Kapitel 155: Dhṛṣṭadyumnadraupadīsaṃbhavaḥ
Die Entstehung Dhṛṣṭadyumnas und Draupadīs
Der von Groll erfüllte Drupada sucht nach Brahmanen, die ihm einen Sohn zur Vernichtung Droṇas verschaffen könnten, und findet die Brüder Yāja und Upayāja. Nach anfänglicher Weigerung berichtet Upayāja Drupada von einer moralischen Verfehlung seines älteren Bruders und verweist ihn an diesen; Yāja erklärt sich bereit, das Opfer durchzuführen. Aus dem Opferfeuer erhebt sich, bewaffnet und furchterregend, der Knabe Dhṛṣṭadyumna, zur Vernichtung Droṇas bestimmt; aus der Mitte des Opferaltars erhebt sich zugleich die wunderschöne Kṛṣṇā (Draupadī), von deren künftiger Rolle beim Untergang der Kṣatriyas eine körperlose Stimme kündet. Drupadas Gemahlin nimmt beide als ihre leiblichen Kinder an; die Brahmanen geben ihnen ihre Namen. Droṇa nimmt Dhṛṣṭadyumna, in Kenntnis seiner Bestimmung, dennoch als Waffenschüler auf, da er das Schicksal für unabwendbar hält.
Aus Verzweiflung sprach er über seine bereits geborenen Söhne: ‚Pfui über diese Verwandten' – und er war ständig am Seufzen, in dem Wunsch, sich an Droṇa zu rächen.
Aus Verzweiflung sprach er über seine bereits geborenen Söhne: ‚Pfui über diese Verwandten' – und er war ständig am Seufzen, in dem Wunsch, sich an Droṇa zu rächen.
prabhāvaṃ vinayaṃ śikṣāṃ droṇasya caritāni ca kṣātreṇa ca balenāsya cintayan nānvapadyata pratikartuṃ nṛpaśreṣṭho yatamāno 'pi bhārata
An Droṇas Macht, seine Bildung, sein Wissen und seine Taten sowie an dessen Kṣatriya-Kraft denkend, fand der beste der Könige, obwohl er sich bemühte, kein Mittel, sich zu rächen, o Bhārata.
Wort für Wort
prabhāvaṃ vinayaṃ śikṣāṃ droṇasya caritāni ca kṣātreṇa ca balenāsya cintayan nānvapadyata pratikartuṃ nṛpaśreṣṭho yatamāno 'pi bhārata
An Droṇas Macht, seine Bildung, sein Wissen und seine Taten sowie an dessen Kṣatriya-Kraft denkend, fand der beste der Könige, obwohl er sich bemühte, kein Mittel, sich zu rächen, o Bhārata.
tatra nāsnātakaḥ kaś cin na cāsīd avratī dvijaḥ tathaiva nāmahābhāgaḥ so 'paśyat saṃśitavratau
Dort gab es keinen, der nicht ein Studienabsolvent war, und keinen Zweifachgeborenen ohne Gelübde, ebenso keinen ohne großes Verdienst; er erblickte dort zwei Männer von strengen Gelübden.
Wort für Wort
tatra nāsnātakaḥ kaś cin na cāsīd avratī dvijaḥ tathaiva nāmahābhāgaḥ so 'paśyat saṃśitavratau
Dort gab es keinen, der nicht ein Studienabsolvent war, und keinen Zweifachgeborenen ohne Gelübde, ebenso keinen ohne großes Verdienst; er erblickte dort zwei Männer von strengen Gelübden.
Yāja und Upayāja, zwei Brahmanen-Ṛṣis, friedvollen Sinnes, vertieft in das Studium der Saṃhitā und der Abstammung nach beide Kāśyapas – sie erblickte der Sohn Pṛṣatas.
Yāja und Upayāja, zwei Brahmanen-Ṛṣis, friedvollen Sinnes, vertieft in das Studium der Saṃhitā und der Abstammung nach beide Kāśyapas – sie erblickte der Sohn Pṛṣatas.
[?] ‚śāmyantau' (,friedvoll/ruhig') ist in seiner genauen Bedeutung an dieser Stelle unsicher.
tāraṇe yuktarūpau tau brāhmaṇāv ṛṣisattamau sa tāv āmantrayām āsa sarvakāmair atandritaḥ
Jene beiden Brahmanen, geeignet erscheinend, ihm aus seiner Not zu helfen, die besten der Ṛṣis, sprach er an, unermüdlich mit allerlei Wünschen sie umwerbend.
