Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 152: Bakavadhaḥ Der Tod Bakas

Bakas erschrecktes Gefolge stürzt herbei; Bhīma beruhigt es und erzwingt ein Abkommen, nie mehr Menschen zu schädigen – seither erscheinen die Rākṣasas dort sanftmütig. Bhīma legt den toten Baka am Stadttor ab und kehrt unbemerkt zum Brahmanenhaus zurück. Die Stadtbewohner finden am Morgen den erschlagenen Rākṣasa, strömen zu Tausenden herbei und ermitteln, welcher Haushalt an der Reihe war; der Brahmane erzählt ihnen, wie mit den Pāṇḍavas verabredet, die Tarngeschichte von einem unbekannten, mächtigen, in Zauberformeln vollendeten Brahmanen, der die Speise selbst überbracht und Baka bezwungen habe. Ein Fest zu Ehren der Brahmanen wird veranstaltet, und Menschen aus dem ganzen Land strömen herbei, um das Wunder zu sehen; die Pāṇḍavas bleiben unerkannt in der Stadt wohnen.

vaiśaṃpāyana uvāca tena śabdena vitrasto janas tasyātha rakṣasaḥ niṣpapāta gṛhād rājan sahaiva paricāribhiḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Durch jenen Laut erschreckt, stürzte das Gefolge jenes Rākṣasa aus dem Haus hervor, o König, samt den Dienern.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tena śabdena vitrasto janas tasyātha rakṣasaḥ niṣpapāta gṛhād rājan sahaiva paricāribhiḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Durch jenen Laut erschreckt, stürzte das Gefolge jenes Rākṣasa aus dem Haus hervor, o König, samt den Dienern.

tān bhītān vigatajñānān bhīmaḥ praharatāṃ varaḥ sāntvayām āsa balavān samaye ca nyaveśayat

Sie, die Verängstigten, der Besinnung Beraubten, beruhigte Bhīma, der Beste der Kämpfer, der Starke, und band sie an ein Abkommen.

Wort für Wort
tān bhītān vigatajñānān bhīmaḥ praharatāṃ varaḥ sāntvayām āsa balavān samaye ca nyaveśayat
Sie, die Verängstigten, der Besinnung Beraubten, beruhigte Bhīma, der Beste der Kämpfer, der Starke, und band sie an ein Abkommen.

na hiṃsyā mānuṣā bhūyo yuṣmābhir iha karhi cit hiṃsatāṃ hi vadhaḥ śīghram evam eva bhaved iti

‚Nie mehr sollen von euch hier Menschen geschädigt werden; denn wer schädigt, dem widerfahre gerade so, rasch, der Tod.'

Wort für Wort
na hiṃsyā mānuṣā bhūyo yuṣmābhir iha karhi cit hiṃsatāṃ hi vadhaḥ śīghram evam eva bhaved iti
‚Nie mehr sollen von euch hier Menschen geschädigt werden; denn wer schädigt, dem widerfahre gerade so, rasch, der Tod.'

tasya tad vacanaṃ śrutvā tāni rakṣāṃsi bhārata evam astv iti taṃ prāhur jagṛhuḥ samayaṃ ca tam

Nachdem sie dieses Wort vernommen hatten, sprachen jene Rākṣasas, o Bhārata, zu ihm: ‚So sei es', und nahmen dieses Abkommen an.

Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā tāni rakṣāṃsi bhārata evam astv iti taṃ prāhur jagṛhuḥ samayaṃ ca tam
Nachdem sie dieses Wort vernommen hatten, sprachen jene Rākṣasas, o Bhārata, zu ihm: ‚So sei es', und nahmen dieses Abkommen an.

tataḥ prabhṛti rakṣāṃsi tatra saumyāni bhārata nagare pratyadṛśyanta narair nagaravāsibhiḥ

Von da an wurden die Rākṣasas dort, o Bhārata, sanftmütig, und zeigten sich den Bewohnern der Stadt.

Wort für Wort
tataḥ prabhṛti rakṣāṃsi tatra saumyāni bhārata nagare pratyadṛśyanta narair nagaravāsibhiḥ
Von da an wurden die Rākṣasas dort, o Bhārata, sanftmütig, und zeigten sich den Bewohnern der Stadt.

tato bhimas tam ādāya gatāsuṃ puruṣādakam dvāradeśe vinikṣipya jagāmānupalakṣitaḥ

Darauf, den leblosen Menschenfresser mit sich nehmend, warf ihn Bhīma am Stadttor nieder und zog, unbemerkt, davon.

