pṛṣatātmajaḥ saṃhitādhyayane yuktau gotrataś cāpi kāśyapau

Yāja und Upayāja, zwei Brahmanen-Ṛṣis, friedvollen Sinnes, vertieft in das Studium der Saṃhitā und der Abstammung nach beide Kāśyapas – sie erblickte der Sohn Pṛṣatas.

Wort für Wort
yājopayājau brahmarṣī śāmyantau pṛṣatātmajaḥ saṃhitādhyayane yuktau gotrataś cāpi kāśyapau
Yāja und Upayāja, zwei Brahmanen-Ṛṣis, friedvollen Sinnes, vertieft in das Studium der Saṃhitā und der Abstammung nach beide Kāśyapas – sie erblickte der Sohn Pṛṣatas.

[?] ‚śāmyantau' (,friedvoll/ruhig') ist in seiner genauen Bedeutung an dieser Stelle unsicher.

tāraṇe yuktarūpau tau brāhmaṇāv ṛṣisattamau sa tāv āmantrayām āsa sarvakāmair atandritaḥ

Jene beiden Brahmanen, geeignet erscheinend, ihm aus seiner Not zu helfen, die besten der Ṛṣis, sprach er an, unermüdlich mit allerlei Wünschen sie umwerbend.

Wort für Wort
tāraṇe yuktarūpau tau brāhmaṇāv ṛṣisattamau sa tāv āmantrayām āsa sarvakāmair atandritaḥ
Jene beiden Brahmanen, geeignet erscheinend, ihm aus seiner Not zu helfen, die besten der Ṛṣis, sprach er an, unermüdlich mit allerlei Wünschen sie umwerbend.

buddhvā tayor balaṃ buddhiṃ kanīyāṃsam upahvare prapede chandayan kāmair upayājaṃ dhṛtavratam

Nachdem er ihre Kraft und ihren Verstand erkannt hatte, wandte er sich heimlich dem Jüngeren zu und umwarb, mit Wünschen lockend, Upayāja, den von festen Gelübden.

Wort für Wort
buddhvā tayor balaṃ buddhiṃ kanīyāṃsam upahvare prapede chandayan kāmair upayājaṃ dhṛtavratam
Nachdem er ihre Kraft und ihren Verstand erkannt hatte, wandte er sich heimlich dem Jüngeren zu und umwarb, mit Wünschen lockend, Upayāja, den von festen Gelübden.

pādaśuśrūṣaṇe yuktaḥ priyavāk sarvakāmadaḥ arhayitvā yathānyāyam upayājam uvāca saḥ

Vertieft in den Dienst an dessen Füßen, mit lieblicher Rede, jeden Wunsch erfüllend, sprach er, nachdem er ihn gebührend geehrt hatte, zu Upayāja:

Wort für Wort
pādaśuśrūṣaṇe yuktaḥ priyavāk sarvakāmadaḥ arhayitvā yathānyāyam upayājam uvāca saḥ
Vertieft in den Dienst an dessen Füßen, mit lieblicher Rede, jeden Wunsch erfüllend, sprach er, nachdem er ihn gebührend geehrt hatte, zu Upayāja:

yena me karmaṇā brahman putraḥ syād droṇamṛtyave upayāja kṛte tasmin gavāṃ dātāsmi te 'rbudam

‚Durch welches Ritual auch immer, o Brahmane, mir ein Sohn zum Tode Droṇas werden könnte – o Upayāja, wenn dieses vollzogen ist, werde ich dir zehn Millionen Rinder geben.'

Wort für Wort
yena me karmaṇā brahman putraḥ syād droṇamṛtyave upayāja kṛte tasmin gavāṃ dātāsmi te 'rbudam
‚Durch welches Ritual auch immer, o Brahmane, mir ein Sohn zum Tode Droṇas werden könnte – o Upayāja, wenn dieses vollzogen ist, werde ich dir zehn Millionen Rinder geben.'

yad vā te 'nyad dvijaśreṣṭha manasaḥ supriyaṃ bhavet sarvaṃ tat te pradātāhaṃ na hi me 'sty atra saṃśayaḥ

‚Oder was immer sonst deinem Herzen, o Bester der Zweifachgeborenen, sehr lieb wäre – all das werde ich dir geben; daran ist bei mir kein Zweifel.'

