Kapitel 85: Aṣṭaka-Yayāti-Saṃvādaḥ
Aṣṭakas Fragen an Yayāti: Hölle, Wiedergeburt und Hochmut
Aṣṭaka befragt Yayāti eingehend über das Schicksal der Verdienstlosen nach dem Fall aus dem Himmel: die irdische Hölle mit ihren Aasvögeln und Rākṣasas, die Embryologie und den Übergang der Seele in neue Mutterschöße je nach Karma, und schließlich, wie man die besten Welten erlangt. Yayātis Antwort gipfelt in einer Lehre über den Hochmut (māna), der selbst die tugendhaftesten Werke (Askese, Freigebigkeit, Agnihotra, Schweigegelübde, Studium, Opfer) zunichtemacht, wenn sie aus Eitelkeit vollzogen werden - nur Gleichmut gegenüber Ehre und Missachtung führt zum höchsten Frieden.
Aṣṭaka sprach: ›Als du im Nandana wohntest, die Gestalt nach Belieben wechselnd, für hundert mal zehntausend Jahre - aus welchem Grund, o Erster des Kṛtayuga, hast du, die höhere Wahrheit aufgebend, wieder die Erde erlangt?‹
Aṣṭaka sprach: ›Als du im Nandana wohntest, die Gestalt nach Belieben wechselnd, für hundert mal zehntausend Jahre - aus welchem Grund, o Erster des Kṛtayuga, hast du, die höhere Wahrheit aufgebend, wieder die Erde erlangt?‹
yayātir uvāca jñātiḥ suhṛt svajano yo yatheha; kṣīṇe vitte tyajyate mānavair hi tathā tatra kṣīṇapuṇyaṃ manuṣyaṃ; tyajanti sadyaḥ seśvarā devasaṃghāḥ
Yayāti sprach: ›Wie hier ein Verwandter, Freund oder Angehöriger, wenn das Vermögen schwindet, von den Menschen verlassen wird, so verlassen dort die Götterscharen samt ihrem Herrn sogleich den Menschen, dessen Verdienst erschöpft ist.‹
Wort für Wort
yayātir uvāca jñātiḥ suhṛt svajano yo yatheha; kṣīṇe vitte tyajyate mānavair hi tathā tatra kṣīṇapuṇyaṃ manuṣyaṃ; tyajanti sadyaḥ seśvarā devasaṃghāḥ
Yayāti sprach: ›Wie hier ein Verwandter, Freund oder Angehöriger, wenn das Vermögen schwindet, von den Menschen verlassen wird, so verlassen dort die Götterscharen samt ihrem Herrn sogleich den Menschen, dessen Verdienst erschöpft ist.‹
aṣṭaka uvāca kathaṃ tasmin kṣīṇapuṇyā bhavanti; saṃmuhyate me 'tra mano 'timātram kiṃviśiṣṭāḥ kasya dhāmopayānti; tad vai brūhi kṣetravit tvaṃ mato me
Aṣṭaka sprach: ›Wie ergeht es denen, deren Verdienst erschöpft ist? Mein Geist ist darüber überaus verwirrt. Von welcher Art sind sie, und wessen Wohnstatt erlangen sie? Sage mir dies, denn du bist, wie ich meine, ein Kenner aus eigener Erfahrung.‹
Wort für Wort
aṣṭaka uvāca kathaṃ tasmin kṣīṇapuṇyā bhavanti; saṃmuhyate me 'tra mano 'timātram kiṃviśiṣṭāḥ kasya dhāmopayānti; tad vai brūhi kṣetravit tvaṃ mato me
Aṣṭaka sprach: ›Wie ergeht es denen, deren Verdienst erschöpft ist? Mein Geist ist darüber überaus verwirrt. Von welcher Art sind sie, und wessen Wohnstatt erlangen sie? Sage mir dies, denn du bist, wie ich meine, ein Kenner aus eigener Erfahrung.‹
yayātir uvāca imaṃ bhaumaṃ narakaṃ te patanti; lālapyamānā naradeva sarve te kaṅkagomāyubalāśanārthaṃ; kṣīṇā vivṛddhiṃ bahudhā vrajanti
Yayāti sprach: ›In diese irdische Hölle fallen sie alle, jammernd, o Menschengott; sie werden zur Nahrung für Kaṅka-Geier, Schakale und Krähen, und gelangen so, geschwächt, auf vielfache Weise wieder zum Wachstum [d.h. zur Wiedergeburt].
