Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 189: Pañcendropākhyānam Die Erzählung von den fünf Indras

Vyāsas große Enthüllung an Drupada, unter vier Augen: Einst suchten die Götter bei Brahmā Zuflucht, weil Yamas ritualbedingte Untätigkeit die Menschen unsterblich und damit den Göttern ebenbürtig gemacht hatte. Bei der Suche nach einem Ausweg demütigt Śiva in Berggestalt fünf hochmütige frühere Indras (darunter den amtierenden Śakra) und verbannt sie in eine Höhle, mit der Weisung, als sterbliche Menschen wiedergeboren zu werden, bevor sie in den Himmel zurückkehren dürfen – dies sind die fünf Pāṇḍavas, Arjuna als eigentlicher Anteil Śakras. Die Glücksgöttin Śrī wird ihnen als gemeinsame Gattin bestimmt. Vyāsa verleiht Drupada ein göttliches Auge, mit dem dieser die Brüder in ihrer früheren Gestalt und Draupadī als Śrī erblickt. Abschließend erzählt Vyāsa die Vorgeschichte Draupadīs: eine Ṛṣi-Tochter, die Śiva durch Askese fünfmal wiederholt um einen Gatten bat, weshalb ihr fünf Gatten für ihr nächstes Leben verheißen wurden – die Begründung für Draupadīs Vielehe aus einem früheren Leben.

vyāsa uvāca purā vai naimiṣāraṇye devāḥ satram upāsate tatra vaivasvato rājañ śāmitram akarot tadā

Vyāsa sprach: Einst hielten die Götter im Naimiṣa-Wald ein Opferritual ab; dort verrichtete, o König, der Sohn des Vivasvant [Yama] damals das Śāmitra-Amt [Anm.: das Amt des Opfertier-Besänftigers, d.h. er war mit Ritualdiensten beschäftigt].

Wort für Wort
vyāsa uvāca purā vai naimiṣāraṇye devāḥ satram upāsate tatra vaivasvato rājañ śāmitram akarot tadā
Vyāsa sprach: Einst hielten die Götter im Naimiṣa-Wald ein Opferritual ab; dort verrichtete, o König, der Sohn des Vivasvant [Yama] damals das Śāmitra-Amt [Anm.: das Amt des Opfertier-Besänftigers, d.h. er war mit Ritualdiensten beschäftigt].

tato yamo dīkṣitas tatra rājan nāmārayat kiṃ cid api prajābhyaḥ tataḥ prajās tā bahulā babhūvuḥ kālātipātān maraṇāt prahīṇāḥ

Da Yama dort geweiht war, o König, ließ er keinerlei Wesen sterben; dadurch wurden jene Geschöpfe überaus zahlreich, da sie durch den Aufschub der Zeit vom Tod verschont blieben.

Wort für Wort
tato yamo dīkṣitas tatra rājan nāmārayat kiṃ cid api prajābhyaḥ tataḥ prajās tā bahulā babhūvuḥ kālātipātān maraṇāt prahīṇāḥ
Da Yama dort geweiht war, o König, ließ er keinerlei Wesen sterben; dadurch wurden jene Geschöpfe überaus zahlreich, da sie durch den Aufschub der Zeit vom Tod verschont blieben.

tatas tu śakro varuṇaḥ kuberaḥ sādhyā rudrā vasavaś cāśvinau ca praṇetāraṃ bhuvanasya prajāpatiṃ samājagmus tatra devās tathānye

Da kamen Śakra, Varuṇa, Kubera, die Sādhyas, Rudras und Vasus und die beiden Aśvins, und noch andere Götter, zum Lenker der Welt, dem Prajāpati, zusammen.

Wort für Wort
tatas tu śakro varuṇaḥ kuberaḥ sādhyā rudrā vasavaś cāśvinau ca praṇetāraṃ bhuvanasya prajāpatiṃ samājagmus tatra devās tathānye
Da kamen Śakra, Varuṇa, Kubera, die Sādhyas, Rudras und Vasus und die beiden Aśvins, und noch andere Götter, zum Lenker der Welt, dem Prajāpati, zusammen.

tato 'bruvaṃl lokaguruṃ sametā bhayaṃ nas tīvraṃ mānuṣāṇāṃ vivṛddhyā tasmād bhayād udvijantaḥ sukhepsavaḥ prayāma sarve śaraṇaṃ bhavantam

Da sprachen sie, versammelt, zum Lehrer der Welt: Wir haben heftige Furcht wegen der Vermehrung der Menschen; vor dieser Furcht erschreckt, nach Glück verlangend, nehmen wir alle Zuflucht bei dir.

Wort für Wort
tato 'bruvaṃl lokaguruṃ sametā bhayaṃ nas tīvraṃ mānuṣāṇāṃ vivṛddhyā tasmād bhayād udvijantaḥ sukhepsavaḥ prayāma sarve śaraṇaṃ bhavantam
Da sprachen sie, versammelt, zum Lehrer der Welt: Wir haben heftige Furcht wegen der Vermehrung der Menschen; vor dieser Furcht erschreckt, nach Glück verlangend, nehmen wir alle Zuflucht bei dir.

brahmovāca kiṃ vo bhayaṃ mānuṣebhyo yūyaṃ sarve yadāmarāḥ mā vo martyasakāśād vai bhayaṃ bhavatu karhi cit

Brahmā sprach: Welche Furcht habt ihr vor den Menschen, da ihr doch alle unsterblich seid? Möge euch von Seiten der Sterblichen niemals Furcht widerfahren.

Wort für Wort
brahmovāca kiṃ vo bhayaṃ mānuṣebhyo yūyaṃ sarve yadāmarāḥ mā vo martyasakāśād vai bhayaṃ bhavatu karhi cit
Brahmā sprach: Welche Furcht habt ihr vor den Menschen, da ihr doch alle unsterblich seid? Möge euch von Seiten der Sterblichen niemals Furcht widerfahren.

devā ūcuḥ martyā hy amartyāḥ saṃvṛttā na viśeṣo 'sti kaś cana aviśeṣād udvijanto viśeṣārtham ihāgatāḥ

Die Götter sprachen: Die Sterblichen sind unsterblich geworden, es gibt keinerlei Unterschied mehr; von dieser Nicht-Unterscheidung erschreckt, sind wir hierher gekommen, um eine Unterscheidung zu erwirken.

