Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 68: Śakuntalopākhyānam (4) Die Erzählung von Śakuntalā (4): Die Verleugnung

Śakuntalās und Duḥṣantas Sohn Sarvadamana wächst in Kaṇvas Einsiedelei zu übermenschlicher Kraft heran. Kaṇva schickt Mutter und Sohn zu Duḥṣanta, damit dieser als Kronprinz eingesetzt werde - doch der König verleugnet öffentlich Frau und Sohn. Śakuntalās große Gegenrede enthält die berühmte volksetymologische Lehrrede über Gattin (jāyā) und Sohn (putra) sowie das Lob von Ehefrau und Sohn (V.36-65); anschließend erzählt sie ihre eigene Herkunft und bittet zumindest um Anerkennung des Sohnes. Duḥṣanta weist auch dies zurück und verhöhnt sie als Dirnenkind.

vaiśaṃpāyana uvāca pratijñāya tu duḥṣante pratiyāte śakuntalā garbhaṃ suṣāva vāmoruḥ kumāram amitaujasam

Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem Duḥṣanta so gelobt hatte und fortgezogen war, gebar Śakuntalā, die Schönschenklige, einen Knaben von unermesslicher Kraft.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca pratijñāya tu duḥṣante pratiyāte śakuntalā garbhaṃ suṣāva vāmoruḥ kumāram amitaujasam
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem Duḥṣanta so gelobt hatte und fortgezogen war, gebar Śakuntalā, die Schönschenklige, einen Knaben von unermesslicher Kraft.

triṣu varṣeṣu pūrṇeṣu diptānalasamadyutim rūpaudāryaguṇopetaṃ dauḥṣantiṃ janamejaya

Als drei Jahre vollendet waren, glänzend wie loderndes Feuer, mit Schönheit, Großmut und Tugend ausgestattet, den Sohn des Duḥṣanta, o Janamejaya.

Wort für Wort
triṣu varṣeṣu pūrṇeṣu diptānalasamadyutim rūpaudāryaguṇopetaṃ dauḥṣantiṃ janamejaya
Als drei Jahre vollendet waren, glänzend wie loderndes Feuer, mit Schönheit, Großmut und Tugend ausgestattet, den Sohn des Duḥṣanta, o Janamejaya.

jātakarmādisaṃskāraṃ kaṇvaḥ puṇyakṛtāṃ varaḥ tasyātha kārayām āsa vardhamānasya dhīmataḥ

Die Geburtsriten und weiteren Sakramente ließ Kaṇva, der Beste der Verdienstvollen, für ihn, den heranwachsenden Weisen, vollziehen.

Wort für Wort
jātakarmādisaṃskāraṃ kaṇvaḥ puṇyakṛtāṃ varaḥ tasyātha kārayām āsa vardhamānasya dhīmataḥ
Die Geburtsriten und weiteren Sakramente ließ Kaṇva, der Beste der Verdienstvollen, für ihn, den heranwachsenden Weisen, vollziehen.

dantaiḥ śuklaiḥ śikharibhiḥ siṃhasaṃhanano yuvā cakrāṅkitakaraḥ śrīmān mahāmūrdhā mahābalaḥ kumāro devagarbhābhaḥ sa tatrāśu vyavardhata

Mit weißen, spitzen Zähnen, von löwenartigem Körperbau, jugendlich, mit einer Hand, die das Zeichen des Rades trug, glanzvoll, mit großem Haupt, von großer Kraft, dieser Knabe, einem Götterkind gleich, wuchs dort rasch heran.

Wort für Wort
dantaiḥ śuklaiḥ śikharibhiḥ siṃhasaṃhanano yuvā cakrāṅkitakaraḥ śrīmān mahāmūrdhā mahābalaḥ kumāro devagarbhābhaḥ sa tatrāśu vyavardhata
Mit weißen, spitzen Zähnen, von löwenartigem Körperbau, jugendlich, mit einer Hand, die das Zeichen des Rades trug, glanzvoll, mit großem Haupt, von großer Kraft, dieser Knabe, einem Götterkind gleich, wuchs dort rasch heran.

ṣaḍvarṣa eva bālaḥ sa kaṇvāśramapadaṃ prati vyāghrān siṃhān varāhāṃś ca gajāṃś ca mahiṣāṃs tathā

Schon als sechsjähriger Knabe fing er in der Nähe von Kaṇvas Einsiedelei Tiger, Löwen, Wildschweine, Elefanten sowie Büffel,

Wort für Wort
ṣaḍvarṣa eva bālaḥ sa kaṇvāśramapadaṃ prati vyāghrān siṃhān varāhāṃś ca gajāṃś ca mahiṣāṃs tathā
Schon als sechsjähriger Knabe fing er in der Nähe von Kaṇvas Einsiedelei Tiger, Löwen, Wildschweine, Elefanten sowie Büffel,

baddhvā vṛkṣeṣu balavān āśramasya samantataḥ ārohan damayaṃś caiva krīḍaṃś ca paridhāvati

band sie an Bäume, der Starke, rings um die Einsiedelei, ritt auf ihnen, bändigte sie und lief spielend umher.

Wort für Wort
baddhvā vṛkṣeṣu balavān āśramasya samantataḥ ārohan damayaṃś caiva krīḍaṃś ca paridhāvati
band sie an Bäume, der Starke, rings um die Einsiedelei, ritt auf ihnen, bändigte sie und lief spielend umher.

tato 'sya nāma cakrus te kaṇvāśramanivāsinaḥ astv ayaṃ sarvadamanaḥ sarvaṃ hi damayaty ayam

Da gaben ihm die Bewohner von Kaṇvas Einsiedelei einen Namen: »Dieser soll ›Sarvadamana‹ (Allbezwinger) sein, denn er bezwingt alles!«

Wort für Wort
tato 'sya nāma cakrus te kaṇvāśramanivāsinaḥ astv ayaṃ sarvadamanaḥ sarvaṃ hi damayaty ayam
Da gaben ihm die Bewohner von Kaṇvas Einsiedelei einen Namen: »Dieser soll ›Sarvadamana‹ (Allbezwinger) sein, denn er bezwingt alles!«

sa sarvadamano nāma kumāraḥ samapadyata vikrameṇaujasā caiva balena ca samanvitaḥ

So erhielt der Knabe den Namen Sarvadamana, mit Tatkraft, Stärke und Kraft ausgestattet.

Wort für Wort
sa sarvadamano nāma kumāraḥ samapadyata vikrameṇaujasā caiva balena ca samanvitaḥ
So erhielt der Knabe den Namen Sarvadamana, mit Tatkraft, Stärke und Kraft ausgestattet.

taṃ kumāram ṛṣir dṛṣṭvā karma cāsyātimānuṣam samayo yauvarājyāyety abravīc ca śakuntalām

Als der Weise diesen Knaben sah und seine übermenschlichen Taten, sprach er: »Es ist Zeit für die Krönung zum Kronprinzen« - und sagte dies zu Śakuntalā.