Wort für Wort
yayātir uvāca imaṃ bhaumaṃ narakaṃ te patanti; lālapyamānā naradeva sarve te kaṅkagomāyubalāśanārthaṃ; kṣīṇā vivṛddhiṃ bahudhā vrajanti
Yayāti sprach: ›In diese irdische Hölle fallen sie alle, jammernd, o Menschengott; sie werden zur Nahrung für Kaṅka-Geier, Schakale und Krähen, und gelangen so, geschwächt, auf vielfache Weise wieder zum Wachstum [d.h. zur Wiedergeburt].
[Anm.: Der Begriff 'balā' im Kompositum 'kaṅkagomāyubalāśanārtham' ist unsicher (evtl. eine weitere Aasvogel-/Krähenart); wörtlich wiedergegeben.
tasmād etad varjanīyaṃ nareṇa; duṣṭaṃ loke garhaṇīyaṃ ca karma ākhyātaṃ te pārthiva sarvam etad; bhūyaś cedānīṃ vada kiṃ te vadāmi
Darum soll ein Mann dieses in der Welt Verwerfliche und Tadelnswerte Tun meiden; dies alles wurde dir, o Fürst, verkündet; und nun sag, was ich dir weiter sagen soll.‹
Wort für Wort
tasmād etad varjanīyaṃ nareṇa; duṣṭaṃ loke garhaṇīyaṃ ca karma ākhyātaṃ te pārthiva sarvam etad; bhūyaś cedānīṃ vada kiṃ te vadāmi
Darum soll ein Mann dieses in der Welt Verwerfliche und Tadelnswerte Tun meiden; dies alles wurde dir, o Fürst, verkündet; und nun sag, was ich dir weiter sagen soll.‹
aṣṭaka uvāca yadā tu tān vitudante vayāṃsi; tathā gṛdhrāḥ śitikaṇṭhāḥ pataṃgāḥ kathaṃ bhavanti katham ābhavanti; na bhaumam anyaṃ narakaṃ śṛṇomi
Aṣṭaka sprach: ›Wenn sie dort von Vögeln gestochen werden, ebenso von Geiern, blauhalsigen Vögeln und fliegenden Wesen - wie entstehen sie, wie sind sie geworden? Von keiner anderen irdischen Hölle habe ich gehört.‹
Wort für Wort
aṣṭaka uvāca yadā tu tān vitudante vayāṃsi; tathā gṛdhrāḥ śitikaṇṭhāḥ pataṃgāḥ kathaṃ bhavanti katham ābhavanti; na bhaumam anyaṃ narakaṃ śṛṇomi
Aṣṭaka sprach: ›Wenn sie dort von Vögeln gestochen werden, ebenso von Geiern, blauhalsigen Vögeln und fliegenden Wesen - wie entstehen sie, wie sind sie geworden? Von keiner anderen irdischen Hölle habe ich gehört.‹
Yayāti sprach: ›Hoch über den Körper hinaus, aus der sich entfaltenden Tat wachsend, wandeln sie sichtbar auf der Erde umher; in diese irdische Hölle fallen sie und achten viele Jahresreihen lang nicht auf ihr Ende.
Yayāti sprach: ›Hoch über den Körper hinaus, aus der sich entfaltenden Tat wachsend, wandeln sie sichtbar auf der Erde umher; in diese irdische Hölle fallen sie und achten viele Jahresreihen lang nicht auf ihr Ende.
