Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 58: Aṃśāvataraṇaparvaṇaḥ Ārambhaḥ (Adhyāya 58, Kritische Ausgabe) Der Beginn der Teilinkarnationen (Aṃśāvataraṇa)

Janamejaya fragt nach dem Sinn der vielen gottgleichen Krieger auf Erden. Vaiśampāyana enthüllt das 'Geheimnis der Götter': Rückblick auf Paraśurāmas 21-fache Vernichtung der Kṣatriyas und deren Wiederbevölkerung durch Brahmanen, das ideale Kṛta-Zeitalter, dann die Geburt besiegter Daityas/Dānavas unter den Königen der Erde, die dadurch überlastete Erde, ihre Klage bei Brahmā, und Brahmās Anweisung an alle Götter, Gandharvas und Apsaras, sich mit einem Teil ihres Wesens (aṃśa) auf Erden zu inkarnieren. Höhepunkt: Indras Bitte an Nārāyaṇa (Viṣṇu/Hari) in Vaikuṇṭha, ebenfalls mit einem Anteil herabzusteigen – Kṛṣṇas Zusage. Damit ist der berühmte Aṃśāvataraṇa-Abschnitt eröffnet, der in den folgenden Adhyāyas die Zuordnung der Hauptfiguren zu ihren göttlichen/dämonischen Ursprüngen entfalten dürfte.

janamejaya uvāca ya ete kīrtitā brahman ye cānye nānukīrtitāḥ samyak tāñ śrotum icchāmi rājñaś cānyān suvarcasaḥ

Janamejaya sprach: „Diese, die genannt wurden, Brahmane, und andere, die nicht ausdrücklich genannt wurden – sie alle möchte ich vollständig hören, und auch andere Könige von hohem Glanz.“

Wort für Wort
janamejaya uvāca ya ete kīrtitā brahman ye cānye nānukīrtitāḥ samyak tāñ śrotum icchāmi rājñaś cānyān suvarcasaḥ
Janamejaya sprach: „Diese, die genannt wurden, Brahmane, und andere, die nicht ausdrücklich genannt wurden – sie alle möchte ich vollständig hören, und auch andere Könige von hohem Glanz.“

yadartham iha saṃbhūtā devakalpā mahārathāḥ bhuvi tan me mahābhāga samyag ākhyātum arhasi

„Weshalb diese gottgleichen Großwagenkrieger hier auf der Erde entstanden sind – das mögest du mir, Hochgesegneter, vollständig verkünden.“

Wort für Wort
yadartham iha saṃbhūtā devakalpā mahārathāḥ bhuvi tan me mahābhāga samyag ākhyātum arhasi
„Weshalb diese gottgleichen Großwagenkrieger hier auf der Erde entstanden sind – das mögest du mir, Hochgesegneter, vollständig verkünden.“

vaiśaṃpāyana uvāca rahasyaṃ khalv idaṃ rājan devānām iti naḥ śrutam tat tu te kathayiṣyāmi namaskṛtvā svayaṃbhuve

Vaiśampāyana sprach: „Dies ist wahrlich ein Geheimnis der Götter, König, so haben wir gehört; das will ich dir berichten, nachdem ich dem Selbstentstandenen [Brahmā] Verehrung erwiesen habe.“

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca rahasyaṃ khalv idaṃ rājan devānām iti naḥ śrutam tat tu te kathayiṣyāmi namaskṛtvā svayaṃbhuve
Vaiśampāyana sprach: „Dies ist wahrlich ein Geheimnis der Götter, König, so haben wir gehört; das will ich dir berichten, nachdem ich dem Selbstentstandenen [Brahmā] Verehrung erwiesen habe.“

triḥsaptakṛtvaḥ pṛthivīṃ kṛtvā niḥkṣatriyāṃ purā jāmadagnyas tapas tepe mahendre parvatottame

Nachdem er einst die Erde einundzwanzigmal [„dreimal siebenmal“] von Kṣatriyas entleert hatte, übte der Sohn des Jamadagni [Paraśurāma] Askese auf dem Mahendra, dem vorzüglichsten der Berge.

Wort für Wort
triḥsaptakṛtvaḥ pṛthivīṃ kṛtvā niḥkṣatriyāṃ purā jāmadagnyas tapas tepe mahendre parvatottame
Nachdem er einst die Erde einundzwanzigmal [„dreimal siebenmal“] von Kṣatriyas entleert hatte, übte der Sohn des Jamadagni [Paraśurāma] Askese auf dem Mahendra, dem vorzüglichsten der Berge.

tadā niḥkṣatriye loke bhārgaveṇa kṛte sati brāhmaṇān kṣatriyā rājan garbhārthinyo 'bhicakramuḥ

Als damals, nachdem dies durch den Bhārgava [Paraśurāma] geschehen war, die Welt ohne Kṣatriyas war, König, näherten sich die Kṣatriya-Frauen den Brahmanen, nach Nachkommenschaft verlangend.

