Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 53: Āstīkaparvaṇaḥ Samāpanam (Adhyāya 53, Kritische Ausgabe) Das Ende des Schlangenopfers und der Beginn der Mahābhārata-Erzählung

Āstīka hält Takṣaka mit dem dreifachen Ruf 'Bleib stehen!' in der Luft; Janamejaya bricht das Opfer ab, beschenkt Priester, Sūta Lohitākṣa und den Baumeister; Āstīka wird geehrt heimgeschickt und für das künftige Aśvamedha als Sadasya verpflichtet; die geretteten Schlangen segnen ihn. Damit endet die Āstīka-Rahmenerzählung. Śaunaka bittet Sūta, nun die eigentliche, von Vyāsa (Kṛṣṇa Dvaipāyana) verfasste Mahābhārata-Erzählung vorzutragen, die dieser einst Janamejaya in den Pausen des Schlangenopfers erzählt hatte – Sūta sagt zu. Ein zentraler struktureller Übergang: vom Rahmen (Naimiṣa-Wald, Śaunaka-Sūta-Gespräch, darin Janamejayas Schlangenopfer, darin Āstīka) zur eigentlichen Haupterzählung.

sūta uvāca idam atyadbhutaṃ cānyad āstīkasyānuśuśrumaḥ tathā varaiś chandyamāne rājñā pārikṣitena ha

Sūta sprach: „Dies andere, überaus wunderbare [Ereignis] haben wir gleichfalls über Āstīka vernommen, als er von dem König, dem Sohn des Parikṣit, mit Wunschgaben umworben wurde.“

Wort für Wort
sūta uvāca idam atyadbhutaṃ cānyad āstīkasyānuśuśrumaḥ tathā varaiś chandyamāne rājñā pārikṣitena ha
Sūta sprach: „Dies andere, überaus wunderbare [Ereignis] haben wir gleichfalls über Āstīka vernommen, als er von dem König, dem Sohn des Parikṣit, mit Wunschgaben umworben wurde.“

indrahastāc cyuto nāgaḥ kha eva yad atiṣṭhata tataś cintāparo rājā babhūva janamejayaḥ

„Die aus Indras Hand entglittene Schlange blieb einfach in der Luft stehen. Da wurde König Janamejaya voller Sorge.“

Wort für Wort
indrahastāc cyuto nāgaḥ kha eva yad atiṣṭhata tataś cintāparo rājā babhūva janamejayaḥ
„Die aus Indras Hand entglittene Schlange blieb einfach in der Luft stehen. Da wurde König Janamejaya voller Sorge.“

hūyamāne bhṛśaṃ dīpte vidhivat pāvake tadā na sma sa prāpatad vahnau takṣako bhayapīḍitaḥ

„Während das Feuer heftig loderte und vorschriftsgemäß geopfert wurde, fiel Takṣaka damals, von Furcht gepeinigt, nicht in das Feuer.“

Wort für Wort
hūyamāne bhṛśaṃ dīpte vidhivat pāvake tadā na sma sa prāpatad vahnau takṣako bhayapīḍitaḥ
„Während das Feuer heftig loderte und vorschriftsgemäß geopfert wurde, fiel Takṣaka damals, von Furcht gepeinigt, nicht in das Feuer.“

śaunaka uvāca kiṃ sūta teṣāṃ viprāṇāṃ mantragrāmo manīṣiṇām na pratyabhāt tadāgnau yan na papāta sa takṣakaḥ

Śaunaka sprach: „Sūta, wieso wirkte damals die Menge der Mantras jener weisen Brahmanen nicht, sodass dieser Takṣaka nicht ins Feuer fiel?“

Wort für Wort
śaunaka uvāca kiṃ sūta teṣāṃ viprāṇāṃ mantragrāmo manīṣiṇām na pratyabhāt tadāgnau yan na papāta sa takṣakaḥ
Śaunaka sprach: „Sūta, wieso wirkte damals die Menge der Mantras jener weisen Brahmanen nicht, sodass dieser Takṣaka nicht ins Feuer fiel?“

sūta uvāca tam indrahastād visrastaṃ visaṃjñaṃ pannagottamam āstīkas tiṣṭha tiṣṭheti vācas tisro 'bhyudairayat

Sūta sprach: „Dem aus Indras Hand entglittenen, besinnungslosen besten der Schlangen rief Āstīka dreimal die Worte ‚Bleib stehen, bleib stehen!‘ zu.“

