Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 36: Āstīka-parva (Fortsetzung): Beginn der Parikṣit-Vorgeschichte Āstīka-parva (Fortsetzung): Die Herkunft des Namens Jaratkāru; König Parikṣit legt dem schweigenden Muni eine tote Schlange auf die Schulter, und dessen Sohn Śṛṅgin wird deswegen verspottet — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)

Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,036.001“ bis „01,036.026“). Śaunaka erfragt die Bedeutung des Namens Jaratkāru; Sūta gibt eine volksetymologische Erklärung. Danach beginnt, nach langer Zeit asketischen Umherwanderns des Sehers Jaratkāru, ein neuer Erzählstrang: König Parikṣit (Sohn des Abhimanyu, Enkel Arjunas, künftiger Vater Janamejayas) verfolgt bei der Jagd ein entkommenes Reh und trifft erschöpft auf einen schweigenden Muni, dem er im Zorn eine tote Schlange auf die Schulter legt. Der Sohn des Muni, Śṛṅgin, wird von einem Gefährten deswegen verspottet — der Auftakt zu der Ereigniskette, die zu Parikṣits Tod durch den Schlangen Takṣaka und damit zu Janamejayas Sarpasatra führen wird, dem Rahmengeschehen der gesamten Erzählung. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.

śaunaka uvāca | jaratkārur iti proktaṃ yat tvayā sūtanandana | icchāmy etad ahaṃ tasya ṛṣeḥ śrotuṃ mahātmanaḥ

Śaunaka sprach: „Da du, o Sohn des Sūta, den Namen Jaratkāru genannt hast, wünsche ich dies zu hören, von jenem hochgesinnten Seher.“

Wort für Wort
śaunaka uvāca | jaratkārur iti proktaṃ yat tvayā sūtanandana | icchāmy etad ahaṃ tasya ṛṣeḥ śrotuṃ mahātmanaḥ
Śaunaka sprach: „Da du, o Sohn des Sūta, den Namen Jaratkāru genannt hast, wünsche ich dies zu hören, von jenem hochgesinnten Seher.“

kiṃ kāraṇaṃ jaratkāror nāmaitat prathitaṃ bhuvi | jaratkāruniruktaṃ tvaṃ yathāvad vaktum arhasi

„Was ist der Grund, dass dieser Name Jaratkāru auf Erden bekannt wurde? Die Herleitung des Namens Jaratkāru sollst du der Wahrheit gemäß erklären.“

Wort für Wort
kiṃ kāraṇaṃ jaratkāror nāmaitat prathitaṃ bhuvi | jaratkāruniruktaṃ tvaṃ yathāvad vaktum arhasi
„Was ist der Grund, dass dieser Name Jaratkāru auf Erden bekannt wurde? Die Herleitung des Namens Jaratkāru sollst du der Wahrheit gemäß erklären.“

sūta uvāca | jareti kṣayam āhur vai dāruṇaṃ kārusaṃjñitam | śarīraṃ kāru tasyāsīt tat sa dhīmāñ śanaiḥ śanaiḥ

Sūta sprach: „Jara“ nennt man fürwahr den harten, schrecklichen Schwund; mit „kāru“ bezeichnet man einen [großen] Körper. Sein Körper war „kāru“ [gewaltig]; diesen ließ er, der Weise, ganz allmählich

Wort für Wort
sūta uvāca | jareti kṣayam āhur vai dāruṇaṃ kārusaṃjñitam | śarīraṃ kāru tasyāsīt tat sa dhīmāñ śanaiḥ śanaiḥ
Sūta sprach: „Jara“ nennt man fürwahr den harten, schrecklichen Schwund; mit „kāru“ bezeichnet man einen [großen] Körper. Sein Körper war „kāru“ [gewaltig]; diesen ließ er, der Weise, ganz allmählich

[Anm.: Vv.3-4 bieten eine volksetymologische Herleitung (nirukta) des Namens Jaratkāru aus „jara“ (Schwund, Verfall) und „kāru“ (hier: großer/gewaltiger Körper) – der Seher habe seinen gewaltigen Körper durch strenge Askese schwinden lassen. Solche Nirukta-Etymologien im Epos folgen oft eher lautlicher Assoziation als sprachwissenschaftlicher Ableitung und werden hier wortgetreu, nicht geglättet, wiedergegeben.]

kṣapayām āsa tīvreṇa tapasety ata ucyate | jaratkārur iti brahman vāsuker bhaginī tathā

durch scharfe Askese schwinden – daher wird er, o Brahmane, „Jaratkāru“ genannt; ebenso [heißt] Vāsukis Schwester.

