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Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 34: Āstīka-parva (Fortsetzung): Elāpatras Enthüllung der künftigen Rettung Āstīka-parva (Fortsetzung): Elāpatra berichtet Brahmās Vorhersage von Āstīkas künftiger Rettung der Schlangen — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)

Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,034.001“ bis „01,034.018“). Elāpatra berichtet, wie er beim Aussprechen des Mutter-Fluchs, aus Furcht auf den Schoß seiner Mutter geklettert, mitanhörte, wie die Götter Brahmā fragten, warum er Kadrūs Fluch nicht verhindert habe. Brahmā erklärt, dass nur die bösen, giftigen Schlangen zugrunde gehen werden, die rechtschaffenen aber gerettet: durch Āstīka, den künftigen Sohn des Weisen Jaratkāru und einer gleichnamigen Frau (Vāsukis Schwester), der das Opfer aufhalten wird. Elāpatra fordert Vāsuki auf, seine Schwester Jaratkāru für diesen künftigen Seher bereitzuhalten. Damit bestätigt und erweitert dieser Adhyāya die bereits in Adhyāya 13 gegebene Kurzfassung der Āstīka-Geschichte. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-Einheit.

sūta uvāca | śrutvā tu vacanaṃ teṣāṃ sarveṣām iti ceti ca | vāsukeś ca vacaḥ śrutvā elāpatro 'bravīd idam

Sūta sprach: Nachdem er die Rede aller jener, so und so lautend, gehört hatte, und nachdem er Vāsukis Wort gehört hatte, sprach Elāpatra dieses:

Wort für Wort
sūta uvāca | śrutvā tu vacanaṃ teṣāṃ sarveṣām iti ceti ca | vāsukeś ca vacaḥ śrutvā elāpatro 'bravīd idam
Sūta sprach: Nachdem er die Rede aller jener, so und so lautend, gehört hatte, und nachdem er Vāsukis Wort gehört hatte, sprach Elāpatra dieses:

na sa yajño na bhavitā na sa rājā tathāvidhaḥ | janamejayaḥ pāṇḍaveyo yato 'smākaṃ mahābhayam

„Jenes Opfer wird nicht stattfinden, und auch nicht jener König von solcher Art, Janamejaya, der Pāṇḍava-Nachkomme, von dem uns die große Gefahr droht.“

Wort für Wort
na sa yajño na bhavitā na sa rājā tathāvidhaḥ | janamejayaḥ pāṇḍaveyo yato 'smākaṃ mahābhayam
„Jenes Opfer wird nicht stattfinden, und auch nicht jener König von solcher Art, Janamejaya, der Pāṇḍava-Nachkomme, von dem uns die große Gefahr droht.“

daivenopahato rājan yo bhaved iha pūruṣaḥ | sa daivam evāśrayate nānyat tatra parāyaṇam

„Wer hier, o König, vom Schicksal getroffen ist, der nimmt eben zum Schicksal seine Zuflucht; nichts anderes ist dort der letzte Halt.“

Wort für Wort
daivenopahato rājan yo bhaved iha pūruṣaḥ | sa daivam evāśrayate nānyat tatra parāyaṇam
„Wer hier, o König, vom Schicksal getroffen ist, der nimmt eben zum Schicksal seine Zuflucht; nichts anderes ist dort der letzte Halt.“

tad idaṃ daivam asmākaṃ bhayaṃ pannagasattamāḥ | daivam evāśrayāmo 'tra śṛṇudhvaṃ ca vaco mama

„Dies also ist unsere schicksalhafte Gefahr, ihr Besten der Schlangen; wir nehmen hier eben zum Schicksal Zuflucht – so höret mein Wort.“

Wort für Wort
tad idaṃ daivam asmākaṃ bhayaṃ pannagasattamāḥ | daivam evāśrayāmo 'tra śṛṇudhvaṃ ca vaco mama
„Dies also ist unsere schicksalhafte Gefahr, ihr Besten der Schlangen; wir nehmen hier eben zum Schicksal Zuflucht – so höret mein Wort.“

ahaṃ śāpe samutsṛṣṭe samaśrauṣaṃ vacas tadā | mātur utsaṅgam ārūḍho bhayāt pannagasattamāḥ

„Als der Fluch ausgesprochen wurde, hörte ich damals selbst ein Wort, auf den Schoß meiner Mutter geklettert, aus Furcht, ihr Besten der Schlangen —“

Wort für Wort
ahaṃ śāpe samutsṛṣṭe samaśrauṣaṃ vacas tadā | mātur utsaṅgam ārūḍho bhayāt pannagasattamāḥ
„Als der Fluch ausgesprochen wurde, hörte ich damals selbst ein Wort, auf den Schoß meiner Mutter geklettert, aus Furcht, ihr Besten der Schlangen —“

devānāṃ pannagaśreṣṭhās tīkṣṇās tīkṣṇā iti prabho | pitāmaham upāgamya duḥkhārtānāṃ mahādyute

von den Göttern, ihr Besten der Schlangen: ‚Scharf, scharf sind sie‘, sprachen sie, o Herr, als sie sich dem Großvater näherten, die von Kummer Geplagten, o Hochglanzvoller.“