Wort für Wort
yad vā te 'nyad dvijaśreṣṭha manasaḥ supriyaṃ bhavet sarvaṃ tat te pradātāhaṃ na hi me 'sty atra saṃśayaḥ
‚Oder was immer sonst deinem Herzen, o Bester der Zweifachgeborenen, sehr lieb wäre – all das werde ich dir geben; daran ist bei mir kein Zweifel.'

ity ukto nāham ity evaṃ tam ṛṣiḥ pratyuvāca ha ārādhayiṣyan drupadaḥ sa taṃ paryacarat punaḥ

So angesprochen, erwiderte ihm der Ṛṣi: ‚Ich tue dies nicht' – Drupada aber, ihn gnädig zu stimmen suchend, diente ihm abermals.

Wort für Wort
ity ukto nāham ity evaṃ tam ṛṣiḥ pratyuvāca ha ārādhayiṣyan drupadaḥ sa taṃ paryacarat punaḥ
So angesprochen, erwiderte ihm der Ṛṣi: ‚Ich tue dies nicht' – Drupada aber, ihn gnädig zu stimmen suchend, diente ihm abermals.

tataḥ saṃvatsarasyānte drupadaṃ sa dvijottamaḥ upayājo 'bravīd rājan kāle madhurayā girā

Darauf, am Ende eines Jahres, sprach jener beste der Zweifachgeborenen, Upayāja, zu Drupada, o König, zur rechten Zeit mit sanfter Stimme:

Wort für Wort
tataḥ saṃvatsarasyānte drupadaṃ sa dvijottamaḥ upayājo 'bravīd rājan kāle madhurayā girā
Darauf, am Ende eines Jahres, sprach jener beste der Zweifachgeborenen, Upayāja, zu Drupada, o König, zur rechten Zeit mit sanfter Stimme:

jyeṣṭho bhrātā mamāgṛhṇād vicaran vananirjhare aparijñātaśaucāyāṃ bhūmau nipatitaṃ phalam

‚Mein älterer Bruder nahm einst, im Wald bei einem Wasserfall umherwandernd, eine auf unbekanntem, möglicherweise unreinem Boden gefallene Frucht auf.'

Wort für Wort
jyeṣṭho bhrātā mamāgṛhṇād vicaran vananirjhare aparijñātaśaucāyāṃ bhūmau nipatitaṃ phalam
‚Mein älterer Bruder nahm einst, im Wald bei einem Wasserfall umherwandernd, eine auf unbekanntem, möglicherweise unreinem Boden gefallene Frucht auf.'

tad apaśyam ahaṃ bhrātur asāṃpratam anuvrajan vimarśaṃ saṃkarādāne nāyaṃ kuryāt kathaṃ cana

‚Dies sah ich als ungehörig von meinem Bruder an, ihm nachgehend – keinerlei Überlegung stellte er bei der Aufnahme des möglicherweise Verunreinigten an.'

Wort für Wort
tad apaśyam ahaṃ bhrātur asāṃpratam anuvrajan vimarśaṃ saṃkarādāne nāyaṃ kuryāt kathaṃ cana
‚Dies sah ich als ungehörig von meinem Bruder an, ihm nachgehend – keinerlei Überlegung stellte er bei der Aufnahme des möglicherweise Verunreinigten an.'

[?] ‚saṃkarādāne' (,bei der Aufnahme von Vermischtem/Unreinem') im genauen Sinn unsicher.

dṛṣṭvā phalasya nāpaśyad doṣā ye 'syānubandhikāḥ vivinakti na śaucaṃ yaḥ so 'nyatrāpi kathaṃ bhavet

‚Er sah die Frucht, erkannte aber nicht die ihr anhaftenden Mängel; wer die Reinheit nicht zu unterscheiden vermag, wie sollte er es anderswo vermögen?'

Wort für Wort
dṛṣṭvā phalasya nāpaśyad doṣā ye 'syānubandhikāḥ vivinakti na śaucaṃ yaḥ so 'nyatrāpi kathaṃ bhavet
‚Er sah die Frucht, erkannte aber nicht die ihr anhaftenden Mängel; wer die Reinheit nicht zu unterscheiden vermag, wie sollte er es anderswo vermögen?'

saṃhitādhyayanaṃ kurvan vasan gurukule ca yaḥ bhaikṣam ucchiṣṭam anyeṣāṃ bhuṅkte cāpi sadā sadā kīrtayan guṇam annānām aghṛṇī ca punaḥ punaḥ

‚Wer, während er das Studium der Saṃhitā betreibt und im Hause des Lehrers wohnt, stets die übriggelassene Bettelspeise anderer isst, dabei immer wieder den Vorzug der Speisen rühmt und ohne jeden Ekel ist –'