Wort für Wort
kṣapayām āsa tīvreṇa tapasety ata ucyate | jaratkārur iti brahman vāsuker bhaginī tathā
durch scharfe Askese schwinden – daher wird er, o Brahmane, „Jaratkāru“ genannt; ebenso [heißt] Vāsukis Schwester.

evam uktas tu dharmātmā śaunakaḥ prāhasat tadā | ugraśravasam āmantrya upapannam iti bruvan

Nachdem so gesprochen worden war, lachte da der rechtschaffene Śaunaka und sprach, zu Ugraśravas gewandt: „Das leuchtet ein.“

Wort für Wort
evam uktas tu dharmātmā śaunakaḥ prāhasat tadā | ugraśravasam āmantrya upapannam iti bruvan
Nachdem so gesprochen worden war, lachte da der rechtschaffene Śaunaka und sprach, zu Ugraśravas gewandt: „Das leuchtet ein.“

sūta uvāca | atha kālasya mahataḥ sa muniḥ saṃśitavrataḥ | tapasy abhirato dhīmān na dārān abhyakāṅkṣata

Sūta sprach: Danach, nach langer Zeit, begehrte jener Muni von strengem Gelübde, der Askese ergeben, der Weise, keine Gattin.

Wort für Wort
sūta uvāca | atha kālasya mahataḥ sa muniḥ saṃśitavrataḥ | tapasy abhirato dhīmān na dārān abhyakāṅkṣata
Sūta sprach: Danach, nach langer Zeit, begehrte jener Muni von strengem Gelübde, der Askese ergeben, der Weise, keine Gattin.

sa ūrdhvaretās tapasi prasaktaḥ; svādhyāyavān vītabhayaklamaḥ san | cacāra sarvāṃ pṛthivīṃ mahātmā; na cāpi dārān manasāpy akāṅkṣat

Er, dessen Samen nach oben gerichtet war [d.h. der keusch lebte], der Askese ergeben, dem Studium der heiligen Schriften hingegeben, frei von Furcht und Ermüdung, durchwanderte er, der Hochgesinnte, die ganze Erde; und auch im Geiste begehrte er keine Gattin.

Wort für Wort
sa ūrdhvaretās tapasi prasaktaḥ; svādhyāyavān vītabhayaklamaḥ san | cacāra sarvāṃ pṛthivīṃ mahātmā; na cāpi dārān manasāpy akāṅkṣat
Er, dessen Samen nach oben gerichtet war [d.h. der keusch lebte], der Askese ergeben, dem Studium der heiligen Schriften hingegeben, frei von Furcht und Ermüdung, durchwanderte er, der Hochgesinnte, die ganze Erde; und auch im Geiste begehrte er keine Gattin.

[Anm.: Vers im Triṣṭubh-Versmaß (in der Quelldatei durch Semikola zwischen den Halbversen markiert), im Unterschied zu den umgebenden Śloka-Versen.]

tato 'parasmin saṃprāpte kāle kasmiṃś cid eva tu | parikṣid iti vikhyāto rājā kauravavaṃśabhṛt

Danach, als eine andere Zeit gekommen war, [lebte] ein gewisser, als Parikṣit bekannter König, ein Träger des Kuru-Geschlechts —

Wort für Wort
tato 'parasmin saṃprāpte kāle kasmiṃś cid eva tu | parikṣid iti vikhyāto rājā kauravavaṃśabhṛt
Danach, als eine andere Zeit gekommen war, [lebte] ein gewisser, als Parikṣit bekannter König, ein Träger des Kuru-Geschlechts —

yathā pāṇḍur mahābāhur dhanurdharavaro bhuvi | babhūva mṛgayāśīlaḥ purāsya prapitāmahaḥ

— wie einst Pāṇḍu, der Starkarmige, der beste Bogenträger auf Erden, ehedem sein Urgroßvater, der Jagd zugetan war,

Wort für Wort
yathā pāṇḍur mahābāhur dhanurdharavaro bhuvi | babhūva mṛgayāśīlaḥ purāsya prapitāmahaḥ
— wie einst Pāṇḍu, der Starkarmige, der beste Bogenträger auf Erden, ehedem sein Urgroßvater, der Jagd zugetan war,

mṛgān vidhyan varāhāṃś ca tarakṣūn mahiṣāṃs tathā | anyāṃś ca vividhān vanyāṃś cacāra pṛthivīpatiḥ

so durchstreifte auch dieser Herr der Erde [das Land], Rehe, Eber, Hyänen und Büffel und andere, mancherlei Waldtiere durchbohrend.

