Kapitel 48: Āstīka-parva (Fortsetzung): Priesterliste und Vāsukis Verzweiflung
Āstīka-parva (Fortsetzung): Die Opferpriester des Sarpasatra, das Grauen des Schlangenopfers, Takṣakas Zuflucht bei Indra, und Vāsukis verzweifelte Bitte an seine Schwester — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,048.001“ bis „01,048.026“). Auf Śaunakas Frage nennt Sūta die Namen der Opferpriester und Beisitzer des Sarpasatra, darunter Vyāsa. Das Opfer nimmt seinen grauenhaften Lauf; Takṣaka flieht zu Indra, der ihm Schutz zusichert, da er einst bei Brahmā für ihn eingetreten sei. Vāsuki hingegen, mit stark geschrumpftem Gefolge, gerät in Panik und bittet verzweifelt seine Schwester, ihren Sohn Āstīka zur Rettung der Schlangen aufzufordern — gemäß der einst von Brahmā gegebenen Prophezeiung. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.
sarvaṃ vistaratas tāta bhavāñ śaṃsitum arhati | sarpasatravidhānajñā vijñeyās te hi sūtaja
Dies alles sollst du mir, mein Sohn, ausführlich berichten; denn die des Ritus des Schlangenopfers Kundigen sollten von uns gekannt werden, o Sohn des Sūta.
Wort für Wort
sarvaṃ vistaratas tāta bhavāñ śaṃsitum arhati | sarpasatravidhānajñā vijñeyās te hi sūtaja
Dies alles sollst du mir, mein Sohn, ausführlich berichten; denn die des Ritus des Schlangenopfers Kundigen sollten von uns gekannt werden, o Sohn des Sūta.
ete cānye ca bahavo brāhmaṇāḥ saṃśitavratāḥ | sadasyā abhavaṃs tatra satre pārikṣitasya ha
diese und viele andere Brahmanen, von strengem Gelübde, waren dort Beisitzer bei dem Opfer des Sohnes Parikṣits.
Wort für Wort
ete cānye ca bahavo brāhmaṇāḥ saṃśitavratāḥ | sadasyā abhavaṃs tatra satre pārikṣitasya ha
diese und viele andere Brahmanen, von strengem Gelübde, waren dort Beisitzer bei dem Opfer des Sohnes Parikṣits.
[Anm.: Diese Namensliste (Vv.5-10) folgt dem für das Epos typischen Muster feierlicher Aufzählungen; die meisten der genannten Weisen treten im weiteren Verlauf nicht mehr eigenständig hervor und werden hier knapp glossiert.]
Während da die Opferpriester bei jenem großen Ritual, dem Schlangenopfer, opferten, stürzten dort Schlangen, furchtbare, allen Lebewesen Furcht bringende,
Während da die Opferpriester bei jenem großen Ritual, dem Schlangenopfer, opferten, stürzten dort Schlangen, furchtbare, allen Lebewesen Furcht bringende,
Da, nachdem er, der Beste der Schlangen, alles wie es sich zugetragen hatte, berichtet hatte, suchte er, selbst schuldig geworden, ängstlich, Zuflucht bei Indra.
Da, nachdem er, der Beste der Schlangen, alles wie es sich zugetragen hatte, berichtet hatte, suchte er, selbst schuldig geworden, ängstlich, Zuflucht bei Indra.
Von mir wurde einst der Großvater deinetwegen um Gnade gebeten; deshalb besteht keine Furcht für dich — das Fieber deines Geistes soll von dir weichen.“
Von mir wurde einst der Großvater deinetwegen um Gnade gebeten; deshalb besteht keine Furcht für dich — das Fieber deines Geistes soll von dir weichen.“
dahyante 'ṅgāni me bhadre diśo na pratibhānti ca | sīdāmīva ca saṃmohād ghūrṇatīva ca me manaḥ
„Meine Glieder brennen, du Gute, und die Himmelsrichtungen erscheinen mir nicht mehr klar; ich sinke gleichsam dahin, vor Verwirrung, und mein Geist taumelt gleichsam.
Wort für Wort
dahyante 'ṅgāni me bhadre diśo na pratibhānti ca | sīdāmīva ca saṃmohād ghūrṇatīva ca me manaḥ
„Meine Glieder brennen, du Gute, und die Himmelsrichtungen erscheinen mir nicht mehr klar; ich sinke gleichsam dahin, vor Verwirrung, und mein Geist taumelt gleichsam.
Jenes Opfer des Sohnes Parikṣits vollzieht sich mit dem Verlangen, uns zu vernichten; offenbar muss auch ich zur Behausung des Ahnenkönigs [Yama] gehen.
Jenes Opfer des Sohnes Parikṣits vollzieht sich mit dem Verlangen, uns zu vernichten; offenbar muss auch ich zur Behausung des Ahnenkönigs [Yama] gehen.
Darum, mein Kind, sprich zu deinem eigenen Kind, dem Knaben, der von den Alten geachtet wird, dem besten Vedakenner, heute, zu meiner Rettung samt meinem Gefolge —“
Darum, mein Kind, sprich zu deinem eigenen Kind, dem Knaben, der von den Alten geachtet wird, dem besten Vedakenner, heute, zu meiner Rettung samt meinem Gefolge —“
[Anm.: Adhyāya 48 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei, mitten in Vāsukis Rede; ihre Fortsetzung und Āstīkas Aufbruch zum Opferplatz folgen im nächsten Adhyāya.]