Wort für Wort
tadā niḥkṣatriye loke bhārgaveṇa kṛte sati brāhmaṇān kṣatriyā rājan garbhārthinyo 'bhicakramuḥ
Als damals, nachdem dies durch den Bhārgava [Paraśurāma] geschehen war, die Welt ohne Kṣatriyas war, König, näherten sich die Kṣatriya-Frauen den Brahmanen, nach Nachkommenschaft verlangend.

tābhiḥ saha samāpetur brāhmaṇāḥ saṃśitavratāḥ ṛtāv ṛtau naravyāghra na kāmān nānṛtau tathā

Mit ihnen vereinigten sich die Brahmanen von strengen Gelübden, Tiger unter den Männern, jeweils nur zur fruchtbaren Zeit, nicht aus Verlangen, und auch nicht außerhalb der fruchtbaren Zeit.

Wort für Wort
tābhiḥ saha samāpetur brāhmaṇāḥ saṃśitavratāḥ ṛtāv ṛtau naravyāghra na kāmān nānṛtau tathā
Mit ihnen vereinigten sich die Brahmanen von strengen Gelübden, Tiger unter den Männern, jeweils nur zur fruchtbaren Zeit, nicht aus Verlangen, und auch nicht außerhalb der fruchtbaren Zeit.

tebhyas tu lebhire garbhān kṣatriyās tāḥ sahasraśaḥ tataḥ suṣuvire rājan kṣatriyān vīryasaṃmatān kumārāṃś ca kumārīś ca punaḥ kṣatrābhivṛddhaye

Von ihnen empfingen jene Kṣatriya-Frauen zu Tausenden Nachkommenschaft; da gebaren sie, König, Kṣatriyas von anerkannter Tapferkeit, Knaben und Mädchen, zur Mehrung des Kriegerstandes.

Wort für Wort
tebhyas tu lebhire garbhān kṣatriyās tāḥ sahasraśaḥ tataḥ suṣuvire rājan kṣatriyān vīryasaṃmatān kumārāṃś ca kumārīś ca punaḥ kṣatrābhivṛddhaye
Von ihnen empfingen jene Kṣatriya-Frauen zu Tausenden Nachkommenschaft; da gebaren sie, König, Kṣatriyas von anerkannter Tapferkeit, Knaben und Mädchen, zur Mehrung des Kriegerstandes.

evaṃ tad brāhmaṇaiḥ kṣatraṃ kṣatriyāsu tapasvibhiḥ jātam ṛdhyata dharmeṇa sudīrgheṇāyuṣānvitam catvāro 'pi tadā varṇā babhūvur brāhmaṇottarāḥ

So entstand jenes Kṣatra durch die asketischen Brahmanen bei den Kṣatriya-Frauen, durch Dharma gedeihend, mit sehr langer Lebensdauer versehen; alle vier Stände zugleich waren damals brahmanisch vorrangig geprägt.

Wort für Wort
evaṃ tad brāhmaṇaiḥ kṣatraṃ kṣatriyāsu tapasvibhiḥ jātam ṛdhyata dharmeṇa sudīrgheṇāyuṣānvitam catvāro 'pi tadā varṇā babhūvur brāhmaṇottarāḥ
So entstand jenes Kṣatra durch die asketischen Brahmanen bei den Kṣatriya-Frauen, durch Dharma gedeihend, mit sehr langer Lebensdauer versehen; alle vier Stände zugleich waren damals brahmanisch vorrangig geprägt.

abhyagacchann ṛtau nārīṃ na kāmān nānṛtau tathā tathaivānyāni bhūtāni tiryagyonigatāny api ṛtau dārāṃś ca gacchanti tadā sma bharatarṣabha

Sie näherten sich den Frauen nur zur fruchtbaren Zeit, nicht aus Verlangen, und auch nicht außerhalb der fruchtbaren Zeit; ebenso näherten sich damals auch die anderen Wesen, selbst die in Tiergestalt lebenden, ihren Weibchen nur zur fruchtbaren Zeit, Stier der Bhāratas.

Wort für Wort
abhyagacchann ṛtau nārīṃ na kāmān nānṛtau tathā tathaivānyāni bhūtāni tiryagyonigatāny api ṛtau dārāṃś ca gacchanti tadā sma bharatarṣabha
Sie näherten sich den Frauen nur zur fruchtbaren Zeit, nicht aus Verlangen, und auch nicht außerhalb der fruchtbaren Zeit; ebenso näherten sich damals auch die anderen Wesen, selbst die in Tiergestalt lebenden, ihren Weibchen nur zur fruchtbaren Zeit, Stier der Bhāratas.

tato 'vardhanta dharmeṇa sahasraśatajīvinaḥ tāḥ prajāḥ pṛthivīpāla dharmavrataparāyaṇāḥ ādhibhir vyādhibhiś caiva vimuktāḥ sarvaśo narāḥ

Da wuchsen, durch Dharma, jene Geschöpfe heran, mit hunderttausendfacher Lebensdauer, Herr der Erde, dem Dharma-Gelübde ergeben; die Menschen waren allesamt von seelischen und körperlichen Leiden befreit.

