Kapitel 158: Aṅgāraparṇavadhaḥ
Der Kampf mit Aṅgāraparṇa
Auf dem nächtlichen Weg zur Gaṅgā stellt sich den Pāṇḍavas der eifersüchtige Gandharva-König Aṅgāraparṇa (Citraratha) entgegen, der mit Frauen im Fluss badet und die nächtliche Zeit für sich beansprucht. Arjuna widerspricht ihm und besiegt ihn mit der von Droṇa erhaltenen Agni-Waffe, verbrennt seinen Wagen und schleift ihn besinnungslos herbei. Auf Bitten von Aṅgāraparṇas Gattin Kumbhīnasī gewährt Yudhiṣṭhira Gnade. Der besiegte Gandharva, nun ‚Dagdharatha' (,Verbrannter Wagen') genannt, schließt Freundschaft mit Arjuna, lehrt ihm die geheime Sehkraft-Wissenschaft Cakṣuṣī und schenkt den fünf Brüdern je hundert Gandharva-Rosse im Tausch gegen die Agni-Waffe.
Vaiśaṃpāyana sprach: Sie, die Stiere unter den Männern, brachen auf, ihre Mutter voranstellend, auf ebenen, nordwärts gerichteten Wegen, wie ihnen gewiesen, die Bezwinger der Feinde.
Vaiśaṃpāyana sprach: Sie, die Stiere unter den Männern, brachen auf, ihre Mutter voranstellend, auf ebenen, nordwärts gerichteten Wegen, wie ihnen gewiesen, die Bezwinger der Feinde.
‚Diese Zeit ist den nach Belieben Wandelnden bestimmt, den Yakṣas, Gandharvas und Rākṣasas; die übrige Zeit gilt hier als den Menschen zum freien Wandeln überlassen.'
‚Diese Zeit ist den nach Belieben Wandelnden bestimmt, den Yakṣas, Gandharvas und Rākṣasas; die übrige Zeit gilt hier als den Menschen zum freien Wandeln überlassen.'
arjuna uvāca samudre himavatpārśve nadyām asyāṃ ca durmate rātrāv ahani saṃdhau ca kasya kḷptaḥ parigrahaḥ
Arjuna sprach: ‚Im Meer, an den Flanken des Himavat, und in diesem Fluss, o Übelgesinnter, in der Nacht, am Tag und in der Dämmerung – wessen Eigentum ist je festgesetzt?'
Wort für Wort
arjuna uvāca samudre himavatpārśve nadyām asyāṃ ca durmate rātrāv ahani saṃdhau ca kasya kḷptaḥ parigrahaḥ
Arjuna sprach: ‚Im Meer, an den Flanken des Himavat, und in diesem Fluss, o Übelgesinnter, in der Nacht, am Tag und in der Dämmerung – wessen Eigentum ist je festgesetzt?'
Arjuna sprach: ‚Dies ist eine bloße Einschüchterung, o Gandharva, die bei Waffenunkundigen wirkt; gegen Waffenkundige angewandt, zerfließt sie wie Schaum.'
Arjuna sprach: ‚Dies ist eine bloße Einschüchterung, o Gandharva, die bei Waffenunkundigen wirkt; gegen Waffenkundige angewandt, zerfließt sie wie Schaum.'
śiroruheṣu jagrāha mālyavatsu dhanaṃjayaḥ bhrātṝn prati cakarṣātha so 'strapātād acetasam
packte Dhanaṃjaya an den Haaren, die mit Blumenkränzen geschmückt waren, und zog ihn, den durch den Waffeneinschlag Besinnungslosen, zu seinen Brüdern.
Wort für Wort
śiroruheṣu jagrāha mālyavatsu dhanaṃjayaḥ bhrātṝn prati cakarṣātha so 'strapātād acetasam
packte Dhanaṃjaya an den Haaren, die mit Blumenkränzen geschmückt waren, und zog ihn, den durch den Waffeneinschlag Besinnungslosen, zu seinen Brüdern.
Die Gandharvī sprach: ‚Rette du mich, Großkönig, und lass mir diesen meinen Gatten frei – mich, die Gandharvī, die zu dir, Schutz suchend, mit Namen Kumbhīnasī gekommen ist, o Herr.'
Die Gandharvī sprach: ‚Rette du mich, Großkönig, und lass mir diesen meinen Gatten frei – mich, die Gandharvī, die zu dir, Schutz suchend, mit Namen Kumbhīnasī gekommen ist, o Herr.'
yudhiṣṭhira uvāca yuddhe jitaṃ yaśohīnaṃ strīnātham aparākramam ko nu hanyād ripuṃ tvādṛṅ muñcemaṃ ripusūdana
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Wer sollte einen im Kampf besiegten, des Ruhmes beraubten Feind, der nur noch die Frau als Beschützerin hat, ohne Tapferkeit, töten? Lass diesen frei, o Feindebezwinger.'
