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Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 26: Āstīka-parva (Fortsetzung): Vorzeichen und die Rüstung der Götter Āstīka-parva (Fortsetzung): die Rettung der Vālakhilyas, das Verzehren von Elefant und Schildkröte, und die Rüstung der Götter zum Schutz des Amṛta — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)

Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,026.001“ bis „01,026.047“). Garuḍa entdeckt die an dem abgebrochenen Ast hängenden winzigen Vālakhilya-Weisen und rettet sie, indem er den Ast im Schnabel trägt; sein Vater Kaśyapa besänftigt die erzürnten Weisen und weist Garuḍa einen menschenleeren Berg zu, wo dieser den Ast ablegt und Elefant sowie Schildkröte verzehrt. Beim Aufbruch Garuḍas kündigen sich den Göttern durch zahlreiche furchtbare Vorzeichen (Waffen, die sich von selbst bekämpfen, Blutregen, welkende Girlanden) Unheil an; Bṛhaspati klärt Indra über die Ursache auf – Garuḍas bevorstehenden Amṛta-Raub –, woraufhin sich die gesamte Götterschar in voller Rüstung zur Verteidigung des Amṛta aufstellt. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.

sūta uvāca | spṛṣṭamātrā tu padbhyāṃ sā garuḍena balīyasā | abhajyata taroḥ śākhā bhagnāṃ cainām adhārayat

Sūta sprach: Kaum von den Füßen des überaus starken Garuḍa berührt, brach jener Ast des Baumes ab; die gebrochene aber hielt er fest.

Wort für Wort
sūta uvāca | spṛṣṭamātrā tu padbhyāṃ sā garuḍena balīyasā | abhajyata taroḥ śākhā bhagnāṃ cainām adhārayat
Sūta sprach: Kaum von den Füßen des überaus starken Garuḍa berührt, brach jener Ast des Baumes ab; die gebrochene aber hielt er fest.

tāṃ bhagnāṃ sa mahāśākhāṃ smayan samavalokayan | athātra lambato 'paśyad vālakhilyān adhomukhān

Jenen gebrochenen, großen Ast betrachtend, lächelnd, erblickte er da, an ihm hängend, die kopfüber hängenden Vālakhilyas.

Wort für Wort
tāṃ bhagnāṃ sa mahāśākhāṃ smayan samavalokayan | athātra lambato 'paśyad vālakhilyān adhomukhān
Jenen gebrochenen, großen Ast betrachtend, lächelnd, erblickte er da, an ihm hängend, die kopfüber hängenden Vālakhilyas.

[Anm.: Die Vālakhilyas sind daumengroße Weise, die traditionell als Askese der Sonne zugewandt, kopfüber hängend, von Mondstrahlen leben.]

sa tadvināśasaṃtrāsād anupatya khagādhipaḥ | śākhām āsyena jagrāha teṣām evānvavekṣayā | śanaiḥ paryapatat pakṣī parvatān praviśātayan

Er, der Vogelherr, aus Furcht vor deren Vernichtung, ergriff, herbeifliegend, den Ast mit dem Schnabel, aus Rücksicht auf eben jene; sanft flog der Vogel weiter, die Berge meidend.

Wort für Wort
sa tadvināśasaṃtrāsād anupatya khagādhipaḥ | śākhām āsyena jagrāha teṣām evānvavekṣayā | śanaiḥ paryapatat pakṣī parvatān praviśātayan
Er, der Vogelherr, aus Furcht vor deren Vernichtung, ergriff, herbeifliegend, den Ast mit dem Schnabel, aus Rücksicht auf eben jene; sanft flog der Vogel weiter, die Berge meidend.

evaṃ so 'bhyapatad deśān bahūn sagajakacchapaḥ | dayārthaṃ vālakhilyānāṃ na ca sthānam avindata

So flog er über viele Länder hinweg, samt Elefant und Schildkröte, aus Mitleid mit den Vālakhilyas, doch fand er keinen Platz.

Wort für Wort
evaṃ so 'bhyapatad deśān bahūn sagajakacchapaḥ | dayārthaṃ vālakhilyānāṃ na ca sthānam avindata
So flog er über viele Länder hinweg, samt Elefant und Schildkröte, aus Mitleid mit den Vālakhilyas, doch fand er keinen Platz.

sa gatvā parvataśreṣṭhaṃ gandhamādanam avyayam | dadarśa kaśyapaṃ tatra pitaraṃ tapasi sthitam

Er ging zum besten der Berge, dem unvergänglichen Gandhamādana, und erblickte dort seinen Vater Kaśyapa, in Askese verharrend.

