Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 92: Śaṃtanu-Gaṅgā-Vivāhaḥ Pratīpa und Gaṅgā; Śaṃtanus Ehe mit Gaṅgā und die Geburt Gaṅgādattas (Bhīṣmas)

Gaṅgā erscheint dem alten König Pratīpa und begehrt ihn; da sie sich jedoch, ohne es zu wissen, auf seinen rechten Schenkel setzt – den Sitz für Kinder und Schwiegertöchter, nicht für Geliebte –, weist Pratīpa sie als Gattin ab, erwählt sie aber als künftige Schwiegertochter, versprochen seinem noch ungeborenen Sohn. Jahre später begegnet der herangewachsene König Śaṃtanu, von seinem Vater angewiesen, sie niemals zu befragen, dieser selben Frau am Gaṅgā-Ufer; sie willigt unter der Bedingung ein, dass er ihr Tun nie infrage stelle, sonst werde sie ihn verlassen. Sie gebiert ihm nacheinander acht Söhne, ertränkt aber jeden sofort in der Gaṅgā. Erst beim achten Sohn hält Śaṃtanu sie zurück und bricht damit sein Schweigegelübde. Da offenbart sich Gaṅgā als Flussgöttin: Die acht Söhne waren die von Vasiṣṭha verfluchten Vasu-Götter, die durch ihre Geburt und sofortige Rückführung ins Wasser von ihrem Fluch erlöst werden sollten; nur der achte, ‚Gaṅgādatta', bleibt am Leben und wird Śaṃtanu überlassen – der spätere Bhīṣma.

vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ pratīpo rājā sa sarvabhūtahite rataḥ niṣasāda samā bahvīr gaṅgātīragato japan

Vaiśaṃpāyana sprach: Da saß König Pratīpa, dem Wohl aller Wesen zugetan, viele Jahre lang am Ufer der Gaṅgā, murmelnd betend.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tataḥ pratīpo rājā sa sarvabhūtahite rataḥ niṣasāda samā bahvīr gaṅgātīragato japan
Vaiśaṃpāyana sprach: Da saß König Pratīpa, dem Wohl aller Wesen zugetan, viele Jahre lang am Ufer der Gaṅgā, murmelnd betend.

tasya rūpaguṇopetā gaṅgā śrīr iva rūpiṇī uttīrya salilāt tasmāl lobhanīyatamākṛtiḥ

Da stieg Gaṅgā, mit Schönheit und Tugenden begabt, wie die leibhaftige Śrī, von überaus verlockender Gestalt, aus jenem Wasser hervor.

Wort für Wort
tasya rūpaguṇopetā gaṅgā śrīr iva rūpiṇī uttīrya salilāt tasmāl lobhanīyatamākṛtiḥ
Da stieg Gaṅgā, mit Schönheit und Tugenden begabt, wie die leibhaftige Śrī, von überaus verlockender Gestalt, aus jenem Wasser hervor.

adhīyānasya rājarṣer divyarūpā manasvinī dakṣiṇaṃ śālasaṃkāśam ūruṃ bheje śubhānanā

Sie, von göttlicher Gestalt und hohem Sinn, mit schönem Antlitz, nahm auf dem rechten, einem Śāla-Baum gleichenden Schenkel des rezitierenden königlichen Weisen Platz.

Wort für Wort
adhīyānasya rājarṣer divyarūpā manasvinī dakṣiṇaṃ śālasaṃkāśam ūruṃ bheje śubhānanā
Sie, von göttlicher Gestalt und hohem Sinn, mit schönem Antlitz, nahm auf dem rechten, einem Śāla-Baum gleichenden Schenkel des rezitierenden königlichen Weisen Platz.

pratīpas tu mahīpālas tām uvāca manasvinīm karavāṇi kiṃ te kalyāṇi priyaṃ yat te 'bhikāṅkṣitam

Da sprach der Erdenherrscher Pratīpa zu jener Hochgesinnten: ‚Was soll ich für dich tun, Holde? Was du wünschst, sei dir zulieb erfüllt.'

Wort für Wort
pratīpas tu mahīpālas tām uvāca manasvinīm karavāṇi kiṃ te kalyāṇi priyaṃ yat te 'bhikāṅkṣitam
Da sprach der Erdenherrscher Pratīpa zu jener Hochgesinnten: ‚Was soll ich für dich tun, Holde? Was du wünschst, sei dir zulieb erfüllt.'

stry uvāca tvām ahaṃ kāmaye rājan kuruśreṣṭha bhajasva mām tyāgaḥ kāmavatīnāṃ hi strīṇāṃ sadbhir vigarhitaḥ

Die Frau sprach: ‚Ich begehre dich, o König, Bester der Kurus; nimm dich meiner an. Denn die Zurückweisung begehrender Frauen wird von den Guten getadelt.'

Wort für Wort
stry uvāca tvām ahaṃ kāmaye rājan kuruśreṣṭha bhajasva mām tyāgaḥ kāmavatīnāṃ hi strīṇāṃ sadbhir vigarhitaḥ
Die Frau sprach: ‚Ich begehre dich, o König, Bester der Kurus; nimm dich meiner an. Denn die Zurückweisung begehrender Frauen wird von den Guten getadelt.'

pratīpa uvāca nāhaṃ parastriyaṃ kāmād gaccheyaṃ varavarṇini na cāsavarṇāṃ kalyāṇi dharmyaṃ tad viddhi me vratam

Pratīpa sprach: ‚Ich würde mich aus Begierde nicht mit der Frau eines anderen einlassen, noch mit einer, die nicht meiner Kaste ist, o Holde – wisse, das ist mein dharmagemäßes Gelübde.'

