Śarmiṣṭhās und Yayātis gemeinsame Kinder (Druhyu, Anu, Pūru) verraten im Wald versehentlich ihre wahre Vaterschaft; Devayānī entdeckt den Betrug und klagt bei ihrem Vater Śukra, der Yayāti trotz seiner dharmaethischen Rechtfertigung (die Pflicht, eine bittende Frau nicht abzuweisen) mit vorzeitigem Greisenalter verflucht. Auf Yayātis Flehen gestattet Śukra, den Fluch auf einen willigen Sohn zu übertragen - wer die Jugend seines Vaters übernimmt, soll dafür Königreich, Verdienst und Ruhm erben. Dies ist die ausführliche Erzählung dessen, was Adh.70 bereits vorausgreifend zusammengefasst hatte.
Devayānī sprach: ›Gut so, du Furchtsame, wenn es die Wahrheit ist. Doch ist jener Zweifachgeborene namentlich bekannt? Nach Gotra, Namen und Herkunft möchte ich diesen Zweifachgeborenen kennen.‹
Devayānī sprach: ›Gut so, du Furchtsame, wenn es die Wahrheit ist. Doch ist jener Zweifachgeborene namentlich bekannt? Nach Gotra, Namen und Herkunft möchte ich diesen Zweifachgeborenen kennen.‹
Śarmiṣṭhā sprach: ›Von Kraft und Glanz erstrahlend wie die Sonne war er - als ich ihn sah, hatte ich nicht die Fähigkeit, ihn zu befragen, du Reinlächelnde.‹
Śarmiṣṭhā sprach: ›Von Kraft und Glanz erstrahlend wie die Sonne war er - als ich ihn sah, hatte ich nicht die Fähigkeit, ihn zu befragen, du Reinlächelnde.‹
devayāny uvāca yady etad evaṃ śarmiṣṭhe na manyur vidyate mama apatyaṃ yadi te labdhaṃ jyeṣṭhāc chreṣṭhāc ca vai dvijāt
Devayānī sprach: ›Wenn es sich so verhält, Śarmiṣṭhā, dann hege ich keinen Groll - wenn du dein Kind von einem Ältesten und Besten der Zweifachgeborenen empfangen hast.‹
Wort für Wort
devayāny uvāca yady etad evaṃ śarmiṣṭhe na manyur vidyate mama apatyaṃ yadi te labdhaṃ jyeṣṭhāc chreṣṭhāc ca vai dvijāt
Devayānī sprach: ›Wenn es sich so verhält, Śarmiṣṭhā, dann hege ich keinen Groll - wenn du dein Kind von einem Ältesten und Besten der Zweifachgeborenen empfangen hast.‹
vaiśaṃpāyana uvāca anyonyam evam uktvā ca saṃprahasya ca te mithaḥ jagāma bhārgavī veśma tathyam ity eva jajñuṣī
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem sie so miteinander gesprochen und miteinander gelacht hatten, ging die Tochter des Bhārgava nach Hause, es für wahr haltend.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca anyonyam evam uktvā ca saṃprahasya ca te mithaḥ jagāma bhārgavī veśma tathyam ity eva jajñuṣī
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem sie so miteinander gesprochen und miteinander gelacht hatten, ging die Tochter des Bhārgava nach Hause, es für wahr haltend.
evaṃ pṛṣṭvā tu rājānaṃ kumārān paryapṛcchata kiṃnāmadheyagotro vaḥ putrakā brāhmaṇaḥ pitā vibrūta me yathātathyaṃ śrotum icchāmi taṃ hy aham
So den König befragend, wandte sie sich dann an die Knaben: ›Wie ist Name und Gotra eures Vaters, ihr Kindlein? Ist euer Vater ein Brahmane? Sagt mir die Wahrheit - ich möchte sie nämlich hören.‹
Wort für Wort
evaṃ pṛṣṭvā tu rājānaṃ kumārān paryapṛcchata kiṃnāmadheyagotro vaḥ putrakā brāhmaṇaḥ pitā vibrūta me yathātathyaṃ śrotum icchāmi taṃ hy aham
So den König befragend, wandte sie sich dann an die Knaben: ›Wie ist Name und Gotra eures Vaters, ihr Kindlein? Ist euer Vater ein Brahmane? Sagt mir die Wahrheit - ich möchte sie nämlich hören.‹
ity uktvā sahitās te tu rājānam upacakramuḥ nābhyanandata tān rājā devayānyās tadāntike rudantas te 'tha śarmiṣṭhām abhyayur bālakās tataḥ
Nachdem sie dies gesagt hatten, näherten sie sich gemeinsam dem König; doch der König hieß sie in Devayānīs Gegenwart nicht willkommen, und weinend liefen die Kindlein daraufhin zu Śarmiṣṭhā.
Wort für Wort
ity uktvā sahitās te tu rājānam upacakramuḥ nābhyanandata tān rājā devayānyās tadāntike rudantas te 'tha śarmiṣṭhām abhyayur bālakās tataḥ
Nachdem sie dies gesagt hatten, näherten sie sich gemeinsam dem König; doch der König hieß sie in Devayānīs Gegenwart nicht willkommen, und weinend liefen die Kindlein daraufhin zu Śarmiṣṭhā.
