Kapitel 26: Āstīka-parva (Fortsetzung): Vorzeichen und die Rüstung der Götter
Āstīka-parva (Fortsetzung): die Rettung der Vālakhilyas, das Verzehren von Elefant und Schildkröte, und die Rüstung der Götter zum Schutz des Amṛta — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,026.001“ bis „01,026.047“). Garuḍa entdeckt die an dem abgebrochenen Ast hängenden winzigen Vālakhilya-Weisen und rettet sie, indem er den Ast im Schnabel trägt; sein Vater Kaśyapa besänftigt die erzürnten Weisen und weist Garuḍa einen menschenleeren Berg zu, wo dieser den Ast ablegt und Elefant sowie Schildkröte verzehrt. Beim Aufbruch Garuḍas kündigen sich den Göttern durch zahlreiche furchtbare Vorzeichen (Waffen, die sich von selbst bekämpfen, Blutregen, welkende Girlanden) Unheil an; Bṛhaspati klärt Indra über die Ursache auf – Garuḍas bevorstehenden Amṛta-Raub –, woraufhin sich die gesamte Götterschar in voller Rüstung zur Verteidigung des Amṛta aufstellt. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.
Er, der Vogelherr, aus Furcht vor deren Vernichtung, ergriff, herbeifliegend, den Ast mit dem Schnabel, aus Rücksicht auf eben jene; sanft flog der Vogel weiter, die Berge meidend.
Er, der Vogelherr, aus Furcht vor deren Vernichtung, ergriff, herbeifliegend, den Ast mit dem Schnabel, aus Rücksicht auf eben jene; sanft flog der Vogel weiter, die Berge meidend.
„Mein Sohn, verübe keine Gewalttat, sonst wirst du sogleich Qual erleiden; mögen dich die erzürnten, Mondlicht trinkenden Vālakhilyas nicht verbrennen.“
„Mein Sohn, verübe keine Gewalttat, sonst wirst du sogleich Qual erleiden; mögen dich die erzürnten, Mondlicht trinkenden Vālakhilyas nicht verbrennen.“
In jenen gewaltigen Bergschlund im Geiste eindringend, flog Tārkṣya [Garuḍa], der Vogel, mit Geschwindigkeit dorthin, samt Ast, Elefant und Schildkröte.
In jenen gewaltigen Bergschlund im Geiste eindringend, flog Tārkṣya [Garuḍa], der Vogel, mit Geschwindigkeit dorthin, samt Ast, Elefant und Schildkröte.
[Anm.: „Tārkṣya“ ist ein weiteres Epitheton Garuḍas.]
Kein Lederriemen, und wäre er aus hundert Häuten, so groß und stark er auch sei, hätte jenen großen Ast des Baumes umspannen können, den der Vogel ergriffen hatte und mit dem er dahinflog.
Kein Lederriemen, und wäre er aus hundert Häuten, so groß und stark er auch sei, hätte jenen großen Ast des Baumes umspannen können, den der Vogel ergriffen hatte und mit dem er dahinflog.
tathā vasūnāṃ rudrāṇām ādityānāṃ ca sarvaśaḥ | sādhyānāṃ marutāṃ caiva ye cānye devatāgaṇāḥ | svaṃ svaṃ praharaṇaṃ teṣāṃ parasparam upādravat
Ebenso griffen die Waffen der Vasus, der Rudras, der Ādityas allesamt, der Sādhyas, der Maruts, und aller übrigen Götterscharen, jede die eigene, einander an.
Wort für Wort
tathā vasūnāṃ rudrāṇām ādityānāṃ ca sarvaśaḥ | sādhyānāṃ marutāṃ caiva ye cānye devatāgaṇāḥ | svaṃ svaṃ praharaṇaṃ teṣāṃ parasparam upādravat
Ebenso griffen die Waffen der Vasus, der Rudras, der Ādityas allesamt, der Sādhyas, der Maruts, und aller übrigen Götterscharen, jede die eigene, einander an.
[Anm.: Vasus, Rudras, Ādityas, Sādhyas und Maruts sind Klassen vedischer Gottheiten.]
nirabhram api cākāśaṃ prajagarja mahāsvanam | devānām api yo devaḥ so 'py avarṣad asṛk tadā
Auch der wolkenlose Himmelsraum donnerte mit gewaltigem Getöse; sogar der Gott der Götter [Parjanya] ließ da Blut regnen.