Wort für Wort
pratīpa uvāca nāhaṃ parastriyaṃ kāmād gaccheyaṃ varavarṇini na cāsavarṇāṃ kalyāṇi dharmyaṃ tad viddhi me vratam
Pratīpa sprach: ‚Ich würde mich aus Begierde nicht mit der Frau eines anderen einlassen, noch mit einer, die nicht meiner Kaste ist, o Holde – wisse, das ist mein dharmagemäßes Gelübde.'

stry uvāca nāśreyasy asmi nāgamyā na vaktavyā ca karhi cit bhaja māṃ bhajamānāṃ tvaṃ rājan kanyāṃ varastriyam

Die Frau sprach: ‚Ich bin nicht unwürdig, nicht unnahbar, und niemals zu tadeln; nimm dich meiner an, meiner, die ich mich dir zuwende, o König, einer Jungfrau, einer erlesenen Frau.'

Wort für Wort
stry uvāca nāśreyasy asmi nāgamyā na vaktavyā ca karhi cit bhaja māṃ bhajamānāṃ tvaṃ rājan kanyāṃ varastriyam
Die Frau sprach: ‚Ich bin nicht unwürdig, nicht unnahbar, und niemals zu tadeln; nimm dich meiner an, meiner, die ich mich dir zuwende, o König, einer Jungfrau, einer erlesenen Frau.'

pratīpa uvāca mayātivṛttam etat te yan māṃ codayasi priyam anyathā pratipannaṃ māṃ nāśayed dharmaviplavaḥ

Pratīpa sprach: ‚Dies Anliegen, mit dem du mich, deinen Liebsten, bedrängst, geht über das hinaus, was ich vermag; ein Bruch des Dharma dürfte mich, der ich anders gebunden bin, nicht zunichtemachen.'

Wort für Wort
pratīpa uvāca mayātivṛttam etat te yan māṃ codayasi priyam anyathā pratipannaṃ māṃ nāśayed dharmaviplavaḥ
Pratīpa sprach: ‚Dies Anliegen, mit dem du mich, deinen Liebsten, bedrängst, geht über das hinaus, was ich vermag; ein Bruch des Dharma dürfte mich, der ich anders gebunden bin, nicht zunichtemachen.'

prāpya dakṣiṇam ūruṃ me tvam āśliṣṭā varāṅgane apatyānāṃ snuṣāṇāṃ ca bhīru viddhy etad āsanam

‚Indem du meinen rechten Schenkel erreicht und umfangen hast, o Holde – wisse, dies ist der Sitz der Kinder und Schwiegertöchter, du Zaghafte.'

Wort für Wort
prāpya dakṣiṇam ūruṃ me tvam āśliṣṭā varāṅgane apatyānāṃ snuṣāṇāṃ ca bhīru viddhy etad āsanam
‚Indem du meinen rechten Schenkel erreicht und umfangen hast, o Holde – wisse, dies ist der Sitz der Kinder und Schwiegertöchter, du Zaghafte.'

savyataḥ kāminībhāgas tvayā sa ca vivarjitaḥ tasmād ahaṃ nācariṣye tvayi kāmaṃ varāṅgane

‚Der linke Schenkel ist der Platz der Geliebten, und diesen hast du gemieden; darum werde ich mit dir, o Holde, keine Liebesvereinigung vollziehen.'

Wort für Wort
savyataḥ kāminībhāgas tvayā sa ca vivarjitaḥ tasmād ahaṃ nācariṣye tvayi kāmaṃ varāṅgane
‚Der linke Schenkel ist der Platz der Geliebten, und diesen hast du gemieden; darum werde ich mit dir, o Holde, keine Liebesvereinigung vollziehen.'

snuṣā me bhava kalyāṇi putrārthe tvāṃ vṛṇomy aham snuṣāpakṣaṃ hi vāmoru tvam āgamya samāśritā

‚Sei meine Schwiegertochter, Holde; um eines Sohnes willen erwähle ich dich. Denn du hast, du mit den schönen Schenkeln, den Platz der Schwiegertochter aufgesucht und eingenommen.'

Wort für Wort
snuṣā me bhava kalyāṇi putrārthe tvāṃ vṛṇomy aham snuṣāpakṣaṃ hi vāmoru tvam āgamya samāśritā
‚Sei meine Schwiegertochter, Holde; um eines Sohnes willen erwähle ich dich. Denn du hast, du mit den schönen Schenkeln, den Platz der Schwiegertochter aufgesucht und eingenommen.'

stry uvāca evam apy astu dharmajña saṃyujyeyaṃ sutena te tvadbhaktyaiva bhajiṣyāmi prakhyātaṃ bhārataṃ kulam

Die Frau sprach: ‚So sei es denn, Dharmakundiger; ich werde mich mit deinem Sohn vereinen. Aus Ergebenheit zu dir werde ich mich dem berühmten Bharata-Geschlecht widmen.'