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca yuddhe jitaṃ yaśohīnaṃ strīnātham aparākramam ko nu hanyād ripuṃ tvādṛṅ muñcemaṃ ripusūdana
Yudhiṣṭhira sprach: ‚Wer sollte einen im Kampf besiegten, des Ruhmes beraubten Feind, der nur noch die Frau als Beschützerin hat, ohne Tapferkeit, töten? Lass diesen frei, o Feindebezwinger.'
gandharva uvāca jito 'haṃ pūrvakaṃ nāma muñcāmy aṅgāraparṇatām na ca ślāghe balenādya na nāmnā janasaṃsadi
Der Gandharva sprach: ‚Besiegt, lege ich meinen früheren Namen ab, den Namen ‚Aṅgāraparṇa'; und ich rühme mich heute weder meiner Kraft noch meines Namens in der Volksversammlung.'
Wort für Wort
gandharva uvāca jito 'haṃ pūrvakaṃ nāma muñcāmy aṅgāraparṇatām na ca ślāghe balenādya na nāmnā janasaṃsadi
Der Gandharva sprach: ‚Besiegt, lege ich meinen früheren Namen ab, den Namen ‚Aṅgāraparṇa'; und ich rühme mich heute weder meiner Kraft noch meines Namens in der Volksversammlung.'
‚Diese Lehre habe ich wohl gewonnen: dass ich, gegen einen Träger göttlicher Waffen mit bloßer Gandharva-Zaubertäuschung zu kämpfen begehrend, gegen den an Jahren Überlegenen antrat.'
‚Diese Lehre habe ich wohl gewonnen: dass ich, gegen einen Träger göttlicher Waffen mit bloßer Gandharva-Zaubertäuschung zu kämpfen begehrend, gegen den an Jahren Überlegenen antrat.'
[?] Vers syntaktisch stark komprimiert; sinngemäß übersetzt.
astrāgninā vicitro 'yaṃ dagdho me ratha uttamaḥ so 'haṃ citraratho bhūtvā nāmnā dagdharatho 'bhavam
‚Durch das Feuer der Waffe wurde dieser mein prächtiger, vortrefflicher Wagen verbrannt; ich, der ich Citraratha (,Bunter Wagen') war, wurde dem Namen nach zu Dagdharatha (,Verbrannter Wagen').'
Wort für Wort
astrāgninā vicitro 'yaṃ dagdho me ratha uttamaḥ so 'haṃ citraratho bhūtvā nāmnā dagdharatho 'bhavam
‚Durch das Feuer der Waffe wurde dieser mein prächtiger, vortrefflicher Wagen verbrannt; ich, der ich Citraratha (,Bunter Wagen') war, wurde dem Namen nach zu Dagdharatha (,Verbrannter Wagen').'
‚Dieses, von einem Lehrer gegebene Wissen, geht, wenn es einem Unwürdigen zuteilwird, zugrunde; die Überlieferung davon habe ich genannt – vernimm nun von mir seine Kraft.'
‚Dieses, von einem Lehrer gegebene Wissen, geht, wenn es einem Unwürdigen zuteilwird, zugrunde; die Überlieferung davon habe ich genannt – vernimm nun von mir seine Kraft.'
vidyayā hy anayā rājan vayaṃ nṛbhyo viśeṣitāḥ aviśiṣṭāś ca devānām anubhāvapravartitāḥ
‚Durch dieses Wissen nämlich, o König, sind wir vor den Menschen ausgezeichnet, und den Göttern nicht nachstehend, durch dessen Wirkkraft hervorgebracht.'
Wort für Wort
vidyayā hy anayā rājan vayaṃ nṛbhyo viśeṣitāḥ aviśiṣṭāś ca devānām anubhāvapravartitāḥ
‚Durch dieses Wissen nämlich, o König, sind wir vor den Menschen ausgezeichnet, und den Göttern nicht nachstehend, durch dessen Wirkkraft hervorgebracht.'
devagandharvavāhās te divyagandhā manogamāḥ kṣīṇāḥ kṣīṇā bhavanty ete na hīyante ca raṃhasaḥ
‚Diese Zugtiere der Götter und Gandharvas, von göttlichem Duft, so schnell wie der Gedanke – wie sehr sie auch erschöpft werden, ermatten sie doch nicht in ihrer Schnelligkeit.'
Wort für Wort
devagandharvavāhās te divyagandhā manogamāḥ kṣīṇāḥ kṣīṇā bhavanty ete na hīyante ca raṃhasaḥ
‚Diese Zugtiere der Götter und Gandharvas, von göttlichem Duft, so schnell wie der Gedanke – wie sehr sie auch erschöpft werden, ermatten sie doch nicht in ihrer Schnelligkeit.'
tato bhāgīkṛto devair vajrabhāga upāsyate loke yat sādhanaṃ kiṃ cit sā vai vajratanuḥ smṛtā
‚Darauf, von den Göttern in Anteile geteilt, wird der Vajra-Anteil in der Welt verehrt; was auch immer als Werkzeug dient, gilt als vom Wesen des Vajra.'