Sechzigtausend Jahre fallen sie durch den Himmelsraum, ebenso achtzig Jahresumläufe; sie, während sie so herabstürzen, stechen furchtbare, auf der Erde lebende Rākṣasas mit scharfen Fangzähnen.‹
Sechzigtausend Jahre fallen sie durch den Himmelsraum, ebenso achtzig Jahresumläufe; sie, während sie so herabstürzen, stechen furchtbare, auf der Erde lebende Rākṣasas mit scharfen Fangzähnen.‹
aṣṭaka uvāca yad enasas te patatas tudanti; bhīmā bhaumā rākṣasās tīkṣṇadaṃṣṭrāḥ kathaṃ bhavanti katham ābhavanti; kathaṃbhūtā garbhabhūtā bhavanti
Aṣṭaka sprach: ›Diese furchtbaren, auf der Erde lebenden Rākṣasas mit scharfen Fangzähnen, die den Fallenden aufgrund seiner Sünde stechen - wie entstehen sie, wie sind sie geworden? Von welcher Art werden sie, wenn sie zu Keimen werden?‹
Wort für Wort
aṣṭaka uvāca yad enasas te patatas tudanti; bhīmā bhaumā rākṣasās tīkṣṇadaṃṣṭrāḥ kathaṃ bhavanti katham ābhavanti; kathaṃbhūtā garbhabhūtā bhavanti
Aṣṭaka sprach: ›Diese furchtbaren, auf der Erde lebenden Rākṣasas mit scharfen Fangzähnen, die den Fallenden aufgrund seiner Sünde stechen - wie entstehen sie, wie sind sie geworden? Von welcher Art werden sie, wenn sie zu Keimen werden?‹
yayātir uvāca asraṃ retaḥ puṣpaphalānupṛktam; anveti tad vai puruṣeṇa sṛṣṭam sa vai tasyā raja āpadyate vai; sa garbhabhūtaḥ samupaiti tatra
Yayāti sprach: ›Das weibliche Blut folgt dem Samen, verbunden mit seiner Blüten-Frucht-Kraft, der vom Mann ausgesandt wird; er, der Same, gelangt zu ihrem Blut, und dort wird er zum Keim.
Wort für Wort
yayātir uvāca asraṃ retaḥ puṣpaphalānupṛktam; anveti tad vai puruṣeṇa sṛṣṭam sa vai tasyā raja āpadyate vai; sa garbhabhūtaḥ samupaiti tatra
Yayāti sprach: ›Das weibliche Blut folgt dem Samen, verbunden mit seiner Blüten-Frucht-Kraft, der vom Mann ausgesandt wird; er, der Same, gelangt zu ihrem Blut, und dort wird er zum Keim.
Sie gehen, je nach ihrem Tun, in Bäume und Kräuter ein, in Wasser, Wind, Erde und Zwischenraum, in Vierfüßler und Zweifüßler, in alles - so beschaffen werden sie zu Keimen.‹
Sie gehen, je nach ihrem Tun, in Bäume und Kräuter ein, in Wasser, Wind, Erde und Zwischenraum, in Vierfüßler und Zweifüßler, in alles - so beschaffen werden sie zu Keimen.‹
Aṣṭaka sprach: ›Erhält der Keim hier eine andere Gestalt, oder geht er aus eigenem Wunsch dorthin, wenn er diesen Menschen-Mutterschoß erlangt? Erkläre mir dies - aus Zweifel frage ich dich.
Aṣṭaka sprach: ›Erhält der Keim hier eine andere Gestalt, oder geht er aus eigenem Wunsch dorthin, wenn er diesen Menschen-Mutterschoß erlangt? Erkläre mir dies - aus Zweifel frage ich dich.