Wort für Wort
stry uvāca evam apy astu dharmajña saṃyujyeyaṃ sutena te tvadbhaktyaiva bhajiṣyāmi prakhyātaṃ bhārataṃ kulam
Die Frau sprach: ‚So sei es denn, Dharmakundiger; ich werde mich mit deinem Sohn vereinen. Aus Ergebenheit zu dir werde ich mich dem berühmten Bharata-Geschlecht widmen.'

pṛthivyāṃ pārthivā ye ca teṣāṃ yūyaṃ parāyaṇam guṇā na hi mayā śakyā vaktuṃ varṣaśatair api kulasya ye vaḥ prasthitās tatsādhutvam anuttamam

‚Unter allen Königen der Erde seid ihr die höchste Zuflucht; die Tugenden eures Geschlechts, das sich so hervorragend bewährt hat, könnte ich selbst in hundert Jahren nicht vollständig aufzählen.'

Wort für Wort
pṛthivyāṃ pārthivā ye ca teṣāṃ yūyaṃ parāyaṇam guṇā na hi mayā śakyā vaktuṃ varṣaśatair api kulasya ye vaḥ prasthitās tatsādhutvam anuttamam
‚Unter allen Königen der Erde seid ihr die höchste Zuflucht; die Tugenden eures Geschlechts, das sich so hervorragend bewährt hat, könnte ich selbst in hundert Jahren nicht vollständig aufzählen.'

sa me nābhijanajñaḥ syād ācareyaṃ ca yad vibho tat sarvam eva putras te na mīmāṃseta karhi cit

‚Er, dein Sohn, soll meine Herkunft nicht erforschen, o Herr, und was auch immer ich tue – dies alles soll dein Sohn niemals in Frage stellen.'

Wort für Wort
sa me nābhijanajñaḥ syād ācareyaṃ ca yad vibho tat sarvam eva putras te na mīmāṃseta karhi cit
‚Er, dein Sohn, soll meine Herkunft nicht erforschen, o Herr, und was auch immer ich tue – dies alles soll dein Sohn niemals in Frage stellen.'

evaṃ vasantī putre te vardhayiṣyāmy ahaṃ priyam putraiḥ puṇyaiḥ priyaiś cāpi svargaṃ prāpsyati te sutaḥ

‚So bei deinem Sohn weilend, werde ich sein Glück mehren; durch verdienstvolle, geliebte Söhne wird dein Sohn auch den Himmel erlangen.'

Wort für Wort
evaṃ vasantī putre te vardhayiṣyāmy ahaṃ priyam putraiḥ puṇyaiḥ priyaiś cāpi svargaṃ prāpsyati te sutaḥ
‚So bei deinem Sohn weilend, werde ich sein Glück mehren; durch verdienstvolle, geliebte Söhne wird dein Sohn auch den Himmel erlangen.'

vaiśaṃpāyana uvāca tathety uktvā tu sā rājaṃs tatraivāntaradhīyata putrajanma pratīkṣaṃs tu sa rājā tad adhārayat

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem sie ‚So sei es' gesagt hatte, o König, verschwand sie eben dort; der König aber, die Geburt dieses zukünftigen Sohnes erwartend, behielt dies Versprechen im Sinn.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tathety uktvā tu sā rājaṃs tatraivāntaradhīyata putrajanma pratīkṣaṃs tu sa rājā tad adhārayat
Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem sie ‚So sei es' gesagt hatte, o König, verschwand sie eben dort; der König aber, die Geburt dieses zukünftigen Sohnes erwartend, behielt dies Versprechen im Sinn.

etasminn eva kāle tu pratīpaḥ kṣatriyarṣabhaḥ tapas tepe sutasyārthe sabhāryaḥ kurunandana

Um eben diese Zeit übte Pratīpa, der Stier unter den Kṣatriyas, samt seiner Gattin Askese, um eines Sohnes willen, o Freude der Kurus.

Wort für Wort
etasminn eva kāle tu pratīpaḥ kṣatriyarṣabhaḥ tapas tepe sutasyārthe sabhāryaḥ kurunandana
Um eben diese Zeit übte Pratīpa, der Stier unter den Kṣatriyas, samt seiner Gattin Askese, um eines Sohnes willen, o Freude der Kurus.

tayoḥ samabhavat putro vṛddhayoḥ sa mahābhiṣaḥ śāntasya jajñe saṃtānas tasmād āsīt sa śaṃtanuḥ

Ihnen, den Betagten, wurde ein Sohn geboren – jener frühere Mahābhiṣa; da er vom Friedvollen als Fortsetzung geboren wurde, war er darum Śaṃtanu.

Wort für Wort
tayoḥ samabhavat putro vṛddhayoḥ sa mahābhiṣaḥ śāntasya jajñe saṃtānas tasmād āsīt sa śaṃtanuḥ
Ihnen, den Betagten, wurde ein Sohn geboren – jener frühere Mahābhiṣa; da er vom Friedvollen als Fortsetzung geboren wurde, war er darum Śaṃtanu.

saṃsmaraṃś cākṣayāṃl lokān vijitān svena karmaṇā puṇyakarmakṛd evāsīc chaṃtanuḥ kurusattama

Sich der unvergänglichen Welten erinnernd, die er durch sein eigenes Tun erobert hatte, blieb Śaṃtanu, bester der Kurus, stets ein Täter verdienstvoller Werke.