Wort für Wort
tāraṇe yuktarūpau tau brāhmaṇāv ṛṣisattamau sa tāv āmantrayām āsa sarvakāmair atandritaḥ
Jene beiden Brahmanen, geeignet erscheinend, ihm aus seiner Not zu helfen, die besten der Ṛṣis, sprach er an, unermüdlich mit allerlei Wünschen sie umwerbend.
Nachdem er ihre Kraft und ihren Verstand erkannt hatte, wandte er sich heimlich dem Jüngeren zu und umwarb, mit Wünschen lockend, Upayāja, den von festen Gelübden.
Nachdem er ihre Kraft und ihren Verstand erkannt hatte, wandte er sich heimlich dem Jüngeren zu und umwarb, mit Wünschen lockend, Upayāja, den von festen Gelübden.
yena me karmaṇā brahman putraḥ syād droṇamṛtyave upayāja kṛte tasmin gavāṃ dātāsmi te 'rbudam
‚Durch welches Ritual auch immer, o Brahmane, mir ein Sohn zum Tode Droṇas werden könnte – o Upayāja, wenn dieses vollzogen ist, werde ich dir zehn Millionen Rinder geben.'
Wort für Wort
yena me karmaṇā brahman putraḥ syād droṇamṛtyave upayāja kṛte tasmin gavāṃ dātāsmi te 'rbudam
‚Durch welches Ritual auch immer, o Brahmane, mir ein Sohn zum Tode Droṇas werden könnte – o Upayāja, wenn dieses vollzogen ist, werde ich dir zehn Millionen Rinder geben.'
‚Mein älterer Bruder nahm einst, im Wald bei einem Wasserfall umherwandernd, eine auf unbekanntem, möglicherweise unreinem Boden gefallene Frucht auf.'
‚Mein älterer Bruder nahm einst, im Wald bei einem Wasserfall umherwandernd, eine auf unbekanntem, möglicherweise unreinem Boden gefallene Frucht auf.'
‚Dies sah ich als ungehörig von meinem Bruder an, ihm nachgehend – keinerlei Überlegung stellte er bei der Aufnahme des möglicherweise Verunreinigten an.'
‚Dies sah ich als ungehörig von meinem Bruder an, ihm nachgehend – keinerlei Überlegung stellte er bei der Aufnahme des möglicherweise Verunreinigten an.'
[?] ‚saṃkarādāne' (,bei der Aufnahme von Vermischtem/Unreinem') im genauen Sinn unsicher.
dṛṣṭvā phalasya nāpaśyad doṣā ye 'syānubandhikāḥ vivinakti na śaucaṃ yaḥ so 'nyatrāpi kathaṃ bhavet
‚Er sah die Frucht, erkannte aber nicht die ihr anhaftenden Mängel; wer die Reinheit nicht zu unterscheiden vermag, wie sollte er es anderswo vermögen?'
Wort für Wort
dṛṣṭvā phalasya nāpaśyad doṣā ye 'syānubandhikāḥ vivinakti na śaucaṃ yaḥ so 'nyatrāpi kathaṃ bhavet
‚Er sah die Frucht, erkannte aber nicht die ihr anhaftenden Mängel; wer die Reinheit nicht zu unterscheiden vermag, wie sollte er es anderswo vermögen?'
saṃhitādhyayanaṃ kurvan vasan gurukule ca yaḥ bhaikṣam ucchiṣṭam anyeṣāṃ bhuṅkte cāpi sadā sadā kīrtayan guṇam annānām aghṛṇī ca punaḥ punaḥ
‚Wer, während er das Studium der Saṃhitā betreibt und im Hause des Lehrers wohnt, stets die übriggelassene Bettelspeise anderer isst, dabei immer wieder den Vorzug der Speisen rühmt und ohne jeden Ekel ist –'
Wort für Wort
saṃhitādhyayanaṃ kurvan vasan gurukule ca yaḥ bhaikṣam ucchiṣṭam anyeṣāṃ bhuṅkte cāpi sadā sadā kīrtayan guṇam annānām aghṛṇī ca punaḥ punaḥ
‚Wer, während er das Studium der Saṃhitā betreibt und im Hause des Lehrers wohnt, stets die übriggelassene Bettelspeise anderer isst, dabei immer wieder den Vorzug der Speisen rühmt und ohne jeden Ekel ist –'
tam ahaṃ phalārthinaṃ manye bhrātaraṃ tarkacakṣuṣā taṃ vai gacchasva nṛpate sa tvāṃ saṃyājayiṣyati
‚diesen meinen Bruder halte ich, mit dem Auge der Überlegung, für einen, der allzu sehr auf bloßen Gewinn bedacht ist; zu ihm sollst du gehen, o König – er wird das Opfer für dich vollziehen.'