Wort für Wort
taṃ kumāram ṛṣir dṛṣṭvā karma cāsyātimānuṣam samayo yauvarājyāyety abravīc ca śakuntalām
Als der Weise diesen Knaben sah und seine übermenschlichen Taten, sprach er: »Es ist Zeit für die Krönung zum Kronprinzen« - und sagte dies zu Śakuntalā.

tasya tad balam ājñāya kaṇvaḥ śiṣyān uvāca ha śakuntalām imāṃ śīghraṃ sahaputrām ito ''śramāt bhartre prāpayatādyaiva sarvalakṣaṇapūjitām

Als er dessen Kraft erkannt hatte, sprach Kaṇva zu seinen Schülern: »Bringt diese Śakuntalā, mit dem Sohn, sogleich von hier, von der Einsiedelei, noch heute zu ihrem Gatten, sie, die mit allen guten Merkmalen geehrt ist.

Wort für Wort
tasya tad balam ājñāya kaṇvaḥ śiṣyān uvāca ha śakuntalām imāṃ śīghraṃ sahaputrām ito ''śramāt bhartre prāpayatādyaiva sarvalakṣaṇapūjitām
Als er dessen Kraft erkannt hatte, sprach Kaṇva zu seinen Schülern: »Bringt diese Śakuntalā, mit dem Sohn, sogleich von hier, von der Einsiedelei, noch heute zu ihrem Gatten, sie, die mit allen guten Merkmalen geehrt ist.

nārīṇāṃ ciravāso hi bāndhaveṣu na rocate kīrticāritradharmaghnas tasmān nayata māciram

Denn ein langer Aufenthalt bei den Verwandten gefällt Frauen nicht - er schadet Ruhm, Wandel und Dharma; darum bringt sie ohne Verzug.«

Wort für Wort
nārīṇāṃ ciravāso hi bāndhaveṣu na rocate kīrticāritradharmaghnas tasmān nayata māciram
Denn ein langer Aufenthalt bei den Verwandten gefällt Frauen nicht - er schadet Ruhm, Wandel und Dharma; darum bringt sie ohne Verzug.«

tathety uktvā tu te sarve prātiṣṭhantāmitaujasaḥ śakuntalāṃ puraskṛtya saputrāṃ gajasāhvayam

»So sei es« sprachen alle jene und machten sich auf den Weg, mit Śakuntalā samt Sohn voran, zur Stadt des Elefanten-Namens (Hastinapura).

Wort für Wort
tathety uktvā tu te sarve prātiṣṭhantāmitaujasaḥ śakuntalāṃ puraskṛtya saputrāṃ gajasāhvayam
»So sei es« sprachen alle jene und machten sich auf den Weg, mit Śakuntalā samt Sohn voran, zur Stadt des Elefanten-Namens (Hastinapura).

[Anm.: »gajasāhvaya« (»die nach dem Elefanten Benannte«) ist ein Beiname der Stadt Hastinapura.

gṛhītvāmaragarbhābhaṃ putraṃ kamalalocanam ājagāma tataḥ śubhrā duḥṣantaviditād vanāt

Mit dem Sohn, gleich einem Götterkind, mit Lotusaugen, kam sie, die Strahlende, von dem Wald, das Duḥṣanta wohlbekannt war.

Wort für Wort
gṛhītvāmaragarbhābhaṃ putraṃ kamalalocanam ājagāma tataḥ śubhrā duḥṣantaviditād vanāt
Mit dem Sohn, gleich einem Götterkind, mit Lotusaugen, kam sie, die Strahlende, von dem Wald, das Duḥṣanta wohlbekannt war.

abhisṛtya ca rājānaṃ viditā sā praveśitā saha tenaiva putreṇa taruṇādityavarcasā

Sie näherte sich dem König, wurde erkannt und eingeführt, zusammen mit eben jenem Sohn, dessen Glanz dem der jungen Sonne glich.

Wort für Wort
abhisṛtya ca rājānaṃ viditā sā praveśitā saha tenaiva putreṇa taruṇādityavarcasā
Sie näherte sich dem König, wurde erkannt und eingeführt, zusammen mit eben jenem Sohn, dessen Glanz dem der jungen Sonne glich.

pūjayitvā yathānyāyam abravīt taṃ śakuntalā ayaṃ putras tvayā rājan yauvarājye 'bhiṣicyatām

Nachdem sie ihn gebührend geehrt hatte, sprach Śakuntalā zu ihm: »Dieser Sohn, o König, soll von dir zum Kronprinzen geweiht werden.

Wort für Wort
pūjayitvā yathānyāyam abravīt taṃ śakuntalā ayaṃ putras tvayā rājan yauvarājye 'bhiṣicyatām
Nachdem sie ihn gebührend geehrt hatte, sprach Śakuntalā zu ihm: »Dieser Sohn, o König, soll von dir zum Kronprinzen geweiht werden.

tvayā hy ayaṃ suto rājan mayy utpannaḥ suropamaḥ yathāsamayam etasmin vartasva puruṣottama

Denn dieser Sohn wurde von dir in mir gezeugt, einem Gott gleich, o König; halte dich an die damalige Vereinbarung, o Bester der Männer.

Wort für Wort
tvayā hy ayaṃ suto rājan mayy utpannaḥ suropamaḥ yathāsamayam etasmin vartasva puruṣottama
Denn dieser Sohn wurde von dir in mir gezeugt, einem Gott gleich, o König; halte dich an die damalige Vereinbarung, o Bester der Männer.

yathā samāgame pūrvaṃ kṛtaḥ sa samayas tvayā taṃ smarasva mahābhāga kaṇvāśramapadaṃ prati

Wie einst bei unserer Begegnung diese Vereinbarung von dir getroffen wurde, so erinnere dich daran, o Hochgesegneter, in Kaṇvas Einsiedelei.«

Wort für Wort
yathā samāgame pūrvaṃ kṛtaḥ sa samayas tvayā taṃ smarasva mahābhāga kaṇvāśramapadaṃ prati
Wie einst bei unserer Begegnung diese Vereinbarung von dir getroffen wurde, so erinnere dich daran, o Hochgesegneter, in Kaṇvas Einsiedelei.«

so 'tha śrutvaiva tad vākyaṃ tasyā rājā smarann api abravīn na smarāmīti kasya tvaṃ duṣṭatāpasi

Kaum hatte er diese Worte gehört, sprach der König, obwohl er sich erinnerte: »Ich erinnere mich nicht - wessen (Tochter) bist du, du üble Büßerin?

Wort für Wort
so 'tha śrutvaiva tad vākyaṃ tasyā rājā smarann api abravīn na smarāmīti kasya tvaṃ duṣṭatāpasi
Kaum hatte er diese Worte gehört, sprach der König, obwohl er sich erinnerte: »Ich erinnere mich nicht - wessen (Tochter) bist du, du üble Büßerin?

dharmakāmārthasaṃbandhaṃ na smarāmi tvayā saha gaccha vā tiṣṭha vā kāmaṃ yad vāpīcchasi tat kuru

Ich erinnere mich an keine Verbindung von Dharma, Kāma und Artha mit dir. Geh oder bleib, oder tu, was dir beliebt, ganz wie du willst.«

Wort für Wort
dharmakāmārthasaṃbandhaṃ na smarāmi tvayā saha gaccha vā tiṣṭha vā kāmaṃ yad vāpīcchasi tat kuru
Ich erinnere mich an keine Verbindung von Dharma, Kāma und Artha mit dir. Geh oder bleib, oder tu, was dir beliebt, ganz wie du willst.«

saivam uktā varārohā vrīḍiteva manasvinī visaṃjñeva ca duḥkhena tasthau sthāṇur ivācalā

So angesprochen, die Schönhüftige, wie beschämt, die Hochsinnige, wie betäubt von Schmerz, blieb sie, unbeweglich wie ein Pfahl, stehen.