Wort für Wort
saṃsmaraṃś cākṣayāṃl lokān vijitān svena karmaṇā puṇyakarmakṛd evāsīc chaṃtanuḥ kurusattama
Sich der unvergänglichen Welten erinnernd, die er durch sein eigenes Tun erobert hatte, blieb Śaṃtanu, bester der Kurus, stets ein Täter verdienstvoller Werke.

pratīpaḥ śaṃtanuṃ putraṃ yauvanasthaṃ tato 'nvaśāt purā māṃ strī samabhyāgāc chaṃtano bhūtaye tava

Da unterwies Pratīpa seinen Sohn Śaṃtanu, als dieser die Jugendreife erreicht hatte: ‚Einst kam zu mir eine Frau, Śaṃtanu, zu deinem Wohl.'

Wort für Wort
pratīpaḥ śaṃtanuṃ putraṃ yauvanasthaṃ tato 'nvaśāt purā māṃ strī samabhyāgāc chaṃtano bhūtaye tava
Da unterwies Pratīpa seinen Sohn Śaṃtanu, als dieser die Jugendreife erreicht hatte: ‚Einst kam zu mir eine Frau, Śaṃtanu, zu deinem Wohl.'

tvām āvrajed yadi rahaḥ sā putra varavarṇinī kāmayānābhirūpāḍhyā divyā strī putrakāmyayā sā tvayā nānuyoktavyā kāsi kasyāsi vāṅgane

‚Sollte sie sich dir, mein Sohn, im Verborgenen nähern, jene Holde, begehrend, an Schönheit reich, eine göttliche Frau, aus Wunsch nach einem Sohn – so sollst du sie nicht befragen: »Wer bist du? Wessen bist du, o Holde?«'

Wort für Wort
tvām āvrajed yadi rahaḥ sā putra varavarṇinī kāmayānābhirūpāḍhyā divyā strī putrakāmyayā sā tvayā nānuyoktavyā kāsi kasyāsi vāṅgane
‚Sollte sie sich dir, mein Sohn, im Verborgenen nähern, jene Holde, begehrend, an Schönheit reich, eine göttliche Frau, aus Wunsch nach einem Sohn – so sollst du sie nicht befragen: »Wer bist du? Wessen bist du, o Holde?«'

yac ca kuryān na tat kāryaṃ praṣṭavyā sā tvayānagha manniyogād bhajantīṃ tāṃ bhajethā ity uvāca tam

‚Und was sie auch tun mag, sie soll nicht danach gefragt werden, du Makelloser; auf mein Geheiß hin sollst du sie, wenn sie sich dir zuwendet, ebenso zugetan sein.' So sprach er zu ihm.

Wort für Wort
yac ca kuryān na tat kāryaṃ praṣṭavyā sā tvayānagha manniyogād bhajantīṃ tāṃ bhajethā ity uvāca tam
‚Und was sie auch tun mag, sie soll nicht danach gefragt werden, du Makelloser; auf mein Geheiß hin sollst du sie, wenn sie sich dir zuwendet, ebenso zugetan sein.' So sprach er zu ihm.

evaṃ saṃdiśya tanayaṃ pratīpaḥ śaṃtanuṃ tadā sve ca rājye 'bhiṣicyainaṃ vanaṃ rājā viveśa ha

Nachdem er seinen Sohn Śaṃtanu so unterwiesen hatte, weihte ihn König Pratīpa zur Herrschaft in seinem eigenen Reich und ging selbst in den Wald.

Wort für Wort
evaṃ saṃdiśya tanayaṃ pratīpaḥ śaṃtanuṃ tadā sve ca rājye 'bhiṣicyainaṃ vanaṃ rājā viveśa ha
Nachdem er seinen Sohn Śaṃtanu so unterwiesen hatte, weihte ihn König Pratīpa zur Herrschaft in seinem eigenen Reich und ging selbst in den Wald.

sa rājā śaṃtanur dhīmān khyātaḥ pṛthvyāṃ dhanurdharaḥ babhūva mṛgayāśīlaḥ satataṃ vanagocaraḥ

König Śaṃtanu, der Weise, wurde auf der Erde als Bogenschütze berühmt; er war der Jagd ergeben und hielt sich stets im Wald auf.

Wort für Wort
sa rājā śaṃtanur dhīmān khyātaḥ pṛthvyāṃ dhanurdharaḥ babhūva mṛgayāśīlaḥ satataṃ vanagocaraḥ
König Śaṃtanu, der Weise, wurde auf der Erde als Bogenschütze berühmt; er war der Jagd ergeben und hielt sich stets im Wald auf.

sa mṛgān mahiṣāṃś caiva vinighnan rājasattamaḥ gaṅgām anucacāraikaḥ siddhacāraṇasevitām

Rehe und Büffel erlegend, durchstreifte der beste der Könige allein die von Siddhas und Cāraṇas besuchte Gaṅgā.

Wort für Wort
sa mṛgān mahiṣāṃś caiva vinighnan rājasattamaḥ gaṅgām anucacāraikaḥ siddhacāraṇasevitām
Rehe und Büffel erlegend, durchstreifte der beste der Könige allein die von Siddhas und Cāraṇas besuchte Gaṅgā.

sa kadā cin mahārāja dadarśa paramastriyam jājvalyamānāṃ vapuṣā sākṣāt padmām iva śriyam

Einst, o Großkönig, erblickte er eine überaus schöne Frau, strahlend an Gestalt, wie die leibhaftige, lotusgeborene Śrī.

