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Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 5: Pauloma-parva (Anfang): Bhārgava-Vaṃśa und die Pulomā-Erzählung Pauloma-parva (Anfang): das Geschlecht der Bhṛgus und der Beginn der Pulomā-Erzählung — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)

Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,005.001“ bis „01,005.026“). Dieser Adhyāya eröffnet das eigentliche Pauloma-parva: Śaunaka bittet den Sūta um das Geschlecht der Bhṛgus (Bhārgava-vaṃśa), das knapp berichtet wird (Bhṛgu – Cyavana – Pramati – Ruru – Śunaka), bevor die Erzählung zur Vorgeschichte von Cyavanas Geburt zurückkehrt: der Dämon (Rakṣas) Puloma begehrt Bhṛgus schwangere Gattin Pulomā, die er für seine eigene, ihm einst versprochene Braut hält, und befragt den Feuergott Agni als Zeugen der Wahrheit. Der Adhyāya endet mitten in der Szene, unmittelbar bevor Agni antwortet (Fortsetzung in Adhyāya 6). Eine umfangreiche, textkritisch als spätere Interpolation markierte Bhṛgu-Genealogie (25 weitere Generationen, Apparat zu Vers 6) wurde gemäß der Methodik dieses Projekts nicht übersetzt, da sie nicht Teil des konstituierten Haupttextes ist; siehe Anmerkung zu Vers 6. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.

śaunaka uvāca | purāṇam akhilaṃ tāta pitā te 'dhītavān purā | kaccit tvam api tat sarvam adhīṣe lomaharṣaṇe

Śaunaka sprach: „Lieber Sohn, dein Vater hat einst das gesamte Purāṇa studiert; hast auch du, o Lomaharṣaṇi, dies alles ganz erlernt?“

Wort für Wort
śaunaka uvāca | purāṇam akhilaṃ tāta pitā te 'dhītavān purā | kaccit tvam api tat sarvam adhīṣe lomaharṣaṇe
Śaunaka sprach: „Lieber Sohn, dein Vater hat einst das gesamte Purāṇa studiert; hast auch du, o Lomaharṣaṇi, dies alles ganz erlernt?“

purāṇe hi kathā divyā ādivaṃśāś ca dhīmatām | kathyante tāḥ purāsmābhiḥ śrutāḥ pūrvaṃ pitus tava

„Denn im Purāṇa werden die göttlichen Erzählungen und die Ur-Geschlechter der Weisen berichtet; diese haben wir einst von deinem Vater gehört.“

Wort für Wort
purāṇe hi kathā divyā ādivaṃśāś ca dhīmatām | kathyante tāḥ purāsmābhiḥ śrutāḥ pūrvaṃ pitus tava
„Denn im Purāṇa werden die göttlichen Erzählungen und die Ur-Geschlechter der Weisen berichtet; diese haben wir einst von deinem Vater gehört.“

tatra vaṃśam ahaṃ pūrvaṃ śrotum icchāmi bhārgavam | kathayasva kathām etāṃ kalyāḥ sma śravaṇe tava

„Davon möchte ich zuerst das Geschlecht der Bhṛgu-Nachkommen hören; erzähle mir diese Erzählung – wir sind bereit, dir zuzuhören.“

Wort für Wort
tatra vaṃśam ahaṃ pūrvaṃ śrotum icchāmi bhārgavam | kathayasva kathām etāṃ kalyāḥ sma śravaṇe tava
„Davon möchte ich zuerst das Geschlecht der Bhṛgu-Nachkommen hören; erzähle mir diese Erzählung – wir sind bereit, dir zuzuhören.“

sūta uvāca | yad adhītaṃ purā samyag dvijaśreṣṭha mahātmabhiḥ | vaiśaṃpāyanaviprādyais taiś cāpi kathitaṃ purā

Sūta sprach: „Was einst von den hochgesinnten (Weisen), o Bester der Zweifachgeborenen, vollständig erlernt wurde, und was auch von jenen – dem Brahmanen Vaiśaṃpāyana und anderen – einst erzählt wurde,

Wort für Wort
sūta uvāca | yad adhītaṃ purā samyag dvijaśreṣṭha mahātmabhiḥ | vaiśaṃpāyanaviprādyais taiś cāpi kathitaṃ purā
Sūta sprach: „Was einst von den hochgesinnten (Weisen), o Bester der Zweifachgeborenen, vollständig erlernt wurde, und was auch von jenen – dem Brahmanen Vaiśaṃpāyana und anderen – einst erzählt wurde,

yad adhītaṃ ca pitrā me samyak caiva tato mayā | tat tāvac chṛṇu yo devaiḥ sendraiḥ sāgnimarudgaṇaiḥ pūjitaḥ pravaro vaṃśo bhṛgūṇāṃ bhṛgunandana

und was auch mein Vater vollständig erlernt hat und danach ich – das höre nun: das vortreffliche Geschlecht der Bhṛgus, das von den Göttern samt Indra, Agni und den Marut-Scharen verehrt wird, o Freude der Bhṛgus.“