Wort für Wort
tato bhāgīkṛto devair vajrabhāga upāsyate loke yat sādhanaṃ kiṃ cit sā vai vajratanuḥ smṛtā
‚Darauf, von den Göttern in Anteile geteilt, wird der Vajra-Anteil in der Welt verehrt; was auch immer als Werkzeug dient, gilt als vom Wesen des Vajra.'
vajrapāṇir brāhmaṇaḥ syāt kṣatraṃ vajrarathaṃ smṛtam vaiśyā vai dānavajrāś ca karmavajrā yavīyasaḥ
‚Der Brahmane sei der mit dem Vajra in der Hand; der Kṣatriya-Stand gilt als der mit dem Vajra-Wagen; die Vaiśyas als die mit dem Vajra der Freigebigkeit, und die Geringeren als die mit dem Vajra der Tat.'
Wort für Wort
vajrapāṇir brāhmaṇaḥ syāt kṣatraṃ vajrarathaṃ smṛtam vaiśyā vai dānavajrāś ca karmavajrā yavīyasaḥ
‚Der Brahmane sei der mit dem Vajra in der Hand; der Kṣatriya-Stand gilt als der mit dem Vajra-Wagen; die Vaiśyas als die mit dem Vajra der Freigebigkeit, und die Geringeren als die mit dem Vajra der Tat.'
‚Der Vajra des Kṣatriya-Standes sind die Rosse; unantastbar gelten die Rosse; das Wagenrad gebiert die Stute, und die Wagenlenker sind es, die man bei den Pferden wirken sieht.'
‚Der Vajra des Kṣatriya-Standes sind die Rosse; unantastbar gelten die Rosse; das Wagenrad gebiert die Stute, und die Wagenlenker sind es, die man bei den Pferden wirken sieht.'
[?] Vers sprichwortartig-dunkel; wörtlich übersetzt.
kāmavarṇāḥ kāmajavāḥ kāmataḥ samupasthitāḥ ime gandharvajāḥ kāmaṃ pūrayiṣyanti te hayāḥ
‚Von beliebiger Farbe, von beliebiger Schnelligkeit, nach Belieben erscheinend – diese von den Gandharvas stammenden Rosse werden dir jeden Wunsch erfüllen.'
Wort für Wort
kāmavarṇāḥ kāmajavāḥ kāmataḥ samupasthitāḥ ime gandharvajāḥ kāmaṃ pūrayiṣyanti te hayāḥ
‚Von beliebiger Farbe, von beliebiger Schnelligkeit, nach Belieben erscheinend – diese von den Gandharvas stammenden Rosse werden dir jeden Wunsch erfüllen.'
arjuna uvāca yadi prītena vā dattaṃ saṃśaye jīvitasya vā vidyā vittaṃ śrutaṃ vāpi na tad gandharva kāmaye
Arjuna sprach: ‚Ob aus Zuneigung gegeben, oder nur aus Furcht um dein Leben – Wissen, Reichtum oder Gelehrsamkeit begehre ich davon nicht, o Gandharva.'
Wort für Wort
arjuna uvāca yadi prītena vā dattaṃ saṃśaye jīvitasya vā vidyā vittaṃ śrutaṃ vāpi na tad gandharva kāmaye
Arjuna sprach: ‚Ob aus Zuneigung gegeben, oder nur aus Furcht um dein Leben – Wissen, Reichtum oder Gelehrsamkeit begehre ich davon nicht, o Gandharva.'
gandharva uvāca saṃyogo vai prītikaraḥ saṃsatsu pratidṛśyate jīvitasya pradānena prīto vidyāṃ dadāmi te
Der Gandharva sprach: ‚Verbindung, die Freude schafft, zeigt sich ja unter Guten; aus Freude über die Schenkung meines Lebens gebe ich dir dieses Wissen.'
Wort für Wort
gandharva uvāca saṃyogo vai prītikaraḥ saṃsatsu pratidṛśyate jīvitasya pradānena prīto vidyāṃ dadāmi te
Der Gandharva sprach: ‚Verbindung, die Freude schafft, zeigt sich ja unter Guten; aus Freude über die Schenkung meines Lebens gebe ich dir dieses Wissen.'
arjuna uvāca tvatto 'streṇa vṛṇomy aśvān saṃyogaḥ śāśvato 'stu nau sakhe tad brūhi gandharva yuṣmabhyo yad bhayaṃ tyajet
Arjuna sprach: ‚Von dir erbitte ich mir im Austausch für die Waffe die Rosse; unsere Verbindung sei ewig, mein Freund; so sage mir, Gandharva, was euch die Furcht nehmen würde.'
Wort für Wort
arjuna uvāca tvatto 'streṇa vṛṇomy aśvān saṃyogaḥ śāśvato 'stu nau sakhe tad brūhi gandharva yuṣmabhyo yad bhayaṃ tyajet
Arjuna sprach: ‚Von dir erbitte ich mir im Austausch für die Waffe die Rosse; unsere Verbindung sei ewig, mein Freund; so sage mir, Gandharva, was euch die Furcht nehmen würde.'