Und wodurch erhält er das Emporwachsen des leiblichen Körpers und die Wahrnehmungsfähigkeit von Auge und Ohr? Erkläre mir, darum befragt, diese ganze Wahrheit; denn wir alle halten dich, Vater, für einen Kenner aus eigener Erfahrung.‹
Und wodurch erhält er das Emporwachsen des leiblichen Körpers und die Wahrnehmungsfähigkeit von Auge und Ohr? Erkläre mir, darum befragt, diese ganze Wahrheit; denn wir alle halten dich, Vater, für einen Kenner aus eigener Erfahrung.‹
yayātir uvāca vāyuḥ samutkarṣati garbhayonim; ṛtau retaḥ puṣparasānupṛktam sa tatra tanmātrakṛtādhikāraḥ; krameṇa saṃvardhayatīha garbham
Yayāti sprach: ›Der Wind zieht den Keim-Mutterschoß empor, den zur rechten Zeit [ausgesandten], mit Blüten-Saft verbundenen Samen; er, mit der Wirkkraft der [fünf] Tanmātras versehen, lässt dort den Keim allmählich heranwachsen.
Wort für Wort
yayātir uvāca vāyuḥ samutkarṣati garbhayonim; ṛtau retaḥ puṣparasānupṛktam sa tatra tanmātrakṛtādhikāraḥ; krameṇa saṃvardhayatīha garbham
Yayāti sprach: ›Der Wind zieht den Keim-Mutterschoß empor, den zur rechten Zeit [ausgesandten], mit Blüten-Saft verbundenen Samen; er, mit der Wirkkraft der [fünf] Tanmātras versehen, lässt dort den Keim allmählich heranwachsen.
sa jāyamāno vigṛhītagātraḥ; ṣaḍjñānaniṣṭhāyatano manuṣyaḥ sa śrotrābhyāṃ vedayatīha śabdaṃ; sarvaṃ rūpaṃ paśyati cakṣuṣā ca
Er, geboren werdend, mit ausgebildeten Gliedern, der Mensch, die Stätte der sechs Erkenntnisgrundlagen, er vernimmt mit den Ohren den Klang, und sieht alle Gestalt mit dem Auge,
Wort für Wort
sa jāyamāno vigṛhītagātraḥ; ṣaḍjñānaniṣṭhāyatano manuṣyaḥ sa śrotrābhyāṃ vedayatīha śabdaṃ; sarvaṃ rūpaṃ paśyati cakṣuṣā ca
Er, geboren werdend, mit ausgebildeten Gliedern, der Mensch, die Stätte der sechs Erkenntnisgrundlagen, er vernimmt mit den Ohren den Klang, und sieht alle Gestalt mit dem Auge,
ghrāṇena gandhaṃ jihvayātho rasaṃ ca; tvacā sparśaṃ manasā veda bhāvam ity aṣṭakehopacitiṃ ca viddhi; mahātmanaḥ prāṇabhṛtaḥ śarīre
mit der Nase den Geruch, mit der Zunge den Geschmack, mit der Haut die Berührung, mit dem Denksinn das innere Empfinden. So, Aṣṭaka, erkenne das Anwachsen des großen Selbst im Leib des Lebensträgers.‹
Wort für Wort
ghrāṇena gandhaṃ jihvayātho rasaṃ ca; tvacā sparśaṃ manasā veda bhāvam ity aṣṭakehopacitiṃ ca viddhi; mahātmanaḥ prāṇabhṛtaḥ śarīre
mit der Nase den Geruch, mit der Zunge den Geschmack, mit der Haut die Berührung, mit dem Denksinn das innere Empfinden. So, Aṣṭaka, erkenne das Anwachsen des großen Selbst im Leib des Lebensträgers.‹
Aṣṭaka sprach: ›Der Mensch, der gestorben ist und verbrannt, begraben oder zerrieben wird, der zum Nicht-Sein gewordene, dem Untergang anheimgefallene - wodurch nimmt er sein Selbst danach wieder wahr, wie zuvor?‹
Aṣṭaka sprach: ›Der Mensch, der gestorben ist und verbrannt, begraben oder zerrieben wird, der zum Nicht-Sein gewordene, dem Untergang anheimgefallene - wodurch nimmt er sein Selbst danach wieder wahr, wie zuvor?‹
yayātir uvāca hitvā so 'sūn suptavan niṣṭanitvā; purodhāya sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ ca anyāṃ yoniṃ pavanāgrānusārī; hitvā dehaṃ bhajate rājasiṃha
Yayāti sprach: ›Nachdem er seinen Lebensodem aufgegeben hat, wie schlafend, zuletzt aufstöhnend, sein gutes und böses Tun voranstellend, den Körper verlassend, an der Spitze des Windes folgend, geht er, o Löwe unter den Königen, in einen anderen Mutterschoß ein.