Wort für Wort
saṃhitādhyayanaṃ kurvan vasan gurukule ca yaḥ bhaikṣam ucchiṣṭam anyeṣāṃ bhuṅkte cāpi sadā sadā kīrtayan guṇam annānām aghṛṇī ca punaḥ punaḥ
‚Wer, während er das Studium der Saṃhitā betreibt und im Hause des Lehrers wohnt, stets die übriggelassene Bettelspeise anderer isst, dabei immer wieder den Vorzug der Speisen rühmt und ohne jeden Ekel ist –'

tam ahaṃ phalārthinaṃ manye bhrātaraṃ tarkacakṣuṣā taṃ vai gacchasva nṛpate sa tvāṃ saṃyājayiṣyati

‚diesen meinen Bruder halte ich, mit dem Auge der Überlegung, für einen, der allzu sehr auf bloßen Gewinn bedacht ist; zu ihm sollst du gehen, o König – er wird das Opfer für dich vollziehen.'

Wort für Wort
tam ahaṃ phalārthinaṃ manye bhrātaraṃ tarkacakṣuṣā taṃ vai gacchasva nṛpate sa tvāṃ saṃyājayiṣyati
‚diesen meinen Bruder halte ich, mit dem Auge der Überlegung, für einen, der allzu sehr auf bloßen Gewinn bedacht ist; zu ihm sollst du gehen, o König – er wird das Opfer für dich vollziehen.'

jugupsamāno nṛpatir manasedaṃ vicintayan upayājavacaḥ śrutvā nṛpatiḥ sarvadharmavit abhisaṃpūjya pūjārham ṛṣiṃ yājam uvāca ha

Der König, im Geiste Bedenken hegend, dies überlegend, nachdem er Upayājas Wort vernommen hatte, der König, aller Dharma kundig, ehrte gebührend den ehrwürdigen Ṛṣi und sprach zu Yāja:

Wort für Wort
jugupsamāno nṛpatir manasedaṃ vicintayan upayājavacaḥ śrutvā nṛpatiḥ sarvadharmavit abhisaṃpūjya pūjārham ṛṣiṃ yājam uvāca ha
Der König, im Geiste Bedenken hegend, dies überlegend, nachdem er Upayājas Wort vernommen hatte, der König, aller Dharma kundig, ehrte gebührend den ehrwürdigen Ṛṣi und sprach zu Yāja:

ayutāni dadāny aṣṭau gavāṃ yājaya māṃ vibho droṇavairābhisaṃtaptaṃ tvaṃ hlādayitum arhasi

‚Achtzigtausend Rinder werde ich geben; vollziehe du das Opfer für mich, o Mächtiger; du sollst mich, von der Feindschaft gegen Droṇa Verzehrten, erquicken.'

Wort für Wort
ayutāni dadāny aṣṭau gavāṃ yājaya māṃ vibho droṇavairābhisaṃtaptaṃ tvaṃ hlādayitum arhasi
‚Achtzigtausend Rinder werde ich geben; vollziehe du das Opfer für mich, o Mächtiger; du sollst mich, von der Feindschaft gegen Droṇa Verzehrten, erquicken.'

sa hi brahmavidāṃ śreṣṭho brahmāstre cāpy anuttamaḥ tasmād droṇaḥ parājaiṣīn māṃ vai sa sakhivigrahe

‚Denn er ist der Beste der Brahman-Kenner und unübertroffen in der Brahmāstra-Waffe; deshalb hat mich dieser Droṇa im einstigen Freundschaftsstreit besiegt.'

Wort für Wort
sa hi brahmavidāṃ śreṣṭho brahmāstre cāpy anuttamaḥ tasmād droṇaḥ parājaiṣīn māṃ vai sa sakhivigrahe
‚Denn er ist der Beste der Brahman-Kenner und unübertroffen in der Brahmāstra-Waffe; deshalb hat mich dieser Droṇa im einstigen Freundschaftsstreit besiegt.'

kṣatriyo nāsti tulyo 'sya pṛthivyāṃ kaś cid agraṇīḥ kauravācāryamukhyasya bhāradvājasya dhīmataḥ

‚Kein Kṣatriya auf Erden, welcher Erste auch immer, ist diesem Sohn Bharadvājas, dem weisen obersten Lehrer der Kauravas, ebenbürtig.'

Wort für Wort
kṣatriyo nāsti tulyo 'sya pṛthivyāṃ kaś cid agraṇīḥ kauravācāryamukhyasya bhāradvājasya dhīmataḥ
‚Kein Kṣatriya auf Erden, welcher Erste auch immer, ist diesem Sohn Bharadvājas, dem weisen obersten Lehrer der Kauravas, ebenbürtig.'

droṇasya śarajālāni prāṇidehaharāṇi ca ṣaḍaratni dhanuś cāsya dṛśyate 'pratimaṃ mahat

‚Droṇas Pfeilnetze, die Leib und Leben raubenden, und sein Bogen von sechs Ellen Länge erscheinen unvergleichlich groß.'