Wort für Wort
tato 'vardhanta dharmeṇa sahasraśatajīvinaḥ tāḥ prajāḥ pṛthivīpāla dharmavrataparāyaṇāḥ ādhibhir vyādhibhiś caiva vimuktāḥ sarvaśo narāḥ
Da wuchsen, durch Dharma, jene Geschöpfe heran, mit hunderttausendfacher Lebensdauer, Herr der Erde, dem Dharma-Gelübde ergeben; die Menschen waren allesamt von seelischen und körperlichen Leiden befreit.

athemāṃ sāgarāpāṅgāṃ gāṃ gajendragatākhilām adhyatiṣṭhat punaḥ kṣatraṃ saśailavanakānanām

Da stand über dieser vom Ozean umsäumten Erde, ganz erfüllt mit Elefantenfürsten, mit Bergen, Wäldern und Dickichten, wiederum das Kṣatra.

Wort für Wort
athemāṃ sāgarāpāṅgāṃ gāṃ gajendragatākhilām adhyatiṣṭhat punaḥ kṣatraṃ saśailavanakānanām
Da stand über dieser vom Ozean umsäumten Erde, ganz erfüllt mit Elefantenfürsten, mit Bergen, Wäldern und Dickichten, wiederum das Kṣatra.

praśāsati punaḥ kṣatre dharmeṇemāṃ vasuṃdharām brāhmaṇādyās tadā varṇā lebhire mudam uttamām

Während das Kṣatra wiederum diese Erde mit Dharma beherrschte, erlangten die Stände, angeführt von den Brahmanen, damals höchste Freude.

Wort für Wort
praśāsati punaḥ kṣatre dharmeṇemāṃ vasuṃdharām brāhmaṇādyās tadā varṇā lebhire mudam uttamām
Während das Kṣatra wiederum diese Erde mit Dharma beherrschte, erlangten die Stände, angeführt von den Brahmanen, damals höchste Freude.

kāmakrodhodbhavān doṣān nirasya ca narādhipāḥ daṇḍaṃ daṇḍyeṣu dharmeṇa praṇayanto 'nvapālayan

Die aus Begierde und Zorn entspringenden Fehler vertreibend, beschützten die Herrscher der Erde ihr Volk, indem sie Strafe gegen Strafwürdige mit Dharma verhängten.

Wort für Wort
kāmakrodhodbhavān doṣān nirasya ca narādhipāḥ daṇḍaṃ daṇḍyeṣu dharmeṇa praṇayanto 'nvapālayan
Die aus Begierde und Zorn entspringenden Fehler vertreibend, beschützten die Herrscher der Erde ihr Volk, indem sie Strafe gegen Strafwürdige mit Dharma verhängten.

tathā dharmapare kṣatre sahasrākṣaḥ śatakratuḥ svādu deśe ca kāle ca vavarṣāpyāyayan prajāḥ

Da, während das Kṣatra dem Dharma zugetan war, ließ der Tausendäugige, der Hundert-Opfer-Vollbringer [Indra], an geeigneten Orten und zur geeigneten Zeit Regen fallen, die Geschöpfe sättigend.

Wort für Wort
tathā dharmapare kṣatre sahasrākṣaḥ śatakratuḥ svādu deśe ca kāle ca vavarṣāpyāyayan prajāḥ
Da, während das Kṣatra dem Dharma zugetan war, ließ der Tausendäugige, der Hundert-Opfer-Vollbringer [Indra], an geeigneten Orten und zur geeigneten Zeit Regen fallen, die Geschöpfe sättigend.

na bāla eva mriyate tadā kaś cin narādhipa na ca striyaṃ prajānāti kaś cid aprāptayauvanaḥ

Kein Kind starb damals, Herr der Erde, und keiner, der die Jugendreife nicht erreicht hatte, erkannte eine Frau.

Wort für Wort
na bāla eva mriyate tadā kaś cin narādhipa na ca striyaṃ prajānāti kaś cid aprāptayauvanaḥ
Kein Kind starb damals, Herr der Erde, und keiner, der die Jugendreife nicht erreicht hatte, erkannte eine Frau.

evam āyuṣmatībhis tu prajābhir bharatarṣabha iyaṃ sāgaraparyantā samāpūryata medinī

So wurde, durch die langlebigen Geschöpfe, Stier der Bhāratas, diese bis zum Ozean reichende Erde erfüllt.

Wort für Wort
evam āyuṣmatībhis tu prajābhir bharatarṣabha iyaṃ sāgaraparyantā samāpūryata medinī
So wurde, durch die langlebigen Geschöpfe, Stier der Bhāratas, diese bis zum Ozean reichende Erde erfüllt.

ījire ca mahāyajñaiḥ kṣatriyā bahudakṣiṇaiḥ sāṅgopaniṣadān vedān viprāś cādhīyate tadā

Die Kṣatriyas opferten mit großen Opfern, reich an Priestergaben; die Brahmanen aber studierten damals die Veden samt ihren Zweigwissenschaften und Upaniṣaden.