Wort für Wort
devānāṃ pannagaśreṣṭhās tīkṣṇās tīkṣṇā iti prabho | pitāmaham upāgamya duḥkhārtānāṃ mahādyute
von den Göttern, ihr Besten der Schlangen: ‚Scharf, scharf sind sie‘, sprachen sie, o Herr, als sie sich dem Großvater näherten, die von Kummer Geplagten, o Hochglanzvoller.“

devā ūcuḥ | kā hi labdhvā priyān putrāñ śaped evaṃ pitāmaha | ṛte kadrūṃ tīkṣṇarūpāṃ devadeva tavāgrataḥ

Die Götter sprachen: „Wer könnte, nachdem sie geliebte Söhne empfangen hat, sie so verfluchen, o Großvater, außer Kadrū von scharfer Gestalt, o Gott der Götter, vor dir selbst?“

Wort für Wort
devā ūcuḥ | kā hi labdhvā priyān putrāñ śaped evaṃ pitāmaha | ṛte kadrūṃ tīkṣṇarūpāṃ devadeva tavāgrataḥ
Die Götter sprachen: „Wer könnte, nachdem sie geliebte Söhne empfangen hat, sie so verfluchen, o Großvater, außer Kadrū von scharfer Gestalt, o Gott der Götter, vor dir selbst?“

tatheti ca vacas tasyās tvayāpy uktaṃ pitāmaha | etad icchāma vijñātuṃ kāraṇaṃ yan na vāritā

„Und ‚So sei es‘ zu ihrem Wort hast auch du, o Großvater, gesprochen; dies möchten wir erfahren – den Grund, warum sie nicht daran gehindert wurde.“

Wort für Wort
tatheti ca vacas tasyās tvayāpy uktaṃ pitāmaha | etad icchāma vijñātuṃ kāraṇaṃ yan na vāritā
„Und ‚So sei es‘ zu ihrem Wort hast auch du, o Großvater, gesprochen; dies möchten wir erfahren – den Grund, warum sie nicht daran gehindert wurde.“

brahmovāca | bahavaḥ pannagās tīkṣṇā bhīmavīryā viṣolbaṇāḥ | prajānāṃ hitakāmo 'haṃ na nivāritavāṃs tadā

Brahmā sprach: „Viele Schlangen sind scharf, von furchtbarer Kraft, überaus giftig; um der Geschöpfe Wohl bedacht, habe ich sie damals nicht daran gehindert.“

Wort für Wort
brahmovāca | bahavaḥ pannagās tīkṣṇā bhīmavīryā viṣolbaṇāḥ | prajānāṃ hitakāmo 'haṃ na nivāritavāṃs tadā
Brahmā sprach: „Viele Schlangen sind scharf, von furchtbarer Kraft, überaus giftig; um der Geschöpfe Wohl bedacht, habe ich sie damals nicht daran gehindert.“

ye dandaśūkāḥ kṣudrāś ca pāpacārā viṣolbaṇāḥ | teṣāṃ vināśo bhavitā na tu ye dharmacāriṇaḥ

„Diejenigen, die bissig, gering, übel handelnd und überaus giftig sind, deren Vernichtung wird eintreten – nicht aber jene, die rechtschaffen wandeln.“

Wort für Wort
ye dandaśūkāḥ kṣudrāś ca pāpacārā viṣolbaṇāḥ | teṣāṃ vināśo bhavitā na tu ye dharmacāriṇaḥ
„Diejenigen, die bissig, gering, übel handelnd und überaus giftig sind, deren Vernichtung wird eintreten – nicht aber jene, die rechtschaffen wandeln.“

yannimittaṃ ca bhavitā mokṣas teṣāṃ mahābhayāt | pannagānāṃ nibodhadhvaṃ tasmin kāle tathāgate

„Und aus welchem Grunde die Befreiung jener Schlangen von dieser großen Furcht geschehen wird, vernehmt dies, für die Zeit, wenn sie kommt:“

Wort für Wort
yannimittaṃ ca bhavitā mokṣas teṣāṃ mahābhayāt | pannagānāṃ nibodhadhvaṃ tasmin kāle tathāgate
„Und aus welchem Grunde die Befreiung jener Schlangen von dieser großen Furcht geschehen wird, vernehmt dies, für die Zeit, wenn sie kommt:“

yāyāvarakule dhīmān bhaviṣyati mahān ṛṣiḥ | jaratkārur iti khyātas tejasvī niyatendriyaḥ

„Im Geschlecht der Yāyāvaras wird ein weiser, großer Seher entstehen, bekannt unter dem Namen Jaratkāru, glanzvoll, von gezügelten Sinnen.“