Wort für Wort
tam ahaṃ phalārthinaṃ manye bhrātaraṃ tarkacakṣuṣā taṃ vai gacchasva nṛpate sa tvāṃ saṃyājayiṣyati
‚diesen meinen Bruder halte ich, mit dem Auge der Überlegung, für einen, der allzu sehr auf bloßen Gewinn bedacht ist; zu ihm sollst du gehen, o König – er wird das Opfer für dich vollziehen.'
Der König, im Geiste Bedenken hegend, dies überlegend, nachdem er Upayājas Wort vernommen hatte, der König, aller Dharma kundig, ehrte gebührend den ehrwürdigen Ṛṣi und sprach zu Yāja:
Der König, im Geiste Bedenken hegend, dies überlegend, nachdem er Upayājas Wort vernommen hatte, der König, aller Dharma kundig, ehrte gebührend den ehrwürdigen Ṛṣi und sprach zu Yāja:
‚Achtzigtausend Rinder werde ich geben; vollziehe du das Opfer für mich, o Mächtiger; du sollst mich, von der Feindschaft gegen Droṇa Verzehrten, erquicken.'
‚Achtzigtausend Rinder werde ich geben; vollziehe du das Opfer für mich, o Mächtiger; du sollst mich, von der Feindschaft gegen Droṇa Verzehrten, erquicken.'
sa hi brahmavidāṃ śreṣṭho brahmāstre cāpy anuttamaḥ tasmād droṇaḥ parājaiṣīn māṃ vai sa sakhivigrahe
‚Denn er ist der Beste der Brahman-Kenner und unübertroffen in der Brahmāstra-Waffe; deshalb hat mich dieser Droṇa im einstigen Freundschaftsstreit besiegt.'
Wort für Wort
sa hi brahmavidāṃ śreṣṭho brahmāstre cāpy anuttamaḥ tasmād droṇaḥ parājaiṣīn māṃ vai sa sakhivigrahe
‚Denn er ist der Beste der Brahman-Kenner und unübertroffen in der Brahmāstra-Waffe; deshalb hat mich dieser Droṇa im einstigen Freundschaftsstreit besiegt.'
sa hi brāhmaṇavegena kṣātraṃ vegam asaṃśayam pratihanti maheṣvāso bhāradvājo mahāmanāḥ
‚Denn er, der große Bogenschütze, der hochherzige Sohn Bharadvājas, schlägt mit der Wucht seines Brahmanentums ohne Zweifel die Wucht des Kṣatriya-Standes zurück.'
Wort für Wort
sa hi brāhmaṇavegena kṣātraṃ vegam asaṃśayam pratihanti maheṣvāso bhāradvājo mahāmanāḥ
‚Denn er, der große Bogenschütze, der hochherzige Sohn Bharadvājas, schlägt mit der Wucht seines Brahmanentums ohne Zweifel die Wucht des Kṣatriya-Standes zurück.'
‚Zur Vernichtung der Kṣatriyas bestimmt, dasteht er wie einst der Sohn Jamadagnis; seine Waffenkraft ist furchtbar, für Menschen auf Erden unbezwingbar.'
‚Zur Vernichtung der Kṣatriyas bestimmt, dasteht er wie einst der Sohn Jamadagnis; seine Waffenkraft ist furchtbar, für Menschen auf Erden unbezwingbar.'
brāhmam uccārayaṃs tejo hutāhutir ivānalaḥ sametya sa dahaty ājau kṣatraṃ brahmapuraḥsaraḥ brahmakṣatre ca vihite brahmatejo viśiṣyate
‚Seine brahmanische Glut entfaltend, wie ein Feuer, dem Opfergaben dargebracht wurden, verbrennt er, zusammentreffend, im Kampf die Kṣatriyas, vom Brahman geleitet; und wo Brahman und Kṣatra aufeinandertreffen, ist die brahmanische Glut überlegen.'
Wort für Wort
brāhmam uccārayaṃs tejo hutāhutir ivānalaḥ sametya sa dahaty ājau kṣatraṃ brahmapuraḥsaraḥ brahmakṣatre ca vihite brahmatejo viśiṣyate
‚Seine brahmanische Glut entfaltend, wie ein Feuer, dem Opfergaben dargebracht wurden, verbrennt er, zusammentreffend, im Kampf die Kṣatriyas, vom Brahman geleitet; und wo Brahman und Kṣatra aufeinandertreffen, ist die brahmanische Glut überlegen.'