Wort für Wort
ījire ca mahāyajñaiḥ kṣatriyā bahudakṣiṇaiḥ sāṅgopaniṣadān vedān viprāś cādhīyate tadā
Die Kṣatriyas opferten mit großen Opfern, reich an Priestergaben; die Brahmanen aber studierten damals die Veden samt ihren Zweigwissenschaften und Upaniṣaden.

na ca vikrīṇate brahma brāhmaṇāḥ sma tadā nṛpa na ca śūdrasamābhyāśe vedān uccārayanty uta

Und die Brahmanen verkauften damals nicht das heilige Wissen, König, und sie rezitierten die Veden auch nicht in der Nähe von Śūdra-Gleichgestellten.

Wort für Wort
na ca vikrīṇate brahma brāhmaṇāḥ sma tadā nṛpa na ca śūdrasamābhyāśe vedān uccārayanty uta
Und die Brahmanen verkauften damals nicht das heilige Wissen, König, und sie rezitierten die Veden auch nicht in der Nähe von Śūdra-Gleichgestellten.

kārayantaḥ kṛṣiṃ gobhis tathā vaiśyāḥ kṣitāv iha na gām ayuñjanta dhuri kṛśāṅgāś cāpy ajīvayan

Die Vaiśyas aber betrieben hier auf Erden Ackerbau mit Rindern; sie spannten keine abgemagerte Kuh vor das Joch, noch ließen sie sie [durch Überlastung] auszehren.

Wort für Wort
kārayantaḥ kṛṣiṃ gobhis tathā vaiśyāḥ kṣitāv iha na gām ayuñjanta dhuri kṛśāṅgāś cāpy ajīvayan
Die Vaiśyas aber betrieben hier auf Erden Ackerbau mit Rindern; sie spannten keine abgemagerte Kuh vor das Joch, noch ließen sie sie [durch Überlastung] auszehren.

phenapāṃś ca tathā vatsān na duhanti sma mānavāḥ na kūṭamānair vaṇijaḥ paṇyaṃ vikrīṇate tadā

Und die Menschen molken keine noch säugenden Kälber; und die Kaufleute verkauften damals ihre Ware nicht mit betrügerischen Maßen.

Wort für Wort
phenapāṃś ca tathā vatsān na duhanti sma mānavāḥ na kūṭamānair vaṇijaḥ paṇyaṃ vikrīṇate tadā
Und die Menschen molken keine noch säugenden Kälber; und die Kaufleute verkauften damals ihre Ware nicht mit betrügerischen Maßen.

karmāṇi ca naravyāghra dharmopetāni mānavāḥ dharmam evānupaśyantaś cakrur dharmaparāyaṇāḥ

Und die Werke der Menschen, Tiger unter den Männern, waren dem Dharma gemäß; stets nach dem Dharma Ausschau haltend, handelten sie, dem Dharma ergeben.

Wort für Wort
karmāṇi ca naravyāghra dharmopetāni mānavāḥ dharmam evānupaśyantaś cakrur dharmaparāyaṇāḥ
Und die Werke der Menschen, Tiger unter den Männern, waren dem Dharma gemäß; stets nach dem Dharma Ausschau haltend, handelten sie, dem Dharma ergeben.

svakarmaniratāś cāsan sarve varṇā narādhipa evaṃ tadā naravyāghra dharmo na hrasate kva cit

Alle Stände waren ihrem eigenen Wirken zugetan, Herrscher der Menschen; so schwand damals, Tiger unter den Männern, der Dharma nirgends.

Wort für Wort
svakarmaniratāś cāsan sarve varṇā narādhipa evaṃ tadā naravyāghra dharmo na hrasate kva cit
Alle Stände waren ihrem eigenen Wirken zugetan, Herrscher der Menschen; so schwand damals, Tiger unter den Männern, der Dharma nirgends.

kāle gāvaḥ prasūyante nāryaś ca bharatarṣabha phalanty ṛtuṣu vṛkṣāś ca puṣpāṇi ca phalāni ca

Zur rechten Zeit warfen die Kühe, und die Frauen [gebaren], Stier der Bhāratas; zur rechten Jahreszeit trugen die Bäume Blüten und Früchte.

Wort für Wort
kāle gāvaḥ prasūyante nāryaś ca bharatarṣabha phalanty ṛtuṣu vṛkṣāś ca puṣpāṇi ca phalāni ca
Zur rechten Zeit warfen die Kühe, und die Frauen [gebaren], Stier der Bhāratas; zur rechten Jahreszeit trugen die Bäume Blüten und Früchte.

evaṃ kṛtayuge samyag vartamāne tadā nṛpa āpūryata mahī kṛtsnā prāṇibhir bahubhir bhṛśam

So, während das Kṛta-Zeitalter in vollkommener Weise bestand, König, wurde die ganze Erde mit zahlreichen Lebewesen überaus reichlich erfüllt.