Wort für Wort
yāyāvarakule dhīmān bhaviṣyati mahān ṛṣiḥ | jaratkārur iti khyātas tejasvī niyatendriyaḥ
„Im Geschlecht der Yāyāvaras wird ein weiser, großer Seher entstehen, bekannt unter dem Namen Jaratkāru, glanzvoll, von gezügelten Sinnen.“

tasya putro jaratkāror utpatsyati mahātapāḥ | āstīko nāma yajñaṃ sa pratiṣetsyati taṃ tadā | tatra mokṣyanti bhujagā ye bhaviṣyanti dhārmikāḥ

„Diesem Jaratkāru wird ein Sohn geboren werden, von großer Askese, mit Namen Āstīka; er wird jenes Opfer da aufhalten – dann werden die Schlangen, die rechtschaffen sind, befreit werden.“

Wort für Wort
tasya putro jaratkāror utpatsyati mahātapāḥ | āstīko nāma yajñaṃ sa pratiṣetsyati taṃ tadā | tatra mokṣyanti bhujagā ye bhaviṣyanti dhārmikāḥ
„Diesem Jaratkāru wird ein Sohn geboren werden, von großer Askese, mit Namen Āstīka; er wird jenes Opfer da aufhalten – dann werden die Schlangen, die rechtschaffen sind, befreit werden.“

devā ūcuḥ | sa munipravaro deva jaratkārur mahātapāḥ | kasyāṃ putraṃ mahātmānaṃ janayiṣyati vīryavān

Die Götter sprachen: „Jener beste der Munis, o Gott, Jaratkāru, von großer Askese – von wem wird er einen hochgesinnten, kraftvollen Sohn zeugen?“

Wort für Wort
devā ūcuḥ | sa munipravaro deva jaratkārur mahātapāḥ | kasyāṃ putraṃ mahātmānaṃ janayiṣyati vīryavān
Die Götter sprachen: „Jener beste der Munis, o Gott, Jaratkāru, von großer Askese – von wem wird er einen hochgesinnten, kraftvollen Sohn zeugen?“

brahmovāca | sanāmāyāṃ sanāmā sa kanyāyāṃ dvijasattamaḥ | apatyaṃ vīryavān devā vīryavaj janayiṣyati

Brahmā sprach: „Mit einer Jungfrau gleichen Namens, o Beste der Zweifachgeborenen, wird er, der Kraftvolle, ein kraftvolles Kind zeugen, ihr Götter.“

Wort für Wort
brahmovāca | sanāmāyāṃ sanāmā sa kanyāyāṃ dvijasattamaḥ | apatyaṃ vīryavān devā vīryavaj janayiṣyati
Brahmā sprach: „Mit einer Jungfrau gleichen Namens, o Beste der Zweifachgeborenen, wird er, der Kraftvolle, ein kraftvolles Kind zeugen, ihr Götter.“

elāpatra uvāca | evam astv iti taṃ devāḥ pitāmaham athābruvan | uktvā caivaṃ gatā devāḥ sa ca devaḥ pitāmahaḥ

Elāpatra sprach: „So sei es“, sprachen da die Götter zum Großvater; nachdem sie so gesprochen hatten, gingen die Götter fort, und auch jener Gott, der Großvater.

Wort für Wort
elāpatra uvāca | evam astv iti taṃ devāḥ pitāmaham athābruvan | uktvā caivaṃ gatā devāḥ sa ca devaḥ pitāmahaḥ
Elāpatra sprach: „So sei es“, sprachen da die Götter zum Großvater; nachdem sie so gesprochen hatten, gingen die Götter fort, und auch jener Gott, der Großvater.

so 'ham evaṃ prapaśyāmi vāsuke bhaginīṃ tava | jaratkārur iti khyātāṃ tāṃ tasmai pratipādaya

„So sehe ich es also voraus, o Vāsuki: deine Schwester, bekannt unter dem Namen Jaratkāru, übergib ihm.“

Wort für Wort
so 'ham evaṃ prapaśyāmi vāsuke bhaginīṃ tava | jaratkārur iti khyātāṃ tāṃ tasmai pratipādaya
„So sehe ich es also voraus, o Vāsuki: deine Schwester, bekannt unter dem Namen Jaratkāru, übergib ihm.“

bhaikṣavad bhikṣamāṇāya nāgānāṃ bhayaśāntaye | ṛṣaye suvratāya tvam eṣa mokṣaḥ śruto mayā

„Dem betteln gehenden, um der Schlangen Furcht zu stillen, dem Seher von gutem Gelübde – dies ist die Befreiung, die ich vernommen habe.“

Wort für Wort
bhaikṣavad bhikṣamāṇāya nāgānāṃ bhayaśāntaye | ṛṣaye suvratāya tvam eṣa mokṣaḥ śruto mayā
„Dem betteln gehenden, um der Schlangen Furcht zu stillen, dem Seher von gutem Gelübde – dies ist die Befreiung, die ich vernommen habe.“

[Anm.: Adhyāya 34 endet hier gemäß der lokalen Quelldatei. Elāpatras Bericht bestätigt und erweitert die bereits in Adhyāya 13 gegebene Kurzfassung der Āstīka-Geschichte um die Szene, in der die Götter selbst Brahmā nach dem Grund des ungehinderten Fluchs befragen und die Rettung vorausgesagt wird.]

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