Wort für Wort
devā ūcuḥ martyā hy amartyāḥ saṃvṛttā na viśeṣo 'sti kaś cana aviśeṣād udvijanto viśeṣārtham ihāgatāḥ
Die Götter sprachen: Die Sterblichen sind unsterblich geworden, es gibt keinerlei Unterschied mehr; von dieser Nicht-Unterscheidung erschreckt, sind wir hierher gekommen, um eine Unterscheidung zu erwirken.

brahmovāca vaivasvato vyāpṛtaḥ satrahetos tena tv ime na mriyante manuṣyāḥ tasminn ekāgre kṛtasarvakārye tata eṣāṃ bhavitaivāntakālaḥ

Brahmā sprach: Der Sohn des Vivasvant ist wegen des Opferrituals beschäftigt, deshalb sterben diese Menschen nicht; sobald er, ganz auf seine Aufgabe konzentriert, alle seine Pflichten erfüllt hat, wird für sie die Zeit des Todes eintreten.

Wort für Wort
brahmovāca vaivasvato vyāpṛtaḥ satrahetos tena tv ime na mriyante manuṣyāḥ tasminn ekāgre kṛtasarvakārye tata eṣāṃ bhavitaivāntakālaḥ
Brahmā sprach: Der Sohn des Vivasvant ist wegen des Opferrituals beschäftigt, deshalb sterben diese Menschen nicht; sobald er, ganz auf seine Aufgabe konzentriert, alle seine Pflichten erfüllt hat, wird für sie die Zeit des Todes eintreten.

vaivasvatasyāpi tanur vibhūtā vīryeṇa yuṣmākam uta prayuktā saiṣām anto bhavitā hy antakāle tanur hi vīryaṃ bhavitā nareṣu

Auch die Gestalt des Sohnes des Vivasvant ist entfaltet und gleichsam durch eure Kraft dienstbar gemacht worden; dann, zur Zeit des Endes, wird sie deren Ende bewirken – denn seine Gestalt wird dereinst zur Kraft unter den Menschen werden.

Wort für Wort
vaivasvatasyāpi tanur vibhūtā vīryeṇa yuṣmākam uta prayuktā saiṣām anto bhavitā hy antakāle tanur hi vīryaṃ bhavitā nareṣu
Auch die Gestalt des Sohnes des Vivasvant ist entfaltet und gleichsam durch eure Kraft dienstbar gemacht worden; dann, zur Zeit des Endes, wird sie deren Ende bewirken – denn seine Gestalt wird dereinst zur Kraft unter den Menschen werden.

[Anm.: Sinn dunkel und vermutlich als Vorausdeutung auf die spätere menschliche Geburt eines Anteils Yamas/Dharmas (vgl. Yudhiṣṭhira als Sohn des Dharma) gemeint; wörtliche Übersetzung mit Vorbehalt.]

vyāsa uvāca tatas tu te pūrvajadevavākyaṃ śrutvā devā yatra devā yajante samāsīnās te sametā mahābalā bhāgīrathyāṃ dadṛśuḥ puṇḍarīkam

Vyāsa sprach: Da hörten jene Götter das Wort des älteren Gottes [Brahmā]; sie begaben sich, versammelt, wo die Götter opfern, und sie, überaus mächtig, zusammengekommen, erblickten an der Bhāgīrathī einen weißen Lotos.

Wort für Wort
vyāsa uvāca tatas tu te pūrvajadevavākyaṃ śrutvā devā yatra devā yajante samāsīnās te sametā mahābalā bhāgīrathyāṃ dadṛśuḥ puṇḍarīkam
Vyāsa sprach: Da hörten jene Götter das Wort des älteren Gottes [Brahmā]; sie begaben sich, versammelt, wo die Götter opfern, und sie, überaus mächtig, zusammengekommen, erblickten an der Bhāgīrathī einen weißen Lotos.

dṛṣṭvā ca tad vismitās te babhūvus teṣām indras tatra śūro jagāma so 'paśyad yoṣām atha pāvakaprabhāṃ yatra gaṅgā satataṃ saṃprasūtā

Als sie dies erblickten, waren sie erstaunt; unter ihnen ging der heldenhafte Indra dorthin, und er erblickte eine feuergleich strahlende Frau, dort, wo die Gaṅgā beständig entspringt.

Wort für Wort
dṛṣṭvā ca tad vismitās te babhūvus teṣām indras tatra śūro jagāma so 'paśyad yoṣām atha pāvakaprabhāṃ yatra gaṅgā satataṃ saṃprasūtā
Als sie dies erblickten, waren sie erstaunt; unter ihnen ging der heldenhafte Indra dorthin, und er erblickte eine feuergleich strahlende Frau, dort, wo die Gaṅgā beständig entspringt.

sā tatra yoṣā rudatī jalārthinī gaṅgāṃ devīṃ vyavagāhyāvatiṣṭhat tasyāśrubinduḥ patito jale vai tat padmam āsīd atha tatra kāñcanam

Jene Frau dort, weinend, nach Wasser verlangend, stand, in die Göttin Gaṅgā eingetaucht; ein Tränentropfen von ihr fiel ins Wasser, und dieser wurde dort zu jenem goldenen Lotos.

Wort für Wort
sā tatra yoṣā rudatī jalārthinī gaṅgāṃ devīṃ vyavagāhyāvatiṣṭhat tasyāśrubinduḥ patito jale vai tat padmam āsīd atha tatra kāñcanam
Jene Frau dort, weinend, nach Wasser verlangend, stand, in die Göttin Gaṅgā eingetaucht; ein Tränentropfen von ihr fiel ins Wasser, und dieser wurde dort zu jenem goldenen Lotos.

tad adbhutaṃ prekṣya vajrī tadānīm apṛcchat tāṃ yoṣitam antikād vai kā tvaṃ kathaṃ rodiṣi kasya hetor vākyaṃ tathyaṃ kāmayeha bravīhi

Als der Träger des Blitzes dieses Wunder erblickte, fragte er jene Frau aus der Nähe: Wer bist du, warum weinst du, aus welchem Grund? Sprich hier ein wahrhaftiges Wort, so wünsche ich es.