Wort für Wort
sa gatvā parvataśreṣṭhaṃ gandhamādanam avyayam | dadarśa kaśyapaṃ tatra pitaraṃ tapasi sthitam
Er ging zum besten der Berge, dem unvergänglichen Gandhamādana, und erblickte dort seinen Vater Kaśyapa, in Askese verharrend.

dadarśa taṃ pitā cāpi divyarūpaṃ vihaṃgamam | tejovīryabalopetaṃ manomārutaraṃhasam

Auch der Vater erblickte ihn, den Himmelswandler von göttlicher Gestalt, ausgestattet mit Glanz, Kraft und Stärke, geschwind wie Geist und Wind,

Wort für Wort
dadarśa taṃ pitā cāpi divyarūpaṃ vihaṃgamam | tejovīryabalopetaṃ manomārutaraṃhasam
Auch der Vater erblickte ihn, den Himmelswandler von göttlicher Gestalt, ausgestattet mit Glanz, Kraft und Stärke, geschwind wie Geist und Wind,

śailaśṛṅgapratīkāśaṃ brahmadaṇḍam ivodyatam | acintyam anabhijñeyaṃ sarvabhūtabhayaṃkaram

einem Berggipfel gleich, wie ein erhobener Brahma-Stab, unbegreiflich, unerkennbar, allen Wesen Furcht einflößend,

Wort für Wort
śailaśṛṅgapratīkāśaṃ brahmadaṇḍam ivodyatam | acintyam anabhijñeyaṃ sarvabhūtabhayaṃkaram
einem Berggipfel gleich, wie ein erhobener Brahma-Stab, unbegreiflich, unerkennbar, allen Wesen Furcht einflößend,

[Anm.: Der „Brahmadaṇḍa“ (Brahma-Stab) ist ein bildlicher Ausdruck für die unwiderstehliche Fluchmacht eines Brahmanen.]

māyāvīryadharaṃ sākṣād agnim iddham ivodyatam | apradhṛṣyam ajeyaṃ ca devadānavarākṣasaiḥ

Zauberkraft besitzend, leibhaftig wie ein entfachtes, erhobenes Feuer, unbezwingbar und unbesiegbar durch Götter, Dānavas und Rākṣasas,

Wort für Wort
māyāvīryadharaṃ sākṣād agnim iddham ivodyatam | apradhṛṣyam ajeyaṃ ca devadānavarākṣasaiḥ
Zauberkraft besitzend, leibhaftig wie ein entfachtes, erhobenes Feuer, unbezwingbar und unbesiegbar durch Götter, Dānavas und Rākṣasas,

bhettāraṃ giriśṛṅgāṇāṃ nadījalaviśoṣaṇam | lokasaṃloḍanaṃ ghoraṃ kṛtāntasamadarśanam

einen Zerspalter von Berggipfeln, einen Austrockner der Flussgewässer, ein die Welt Erschütterndes, Furchtbares, dem Anblick des Todes gleichend.

Wort für Wort
bhettāraṃ giriśṛṅgāṇāṃ nadījalaviśoṣaṇam | lokasaṃloḍanaṃ ghoraṃ kṛtāntasamadarśanam
einen Zerspalter von Berggipfeln, einen Austrockner der Flussgewässer, ein die Welt Erschütterndes, Furchtbares, dem Anblick des Todes gleichend.

[Anm.: „Kṛtānta“ („der das Ende macht“) ist ein Epitheton Yamas, des Todesgottes.]

tam āgatam abhiprekṣya bhagavān kaśyapas tadā | viditvā cāsya saṃkalpam idaṃ vacanam abravīt

Als er ihn so herankommen sah, erkannte der erhabene Kaśyapa da dessen Absicht und sprach dieses Wort:

Wort für Wort
tam āgatam abhiprekṣya bhagavān kaśyapas tadā | viditvā cāsya saṃkalpam idaṃ vacanam abravīt
Als er ihn so herankommen sah, erkannte der erhabene Kaśyapa da dessen Absicht und sprach dieses Wort:

putra mā sāhasaṃ kārṣīr mā sadyo lapsyase vyathām | mā tvā daheyuḥ saṃkruddhā vālakhilyā marīcipāḥ

„Mein Sohn, verübe keine Gewalttat, sonst wirst du sogleich Qual erleiden; mögen dich die erzürnten, Mondlicht trinkenden Vālakhilyas nicht verbrennen.“