Wort für Wort
yad adhītaṃ ca pitrā me samyak caiva tato mayā | tat tāvac chṛṇu yo devaiḥ sendraiḥ sāgnimarudgaṇaiḥ pūjitaḥ pravaro vaṃśo bhṛgūṇāṃ bhṛgunandana
und was auch mein Vater vollständig erlernt hat und danach ich – das höre nun: das vortreffliche Geschlecht der Bhṛgus, das von den Göttern samt Indra, Agni und den Marut-Scharen verehrt wird, o Freude der Bhṛgus.“

imaṃ vaṃśam ahaṃ brahman bhārgavaṃ te mahāmune | nigadāmi kathāyuktaṃ purāṇāśrayasaṃyutam

„Dieses Bhārgava-Geschlecht, o Brahmane, o großer Weiser, will ich dir verkünden, verbunden mit der Erzählung und gestützt auf die Purāṇa-Überlieferung.“

Wort für Wort
imaṃ vaṃśam ahaṃ brahman bhārgavaṃ te mahāmune | nigadāmi kathāyuktaṃ purāṇāśrayasaṃyutam
„Dieses Bhārgava-Geschlecht, o Brahmane, o großer Weiser, will ich dir verkünden, verbunden mit der Erzählung und gestützt auf die Purāṇa-Überlieferung.“

[Anm.: Im Apparat folgt hier eine umfangreiche, textkritisch als spätere Interpolation markierte Bhṛgu-Nachkommenliste (25 weitere Generationen bis zu Jamadagni und Rāma Jāmadagnya, der die Erde 21-mal von Kṣatriyas befreit habe). Da sie nicht Teil des konstituierten kritischen Haupttextes ist, wird sie hier nicht übersetzt; der Haupttext selbst führt die Genealogie erst ab Vers 7 (Cyavana) fort.]

bhṛgoḥ sudayitaḥ putraś cyavano nāma bhārgavaḥ | cyavanasyāpi dāyādaḥ pramatir nāma dhārmikaḥ | pramater apy abhūt putro ghṛtācyāṃ rurur ity uta

Bhṛgus überaus geliebter Sohn ist der Bhārgava namens Cyavana; Cyavanas Erbe wiederum ist der rechtschaffene, namens Pramati; und Pramatis Sohn, von Ghṛtācī geboren, war Ruru genannt.

Wort für Wort
bhṛgoḥ sudayitaḥ putraś cyavano nāma bhārgavaḥ | cyavanasyāpi dāyādaḥ pramatir nāma dhārmikaḥ | pramater apy abhūt putro ghṛtācyāṃ rurur ity uta
Bhṛgus überaus geliebter Sohn ist der Bhārgava namens Cyavana; Cyavanas Erbe wiederum ist der rechtschaffene, namens Pramati; und Pramatis Sohn, von Ghṛtācī geboren, war Ruru genannt.

ruror api suto jajñe śunako vedapāragaḥ | pramadvarāyāṃ dharmātmā tava pūrvapitāmahāt

Und dem Ruru, deinem Urahn, wurde von Pramadvarā ein Sohn geboren: Śunaka, kundig der Veden bis zum Ende, gerechtgesinnt.

Wort für Wort
ruror api suto jajñe śunako vedapāragaḥ | pramadvarāyāṃ dharmātmā tava pūrvapitāmahāt
Und dem Ruru, deinem Urahn, wurde von Pramadvarā ein Sohn geboren: Śunaka, kundig der Veden bis zum Ende, gerechtgesinnt.

tapasvī ca yaśasvī ca śrutavān brahmavittamaḥ | dharmiṣṭhaḥ satyavādī ca niyato niyatendriyaḥ

Ein Asket war er, und ruhmreich, gelehrt, ein hervorragender Kenner des Brahman, überaus rechtschaffen und wahrhaftig redend, gezügelt und mit gebändigten Sinnen.

Wort für Wort
tapasvī ca yaśasvī ca śrutavān brahmavittamaḥ | dharmiṣṭhaḥ satyavādī ca niyato niyatendriyaḥ
Ein Asket war er, und ruhmreich, gelehrt, ein hervorragender Kenner des Brahman, überaus rechtschaffen und wahrhaftig redend, gezügelt und mit gebändigten Sinnen.