Wort für Wort
evaṃ kṛtayuge samyag vartamāne tadā nṛpa āpūryata mahī kṛtsnā prāṇibhir bahubhir bhṛśam
So, während das Kṛta-Zeitalter in vollkommener Weise bestand, König, wurde die ganze Erde mit zahlreichen Lebewesen überaus reichlich erfüllt.

tataḥ samudite loke mānuṣe bharatarṣabha asurā jajñire kṣetre rājñāṃ manujapuṃgava

Als dann die menschliche Welt so angewachsen war, Stier der Bhāratas, entstanden Asuras im Schoß der Könige, Bester unter den Menschen.

Wort für Wort
tataḥ samudite loke mānuṣe bharatarṣabha asurā jajñire kṣetre rājñāṃ manujapuṃgava
Als dann die menschliche Welt so angewachsen war, Stier der Bhāratas, entstanden Asuras im Schoß der Könige, Bester unter den Menschen.

ādityair hi tadā daityā bahuśo nirjitā yudhi aiśvaryād bhraṃśitāś cāpi saṃbabhūvuḥ kṣitāv iha

Denn von den Ādityas waren die Daityas damals vielfach im Kampf besiegt und ihrer Herrschaft beraubt worden auf dieser Erde.

Wort für Wort
ādityair hi tadā daityā bahuśo nirjitā yudhi aiśvaryād bhraṃśitāś cāpi saṃbabhūvuḥ kṣitāv iha
Denn von den Ādityas waren die Daityas damals vielfach im Kampf besiegt und ihrer Herrschaft beraubt worden auf dieser Erde.

iha devatvam icchanto mānuṣeṣu manasvinaḥ jajñire bhuvi bhūteṣu teṣu teṣv asurā vibho

Hier, unter den Menschen, nach Göttlichkeit strebend, wurden sie, die Sinnenden, in verschiedenen Wesen wiedergeboren, jene Asuras, Herr, überall auf Erden geboren.

Wort für Wort
iha devatvam icchanto mānuṣeṣu manasvinaḥ jajñire bhuvi bhūteṣu teṣu teṣv asurā vibho
Hier, unter den Menschen, nach Göttlichkeit strebend, wurden sie, die Sinnenden, in verschiedenen Wesen wiedergeboren, jene Asuras, Herr, überall auf Erden geboren.

goṣv aśveṣu ca rājendra kharoṣṭramahiṣeṣu ca kravyādeṣu ca bhūteṣu gajeṣu ca mṛgeṣu ca

Unter Rindern, Pferden, und Eseln, Kamelen, Büffeln, unter fleischfressenden Wesen, unter Elefanten und wilden Tieren, Herrscher der Könige,

Wort für Wort
goṣv aśveṣu ca rājendra kharoṣṭramahiṣeṣu ca kravyādeṣu ca bhūteṣu gajeṣu ca mṛgeṣu ca
Unter Rindern, Pferden, und Eseln, Kamelen, Büffeln, unter fleischfressenden Wesen, unter Elefanten und wilden Tieren, Herrscher der Könige,

jātair iha mahīpāla jāyamānaiś ca tair mahī na śaśākātmanātmānam iyaṃ dhārayituṃ dharā

durch die dort geborenen und noch geborenen Wesen, Herr der Erde, vermochte diese Erde nicht mehr, sich selbst durch sich selbst zu tragen.

Wort für Wort
jātair iha mahīpāla jāyamānaiś ca tair mahī na śaśākātmanātmānam iyaṃ dhārayituṃ dharā
durch die dort geborenen und noch geborenen Wesen, Herr der Erde, vermochte diese Erde nicht mehr, sich selbst durch sich selbst zu tragen.

atha jātā mahīpālāḥ ke cid balasamanvitāḥ diteḥ putrā danoś caiva tasmāl lokād iha cyutāḥ

Da wurden manche der geborenen Herrscher der Erde von Kraft ausgestattet, Söhne der Diti und des Danu, von jener Götterwelt hierher gestürzt.

Wort für Wort
atha jātā mahīpālāḥ ke cid balasamanvitāḥ diteḥ putrā danoś caiva tasmāl lokād iha cyutāḥ
Da wurden manche der geborenen Herrscher der Erde von Kraft ausgestattet, Söhne der Diti und des Danu, von jener Götterwelt hierher gestürzt.

vīryavanto 'valiptās te nānārūpadharā mahīm imāṃ sāgaraparyantāṃ parīyur arimardanāḥ

Kraftvoll, überheblich, mannigfache Gestalten annehmend, durchzogen sie, die Feindezermalmer, diese bis zum Ozean reichende Erde.

Wort für Wort
vīryavanto 'valiptās te nānārūpadharā mahīm imāṃ sāgaraparyantāṃ parīyur arimardanāḥ
Kraftvoll, überheblich, mannigfache Gestalten annehmend, durchzogen sie, die Feindezermalmer, diese bis zum Ozean reichende Erde.

brāhmaṇān kṣatriyān vaiśyāñ śūdrāṃś caivāpy apīḍayan anyāni caiva bhūtāni pīḍayām āsur ojasā

Sie bedrängten Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas und auch Śūdras; und auch andere Wesen bedrängten sie mit Gewalt.