Wort für Wort
saivam uktā varārohā vrīḍiteva manasvinī visaṃjñeva ca duḥkhena tasthau sthāṇur ivācalā
So angesprochen, die Schönhüftige, wie beschämt, die Hochsinnige, wie betäubt von Schmerz, blieb sie, unbeweglich wie ein Pfahl, stehen.

saṃrambhāmarṣatāmrākṣī sphuramāṇoṣṭhasaṃpuṭā kaṭākṣair nirdahantīva tiryag rājānam aikṣata

Mit vor Wut und Zorn kupferroten Augen, zitternden Lippen, sah sie den König von der Seite an, als wollte sie ihn mit ihren Blicken verbrennen.

Wort für Wort
saṃrambhāmarṣatāmrākṣī sphuramāṇoṣṭhasaṃpuṭā kaṭākṣair nirdahantīva tiryag rājānam aikṣata
Mit vor Wut und Zorn kupferroten Augen, zitternden Lippen, sah sie den König von der Seite an, als wollte sie ihn mit ihren Blicken verbrennen.

ākāraṃ gūhamānā ca manyunābhisamīritā tapasā saṃbhṛtaṃ tejo dhārayām āsa vai tadā

Ihre Erscheinung verbergend, vom Zorn erregt, hielt sie da die durch Askese angesammelte Glut zurück.

Wort für Wort
ākāraṃ gūhamānā ca manyunābhisamīritā tapasā saṃbhṛtaṃ tejo dhārayām āsa vai tadā
Ihre Erscheinung verbergend, vom Zorn erregt, hielt sie da die durch Askese angesammelte Glut zurück.

sā muhūrtam iva dhyātvā duḥkhāmarṣasamanvitā bhartāram abhisaṃprekṣya kruddhā vacanam abravīt

Sie, wie in Gedanken versunken einen Augenblick, von Schmerz und Zorn erfüllt, blickte auf ihren Gatten und sprach zornig diese Worte:

Wort für Wort
sā muhūrtam iva dhyātvā duḥkhāmarṣasamanvitā bhartāram abhisaṃprekṣya kruddhā vacanam abravīt
Sie, wie in Gedanken versunken einen Augenblick, von Schmerz und Zorn erfüllt, blickte auf ihren Gatten und sprach zornig diese Worte:

jānann api mahārāja kasmād evaṃ prabhāṣase na jānāmīti niḥsaṅgaṃ yathānyaḥ prākṛtas tathā

»Obwohl du weißt, o Großkönig, warum sprichst du so, unbeteiligt, ›ich weiß nicht‹, wie irgendein gewöhnlicher Mensch?

Wort für Wort
jānann api mahārāja kasmād evaṃ prabhāṣase na jānāmīti niḥsaṅgaṃ yathānyaḥ prākṛtas tathā
»Obwohl du weißt, o Großkönig, warum sprichst du so, unbeteiligt, ›ich weiß nicht‹, wie irgendein gewöhnlicher Mensch?

atra te hṛdayaṃ veda satyasyaivānṛtasya ca kalyāṇa bata sākṣī tvaṃ mātmānam avamanyathāḥ

Dein Herz kennt hierin die Wahrheit sowie die Unwahrheit; als Zeuge deiner selbst bist du dir doch, weh, ein guter Zeuge - verachte dich selbst nicht.

Wort für Wort
atra te hṛdayaṃ veda satyasyaivānṛtasya ca kalyāṇa bata sākṣī tvaṃ mātmānam avamanyathāḥ
Dein Herz kennt hierin die Wahrheit sowie die Unwahrheit; als Zeuge deiner selbst bist du dir doch, weh, ein guter Zeuge - verachte dich selbst nicht.

yo 'nyathā santam ātmānam anyathā pratipadyate kiṃ tena na kṛtaṃ pāpaṃ coreṇātmāpahāriṇā

Wer sich anders gibt, als er wirklich ist, welches Verbrechen hat der nicht begangen, ein Dieb, der sich selbst bestiehlt?

Wort für Wort
yo 'nyathā santam ātmānam anyathā pratipadyate kiṃ tena na kṛtaṃ pāpaṃ coreṇātmāpahāriṇā
Wer sich anders gibt, als er wirklich ist, welches Verbrechen hat der nicht begangen, ein Dieb, der sich selbst bestiehlt?

eko 'ham asmīti ca manyase tvaṃ na hṛcchayaṃ vetsi muniṃ purāṇam yo veditā karmaṇaḥ pāpakasya tasyāntike tvaṃ vṛjinaṃ karoṣi

Du meinst, ›ich bin allein‹ - du kennst nicht den uralten Weisen, der im Herzen wohnt; vor dessen Angesicht, der der Zeuge auch der bösen Tat ist, begehst du das Unrecht.

Wort für Wort
eko 'ham asmīti ca manyase tvaṃ na hṛcchayaṃ vetsi muniṃ purāṇam yo veditā karmaṇaḥ pāpakasya tasyāntike tvaṃ vṛjinaṃ karoṣi
Du meinst, ›ich bin allein‹ - du kennst nicht den uralten Weisen, der im Herzen wohnt; vor dessen Angesicht, der der Zeuge auch der bösen Tat ist, begehst du das Unrecht.

manyate pāpakaṃ kṛtvā na kaś cid vetti mām iti vidanti cainaṃ devāś ca svaś caivāntarapūruṣaḥ

Wer eine böse Tat begangen hat, meint: ›Niemand kennt mich‹ - doch die Götter kennen ihn, und der innere Mensch in ihm selbst.

Wort für Wort
manyate pāpakaṃ kṛtvā na kaś cid vetti mām iti vidanti cainaṃ devāś ca svaś caivāntarapūruṣaḥ
Wer eine böse Tat begangen hat, meint: ›Niemand kennt mich‹ - doch die Götter kennen ihn, und der innere Mensch in ihm selbst.

ādityacandrāv anilānalau ca dyaur bhūmir āpo hṛdayaṃ yamaś ca ahaś ca rātriś ca ubhe ca saṃdhye dharmaś ca jānāti narasya vṛttam

Sonne und Mond, Wind und Feuer, Himmel, Erde und Wasser, das Herz, Yama, Tag und Nacht und beide Dämmerungen, und Dharma selbst kennen das Verhalten eines Mannes.

Wort für Wort
ādityacandrāv anilānalau ca dyaur bhūmir āpo hṛdayaṃ yamaś ca ahaś ca rātriś ca ubhe ca saṃdhye dharmaś ca jānāti narasya vṛttam
Sonne und Mond, Wind und Feuer, Himmel, Erde und Wasser, das Herz, Yama, Tag und Nacht und beide Dämmerungen, und Dharma selbst kennen das Verhalten eines Mannes.

yamo vaivasvatas tasya niryātayati duṣkṛtam hṛdi sthitaḥ karmasākṣī kṣetrajño yasya tuṣyati

Yama, der Sohn des Vivasvat, vergilt ihm das Übeltun, wenn der im Herzen wohnende Zeuge der Taten, der Feldkenner, mit ihm nicht zufrieden ist.