Wort für Wort
sūta uvāca tam indrahastād visrastaṃ visaṃjñaṃ pannagottamam āstīkas tiṣṭha tiṣṭheti vācas tisro 'bhyudairayat
Sūta sprach: „Dem aus Indras Hand entglittenen, besinnungslosen besten der Schlangen rief Āstīka dreimal die Worte ‚Bleib stehen, bleib stehen!‘ zu.“

vitasthe so 'ntarikṣe 'tha hṛdayena vidūyatā yathā tiṣṭheta vai kaś cid gocakrasyāntarā naraḥ

„Da blieb er in der Luft stehen, das Herz [vor Angst] bebend, wie irgendein Mensch, der mitten im Kreis einer Rinderherde [?] stehen bliebe.“

Wort für Wort
vitasthe so 'ntarikṣe 'tha hṛdayena vidūyatā yathā tiṣṭheta vai kaś cid gocakrasyāntarā naraḥ
„Da blieb er in der Luft stehen, das Herz [vor Angst] bebend, wie irgendein Mensch, der mitten im Kreis einer Rinderherde [?] stehen bliebe.“

[Anm.: „gocakrasyāntarā“ (‚mitten im Rinder-/Kuh-Rad‘) ist ein unklares Bild – vielleicht ein Mann, der sich zwischen anstürmenden Rindern in tödlicher Gefahr regungslos hält; die genaue Vorstellung bleibt unsicher.]

tato rājābravīd vākyaṃ sadasyaiś codito bhṛśam kāmam etad bhavatv evaṃ yathāstīkasya bhāṣitam

„Da sprach der König, von den Sadasyas heftig gedrängt, die Worte: ‚Nach Belieben geschehe es so, wie Āstīka gesprochen hat.‘“

Wort für Wort
tato rājābravīd vākyaṃ sadasyaiś codito bhṛśam kāmam etad bhavatv evaṃ yathāstīkasya bhāṣitam
„Da sprach der König, von den Sadasyas heftig gedrängt, die Worte: ‚Nach Belieben geschehe es so, wie Āstīka gesprochen hat.‘“

samāpyatām idaṃ karma pannagāḥ santv anāmayāḥ prīyatām ayam āstīkaḥ satyaṃ sūtavaco 'stu tat

„‚Dieses Opferwerk sei beendet; die Schlangen mögen unversehrt sein; dieser Āstīka möge zufrieden sein; wahr sei jenes Wort des Sūta.‘“

Wort für Wort
samāpyatām idaṃ karma pannagāḥ santv anāmayāḥ prīyatām ayam āstīkaḥ satyaṃ sūtavaco 'stu tat
„‚Dieses Opferwerk sei beendet; die Schlangen mögen unversehrt sein; dieser Āstīka möge zufrieden sein; wahr sei jenes Wort des Sūta.‘“

tato halahalāśabdaḥ prītijaḥ samavartata āstīkasya vare datte tathaivopararāma ca

„Da erhob sich, aus Freude entstanden, ein lautes Jubelgeschrei, als Āstīka der Wunsch gewährt worden war; ebenso kam [das Opfer] zum Stillstand.“

Wort für Wort
tato halahalāśabdaḥ prītijaḥ samavartata āstīkasya vare datte tathaivopararāma ca
„Da erhob sich, aus Freude entstanden, ein lautes Jubelgeschrei, als Āstīka der Wunsch gewährt worden war; ebenso kam [das Opfer] zum Stillstand.“

sa yajñaḥ pāṇḍaveyasya rājñaḥ pārikṣitasya ha prītimāṃś cābhavad rājā bhārato janamejayaḥ

„Jenes Opfer des Nachkommen der Pāṇḍus, des Königs, des Sohnes des Parikṣit, [war beendet], und König Janamejaya, der Bhārata, war zufrieden.“

Wort für Wort
sa yajñaḥ pāṇḍaveyasya rājñaḥ pārikṣitasya ha prītimāṃś cābhavad rājā bhārato janamejayaḥ
„Jenes Opfer des Nachkommen der Pāṇḍus, des Königs, des Sohnes des Parikṣit, [war beendet], und König Janamejaya, der Bhārata, war zufrieden.“

ṛtvigbhyaḥ sasadasyebhyo ye tatrāsan samāgatāḥ tebhyaś ca pradadau vittaṃ śataśo 'tha sahasraśaḥ

Den Hotṛs samt den Sadasyas, die dort versammelt waren, gab er Reichtum, zu Hunderten und zu Tausenden.