Wort für Wort
putra mā sāhasaṃ kārṣīr mā sadyo lapsyase vyathām | mā tvā daheyuḥ saṃkruddhā vālakhilyā marīcipāḥ
„Mein Sohn, verübe keine Gewalttat, sonst wirst du sogleich Qual erleiden; mögen dich die erzürnten, Mondlicht trinkenden Vālakhilyas nicht verbrennen.“

prasādayām āsa sa tān kaśyapaḥ putrakāraṇāt | vālakhilyāṃs tapaḥsiddhān idam uddiśya kāraṇam

Da besänftigte Kaśyapa jene, um seines Sohnes willen, die in ihrer Askese vollendeten Vālakhilyas, indem er ihnen diesen Grund darlegte:

Wort für Wort
prasādayām āsa sa tān kaśyapaḥ putrakāraṇāt | vālakhilyāṃs tapaḥsiddhān idam uddiśya kāraṇam
Da besänftigte Kaśyapa jene, um seines Sohnes willen, die in ihrer Askese vollendeten Vālakhilyas, indem er ihnen diesen Grund darlegte:

prajāhitārtham ārambho garuḍasya tapodhanāḥ | cikīrṣati mahat karma tad anujñātum arhatha

„Zum Wohl der Geschöpfe, o Askesereiche, unternimmt Garuḍa dieses Werk und will eine große Tat vollbringen; das möget ihr gestatten.“

Wort für Wort
prajāhitārtham ārambho garuḍasya tapodhanāḥ | cikīrṣati mahat karma tad anujñātum arhatha
„Zum Wohl der Geschöpfe, o Askesereiche, unternimmt Garuḍa dieses Werk und will eine große Tat vollbringen; das möget ihr gestatten.“

evam uktā bhagavatā munayas te samabhyayuḥ | muktvā śākhāṃ giriṃ puṇyaṃ himavantaṃ taporthinaḥ

So von dem Erhabenen angesprochen, zogen jene Munis fort, ließen den Ast los und begaben sich zum heiligen Berg Himavat, nach neuer Askese verlangend.

Wort für Wort
evam uktā bhagavatā munayas te samabhyayuḥ | muktvā śākhāṃ giriṃ puṇyaṃ himavantaṃ taporthinaḥ
So von dem Erhabenen angesprochen, zogen jene Munis fort, ließen den Ast los und begaben sich zum heiligen Berg Himavat, nach neuer Askese verlangend.

tatas teṣv apayāteṣu pitaraṃ vinatātmajaḥ | śākhāvyākṣiptavadanaḥ paryapṛcchata kaśyapam

Als sie fortgegangen waren, fragte der Sohn Vinatās seinen Vater Kaśyapa, das Gesicht vom Ast verdeckt:

Wort für Wort
tatas teṣv apayāteṣu pitaraṃ vinatātmajaḥ | śākhāvyākṣiptavadanaḥ paryapṛcchata kaśyapam
Als sie fortgegangen waren, fragte der Sohn Vinatās seinen Vater Kaśyapa, das Gesicht vom Ast verdeckt:

bhagavan kva vimuñcāmi taruśākhām imām aham | varjitaṃ brāhmaṇair deśam ākhyātu bhagavān mama

„O Erhabener, wo soll ich diesen Baumast fallen lassen? Nenne mir, o Erhabener, einen Ort, der frei von Brahmanen ist.“

Wort für Wort
bhagavan kva vimuñcāmi taruśākhām imām aham | varjitaṃ brāhmaṇair deśam ākhyātu bhagavān mama
„O Erhabener, wo soll ich diesen Baumast fallen lassen? Nenne mir, o Erhabener, einen Ort, der frei von Brahmanen ist.“

tato niṣpuruṣaṃ śailaṃ himasaṃruddhakandaram | agamyaṃ manasāpy anyais tasyācakhyau sa kaśyapaḥ

Da nannte ihm Kaśyapa einen menschenleeren Berg, dessen Höhlen vom Schnee verschlossen waren, selbst im Gedanken für andere unzugänglich.

Wort für Wort
tato niṣpuruṣaṃ śailaṃ himasaṃruddhakandaram | agamyaṃ manasāpy anyais tasyācakhyau sa kaśyapaḥ
Da nannte ihm Kaśyapa einen menschenleeren Berg, dessen Höhlen vom Schnee verschlossen waren, selbst im Gedanken für andere unzugänglich.

taṃ parvatamahākukṣim āviśya manasā khagaḥ | javenābhyapatat tārkṣyaḥ saśākhāgajakacchapaḥ

In jenen gewaltigen Bergschlund im Geiste eindringend, flog Tārkṣya [Garuḍa], der Vogel, mit Geschwindigkeit dorthin, samt Ast, Elefant und Schildkröte.