Wort für Wort
droṇasya śarajālāni prāṇidehaharāṇi ca ṣaḍaratni dhanuś cāsya dṛśyate 'pratimaṃ mahat
‚Droṇas Pfeilnetze, die Leib und Leben raubenden, und sein Bogen von sechs Ellen Länge erscheinen unvergleichlich groß.'

sa hi brāhmaṇavegena kṣātraṃ vegam asaṃśayam pratihanti maheṣvāso bhāradvājo mahāmanāḥ

‚Denn er, der große Bogenschütze, der hochherzige Sohn Bharadvājas, schlägt mit der Wucht seines Brahmanentums ohne Zweifel die Wucht des Kṣatriya-Standes zurück.'

Wort für Wort
sa hi brāhmaṇavegena kṣātraṃ vegam asaṃśayam pratihanti maheṣvāso bhāradvājo mahāmanāḥ
‚Denn er, der große Bogenschütze, der hochherzige Sohn Bharadvājas, schlägt mit der Wucht seines Brahmanentums ohne Zweifel die Wucht des Kṣatriya-Standes zurück.'

kṣatrocchedāya vihito jāmadagnya ivāsthitaḥ tasya hy astrabalaṃ ghoram aprasahyaṃ narair bhuvi

‚Zur Vernichtung der Kṣatriyas bestimmt, dasteht er wie einst der Sohn Jamadagnis; seine Waffenkraft ist furchtbar, für Menschen auf Erden unbezwingbar.'

Wort für Wort
kṣatrocchedāya vihito jāmadagnya ivāsthitaḥ tasya hy astrabalaṃ ghoram aprasahyaṃ narair bhuvi
‚Zur Vernichtung der Kṣatriyas bestimmt, dasteht er wie einst der Sohn Jamadagnis; seine Waffenkraft ist furchtbar, für Menschen auf Erden unbezwingbar.'

brāhmam uccārayaṃs tejo hutāhutir ivānalaḥ sametya sa dahaty ājau kṣatraṃ brahmapuraḥsaraḥ brahmakṣatre ca vihite brahmatejo viśiṣyate

‚Seine brahmanische Glut entfaltend, wie ein Feuer, dem Opfergaben dargebracht wurden, verbrennt er, zusammentreffend, im Kampf die Kṣatriyas, vom Brahman geleitet; und wo Brahman und Kṣatra aufeinandertreffen, ist die brahmanische Glut überlegen.'

Wort für Wort
brāhmam uccārayaṃs tejo hutāhutir ivānalaḥ sametya sa dahaty ājau kṣatraṃ brahmapuraḥsaraḥ brahmakṣatre ca vihite brahmatejo viśiṣyate
‚Seine brahmanische Glut entfaltend, wie ein Feuer, dem Opfergaben dargebracht wurden, verbrennt er, zusammentreffend, im Kampf die Kṣatriyas, vom Brahman geleitet; und wo Brahman und Kṣatra aufeinandertreffen, ist die brahmanische Glut überlegen.'

so 'haṃ kṣatrabalād dhīno brahmatejaḥ prapedivān droṇād viśiṣṭam āsādya bhavantaṃ brahmavittamam

‚So, an Kṣatriya-Kraft unterlegen, nehme ich meine Zuflucht zur brahmanischen Glut, indem ich zu dir, der du gegenüber Droṇa überlegen und der beste Kenner des Brahman bist, gekommen bin.'

Wort für Wort
so 'haṃ kṣatrabalād dhīno brahmatejaḥ prapedivān droṇād viśiṣṭam āsādya bhavantaṃ brahmavittamam
‚So, an Kṣatriya-Kraft unterlegen, nehme ich meine Zuflucht zur brahmanischen Glut, indem ich zu dir, der du gegenüber Droṇa überlegen und der beste Kenner des Brahman bist, gekommen bin.'

droṇāntakam ahaṃ putraṃ labheyaṃ yudhi durjayam tat karma kuru me yāja nirvapāmy arbudaṃ gavām

‚Einen Sohn, der Droṇas Ende bringt, im Kampf unbezwingbar, möchte ich erlangen; vollziehe du dieses Werk für mich, Yāja – ich werde dir zehn Millionen Rinder darbringen.'