Wort für Wort
sa kadā cin mahārāja dadarśa paramastriyam jājvalyamānāṃ vapuṣā sākṣāt padmām iva śriyam
Einst, o Großkönig, erblickte er eine überaus schöne Frau, strahlend an Gestalt, wie die leibhaftige, lotusgeborene Śrī.

sarvānavadyāṃ sudatīṃ divyābharaṇabhūṣitām sūkṣmāmbaradharām ekāṃ padmodarasamaprabhām

Makellos in allem, mit schönen Zähnen, mit göttlichem Geschmeide geschmückt, in feines Gewand gehüllt, allein, von einem Glanz gleich dem Innern eines Lotos.

Wort für Wort
sarvānavadyāṃ sudatīṃ divyābharaṇabhūṣitām sūkṣmāmbaradharām ekāṃ padmodarasamaprabhām
Makellos in allem, mit schönen Zähnen, mit göttlichem Geschmeide geschmückt, in feines Gewand gehüllt, allein, von einem Glanz gleich dem Innern eines Lotos.

tāṃ dṛṣṭvā hṛṣṭaromābhūd vismito rūpasaṃpadā pibann iva ca netrābhyāṃ nātṛpyata narādhipaḥ

Beim Anblick von ihr sträubten sich ihm die Haare vor Freude, erstaunt über die Fülle ihrer Schönheit; und wie sie mit den Augen trinkend, wurde der Herrscher der Menschen nicht satt.

Wort für Wort
tāṃ dṛṣṭvā hṛṣṭaromābhūd vismito rūpasaṃpadā pibann iva ca netrābhyāṃ nātṛpyata narādhipaḥ
Beim Anblick von ihr sträubten sich ihm die Haare vor Freude, erstaunt über die Fülle ihrer Schönheit; und wie sie mit den Augen trinkend, wurde der Herrscher der Menschen nicht satt.

sā ca dṛṣṭvaiva rājānaṃ vicarantaṃ mahādyutim snehād āgatasauhārdā nātṛpyata vilāsinī

Und auch sie, kaum den umherwandelnden, glanzvollen König erblickend, von Zuneigung erfüllt, ward die Anmutige nicht satt seines Anblicks.

Wort für Wort
sā ca dṛṣṭvaiva rājānaṃ vicarantaṃ mahādyutim snehād āgatasauhārdā nātṛpyata vilāsinī
Und auch sie, kaum den umherwandelnden, glanzvollen König erblickend, von Zuneigung erfüllt, ward die Anmutige nicht satt seines Anblicks.

tām uvāca tato rājā sāntvayañ ślakṣṇayā girā devī vā dānavī vā tvaṃ gandharvī yadi vāpsarāḥ

Da sprach der König, sie mit sanfter Stimme besänftigend: ‚Bist du eine Göttin, eine Dānavī, eine Gandharvī, oder eine Apsaras,'

Wort für Wort
tām uvāca tato rājā sāntvayañ ślakṣṇayā girā devī vā dānavī vā tvaṃ gandharvī yadi vāpsarāḥ
Da sprach der König, sie mit sanfter Stimme besänftigend: ‚Bist du eine Göttin, eine Dānavī, eine Gandharvī, oder eine Apsaras,'

yakṣī vā pannagī vāpi mānuṣī vā sumadhyame yā vā tvaṃ suragarbhābhe bhāryā me bhava śobhane

‚oder eine Yakṣī, eine Schlangenfrau, oder eine Menschin, o Schöngegürtete? Was auch immer du seist, du Göttergleiche, sei meine Gattin, du Holde.'

Wort für Wort
yakṣī vā pannagī vāpi mānuṣī vā sumadhyame yā vā tvaṃ suragarbhābhe bhāryā me bhava śobhane
‚oder eine Yakṣī, eine Schlangenfrau, oder eine Menschin, o Schöngegürtete? Was auch immer du seist, du Göttergleiche, sei meine Gattin, du Holde.'

etac chrutvā vaco rājñaḥ sasmitaṃ mṛdu valgu ca vasūnāṃ samayaṃ smṛtvā abhyagacchad aninditā

Als sie diese Rede des Königs hörte, lächelnd, sanft und lieblich, und sich des Bundes mit den Vasus erinnernd, näherte sich ihm die Untadelige.

Wort für Wort
etac chrutvā vaco rājñaḥ sasmitaṃ mṛdu valgu ca vasūnāṃ samayaṃ smṛtvā abhyagacchad aninditā
Als sie diese Rede des Königs hörte, lächelnd, sanft und lieblich, und sich des Bundes mit den Vasus erinnernd, näherte sich ihm die Untadelige.

uvāca caiva rājñaḥ sā hlādayantī mano girā bhaviṣyāmi mahīpāla mahiṣī te vaśānugā

Sie sprach zum König, sein Herz mit ihrer Rede erfreuend: ‚Ich werde, o Herrscher der Erde, deine dir ergebene Gemahlin sein.'

