Kapitel 17: Āstīka-parva (Abschluss Samudra-Manthana): Rāhu, die Götter-Asura-Schlacht und Sudarśana
Āstīka-parva (Abschluss Samudra-Manthana): Rāhus Enthauptung, die große Schlacht zwischen Göttern und Asuras und der Sieg durch Sudarśana — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,017.001“ bis „01,017.030“). Abschluss der Samudra-Manthana-Erzählung: Viṣṇu entreißt als Mohinī den Dānavas das Amṛta, die Götter trinken; der Dānava Rāhu trinkt in Göttergestalt mit, wird von Sonne und Mond verraten und von Viṣṇus Diskus enthauptet — der ätiologische Mythos der Sonnen-/Mondfinsternisse. Es folgt eine große Schlacht zwischen Göttern und Asuras, in der Nara und Nārāyaṇa eingreifen und der Diskus Sudarśana erscheint und die Asuras vernichtend schlägt, bis sie sich in Erde und Ozean zurückziehen. Die siegreichen Götter bringen den Berg Mandara zurück und vertrauen das Amṛta zur Bewachung an (vermutlich Indra) — der Adhyāya endet damit und schließt die gesamte Samudra-Manthana-Episode ab. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.
tato vairavinirbandhaḥ kṛto rāhumukhena vai | śāśvataś candrasūryābhyāṃ grasaty adyāpi caiva tau
Da wurde durch Rāhus Kopf eine ewige Feindschaft mit Mond und Sonne begründet; noch heute verschlingt er sie beide.
Wort für Wort
tato vairavinirbandhaḥ kṛto rāhumukhena vai | śāśvataś candrasūryābhyāṃ grasaty adyāpi caiva tau
Da wurde durch Rāhus Kopf eine ewige Feindschaft mit Mond und Sonne begründet; noch heute verschlingt er sie beide.
[Anm.: Dies ist der bekannte ätiologische Mythos zur Erklärung von Sonnen- und Mondfinsternissen als „Verschlingen“ durch den abgetrennten Kopf Rāhus.]
Da kam, sobald er nur daran gedacht hatte, aus dem Himmelsraum herbei jener hochglänzende Diskus, der Feinde-Verbrenner, der Sonnenglut gleich, mit unstumpfem Rand — Sudarśana, furchtbar, unbesiegbar, der Vortrefflichste.
Da kam, sobald er nur daran gedacht hatte, aus dem Himmelsraum herbei jener hochglänzende Diskus, der Feinde-Verbrenner, der Sonnenglut gleich, mit unstumpfem Rand — Sudarśana, furchtbar, unbesiegbar, der Vortrefflichste.
tad āgataṃ jvalitahutāśanaprabhaṃ bhayaṃkaraṃ karikarabāhur acyutaḥ | mumoca vai capalam udagravegavan mahāprabhaṃ paranagarāvadāraṇam
Jenen, so gekommen, von der Glut lodernden Feuers, furchtbar, schleuderte der Unvergängliche mit seinem Elefantenrüssel-gleichen Arm, den flinken, von gewaltiger Wucht, hochglänzenden, der Feindesstädte zerreißt.
Wort für Wort
tad āgataṃ jvalitahutāśanaprabhaṃ bhayaṃkaraṃ karikarabāhur acyutaḥ | mumoca vai capalam udagravegavan mahāprabhaṃ paranagarāvadāraṇam
Jenen, so gekommen, von der Glut lodernden Feuers, furchtbar, schleuderte der Unvergängliche mit seinem Elefantenrüssel-gleichen Arm, den flinken, von gewaltiger Wucht, hochglänzenden, der Feindesstädte zerreißt.
Jener, dem Feuer des Todesgottes an Glanz gleich, fiel da immer wieder mit Wucht nieder, zerriss die Söhne Ditis zu Tausenden, von der Hand des vortrefflichsten Mannes im Kampf geschleudert.
Jener, dem Feuer des Todesgottes an Glanz gleich, fiel da immer wieder mit Wucht nieder, zerriss die Söhne Ditis zu Tausenden, von der Hand des vortrefflichsten Mannes im Kampf geschleudert.
Bald verbrennend, wie eine Flamme leckend, zerschnitt er gewaltsam jene Asura-Scharen; wiederholt durch den Luftraum und dann zur Erde geschleudert, trank er in der Schlacht Blut, wie ein Dämon.
Bald verbrennend, wie eine Flamme leckend, zerschnitt er gewaltsam jene Asura-Scharen; wiederholt durch den Luftraum und dann zur Erde geschleudert, trank er in der Schlacht Blut, wie ein Dämon.
Da bedrängten die Asuras, unverzagten Sinnes, mit Bergen immer wieder die Götterscharen, die überaus kraftvollen, mit dem Glanz zerfließender Wolken, nachdem sie zu Tausenden in den Himmel aufgestiegen waren.
Da bedrängten die Asuras, unverzagten Sinnes, mit Bergen immer wieder die Götterscharen, die überaus kraftvollen, mit dem Glanz zerfließender Wolken, nachdem sie zu Tausenden in den Himmel aufgestiegen waren.
Da stürzten vom Himmel herab, Furcht erregend, samt ihren Bäumen, mancherlei wolkenförmige, große Berge, deren Gipfel und Grate zerbröckelten, rasch aneinanderprallend, mit lautem Getöse.