Wort für Wort
droṇāntakam ahaṃ putraṃ labheyaṃ yudhi durjayam tat karma kuru me yāja nirvapāmy arbudaṃ gavām
‚Einen Sohn, der Droṇas Ende bringt, im Kampf unbezwingbar, möchte ich erlangen; vollziehe du dieses Werk für mich, Yāja – ich werde dir zehn Millionen Rinder darbringen.'

tathety uktvā tu taṃ yājo yājyārtham upakalpayat gurvartha iti cākāmam upayājam acodayat yājo droṇavināśāya pratijajñe tathā ca saḥ

‚So sei es', sprechend, bereitete Yāja ihn für den Opferzweck vor; und um des älteren Bruders willen drängte er den widerwilligen Upayāja; und Yāja gelobte so auch, zur Vernichtung Droṇas das Opfer zu vollziehen.

Wort für Wort
tathety uktvā tu taṃ yājo yājyārtham upakalpayat gurvartha iti cākāmam upayājam acodayat yājo droṇavināśāya pratijajñe tathā ca saḥ
‚So sei es', sprechend, bereitete Yāja ihn für den Opferzweck vor; und um des älteren Bruders willen drängte er den widerwilligen Upayāja; und Yāja gelobte so auch, zur Vernichtung Droṇas das Opfer zu vollziehen.

tatas tasya narendrasya upayājo mahātapāḥ ācakhyau karma vaitānaṃ tadā putraphalāya vai

Darauf verkündete Upayāja, der von gewaltiger Askese, jenem Herrscher der Menschen das Opferritual, um der Frucht eines Sohnes willen.

Wort für Wort
tatas tasya narendrasya upayājo mahātapāḥ ācakhyau karma vaitānaṃ tadā putraphalāya vai
Darauf verkündete Upayāja, der von gewaltiger Askese, jenem Herrscher der Menschen das Opferritual, um der Frucht eines Sohnes willen.

sa ca putro mahāvīryo mahātejā mahābalaḥ iṣyate yadvidho rājan bhavitā te tathāvidhaḥ

‚Und dieser Sohn, von großer Tapferkeit, großem Glanz, großer Kraft, wie du ihn wünschst, o König, wird ein ebensolcher sein.'

Wort für Wort
sa ca putro mahāvīryo mahātejā mahābalaḥ iṣyate yadvidho rājan bhavitā te tathāvidhaḥ
‚Und dieser Sohn, von großer Tapferkeit, großem Glanz, großer Kraft, wie du ihn wünschst, o König, wird ein ebensolcher sein.'

bhāradvājasya hantāraṃ so 'bhisaṃdhāya bhūmipaḥ ājahre tat tathā sarvaṃ drupadaḥ karmasiddhaye

Den Töter des Sohnes Bharadvājas im Sinn habend, brachte der Erdenherrscher Drupada so all dies zur Vollendung des Ritus herbei.

Wort für Wort
bhāradvājasya hantāraṃ so 'bhisaṃdhāya bhūmipaḥ ājahre tat tathā sarvaṃ drupadaḥ karmasiddhaye
Den Töter des Sohnes Bharadvājas im Sinn habend, brachte der Erdenherrscher Drupada so all dies zur Vollendung des Ritus herbei.

yājas tu havanasyānte devīm āhvāpayat tadā praihi māṃ rājñi pṛṣati mithunaṃ tvām upasthitam

Yāja aber ließ am Ende der Feueropferhandlung die Königin herbeirufen: ‚Komm zu mir, o Königin, Tochter des Pṛṣata – ein Zwillingspaar steht für dich bereit.'

Wort für Wort
yājas tu havanasyānte devīm āhvāpayat tadā praihi māṃ rājñi pṛṣati mithunaṃ tvām upasthitam
Yāja aber ließ am Ende der Feueropferhandlung die Königin herbeirufen: ‚Komm zu mir, o Königin, Tochter des Pṛṣata – ein Zwillingspaar steht für dich bereit.'

devy uvāca avaliptaṃ me mukhaṃ brahman puṇyān gandhān bibharmi ca sutārthenoparuddhāsmi tiṣṭha yāja mama priye

Die Königin sprach: ‚Mein Gesicht ist gesalbt, o Brahmane, und ich trage wohlriechende Düfte; ich bin um eines Sohnes willen gerade anderweitig aufgehalten – warte, Yāja, mein Lieber.'