Wort für Wort
tato bhimas tam ādāya gatāsuṃ puruṣādakam dvāradeśe vinikṣipya jagāmānupalakṣitaḥ
Darauf, den leblosen Menschenfresser mit sich nehmend, warf ihn Bhīma am Stadttor nieder und zog, unbemerkt, davon.

tataḥ sa bhīmas taṃ hatvā gatvā brāhmaṇaveśma tat ācacakṣe yathāvṛttaṃ rājñaḥ sarvam aśeṣataḥ

Darauf, nachdem er ihn erschlagen hatte, ging Bhīma zu jenem Haus des Brahmanen und berichtete dort alles, wie es sich zugetragen hatte, vollständig – dem König.

Wort für Wort
tataḥ sa bhīmas taṃ hatvā gatvā brāhmaṇaveśma tat ācacakṣe yathāvṛttaṃ rājñaḥ sarvam aśeṣataḥ
Darauf, nachdem er ihn erschlagen hatte, ging Bhīma zu jenem Haus des Brahmanen und berichtete dort alles, wie es sich zugetragen hatte, vollständig – dem König.

[?] ‚rājñaḥ' (,dem König') passt nicht recht zum Kontext (Bhīma berichtet der Brahmanenfamilie); möglicherweise Textverderbnis oder eine formelhafte Wendung; wörtlich übernommen.

tato narā viniṣkrāntā nagarāt kālyam eva tu dadṛśur nihataṃ bhūmau rākṣasaṃ rudhirokṣitam

Da zogen frühmorgens Männer aus der Stadt hinaus und erblickten den auf dem Boden erschlagenen, blutbefleckten Rākṣasa.

Wort für Wort
tato narā viniṣkrāntā nagarāt kālyam eva tu dadṛśur nihataṃ bhūmau rākṣasaṃ rudhirokṣitam
Da zogen frühmorgens Männer aus der Stadt hinaus und erblickten den auf dem Boden erschlagenen, blutbefleckten Rākṣasa.

tam adrikūṭasadṛśaṃ vinikīrṇaṃ bhayāvaham ekacakrāṃ tato gatvā pravṛttiṃ pradaduḥ pare

Ihn, einem Berggipfel gleich, hingestreckt, furchterregend, sehend, gingen andere darauf nach Ekacakrā und verkündeten die Nachricht.

Wort für Wort
tam adrikūṭasadṛśaṃ vinikīrṇaṃ bhayāvaham ekacakrāṃ tato gatvā pravṛttiṃ pradaduḥ pare
Ihn, einem Berggipfel gleich, hingestreckt, furchterregend, sehend, gingen andere darauf nach Ekacakrā und verkündeten die Nachricht.

tataḥ sahasraśo rājan narā nagaravāsinaḥ tatrājagmur bakaṃ draṣṭuṃ sastrīvṛddhakumārakāḥ

Darauf kamen zu Tausenden, o König, die Bewohner der Stadt, samt Frauen, Greisen und Kindern, dorthin, um Baka zu sehen.

Wort für Wort
tataḥ sahasraśo rājan narā nagaravāsinaḥ tatrājagmur bakaṃ draṣṭuṃ sastrīvṛddhakumārakāḥ
Darauf kamen zu Tausenden, o König, die Bewohner der Stadt, samt Frauen, Greisen und Kindern, dorthin, um Baka zu sehen.

tatas te vismitāḥ sarve karma dṛṣṭvātimānuṣam daivatāny arcayāṃ cakruḥ sarva eva viśāṃ pate

Da, verwundert alle, nachdem sie die übermenschliche Tat gesehen hatten, verehrten sie allesamt die Gottheiten, o Herrscher der Völker.

Wort für Wort
tatas te vismitāḥ sarve karma dṛṣṭvātimānuṣam daivatāny arcayāṃ cakruḥ sarva eva viśāṃ pate
Da, verwundert alle, nachdem sie die übermenschliche Tat gesehen hatten, verehrten sie allesamt die Gottheiten, o Herrscher der Völker.

tataḥ pragaṇayām āsuḥ kasya vāro 'dya bhojane jñātvā cāgamya taṃ vipraṃ papracchuḥ sarva eva tat

Dann zählten sie ab, wer heute an der Reihe für die Speise gewesen sei; und nachdem sie es erfahren hatten, kamen sie zu jenem Brahmanen und fragten ihn alle danach.