śaunaka uvāca | sūtaputra yathā tasya bhārgavasya mahātmanaḥ | cyavanatvaṃ parikhyātaṃ tan mamācakṣva pṛcchataḥ

Śaunaka sprach: „O Sohn des Sūta, wie jene wohlbekannte Geschichte von des hochgesinnten Bhārgava Cyavana-Werden berühmt geworden ist, das erzähle mir, der ich danach frage.“

Wort für Wort
śaunaka uvāca | sūtaputra yathā tasya bhārgavasya mahātmanaḥ | cyavanatvaṃ parikhyātaṃ tan mamācakṣva pṛcchataḥ
Śaunaka sprach: „O Sohn des Sūta, wie jene wohlbekannte Geschichte von des hochgesinnten Bhārgava Cyavana-Werden berühmt geworden ist, das erzähle mir, der ich danach frage.“

sūta uvāca | bhṛgoḥ sudayitā bhāryā pulomety abhiviśrutā | tasyāṃ garbhaḥ samabhavad bhṛgor vīryasamudbhavaḥ

Sūta sprach: Bhṛgus überaus geliebte Gattin war die weithin berühmte Pulomā; in ihr entstand eine Leibesfrucht, aus Bhṛgus Manneskraft entsprungen.

Wort für Wort
sūta uvāca | bhṛgoḥ sudayitā bhāryā pulomety abhiviśrutā | tasyāṃ garbhaḥ samabhavad bhṛgor vīryasamudbhavaḥ
Sūta sprach: Bhṛgus überaus geliebte Gattin war die weithin berühmte Pulomā; in ihr entstand eine Leibesfrucht, aus Bhṛgus Manneskraft entsprungen.

tasmin garbhe saṃbhṛte 'tha pulomāyāṃ bhṛgūdvaha samaye samaśīlinyāṃ dharmapatnyāṃ yaśasvinaḥ

Als nun diese Leibesfrucht in Pulomā, o Nachkomme Bhṛgus, zur rechten Zeit herangewachsen war, in der gleichgesinnten, ruhmreichen, rechtmäßigen Gattin —

Wort für Wort
tasmin garbhe saṃbhṛte 'tha pulomāyāṃ bhṛgūdvaha samaye samaśīlinyāṃ dharmapatnyāṃ yaśasvinaḥ
Als nun diese Leibesfrucht in Pulomā, o Nachkomme Bhṛgus, zur rechten Zeit herangewachsen war, in der gleichgesinnten, ruhmreichen, rechtmäßigen Gattin —

[Anm.: Der Satz wird syntaktisch erst mit Vers 13 fortgesetzt.]

abhiṣekāya niṣkrānte bhṛgau dharmabhṛtāṃ vare | āśramaṃ tasya rakṣo 'tha pulomābhyājagāma ha

— während Bhṛgu, der Vortrefflichste der Rechtschaffenen, zur rituellen Waschung hinausgegangen war, kam da ein Rakṣas zu seiner Einsiedelei, zu Pulomā.

Wort für Wort
abhiṣekāya niṣkrānte bhṛgau dharmabhṛtāṃ vare | āśramaṃ tasya rakṣo 'tha pulomābhyājagāma ha
— während Bhṛgu, der Vortrefflichste der Rechtschaffenen, zur rituellen Waschung hinausgegangen war, kam da ein Rakṣas zu seiner Einsiedelei, zu Pulomā.

[Anm.: Bemerkenswerte Namensgleichheit im Sanskrit: der Rakṣas (Dämon) trägt denselben Namen „Puloma“ wie Bhṛgus Gattin Pulomā (im Deutschen durch die maskuline/feminine Form unterschieden); dies ist im Original beabsichtigt und wird in den folgenden Versen (v. 19–21) zum Motiv, da der Dämon behauptet, sie sei ursprünglich ihm selbst versprochen gewesen.]

taṃ praviśyāśramaṃ dṛṣṭvā bhṛgor bhāryām aninditām | hṛcchayena samāviṣṭo vicetāḥ samapadyata

Als er diese Einsiedelei betreten und Bhṛgus untadelige Gattin erblickt hatte, wurde er vom Herzensbewohner [Kāma, dem Liebesbegehren] ergriffen und geriet außer sich.