Wort für Wort
brāhmaṇān kṣatriyān vaiśyāñ śūdrāṃś caivāpy apīḍayan anyāni caiva bhūtāni pīḍayām āsur ojasā
Sie bedrängten Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas und auch Śūdras; und auch andere Wesen bedrängten sie mit Gewalt.

trāsayanto vinighnantas tāṃs tān bhūtagaṇāṃś ca te viceruḥ sarvato rājan mahīṃ śatasahasraśaḥ

Erschreckend und niedermetzelnd jene und jene Wesenscharen, durchstreiften sie, König, überallhin die Erde, zu Hunderttausenden.

Wort für Wort
trāsayanto vinighnantas tāṃs tān bhūtagaṇāṃś ca te viceruḥ sarvato rājan mahīṃ śatasahasraśaḥ
Erschreckend und niedermetzelnd jene und jene Wesenscharen, durchstreiften sie, König, überallhin die Erde, zu Hunderttausenden.

āśramasthān maharṣīṃś ca dharṣayantas tatas tataḥ abrahmaṇyā vīryamadā mattā madabalena ca

In Einsiedeleien weilende große Ṛṣis hier und dort schändend, brahmanenfeindlich, von Tapferkeitsrausch trunken, berauscht von der Kraft ihres Rausches,

Wort für Wort
āśramasthān maharṣīṃś ca dharṣayantas tatas tataḥ abrahmaṇyā vīryamadā mattā madabalena ca
In Einsiedeleien weilende große Ṛṣis hier und dort schändend, brahmanenfeindlich, von Tapferkeitsrausch trunken, berauscht von der Kraft ihres Rausches,

evaṃ vīryabalotsiktair bhūr iyaṃ tair mahāsuraiḥ pīḍyamānā mahīpāla brahmāṇam upacakrame

so, von diesen von Kraft und Stärke überheblichen großen Asuras bedrängt, wandte sich diese Erde, Herr der Erde, an Brahmā.

Wort für Wort
evaṃ vīryabalotsiktair bhūr iyaṃ tair mahāsuraiḥ pīḍyamānā mahīpāla brahmāṇam upacakrame
so, von diesen von Kraft und Stärke überheblichen großen Asuras bedrängt, wandte sich diese Erde, Herr der Erde, an Brahmā.

na hīmāṃ pavano rājan na nāgā na nagā mahīm tadā dhārayituṃ śekur ākrāntāṃ dānavair balāt

Denn weder der Wind, König, noch die Nāgas, noch die Berge vermochten diese Erde, von den Dānavas gewaltsam überrannt, [länger] zu tragen.

Wort für Wort
na hīmāṃ pavano rājan na nāgā na nagā mahīm tadā dhārayituṃ śekur ākrāntāṃ dānavair balāt
Denn weder der Wind, König, noch die Nāgas, noch die Berge vermochten diese Erde, von den Dānavas gewaltsam überrannt, [länger] zu tragen.

tato mahī mahīpāla bhārārtā bhayapīḍitā jagāma śaraṇaṃ devaṃ sarvabhūtapitāmaham

Da ging die Erde, Herr der Erde, von der Last gequält, von Furcht bedrängt, zum Gott, dem Großvater aller Wesen, um Zuflucht.

Wort für Wort
tato mahī mahīpāla bhārārtā bhayapīḍitā jagāma śaraṇaṃ devaṃ sarvabhūtapitāmaham
Da ging die Erde, Herr der Erde, von der Last gequält, von Furcht bedrängt, zum Gott, dem Großvater aller Wesen, um Zuflucht.

sā saṃvṛtaṃ mahābhāgair devadvijamaharṣibhiḥ dadarśa devaṃ brahmāṇaṃ lokakartāram avyayam

Sie erblickte, von den Hochgesegneten, den Göttern, Zweifachgeborenen und großen Ṛṣis umgeben, den Gott Brahmā, den Schöpfer der Welten, den Unvergänglichen.

Wort für Wort
sā saṃvṛtaṃ mahābhāgair devadvijamaharṣibhiḥ dadarśa devaṃ brahmāṇaṃ lokakartāram avyayam
Sie erblickte, von den Hochgesegneten, den Göttern, Zweifachgeborenen und großen Ṛṣis umgeben, den Gott Brahmā, den Schöpfer der Welten, den Unvergänglichen.

gandharvair apsarobhiś ca bandikarmasu niṣṭhitaiḥ vandyamānaṃ mudopetair vavande cainam etya sā

Von Gandharvas und Apsaras, die im Preisgesang geübt waren, mit Freude gepriesen, verehrte auch sie ihn, nachdem sie herangetreten war.