Wort für Wort
devy uvāca avaliptaṃ me mukhaṃ brahman puṇyān gandhān bibharmi ca sutārthenoparuddhāsmi tiṣṭha yāja mama priye
Die Königin sprach: ‚Mein Gesicht ist gesalbt, o Brahmane, und ich trage wohlriechende Düfte; ich bin um eines Sohnes willen gerade anderweitig aufgehalten – warte, Yāja, mein Lieber.'

yāja uvāca yājena śrapitaṃ havyam upayājena mantritam kathaṃ kāmaṃ na saṃdadhyāt sā tvaṃ vipraihi tiṣṭha vā

Yāja sprach: ‚Die von Yāja bereitete, von Upayāja mit Mantras geweihte Opfergabe – wie sollte sie den Wunsch nicht erfüllen? Ob du nun herbeikommst oder fernbleibst –'

Wort für Wort
yāja uvāca yājena śrapitaṃ havyam upayājena mantritam kathaṃ kāmaṃ na saṃdadhyāt sā tvaṃ vipraihi tiṣṭha vā
Yāja sprach: ‚Die von Yāja bereitete, von Upayāja mit Mantras geweihte Opfergabe – wie sollte sie den Wunsch nicht erfüllen? Ob du nun herbeikommst oder fernbleibst –'

brāhmaṇa uvāca evam ukte tu yājena hute haviṣi saṃskṛte uttasthau pāvakāt tasmāt kumāro devasaṃnibhaḥ

Der Brahmane sprach: Als Yāja so gesprochen hatte, und die geweihte Opfergabe dargebracht war, erhob sich aus jenem Feuer ein Knabe, einem Gott gleich.

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca evam ukte tu yājena hute haviṣi saṃskṛte uttasthau pāvakāt tasmāt kumāro devasaṃnibhaḥ
Der Brahmane sprach: Als Yāja so gesprochen hatte, und die geweihte Opfergabe dargebracht war, erhob sich aus jenem Feuer ein Knabe, einem Gott gleich.

jvālāvarṇo ghorarūpaḥ kirīṭī varma cottamam bibhrat sakhaḍgaḥ saśaro dhanuṣmān vinadan muhuḥ

Flammenfarben, von furchtbarer Gestalt, eine Krone tragend, mit vortrefflicher Rüstung, mit Schwert, mit Pfeilen, mit Bogen versehen, unaufhörlich brüllend.

Wort für Wort
jvālāvarṇo ghorarūpaḥ kirīṭī varma cottamam bibhrat sakhaḍgaḥ saśaro dhanuṣmān vinadan muhuḥ
Flammenfarben, von furchtbarer Gestalt, eine Krone tragend, mit vortrefflicher Rüstung, mit Schwert, mit Pfeilen, mit Bogen versehen, unaufhörlich brüllend.

so 'dhyārohad rathavaraṃ tena ca prayayau tadā tataḥ praṇeduḥ pāñcālāḥ prahṛṣṭāḥ sādhu sādhv iti

Er bestieg einen vortrefflichen Wagen und fuhr darauf sogleich davon; darauf riefen die Pāñcālas, hocherfreut: ‚Vortrefflich, vortrefflich!'

Wort für Wort
so 'dhyārohad rathavaraṃ tena ca prayayau tadā tataḥ praṇeduḥ pāñcālāḥ prahṛṣṭāḥ sādhu sādhv iti
Er bestieg einen vortrefflichen Wagen und fuhr darauf sogleich davon; darauf riefen die Pāñcālas, hocherfreut: ‚Vortrefflich, vortrefflich!'

bhayāpaho rājaputraḥ pāñcālānāṃ yaśaskaraḥ rājñaḥ śokāpaho jāta eṣa droṇavadhāya vai ity uvāca mahad bhūtam adṛśyaṃ khecaraṃ tadā

‚Der die Furcht bannende Königssohn, der den Pāñcālas Ruhm bringende, der den Kummer des Königs vertreibende, ist geboren, um Droṇa zu töten' – so sprach da ein gewaltiges, unsichtbares, durch die Luft ziehendes Wesen.

Wort für Wort
bhayāpaho rājaputraḥ pāñcālānāṃ yaśaskaraḥ rājñaḥ śokāpaho jāta eṣa droṇavadhāya vai ity uvāca mahad bhūtam adṛśyaṃ khecaraṃ tadā
‚Der die Furcht bannende Königssohn, der den Pāñcālas Ruhm bringende, der den Kummer des Königs vertreibende, ist geboren, um Droṇa zu töten' – so sprach da ein gewaltiges, unsichtbares, durch die Luft ziehendes Wesen.

kumārī cāpi pāñcālī vedimadhyāt samutthitā subhagā darśanīyāṅgī vedimadhyā manoramā

Und auch die Pāñcālī-Jungfrau erhob sich aus der Mitte des Opferaltars, die Holdselige, von schönem Wuchs, mit schmaler Taille, bezaubernd.