Wort für Wort
taṃ parvatamahākukṣim āviśya manasā khagaḥ | javenābhyapatat tārkṣyaḥ saśākhāgajakacchapaḥ
In jenen gewaltigen Bergschlund im Geiste eindringend, flog Tārkṣya [Garuḍa], der Vogel, mit Geschwindigkeit dorthin, samt Ast, Elefant und Schildkröte.

[Anm.: „Tārkṣya“ ist ein weiteres Epitheton Garuḍas.]

na tāṃ vadhraḥ pariṇahec chatacarmā mahān aṇuḥ | śākhino mahatīṃ śākhāṃ yāṃ pragṛhya yayau khagaḥ

Kein Lederriemen, und wäre er aus hundert Häuten, so groß und stark er auch sei, hätte jenen großen Ast des Baumes umspannen können, den der Vogel ergriffen hatte und mit dem er dahinflog.

Wort für Wort
na tāṃ vadhraḥ pariṇahec chatacarmā mahān aṇuḥ | śākhino mahatīṃ śākhāṃ yāṃ pragṛhya yayau khagaḥ
Kein Lederriemen, und wäre er aus hundert Häuten, so groß und stark er auch sei, hätte jenen großen Ast des Baumes umspannen können, den der Vogel ergriffen hatte und mit dem er dahinflog.

tataḥ sa śatasāhasraṃ yojanāntaram āgataḥ | kālena nātimahatā garuḍaḥ patatāṃ varaḥ

Da legte er, Garuḍa, der Beste der Fliegenden, in nicht allzu langer Zeit eine Strecke von hunderttausend Yojanas zurück.

Wort für Wort
tataḥ sa śatasāhasraṃ yojanāntaram āgataḥ | kālena nātimahatā garuḍaḥ patatāṃ varaḥ
Da legte er, Garuḍa, der Beste der Fliegenden, in nicht allzu langer Zeit eine Strecke von hunderttausend Yojanas zurück.

sa taṃ gatvā kṣaṇenaiva parvataṃ vacanāt pituḥ | amuñcan mahatīṃ śākhāṃ sasvanāṃ tatra khecaraḥ

Er, dorthin gelangt, ließ in eben diesem Augenblick, dem Wort seines Vaters gemäß, den großen, dröhnenden Ast auf jenem Berge los, der Himmelswandler.

Wort für Wort
sa taṃ gatvā kṣaṇenaiva parvataṃ vacanāt pituḥ | amuñcan mahatīṃ śākhāṃ sasvanāṃ tatra khecaraḥ
Er, dorthin gelangt, ließ in eben diesem Augenblick, dem Wort seines Vaters gemäß, den großen, dröhnenden Ast auf jenem Berge los, der Himmelswandler.

pakṣānilahataś cāsya prākampata sa śailarāṭ | mumoca puṣpavarṣaṃ ca samāgalitapādapaḥ

Vom Wind seiner Flügel getroffen, erbebte jener Bergkönig; er ließ einen Blütenregen niedergehen, seine Bäume erschüttert.

Wort für Wort
pakṣānilahataś cāsya prākampata sa śailarāṭ | mumoca puṣpavarṣaṃ ca samāgalitapādapaḥ
Vom Wind seiner Flügel getroffen, erbebte jener Bergkönig; er ließ einen Blütenregen niedergehen, seine Bäume erschüttert.

śṛṅgāṇi ca vyaśīryanta gires tasya samantataḥ | maṇikāñcanacitrāṇi śobhayanti mahāgirim

Und Gipfel jenes Berges zersplitterten ringsum, bunt von Edelsteinen und Gold, den großen Berg schmückend.

Wort für Wort
śṛṅgāṇi ca vyaśīryanta gires tasya samantataḥ | maṇikāñcanacitrāṇi śobhayanti mahāgirim
Und Gipfel jenes Berges zersplitterten ringsum, bunt von Edelsteinen und Gold, den großen Berg schmückend.

śākhino bahavaś cāpi śākhayābhihatās tayā | kāñcanaiḥ kusumair bhānti vidyutvanta ivāmbudāḥ

Und viele Bäume, von jenem Ast getroffen, erglänzten mit goldenen Blüten wie blitzdurchzuckte Wolken.