Wort für Wort
tad adbhutaṃ prekṣya vajrī tadānīm apṛcchat tāṃ yoṣitam antikād vai kā tvaṃ kathaṃ rodiṣi kasya hetor vākyaṃ tathyaṃ kāmayeha bravīhi
Als der Träger des Blitzes dieses Wunder erblickte, fragte er jene Frau aus der Nähe: Wer bist du, warum weinst du, aus welchem Grund? Sprich hier ein wahrhaftiges Wort, so wünsche ich es.

stry uvāca tvaṃ vetsyase mām iha yāsmi śakra yadarthaṃ cāhaṃ rodimi mandabhāgyā āgaccha rājan purato 'haṃ gamiṣye draṣṭāsi tad rodimi yatkṛte 'ham

Die Frau sprach: Du wirst hier erfahren, wer ich bin, Śakra, und weswegen ich, die Unglückliche, weine; komm, König, ich werde vorangehen, du wirst sehen, weswegen ich weine.

Wort für Wort
stry uvāca tvaṃ vetsyase mām iha yāsmi śakra yadarthaṃ cāhaṃ rodimi mandabhāgyā āgaccha rājan purato 'haṃ gamiṣye draṣṭāsi tad rodimi yatkṛte 'ham
Die Frau sprach: Du wirst hier erfahren, wer ich bin, Śakra, und weswegen ich, die Unglückliche, weine; komm, König, ich werde vorangehen, du wirst sehen, weswegen ich weine.

vyāsa uvāca tāṃ gacchantīm anvagacchat tadānīṃ so 'paśyad ārāt taruṇaṃ darśanīyam siṃhāsanasthaṃ yuvatīsahāyaṃ krīḍantam akṣair girirājamūrdhni

Vyāsa sprach: Er folgte ihr, der Gehenden, da; er erblickte aus der Ferne einen jungen, ansehnlichen Mann, auf einem Löwenthron sitzend, in Begleitung einer jungen Frau, auf dem Gipfel des Bergkönigs [Kailāsa] Würfel spielend.

Wort für Wort
vyāsa uvāca tāṃ gacchantīm anvagacchat tadānīṃ so 'paśyad ārāt taruṇaṃ darśanīyam siṃhāsanasthaṃ yuvatīsahāyaṃ krīḍantam akṣair girirājamūrdhni
Vyāsa sprach: Er folgte ihr, der Gehenden, da; er erblickte aus der Ferne einen jungen, ansehnlichen Mann, auf einem Löwenthron sitzend, in Begleitung einer jungen Frau, auf dem Gipfel des Bergkönigs [Kailāsa] Würfel spielend.

tam abravīd devarājo mamedaṃ tvaṃ viddhi viśvaṃ bhuvanaṃ vaśe sthitam īśo 'ham asmīti samanyur abravīd dṛṣṭvā tam akṣaiḥ subhṛśaṃ pramattam

Zu ihm sprach der Götterkönig: Wisse, dass diese ganze Welt mir untertan ist; ich bin der Herr – so sprach er zornig, als er ihn, überaus vertieft in das Würfelspiel, erblickte.

Wort für Wort
tam abravīd devarājo mamedaṃ tvaṃ viddhi viśvaṃ bhuvanaṃ vaśe sthitam īśo 'ham asmīti samanyur abravīd dṛṣṭvā tam akṣaiḥ subhṛśaṃ pramattam
Zu ihm sprach der Götterkönig: Wisse, dass diese ganze Welt mir untertan ist; ich bin der Herr – so sprach er zornig, als er ihn, überaus vertieft in das Würfelspiel, erblickte.

kruddhaṃ tu śakraṃ prasamīkṣya devo jahāsa śakraṃ ca śanair udaikṣata saṃstambhito 'bhūd atha devarājas tenekṣitaḥ sthāṇur ivāvatasthe

Als der Gott den zornigen Śakra erblickte, lachte er, und er betrachtete Śakra langsam; da wurde der Götterkönig erstarrt, von ihm angeblickt, und stand wie ein Baumstumpf da.

Wort für Wort
kruddhaṃ tu śakraṃ prasamīkṣya devo jahāsa śakraṃ ca śanair udaikṣata saṃstambhito 'bhūd atha devarājas tenekṣitaḥ sthāṇur ivāvatasthe
Als der Gott den zornigen Śakra erblickte, lachte er, und er betrachtete Śakra langsam; da wurde der Götterkönig erstarrt, von ihm angeblickt, und stand wie ein Baumstumpf da.

yadā tu paryāptam ihāsya krīḍayā tadā devīṃ rudatīṃ tām uvāca ānīyatām eṣa yato 'ham ārān mainaṃ darpaḥ punar apy āviśeta

Als das Spiel hier für ihn zu Ende war, sprach er zur weinenden Göttin: Man bringe diesen her, von der Stelle, wo ich aus der Ferne wartete; möge nicht wieder Hochmut über ihn kommen.

Wort für Wort
yadā tu paryāptam ihāsya krīḍayā tadā devīṃ rudatīṃ tām uvāca ānīyatām eṣa yato 'ham ārān mainaṃ darpaḥ punar apy āviśeta
Als das Spiel hier für ihn zu Ende war, sprach er zur weinenden Göttin: Man bringe diesen her, von der Stelle, wo ich aus der Ferne wartete; möge nicht wieder Hochmut über ihn kommen.

tataḥ śakraḥ spṛṣṭamātras tayā tu srastair aṅgaiḥ patito 'bhūd dharaṇyām tam abravīd bhagavān ugratejā maivaṃ punaḥ śakra kṛthāḥ kathaṃ cit

Da fiel Śakra, kaum von ihr berührt, mit erschlafften Gliedern zu Boden; zu ihm sprach der erhabene, von furchtbarer Glut Erfüllte [Śiva]: Tu dies nie wieder, Śakra, auf keinerlei Weise.