Wort für Wort
ṛtvigbhyaḥ sasadasyebhyo ye tatrāsan samāgatāḥ tebhyaś ca pradadau vittaṃ śataśo 'tha sahasraśaḥ
Den Hotṛs samt den Sadasyas, die dort versammelt waren, gab er Reichtum, zu Hunderten und zu Tausenden.

lohitākṣāya sūtāya tathā sthapataye vibhuḥ yenoktaṃ tatra satrāgre yajñasya vinivartanam

Dem Sūta Lohitākṣa und ebenso dem Baumeister gab der Mächtige [Reichtum] – ihnen, die dort zu Beginn des Opfers dessen Abbruch vorausgesagt hatten,

Wort für Wort
lohitākṣāya sūtāya tathā sthapataye vibhuḥ yenoktaṃ tatra satrāgre yajñasya vinivartanam
Dem Sūta Lohitākṣa und ebenso dem Baumeister gab der Mächtige [Reichtum] – ihnen, die dort zu Beginn des Opfers dessen Abbruch vorausgesagt hatten,

nimittaṃ brāhmaṇa iti tasmai vittaṃ dadau bahu tataś cakārāvabhṛthaṃ vidhidṛṣṭena karmaṇā

‚ein Brahmane ist der Grund‘ [hatten sie gesagt] – dem gab er reichen Besitz. Danach vollzog er das Abschlussbad [Avabhṛtha] nach vorschriftsgemäß verordnetem Ritus.

Wort für Wort
nimittaṃ brāhmaṇa iti tasmai vittaṃ dadau bahu tataś cakārāvabhṛthaṃ vidhidṛṣṭena karmaṇā
‚ein Brahmane ist der Grund‘ [hatten sie gesagt] – dem gab er reichen Besitz. Danach vollzog er das Abschlussbad [Avabhṛtha] nach vorschriftsgemäß verordnetem Ritus.

āstīkaṃ preṣayām āsa gṛhān eva susatkṛtam rājā prītamanāḥ prītaṃ kṛtakṛtyaṃ manīṣiṇam

Āstīka, wohlbeehrt, sandte der König, frohen Sinnes, geradewegs nach Hause – den erfreuten, sein Ziel erreicht habenden, weisen [Āstīka].

Wort für Wort
āstīkaṃ preṣayām āsa gṛhān eva susatkṛtam rājā prītamanāḥ prītaṃ kṛtakṛtyaṃ manīṣiṇam
Āstīka, wohlbeehrt, sandte der König, frohen Sinnes, geradewegs nach Hause – den erfreuten, sein Ziel erreicht habenden, weisen [Āstīka].

punarāgamanaṃ kāryam iti cainaṃ vaco 'bravīt bhaviṣyasi sadasyo me vājimedhe mahākratau

„Du musst wiederkommen“, so sprach er zu ihm das Wort: „Du wirst mein Sadasya sein beim Roßopfer [Vājimedha], dem großen Opferfest.“

Wort für Wort
punarāgamanaṃ kāryam iti cainaṃ vaco 'bravīt bhaviṣyasi sadasyo me vājimedhe mahākratau
„Du musst wiederkommen“, so sprach er zu ihm das Wort: „Du wirst mein Sadasya sein beim Roßopfer [Vājimedha], dem großen Opferfest.“

tathety uktvā pradudrāva sa cāstīko mudā yutaḥ kṛtvā svakāryam atulaṃ toṣayitvā ca pārthivam

„So sei es“, sprach er, und eilte davon, jener Āstīka, von Freude erfüllt, nachdem er sein unvergleichliches Werk vollbracht und den König zufriedengestellt hatte.

Wort für Wort
tathety uktvā pradudrāva sa cāstīko mudā yutaḥ kṛtvā svakāryam atulaṃ toṣayitvā ca pārthivam
„So sei es“, sprach er, und eilte davon, jener Āstīka, von Freude erfüllt, nachdem er sein unvergleichliches Werk vollbracht und den König zufriedengestellt hatte.

sa gatvā paramaprīto mātaraṃ mātulaṃ ca tam abhigamyopasaṃgṛhya yathāvṛttaṃ nyavedayat

Er ging, überaus erfreut, zu seiner Mutter und jenem seinem Onkel [Vāsuki], trat vor sie, umarmte sie und berichtete ihnen, wie es sich zugetragen hatte.

