Kapitel 201: Sundopasundopākhyānam (1)
Die Erzählung von Sunda und Upasunda (1) - Askese und Brahmās Segen
Nārada beginnt die alte Erzählung: Nikumbha, ein Dämonenfürst aus dem Geschlecht Hiraṇyakaśipus, hatte zwei untrennbar vereinte Söhne, Sunda und Upasunda, die zur Eroberung der drei Welten im Vindhya-Gebirge strengste Askese übten. Weder Verlockungen noch Zauberillusionen der Götter konnten sie erschüttern, bis Brahmā (Pitāmaha) selbst erschien und ihnen einen Wunsch gewährte. Sie erbaten Unbesiegbarkeit gegenüber allem außer sich selbst gegenseitig - Unsterblichkeit verweigerte Brahmā ihnen jedoch. Zufrieden kehrten sie heim und feierten mit ihrem Volk ein rauschendes Fest.
Nārada sprach: Höre von mir ausführlich diese alte Geschichte, zusammen mit deinen Brüdern, o Sohn der Pṛthā, Yudhiṣṭhira, so wie sie sich zugetragen hat.
Nārada sprach: Höre von mir ausführlich diese alte Geschichte, zusammen mit deinen Brüdern, o Sohn der Pṛthā, Yudhiṣṭhira, so wie sie sich zugetragen hat.
Sie erwiesen sich gegenseitig Freundlichkeit, sprachen zueinander liebevoll, waren von gleichem Wesen und Verhalten, als wären sie ein einziges Wesen, in zwei geteilt.
Sie erwiesen sich gegenseitig Freundlichkeit, sprachen zueinander liebevoll, waren von gleichem Wesen und Verhalten, als wären sie ein einziges Wesen, in zwei geteilt.
kṛtvā dīkṣāṃ gatau vindhyaṃ tatrograṃ tepatus tapaḥ tau tu dīrgheṇa kālena tapoyuktau babhūvatuḥ
Nachdem sie die Weihe vollzogen hatten, begaben sie sich zum Vindhya-Gebirge und übten dort strenge Askese; im Laufe langer Zeit wurden sie ganz der Askese hingegeben.
Wort für Wort
kṛtvā dīkṣāṃ gatau vindhyaṃ tatrograṃ tepatus tapaḥ tau tu dīrgheṇa kālena tapoyuktau babhūvatuḥ
Nachdem sie die Weihe vollzogen hatten, begaben sie sich zum Vindhya-Gebirge und übten dort strenge Askese; im Laufe langer Zeit wurden sie ganz der Askese hingegeben.
Sie opferten das eigene Fleisch, standen auf den Zehenspitzen, mit erhobenen Armen und unbeweglichen Augen, und hielten lange Zeit an ihrem Gelübde fest.
Sie opferten das eigene Fleisch, standen auf den Zehenspitzen, mit erhobenen Armen und unbeweglichen Augen, und hielten lange Zeit an ihrem Gelübde fest.
ratnaiḥ pralobhayām āsuḥ strībhiś cobhau punaḥ punaḥ na ca tau cakratur bhaṅgaṃ vratasya sumahāvratau
Sie versuchten, beide immer wieder mit Juwelen und mit Frauen zu verlocken; doch die beiden, deren Gelübde überaus streng war, ließen sich nicht davon abbringen.
Wort für Wort
ratnaiḥ pralobhayām āsuḥ strībhiś cobhau punaḥ punaḥ na ca tau cakratur bhaṅgaṃ vratasya sumahāvratau
Sie versuchten, beide immer wieder mit Juwelen und mit Frauen zu verlocken; doch die beiden, deren Gelübde überaus streng war, ließen sich nicht davon abbringen.
die, von einem Rākṣasa mit einem Speer in der Hand verfolgt, erschreckt zu Boden stürzten, mit gelöstem Schmuck und Haar, deren Gewänder streckenweise herabgerutscht waren.
die, von einem Rākṣasa mit einem Speer in der Hand verfolgt, erschreckt zu Boden stürzten, mit gelöstem Schmuck und Haar, deren Gewänder streckenweise herabgerutscht waren.