Wort für Wort
tataḥ śakraḥ spṛṣṭamātras tayā tu srastair aṅgaiḥ patito 'bhūd dharaṇyām tam abravīd bhagavān ugratejā maivaṃ punaḥ śakra kṛthāḥ kathaṃ cit
Da fiel Śakra, kaum von ihr berührt, mit erschlafften Gliedern zu Boden; zu ihm sprach der erhabene, von furchtbarer Glut Erfüllte [Śiva]: Tu dies nie wieder, Śakra, auf keinerlei Weise.

vivartayainaṃ ca mahādrirājaṃ balaṃ ca vīryaṃ ca tavāprameyam vivṛtya caivāviśa madhyam asya yatrāsate tvadvidhāḥ sūryabhāsaḥ

Wälze diesen großen Bergkönig um mit deiner unermesslichen Kraft und Stärke; und nachdem du ihn geöffnet hast, dringe in sein Inneres ein, wo deinesgleichen, sonnengleich Strahlende, weilen.

Wort für Wort
vivartayainaṃ ca mahādrirājaṃ balaṃ ca vīryaṃ ca tavāprameyam vivṛtya caivāviśa madhyam asya yatrāsate tvadvidhāḥ sūryabhāsaḥ
Wälze diesen großen Bergkönig um mit deiner unermesslichen Kraft und Stärke; und nachdem du ihn geöffnet hast, dringe in sein Inneres ein, wo deinesgleichen, sonnengleich Strahlende, weilen.

sa tad vivṛtya śikharaṃ mahāgires tulyadyutīṃś caturo 'nyān dadarśa sa tān abhiprekṣya babhūva duḥkhitaḥ kaccin nāhaṃ bhavitā vai yatheme

Er, nachdem er jenen Gipfel des großen Berges umgewälzt hatte, erblickte vier andere von gleichem Glanz; als er sie erblickte, wurde er bekümmert: Werde ich wohl nicht wie diese werden?

Wort für Wort
sa tad vivṛtya śikharaṃ mahāgires tulyadyutīṃś caturo 'nyān dadarśa sa tān abhiprekṣya babhūva duḥkhitaḥ kaccin nāhaṃ bhavitā vai yatheme
Er, nachdem er jenen Gipfel des großen Berges umgewälzt hatte, erblickte vier andere von gleichem Glanz; als er sie erblickte, wurde er bekümmert: Werde ich wohl nicht wie diese werden?

tato devo giriśo vajrapāṇiṃ vivṛtya netre kupito 'bhyuvāca darīm etāṃ praviśa tvaṃ śatakrato yan māṃ bālyād avamaṃsthāḥ purastāt

Da wandte der Gott, der Berg-Herr [Śiva, Girīśa], seine Augen dem Träger des Blitzes zu und sprach zornig: Tritt du in diese Höhle ein, Śatakratu, da du mich zuvor aus Torheit geringgeachtet hast.

Wort für Wort
tato devo giriśo vajrapāṇiṃ vivṛtya netre kupito 'bhyuvāca darīm etāṃ praviśa tvaṃ śatakrato yan māṃ bālyād avamaṃsthāḥ purastāt
Da wandte der Gott, der Berg-Herr [Śiva, Girīśa], seine Augen dem Träger des Blitzes zu und sprach zornig: Tritt du in diese Höhle ein, Śatakratu, da du mich zuvor aus Torheit geringgeachtet hast.

uktas tv evaṃ vibhunā devarājaḥ pravepamāno bhṛśam evābhiṣaṅgāt srastair aṅgair anileneva nunnam aśvatthapatraṃ girirājamūrdhni

So vom Erhabenen angesprochen, erzitterte der Götterkönig heftig aus Bestürzung, mit erschlafften Gliedern, wie ein vom Wind bewegtes Pippala-Blatt auf dem Gipfel des Bergkönigs.

Wort für Wort
uktas tv evaṃ vibhunā devarājaḥ pravepamāno bhṛśam evābhiṣaṅgāt srastair aṅgair anileneva nunnam aśvatthapatraṃ girirājamūrdhni
So vom Erhabenen angesprochen, erzitterte der Götterkönig heftig aus Bestürzung, mit erschlafften Gliedern, wie ein vom Wind bewegtes Pippala-Blatt auf dem Gipfel des Bergkönigs.

sa prāñjalir vinatenānanena pravepamānaḥ sahasaivam uktaḥ uvāca cedaṃ bahurūpam ugraṃ draṣṭā śeṣasya bhagavaṃs tvaṃ bhavādya

Er, mit gefalteten Händen, gesenktem Antlitz, zitternd, so plötzlich angesprochen, sprach: Möge Ihr, Erhabener, heute der sein, der mir zeigt, was mir noch bevorsteht.

Wort für Wort
sa prāñjalir vinatenānanena pravepamānaḥ sahasaivam uktaḥ uvāca cedaṃ bahurūpam ugraṃ draṣṭā śeṣasya bhagavaṃs tvaṃ bhavādya
Er, mit gefalteten Händen, gesenktem Antlitz, zitternd, so plötzlich angesprochen, sprach: Möge Ihr, Erhabener, heute der sein, der mir zeigt, was mir noch bevorsteht.

[Anm.: draṣṭā śeṣasya...bhavādya ist grammatisch und inhaltlich unklar; hier sinngemäß als Bitte Indras gedeutet, sein weiteres Schicksal zu erfahren.]

tam abravīd ugradhanvā prahasya naivaṃśīlāḥ śeṣam ihāpnuvanti ete 'py evaṃ bhavitāraḥ purastāt tasmād etāṃ darim āviśya śedhvam

Zu ihm sprach der mit dem furchtbaren Bogen [Śiva], lachend: Wer von solcher Wesensart ist, erlangt hier keine weitere Frist; auch diese hier werden künftig ebenso werden; daher betretet diese Höhle und liegt darin.

Wort für Wort
tam abravīd ugradhanvā prahasya naivaṃśīlāḥ śeṣam ihāpnuvanti ete 'py evaṃ bhavitāraḥ purastāt tasmād etāṃ darim āviśya śedhvam
Zu ihm sprach der mit dem furchtbaren Bogen [Śiva], lachend: Wer von solcher Wesensart ist, erlangt hier keine weitere Frist; auch diese hier werden künftig ebenso werden; daher betretet diese Höhle und liegt darin.