Wort für Wort
sa gatvā paramaprīto mātaraṃ mātulaṃ ca tam abhigamyopasaṃgṛhya yathāvṛttaṃ nyavedayat
Er ging, überaus erfreut, zu seiner Mutter und jenem seinem Onkel [Vāsuki], trat vor sie, umarmte sie und berichtete ihnen, wie es sich zugetragen hatte.

etac chrutvā prīyamāṇāḥ sametā; ye tatrāsan pannagā vītamohāḥ te 'stīke vai prītimanto babhūvur; ūcuś cainaṃ varam iṣṭaṃ vṛṇīṣva

Als sie dies vernahmen, wurden die dort versammelten Schlangen, von Verblendung befreit, hocherfreut; sie wurden Āstīka voll Zuneigung zugetan und sprachen zu ihm: „Erbitte einen erwünschten Gnadenlohn.“

Wort für Wort
etac chrutvā prīyamāṇāḥ sametā; ye tatrāsan pannagā vītamohāḥ te 'stīke vai prītimanto babhūvur; ūcuś cainaṃ varam iṣṭaṃ vṛṇīṣva
Als sie dies vernahmen, wurden die dort versammelten Schlangen, von Verblendung befreit, hocherfreut; sie wurden Āstīka voll Zuneigung zugetan und sprachen zu ihm: „Erbitte einen erwünschten Gnadenlohn.“

bhūyo bhūyaḥ sarvaśas te 'bruvaṃs taṃ; kiṃ te priyaṃ karavāmo 'dya vidvan prītā vayaṃ mokṣitāś caiva sarve; kāmaṃ kiṃ te karavāmo 'dya vatsa

Immer wieder, auf jede Weise, sprachen sie zu ihm: „Was Liebes sollen wir dir heute tun, Kenner? Erfreut sind wir und alle [von der Gefahr] befreit – was auch immer du dir wünschst, sollen wir dir heute tun, mein Kind?“

Wort für Wort
bhūyo bhūyaḥ sarvaśas te 'bruvaṃs taṃ; kiṃ te priyaṃ karavāmo 'dya vidvan prītā vayaṃ mokṣitāś caiva sarve; kāmaṃ kiṃ te karavāmo 'dya vatsa
Immer wieder, auf jede Weise, sprachen sie zu ihm: „Was Liebes sollen wir dir heute tun, Kenner? Erfreut sind wir und alle [von der Gefahr] befreit – was auch immer du dir wünschst, sollen wir dir heute tun, mein Kind?“

āstīka uvāca sāyaṃ prātaḥ suprasannātmarūpā; loke viprā mānavāś cetare 'pi dharmākhyānaṃ ye vadeyur mamedaṃ; teṣāṃ yuṣmadbhyo naiva kiṃ cid bhayaṃ syāt

Āstīka sprach: „Abends und morgens, wohlgesinnten Gemüts, Brahmanen in der Welt und andere Menschen ebenso, die diese meine Erzählung von der Rechtschaffenheit vortragen – ihnen soll von euch überhaupt keine Furcht widerfahren.“

Wort für Wort
āstīka uvāca sāyaṃ prātaḥ suprasannātmarūpā; loke viprā mānavāś cetare 'pi dharmākhyānaṃ ye vadeyur mamedaṃ; teṣāṃ yuṣmadbhyo naiva kiṃ cid bhayaṃ syāt
Āstīka sprach: „Abends und morgens, wohlgesinnten Gemüts, Brahmanen in der Welt und andere Menschen ebenso, die diese meine Erzählung von der Rechtschaffenheit vortragen – ihnen soll von euch überhaupt keine Furcht widerfahren.“

sūta uvāca taiś cāpy ukto bhāgineyaḥ prasannair; etat satyaṃ kāmam evaṃ carantaḥ prītyā yuktā īpsitaṃ sarvaśas te; kartāraḥ sma pravaṇā bhāgineya

Sūta sprach: Und zu ihm, dem Schwestersohn, sprachen sie, die zufriedenen [Schlangen]: „Das sei wahr; so nach Belieben verfahrend, von Liebe erfüllt, werden wir, dir zugeneigt, in jeder Hinsicht das Gewünschte erfüllen, Schwestersohn.“