‚So, an Kṣatriya-Kraft unterlegen, nehme ich meine Zuflucht zur brahmanischen Glut, indem ich zu dir, der du gegenüber Droṇa überlegen und der beste Kenner des Brahman bist, gekommen bin.'
‚So, an Kṣatriya-Kraft unterlegen, nehme ich meine Zuflucht zur brahmanischen Glut, indem ich zu dir, der du gegenüber Droṇa überlegen und der beste Kenner des Brahman bist, gekommen bin.'
droṇāntakam ahaṃ putraṃ labheyaṃ yudhi durjayam tat karma kuru me yāja nirvapāmy arbudaṃ gavām
‚Einen Sohn, der Droṇas Ende bringt, im Kampf unbezwingbar, möchte ich erlangen; vollziehe du dieses Werk für mich, Yāja – ich werde dir zehn Millionen Rinder darbringen.'
Wort für Wort
droṇāntakam ahaṃ putraṃ labheyaṃ yudhi durjayam tat karma kuru me yāja nirvapāmy arbudaṃ gavām
‚Einen Sohn, der Droṇas Ende bringt, im Kampf unbezwingbar, möchte ich erlangen; vollziehe du dieses Werk für mich, Yāja – ich werde dir zehn Millionen Rinder darbringen.'
tathety uktvā tu taṃ yājo yājyārtham upakalpayat gurvartha iti cākāmam upayājam acodayat yājo droṇavināśāya pratijajñe tathā ca saḥ
‚So sei es', sprechend, bereitete Yāja ihn für den Opferzweck vor; und um des älteren Bruders willen drängte er den widerwilligen Upayāja; und Yāja gelobte so auch, zur Vernichtung Droṇas das Opfer zu vollziehen.
Wort für Wort
tathety uktvā tu taṃ yājo yājyārtham upakalpayat gurvartha iti cākāmam upayājam acodayat yājo droṇavināśāya pratijajñe tathā ca saḥ
‚So sei es', sprechend, bereitete Yāja ihn für den Opferzweck vor; und um des älteren Bruders willen drängte er den widerwilligen Upayāja; und Yāja gelobte so auch, zur Vernichtung Droṇas das Opfer zu vollziehen.
Yāja aber ließ am Ende der Feueropferhandlung die Königin herbeirufen: ‚Komm zu mir, o Königin, Tochter des Pṛṣata – ein Zwillingspaar steht für dich bereit.'
Yāja aber ließ am Ende der Feueropferhandlung die Königin herbeirufen: ‚Komm zu mir, o Königin, Tochter des Pṛṣata – ein Zwillingspaar steht für dich bereit.'
devy uvāca avaliptaṃ me mukhaṃ brahman puṇyān gandhān bibharmi ca sutārthenoparuddhāsmi tiṣṭha yāja mama priye
Die Königin sprach: ‚Mein Gesicht ist gesalbt, o Brahmane, und ich trage wohlriechende Düfte; ich bin um eines Sohnes willen gerade anderweitig aufgehalten – warte, Yāja, mein Lieber.'
Wort für Wort
devy uvāca avaliptaṃ me mukhaṃ brahman puṇyān gandhān bibharmi ca sutārthenoparuddhāsmi tiṣṭha yāja mama priye
Die Königin sprach: ‚Mein Gesicht ist gesalbt, o Brahmane, und ich trage wohlriechende Düfte; ich bin um eines Sohnes willen gerade anderweitig aufgehalten – warte, Yāja, mein Lieber.'
Yāja sprach: ‚Die von Yāja bereitete, von Upayāja mit Mantras geweihte Opfergabe – wie sollte sie den Wunsch nicht erfüllen? Ob du nun herbeikommst oder fernbleibst –'
Yāja sprach: ‚Die von Yāja bereitete, von Upayāja mit Mantras geweihte Opfergabe – wie sollte sie den Wunsch nicht erfüllen? Ob du nun herbeikommst oder fernbleibst –'
Der Brahmane sprach: Als Yāja so gesprochen hatte, und die geweihte Opfergabe dargebracht war, erhob sich aus jenem Feuer ein Knabe, einem Gott gleich.
Der Brahmane sprach: Als Yāja so gesprochen hatte, und die geweihte Opfergabe dargebracht war, erhob sich aus jenem Feuer ein Knabe, einem Gott gleich.
Flammenfarben, von furchtbarer Gestalt, eine Krone tragend, mit vortrefflicher Rüstung, mit Schwert, mit Pfeilen, mit Bogen versehen, unaufhörlich brüllend.