Wort für Wort
yamo vaivasvatas tasya niryātayati duṣkṛtam hṛdi sthitaḥ karmasākṣī kṣetrajño yasya tuṣyati
Yama, der Sohn des Vivasvat, vergilt ihm das Übeltun, wenn der im Herzen wohnende Zeuge der Taten, der Feldkenner, mit ihm nicht zufrieden ist.

na tu tuṣyati yasyaiṣa puruṣasya durātmanaḥ taṃ yamaḥ pāpakarmāṇaṃ niryātayati duṣkṛtam

Doch dem Übeltäter, mit dem dieser innere Zeuge nicht zufrieden ist, jenem vergilt Yama das begangene Unrecht.

Wort für Wort
na tu tuṣyati yasyaiṣa puruṣasya durātmanaḥ taṃ yamaḥ pāpakarmāṇaṃ niryātayati duṣkṛtam
Doch dem Übeltäter, mit dem dieser innere Zeuge nicht zufrieden ist, jenem vergilt Yama das begangene Unrecht.

avamanyātmanātmānam anyathā pratipadyate devā na tasya śreyāṃso yasyātmāpi na kāraṇam

Wer sich selbst durch sich selbst verachtet und sich anders gibt, als er ist - dem sind auch die Götter nicht gewogen, dessen eigenes Selbst schon nicht sein Fürsprecher ist.

Wort für Wort
avamanyātmanātmānam anyathā pratipadyate devā na tasya śreyāṃso yasyātmāpi na kāraṇam
Wer sich selbst durch sich selbst verachtet und sich anders gibt, als er ist - dem sind auch die Götter nicht gewogen, dessen eigenes Selbst schon nicht sein Fürsprecher ist.

svayaṃ prāpteti mām evaṃ māvamaṃsthāḥ pativratām arghyārhāṃ nārcayasi māṃ svayaṃ bhāryām upasthitām

Meinst du, ich sei von selbst zu dir gekommen (und daher wertlos)? Verachte mich, die dem Gatten treu Ergebene, nicht so - du ehrst mich nicht, die des Ehrenwassers Würdige, die von selbst als deine Gattin zu dir gekommen ist.

Wort für Wort
svayaṃ prāpteti mām evaṃ māvamaṃsthāḥ pativratām arghyārhāṃ nārcayasi māṃ svayaṃ bhāryām upasthitām
Meinst du, ich sei von selbst zu dir gekommen (und daher wertlos)? Verachte mich, die dem Gatten treu Ergebene, nicht so - du ehrst mich nicht, die des Ehrenwassers Würdige, die von selbst als deine Gattin zu dir gekommen ist.

kimarthaṃ māṃ prākṛtavad upaprekṣasi saṃsadi na khalv aham idaṃ śūnye raumi kiṃ na śṛṇoṣi me

Warum blickst du mich wie eine gewöhnliche Frau an, in dieser Versammlung? Wahrlich, ich rufe nicht in die Leere - hörst du mich nicht?

Wort für Wort
kimarthaṃ māṃ prākṛtavad upaprekṣasi saṃsadi na khalv aham idaṃ śūnye raumi kiṃ na śṛṇoṣi me
Warum blickst du mich wie eine gewöhnliche Frau an, in dieser Versammlung? Wahrlich, ich rufe nicht in die Leere - hörst du mich nicht?

yadi me yācamānāyā vacanaṃ na kariṣyasi duḥṣanta śatadhā mūrdhā tatas te 'dya phaliṣyati

Wenn du meinem Wort, da ich dich bitte, nicht Folge leistest, Duḥṣanta, dann wird dein Haupt heute noch in hundert Teile bersten!

Wort für Wort
yadi me yācamānāyā vacanaṃ na kariṣyasi duḥṣanta śatadhā mūrdhā tatas te 'dya phaliṣyati
Wenn du meinem Wort, da ich dich bitte, nicht Folge leistest, Duḥṣanta, dann wird dein Haupt heute noch in hundert Teile bersten!

bhāryāṃ patiḥ saṃpraviśya sa yasmāj jāyate punaḥ jāyāyā iti jāyātvaṃ purāṇāḥ kavayo viduḥ

Weil der Gatte, in die Gattin eingehend, aus ihr wieder geboren wird, deswegen kennen die alten Weisen der Gattin Wesen als ›Jāyā‹ (von jan-, ›geboren werden‹).

Wort für Wort
bhāryāṃ patiḥ saṃpraviśya sa yasmāj jāyate punaḥ jāyāyā iti jāyātvaṃ purāṇāḥ kavayo viduḥ
Weil der Gatte, in die Gattin eingehend, aus ihr wieder geboren wird, deswegen kennen die alten Weisen der Gattin Wesen als ›Jāyā‹ (von jan-, ›geboren werden‹).

[Anm.: Hier beginnt eine berühmte, dichte volksetymologische Lehrrede über die Begriffe für Gattin, Sohn und die Bedeutung der Ehe (bis V.65); Etymologien sind im Sanskrit lautlich motiviert und werden möglichst wörtlich wiedergegeben.

yad āgamavataḥ puṃsas tad apatyaṃ prajāyate tat tārayati saṃtatyā pūrvapretān pitāmahān

Welcher Sohn einem Mann geboren wird, der Wissen besitzt, der errettet durch seine Nachkommenschaft die zuvor verstorbenen Vorväter.

Wort für Wort
yad āgamavataḥ puṃsas tad apatyaṃ prajāyate tat tārayati saṃtatyā pūrvapretān pitāmahān
Welcher Sohn einem Mann geboren wird, der Wissen besitzt, der errettet durch seine Nachkommenschaft die zuvor verstorbenen Vorväter.

pun nāmno narakād yasmāt pitaraṃ trāyate sutaḥ tasmāt putra iti proktaḥ svayam eva svayambhuvā

Weil der Sohn den Vater vor der Hölle namens ›Put‹ errettet, deshalb wird er ›Putra‹ genannt, von Svayambhū (Brahmā) selbst.

Wort für Wort
pun nāmno narakād yasmāt pitaraṃ trāyate sutaḥ tasmāt putra iti proktaḥ svayam eva svayambhuvā
Weil der Sohn den Vater vor der Hölle namens ›Put‹ errettet, deshalb wird er ›Putra‹ genannt, von Svayambhū (Brahmā) selbst.

[Anm.: klassische Volksetymologie von »putra« als »put(-Hölle) + trā-« (»retten«).

sā bhāryā yā gṛhe dakṣā sā bhāryā yā prajāvatī sā bhāryā yā patiprāṇā sā bhāryā yā pativratā

Die ist eine wahre Gattin, die im Haus tüchtig ist; die ist eine Gattin, die Nachkommen hat; die ist eine Gattin, deren Leben am Gatten hängt; die ist eine Gattin, die dem Gatten treu ist.

Wort für Wort
sā bhāryā yā gṛhe dakṣā sā bhāryā yā prajāvatī sā bhāryā yā patiprāṇā sā bhāryā yā pativratā
Die ist eine wahre Gattin, die im Haus tüchtig ist; die ist eine Gattin, die Nachkommen hat; die ist eine Gattin, deren Leben am Gatten hängt; die ist eine Gattin, die dem Gatten treu ist.

ardhaṃ bhāryā manuṣyasya bhāryā śreṣṭhatamaḥ sakhā bhāryā mūlaṃ trivargasya bhāryā mitraṃ mariṣyataḥ

Die Gattin ist die Hälfte des Menschen, die Gattin ist der beste Freund; die Gattin ist die Wurzel der drei Lebensziele, die Gattin ist der Freund des Sterbenden.