Wort für Wort
kumārī cāpi pāñcālī vedimadhyāt samutthitā subhagā darśanīyāṅgī vedimadhyā manoramā
Und auch die Pāñcālī-Jungfrau erhob sich aus der Mitte des Opferaltars, die Holdselige, von schönem Wuchs, mit schmaler Taille, bezaubernd.

śyāmā padmapalāśākṣī nīlakuñcitamūrdhajā mānuṣaṃ vigrahaṃ kṛtvā sākṣād amaravarṇinī

Dunkelfarben, mit Augen wie Lotosblätter, mit dunklem, gelocktem Haar – eine menschliche Gestalt annehmend, war sie leibhaftig von göttlicher Schönheit.

Wort für Wort
śyāmā padmapalāśākṣī nīlakuñcitamūrdhajā mānuṣaṃ vigrahaṃ kṛtvā sākṣād amaravarṇinī
Dunkelfarben, mit Augen wie Lotosblätter, mit dunklem, gelocktem Haar – eine menschliche Gestalt annehmend, war sie leibhaftig von göttlicher Schönheit.

nīlotpalasamo gandho yasyāḥ krośāt pravāyati yā bibharti paraṃ rūpaṃ yasyā nāsty upamā bhuvi

Ein Duft wie von der blauen Lotosblüte strömte von ihr eine Krośa-Wegstrecke weit; sie trug eine höchste Schönheit, der auf Erden nichts zu vergleichen war.

Wort für Wort
nīlotpalasamo gandho yasyāḥ krośāt pravāyati yā bibharti paraṃ rūpaṃ yasyā nāsty upamā bhuvi
Ein Duft wie von der blauen Lotosblüte strömte von ihr eine Krośa-Wegstrecke weit; sie trug eine höchste Schönheit, der auf Erden nichts zu vergleichen war.

[Anm.: ein Krośa ist ein altindisches Wegmaß von etwa 3-4 km.

tāṃ cāpi jātāṃ suśroṇīṃ vāg uvācāśarīriṇī sarvayoṣidvarā kṛṣṇā kṣayaṃ kṣatraṃ ninīṣati

Zu ihr, der Neugeborenen von schönen Hüften, sprach eine körperlose Stimme: ‚Die Vortrefflichste aller Frauen, Kṛṣṇā, wird die Kṣatriyas zum Untergang führen.'

Wort für Wort
tāṃ cāpi jātāṃ suśroṇīṃ vāg uvācāśarīriṇī sarvayoṣidvarā kṛṣṇā kṣayaṃ kṣatraṃ ninīṣati
Zu ihr, der Neugeborenen von schönen Hüften, sprach eine körperlose Stimme: ‚Die Vortrefflichste aller Frauen, Kṛṣṇā, wird die Kṣatriyas zum Untergang führen.'

surakāryam iyaṃ kāle kariṣyati sumadhyamā asyā hetoḥ kṣatriyāṇāṃ mahad utpatsyate bhayam

‚Diese, von schlanker Taille, wird zu gegebener Zeit das Werk der Götter vollbringen; ihretwegen wird den Kṣatriyas große Gefahr entstehen.'

Wort für Wort
surakāryam iyaṃ kāle kariṣyati sumadhyamā asyā hetoḥ kṣatriyāṇāṃ mahad utpatsyate bhayam
‚Diese, von schlanker Taille, wird zu gegebener Zeit das Werk der Götter vollbringen; ihretwegen wird den Kṣatriyas große Gefahr entstehen.'

tac chrutvā sarvapāñcālāḥ praṇeduḥ siṃhasaṃghavat na caitān harṣasaṃpūṇān iyaṃ sehe vasuṃdharā

Dies hörend, brüllten alle Pāñcālas wie eine Löwenschar auf; kaum ertrug die Erde diese, von Freude Erfüllten.

Wort für Wort
tac chrutvā sarvapāñcālāḥ praṇeduḥ siṃhasaṃghavat na caitān harṣasaṃpūṇān iyaṃ sehe vasuṃdharā
Dies hörend, brüllten alle Pāñcālas wie eine Löwenschar auf; kaum ertrug die Erde diese, von Freude Erfüllten.

tau dṛṣṭvā pṛṣatī yājaṃ prapede vai sutārthinī na vai mad anyāṃ jananīṃ jānīyātām imāv iti

Die beiden erblickend, wandte sich die Tochter des Pṛṣata, nach Kindern verlangend, an Yāja: ‚Diese beiden sollen keine andere Mutter kennen als mich.'