śarmiṣṭhovāca yad uktam ṛṣir ity eva tat satyaṃ cāruhāsini nyāyato dharmataś caiva carantī na bibhemi te
Śarmiṣṭhā sprach: ›Was ich gesagt habe - 'ein Weiser' - das ist wahr, du lieblich Lächelnde; da ich rechtmäßig und dharmagemäß handle, fürchte ich mich nicht vor dir.
Wort für Wort
śarmiṣṭhovāca yad uktam ṛṣir ity eva tat satyaṃ cāruhāsini nyāyato dharmataś caiva carantī na bibhemi te
Śarmiṣṭhā sprach: ›Was ich gesagt habe - 'ein Weiser' - das ist wahr, du lieblich Lächelnde; da ich rechtmäßig und dharmagemäß handle, fürchte ich mich nicht vor dir.
pūjyāsi mama mānyā ca jyeṣṭhā śreṣṭhā ca brāhmaṇī tvatto 'pi me pūjyatamo rājarṣiḥ kiṃ na vettha tat
Du bist mir verehrungswürdig und ehrbar, die Ältere und Vortrefflichere, eine Brahmanin; doch mehr noch als du ist mir der königliche Weise verehrungswürdig - weißt du das nicht?‹
Wort für Wort
pūjyāsi mama mānyā ca jyeṣṭhā śreṣṭhā ca brāhmaṇī tvatto 'pi me pūjyatamo rājarṣiḥ kiṃ na vettha tat
Du bist mir verehrungswürdig und ehrbar, die Ältere und Vortrefflichere, eine Brahmanin; doch mehr noch als du ist mir der königliche Weise verehrungswürdig - weißt du das nicht?‹
vaiśaṃpāyana uvāca śrutvā tasyās tato vākyaṃ devayāny abravīd idam rājan nādyeha vatsyāmi vipriyaṃ me kṛtaṃ tvayā
Vaiśaṃpāyana sprach: »Als sie deren Worte gehört hatte, sprach Devayānī dies: ›O König, ich werde heute nicht mehr hier wohnen - Unrecht hast du mir zugefügt.‹
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca śrutvā tasyās tato vākyaṃ devayāny abravīd idam rājan nādyeha vatsyāmi vipriyaṃ me kṛtaṃ tvayā
Vaiśaṃpāyana sprach: »Als sie deren Worte gehört hatte, sprach Devayānī dies: ›O König, ich werde heute nicht mehr hier wohnen - Unrecht hast du mir zugefügt.‹
Devayānī sprach: ›Durch Unrecht wurde der Dharma besiegt; Unrecht ist über Recht hervorgetreten - von Śarmiṣṭhā, der Tochter des Vṛṣaparvan, bin ich hintergangen worden.
Devayānī sprach: ›Durch Unrecht wurde der Dharma besiegt; Unrecht ist über Recht hervorgetreten - von Śarmiṣṭhā, der Tochter des Vṛṣaparvan, bin ich hintergangen worden.
śukra uvāca dharmajñaḥ san mahārāja yo 'dharmam akṛthāḥ priyam tasmāj jarā tvām acirād dharṣayiṣyati durjayā
Śukra sprach: ›Obwohl du dharmakundig bist, o Großkönig, hast du Unrecht als dir Angenehmes begangen; darum wird dich alsbald das Alter befallen, unbezwingbar.‹
Wort für Wort
śukra uvāca dharmajñaḥ san mahārāja yo 'dharmam akṛthāḥ priyam tasmāj jarā tvām acirād dharṣayiṣyati durjayā
Śukra sprach: ›Obwohl du dharmakundig bist, o Großkönig, hast du Unrecht als dir Angenehmes begangen; darum wird dich alsbald das Alter befallen, unbezwingbar.‹
Yayāti sprach: ›Als die Tochter des Dānava-Herrschers mich um die Erfüllung ihrer fruchtbaren Zeit bat, o Erhabener, habe ich, ohne Hintergedanken, dies als dharmagemäß getan.
Yayāti sprach: ›Als die Tochter des Dānava-Herrschers mich um die Erfüllung ihrer fruchtbaren Zeit bat, o Erhabener, habe ich, ohne Hintergedanken, dies als dharmagemäß getan.
ṛtuṃ vai yācamānāyā na dadāti pumān vṛtaḥ bhrūṇahety ucyate brahman sa iha brahmavādibhiḥ
Ein Mann, der erwählt wurde und einer, die um die Erfüllung ihrer fruchtbaren Zeit bittet, dies nicht gewährt, wird 'Kindsmörder' genannt, o Brahmane, von den Kennern des heiligen Wissens.