Wort für Wort
ardhaṃ bhāryā manuṣyasya bhāryā śreṣṭhatamaḥ sakhā bhāryā mūlaṃ trivargasya bhāryā mitraṃ mariṣyataḥ
Die Gattin ist die Hälfte des Menschen, die Gattin ist der beste Freund; die Gattin ist die Wurzel der drei Lebensziele, die Gattin ist der Freund des Sterbenden.

bhāryāvantaḥ kriyāvantaḥ sabhāryā gṛhamedhinaḥ bhāryāvantaḥ pramodante bhāryāvantaḥ śriyānvitāḥ

Wer eine Gattin hat, ist fähig zu Ritualhandlungen; wer eine Gattin hat, führt einen vollständigen Hausstand; wer eine Gattin hat, erfreut sich; wer eine Gattin hat, ist mit Wohlstand gesegnet.

Wort für Wort
bhāryāvantaḥ kriyāvantaḥ sabhāryā gṛhamedhinaḥ bhāryāvantaḥ pramodante bhāryāvantaḥ śriyānvitāḥ
Wer eine Gattin hat, ist fähig zu Ritualhandlungen; wer eine Gattin hat, führt einen vollständigen Hausstand; wer eine Gattin hat, erfreut sich; wer eine Gattin hat, ist mit Wohlstand gesegnet.

sakhāyaḥ pravivikteṣu bhavanty etāḥ priyaṃvadāḥ pitaro dharmakāryeṣu bhavanty ārtasya mātaraḥ

In der Einsamkeit sind sie liebevoll sprechende Freundinnen; bei den Pflichthandlungen des Dharma sind sie wie Väter; für den Leidenden sind sie wie Mütter.

Wort für Wort
sakhāyaḥ pravivikteṣu bhavanty etāḥ priyaṃvadāḥ pitaro dharmakāryeṣu bhavanty ārtasya mātaraḥ
In der Einsamkeit sind sie liebevoll sprechende Freundinnen; bei den Pflichthandlungen des Dharma sind sie wie Väter; für den Leidenden sind sie wie Mütter.

kāntāreṣv api viśrāmo narasyādhvanikasya vai yaḥ sadāraḥ sa viśvāsyas tasmād dārāḥ parā gatiḥ

Auch in der Wildnis ist sie die Rast des Wanderers auf dem Weg; wer eine Gattin hat, dem kann man vertrauen - darum ist die Gattin die höchste Zuflucht.

Wort für Wort
kāntāreṣv api viśrāmo narasyādhvanikasya vai yaḥ sadāraḥ sa viśvāsyas tasmād dārāḥ parā gatiḥ
Auch in der Wildnis ist sie die Rast des Wanderers auf dem Weg; wer eine Gattin hat, dem kann man vertrauen - darum ist die Gattin die höchste Zuflucht.

saṃsarantam api pretaṃ viṣameṣv ekapātinam bhāryaivānveti bhartāraṃ satataṃ yā pativratā

Selbst dem Verstorbenen, der auf gefährlichen Wegen allein dahingeht, folgt die Gattin nach, wenn sie stets dem Gatten treu ist.

Wort für Wort
saṃsarantam api pretaṃ viṣameṣv ekapātinam bhāryaivānveti bhartāraṃ satataṃ yā pativratā
Selbst dem Verstorbenen, der auf gefährlichen Wegen allein dahingeht, folgt die Gattin nach, wenn sie stets dem Gatten treu ist.

prathamaṃ saṃsthitā bhāryā patiṃ pretya pratīkṣate pūrvaṃ mṛtaṃ ca bhartāraṃ paścāt sādhvy anugacchati

Zuerst gestorben, wartet die Gattin auf ihren Gatten im Jenseits; zuerst gestorben ist der Gatte, so folgt ihm die Tugendhafte danach nach.

Wort für Wort
prathamaṃ saṃsthitā bhāryā patiṃ pretya pratīkṣate pūrvaṃ mṛtaṃ ca bhartāraṃ paścāt sādhvy anugacchati
Zuerst gestorben, wartet die Gattin auf ihren Gatten im Jenseits; zuerst gestorben ist der Gatte, so folgt ihm die Tugendhafte danach nach.

etasmāt kāraṇād rājan pāṇigrahaṇam iṣyate yad āpnoti patir bhāryām iha loke paratra ca

Aus diesem Grund, o König, wird die Eheschließung angestrebt, weil der Gatte durch die Gattin (Segen) erlangt, in dieser und in jener Welt.

Wort für Wort
etasmāt kāraṇād rājan pāṇigrahaṇam iṣyate yad āpnoti patir bhāryām iha loke paratra ca
Aus diesem Grund, o König, wird die Eheschließung angestrebt, weil der Gatte durch die Gattin (Segen) erlangt, in dieser und in jener Welt.

ātmātmanaiva janitaḥ putra ity ucyate budhaiḥ tasmād bhāryāṃ naraḥ paśyen mātṛvat putramātaram

›Man selbst, durch sich selbst gezeugt‹ - so wird der Sohn von den Weisen genannt; darum soll der Mann die Mutter seines Sohnes ansehen wie seine eigene Mutter.

Wort für Wort
ātmātmanaiva janitaḥ putra ity ucyate budhaiḥ tasmād bhāryāṃ naraḥ paśyen mātṛvat putramātaram
›Man selbst, durch sich selbst gezeugt‹ - so wird der Sohn von den Weisen genannt; darum soll der Mann die Mutter seines Sohnes ansehen wie seine eigene Mutter.

bhāryāyāṃ janitaṃ putram ādarśe svam ivānanam hlādate janitā preṣkya svargaṃ prāpyeva puṇyakṛt

Über den in der Gattin gezeugten Sohn, wie über sein eigenes Gesicht im Spiegel, freut sich der Erzeuger beim Anblick, wie ein Verdienstvoller, der den Himmel erlangt hat.

Wort für Wort
bhāryāyāṃ janitaṃ putram ādarśe svam ivānanam hlādate janitā preṣkya svargaṃ prāpyeva puṇyakṛt
Über den in der Gattin gezeugten Sohn, wie über sein eigenes Gesicht im Spiegel, freut sich der Erzeuger beim Anblick, wie ein Verdienstvoller, der den Himmel erlangt hat.

dahyamānā manoduḥkhair vyādhibhiś cāturā narāḥ hlādante sveṣu dāreṣu gharmārtāḥ salileṣv iva

Von Seelenschmerz verbrannte, von Krankheit gequälte Menschen erfreuen sich an ihren Gattinnen, wie von Hitze Geplagte am Wasser.

Wort für Wort
dahyamānā manoduḥkhair vyādhibhiś cāturā narāḥ hlādante sveṣu dāreṣu gharmārtāḥ salileṣv iva
Von Seelenschmerz verbrannte, von Krankheit gequälte Menschen erfreuen sich an ihren Gattinnen, wie von Hitze Geplagte am Wasser.

susaṃrabdho 'pi rāmāṇāṃ na brūyād apriyaṃ budhaḥ ratiṃ prītiṃ ca dharmaṃ ca tāsv āyattam avekṣya ca

Auch im höchsten Zorn soll ein Weiser den Frauen nichts Unliebsames sagen, da Liebesfreude, Zuneigung und Dharma von ihnen abhängen.