Da standen Sunda und Upasunda, die beiden Brüder von unerschütterlicher Tapferkeit, als sie den göttlichen Großvater erblickten, mit gefalteten Händen da.
Da standen Sunda und Upasunda, die beiden Brüder von unerschütterlicher Tapferkeit, als sie den göttlichen Großvater erblickten, mit gefalteten Händen da.
so mögen wir beide, der Zauberkunst und der Waffenkunde kundig, mächtig und mit der Fähigkeit, jede Gestalt anzunehmen, unsterblich werden - wenn der Herr uns beiden gewogen ist.
so mögen wir beide, der Zauberkunst und der Waffenkunde kundig, mächtig und mit der Fähigkeit, jede Gestalt anzunehmen, unsterblich werden - wenn der Herr uns beiden gewogen ist.
Der Großvater sprach: Außer der Unsterblichkeit soll euch alles andere, was ihr genannt habt, gewährt sein; wählt etwas anderes, und die Bestimmung des Todes soll euch den Unsterblichen gleichkommen.
Der Großvater sprach: Außer der Unsterblichkeit soll euch alles andere, was ihr genannt habt, gewährt sein; wählt etwas anderes, und die Bestimmung des Todes soll euch den Unsterblichen gleichkommen.
kariṣyāvedam iti yan mahad abhyutthitaṃ tapaḥ yuvayor hetunānena nāmaratvaṃ vidhīyate
Denn wegen des Vorsatzes, den ihr gefasst habt - das große Werk, zu dem diese Askese unternommen wurde -, kann euch die Unsterblichkeit nicht gewährt werden.
Wort für Wort
kariṣyāvedam iti yan mahad abhyutthitaṃ tapaḥ yuvayor hetunānena nāmaratvaṃ vidhīyate
Denn wegen des Vorsatzes, den ihr gefasst habt - das große Werk, zu dem diese Askese unternommen wurde -, kann euch die Unsterblichkeit nicht gewährt werden.
sundopasundāv ūcatuḥ triṣu lokeṣu yad bhūtaṃ kiṃ cit sthāvarajaṅgamam sarvasmān nau bhayaṃ na syād ṛte 'nyonyaṃ pitāmaha
Sunda und Upasunda sprachen: Was immer in den drei Welten existiert, ob unbeweglich oder beweglich - vor all dem soll uns keine Furcht drohen, außer voreinander, o Großvater.
Wort für Wort
sundopasundāv ūcatuḥ triṣu lokeṣu yad bhūtaṃ kiṃ cit sthāvarajaṅgamam sarvasmān nau bhayaṃ na syād ṛte 'nyonyaṃ pitāmaha
Sunda und Upasunda sprachen: Was immer in den drei Welten existiert, ob unbeweglich oder beweglich - vor all dem soll uns keine Furcht drohen, außer voreinander, o Großvater.
pitāmaha uvāca yat prārthitaṃ yathoktaṃ ca kāmam etad dadāni vām mṛtyor vidhānam etac ca yathāvad vāṃ bhaviṣyati
Der Großvater sprach: Was ihr erbeten habt, so wie ihr es gesagt habt, diesen Wunsch gewähre ich euch; und diese Bestimmung eures Todes soll für euch genau so gelten.
Wort für Wort
pitāmaha uvāca yat prārthitaṃ yathoktaṃ ca kāmam etad dadāni vām mṛtyor vidhānam etac ca yathāvad vāṃ bhaviṣyati
Der Großvater sprach: Was ihr erbeten habt, so wie ihr es gesagt habt, diesen Wunsch gewähre ich euch; und diese Bestimmung eures Todes soll für euch genau so gelten.
Und die beiden Dämonenfürsten, höchst erfreut, veranstalteten zusammen mit ihrem befreundeten Volk ein Mondlichtfest außer der Zeit, das jeden Wunsch erfüllte.
Und die beiden Dämonenfürsten, höchst erfreut, veranstalteten zusammen mit ihrem befreundeten Volk ein Mondlichtfest außer der Zeit, das jeden Wunsch erfüllte.