Wort für Wort
sūta uvāca taiś cāpy ukto bhāgineyaḥ prasannair; etat satyaṃ kāmam evaṃ carantaḥ prītyā yuktā īpsitaṃ sarvaśas te; kartāraḥ sma pravaṇā bhāgineya
Sūta sprach: Und zu ihm, dem Schwestersohn, sprachen sie, die zufriedenen [Schlangen]: „Das sei wahr; so nach Belieben verfahrend, von Liebe erfüllt, werden wir, dir zugeneigt, in jeder Hinsicht das Gewünschte erfüllen, Schwestersohn.“

jaratkāror jaratkārvāṃ samutpanno mahāyaśāḥ āstīkaḥ satyasaṃdho māṃ pannagebhyo 'bhirakṣatu

„Der von Jaratkāru und Jaratkārū geborene, hochberühmte, wahrheitsgetreue Āstīka möge mich vor den Schlangen beschützen.“

Wort für Wort
jaratkāror jaratkārvāṃ samutpanno mahāyaśāḥ āstīkaḥ satyasaṃdho māṃ pannagebhyo 'bhirakṣatu
„Der von Jaratkāru und Jaratkārū geborene, hochberühmte, wahrheitsgetreue Āstīka möge mich vor den Schlangen beschützen.“

[Anm.: Vers 22-23 haben den Charakter einer eingefügten Schutzformel, die derjenige spricht, der die Āstīka-Erzählung rezitiert oder hört – daher der Wechsel zur Ich-Form „möge mich beschützen“.]

asitaṃ cārtimantaṃ ca sunīthaṃ cāpi yaḥ smaret divā vā yadi vā rātrau nāsya sarpabhayaṃ bhavet

„Wer sich des Asita, des Ārtimant und auch des Sunītha erinnert, bei Tag oder bei Nacht – dem widerfahre keine Furcht vor Schlangen.“

Wort für Wort
asitaṃ cārtimantaṃ ca sunīthaṃ cāpi yaḥ smaret divā vā yadi vā rātrau nāsya sarpabhayaṃ bhavet
„Wer sich des Asita, des Ārtimant und auch des Sunītha erinnert, bei Tag oder bei Nacht – dem widerfahre keine Furcht vor Schlangen.“

[Anm.: Ārtimant und Sunītha werden hier erstmals genannt und nicht weiter erläutert; vermutlich mit Āstīka verbundene fromme Gestalten, deren bloße Erinnerung als Schutz vor Schlangen gilt.]

sūta uvāca mokṣayitvā sa bhujagān sarpasatrād dvijottamaḥ jagāma kāle dharmātmā diṣṭāntaṃ putrapautravān

Sūta sprach: Nachdem er die Schlangen aus dem Schlangenopfer befreit hatte, ging jener beste der Zweifachgeborenen, aus Rechtschaffenheit gesonnen, zur rechten Zeit dem Ende seines Lebensloses entgegen, im Besitz von Söhnen und Enkeln.

Wort für Wort
sūta uvāca mokṣayitvā sa bhujagān sarpasatrād dvijottamaḥ jagāma kāle dharmātmā diṣṭāntaṃ putrapautravān
Sūta sprach: Nachdem er die Schlangen aus dem Schlangenopfer befreit hatte, ging jener beste der Zweifachgeborenen, aus Rechtschaffenheit gesonnen, zur rechten Zeit dem Ende seines Lebensloses entgegen, im Besitz von Söhnen und Enkeln.

ity ākhyānaṃ mayāstīkaṃ yathāvat kīrtitaṃ tava yat kīrtayitvā sarpebhyo na bhayaṃ vidyate kva cit

So ist von mir die Erzählung von Āstīka dir vorschriftsgemäß berichtet worden – wer sie rezitiert, dem widerfährt nirgends Furcht vor Schlangen.

Wort für Wort
ity ākhyānaṃ mayāstīkaṃ yathāvat kīrtitaṃ tava yat kīrtayitvā sarpebhyo na bhayaṃ vidyate kva cit
So ist von mir die Erzählung von Āstīka dir vorschriftsgemäß berichtet worden – wer sie rezitiert, dem widerfährt nirgends Furcht vor Schlangen.