Wort für Wort
susaṃrabdho 'pi rāmāṇāṃ na brūyād apriyaṃ budhaḥ ratiṃ prītiṃ ca dharmaṃ ca tāsv āyattam avekṣya ca
Auch im höchsten Zorn soll ein Weiser den Frauen nichts Unliebsames sagen, da Liebesfreude, Zuneigung und Dharma von ihnen abhängen.

ātmano janmanaḥ kṣetraṃ puṇyaṃ rāmāḥ sanātanam ṛṣīṇām api kā śaktiḥ sraṣṭuṃ rāmām ṛte prajāḥ

Die Frauen sind das heilige, ewige Feld der eigenen Geburt; welche Macht hätten selbst die Weisen, Nachkommenschaft ohne Frauen zu erschaffen?

Wort für Wort
ātmano janmanaḥ kṣetraṃ puṇyaṃ rāmāḥ sanātanam ṛṣīṇām api kā śaktiḥ sraṣṭuṃ rāmām ṛte prajāḥ
Die Frauen sind das heilige, ewige Feld der eigenen Geburt; welche Macht hätten selbst die Weisen, Nachkommenschaft ohne Frauen zu erschaffen?

paripatya yadā sūnur dharaṇīreṇuguṇṭhitaḥ pitur āśliṣyate 'ṅgāni kim ivāsty adhikaṃ tataḥ

Wenn ein Sohn, mit Erdstaub bedeckt, herbeieilt und die Glieder des Vaters umarmt, was gibt es da, das größer wäre als dies?

Wort für Wort
paripatya yadā sūnur dharaṇīreṇuguṇṭhitaḥ pitur āśliṣyate 'ṅgāni kim ivāsty adhikaṃ tataḥ
Wenn ein Sohn, mit Erdstaub bedeckt, herbeieilt und die Glieder des Vaters umarmt, was gibt es da, das größer wäre als dies?

sa tvaṃ svayam anuprāptaṃ sābhilāṣam imaṃ sutam prekṣamāṇaṃ ca kākṣeṇa kimartham avamanyase

Diesen deinen von selbst gekommenen, verlangenden Sohn, der dich mit dem Augenwinkel anblickt - warum verachtest du ihn?

Wort für Wort
sa tvaṃ svayam anuprāptaṃ sābhilāṣam imaṃ sutam prekṣamāṇaṃ ca kākṣeṇa kimartham avamanyase
Diesen deinen von selbst gekommenen, verlangenden Sohn, der dich mit dem Augenwinkel anblickt - warum verachtest du ihn?

aṇḍāni bibhrati svāni na bhindanti pipīlikāḥ na bharethāḥ kathaṃ nu tvaṃ dharmajñaḥ san svam ātmajam

Selbst die Ameisen tragen ihre eigenen Eier, ohne sie zu zerbrechen - wie kannst du, der du den Dharma kennst, deinen eigenen Sohn nicht ernähren?

Wort für Wort
aṇḍāni bibhrati svāni na bhindanti pipīlikāḥ na bharethāḥ kathaṃ nu tvaṃ dharmajñaḥ san svam ātmajam
Selbst die Ameisen tragen ihre eigenen Eier, ohne sie zu zerbrechen - wie kannst du, der du den Dharma kennst, deinen eigenen Sohn nicht ernähren?

na vāsasāṃ na rāmāṇāṃ nāpāṃ sparśas tathā sukhaḥ śiśor āliṅgyamānasya sparśaḥ sūnor yathā sukhaḥ

Weder von Gewändern noch von Frauen noch auch von Wasser ist die Berührung so angenehm wie die Berührung des umarmenden kleinen Sohnes.

Wort für Wort
na vāsasāṃ na rāmāṇāṃ nāpāṃ sparśas tathā sukhaḥ śiśor āliṅgyamānasya sparśaḥ sūnor yathā sukhaḥ
Weder von Gewändern noch von Frauen noch auch von Wasser ist die Berührung so angenehm wie die Berührung des umarmenden kleinen Sohnes.

brāhmaṇo dvipadāṃ śreṣṭho gaur variṣṭhā catuṣpadām gurur garīyasāṃ śreṣṭhaḥ putraḥ sparśavatāṃ varaḥ

Der Brahmane ist der Beste der Zweifüßigen, die Kuh die Vorzüglichste der Vierfüßigen, der Lehrer der Erhabenste unter den Ehrwürdigen, der Sohn der Beste unter allem, was Berührung kennt.

Wort für Wort
brāhmaṇo dvipadāṃ śreṣṭho gaur variṣṭhā catuṣpadām gurur garīyasāṃ śreṣṭhaḥ putraḥ sparśavatāṃ varaḥ
Der Brahmane ist der Beste der Zweifüßigen, die Kuh die Vorzüglichste der Vierfüßigen, der Lehrer der Erhabenste unter den Ehrwürdigen, der Sohn der Beste unter allem, was Berührung kennt.

spṛśatu tvāṃ samāśliṣya putro 'yaṃ priyadarśanaḥ putrasparśāt sukhataraḥ sparśo loke na vidyate

Möge dieser lieblich anzusehende Sohn dich umarmend berühren - keine Berührung in der Welt ist angenehmer als die Berührung eines Sohnes.

Wort für Wort
spṛśatu tvāṃ samāśliṣya putro 'yaṃ priyadarśanaḥ putrasparśāt sukhataraḥ sparśo loke na vidyate
Möge dieser lieblich anzusehende Sohn dich umarmend berühren - keine Berührung in der Welt ist angenehmer als die Berührung eines Sohnes.

triṣu varṣeṣu pūrṇeṣu prajātāham ariṃdama imaṃ kumāraṃ rājendra tava śokapraṇāśanam

Als drei Jahre vollendet waren, gebar ich, o Feindebezwinger, diesen Knaben, o Herr der Könige, deinen Kummer-Vernichter.

Wort für Wort
triṣu varṣeṣu pūrṇeṣu prajātāham ariṃdama imaṃ kumāraṃ rājendra tava śokapraṇāśanam
Als drei Jahre vollendet waren, gebar ich, o Feindebezwinger, diesen Knaben, o Herr der Könige, deinen Kummer-Vernichter.

āhartā vājimedhasya śatasaṃkhyasya paurava iti vāg antarikṣe māṃ sūtake 'bhyavadat purā

›Er wird der Vollzieher eines hundertfachen Pferdeopfers sein‹, o Paurava, so sprach eine Stimme im Luftraum zu mir bei seiner Geburt einst.

Wort für Wort
āhartā vājimedhasya śatasaṃkhyasya paurava iti vāg antarikṣe māṃ sūtake 'bhyavadat purā
›Er wird der Vollzieher eines hundertfachen Pferdeopfers sein‹, o Paurava, so sprach eine Stimme im Luftraum zu mir bei seiner Geburt einst.

nanu nāmāṅkam āropya snehād grāmāntaraṃ gatāḥ mūrdhni putrān upāghrāya pratinandanti mānavāḥ

Nun, aus Zuneigung, gehen doch Menschen, nachdem sie den Söhnen einen Namen gegeben haben, selbst wenn sie in ein anderes Dorf gezogen sind, riechen sie an den Köpfen ihrer Söhne und freuen sich mit ihnen.