śeṣo 'py evaṃ bhavitā vo na saṃśayo yoniṃ sarve mānuṣīm āviśadhvam tatra yūyaṃ karma kṛtvāviṣahyaṃ bahūn anyān nidhanaṃ prāpayitvā

Auch euer weiteres Schicksal wird ebenso sein, kein Zweifel; ihr alle sollt in einen menschlichen Mutterschoß eingehen; dort sollt ihr, nachdem ihr eine unerträgliche Tat vollbracht und viele andere in den Tod geschickt habt –

Wort für Wort
śeṣo 'py evaṃ bhavitā vo na saṃśayo yoniṃ sarve mānuṣīm āviśadhvam tatra yūyaṃ karma kṛtvāviṣahyaṃ bahūn anyān nidhanaṃ prāpayitvā
Auch euer weiteres Schicksal wird ebenso sein, kein Zweifel; ihr alle sollt in einen menschlichen Mutterschoß eingehen; dort sollt ihr, nachdem ihr eine unerträgliche Tat vollbracht und viele andere in den Tod geschickt habt –

āgantāraḥ punar evendralokaṃ svakarmaṇā pūrvajitaṃ mahārham sarvaṃ mayā bhāṣitam etad evaṃ kartavyam anyad vividhārthavac ca

– wieder in die Indra-Welt zurückkehren, die durch euer eigenes früheres Tun verdiente, hoch geehrte; all dies habe ich so gesprochen; es ist so zu vollbringen, samt allem anderen, das mannigfachen Zwecken dient.

Wort für Wort
āgantāraḥ punar evendralokaṃ svakarmaṇā pūrvajitaṃ mahārham sarvaṃ mayā bhāṣitam etad evaṃ kartavyam anyad vividhārthavac ca
– wieder in die Indra-Welt zurückkehren, die durch euer eigenes früheres Tun verdiente, hoch geehrte; all dies habe ich so gesprochen; es ist so zu vollbringen, samt allem anderen, das mannigfachen Zwecken dient.

pūrvendrā ūcuḥ gamiṣyāmo mānuṣaṃ devalokād durādharo vihito yatra mokṣaḥ devās tv asmān ādadhīrañ jananyāṃ dharmo vāyur maghavān aśvinau ca

Die früheren Indras sprachen: Wir werden vom Götterreich zur Menschenwelt gehen, wo eine schwer erreichbare Erlösung vorgesehen ist; doch sollen die Götter Dharma, Vāyu, Maghavan und die beiden Aśvins uns in einem Mutterschoß erzeugen.

Wort für Wort
pūrvendrā ūcuḥ gamiṣyāmo mānuṣaṃ devalokād durādharo vihito yatra mokṣaḥ devās tv asmān ādadhīrañ jananyāṃ dharmo vāyur maghavān aśvinau ca
Die früheren Indras sprachen: Wir werden vom Götterreich zur Menschenwelt gehen, wo eine schwer erreichbare Erlösung vorgesehen ist; doch sollen die Götter Dharma, Vāyu, Maghavan und die beiden Aśvins uns in einem Mutterschoß erzeugen.

vyāsa uvāca etac chrutvā vajrapāṇir vacas tu devaśreṣṭhaṃ punar evedam āha vīryeṇāhaṃ puruṣaṃ kāryahetor dadyām eṣāṃ pañcamaṃ matprasūtam

Vyāsa sprach: Nachdem der Träger des Blitzes dieses Wort gehört hatte, sprach er zum Besten der Götter [Śiva] wiederum dies: Ich möchte durch meine Kraft, um der Aufgabe willen, diesen fünften, von mir gezeugten Mann hinzugeben.

Wort für Wort
vyāsa uvāca etac chrutvā vajrapāṇir vacas tu devaśreṣṭhaṃ punar evedam āha vīryeṇāhaṃ puruṣaṃ kāryahetor dadyām eṣāṃ pañcamaṃ matprasūtam
Vyāsa sprach: Nachdem der Träger des Blitzes dieses Wort gehört hatte, sprach er zum Besten der Götter [Śiva] wiederum dies: Ich möchte durch meine Kraft, um der Aufgabe willen, diesen fünften, von mir gezeugten Mann hinzugeben.

teṣāṃ kāmaṃ bhagavān ugradhanvā prādād iṣṭaṃ sannisargād yathoktam tāṃ cāpy eṣāṃ yoṣitaṃ lokakāntāṃ śriyaṃ bhāryāṃ vyadadhān mānuṣeṣu

Der erhabene Gott mit dem furchtbaren Bogen gewährte ihnen den erwünschten Wunsch, wie es der Natur entsprach und wie gesagt worden war; und auch jene Frau, die der Welt liebliche Śrī, bestimmte er zur gemeinsamen Gattin für sie unter den Menschen.

Wort für Wort
teṣāṃ kāmaṃ bhagavān ugradhanvā prādād iṣṭaṃ sannisargād yathoktam tāṃ cāpy eṣāṃ yoṣitaṃ lokakāntāṃ śriyaṃ bhāryāṃ vyadadhān mānuṣeṣu
Der erhabene Gott mit dem furchtbaren Bogen gewährte ihnen den erwünschten Wunsch, wie es der Natur entsprach und wie gesagt worden war; und auch jene Frau, die der Welt liebliche Śrī, bestimmte er zur gemeinsamen Gattin für sie unter den Menschen.

tair eva sārdhaṃ tu tataḥ sa devo jagāma nārāyaṇam aprameyam sa cāpi tad vyadadhāt sarvam eva tataḥ sarve saṃbabhūvur dharaṇyām

Zusammen mit ihnen ging jener Gott dann zum unermesslichen Nārāyaṇa; und auch dieser ordnete alles so an; darauf wurden sie alle auf der Erde geboren.