Da stürzten vom Himmel herab, Furcht erregend, samt ihren Bäumen, mancherlei wolkenförmige, große Berge, deren Gipfel und Grate zerbröckelten, rasch aneinanderprallend, mit lautem Getöse.
Da erbebte die Erde samt ihren Wäldern, ringsum getroffen vom Sturz großer Berge, während sie einander wiederholt heftig anbrüllten, als sich die Kampfschlacht heftig entfaltete.
Da erbebte die Erde samt ihren Wäldern, ringsum getroffen vom Sturz großer Berge, während sie einander wiederholt heftig anbrüllten, als sich die Kampfschlacht heftig entfaltete.
Da bedeckte Nara mit goldgeschmückten, gewaltigen Pfeilen den Luftweg, mit gefiederten Pfeilen die Berggipfel zerschmetternd, während jenes große Schreckensgefecht mit den Asura-Scharen tobte.
Da bedeckte Nara mit goldgeschmückten, gewaltigen Pfeilen den Luftweg, mit gefiederten Pfeilen die Berggipfel zerschmetternd, während jenes große Schreckensgefecht mit den Asura-Scharen tobte.
tato mahīṃ lavaṇajalaṃ ca sāgaraṃ mahāsurāḥ praviviśur arditāḥ suraiḥ | viyadgataṃ jvalitahutāśanaprabhaṃ sudarśanaṃ parikupitaṃ niśāmya ca
Da flohen die großen Asuras, von den Göttern bedrängt, in die Erde und den salzigen Ozean, als sie den im Luftraum befindlichen, von loderndem Feuer glänzenden, überaus erzürnten Sudarśana erblickten.
Wort für Wort
tato mahīṃ lavaṇajalaṃ ca sāgaraṃ mahāsurāḥ praviviśur arditāḥ suraiḥ | viyadgataṃ jvalitahutāśanaprabhaṃ sudarśanaṃ parikupitaṃ niśāmya ca
Da flohen die großen Asuras, von den Göttern bedrängt, in die Erde und den salzigen Ozean, als sie den im Luftraum befindlichen, von loderndem Feuer glänzenden, überaus erzürnten Sudarśana erblickten.
tataḥ surair vijayam avāpya mandaraḥ svam eva deśaṃ gamitaḥ supūjitaḥ | vinādya khaṃ divam api caiva sarvaśas tato gatāḥ saliladharā yathāgatam
Da, nachdem die Götter den Sieg errungen hatten, wurde der Mandara, wohlverehrt, an seinen eigenen Ort zurückgebracht; und den Luftraum und den Himmel überall erdröhnen lassend, zogen sich die Wasserwolken zurück, so wie sie gekommen waren.
Wort für Wort
tataḥ surair vijayam avāpya mandaraḥ svam eva deśaṃ gamitaḥ supūjitaḥ | vinādya khaṃ divam api caiva sarvaśas tato gatāḥ saliladharā yathāgatam
Da, nachdem die Götter den Sieg errungen hatten, wurde der Mandara, wohlverehrt, an seinen eigenen Ort zurückgebracht; und den Luftraum und den Himmel überall erdröhnen lassend, zogen sich die Wasserwolken zurück, so wie sie gekommen waren.
tato 'mṛtaṃ sunihitam eva cakrire surāḥ parāṃ mudam abhigamya puṣkalām | dadau ca taṃ nidhim amṛtasya rakṣituṃ kirīṭine balabhid athāmaraiḥ saha
Da bewahrten die Götter, überaus große Freude erlangend, das Amṛta wohlverwahrt; und der Bezwinger Balas [Indra] übergab, zusammen mit den Unsterblichen, jenen Schatz des Amṛta dem Diademträger [?] zur Bewachung.
Wort für Wort
tato 'mṛtaṃ sunihitam eva cakrire surāḥ parāṃ mudam abhigamya puṣkalām | dadau ca taṃ nidhim amṛtasya rakṣituṃ kirīṭine balabhid athāmaraiḥ saha
Da bewahrten die Götter, überaus große Freude erlangend, das Amṛta wohlverwahrt; und der Bezwinger Balas [Indra] übergab, zusammen mit den Unsterblichen, jenen Schatz des Amṛta dem Diademträger [?] zur Bewachung.
[Anm.: „kirīṭine“ (dem Diademträger) ist hier grammatisch unklar bezogen — möglicherweise ein weiteres Epitheton Indras selbst (der den Schatz dann sinngemäß in die eigene Obhut nimmt), da spätere Adhyāyas Indra als Wächter des Amṛta voraussetzen (vgl. die noch folgende Garuḍa-Erzählung, in der Garuḍa das Amṛta aus Indras Bewachung raubt); „Kirīṭin“ ist im späteren Epos allerdings auch ein bekanntes Beiname Arjunas. Mit [?] markiert, da der Bezug im vorliegenden Vers nicht eindeutig aufgelöst werden kann. Adhyāya 17 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei und schließt die gesamte Samudra-Manthana-Erzählung ab; die Rückkehr zur Kadrū-Vinatā-Rahmenhandlung (Wette um Uccaiḥśravas' Farbe) dürfte in Adhyāya 18 folgen.]