Wort für Wort
ṛtuṃ vai yācamānāyā na dadāti pumān vṛtaḥ bhrūṇahety ucyate brahman sa iha brahmavādibhiḥ
Ein Mann, der erwählt wurde und einer, die um die Erfüllung ihrer fruchtbaren Zeit bittet, dies nicht gewährt, wird 'Kindsmörder' genannt, o Brahmane, von den Kennern des heiligen Wissens.
abhikāmāṃ striyaṃ yas tu gamyāṃ rahasi yācitaḥ nopaiti sa ca dharmeṣu bhrūṇahety ucyate budhaiḥ
Und wer, von einer begehrenden, ihm zugänglichen Frau im Verborgenen gebeten, nicht zu ihr geht, der wird in den Dharma-Lehren gleichfalls von den Weisen 'Kindsmörder' genannt.
Wort für Wort
abhikāmāṃ striyaṃ yas tu gamyāṃ rahasi yācitaḥ nopaiti sa ca dharmeṣu bhrūṇahety ucyate budhaiḥ
Und wer, von einer begehrenden, ihm zugänglichen Frau im Verborgenen gebeten, nicht zu ihr geht, der wird in den Dharma-Lehren gleichfalls von den Weisen 'Kindsmörder' genannt.
Śukra sprach: ›War ich nicht zu bedenken? Du bist von mir abhängig, o Fürst. Bei falschem Handeln in Dharma-Fragen liegt Diebstahl vor, o Sohn des Nahuṣa.‹
Śukra sprach: ›War ich nicht zu bedenken? Du bist von mir abhängig, o Fürst. Bei falschem Handeln in Dharma-Fragen liegt Diebstahl vor, o Sohn des Nahuṣa.‹
Vaiśaṃpāyana sprach: »Von dem zornigen Uśanas verflucht, verlor Yayāti, der Sohn des Nahuṣa, da seine frühere Jugend und verfiel sogleich in Greisenalter.
Vaiśaṃpāyana sprach: »Von dem zornigen Uśanas verflucht, verlor Yayāti, der Sohn des Nahuṣa, da seine frühere Jugend und verfiel sogleich in Greisenalter.
[Anm.: Dies ist die ausführliche Erzählung des Fluchs, den Adh.70 bereits vorausgreifend zusammengefasst hatte.
yayātir uvāca atṛpto yauvanasyāhaṃ devayānyāṃ bhṛgūdvaha prasādaṃ kuru me brahmañ jareyaṃ mā viśeta mām
Yayāti sprach: ›Ich bin der Jugend mit Devayānī noch nicht überdrüssig, o Stier der Bhṛgus; erweise mir Gnade, o Brahmane - dieses Greisenalter möge mich nicht befallen.‹
Wort für Wort
yayātir uvāca atṛpto yauvanasyāhaṃ devayānyāṃ bhṛgūdvaha prasādaṃ kuru me brahmañ jareyaṃ mā viśeta mām
Yayāti sprach: ›Ich bin der Jugend mit Devayānī noch nicht überdrüssig, o Stier der Bhṛgus; erweise mir Gnade, o Brahmane - dieses Greisenalter möge mich nicht befallen.‹
Śukra sprach: ›Ich spreche hierin nicht die Unwahrheit - du hast das Greisenalter erlangt, o Herr der Erde. Doch dieses Greisenalter magst du auf einen anderen übertragen, wenn du willst.‹
Śukra sprach: ›Ich spreche hierin nicht die Unwahrheit - du hast das Greisenalter erlangt, o Herr der Erde. Doch dieses Greisenalter magst du auf einen anderen übertragen, wenn du willst.‹
yayātir uvāca rājyabhāk sa bhaved brahman puṇyabhāk kīrtibhāk tathā yo me dadyād vayaḥ putras tad bhavān anumanyatām
Yayāti sprach: ›Königsanteil, Verdienstanteil und ebenso Ruhmanteil soll der Sohn erhalten, der mir seine Jugend gibt - dies mögest du, Erhabener, gestatten.‹
Wort für Wort
yayātir uvāca rājyabhāk sa bhaved brahman puṇyabhāk kīrtibhāk tathā yo me dadyād vayaḥ putras tad bhavān anumanyatām
Yayāti sprach: ›Königsanteil, Verdienstanteil und ebenso Ruhmanteil soll der Sohn erhalten, der mir seine Jugend gibt - dies mögest du, Erhabener, gestatten.‹
śukra uvāca saṃkrāmayiṣyasi jarāṃ yatheṣṭaṃ nahuṣātmaja mām anudhyāya bhāvena na ca pāpam avāpsyasi
Śukra sprach: ›Du wirst das Greisenalter übertragen können, wie du willst, o Sohn des Nahuṣa; wenn du meiner in rechter Gesinnung gedenkst, wirst du keine Sünde auf dich laden.
Wort für Wort
śukra uvāca saṃkrāmayiṣyasi jarāṃ yatheṣṭaṃ nahuṣātmaja mām anudhyāya bhāvena na ca pāpam avāpsyasi
Śukra sprach: ›Du wirst das Greisenalter übertragen können, wie du willst, o Sohn des Nahuṣa; wenn du meiner in rechter Gesinnung gedenkst, wirst du keine Sünde auf dich laden.