Wort für Wort
uvāca caiva rājñaḥ sā hlādayantī mano girā bhaviṣyāmi mahīpāla mahiṣī te vaśānugā
Sie sprach zum König, sein Herz mit ihrer Rede erfreuend: ‚Ich werde, o Herrscher der Erde, deine dir ergebene Gemahlin sein.'

yat tu kuryām ahaṃ rājañ śubhaṃ vā yadi vāśubham na tad vārayitavyāsmi na vaktavyā tathāpriyam

‚Doch was auch immer ich tue, o König, sei es heilsam oder unheilsam – darin darfst du mich nicht hindern, noch darfst du mir Unliebsames sagen.'

Wort für Wort
yat tu kuryām ahaṃ rājañ śubhaṃ vā yadi vāśubham na tad vārayitavyāsmi na vaktavyā tathāpriyam
‚Doch was auch immer ich tue, o König, sei es heilsam oder unheilsam – darin darfst du mich nicht hindern, noch darfst du mir Unliebsames sagen.'

evaṃ hi vartamāne 'haṃ tvayi vatsyāmi pārthiva vāritā vipriyaṃ coktā tyajeyaṃ tvām asaṃśayam

‚Nur unter dieser Bedingung werde ich bei dir bleiben, o Fürst; werde ich gehindert oder Unliebsames zu mir gesagt, so werde ich dich ohne Zweifel verlassen.'

Wort für Wort
evaṃ hi vartamāne 'haṃ tvayi vatsyāmi pārthiva vāritā vipriyaṃ coktā tyajeyaṃ tvām asaṃśayam
‚Nur unter dieser Bedingung werde ich bei dir bleiben, o Fürst; werde ich gehindert oder Unliebsames zu mir gesagt, so werde ich dich ohne Zweifel verlassen.'

tatheti rājñā sā tūktā tadā bharatasattama praharṣam atulaṃ lebhe prāpya taṃ pārthivottamam

‚So sei es', sprach da der König zu ihr, o Bester der Bharatas; sie aber empfand, da sie jenen besten der Fürsten gewonnen hatte, unvergleichliche Freude.

Wort für Wort
tatheti rājñā sā tūktā tadā bharatasattama praharṣam atulaṃ lebhe prāpya taṃ pārthivottamam
‚So sei es', sprach da der König zu ihr, o Bester der Bharatas; sie aber empfand, da sie jenen besten der Fürsten gewonnen hatte, unvergleichliche Freude.

āsādya śaṃtanus tāṃ ca bubhuje kāmato vaśī na praṣṭavyeti manvāno na sa tāṃ kiṃ cid ūcivān

Śaṃtanu, sie gewonnen habend, genoss sie nach Belieben, sich selbst beherrschend; im Gedanken, sie nicht befragen zu dürfen, sprach er nichts Fragendes zu ihr.

Wort für Wort
āsādya śaṃtanus tāṃ ca bubhuje kāmato vaśī na praṣṭavyeti manvāno na sa tāṃ kiṃ cid ūcivān
Śaṃtanu, sie gewonnen habend, genoss sie nach Belieben, sich selbst beherrschend; im Gedanken, sie nicht befragen zu dürfen, sprach er nichts Fragendes zu ihr.

sa tasyāḥ śīlavṛttena rūpaudāryaguṇena ca upacāreṇa ca rahas tutoṣa jagatīpatiḥ

Durch ihren Charakter und ihr Verhalten, durch die Tugend ihrer Schönheit und Großmut, sowie durch ihre liebevolle Fürsorge im Verborgenen war der Herr der Erde zufrieden.

Wort für Wort
sa tasyāḥ śīlavṛttena rūpaudāryaguṇena ca upacāreṇa ca rahas tutoṣa jagatīpatiḥ
Durch ihren Charakter und ihr Verhalten, durch die Tugend ihrer Schönheit und Großmut, sowie durch ihre liebevolle Fürsorge im Verborgenen war der Herr der Erde zufrieden.

divyarūpā hi sā devī gaṅgā tripathagā nadī mānuṣaṃ vigrahaṃ śrīmat kṛtvā sā varavarṇinī

Denn jene göttliche Gestalt besitzende Göttin war Gaṅgā, der auf drei Pfaden strömende Fluss, die Holde, die eine glanzvolle menschliche Gestalt angenommen hatte.

Wort für Wort
divyarūpā hi sā devī gaṅgā tripathagā nadī mānuṣaṃ vigrahaṃ śrīmat kṛtvā sā varavarṇinī
Denn jene göttliche Gestalt besitzende Göttin war Gaṅgā, der auf drei Pfaden strömende Fluss, die Holde, die eine glanzvolle menschliche Gestalt angenommen hatte.

bhāgyopanatakāmasya bhāryevopasthitābhavat śaṃtano rājasiṃhasya devarājasamadyuteḥ

Dem durch Glück begünstigten, begehrenden Śaṃtanu, dem Löwen unter den Königen, an Glanz dem Götterkönig gleich, war sie wie eine rechtmäßige Gattin zur Seite.

Wort für Wort
bhāgyopanatakāmasya bhāryevopasthitābhavat śaṃtano rājasiṃhasya devarājasamadyuteḥ
Dem durch Glück begünstigten, begehrenden Śaṃtanu, dem Löwen unter den Königen, an Glanz dem Götterkönig gleich, war sie wie eine rechtmäßige Gattin zur Seite.

saṃbhogasnehacāturyair hāvalāsyair manoharaiḥ rājānaṃ ramayām āsa yathā reme tathaiva saḥ

Durch die Genüsse der Liebe, durch Zärtlichkeit und Geschicklichkeit, durch bezaubernde Gebärden und Koketterie erfreute sie den König; und wie sie sich freute, so freute auch er sich.