Wort für Wort
tataḥ pragaṇayām āsuḥ kasya vāro 'dya bhojane jñātvā cāgamya taṃ vipraṃ papracchuḥ sarva eva tat
Dann zählten sie ab, wer heute an der Reihe für die Speise gewesen sei; und nachdem sie es erfahren hatten, kamen sie zu jenem Brahmanen und fragten ihn alle danach.

evaṃ pṛṣṭas tu bahuśo rakṣamāṇaś ca pāṇḍavān uvāca nāgarān sarvān idaṃ viprarṣabhas tadā

So vielfach befragt, und die Pāṇḍavas dabei schützend, sprach da der Beste der Brahmanen zu allen Stadtbewohnern dies:

Wort für Wort
evaṃ pṛṣṭas tu bahuśo rakṣamāṇaś ca pāṇḍavān uvāca nāgarān sarvān idaṃ viprarṣabhas tadā
So vielfach befragt, und die Pāṇḍavas dabei schützend, sprach da der Beste der Brahmanen zu allen Stadtbewohnern dies:

ājñāpitaṃ mām aśane rudantaṃ saha bandhubhiḥ dadarśa brāhmaṇaḥ kaś cin mantrasiddho mahābalaḥ

‚Mich, der zur Speise bestimmt war, sah, wie ich weinte samt meinen Verwandten, ein gewisser Brahmane, in Zauberformeln vollendet, überaus stark.'

Wort für Wort
ājñāpitaṃ mām aśane rudantaṃ saha bandhubhiḥ dadarśa brāhmaṇaḥ kaś cin mantrasiddho mahābalaḥ
‚Mich, der zur Speise bestimmt war, sah, wie ich weinte samt meinen Verwandten, ein gewisser Brahmane, in Zauberformeln vollendet, überaus stark.'

paripṛcchya sa māṃ pūrvaṃ parikleśaṃ purasya ca abravīd brāhmaṇaśreṣṭha āśvāsya prahasann iva

‚Nachdem er mich zuvor über die Not der Stadt befragt hatte, sprach dieser beste der Brahmanen, mich tröstend, gleichsam lächelnd:'

Wort für Wort
paripṛcchya sa māṃ pūrvaṃ parikleśaṃ purasya ca abravīd brāhmaṇaśreṣṭha āśvāsya prahasann iva
‚Nachdem er mich zuvor über die Not der Stadt befragt hatte, sprach dieser beste der Brahmanen, mich tröstend, gleichsam lächelnd:'

prāpayiṣyāmy ahaṃ tasmai idam annaṃ durātmane mannimittaṃ bhayaṃ cāpi na kāryam iti vīryavān

‚Ich werde diesem Bösgesinnten selbst diese Speise überbringen; auch sollt ihr meinetwegen keine Furcht hegen' – so sprach der Tapfere.'

Wort für Wort
prāpayiṣyāmy ahaṃ tasmai idam annaṃ durātmane mannimittaṃ bhayaṃ cāpi na kāryam iti vīryavān
‚Ich werde diesem Bösgesinnten selbst diese Speise überbringen; auch sollt ihr meinetwegen keine Furcht hegen' – so sprach der Tapfere.'

sa tadannam upādāya gato bakavanaṃ prati tena nūnaṃ bhaved etat karma lokahitaṃ kṛtam

‚Er nahm jene Speise und zog zu Bakas Wald; von ihm wurde wohl diese Tat, zum Wohl der Welt, vollbracht.'

Wort für Wort
sa tadannam upādāya gato bakavanaṃ prati tena nūnaṃ bhaved etat karma lokahitaṃ kṛtam
‚Er nahm jene Speise und zog zu Bakas Wald; von ihm wurde wohl diese Tat, zum Wohl der Welt, vollbracht.'

tatas te brāhmaṇāḥ sarve kṣatriyāś ca suvismitāḥ vaiśyāḥ śūdrāś ca muditāś cakrur brahmamahaṃ tadā

Da veranstalteten alle Brahmanen und Kṣatriyas, höchst erstaunt, sowie die Vaiśyas und Śūdras, hocherfreut, damals ein Brahmanenfest.

Wort für Wort
tatas te brāhmaṇāḥ sarve kṣatriyāś ca suvismitāḥ vaiśyāḥ śūdrāś ca muditāś cakrur brahmamahaṃ tadā
Da veranstalteten alle Brahmanen und Kṣatriyas, höchst erstaunt, sowie die Vaiśyas und Śūdras, hocherfreut, damals ein Brahmanenfest.

[?] ‚Brahmamaha' – ein Fest zu Ehren der Brahmanen bzw. des Brahman; die genaue Form ist unsicher, hier wörtlich übernommen.

tato jānapadāḥ sarve ājagmur nagaraṃ prati tad adbhutatamaṃ draṣṭuṃ pārthās tatraiva cāvasan

Darauf kamen alle Landbewohner in die Stadt, um dieses höchst Wunderbare zu sehen; die Pārthas aber blieben ebendort wohnen.

Wort für Wort
tato jānapadāḥ sarve ājagmur nagaraṃ prati tad adbhutatamaṃ draṣṭuṃ pārthās tatraiva cāvasan
Darauf kamen alle Landbewohner in die Stadt, um dieses höchst Wunderbare zu sehen; die Pārthas aber blieben ebendort wohnen.

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