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tau dṛṣṭvā pṛṣatī yājaṃ prapede vai sutārthinī na vai mad anyāṃ jananīṃ jānīyātām imāv iti
Die beiden erblickend, wandte sich die Tochter des Pṛṣata, nach Kindern verlangend, an Yāja: ‚Diese beiden sollen keine andere Mutter kennen als mich.'

tathety uvāca tāṃ yājo rājñaḥ priyacikīrṣayā tayoś ca nāmanī cakrur dvijāḥ saṃpūrṇamānasāḥ

‚So sei es', sprach Yāja zu ihr, dem König zuliebe; und die Brahmanen gaben den beiden, hocherfreuten Sinnes, ihre Namen.

Wort für Wort
tathety uvāca tāṃ yājo rājñaḥ priyacikīrṣayā tayoś ca nāmanī cakrur dvijāḥ saṃpūrṇamānasāḥ
‚So sei es', sprach Yāja zu ihr, dem König zuliebe; und die Brahmanen gaben den beiden, hocherfreuten Sinnes, ihre Namen.

dhṛṣṭatvād atidhṛṣṇutvād dharmād dyutsaṃbhavād api dhṛṣṭadyumnaḥ kumāro 'yaṃ drupadasya bhavatv iti

‚Wegen seiner Kühnheit, wegen der überaus großen Verwegenheit, gemäß dem Opferrecht, und wegen seiner Entstehung aus dem Glanz des Feuers – dieser Knabe Drupadas soll Dhṛṣṭadyumna heißen.'

Wort für Wort
dhṛṣṭatvād atidhṛṣṇutvād dharmād dyutsaṃbhavād api dhṛṣṭadyumnaḥ kumāro 'yaṃ drupadasya bhavatv iti
‚Wegen seiner Kühnheit, wegen der überaus großen Verwegenheit, gemäß dem Opferrecht, und wegen seiner Entstehung aus dem Glanz des Feuers – dieser Knabe Drupadas soll Dhṛṣṭadyumna heißen.'

[Anm.: Namensdeutung von ‚Dhṛṣṭadyumna' aus ‚dhṛṣṭa' (,kühn/verwegen') und ‚dyumna' (,Glanz').

kṛṣṇety evābruvan kṛṣṇāṃ kṛṣṇābhūt sā hi varṇataḥ tathā tan mithunaṃ jajñe drupadasya mahāmakhe

‚Kṛṣṇā' nannten sie die Dunkle, denn sie war von dunkler Farbe; so wurde jenes Zwillingspaar bei Drupadas großem Opfer geboren.

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kṛṣṇety evābruvan kṛṣṇāṃ kṛṣṇābhūt sā hi varṇataḥ tathā tan mithunaṃ jajñe drupadasya mahāmakhe
‚Kṛṣṇā' nannten sie die Dunkle, denn sie war von dunkler Farbe; so wurde jenes Zwillingspaar bei Drupadas großem Opfer geboren.

dhṛṣṭadyumnaṃ tu pāñcālyam ānīya svaṃ viveśanam upākarod astrahetor bhāradvājaḥ pratāpavān

Dhṛṣṭadyumna, den Pāñcāla-Prinzen, aber führte der glanzvolle Sohn Bharadvājas in sein eigenes Haus und nahm ihn zu sich, um der Waffenkunst willen.

Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnaṃ tu pāñcālyam ānīya svaṃ viveśanam upākarod astrahetor bhāradvājaḥ pratāpavān
Dhṛṣṭadyumna, den Pāñcāla-Prinzen, aber führte der glanzvolle Sohn Bharadvājas in sein eigenes Haus und nahm ihn zu sich, um der Waffenkunst willen.

[Anm.: Bemerkenswert nimmt Droṇa selbst den zu seiner künftigen Tötung bestimmten Dhṛṣṭadyumna als Waffenschüler auf – vgl. das Motiv der Unabwendbarkeit des Schicksals in Vers 52.

amokṣaṇīyaṃ daivaṃ hi bhāvi matvā mahāmatiḥ tathā tat kṛtavān droṇa ātmakīrty anurakṣaṇāt

Denn, der Ansicht, dass das Schicksal, das Kommende, unabwendbar sei, handelte Droṇa, der Hochsinnige, so, um seinen eigenen Ruhm zu wahren.

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amokṣaṇīyaṃ daivaṃ hi bhāvi matvā mahāmatiḥ tathā tat kṛtavān droṇa ātmakīrty anurakṣaṇāt
Denn, der Ansicht, dass das Schicksal, das Kommende, unabwendbar sei, handelte Droṇa, der Hochsinnige, so, um seinen eigenen Ruhm zu wahren.

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