Wort für Wort
tair eva sārdhaṃ tu tataḥ sa devo jagāma nārāyaṇam aprameyam sa cāpi tad vyadadhāt sarvam eva tataḥ sarve saṃbabhūvur dharaṇyām
Zusammen mit ihnen ging jener Gott dann zum unermesslichen Nārāyaṇa; und auch dieser ordnete alles so an; darauf wurden sie alle auf der Erde geboren.

sa cāpi keśau harir udbabarha śuklam ekam aparaṃ cāpi kṛṣṇam tau cāpi keśau viśatāṃ yadūnāṃ kule striyau rohiṇīṃ devakīṃ ca tayor eko baladevo babhūva kṛṣṇo dvitīyaḥ keśavaḥ saṃbabhūva

Und Hari [Viṣṇu] zog zwei Haare aus, eines weiß und das andere schwarz; und jene beiden Haare gingen in zwei Frauen aus dem Geschlecht der Yadus ein, Rohiṇī und Devakī; aus dem einen wurde Baladeva, aus dem zweiten wurde Kṛṣṇa Keśava geboren.

Wort für Wort
sa cāpi keśau harir udbabarha śuklam ekam aparaṃ cāpi kṛṣṇam tau cāpi keśau viśatāṃ yadūnāṃ kule striyau rohiṇīṃ devakīṃ ca tayor eko baladevo babhūva kṛṣṇo dvitīyaḥ keśavaḥ saṃbabhūva
Und Hari [Viṣṇu] zog zwei Haare aus, eines weiß und das andere schwarz; und jene beiden Haare gingen in zwei Frauen aus dem Geschlecht der Yadus ein, Rohiṇī und Devakī; aus dem einen wurde Baladeva, aus dem zweiten wurde Kṛṣṇa Keśava geboren.

ye te pūrvaṃ śakrarūpā niruddhās tasyāṃ daryāṃ parvatasyottarasya ihaiva te pāṇḍavā vīryavantaḥ śakrasyāṃśaḥ pāṇḍavaḥ savyasācī

Jene, die zuvor in Indra-Gestalt in jener nördlichen Berghöhle eingeschlossen wurden – sie sind hier die kraftvollen Pāṇḍavas; ein Teil Śakras ist der Pāṇḍava Savyasācin.

Wort für Wort
ye te pūrvaṃ śakrarūpā niruddhās tasyāṃ daryāṃ parvatasyottarasya ihaiva te pāṇḍavā vīryavantaḥ śakrasyāṃśaḥ pāṇḍavaḥ savyasācī
Jene, die zuvor in Indra-Gestalt in jener nördlichen Berghöhle eingeschlossen wurden – sie sind hier die kraftvollen Pāṇḍavas; ein Teil Śakras ist der Pāṇḍava Savyasācin.

evam ete pāṇḍavāḥ saṃbabhūvur ye te rājan pūrvam indrā babhūvuḥ lakṣmīś caiṣāṃ pūrvam evopadiṣṭā bhāryā yaiṣā draupadī divyarūpā

So sind diese Pāṇḍavas geboren worden, die, o König, zuvor Indras waren; und die Lakṣmī, die für sie schon zuvor als Gattin bestimmt wurde, ist eben diese Draupadī von göttlicher Gestalt.

Wort für Wort
evam ete pāṇḍavāḥ saṃbabhūvur ye te rājan pūrvam indrā babhūvuḥ lakṣmīś caiṣāṃ pūrvam evopadiṣṭā bhāryā yaiṣā draupadī divyarūpā
So sind diese Pāṇḍavas geboren worden, die, o König, zuvor Indras waren; und die Lakṣmī, die für sie schon zuvor als Gattin bestimmt wurde, ist eben diese Draupadī von göttlicher Gestalt.

kathaṃ hi strī karmaṇo 'nte mahītalāt samuttiṣṭhed anyato daivayogāt yasyā rūpaṃ somasūryaprakāśaṃ gandhaś cāgryaḥ krośamātrāt pravāti

Wie könnte sonst eine Frau am Ende eines Rituals aus dem Erdboden emporsteigen, wenn nicht durch göttliche Fügung – eine, deren Schönheit dem Glanz von Mond und Sonne gleicht und deren vorzüglicher Duft noch aus der Entfernung einer Krośa [Anm.: ca. 3 km] weht?

Wort für Wort
kathaṃ hi strī karmaṇo 'nte mahītalāt samuttiṣṭhed anyato daivayogāt yasyā rūpaṃ somasūryaprakāśaṃ gandhaś cāgryaḥ krośamātrāt pravāti
Wie könnte sonst eine Frau am Ende eines Rituals aus dem Erdboden emporsteigen, wenn nicht durch göttliche Fügung – eine, deren Schönheit dem Glanz von Mond und Sonne gleicht und deren vorzüglicher Duft noch aus der Entfernung einer Krośa [Anm.: ca. 3 km] weht?

idaṃ cānyat prītipūrvaṃ narendra dadāmi te varam atyadbhutaṃ ca divyaṃ cakṣuḥ paśya kuntīsutāṃs tvaṃ puṇyair divyaiḥ pūrvadehair upetān

Und dies andere gebe ich dir zusätzlich aus Zuneigung, Herrscher der Menschen, eine überaus wunderbare Gabe: ein göttliches Auge; sieh die Söhne der Kuntī, ausgestattet mit ihren verdienstvollen, göttlichen früheren Körpern.

Wort für Wort
idaṃ cānyat prītipūrvaṃ narendra dadāmi te varam atyadbhutaṃ ca divyaṃ cakṣuḥ paśya kuntīsutāṃs tvaṃ puṇyair divyaiḥ pūrvadehair upetān
Und dies andere gebe ich dir zusätzlich aus Zuneigung, Herrscher der Menschen, eine überaus wunderbare Gabe: ein göttliches Auge; sieh die Söhne der Kuntī, ausgestattet mit ihren verdienstvollen, göttlichen früheren Körpern.

vaiśaṃpāyana uvāca tato vyāsaḥ paramodārakarmā śucir vipras tapasā tasya rājñaḥ cakṣur divyaṃ pradadau tān sa sarvān rājāpaśyat pūrvadehair yathāvat

Vaiśampāyana sprach: Da verlieh Vyāsa, von überaus edler Tat, der reine Brahmane, durch seine Askese jenem König das göttliche Auge; und der König sah sie alle in ihren früheren Körpern, wie es sich verhielt.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca tato vyāsaḥ paramodārakarmā śucir vipras tapasā tasya rājñaḥ cakṣur divyaṃ pradadau tān sa sarvān rājāpaśyat pūrvadehair yathāvat
Vaiśampāyana sprach: Da verlieh Vyāsa, von überaus edler Tat, der reine Brahmane, durch seine Askese jenem König das göttliche Auge; und der König sah sie alle in ihren früheren Körpern, wie es sich verhielt.

tato divyān hemakirīṭamālinaḥ śakraprakhyān pāvakādityavarṇān baddhāpīḍāṃś cārurūpāṃś ca yūno vyūḍhoraskāṃs tālamātrān dadarśa

Da erblickte er göttliche, mit goldenen Diademen und Kränzen geschmückte, Śakra gleichende, feuer- und sonnenfarbene, mit gebundenem Kopfschmuck versehene, schöngestaltete Jünglinge, breitbrüstig, von der Höhe einer Palme.