Wort für Wort
mṛgān vidhyan varāhāṃś ca tarakṣūn mahiṣāṃs tathā | anyāṃś ca vividhān vanyāṃś cacāra pṛthivīpatiḥ
so durchstreifte auch dieser Herr der Erde [das Land], Rehe, Eber, Hyänen und Büffel und andere, mancherlei Waldtiere durchbohrend.

sa kadā cin mṛgaṃ viddhvā bāṇena nataparvaṇā | pṛṣṭhato dhanur ādāya sasāra gahane vane

Einst, nachdem er ein Reh mit einem Pfeil mit gekrümmtem Schaft durchbohrt hatte, eilte er, den Bogen bei sich tragend, ihm nach in den dichten Wald.

Wort für Wort
sa kadā cin mṛgaṃ viddhvā bāṇena nataparvaṇā | pṛṣṭhato dhanur ādāya sasāra gahane vane
Einst, nachdem er ein Reh mit einem Pfeil mit gekrümmtem Schaft durchbohrt hatte, eilte er, den Bogen bei sich tragend, ihm nach in den dichten Wald.

yathā hi bhagavān rudro viddhvā yajñamṛgaṃ divi | anvagacchad dhanuṣpāṇiḥ paryanveṣaṃs tatas tataḥ

so wie der erhabene Rudra, nachdem er das Opfer in Rehgestalt am Himmel durchbohrt hatte, ihm nachfolgte, den Bogen in der Hand, überallhin suchend,

Wort für Wort
yathā hi bhagavān rudro viddhvā yajñamṛgaṃ divi | anvagacchad dhanuṣpāṇiḥ paryanveṣaṃs tatas tataḥ
so wie der erhabene Rudra, nachdem er das Opfer in Rehgestalt am Himmel durchbohrt hatte, ihm nachfolgte, den Bogen in der Hand, überallhin suchend,

[Anm.: Anspielung auf den Mythos, in dem der geflohene Opfer-Gott (Yajña bzw. Prajāpati) in Gestalt eines Rehs von Rudra verfolgt und durchbohrt wird – Ursprungssage des Sternbilds Mṛgaśiras. Der Mythos wird hier nur angedeutet, nicht erzählt.]

na hi tena mṛgo viddho jīvan gacchati vai vanam | pūrvarūpaṃ tu tan nūnam āsīt svargagatiṃ prati | parikṣitas tasya rājño viddho yan naṣṭavān mṛgaḥ

— denn von ihm durchbohrt, geht kein Reh lebend in den Wald; dies war gewiss ein Vorzeichen im Hinblick auf den [bevorstehenden] Gang zum Himmel, dass das von jenem König Parikṣit durchbohrte Reh [dennoch] entkam.

Wort für Wort
na hi tena mṛgo viddho jīvan gacchati vai vanam | pūrvarūpaṃ tu tan nūnam āsīt svargagatiṃ prati | parikṣitas tasya rājño viddho yan naṣṭavān mṛgaḥ
— denn von ihm durchbohrt, geht kein Reh lebend in den Wald; dies war gewiss ein Vorzeichen im Hinblick auf den [bevorstehenden] Gang zum Himmel, dass das von jenem König Parikṣit durchbohrte Reh [dennoch] entkam.

dūraṃ cāpahṛtas tena mṛgeṇa sa mahīpatiḥ | pariśrāntaḥ pipāsārta āsasāda muniṃ vane

Und weit fortgelockt von jenem Reh, gelangte der Herr der Erde, erschöpft und von Durst geplagt, zu einem Muni im Wald,

Wort für Wort
dūraṃ cāpahṛtas tena mṛgeṇa sa mahīpatiḥ | pariśrāntaḥ pipāsārta āsasāda muniṃ vane
Und weit fortgelockt von jenem Reh, gelangte der Herr der Erde, erschöpft und von Durst geplagt, zu einem Muni im Wald,

gavāṃ pracāreṣv āsīnaṃ vatsānāṃ mukhaniḥsṛtam | bhūyiṣṭham upayuñjānaṃ phenam āpibatāṃ payaḥ

der auf den Weideplätzen der Kühe saß und größtenteils den Schaum zu sich nahm, der aus dem Maul der Kälber trat, wenn sie die Milch tranken.