Wort für Wort
gandharvair apsarobhiś ca bandikarmasu niṣṭhitaiḥ vandyamānaṃ mudopetair vavande cainam etya sā
Von Gandharvas und Apsaras, die im Preisgesang geübt waren, mit Freude gepriesen, verehrte auch sie ihn, nachdem sie herangetreten war.

atha vijñāpayām āsa bhūmis taṃ śaraṇārthinī saṃnidhau lokapālānāṃ sarveṣām eva bhārata

Da tat die Erde, um Zuflucht bittend, in Gegenwart aller Weltenhüter, ihr Anliegen kund, Bhārata.

Wort für Wort
atha vijñāpayām āsa bhūmis taṃ śaraṇārthinī saṃnidhau lokapālānāṃ sarveṣām eva bhārata
Da tat die Erde, um Zuflucht bittend, in Gegenwart aller Weltenhüter, ihr Anliegen kund, Bhārata.

tat pradhānātmanas tasya bhūmeḥ kṛtyaṃ svayaṃbhuvaḥ pūrvam evābhavad rājan viditaṃ parameṣṭhinaḥ

Doch das Anliegen der Erde war dem selbstentstandenen höchsten Wesen [Parameṣṭhin], dessen Wesen das Pradhāna [die Urnatur] ist, schon zuvor bekannt gewesen, König.

Wort für Wort
tat pradhānātmanas tasya bhūmeḥ kṛtyaṃ svayaṃbhuvaḥ pūrvam evābhavad rājan viditaṃ parameṣṭhinaḥ
Doch das Anliegen der Erde war dem selbstentstandenen höchsten Wesen [Parameṣṭhin], dessen Wesen das Pradhāna [die Urnatur] ist, schon zuvor bekannt gewesen, König.

sraṣṭā hi jagataḥ kasmān na saṃbudhyeta bhārata surāsurāṇāṃ lokānām aśeṣeṇa manogatam

Denn wie sollte der Schöpfer der Welt nicht das im Geiste der Götter, Asuras und Welten Befindliche vollständig erkennen, Bhārata?

Wort für Wort
sraṣṭā hi jagataḥ kasmān na saṃbudhyeta bhārata surāsurāṇāṃ lokānām aśeṣeṇa manogatam
Denn wie sollte der Schöpfer der Welt nicht das im Geiste der Götter, Asuras und Welten Befindliche vollständig erkennen, Bhārata?

tam uvāca mahārāja bhūmiṃ bhūmipatir vibhuḥ prabhavaḥ sarvabhūtānām īśaḥ śaṃbhuḥ prajāpatiḥ

Zu ihr, der Erde, sprach der Großkönig, der Herr der Erde, der Mächtige, der Ursprung aller Wesen, der Gebieter, Śambhu, der Herr der Geschöpfe [Brahmā]:

Wort für Wort
tam uvāca mahārāja bhūmiṃ bhūmipatir vibhuḥ prabhavaḥ sarvabhūtānām īśaḥ śaṃbhuḥ prajāpatiḥ
Zu ihr, der Erde, sprach der Großkönig, der Herr der Erde, der Mächtige, der Ursprung aller Wesen, der Gebieter, Śambhu, der Herr der Geschöpfe [Brahmā]:

yadartham asi saṃprāptā matsakāśaṃ vasuṃdhare tadarthaṃ saṃniyokṣyāmi sarvān eva divaukasaḥ

„Weswegen du zu mir gekommen bist, Erdenträgerin – deswegen werde ich alle Himmelsbewohner dazu beauftragen.“

Wort für Wort
yadartham asi saṃprāptā matsakāśaṃ vasuṃdhare tadarthaṃ saṃniyokṣyāmi sarvān eva divaukasaḥ
„Weswegen du zu mir gekommen bist, Erdenträgerin – deswegen werde ich alle Himmelsbewohner dazu beauftragen.“

ity uktvā sa mahīṃ devo brahmā rājan visṛjya ca ādideśa tadā sarvān vibudhān bhūtakṛt svayam

Nachdem er dies gesagt hatte, entließ der Gott Brahmā, König, die Erde, und wies dann selbst, der Schöpfer aller Wesen, alle Götter an:

Wort für Wort
ity uktvā sa mahīṃ devo brahmā rājan visṛjya ca ādideśa tadā sarvān vibudhān bhūtakṛt svayam
Nachdem er dies gesagt hatte, entließ der Gott Brahmā, König, die Erde, und wies dann selbst, der Schöpfer aller Wesen, alle Götter an:

asyā bhūmer nirasituṃ bhāraṃ bhāgaiḥ pṛthak pṛthak asyām eva prasūyadhvaṃ virodhāyeti cābravīt

„Um dieser Erde Last zu beseitigen, entsendet je einzeln Anteile eures Wesens; entsteht in ihr selbst, zur Bekämpfung [der Bedränger]“, so sprach er.