Wort für Wort
saṃbhogasnehacāturyair hāvalāsyair manoharaiḥ rājānaṃ ramayām āsa yathā reme tathaiva saḥ
Durch die Genüsse der Liebe, durch Zärtlichkeit und Geschicklichkeit, durch bezaubernde Gebärden und Koketterie erfreute sie den König; und wie sie sich freute, so freute auch er sich.

sa rājā ratisaktatvād uttamastrīguṇair hṛtaḥ saṃvatsarān ṛtūn māsān na bubodha bahūn gatān

Der König, der Liebeslust ergeben, von den Tugenden der vortrefflichen Frau hingerissen, bemerkte nicht, wie viele Jahre, Jahreszeiten und Monate vergingen.

Wort für Wort
sa rājā ratisaktatvād uttamastrīguṇair hṛtaḥ saṃvatsarān ṛtūn māsān na bubodha bahūn gatān
Der König, der Liebeslust ergeben, von den Tugenden der vortrefflichen Frau hingerissen, bemerkte nicht, wie viele Jahre, Jahreszeiten und Monate vergingen.

ramamāṇas tayā sārdhaṃ yathākāmaṃ janeśvaraḥ aṣṭāv ajanayat putrāṃs tasyām amaravarṇinaḥ

Mit ihr sich nach Belieben vergnügend, zeugte der Herr der Menschen in ihr acht Söhne von unsterblichem Glanz.

Wort für Wort
ramamāṇas tayā sārdhaṃ yathākāmaṃ janeśvaraḥ aṣṭāv ajanayat putrāṃs tasyām amaravarṇinaḥ
Mit ihr sich nach Belieben vergnügend, zeugte der Herr der Menschen in ihr acht Söhne von unsterblichem Glanz.

jātaṃ jātaṃ ca sā putraṃ kṣipaty ambhasi bhārata prīṇāmi tvāham ity uktvā gaṅgāsrotasy amajjayat

Jeden geborenen Sohn aber warf sie, o Bhārata, ins Wasser; ‚Ich erfreue dich damit', so sprechend, versenkte sie ihn in der Strömung der Gaṅgā.

Wort für Wort
jātaṃ jātaṃ ca sā putraṃ kṣipaty ambhasi bhārata prīṇāmi tvāham ity uktvā gaṅgāsrotasy amajjayat
Jeden geborenen Sohn aber warf sie, o Bhārata, ins Wasser; ‚Ich erfreue dich damit', so sprechend, versenkte sie ihn in der Strömung der Gaṅgā.

tasya tan na priyaṃ rājñaḥ śaṃtanor abhavat tadā na ca tāṃ kiṃ canovāca tyāgād bhīto mahīpatiḥ

Dies gefiel dem König Śaṃtanu damals nicht, doch sagte er nichts dazu, aus Furcht, sie zu verlieren.

Wort für Wort
tasya tan na priyaṃ rājñaḥ śaṃtanor abhavat tadā na ca tāṃ kiṃ canovāca tyāgād bhīto mahīpatiḥ
Dies gefiel dem König Śaṃtanu damals nicht, doch sagte er nichts dazu, aus Furcht, sie zu verlieren.

atha tām aṣṭame putre jāte prahasitām iva uvāca rājā duḥkhārtaḥ parīpsan putram ātmanaḥ

Als aber beim achten Sohn sie wie lächelnd dastand, sprach der König, von Schmerz gequält, seinen eigenen Sohn zu retten suchend:

Wort für Wort
atha tām aṣṭame putre jāte prahasitām iva uvāca rājā duḥkhārtaḥ parīpsan putram ātmanaḥ
Als aber beim achten Sohn sie wie lächelnd dastand, sprach der König, von Schmerz gequält, seinen eigenen Sohn zu retten suchend:

mā vadhīḥ kāsi kasyāsi kiṃ hiṃsasi sutān iti putraghni sumahat pāpaṃ mā prāpas tiṣṭha garhite

‚Töte nicht! Wer bist du, wessen bist du? Warum tötest du die Söhne? Kindsmörderin, lade nicht so große Sünde auf dich – bleib, du Verwerfliche!'

Wort für Wort
mā vadhīḥ kāsi kasyāsi kiṃ hiṃsasi sutān iti putraghni sumahat pāpaṃ mā prāpas tiṣṭha garhite
‚Töte nicht! Wer bist du, wessen bist du? Warum tötest du die Söhne? Kindsmörderin, lade nicht so große Sünde auf dich – bleib, du Verwerfliche!'

stry uvāca putrakāma na te hanmi putraṃ putravatāṃ vara jīrṇas tu mama vāso 'yaṃ yathā sa samayaḥ kṛtaḥ

Die Frau sprach: ‚O nach Söhnen Verlangender, ich töte dir nicht den Sohn, Bester der Väter; doch mein Aufenthalt bei dir ist zu Ende, ganz wie es der geschlossene Bund war.'