Wort für Wort
gavāṃ pracāreṣv āsīnaṃ vatsānāṃ mukhaniḥsṛtam | bhūyiṣṭham upayuñjānaṃ phenam āpibatāṃ payaḥ
der auf den Weideplätzen der Kühe saß und größtenteils den Schaum zu sich nahm, der aus dem Maul der Kälber trat, wenn sie die Milch tranken.

tam abhidrutya vegena sa rājā saṃśitavratam | apṛcchad dhanur udyamya taṃ muniṃ kṣucchramānvitaḥ

Eilig auf ihn zutretend, fragte jener König, den Bogen erhoben, von Hunger und Erschöpfung geplagt, jenen Muni von strengem Gelübde:

Wort für Wort
tam abhidrutya vegena sa rājā saṃśitavratam | apṛcchad dhanur udyamya taṃ muniṃ kṣucchramānvitaḥ
Eilig auf ihn zutretend, fragte jener König, den Bogen erhoben, von Hunger und Erschöpfung geplagt, jenen Muni von strengem Gelübde:

bho bho brahmann ahaṃ rājā parikṣid abhimanyujaḥ | mayā viddho mṛgo naṣṭaḥ kaccit tvaṃ dṛṣṭavān asi

„He, he, Brahmane! Ich bin König Parikṣit, der Sohn des Abhimanyu; ein von mir durchbohrtes Reh ist entkommen — hast du es etwa gesehen?“

Wort für Wort
bho bho brahmann ahaṃ rājā parikṣid abhimanyujaḥ | mayā viddho mṛgo naṣṭaḥ kaccit tvaṃ dṛṣṭavān asi
„He, he, Brahmane! Ich bin König Parikṣit, der Sohn des Abhimanyu; ein von mir durchbohrtes Reh ist entkommen — hast du es etwa gesehen?“

sa munis tasya novāca kiṃ cin maunavrate sthitaḥ | tasya skandhe mṛtaṃ sarpaṃ kruddho rājā samāsajat

Jener Muni, der im Schweigegelübde verharrte, antwortete ihm nichts; da legte der zornige König ihm eine tote Schlange auf die Schulter.

Wort für Wort
sa munis tasya novāca kiṃ cin maunavrate sthitaḥ | tasya skandhe mṛtaṃ sarpaṃ kruddho rājā samāsajat
Jener Muni, der im Schweigegelübde verharrte, antwortete ihm nichts; da legte der zornige König ihm eine tote Schlange auf die Schulter.

dhanuṣkoṭyā samutkṣipya sa cainaṃ samudaikṣata | na ca kiṃ cid uvācainaṃ śubhaṃ vā yadi vāśubham

Mit der Spitze des Bogens hob er sie hoch; und jener [Muni] blickte ihn nur an, sagte aber nichts zu ihm, weder Gutes noch Schlechtes.

Wort für Wort
dhanuṣkoṭyā samutkṣipya sa cainaṃ samudaikṣata | na ca kiṃ cid uvācainaṃ śubhaṃ vā yadi vāśubham
Mit der Spitze des Bogens hob er sie hoch; und jener [Muni] blickte ihn nur an, sagte aber nichts zu ihm, weder Gutes noch Schlechtes.

sa rājā krodham utsṛjya vyathitas taṃ tathāgatam | dṛṣṭvā jagāma nagaram ṛṣis tv āste tathaiva saḥ

Jener König, seinen Zorn ablegend, betrübt, als er ihn so [reglos] sah, ging zur Stadt; der Seher aber verblieb ebenso [unbewegt].

Wort für Wort
sa rājā krodham utsṛjya vyathitas taṃ tathāgatam | dṛṣṭvā jagāma nagaram ṛṣis tv āste tathaiva saḥ
Jener König, seinen Zorn ablegend, betrübt, als er ihn so [reglos] sah, ging zur Stadt; der Seher aber verblieb ebenso [unbewegt].

taruṇas tasya putro 'bhūt tigmatejā mahātapāḥ | śṛṅgī nāma mahākrodho duṣprasādo mahāvrataḥ

Er [der Muni] hatte einen jungen Sohn, von scharfem Glanz, großer Askese, mit Namen Śṛṅgin, von großem Zorn, schwer zu besänftigen, von strengem Gelübde,

Wort für Wort
taruṇas tasya putro 'bhūt tigmatejā mahātapāḥ | śṛṅgī nāma mahākrodho duṣprasādo mahāvrataḥ
Er [der Muni] hatte einen jungen Sohn, von scharfem Glanz, großer Askese, mit Namen Śṛṅgin, von großem Zorn, schwer zu besänftigen, von strengem Gelübde,

sa devaṃ param īśānaṃ sarvabhūtahite ratam | brahmāṇam upatasthe vai kāle kāle susaṃyataḥ | sa tena samanujñāto brahmaṇā gṛham eyivān

der den höchsten Gott, den Herrn, der am Wohl aller Wesen Freude hat, Brahmā, von Zeit zu Zeit verehrte, wohlgezügelt; von diesem Brahmā entlassen, kehrte er nach Hause zurück.