Wort für Wort
śākhino bahavaś cāpi śākhayābhihatās tayā | kāñcanaiḥ kusumair bhānti vidyutvanta ivāmbudāḥ
Und viele Bäume, von jenem Ast getroffen, erglänzten mit goldenen Blüten wie blitzdurchzuckte Wolken.

te hemavikacā bhūyo yuktāḥ parvatadhātubhiḥ | vyarājañ śākhinas tatra sūryāṃśupratirañjitāḥ

Sie, goldblühend, dazu geschmückt mit den Mineralien des Berges, erstrahlten dort, die Bäume, von den Sonnenstrahlen gefärbt.

Wort für Wort
te hemavikacā bhūyo yuktāḥ parvatadhātubhiḥ | vyarājañ śākhinas tatra sūryāṃśupratirañjitāḥ
Sie, goldblühend, dazu geschmückt mit den Mineralien des Berges, erstrahlten dort, die Bäume, von den Sonnenstrahlen gefärbt.

tatas tasya gireḥ śṛṅgam āsthāya sa khagottamaḥ | bhakṣayām āsa garuḍas tāv ubhau gajakacchapau

Dann, auf dem Gipfel jenes Berges stehend, verzehrte der Beste der Vögel, Garuḍa, beide, Elefant und Schildkröte.

Wort für Wort
tatas tasya gireḥ śṛṅgam āsthāya sa khagottamaḥ | bhakṣayām āsa garuḍas tāv ubhau gajakacchapau
Dann, auf dem Gipfel jenes Berges stehend, verzehrte der Beste der Vögel, Garuḍa, beide, Elefant und Schildkröte.

tataḥ parvatakūṭāgrād utpapāta manojavaḥ | prāvartantātha devānām utpātā bhayavedinaḥ

Danach erhob er sich vom Berggipfel, geschwind wie der Gedanke; da begannen für die Götter Vorzeichen, Furcht verkündend.

Wort für Wort
tataḥ parvatakūṭāgrād utpapāta manojavaḥ | prāvartantātha devānām utpātā bhayavedinaḥ
Danach erhob er sich vom Berggipfel, geschwind wie der Gedanke; da begannen für die Götter Vorzeichen, Furcht verkündend.

indrasya vajraṃ dayitaṃ prajajvāla vyathānvitam | sadhūmā cāpatat sārcir divolkā nabhasaś cyutā

Indras geliebter Donnerkeil entflammte, von Qual erfüllt; rauchend fiel, mit Feuerschein, eine Himmelssternschnuppe vom Firmament herab.

Wort für Wort
indrasya vajraṃ dayitaṃ prajajvāla vyathānvitam | sadhūmā cāpatat sārcir divolkā nabhasaś cyutā
Indras geliebter Donnerkeil entflammte, von Qual erfüllt; rauchend fiel, mit Feuerschein, eine Himmelssternschnuppe vom Firmament herab.

tathā vasūnāṃ rudrāṇām ādityānāṃ ca sarvaśaḥ | sādhyānāṃ marutāṃ caiva ye cānye devatāgaṇāḥ | svaṃ svaṃ praharaṇaṃ teṣāṃ parasparam upādravat

Ebenso griffen die Waffen der Vasus, der Rudras, der Ādityas allesamt, der Sādhyas, der Maruts, und aller übrigen Götterscharen, jede die eigene, einander an.

Wort für Wort
tathā vasūnāṃ rudrāṇām ādityānāṃ ca sarvaśaḥ | sādhyānāṃ marutāṃ caiva ye cānye devatāgaṇāḥ | svaṃ svaṃ praharaṇaṃ teṣāṃ parasparam upādravat
Ebenso griffen die Waffen der Vasus, der Rudras, der Ādityas allesamt, der Sādhyas, der Maruts, und aller übrigen Götterscharen, jede die eigene, einander an.

[Anm.: Vasus, Rudras, Ādityas, Sādhyas und Maruts sind Klassen vedischer Gottheiten.]

abhūtapūrvaṃ saṃgrāme tadā devāsure 'pi ca | vavur vātāḥ sanirghātāḥ petur ulkāḥ samantataḥ

So etwas noch nie Dagewesenes, selbst nicht in der Götter-Asura-Schlacht: da wehten Winde mit Donnerschlägen, Sternschnuppen fielen ringsumher.