Wort für Wort
yayātir uvāca hitvā so 'sūn suptavan niṣṭanitvā; purodhāya sukṛtaṃ duṣkṛtaṃ ca anyāṃ yoniṃ pavanāgrānusārī; hitvā dehaṃ bhajate rājasiṃha
Yayāti sprach: ›Nachdem er seinen Lebensodem aufgegeben hat, wie schlafend, zuletzt aufstöhnend, sein gutes und böses Tun voranstellend, den Körper verlassend, an der Spitze des Windes folgend, geht er, o Löwe unter den Königen, in einen anderen Mutterschoß ein.
puṇyāṃ yoniṃ puṇyakṛto vrajanti; pāpāṃ yoniṃ pāpakṛto vrajanti kīṭāḥ pataṃgāś ca bhavanti pāpā; na me vivakṣāsti mahānubhāva
In einen verdienstvollen Mutterschoß gehen die Verdienstvollen ein, in einen sündigen Mutterschoß gehen die Sünder ein; zu Würmern und fliegenden Insekten werden die Sünder - ich habe darüber nicht mehr zu sagen, du Hochgesinnter.
Wort für Wort
puṇyāṃ yoniṃ puṇyakṛto vrajanti; pāpāṃ yoniṃ pāpakṛto vrajanti kīṭāḥ pataṃgāś ca bhavanti pāpā; na me vivakṣāsti mahānubhāva
In einen verdienstvollen Mutterschoß gehen die Verdienstvollen ein, in einen sündigen Mutterschoß gehen die Sünder ein; zu Würmern und fliegenden Insekten werden die Sünder - ich habe darüber nicht mehr zu sagen, du Hochgesinnter.
Zu Vierfüßlern, Zweifüßlern und Sechsfüßlern werden sie, so beschaffen, zu Keimen. Dies alles ist vollständig verkündet - was fragst du noch weiter, Löwe unter den Königen?‹
Zu Vierfüßlern, Zweifüßlern und Sechsfüßlern werden sie, so beschaffen, zu Keimen. Dies alles ist vollständig verkündet - was fragst du noch weiter, Löwe unter den Königen?‹
Aṣṭaka sprach: ›Was denn tuend erlangt, Vater, ein Sterblicher die besten Welten, durch Askese oder durch Wissen? Sag mir dies, darum befragt, der Wahrheit gemäß vollständig, wodurch man Schritt für Schritt zu den glückverheißenden Welten gelangt.‹
Aṣṭaka sprach: ›Was denn tuend erlangt, Vater, ein Sterblicher die besten Welten, durch Askese oder durch Wissen? Sag mir dies, darum befragt, der Wahrheit gemäß vollständig, wodurch man Schritt für Schritt zu den glückverheißenden Welten gelangt.‹
yayātir uvāca tapaś ca dānaṃ ca śamo damaś ca; hrīr ārjavaṃ sarvabhūtānukampā naśyanti mānena tamo 'bhibhūtāḥ; puṃsaḥ sadaiveti vadanti santaḥ
Yayāti sprach: ›Askese, Freigebigkeit, Gemütsruhe, Selbstbeherrschung, Scham, Aufrichtigkeit, Mitleid mit allen Wesen - all dies geht durch Hochmut zugrunde, wenn der Mensch von Dunkelheit überwältigt wird - stets, so sagen die Rechtschaffenen.