Wort für Wort
taṃ praviśyāśramaṃ dṛṣṭvā bhṛgor bhāryām aninditām | hṛcchayena samāviṣṭo vicetāḥ samapadyata
Als er diese Einsiedelei betreten und Bhṛgus untadelige Gattin erblickt hatte, wurde er vom Herzensbewohner [Kāma, dem Liebesbegehren] ergriffen und geriet außer sich.

abhyāgataṃ tu tad rakṣaḥ pulomā cārudarśanā | nyamantrayata vanyena phalamūlādinā tadā

Den herbeigekommenen Rakṣas aber bewirtete die schön anzusehende Pulomā damals mit Waldkost – Früchten, Wurzeln und dergleichen.

Wort für Wort
abhyāgataṃ tu tad rakṣaḥ pulomā cārudarśanā | nyamantrayata vanyena phalamūlādinā tadā
Den herbeigekommenen Rakṣas aber bewirtete die schön anzusehende Pulomā damals mit Waldkost – Früchten, Wurzeln und dergleichen.

tāṃ tu rakṣas tato brahman hṛcchayenābhipīḍitam | dṛṣṭvā hṛṣṭam abhūt tatra jihīrṣus tām aninditām

Der Rakṣas aber, o Brahmane, von Liebesbegehren im Herzen bedrängt, wurde, als er sie erblickte, freudig erregt, begierig, jene Untadelige zu rauben.

Wort für Wort
tāṃ tu rakṣas tato brahman hṛcchayenābhipīḍitam | dṛṣṭvā hṛṣṭam abhūt tatra jihīrṣus tām aninditām
Der Rakṣas aber, o Brahmane, von Liebesbegehren im Herzen bedrängt, wurde, als er sie erblickte, freudig erregt, begierig, jene Untadelige zu rauben.

athāgniśaraṇe 'paśyaj jvalitaṃ jātavedasam | tam apṛcchat tato rakṣaḥ pāvakaṃ jvalitaṃ tadā

Da erblickte er im Feuerheiligtum den lodernden Jātavedas [Agni]; den lodernden Feuergott befragte darauf der Rakṣas:

Wort für Wort
athāgniśaraṇe 'paśyaj jvalitaṃ jātavedasam | tam apṛcchat tato rakṣaḥ pāvakaṃ jvalitaṃ tadā
Da erblickte er im Feuerheiligtum den lodernden Jātavedas [Agni]; den lodernden Feuergott befragte darauf der Rakṣas:

śaṃsa me kasya bhāryeyam agne pṛṣṭa ṛtena vai | satyas tvam asi satyaṃ me vada pāvaka pṛcchate

„Sag mir, o Agni, gefragt gemäß der Wahrheit: wessen Gattin ist diese? Du bist die Wahrheit selbst; sage mir, dem Fragenden, die Wahrheit, o Reiniger.“

Wort für Wort
śaṃsa me kasya bhāryeyam agne pṛṣṭa ṛtena vai | satyas tvam asi satyaṃ me vada pāvaka pṛcchate
„Sag mir, o Agni, gefragt gemäß der Wahrheit: wessen Gattin ist diese? Du bist die Wahrheit selbst; sage mir, dem Fragenden, die Wahrheit, o Reiniger.“

mayā hīyaṃ pūrvavṛtā bhāryārthe varavarṇinī | paścāt tv imāṃ pitā prādād bhṛgave 'nṛtakāriṇe

„Denn diese Schönfarbige wurde von mir zuerst zur Gattin erwählt; später aber gab ihr Vater sie dem lügenhaft handelnden Bhṛgu.“

Wort für Wort
mayā hīyaṃ pūrvavṛtā bhāryārthe varavarṇinī | paścāt tv imāṃ pitā prādād bhṛgave 'nṛtakāriṇe
„Denn diese Schönfarbige wurde von mir zuerst zur Gattin erwählt; später aber gab ihr Vater sie dem lügenhaft handelnden Bhṛgu.“

seyaṃ yadi varārohā bhṛgor bhāryā rahogatā | tathā satyaṃ samākhyāhi jihīrṣāmy āśramād imām

„Wenn diese Schönhüftige wirklich Bhṛgus Gattin ist, die jetzt allein hier weilt, so verkünde mir dies wahrheitsgemäß – ich will sie aus der Einsiedelei rauben.“

Wort für Wort
seyaṃ yadi varārohā bhṛgor bhāryā rahogatā | tathā satyaṃ samākhyāhi jihīrṣāmy āśramād imām
„Wenn diese Schönhüftige wirklich Bhṛgus Gattin ist, die jetzt allein hier weilt, so verkünde mir dies wahrheitsgemäß – ich will sie aus der Einsiedelei rauben.“

manyur hi hṛdayaṃ me 'dya pradahann iva tiṣṭhati | matpūrvabhāryāṃ yad imāṃ bhṛguḥ prāpa sumadhyamām