Wort für Wort
abhūtapūrvaṃ saṃgrāme tadā devāsure 'pi ca | vavur vātāḥ sanirghātāḥ petur ulkāḥ samantataḥ
So etwas noch nie Dagewesenes, selbst nicht in der Götter-Asura-Schlacht: da wehten Winde mit Donnerschlägen, Sternschnuppen fielen ringsumher.

nirabhram api cākāśaṃ prajagarja mahāsvanam | devānām api yo devaḥ so 'py avarṣad asṛk tadā

Auch der wolkenlose Himmelsraum donnerte mit gewaltigem Getöse; sogar der Gott der Götter [Parjanya] ließ da Blut regnen.

Wort für Wort
nirabhram api cākāśaṃ prajagarja mahāsvanam | devānām api yo devaḥ so 'py avarṣad asṛk tadā
Auch der wolkenlose Himmelsraum donnerte mit gewaltigem Getöse; sogar der Gott der Götter [Parjanya] ließ da Blut regnen.

[Anm.: „Devānām api yo devaḥ“ (etwa „der Gott, der auch der Götter Gott ist“) bleibt in seinem genauen Referenten [?] etwas unbestimmt; gemeint ist wohl Parjanya, der Regengott.]

mamlur mālyāni devānāṃ śemus tejāṃsi caiva hi | utpātameghā raudrāś ca vavarṣuḥ śoṇitaṃ bahu | rajāṃsi mukuṭāny eṣām utthitāni vyadharṣayan

Die Blumengirlanden der Götter welkten, und ihre Glanzkräfte schwanden; furchtbare Unheilswolken regneten viel Blut; aufsteigende Staubwolken bedrängten ihre Diademe.

Wort für Wort
mamlur mālyāni devānāṃ śemus tejāṃsi caiva hi | utpātameghā raudrāś ca vavarṣuḥ śoṇitaṃ bahu | rajāṃsi mukuṭāny eṣām utthitāni vyadharṣayan
Die Blumengirlanden der Götter welkten, und ihre Glanzkräfte schwanden; furchtbare Unheilswolken regneten viel Blut; aufsteigende Staubwolken bedrängten ihre Diademe.

tatas trāsasamudvignaḥ saha devaiḥ śatakratuḥ | utpātān dāruṇān paśyann ity uvāca bṛhaspatim

Da sprach Śatakratu [Indra], von Schrecken erregt, samt den Göttern, als er die furchtbaren Vorzeichen sah, zu Bṛhaspati:

Wort für Wort
tatas trāsasamudvignaḥ saha devaiḥ śatakratuḥ | utpātān dāruṇān paśyann ity uvāca bṛhaspatim
Da sprach Śatakratu [Indra], von Schrecken erregt, samt den Göttern, als er die furchtbaren Vorzeichen sah, zu Bṛhaspati:

[Anm.: „Śatakratu“ („der Hundert-Opfer-Vollbringer“) ist ein Epitheton Indras; Bṛhaspati ist der Guru/Hauspriester der Götter.]

kimarthaṃ bhagavan ghorā mahotpātāḥ samutthitāḥ | na ca śatruṃ prapaśyāmi yudhi yo naḥ pradharṣayet

„Weswegen, o Erhabener, sind diese furchtbaren, großen Vorzeichen entstanden? Und ich sehe keinen Feind, der uns im Kampf herausfordern könnte.“

Wort für Wort
kimarthaṃ bhagavan ghorā mahotpātāḥ samutthitāḥ | na ca śatruṃ prapaśyāmi yudhi yo naḥ pradharṣayet
„Weswegen, o Erhabener, sind diese furchtbaren, großen Vorzeichen entstanden? Und ich sehe keinen Feind, der uns im Kampf herausfordern könnte.“

bṛhaspatir uvāca | tavāparādhād devendra pramādāc ca śatakrato | tapasā vālakhilyānāṃ bhūtam utpannam adbhutam

Bṛhaspati sprach: „Durch deine Schuld, o Götterfürst, und durch Nachlässigkeit, o Śatakratu, ist durch die Askese der Vālakhilyas ein wundersames Wesen entstanden.“

Wort für Wort
bṛhaspatir uvāca | tavāparādhād devendra pramādāc ca śatakrato | tapasā vālakhilyānāṃ bhūtam utpannam adbhutam
Bṛhaspati sprach: „Durch deine Schuld, o Götterfürst, und durch Nachlässigkeit, o Śatakratu, ist durch die Askese der Vālakhilyas ein wundersames Wesen entstanden.“

kaśyapasya muneḥ putro vinatāyāś ca khecaraḥ | hartuṃ somam anuprāpto balavān kāmarūpavān