Wort für Wort
nanu nāmāṅkam āropya snehād grāmāntaraṃ gatāḥ mūrdhni putrān upāghrāya pratinandanti mānavāḥ
Nun, aus Zuneigung, gehen doch Menschen, nachdem sie den Söhnen einen Namen gegeben haben, selbst wenn sie in ein anderes Dorf gezogen sind, riechen sie an den Köpfen ihrer Söhne und freuen sich mit ihnen.

vedeṣv api vadantīmaṃ mantravādaṃ dvijātayaḥ jātakarmaṇi putrāṇāṃ tavāpi viditaṃ tathā

Auch in den Veden sprechen die Zweifachgeborenen diese Mantra-Lehre bei der Geburtszeremonie der Söhne aus - auch dir ist sie wohlbekannt.

Wort für Wort
vedeṣv api vadantīmaṃ mantravādaṃ dvijātayaḥ jātakarmaṇi putrāṇāṃ tavāpi viditaṃ tathā
Auch in den Veden sprechen die Zweifachgeborenen diese Mantra-Lehre bei der Geburtszeremonie der Söhne aus - auch dir ist sie wohlbekannt.

aṅgād aṅgāt saṃbhavasi hṛdayād abhijāyase ātmā vai putranāmāsi sa jīva śaradaḥ śatam

›Von Glied zu Glied entstehst du, aus dem Herzen wirst du geboren; du selbst bist es, der unter dem Namen ›Sohn‹ (existiert) - so lebe du hundert Herbste!‹

Wort für Wort
aṅgād aṅgāt saṃbhavasi hṛdayād abhijāyase ātmā vai putranāmāsi sa jīva śaradaḥ śatam
›Von Glied zu Glied entstehst du, aus dem Herzen wirst du geboren; du selbst bist es, der unter dem Namen ›Sohn‹ (existiert) - so lebe du hundert Herbste!‹

poṣo hi tvadadhīno me saṃtānam api cākṣayam tasmāt tvaṃ jīva me vatsa susukhī śaradāṃ śatam

Denn meine Nahrung und meine unvergängliche Nachkommenschaft hängen von dir ab; darum lebe du, mein Kind, glücklich hundert Herbste!

Wort für Wort
poṣo hi tvadadhīno me saṃtānam api cākṣayam tasmāt tvaṃ jīva me vatsa susukhī śaradāṃ śatam
Denn meine Nahrung und meine unvergängliche Nachkommenschaft hängen von dir ab; darum lebe du, mein Kind, glücklich hundert Herbste!

tvadaṅgebhyaḥ prasūto 'yaṃ puruṣāt puruṣo 'paraḥ sarasīvāmale ''tmānaṃ dvitīyaṃ paśya me sutam

Von deinen Gliedern gezeugt, dieser andere Mensch aus einem Menschen - wie in einem klaren See, sieh in meinem Sohn dein zweites Selbst!

Wort für Wort
tvadaṅgebhyaḥ prasūto 'yaṃ puruṣāt puruṣo 'paraḥ sarasīvāmale ''tmānaṃ dvitīyaṃ paśya me sutam
Von deinen Gliedern gezeugt, dieser andere Mensch aus einem Menschen - wie in einem klaren See, sieh in meinem Sohn dein zweites Selbst!

yathā hy āhavanīyo 'gnir gārhapatyāt praṇīyate tathā tvattaḥ prasūto 'yaṃ tvam ekaḥ san dvidhā kṛtaḥ

Wie das Āhavanīya-Feuer aus dem Gārhapatya-Feuer entzündet wird, so ist dieser aus dir gezeugt - du, obwohl einer, bist zweifach geworden.

Wort für Wort
yathā hy āhavanīyo 'gnir gārhapatyāt praṇīyate tathā tvattaḥ prasūto 'yaṃ tvam ekaḥ san dvidhā kṛtaḥ
Wie das Āhavanīya-Feuer aus dem Gārhapatya-Feuer entzündet wird, so ist dieser aus dir gezeugt - du, obwohl einer, bist zweifach geworden.

[Anm.: Bild aus dem vedischen Feueropfer: Gārhapatya (Haushaltsfeuer) und Āhavanīya (Opferfeuer) sind zwei der drei heiligen Feuer, das zweite wird vom ersten entzündet.

mṛgāpakṛṣṭena hi te mṛgayāṃ paridhāvatā aham āsāditā rājan kumārī pitur āśrame

Denn während du auf der Jagd, einem Wild nachjagend, umherliefst, hast du mich erlangt, o König, eine Jungfrau in der Einsiedelei meines Vaters.

Wort für Wort
mṛgāpakṛṣṭena hi te mṛgayāṃ paridhāvatā aham āsāditā rājan kumārī pitur āśrame
Denn während du auf der Jagd, einem Wild nachjagend, umherliefst, hast du mich erlangt, o König, eine Jungfrau in der Einsiedelei meines Vaters.

urvaśī pūrvacittiś ca sahajanyā ca menakā viśvācī ca ghṛtācī ca ṣaḍ evāpsarasāṃ varāḥ

Urvaśī, Pūrvacitti, Sahajanyā, Menakā, Viśvācī und Ghṛtācī - dies sind die sechs vorzüglichsten der Apsaras.

Wort für Wort
urvaśī pūrvacittiś ca sahajanyā ca menakā viśvācī ca ghṛtācī ca ṣaḍ evāpsarasāṃ varāḥ
Urvaśī, Pūrvacitti, Sahajanyā, Menakā, Viśvācī und Ghṛtācī - dies sind die sechs vorzüglichsten der Apsaras.

tāsāṃ māṃ menakā nāma brahmayonir varāpsarāḥ divaḥ saṃprāpya jagatīṃ viśvāmitrād ajījanat

Von diesen zeugte mich Menakā mit Namen, aus Brahmās Ursprung stammend, die vorzüglichste Apsaras, nachdem sie vom Himmel zur Erde gelangt war, mit Viśvāmitra.

Wort für Wort
tāsāṃ māṃ menakā nāma brahmayonir varāpsarāḥ divaḥ saṃprāpya jagatīṃ viśvāmitrād ajījanat
Von diesen zeugte mich Menakā mit Namen, aus Brahmās Ursprung stammend, die vorzüglichste Apsaras, nachdem sie vom Himmel zur Erde gelangt war, mit Viśvāmitra.

sā māṃ himavataḥ pṛṣṭhe suṣuve menakāpsarāḥ avakīrya ca māṃ yātā parātmajam ivāsatī

Sie, Menakā, die Apsaras, gebar mich auf dem Rücken des Himavat und ging fort, nachdem sie mich preisgegeben hatte, wie eine Untreue, die das Kind eines anderen (verlässt).

Wort für Wort
sā māṃ himavataḥ pṛṣṭhe suṣuve menakāpsarāḥ avakīrya ca māṃ yātā parātmajam ivāsatī
Sie, Menakā, die Apsaras, gebar mich auf dem Rücken des Himavat und ging fort, nachdem sie mich preisgegeben hatte, wie eine Untreue, die das Kind eines anderen (verlässt).

kiṃ nu karmāśubhaṃ pūrvaṃ kṛtavaty asmi janmani yad ahaṃ bāndhavais tyaktā bālye saṃprati ca tvayā

Was für eine unheilvolle Tat habe ich wohl in einem früheren Leben begangen, dass ich in der Kindheit von den Verwandten verlassen wurde und jetzt auch von dir?

