Als Lehrgeld verlangt Droṇa von seinen Schülern nichts anderes als die Gefangennahme Drupadas. Die Pāṇḍu- und Kuru-Prinzen erobern daraufhin das Reich der Pāñcālas und bringen Drupada gedemütigt vor Droṇa. Dieser verschont ihn, erinnert ihn höhnisch an ihre einstige Freundschaft und schenkt ihm dann, als vermeintliche Wiederherstellung der Gleichrangigkeit, die Hälfte des Königreichs – Droṇa selbst wird Herrscher nördlich, Drupada südlich der Gaṅgā. Drupada, gedemütigt und von der Feindschaft besessen, erkennt seine Unterlegenheit gegenüber brahmanischer Kraft und fasst den Entschluss, sich einen Sohn zur Rache zu wünschen – eine Vorausdeutung auf die spätere Geburt Dhṛṣṭadyumnas.
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf versammelte Droṇa alle seine Schüler und forderte sie vollständig zur Zahlung des Lehrgelds für den Lehrer auf, o Herrscher der Erde.
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf versammelte Droṇa alle seine Schüler und forderte sie vollständig zur Zahlung des Lehrgelds für den Lehrer auf, o Herrscher der Erde.
pramṛdya tarasā rāṣṭraṃ puraṃ te mṛditaṃ mayā prāpya jīvan ripuvaśaṃ sakhipūrvaṃ kim iṣyate
‚Nachdem ich rasch dein Reich zermalmt und deine Stadt zerstört habe – nun, da du lebend in der Gewalt deines Feindes bist, was soll da eine frühere Freundschaft noch gelten?'
Wort für Wort
pramṛdya tarasā rāṣṭraṃ puraṃ te mṛditaṃ mayā prāpya jīvan ripuvaśaṃ sakhipūrvaṃ kim iṣyate
‚Nachdem ich rasch dein Reich zermalmt und deine Stadt zerstört habe – nun, da du lebend in der Gewalt deines Feindes bist, was soll da eine frühere Freundschaft noch gelten?'
prārthayeyaṃ tvayā sakhyaṃ punar eva nararṣabha varaṃ dadāmi te rājan rājyasyārdham avāpnuhi
‚Ich möchte wieder um deine Freundschaft bitten, o Stier unter den Männern; ein Gnadengeschenk gebe ich dir, o König: erhalte die Hälfte deines Königreichs.'
Wort für Wort
prārthayeyaṃ tvayā sakhyaṃ punar eva nararṣabha varaṃ dadāmi te rājan rājyasyārdham avāpnuhi
‚Ich möchte wieder um deine Freundschaft bitten, o Stier unter den Männern; ein Gnadengeschenk gebe ich dir, o König: erhalte die Hälfte deines Königreichs.'
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, ließ Droṇa ihn frei, o Bhārata, ehrte ihn, und, wohlgesonnenen Herzens, übergab er ihm die Hälfte des Königreichs.
Vaiśaṃpāyana sprach: So angesprochen, ließ Droṇa ihn frei, o Bhārata, ehrte ihn, und, wohlgesonnenen Herzens, übergab er ihm die Hälfte des Königreichs.
mākandīm atha gaṅgāyās tīre janapadāyutām so 'dhyāvasad dīnamanāḥ kāmpilyaṃ ca purottamam dakṣiṇāṃś caiva pāñcālān yāvac carmaṇvatī nadī
Da bewohnte er, niedergeschlagenen Sinnes, Mākandī am Gaṅgā-Ufer, reich an Landvolk, und Kāmpilya, die vorzüglichste Stadt, sowie die südlichen Pāñcālas bis zum Fluss Carmaṇvatī.
Wort für Wort
mākandīm atha gaṅgāyās tīre janapadāyutām so 'dhyāvasad dīnamanāḥ kāmpilyaṃ ca purottamam dakṣiṇāṃś caiva pāñcālān yāvac carmaṇvatī nadī
Da bewohnte er, niedergeschlagenen Sinnes, Mākandī am Gaṅgā-Ufer, reich an Landvolk, und Kāmpilya, die vorzüglichste Stadt, sowie die südlichen Pāñcālas bis zum Fluss Carmaṇvatī.
droṇena vairaṃ drupadaḥ saṃsmaran na śaśāma ha kṣātreṇa ca balenāsya nāpaśyat sa parājayam
Drupada, der Feindschaft mit Droṇa stets gedenkend, kam nicht zur Ruhe; und mit der Kraft der Kṣatriyas allein sah er keine Möglichkeit, ihn zu besiegen.
Wort für Wort
droṇena vairaṃ drupadaḥ saṃsmaran na śaśāma ha kṣātreṇa ca balenāsya nāpaśyat sa parājayam
Drupada, der Feindschaft mit Droṇa stets gedenkend, kam nicht zur Ruhe; und mit der Kraft der Kṣatriyas allein sah er keine Möglichkeit, ihn zu besiegen.
hīnaṃ viditvā cātmānaṃ brāhmaṇena balena ca putrajanma parīpsan vai sa rājā tad adhārayat ahicchatraṃ ca viṣayaṃ droṇaḥ samabhipadyata
Und da er erkannte, dass er der brahmanischen Kraft unterlegen war, hegte jener König den Wunsch nach der Geburt eines Sohnes und hielt daran fest; Droṇa aber gelangte in den Besitz des Landes Ahicchatra.
Wort für Wort
hīnaṃ viditvā cātmānaṃ brāhmaṇena balena ca putrajanma parīpsan vai sa rājā tad adhārayat ahicchatraṃ ca viṣayaṃ droṇaḥ samabhipadyata
Und da er erkannte, dass er der brahmanischen Kraft unterlegen war, hegte jener König den Wunsch nach der Geburt eines Sohnes und hielt daran fest; Droṇa aber gelangte in den Besitz des Landes Ahicchatra.
[Anm.: Vorausdeutung auf die spätere Geburt Dhṛṣṭadyumnas, der Droṇa im Krieg töten wird.