„Denn Zorn steht heute in meinem Herzen wie brennend, weil Bhṛgu diese meine frühere Gattin, die Schlankhüftige, erlangt hat.“

Wort für Wort
manyur hi hṛdayaṃ me 'dya pradahann iva tiṣṭhati | matpūrvabhāryāṃ yad imāṃ bhṛguḥ prāpa sumadhyamām
„Denn Zorn steht heute in meinem Herzen wie brennend, weil Bhṛgu diese meine frühere Gattin, die Schlankhüftige, erlangt hat.“

tad rakṣa evam āmantrya jvalitaṃ jātavedasam | śaṅkamāno bhṛgor bhāryāṃ punaḥ punar apṛcchata

So sprach der Rakṣas den lodernden Jātavedas an, und, an Bhṛgus Gattin zweifelnd, befragte er ihn immer wieder.

Wort für Wort
tad rakṣa evam āmantrya jvalitaṃ jātavedasam | śaṅkamāno bhṛgor bhāryāṃ punaḥ punar apṛcchata
So sprach der Rakṣas den lodernden Jātavedas an, und, an Bhṛgus Gattin zweifelnd, befragte er ihn immer wieder.

tvam agne sarvabhūtānām antaś carasi nityadā | sākṣivat puṇyapāpeṣu satyaṃ brūhi kave vacaḥ

„Du, Agni, wandelst stets im Innern aller Wesen, gleich einem Zeugen bei Verdienst und Sünde – sprich die Wahrheit, o Seher!“

Wort für Wort
tvam agne sarvabhūtānām antaś carasi nityadā | sākṣivat puṇyapāpeṣu satyaṃ brūhi kave vacaḥ
„Du, Agni, wandelst stets im Innern aller Wesen, gleich einem Zeugen bei Verdienst und Sünde – sprich die Wahrheit, o Seher!“

matpūrvabhāryāpahṛtā bhṛguṇānṛtakāriṇā | seyaṃ yadi tathā me tvaṃ satyam ākhyātum arhasi

„Wenn diese meine frühere Gattin vom lügnerisch handelnden Bhṛgu geraubt wurde, so sollst du mir dies wahrheitsgemäß verkünden.“

Wort für Wort
matpūrvabhāryāpahṛtā bhṛguṇānṛtakāriṇā | seyaṃ yadi tathā me tvaṃ satyam ākhyātum arhasi
„Wenn diese meine frühere Gattin vom lügnerisch handelnden Bhṛgu geraubt wurde, so sollst du mir dies wahrheitsgemäß verkünden.“

śrutvā tvatto bhṛgor bhāryāṃ hariṣyāmy aham āśramāt | jātavedaḥ paśyatas te vada satyāṃ giraṃ mama

„Sobald ich es von dir gehört habe, werde ich Bhṛgus Gattin aus der Einsiedelei rauben, o Jātavedas, vor deinen Augen – sprich mir das wahre Wort!“

Wort für Wort
śrutvā tvatto bhṛgor bhāryāṃ hariṣyāmy aham āśramāt | jātavedaḥ paśyatas te vada satyāṃ giraṃ mama
„Sobald ich es von dir gehört habe, werde ich Bhṛgus Gattin aus der Einsiedelei rauben, o Jātavedas, vor deinen Augen – sprich mir das wahre Wort!“

tasya tad vacanaṃ śrutvā saptārcir duḥkhito bhṛśam | bhīto 'nṛtāc ca śāpāc ca bhṛgor ity abravīc chanaiḥ

Als er dessen Worte gehört hatte, wurde der Siebenflammige [Agni] überaus bekümmert; aus Furcht sowohl vor der Lüge als auch vor Bhṛgus Fluch sprach er da leise Folgendes:

Wort für Wort
tasya tad vacanaṃ śrutvā saptārcir duḥkhito bhṛśam | bhīto 'nṛtāc ca śāpāc ca bhṛgor ity abravīc chanaiḥ
Als er dessen Worte gehört hatte, wurde der Siebenflammige [Agni] überaus bekümmert; aus Furcht sowohl vor der Lüge als auch vor Bhṛgus Fluch sprach er da leise Folgendes:

[Anm.: Adhyāya 5 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei, mitten in der Szene; Agnis eigentliche Antwort (die den Rakṣas Puloma zur Wahrheit zwingt) folgt in Adhyāya 6.]

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