Wort für Wort
kiṃ nu karmāśubhaṃ pūrvaṃ kṛtavaty asmi janmani yad ahaṃ bāndhavais tyaktā bālye saṃprati ca tvayā
Was für eine unheilvolle Tat habe ich wohl in einem früheren Leben begangen, dass ich in der Kindheit von den Verwandten verlassen wurde und jetzt auch von dir?

kāmaṃ tvayā parityaktā gamiṣyāmy aham āśramam imaṃ tu bālaṃ saṃtyaktuṃ nārhasy ātmajam ātmanā

Meinetwegen, von dir verlassen, werde ich zur Einsiedelei zurückkehren; doch diesen Knaben, deinen eigenen Sohn, sollst du nicht verstoßen.«

Wort für Wort
kāmaṃ tvayā parityaktā gamiṣyāmy aham āśramam imaṃ tu bālaṃ saṃtyaktuṃ nārhasy ātmajam ātmanā
Meinetwegen, von dir verlassen, werde ich zur Einsiedelei zurückkehren; doch diesen Knaben, deinen eigenen Sohn, sollst du nicht verstoßen.«

duḥṣanta uvāca na putram abhijānāmi tvayi jātaṃ śakuntale asatyavacanā nāryaḥ kas te śraddhāsyate vacaḥ

Duḥṣanta sprach: »Ich weiß von keinem Sohn, der von dir geboren wurde, Śakuntalā. Frauen sprechen die Unwahrheit - wer sollte deinem Wort Glauben schenken?

Wort für Wort
duḥṣanta uvāca na putram abhijānāmi tvayi jātaṃ śakuntale asatyavacanā nāryaḥ kas te śraddhāsyate vacaḥ
Duḥṣanta sprach: »Ich weiß von keinem Sohn, der von dir geboren wurde, Śakuntalā. Frauen sprechen die Unwahrheit - wer sollte deinem Wort Glauben schenken?

menakā niranukrośā bandhakī jananī tava yayā himavataḥ pṛṣṭhe nirmālyeva praveritā

Menakā, ohne Erbarmen, eine Buhlerin, ist deine Mutter, von der du auf dem Rücken des Himavat wie ein welker Blütenkranz weggeworfen wurdest.

Wort für Wort
menakā niranukrośā bandhakī jananī tava yayā himavataḥ pṛṣṭhe nirmālyeva praveritā
Menakā, ohne Erbarmen, eine Buhlerin, ist deine Mutter, von der du auf dem Rücken des Himavat wie ein welker Blütenkranz weggeworfen wurdest.

sa cāpi niranukrośaḥ kṣatrayoniḥ pitā tava viśvāmitro brāhmaṇatve lubdhaḥ kāmaparāyaṇaḥ

Und auch er, ohne Erbarmen, dein Vater, von Kṣatriya-Herkunft, Viśvāmitra, gierig nach dem Brahmanenstand, dem Verlangen ergeben.

Wort für Wort
sa cāpi niranukrośaḥ kṣatrayoniḥ pitā tava viśvāmitro brāhmaṇatve lubdhaḥ kāmaparāyaṇaḥ
Und auch er, ohne Erbarmen, dein Vater, von Kṣatriya-Herkunft, Viśvāmitra, gierig nach dem Brahmanenstand, dem Verlangen ergeben.

menakāpsarasāṃ śreṣṭhā maharṣīṇāṃ ca te pitā tayor apatyaṃ kasmāt tvaṃ puṃścalīvābhidhāsyasi

Menakā ist die Beste der Apsaras, und dein Vater ist unter den großen Weisen - warum solltest du, ihr beider Kind, dich wie eine Dirne (be)sprechen?

Wort für Wort
menakāpsarasāṃ śreṣṭhā maharṣīṇāṃ ca te pitā tayor apatyaṃ kasmāt tvaṃ puṃścalīvābhidhāsyasi
Menakā ist die Beste der Apsaras, und dein Vater ist unter den großen Weisen - warum solltest du, ihr beider Kind, dich wie eine Dirne (be)sprechen?

aśraddheyam idaṃ vākyaṃ kathayantī na lajjase viśeṣato matsakāśe duṣṭatāpasi gamyatām

Dieses unglaubwürdige Wort sprichst du und schämst dich nicht - besonders in meiner Gegenwart! Fort mit dir, üble Büßerin!

Wort für Wort
aśraddheyam idaṃ vākyaṃ kathayantī na lajjase viśeṣato matsakāśe duṣṭatāpasi gamyatām
Dieses unglaubwürdige Wort sprichst du und schämst dich nicht - besonders in meiner Gegenwart! Fort mit dir, üble Büßerin!

kva maharṣiḥ sadaivograḥ sāpsarā kva ca menakā kva ca tvam evaṃ kṛpaṇā tāpasīveṣadhāriṇī

Wo ist der stets schreckliche große Weise, wo die Apsaras Menakā, und wo du, so erbärmlich, im Gewand einer Asketin?

Wort für Wort
kva maharṣiḥ sadaivograḥ sāpsarā kva ca menakā kva ca tvam evaṃ kṛpaṇā tāpasīveṣadhāriṇī
Wo ist der stets schreckliche große Weise, wo die Apsaras Menakā, und wo du, so erbärmlich, im Gewand einer Asketin?

atikāyaś ca putras te bālo 'pi balavān ayam katham alpena kālena śālaskandha ivodgataḥ

Und dein Sohn, von riesigem Körperbau, obwohl noch ein Kind, so kraftvoll - wie ist er in so kurzer Zeit emporgewachsen wie ein Śāla-Baumstamm?

Wort für Wort
atikāyaś ca putras te bālo 'pi balavān ayam katham alpena kālena śālaskandha ivodgataḥ
Und dein Sohn, von riesigem Körperbau, obwohl noch ein Kind, so kraftvoll - wie ist er in so kurzer Zeit emporgewachsen wie ein Śāla-Baumstamm?

sunikṛṣṭā ca yonis te puṃścalī pratibhāsi me yadṛcchayā kāmarāgāj jātā menakayā hy asi

Von überaus niedriger Herkunft scheinst du mir, eine Dirne, da du, wie es der Zufall wollte, aus Liebesleidenschaft von Menakā geboren wurdest.

Wort für Wort
sunikṛṣṭā ca yonis te puṃścalī pratibhāsi me yadṛcchayā kāmarāgāj jātā menakayā hy asi
Von überaus niedriger Herkunft scheinst du mir, eine Dirne, da du, wie es der Zufall wollte, aus Liebesleidenschaft von Menakā geboren wurdest.

sarvam etat parokṣaṃ me yat tvaṃ vadasi tāpasi nāhaṃ tvām abhijānāmi yatheṣṭaṃ gamyatāṃ tvayā

Dies alles, was du sagst, entzieht sich meiner Kenntnis, Büßerin. Ich kenne dich nicht - geh, wohin es dir beliebt!«

Wort für Wort
sarvam etat parokṣaṃ me yat tvaṃ vadasi tāpasi nāhaṃ tvām abhijānāmi yatheṣṭaṃ gamyatāṃ tvayā
Dies alles, was du sagst, entzieht sich meiner Kenntnis, Büßerin. Ich kenne dich nicht - geh, wohin es dir beliebt!«

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