Wort für Wort
tato divyān hemakirīṭamālinaḥ śakraprakhyān pāvakādityavarṇān baddhāpīḍāṃś cārurūpāṃś ca yūno vyūḍhoraskāṃs tālamātrān dadarśa
Da erblickte er göttliche, mit goldenen Diademen und Kränzen geschmückte, Śakra gleichende, feuer- und sonnenfarbene, mit gebundenem Kopfschmuck versehene, schöngestaltete Jünglinge, breitbrüstig, von der Höhe einer Palme.

divyair vastrair arajobhiḥ suvarṇair mālyaiś cāgryaiḥ śobhamānān atīva sākṣāt tryakṣān vasavo vātha divyān ādityān vā sarvaguṇopapannān tān pūrvendrān evam īkṣyābhirūpān prīto rājā drupado vismitaś ca

– in himmlische, staublose, goldfarbene Gewänder und vortreffliche Kränze gehüllt, überaus strahlend, wie leibhaftige Dreiäugige, oder wie Vasus, oder wie göttliche Ādityas, mit allen Vorzügen ausgestattet; als König Drupada jene früheren Indras so anschaulich erblickte, war er erfreut und erstaunt zugleich.

Wort für Wort
divyair vastrair arajobhiḥ suvarṇair mālyaiś cāgryaiḥ śobhamānān atīva sākṣāt tryakṣān vasavo vātha divyān ādityān vā sarvaguṇopapannān tān pūrvendrān evam īkṣyābhirūpān prīto rājā drupado vismitaś ca
– in himmlische, staublose, goldfarbene Gewänder und vortreffliche Kränze gehüllt, überaus strahlend, wie leibhaftige Dreiäugige, oder wie Vasus, oder wie göttliche Ādityas, mit allen Vorzügen ausgestattet; als König Drupada jene früheren Indras so anschaulich erblickte, war er erfreut und erstaunt zugleich.

divyāṃ māyāṃ tām avāpyāprameyāṃ tāṃ caivāgryāṃ śriyam iva rūpiṇīṃ ca yogyāṃ teṣāṃ rūpatejoyaśobhiḥ patnīm ṛddhāṃ dṛṣṭavān pārthivendraḥ

Und nachdem er jene unermessliche göttliche Zauberkraft erlangt hatte, erblickte der Fürst der Fürsten auch jene vortreffliche, wie die leibhaftige Śrī gestaltete, ihnen an Schönheit, Glanz und Ruhm ebenbürtige, gedeihliche Gattin.

Wort für Wort
divyāṃ māyāṃ tām avāpyāprameyāṃ tāṃ caivāgryāṃ śriyam iva rūpiṇīṃ ca yogyāṃ teṣāṃ rūpatejoyaśobhiḥ patnīm ṛddhāṃ dṛṣṭavān pārthivendraḥ
Und nachdem er jene unermessliche göttliche Zauberkraft erlangt hatte, erblickte der Fürst der Fürsten auch jene vortreffliche, wie die leibhaftige Śrī gestaltete, ihnen an Schönheit, Glanz und Ruhm ebenbürtige, gedeihliche Gattin.

sa tad dṛṣṭvā mahad āścaryarūpaṃ jagrāha pādau satyavatyāḥ sutasya naitac citraṃ paramarṣe tvayīti prasannacetāḥ sa uvāca cainam

Als er jenes große, wunderbare Bild erblickt hatte, ergriff er die Füße des Sohnes der Satyavatī und sprach, heiteren Sinnes, zu ihm: Dies ist bei dir, du höchster Weiser, nicht verwunderlich.

Wort für Wort
sa tad dṛṣṭvā mahad āścaryarūpaṃ jagrāha pādau satyavatyāḥ sutasya naitac citraṃ paramarṣe tvayīti prasannacetāḥ sa uvāca cainam
Als er jenes große, wunderbare Bild erblickt hatte, ergriff er die Füße des Sohnes der Satyavatī und sprach, heiteren Sinnes, zu ihm: Dies ist bei dir, du höchster Weiser, nicht verwunderlich.

vyāsa uvāca āsīt tapovane kā cid ṛṣeḥ kanyā mahātmanaḥ nādhyagacchat patiṃ sā tu kanyā rūpavatī satī

Vyāsa sprach: Es lebte einst im Büßerwald die Tochter eines hochherzigen Ṛṣi; jene Jungfrau, schön und tugendhaft, fand jedoch keinen Gatten.

Wort für Wort
vyāsa uvāca āsīt tapovane kā cid ṛṣeḥ kanyā mahātmanaḥ nādhyagacchat patiṃ sā tu kanyā rūpavatī satī
Vyāsa sprach: Es lebte einst im Büßerwald die Tochter eines hochherzigen Ṛṣi; jene Jungfrau, schön und tugendhaft, fand jedoch keinen Gatten.

toṣayām āsa tapasā sā kilogreṇa śaṃkaram tām uvāceśvaraḥ prīto vṛṇu kāmam iti svayam

Sie erfreute durch furchtbare Askese den Śaṃkara; und der Herr sprach zu ihr, erfreut, aus eigenem Antrieb: Wähle einen Wunsch.