Wort für Wort
nirabhram api cākāśaṃ prajagarja mahāsvanam | devānām api yo devaḥ so 'py avarṣad asṛk tadā
Auch der wolkenlose Himmelsraum donnerte mit gewaltigem Getöse; sogar der Gott der Götter [Parjanya] ließ da Blut regnen.
[Anm.: „Devānām api yo devaḥ“ (etwa „der Gott, der auch der Götter Gott ist“) bleibt in seinem genauen Referenten [?] etwas unbestimmt; gemeint ist wohl Parjanya, der Regengott.]
mamlur mālyāni devānāṃ śemus tejāṃsi caiva hi | utpātameghā raudrāś ca vavarṣuḥ śoṇitaṃ bahu | rajāṃsi mukuṭāny eṣām utthitāni vyadharṣayan
Die Blumengirlanden der Götter welkten, und ihre Glanzkräfte schwanden; furchtbare Unheilswolken regneten viel Blut; aufsteigende Staubwolken bedrängten ihre Diademe.
Wort für Wort
mamlur mālyāni devānāṃ śemus tejāṃsi caiva hi | utpātameghā raudrāś ca vavarṣuḥ śoṇitaṃ bahu | rajāṃsi mukuṭāny eṣām utthitāni vyadharṣayan
Die Blumengirlanden der Götter welkten, und ihre Glanzkräfte schwanden; furchtbare Unheilswolken regneten viel Blut; aufsteigende Staubwolken bedrängten ihre Diademe.
Bṛhaspati sprach: „Durch deine Schuld, o Götterfürst, und durch Nachlässigkeit, o Śatakratu, ist durch die Askese der Vālakhilyas ein wundersames Wesen entstanden.“
Bṛhaspati sprach: „Durch deine Schuld, o Götterfürst, und durch Nachlässigkeit, o Śatakratu, ist durch die Askese der Vālakhilyas ein wundersames Wesen entstanden.“
„Der Sohn des Weisen Kaśyapa und der Vinatā, der Himmelswandler, ist, mächtig und mit der Fähigkeit, jede Gestalt anzunehmen, gekommen, um den Soma zu rauben.“
„Der Sohn des Weisen Kaśyapa und der Vinatā, der Himmelswandler, ist, mächtig und mit der Fähigkeit, jede Gestalt anzunehmen, gekommen, um den Soma zu rauben.“
Sūta sprach: Als er dies Wort gehört hatte, sprach Śakra zu den Amṛta-Wächtern: „Der Vogel, von großer Kraft und Stärke, ist bereit, hier den Soma zu rauben.“
Sūta sprach: Als er dies Wort gehört hatte, sprach Śakra zu den Amṛta-Wächtern: „Der Vogel, von großer Kraft und Stärke, ist bereit, hier den Soma zu rauben.“
Nachdem sie dieses Wort gehört hatten, unternahmen die erstaunten Weisen [Götter] Anstrengung; sie umringten das Amṛta und standen Wache, samt dem Keulenträger, Indra Śatakratu,
Nachdem sie dieses Wort gehört hatten, unternahmen die erstaunten Weisen [Götter] Anstrengung; sie umringten das Amṛta und standen Wache, samt dem Keulenträger, Indra Śatakratu,
[Anm.: „Vajrin“ (Keulen-/Donnerkeilträger) ist ein weiteres Epitheton Indras.]
von unvergleichlicher Kraft, Tapferkeit und Glanz, den Sinn auf den Schutz des Amṛta gerichtet, die Zerspalter der Asura-Burgen, die Götter, in ihrem Glanz einem lodernden Feuer gleich strahlend,
von unvergleichlicher Kraft, Tapferkeit und Glanz, den Sinn auf den Schutz des Amṛta gerichtet, die Zerspalter der Asura-Burgen, die Götter, in ihrem Glanz einem lodernden Feuer gleich strahlend,
so erstrahlte jene vortreffliche Schlachtreihe der Götter, dort aufgestellt, von hunderttausend Streitkeulen wimmelnd, gleichsam sich im Raum des Himmels verflüchtigend, von den Strahlen der Sonne erleuchtet.
so erstrahlte jene vortreffliche Schlachtreihe der Götter, dort aufgestellt, von hunderttausend Streitkeulen wimmelnd, gleichsam sich im Raum des Himmels verflüchtigend, von den Strahlen der Sonne erleuchtet.
[Anm.: Adhyāya 26 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei, mit der vollständig gerüsteten Götterschar, bereit, das Amṛta gegen Garuḍa zu verteidigen.]