„Der Sohn des Weisen Kaśyapa und der Vinatā, der Himmelswandler, ist, mächtig und mit der Fähigkeit, jede Gestalt anzunehmen, gekommen, um den Soma zu rauben.“

Wort für Wort
kaśyapasya muneḥ putro vinatāyāś ca khecaraḥ | hartuṃ somam anuprāpto balavān kāmarūpavān
„Der Sohn des Weisen Kaśyapa und der Vinatā, der Himmelswandler, ist, mächtig und mit der Fähigkeit, jede Gestalt anzunehmen, gekommen, um den Soma zu rauben.“

samartho balināṃ śreṣṭho hartuṃ somaṃ vihaṃgamaḥ | sarvaṃ saṃbhāvayāmy asminn asādhyam api sādhayet

„Fähig ist der Vogel, der Beste der Starken, den Soma zu rauben; ich halte alles, selbst das Unmögliche, für ihn erreichbar.“

Wort für Wort
samartho balināṃ śreṣṭho hartuṃ somaṃ vihaṃgamaḥ | sarvaṃ saṃbhāvayāmy asminn asādhyam api sādhayet
„Fähig ist der Vogel, der Beste der Starken, den Soma zu rauben; ich halte alles, selbst das Unmögliche, für ihn erreichbar.“

sūta uvāca | śrutvaitad vacanaṃ śakraḥ provācāmṛtarakṣiṇaḥ | mahāvīryabalaḥ pakṣī hartuṃ somam ihodyataḥ

Sūta sprach: Als er dies Wort gehört hatte, sprach Śakra zu den Amṛta-Wächtern: „Der Vogel, von großer Kraft und Stärke, ist bereit, hier den Soma zu rauben.“

Wort für Wort
sūta uvāca | śrutvaitad vacanaṃ śakraḥ provācāmṛtarakṣiṇaḥ | mahāvīryabalaḥ pakṣī hartuṃ somam ihodyataḥ
Sūta sprach: Als er dies Wort gehört hatte, sprach Śakra zu den Amṛta-Wächtern: „Der Vogel, von großer Kraft und Stärke, ist bereit, hier den Soma zu rauben.“

yuṣmān saṃbodhayāmy eṣa yathā sa na hared balāt | atulaṃ hi balaṃ tasya bṛhaspatir uvāca me

„Ich mache euch dies bekannt, damit er ihn nicht mit Gewalt raube; denn seine Kraft, so sagte mir Bṛhaspati, ist unvergleichlich.“

Wort für Wort
yuṣmān saṃbodhayāmy eṣa yathā sa na hared balāt | atulaṃ hi balaṃ tasya bṛhaspatir uvāca me
„Ich mache euch dies bekannt, damit er ihn nicht mit Gewalt raube; denn seine Kraft, so sagte mir Bṛhaspati, ist unvergleichlich.“

tac chrutvā vibudhā vākyaṃ vismitā yatnam āsthitāḥ | parivāryāmṛtaṃ tasthur vajrī cendraḥ śatakratuḥ

Nachdem sie dieses Wort gehört hatten, unternahmen die erstaunten Weisen [Götter] Anstrengung; sie umringten das Amṛta und standen Wache, samt dem Keulenträger, Indra Śatakratu,

Wort für Wort
tac chrutvā vibudhā vākyaṃ vismitā yatnam āsthitāḥ | parivāryāmṛtaṃ tasthur vajrī cendraḥ śatakratuḥ
Nachdem sie dieses Wort gehört hatten, unternahmen die erstaunten Weisen [Götter] Anstrengung; sie umringten das Amṛta und standen Wache, samt dem Keulenträger, Indra Śatakratu,

[Anm.: „Vajrin“ (Keulen-/Donnerkeilträger) ist ein weiteres Epitheton Indras.]

dhārayanto mahārhāṇi kavacāni manasvinaḥ | kāñcanāni vicitrāṇi vaiḍūryavikṛtāni ca

kostbare, herrliche Panzer tragend, besonnen, goldene, bunte, mit Vaiḍūrya verzierte,

Wort für Wort
dhārayanto mahārhāṇi kavacāni manasvinaḥ | kāñcanāni vicitrāṇi vaiḍūryavikṛtāni ca
kostbare, herrliche Panzer tragend, besonnen, goldene, bunte, mit Vaiḍūrya verzierte,

vividhāni ca śastrāṇi ghorarūpāṇy anekaśaḥ | śitatīkṣṇāgradhārāṇi samudyamya sahasraśaḥ

und mancherlei furchtbar aussehende Waffen vielfältiger Art, mit scharfen, spitzen Schneiden, zu Tausenden erhoben,