Wort für Wort
sa devaṃ param īśānaṃ sarvabhūtahite ratam | brahmāṇam upatasthe vai kāle kāle susaṃyataḥ | sa tena samanujñāto brahmaṇā gṛham eyivān
der den höchsten Gott, den Herrn, der am Wohl aller Wesen Freude hat, Brahmā, von Zeit zu Zeit verehrte, wohlgezügelt; von diesem Brahmā entlassen, kehrte er nach Hause zurück.

sakhyoktaḥ krīḍamānena sa tatra hasatā kila | saṃrambhī kopano 'tīva viṣakalpa ṛṣeḥ sutaḥ | ṛṣiputreṇa narmārthaṃ kṛśena dvijasattama

Er, der Sohn des Sehers, jähzornig, überaus zornig, giftgleich, wurde dort von einem [anderen], spielenden, lachenden Sehersohn, einem hageren, zum Scherz angesprochen, o Bester der Zweifachgeborenen —

Wort für Wort
sakhyoktaḥ krīḍamānena sa tatra hasatā kila | saṃrambhī kopano 'tīva viṣakalpa ṛṣeḥ sutaḥ | ṛṣiputreṇa narmārthaṃ kṛśena dvijasattama
Er, der Sohn des Sehers, jähzornig, überaus zornig, giftgleich, wurde dort von einem [anderen], spielenden, lachenden Sehersohn, einem hageren, zum Scherz angesprochen, o Bester der Zweifachgeborenen —

[Anm.: Vv.23-26 schildern die Verspottung Śṛṅgins durch einen spielenden Gefährten (ebenfalls Sehersohn); der Anschluss der Redeteile ist im Original knapp gefügt und wird hier möglichst wortgetreu, mit ergänzenden Klammern zur Verständlichkeit, wiedergegeben.]

tejasvinas tava pitā tathaiva ca tapasvinaḥ | śavaṃ skandhena vahati mā śṛṅgin garvito bhava

„Dein Vater, obwohl glanzvoll und ebenso von großer Askese, trägt einen Leichnam auf der Schulter — sei nicht hochmütig, Śṛṅgin!

Wort für Wort
tejasvinas tava pitā tathaiva ca tapasvinaḥ | śavaṃ skandhena vahati mā śṛṅgin garvito bhava
„Dein Vater, obwohl glanzvoll und ebenso von großer Askese, trägt einen Leichnam auf der Schulter — sei nicht hochmütig, Śṛṅgin!

vyāharatsv ṛṣiputreṣu mā sma kiṃ cid vaco vadīḥ | asmadvidheṣu siddheṣu brahmavitsu tapasviṣu

Sprich kein Wort gegen uns Sehersöhne, wenn wir reden — gegen solche wie uns, die vollkommen, brahmakundig und der Askese ergeben sind.

Wort für Wort
vyāharatsv ṛṣiputreṣu mā sma kiṃ cid vaco vadīḥ | asmadvidheṣu siddheṣu brahmavitsu tapasviṣu
Sprich kein Wort gegen uns Sehersöhne, wenn wir reden — gegen solche wie uns, die vollkommen, brahmakundig und der Askese ergeben sind.

kva te puruṣamānitvaṃ kva te vācas tathāvidhāḥ | darpajāḥ pitaraṃ yas tvaṃ draṣṭā śavadharaṃ tathā

Wo ist dein Mannesstolz, wo sind solcherart hochmutgeborene Worte von dir, der du deinen eigenen Vater als Leichenträger sehen musstest?“

Wort für Wort
kva te puruṣamānitvaṃ kva te vācas tathāvidhāḥ | darpajāḥ pitaraṃ yas tvaṃ draṣṭā śavadharaṃ tathā
Wo ist dein Mannesstolz, wo sind solcherart hochmutgeborene Worte von dir, der du deinen eigenen Vater als Leichenträger sehen musstest?“

[Anm.: Adhyāya 36 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei. Damit beginnt die Vorgeschichte zum Tod des Königs Parikṣit (Sohn des Abhimanyu, Vater Janamejayas): die Verspottung seines Sohnes Śṛṅgin durch einen Gefährten führt im folgenden Adhyāya zum verhängnisvollen Fluch gegen Parikṣit, der ihn dem Schlangenkönig Takṣaka ausliefert – dem eigentlichen Anlass für Janamejayas Sarpasatra, das den Rahmen der gesamten Erzählung bildet.]

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