Wort für Wort
asyā bhūmer nirasituṃ bhāraṃ bhāgaiḥ pṛthak pṛthak asyām eva prasūyadhvaṃ virodhāyeti cābravīt
„Um dieser Erde Last zu beseitigen, entsendet je einzeln Anteile eures Wesens; entsteht in ihr selbst, zur Bekämpfung [der Bedränger]“, so sprach er.

tathaiva ca samānīya gandharvāpsarasāṃ gaṇān uvāca bhagavān sarvān idaṃ vacanam uttamam svair aṃśaiḥ saṃprasūyadhvaṃ yatheṣṭaṃ mānuṣeṣv iti

Ebenso versammelte der Erhabene die Scharen der Gandharvas und Apsaras und sprach zu ihnen allen diese vortrefflichen Worte: „Mit euren eigenen Anteilen entsteht nach Belieben unter den Menschen.“

Wort für Wort
tathaiva ca samānīya gandharvāpsarasāṃ gaṇān uvāca bhagavān sarvān idaṃ vacanam uttamam svair aṃśaiḥ saṃprasūyadhvaṃ yatheṣṭaṃ mānuṣeṣv iti
Ebenso versammelte der Erhabene die Scharen der Gandharvas und Apsaras und sprach zu ihnen allen diese vortrefflichen Worte: „Mit euren eigenen Anteilen entsteht nach Belieben unter den Menschen.“

atha śakrādayaḥ sarve śrutvā suraguror vacaḥ tathyam arthyaṃ ca pathyaṃ ca tasya te jagṛhus tadā

Da nahmen Śakra und die anderen Götter, nachdem sie das Wort des Lehrers der Götter [?] vernommen hatten – wahr, sinnvoll und heilsam – dieses Wort an.

Wort für Wort
atha śakrādayaḥ sarve śrutvā suraguror vacaḥ tathyam arthyaṃ ca pathyaṃ ca tasya te jagṛhus tadā
Da nahmen Śakra und die anderen Götter, nachdem sie das Wort des Lehrers der Götter [?] vernommen hatten – wahr, sinnvoll und heilsam – dieses Wort an.

[Anm.: „suraguroḥ“ (‚des Lehrers der Götter‘) bezeichnet üblicherweise Bṛhaspati, meint hier aber offenbar die soeben zitierte Rede Brahmās – möglicherweise eine ehrende Umschreibung Brahmās als obersten Lehrer der Götter.]

atha te sarvaśo 'ṃśaiḥ svair gantuṃ bhūmiṃ kṛtakṣaṇāḥ nārāyaṇam amitraghnaṃ vaikuṇṭham upacakramuḥ

Da zogen sie alle, bereit, mit ihren jeweiligen Anteilen zur Erde zu gehen, zu Nārāyaṇa, dem Feindevernichter, nach Vaikuṇṭha.

Wort für Wort
atha te sarvaśo 'ṃśaiḥ svair gantuṃ bhūmiṃ kṛtakṣaṇāḥ nārāyaṇam amitraghnaṃ vaikuṇṭham upacakramuḥ
Da zogen sie alle, bereit, mit ihren jeweiligen Anteilen zur Erde zu gehen, zu Nārāyaṇa, dem Feindevernichter, nach Vaikuṇṭha.

yaḥ sa cakragadāpāṇiḥ pītavāsāsitaprabhaḥ padmanābhaḥ surārighnaḥ pṛthucārvañcitekṣaṇaḥ

Er, der Diskus und Keule in Händen trägt, gelbgewandet, von dunkler Farbe, mit Lotusnabel, der Götterfeinde-Vernichter, mit großen, schönen, geschwungenen Augen,

Wort für Wort
yaḥ sa cakragadāpāṇiḥ pītavāsāsitaprabhaḥ padmanābhaḥ surārighnaḥ pṛthucārvañcitekṣaṇaḥ
Er, der Diskus und Keule in Händen trägt, gelbgewandet, von dunkler Farbe, mit Lotusnabel, der Götterfeinde-Vernichter, mit großen, schönen, geschwungenen Augen,

taṃ bhuvaḥ śodhanāyendra uvāca puruṣottamam aṃśenāvatarasveti tathety āha ca taṃ hariḥ

zu ihm, dem höchsten Puruṣa, sprach Indra, zur Reinigung der Erde: „Steige mit einem Anteil deines Wesens herab.“ – „So sei es“, sprach zu ihm Hari.

Wort für Wort
taṃ bhuvaḥ śodhanāyendra uvāca puruṣottamam aṃśenāvatarasveti tathety āha ca taṃ hariḥ
zu ihm, dem höchsten Puruṣa, sprach Indra, zur Reinigung der Erde: „Steige mit einem Anteil deines Wesens herab.“ – „So sei es“, sprach zu ihm Hari.

[Anm.: Hiermit ist der berühmte Aṃśāvataraṇa-Abschnitt eröffnet – die göttliche Vereinbarung, nach der Götter, Asuras, Gandharvas und Apsaras als 'Anteile' (aṃśa) auf der Erde geboren werden, um sie von der Überlast der Dämonen zu befreien; Kṛṣṇa (Nārāyaṇa/Hari) sagt hier seine eigene Herabkunft zu. Die folgenden Adhyāyas werden voraussichtlich die konkrete Zuordnung auflisten, welche Figur welchem Gott/Dämon entspricht.]

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