Wort für Wort
toṣayām āsa tapasā sā kilogreṇa śaṃkaram tām uvāceśvaraḥ prīto vṛṇu kāmam iti svayam
Sie erfreute durch furchtbare Askese den Śaṃkara; und der Herr sprach zu ihr, erfreut, aus eigenem Antrieb: Wähle einen Wunsch.

saivam uktābravīt kanyā devaṃ varadam īśvaram patiṃ sarvaguṇopetam icchāmīti punaḥ punaḥ

So angesprochen, sagte die Jungfrau zum wunschgewährenden Gott, dem Herrn: Einen mit allen Vorzügen ausgestatteten Gatten wünsche ich – wieder und wieder.

Wort für Wort
saivam uktābravīt kanyā devaṃ varadam īśvaram patiṃ sarvaguṇopetam icchāmīti punaḥ punaḥ
So angesprochen, sagte die Jungfrau zum wunschgewährenden Gott, dem Herrn: Einen mit allen Vorzügen ausgestatteten Gatten wünsche ich – wieder und wieder.

dadau tasyai sa deveśas taṃ varaṃ prītimāṃs tadā pañca te patayaḥ śreṣṭhā bhaviṣyantīti śaṃkaraḥ

Da gewährte ihr der Götterherr, erfreut, jenen Wunsch: Fünf vortreffliche Gatten wirst du haben – so sprach Śaṃkara.

Wort für Wort
dadau tasyai sa deveśas taṃ varaṃ prītimāṃs tadā pañca te patayaḥ śreṣṭhā bhaviṣyantīti śaṃkaraḥ
Da gewährte ihr der Götterherr, erfreut, jenen Wunsch: Fünf vortreffliche Gatten wirst du haben – so sprach Śaṃkara.

sā prasādayatī devam idaṃ bhūyo 'bhyabhāṣata ekaṃ patiṃ guṇopetaṃ tvatto 'rhāmīti vai tadā tāṃ devadevaḥ prītātmā punaḥ prāha śubhaṃ vacaḥ

Sie, den Gott besänftigend, sprach da wiederum dies: Einen einzigen, mit Vorzügen ausgestatteten Gatten wünsche ich mir von dir zu erlangen – da sprach der Gott der Götter, erfreuten Sinnes, wiederum ein günstiges Wort zu ihr.

Wort für Wort
sā prasādayatī devam idaṃ bhūyo 'bhyabhāṣata ekaṃ patiṃ guṇopetaṃ tvatto 'rhāmīti vai tadā tāṃ devadevaḥ prītātmā punaḥ prāha śubhaṃ vacaḥ
Sie, den Gott besänftigend, sprach da wiederum dies: Einen einzigen, mit Vorzügen ausgestatteten Gatten wünsche ich mir von dir zu erlangen – da sprach der Gott der Götter, erfreuten Sinnes, wiederum ein günstiges Wort zu ihr.

pañcakṛtvas tvayā uktaḥ patiṃ dehīty ahaṃ punaḥ tat tathā bhavitā bhadre tava tad bhadram astu te deham anyaṃ gatāyās te yathoktaṃ tad bhaviṣyati

Fünfmal hast du zu mir gesagt: Gib mir einen Gatten; so soll es geschehen, Holde – Heil sei dir; wenn du einen anderen Körper erlangt hast, wird geschehen, was gesagt wurde.

Wort für Wort
pañcakṛtvas tvayā uktaḥ patiṃ dehīty ahaṃ punaḥ tat tathā bhavitā bhadre tava tad bhadram astu te deham anyaṃ gatāyās te yathoktaṃ tad bhaviṣyati
Fünfmal hast du zu mir gesagt: Gib mir einen Gatten; so soll es geschehen, Holde – Heil sei dir; wenn du einen anderen Körper erlangt hast, wird geschehen, was gesagt wurde.

drupadaiṣā hi sā jajñe sutā te devarūpiṇī pañcānāṃ vihitā patnī kṛṣṇā pārṣaty aninditā

Drupada, eben jene wurde als deine Tochter geboren, von göttlicher Gestalt; als Gattin der Fünf ist sie bestimmt, die makellose Kṛṣṇā, Tochter des Pṛṣata.

Wort für Wort
drupadaiṣā hi sā jajñe sutā te devarūpiṇī pañcānāṃ vihitā patnī kṛṣṇā pārṣaty aninditā
Drupada, eben jene wurde als deine Tochter geboren, von göttlicher Gestalt; als Gattin der Fünf ist sie bestimmt, die makellose Kṛṣṇā, Tochter des Pṛṣata.

svargaśrīḥ pāṇḍavārthāya samutpannā mahāmakhe seha taptvā tapo ghoraṃ duhitṛtvaṃ tavāgatā

Die himmlische Śrī ist um der Pāṇḍavas willen im großen Opfer entstanden; nachdem sie hier furchtbare Askese geübt hatte, gelangte sie zur Tochterschaft bei dir.

Wort für Wort
svargaśrīḥ pāṇḍavārthāya samutpannā mahāmakhe seha taptvā tapo ghoraṃ duhitṛtvaṃ tavāgatā
Die himmlische Śrī ist um der Pāṇḍavas willen im großen Opfer entstanden; nachdem sie hier furchtbare Askese geübt hatte, gelangte sie zur Tochterschaft bei dir.

saiṣā devī rucirā devajuṣṭā pañcānām ekā svakṛtena karmaṇā sṛṣṭā svayaṃ devapatnī svayambhuvā śrutvā rājan drupadeṣṭaṃ kuruṣva

Sie, diese anmutige, von den Göttern begünstigte Göttin, ist durch ihr eigenes Tun die eine Gattin der Fünf geworden; als Gattin der Götter wurde sie vom Selbstentstandenen selbst so bestimmt; nachdem du dies gehört hast, o König Drupada, handle wie gewünscht.

Wort für Wort
saiṣā devī rucirā devajuṣṭā pañcānām ekā svakṛtena karmaṇā sṛṣṭā svayaṃ devapatnī svayambhuvā śrutvā rājan drupadeṣṭaṃ kuruṣva
Sie, diese anmutige, von den Göttern begünstigte Göttin, ist durch ihr eigenes Tun die eine Gattin der Fünf geworden; als Gattin der Götter wurde sie vom Selbstentstandenen selbst so bestimmt; nachdem du dies gehört hast, o König Drupada, handle wie gewünscht.

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