Wort für Wort
yayātir uvāca tapaś ca dānaṃ ca śamo damaś ca; hrīr ārjavaṃ sarvabhūtānukampā naśyanti mānena tamo 'bhibhūtāḥ; puṃsaḥ sadaiveti vadanti santaḥ
Yayāti sprach: ›Askese, Freigebigkeit, Gemütsruhe, Selbstbeherrschung, Scham, Aufrichtigkeit, Mitleid mit allen Wesen - all dies geht durch Hochmut zugrunde, wenn der Mensch von Dunkelheit überwältigt wird - stets, so sagen die Rechtschaffenen.
adhīyānaḥ paṇḍitaṃ manyamāno; yo vidyayā hanti yaśaḥ pareṣām tasyāntavantaś ca bhavanti lokā; na cāsya tad brahma phalaṃ dadāti
Wer, die Schriften studierend und sich für gelehrt haltend, mit seinem Wissen den Ruhm anderer vernichtet, dessen himmlische Welten werden begrenzt, und jenes erworbene heilige Wissen gibt ihm keine Frucht.
Wort für Wort
adhīyānaḥ paṇḍitaṃ manyamāno; yo vidyayā hanti yaśaḥ pareṣām tasyāntavantaś ca bhavanti lokā; na cāsya tad brahma phalaṃ dadāti
Wer, die Schriften studierend und sich für gelehrt haltend, mit seinem Wissen den Ruhm anderer vernichtet, dessen himmlische Welten werden begrenzt, und jenes erworbene heilige Wissen gibt ihm keine Frucht.
Vier an sich furchtlos machende Werke bringen Furcht, wenn sie nicht recht ausgeführt werden: das aus Hochmut vollzogene Agnihotra, das aus Hochmut geübte Schweigen, das aus Hochmut betriebene Studium, und das aus Hochmut vollzogene Opfer.
Vier an sich furchtlos machende Werke bringen Furcht, wenn sie nicht recht ausgeführt werden: das aus Hochmut vollzogene Agnihotra, das aus Hochmut geübte Schweigen, das aus Hochmut betriebene Studium, und das aus Hochmut vollzogene Opfer.
na mānyamāno mudam ādadīta; na saṃtāpaṃ prāpnuyāc cāvamānāt santaḥ sataḥ pūjayantīha loke; nāsādhavaḥ sādhubuddhiṃ labhante
Wer geehrt wird, soll sich nicht darüber freuen, noch soll er wegen Missachtung Kummer empfinden; die Rechtschaffenen ehren hier in der Welt den Rechtschaffenen - die Unredlichen erlangen keine redliche Gesinnung.
Wort für Wort
na mānyamāno mudam ādadīta; na saṃtāpaṃ prāpnuyāc cāvamānāt santaḥ sataḥ pūjayantīha loke; nāsādhavaḥ sādhubuddhiṃ labhante
Wer geehrt wird, soll sich nicht darüber freuen, noch soll er wegen Missachtung Kummer empfinden; die Rechtschaffenen ehren hier in der Welt den Rechtschaffenen - die Unredlichen erlangen keine redliche Gesinnung.
»So will ich geben«, »so will ich opfern«, »so will ich studieren«, »dies sei mein Gelübde« - [werden diese eigentlich furchtlos machenden Werke aus Hochmut vollzogen], so sind eben sie stets zu vermeiden.
»So will ich geben«, »so will ich opfern«, »so will ich studieren«, »dies sei mein Gelübde« - [werden diese eigentlich furchtlos machenden Werke aus Hochmut vollzogen], so sind eben sie stets zu vermeiden.
[Anm.: Der Vers ist stark verkürzt/telegraphisch und knüpft an die 'vier furchtlos machenden Werke' aus V.24 an; die genaue Satzstruktur bleibt unsicher.
Wodurch die Weisen die uralte Zuflucht erkennen, die dem wahren Denken und der Gleichmütigkeit zugetane - dorthin, zur höchsten Wohlfahrt, zur lichthaften Gestalt gelangend, erlangen sie höchsten Frieden, sowohl nach dem Tod als auch hier.‹«
Wodurch die Weisen die uralte Zuflucht erkennen, die dem wahren Denken und der Gleichmütigkeit zugetane - dorthin, zur höchsten Wohlfahrt, zur lichthaften Gestalt gelangend, erlangen sie höchsten Frieden, sowohl nach dem Tod als auch hier.‹«