Wort für Wort
stry uvāca putrakāma na te hanmi putraṃ putravatāṃ vara jīrṇas tu mama vāso 'yaṃ yathā sa samayaḥ kṛtaḥ
Die Frau sprach: ‚O nach Söhnen Verlangender, ich töte dir nicht den Sohn, Bester der Väter; doch mein Aufenthalt bei dir ist zu Ende, ganz wie es der geschlossene Bund war.'

ahaṃ gaṅgā jahnusutā maharṣigaṇasevitā devakāryārthasiddhyartham uṣiṭāhaṃ tvayā saha

‚Ich bin Gaṅgā, die Tochter des Jahnu, von Scharen großer Weiser verehrt; um eines göttlichen Zwecks willen habe ich mit dir gelebt.'

Wort für Wort
ahaṃ gaṅgā jahnusutā maharṣigaṇasevitā devakāryārthasiddhyartham uṣiṭāhaṃ tvayā saha
‚Ich bin Gaṅgā, die Tochter des Jahnu, von Scharen großer Weiser verehrt; um eines göttlichen Zwecks willen habe ich mit dir gelebt.'

aṣṭeme vasavo devā mahābhāgā mahaujasaḥ vasiṣṭhaśāpadoṣeṇa mānuṣatvam upāgatāḥ

‚Diese acht Vasu-Götter, hochgesegnet und von großer Kraft, sind durch die Sündenschuld des Fluches Vasiṣṭhas in die Menschlichkeit eingegangen.'

Wort für Wort
aṣṭeme vasavo devā mahābhāgā mahaujasaḥ vasiṣṭhaśāpadoṣeṇa mānuṣatvam upāgatāḥ
‚Diese acht Vasu-Götter, hochgesegnet und von großer Kraft, sind durch die Sündenschuld des Fluches Vasiṣṭhas in die Menschlichkeit eingegangen.'

teṣāṃ janayitā nānyas tvad ṛte bhuvi vidyate madvidhā mānuṣī dhātrī na caivāstīha kā cana

‚Ihr Erzeuger ist kein anderer auf Erden als du; und eine menschliche Trägerin meinesgleichen gibt es hier ebenfalls nicht.'

Wort für Wort
teṣāṃ janayitā nānyas tvad ṛte bhuvi vidyate madvidhā mānuṣī dhātrī na caivāstīha kā cana
‚Ihr Erzeuger ist kein anderer auf Erden als du; und eine menschliche Trägerin meinesgleichen gibt es hier ebenfalls nicht.'

tasmāt tajjananīhetor mānuṣatvam upāgatā janayitvā vasūn aṣṭau jitā lokās tvayākṣayāḥ

‚Darum bin ich, um ihre Mutter zu werden, in die Menschlichkeit eingegangen; nachdem ich die acht Vasus geboren habe, sind durch dich unvergängliche Welten gewonnen worden.'

Wort für Wort
tasmāt tajjananīhetor mānuṣatvam upāgatā janayitvā vasūn aṣṭau jitā lokās tvayākṣayāḥ
‚Darum bin ich, um ihre Mutter zu werden, in die Menschlichkeit eingegangen; nachdem ich die acht Vasus geboren habe, sind durch dich unvergängliche Welten gewonnen worden.'

devānāṃ samayas tv eṣa vasūnāṃ saṃśruto mayā jātaṃ jātaṃ mokṣayiṣye janmato mānuṣād iti

‚Dies aber war der mit den Vasu-Göttern vereinbarte Bund, den ich vernommen habe: Jeden Geborenen sollte ich sogleich aus der menschlichen Geburt erlösen.'

Wort für Wort
devānāṃ samayas tv eṣa vasūnāṃ saṃśruto mayā jātaṃ jātaṃ mokṣayiṣye janmato mānuṣād iti
‚Dies aber war der mit den Vasu-Göttern vereinbarte Bund, den ich vernommen habe: Jeden Geborenen sollte ich sogleich aus der menschlichen Geburt erlösen.'

tat te śāpād vinirmuktā āpavasya mahātmanaḥ svasti te 'stu gamiṣyāmi putraṃ pāhi mahāvratam

‚So sind sie nun vom Fluch des großherzigen Āpava befreit. Heil sei dir – ich werde gehen; behüte den Sohn, der zu großen Gelübden bestimmt ist.'

Wort für Wort
tat te śāpād vinirmuktā āpavasya mahātmanaḥ svasti te 'stu gamiṣyāmi putraṃ pāhi mahāvratam
‚So sind sie nun vom Fluch des großherzigen Āpava befreit. Heil sei dir – ich werde gehen; behüte den Sohn, der zu großen Gelübden bestimmt ist.'

[Anm.: 'Āpava' ist ein Beiname des Vasiṣṭha.]

eṣa paryāyavāso me vasūnāṃ saṃnidhau kṛtaḥ matprasūtaṃ vijānīhi gaṅgādattam imaṃ sutam

‚Dies war mein befristeter Aufenthalt, in Gegenwart der Vasus vollzogen. Wisse, dass dieser mein Sohn, von mir geboren, »Gaṅgādatta« (‚von Gaṅgā gegeben') heißt.'

Wort für Wort
eṣa paryāyavāso me vasūnāṃ saṃnidhau kṛtaḥ matprasūtaṃ vijānīhi gaṅgādattam imaṃ sutam
‚Dies war mein befristeter Aufenthalt, in Gegenwart der Vasus vollzogen. Wisse, dass dieser mein Sohn, von mir geboren, »Gaṅgādatta« (‚von Gaṅgā gegeben') heißt.'

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