Flammenfarben, von furchtbarer Gestalt, eine Krone tragend, mit vortrefflicher Rüstung, mit Schwert, mit Pfeilen, mit Bogen versehen, unaufhörlich brüllend.
‚Der die Furcht bannende Königssohn, der den Pāñcālas Ruhm bringende, der den Kummer des Königs vertreibende, ist geboren, um Droṇa zu töten' – so sprach da ein gewaltiges, unsichtbares, durch die Luft ziehendes Wesen.
‚Der die Furcht bannende Königssohn, der den Pāñcālas Ruhm bringende, der den Kummer des Königs vertreibende, ist geboren, um Droṇa zu töten' – so sprach da ein gewaltiges, unsichtbares, durch die Luft ziehendes Wesen.
Dunkelfarben, mit Augen wie Lotosblätter, mit dunklem, gelocktem Haar – eine menschliche Gestalt annehmend, war sie leibhaftig von göttlicher Schönheit.
Dunkelfarben, mit Augen wie Lotosblätter, mit dunklem, gelocktem Haar – eine menschliche Gestalt annehmend, war sie leibhaftig von göttlicher Schönheit.
Ein Duft wie von der blauen Lotosblüte strömte von ihr eine Krośa-Wegstrecke weit; sie trug eine höchste Schönheit, der auf Erden nichts zu vergleichen war.
Ein Duft wie von der blauen Lotosblüte strömte von ihr eine Krośa-Wegstrecke weit; sie trug eine höchste Schönheit, der auf Erden nichts zu vergleichen war.
[Anm.: ein Krośa ist ein altindisches Wegmaß von etwa 3-4 km.
Zu ihr, der Neugeborenen von schönen Hüften, sprach eine körperlose Stimme: ‚Die Vortrefflichste aller Frauen, Kṛṣṇā, wird die Kṣatriyas zum Untergang führen.'
Zu ihr, der Neugeborenen von schönen Hüften, sprach eine körperlose Stimme: ‚Die Vortrefflichste aller Frauen, Kṛṣṇā, wird die Kṣatriyas zum Untergang führen.'
tau dṛṣṭvā pṛṣatī yājaṃ prapede vai sutārthinī na vai mad anyāṃ jananīṃ jānīyātām imāv iti
Die beiden erblickend, wandte sich die Tochter des Pṛṣata, nach Kindern verlangend, an Yāja: ‚Diese beiden sollen keine andere Mutter kennen als mich.'
Wort für Wort
tau dṛṣṭvā pṛṣatī yājaṃ prapede vai sutārthinī na vai mad anyāṃ jananīṃ jānīyātām imāv iti
Die beiden erblickend, wandte sich die Tochter des Pṛṣata, nach Kindern verlangend, an Yāja: ‚Diese beiden sollen keine andere Mutter kennen als mich.'
‚Wegen seiner Kühnheit, wegen der überaus großen Verwegenheit, gemäß dem Opferrecht, und wegen seiner Entstehung aus dem Glanz des Feuers – dieser Knabe Drupadas soll Dhṛṣṭadyumna heißen.'
‚Wegen seiner Kühnheit, wegen der überaus großen Verwegenheit, gemäß dem Opferrecht, und wegen seiner Entstehung aus dem Glanz des Feuers – dieser Knabe Drupadas soll Dhṛṣṭadyumna heißen.'
[Anm.: Namensdeutung von ‚Dhṛṣṭadyumna' aus ‚dhṛṣṭa' (,kühn/verwegen') und ‚dyumna' (,Glanz').
dhṛṣṭadyumnaṃ tu pāñcālyam ānīya svaṃ viveśanam upākarod astrahetor bhāradvājaḥ pratāpavān
Dhṛṣṭadyumna, den Pāñcāla-Prinzen, aber führte der glanzvolle Sohn Bharadvājas in sein eigenes Haus und nahm ihn zu sich, um der Waffenkunst willen.
Wort für Wort
dhṛṣṭadyumnaṃ tu pāñcālyam ānīya svaṃ viveśanam upākarod astrahetor bhāradvājaḥ pratāpavān
Dhṛṣṭadyumna, den Pāñcāla-Prinzen, aber führte der glanzvolle Sohn Bharadvājas in sein eigenes Haus und nahm ihn zu sich, um der Waffenkunst willen.
[Anm.: Bemerkenswert nimmt Droṇa selbst den zu seiner künftigen Tötung bestimmten Dhṛṣṭadyumna als Waffenschüler auf – vgl. das Motiv der Unabwendbarkeit des Schicksals in Vers 52.