śrutvā dharmiṣṭham ākhyānam āstīkaṃ puṇyavardhanam āstīkasya kaver vipra śrīmaccaritam āditaḥ

Nachdem du die rechtschaffene, das Verdienst mehrende Erzählung von Āstīka vernommen hast – die glückverheißende Lebensgeschichte des Sehers Āstīka, von Anfang an, o Brahmane.

Wort für Wort
śrutvā dharmiṣṭham ākhyānam āstīkaṃ puṇyavardhanam āstīkasya kaver vipra śrīmaccaritam āditaḥ
Nachdem du die rechtschaffene, das Verdienst mehrende Erzählung von Āstīka vernommen hast – die glückverheißende Lebensgeschichte des Sehers Āstīka, von Anfang an, o Brahmane.

śaunaka uvāca bhṛguvaṃśāt prabhṛty eva tvayā me kathitaṃ mahat ākhyānam akhilaṃ tāta saute prīto 'smi tena te

Śaunaka sprach: „Vom Geschlecht des Bhṛgu an hast du mir die ganze große Erzählung berichtet, mein Sohn, Sohn des Sūta; darüber bin ich erfreut mit dir.“

Wort für Wort
śaunaka uvāca bhṛguvaṃśāt prabhṛty eva tvayā me kathitaṃ mahat ākhyānam akhilaṃ tāta saute prīto 'smi tena te
Śaunaka sprach: „Vom Geschlecht des Bhṛgu an hast du mir die ganze große Erzählung berichtet, mein Sohn, Sohn des Sūta; darüber bin ich erfreut mit dir.“

prakṣyāmi caiva bhūyas tvāṃ yathāvat sūtanandana yāṃ kathāṃ vyāsasaṃpannāṃ tāṃ ca bhūyaḥ pracakṣva me

„Ich will dich nun weiter befragen, wie es sich gehört, Sohn des Sūta: die von Vyāsa verfasste Erzählung – die trage mir nun vor.“

Wort für Wort
prakṣyāmi caiva bhūyas tvāṃ yathāvat sūtanandana yāṃ kathāṃ vyāsasaṃpannāṃ tāṃ ca bhūyaḥ pracakṣva me
„Ich will dich nun weiter befragen, wie es sich gehört, Sohn des Sūta: die von Vyāsa verfasste Erzählung – die trage mir nun vor.“

tasmin paramaduṣprāpe sarpasatre mahātmanām karmāntareṣu vidhivat sadasyānāṃ mahākave

„Bei jenem überaus schwer zu erlangenden Schlangenopfer der Großmütigen, in den Pausen der Ritualhandlungen, vorschriftsgemäß, den Sadasyas [erzählt] – o großer Seher,“

Wort für Wort
tasmin paramaduṣprāpe sarpasatre mahātmanām karmāntareṣu vidhivat sadasyānāṃ mahākave
„Bei jenem überaus schwer zu erlangenden Schlangenopfer der Großmütigen, in den Pausen der Ritualhandlungen, vorschriftsgemäß, den Sadasyas [erzählt] – o großer Seher,“

yā babhūvuḥ kathāś citrā yeṣv artheṣu yathātatham tvatta icchāmahe śrotuṃ saute tvaṃ vai vicakṣaṇaḥ

„welche vielfältigen wunderbaren Erzählungen es gab, in welchen Zusammenhängen, wie sie sich zutrugen – das möchten wir von dir hören, Sohn des Sūta, du Kundiger.“

Wort für Wort
yā babhūvuḥ kathāś citrā yeṣv artheṣu yathātatham tvatta icchāmahe śrotuṃ saute tvaṃ vai vicakṣaṇaḥ
„welche vielfältigen wunderbaren Erzählungen es gab, in welchen Zusammenhängen, wie sie sich zutrugen – das möchten wir von dir hören, Sohn des Sūta, du Kundiger.“

sūta uvāca karmāntareṣv akathayan dvijā vedāśrayāḥ kathāḥ vyāsas tv akathayan nityam ākhyānaṃ bhārataṃ mahat

Sūta sprach: In den Pausen der Ritualhandlungen erzählten die auf den Veda gegründeten Brahmanen [ihre] Erzählungen; Vyāsa aber erzählte beständig die große Erzählung, das Bhārata.