Wort für Wort
vividhāni ca śastrāṇi ghorarūpāṇy anekaśaḥ | śitatīkṣṇāgradhārāṇi samudyamya sahasraśaḥ
und mancherlei furchtbar aussehende Waffen vielfältiger Art, mit scharfen, spitzen Schneiden, zu Tausenden erhoben,

savisphuliṅgajvālāni sadhūmāni ca sarvaśaḥ | cakrāṇi parighāṃś caiva triśūlāni paraśvadhān

mit Funken und Flammen, allesamt rauchend: Diskusse, Streitkeulen, Dreizacke, Beile,

Wort für Wort
savisphuliṅgajvālāni sadhūmāni ca sarvaśaḥ | cakrāṇi parighāṃś caiva triśūlāni paraśvadhān
mit Funken und Flammen, allesamt rauchend: Diskusse, Streitkeulen, Dreizacke, Beile,

[Anm.: „Parigha“ ist eine schwere, eisenbeschlagene Streitkeule bzw. Torstange.]

śaktīś ca vividhās tīkṣṇāḥ karavālāṃś ca nirmalān | svadeharūpāṇy ādāya gadāś cograpradarśanāḥ

und mancherlei scharfe Speere und makellose Schwerter, ihre eigene Leibgestalt annehmend, und Keulen von furchterregendem Aussehen,

Wort für Wort
śaktīś ca vividhās tīkṣṇāḥ karavālāṃś ca nirmalān | svadeharūpāṇy ādāya gadāś cograpradarśanāḥ
und mancherlei scharfe Speere und makellose Schwerter, ihre eigene Leibgestalt annehmend, und Keulen von furchterregendem Aussehen,

taiḥ śastrair bhānumadbhis te divyābharaṇabhūṣitāḥ | bhānumantaḥ suragaṇās tasthur vigatakalmaṣāḥ

mit jenen leuchtenden Waffen, mit göttlichem Schmuck geziert, strahlend standen die Götterscharen, frei von Makel,

Wort für Wort
taiḥ śastrair bhānumadbhis te divyābharaṇabhūṣitāḥ | bhānumantaḥ suragaṇās tasthur vigatakalmaṣāḥ
mit jenen leuchtenden Waffen, mit göttlichem Schmuck geziert, strahlend standen die Götterscharen, frei von Makel,

anupamabalavīryatejaso dhṛtamanasaḥ parirakṣaṇe 'mṛtasya | asurapuravidāraṇāḥ surā jvalanasamiddhavapuḥprakāśinaḥ

von unvergleichlicher Kraft, Tapferkeit und Glanz, den Sinn auf den Schutz des Amṛta gerichtet, die Zerspalter der Asura-Burgen, die Götter, in ihrem Glanz einem lodernden Feuer gleich strahlend,

Wort für Wort
anupamabalavīryatejaso dhṛtamanasaḥ parirakṣaṇe 'mṛtasya | asurapuravidāraṇāḥ surā jvalanasamiddhavapuḥprakāśinaḥ
von unvergleichlicher Kraft, Tapferkeit und Glanz, den Sinn auf den Schutz des Amṛta gerichtet, die Zerspalter der Asura-Burgen, die Götter, in ihrem Glanz einem lodernden Feuer gleich strahlend,

iti samaravaraṃ surāsthitaṃ parighasahasraśataiḥ samākulam | vigalitam iva cāmbarāntare tapanamarīcivibhāsitaṃ babhau

so erstrahlte jene vortreffliche Schlachtreihe der Götter, dort aufgestellt, von hunderttausend Streitkeulen wimmelnd, gleichsam sich im Raum des Himmels verflüchtigend, von den Strahlen der Sonne erleuchtet.

Wort für Wort
iti samaravaraṃ surāsthitaṃ parighasahasraśataiḥ samākulam | vigalitam iva cāmbarāntare tapanamarīcivibhāsitaṃ babhau
so erstrahlte jene vortreffliche Schlachtreihe der Götter, dort aufgestellt, von hunderttausend Streitkeulen wimmelnd, gleichsam sich im Raum des Himmels verflüchtigend, von den Strahlen der Sonne erleuchtet.

[Anm.: Adhyāya 26 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei, mit der vollständig gerüsteten Götterschar, bereit, das Amṛta gegen Garuḍa zu verteidigen.]

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