Wort für Wort
sūta uvāca karmāntareṣv akathayan dvijā vedāśrayāḥ kathāḥ vyāsas tv akathayan nityam ākhyānaṃ bhārataṃ mahat
Sūta sprach: In den Pausen der Ritualhandlungen erzählten die auf den Veda gegründeten Brahmanen [ihre] Erzählungen; Vyāsa aber erzählte beständig die große Erzählung, das Bhārata.

śaunaka uvāca mahābhāratam ākhyānaṃ pāṇḍavānāṃ yaśaskaram janamejayena yat pṛṣṭaḥ kṛṣṇadvaipāyanas tadā

Śaunaka sprach: „Die ruhmvolle Erzählung des Mahābhārata der Pāṇḍavas, die Kṛṣṇa Dvaipāyana damals, von Janamejaya befragt,“

Wort für Wort
śaunaka uvāca mahābhāratam ākhyānaṃ pāṇḍavānāṃ yaśaskaram janamejayena yat pṛṣṭaḥ kṛṣṇadvaipāyanas tadā
Śaunaka sprach: „Die ruhmvolle Erzählung des Mahābhārata der Pāṇḍavas, die Kṛṣṇa Dvaipāyana damals, von Janamejaya befragt,“

śrāvayām āsa vidhivat tadā karmāntareṣu saḥ tām ahaṃ vidhivat puṇyāṃ śrotum icchāmi vai kathām

„vorschriftsgemäß vortrug, damals, in den Pausen der Ritualhandlungen – diese verdienstvolle Erzählung möchte ich vorschriftsgemäß hören.“

Wort für Wort
śrāvayām āsa vidhivat tadā karmāntareṣu saḥ tām ahaṃ vidhivat puṇyāṃ śrotum icchāmi vai kathām
„vorschriftsgemäß vortrug, damals, in den Pausen der Ritualhandlungen – diese verdienstvolle Erzählung möchte ich vorschriftsgemäß hören.“

manaḥsāgarasaṃbhūtāṃ maharṣeḥ puṇyakarmaṇaḥ kathayasva satāṃ śreṣṭha na hi tṛpyāmi sūtaja

„die aus dem Geistesozean des großen Sehers von verdienstvollem Wirken entstanden ist – erzähle sie, bester der Guten; ich werde nicht satt, Sohn des Sūta.“

Wort für Wort
manaḥsāgarasaṃbhūtāṃ maharṣeḥ puṇyakarmaṇaḥ kathayasva satāṃ śreṣṭha na hi tṛpyāmi sūtaja
„die aus dem Geistesozean des großen Sehers von verdienstvollem Wirken entstanden ist – erzähle sie, bester der Guten; ich werde nicht satt, Sohn des Sūta.“

sūta uvāca hanta te kathayiṣyāmi mahad ākhyānam uttamam kṛṣṇadvaipāyanamataṃ mahābhāratam āditaḥ

Sūta sprach: „Wohlan, ich will dir die große, vortreffliche Erzählung berichten – die Lehrmeinung des Kṛṣṇa Dvaipāyana, das Mahābhārata, von Anfang an.“

Wort für Wort
sūta uvāca hanta te kathayiṣyāmi mahad ākhyānam uttamam kṛṣṇadvaipāyanamataṃ mahābhāratam āditaḥ
Sūta sprach: „Wohlan, ich will dir die große, vortreffliche Erzählung berichten – die Lehrmeinung des Kṛṣṇa Dvaipāyana, das Mahābhārata, von Anfang an.“

[Anm.: Mit diesem Vers kündigt Sūta den Beginn der eigentlichen Mahābhārata-Erzählung an – die Āstīka-Rahmenerzählung (Pauṣya- und Āstīka-Parvan) ist damit abgeschlossen, die Haupterzählung setzt im folgenden Adhyāya ein.]

taj juṣasvottamamate kathyamānaṃ mayā dvija śaṃsituṃ tan manoharṣo mamāpīha pravartate

„Erfreue dich daran, du von vortrefflicher Gesinnung, während sie von mir erzählt wird, Zweifachgeborener; auch mir kommt es dabei innerlich zur Freude, sie zu verkünden.“

Wort für Wort
taj juṣasvottamamate kathyamānaṃ mayā dvija śaṃsituṃ tan manoharṣo mamāpīha pravartate
„Erfreue dich daran, du von vortrefflicher Gesinnung, während sie von mir erzählt wird, Zweifachgeborener; auch mir kommt es dabei innerlich zur Freude, sie zu verkünden.“

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