Kapitel 4: (unbenannter Übergangs-Adhyāya, Pauloma-parva-Einleitung)
Übergangs-Adhyāya: Śaunaka empfängt den Sūta Ugraśravas im Naimiṣa-Wald — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,004.001“ bis „01,004.011“). Kurzer, gemischt aus Prosa (Großbuchstaben-Suffixe A/B/C) und Vers (Kleinbuchstaben-Padas a/c) bestehender Adhyāya, der die Rahmensituation der gesamten folgenden Erzählung neu verankert: Ugraśravas Sūta trifft im Naimiṣa-Wald bei Śaunakas zwölfjährigem Opfer ein; die versammelten Weisen bitten ihn zu warten, bis Śaunaka selbst den Sitz eingenommen hat. Ein textkritisch als Einschub markierter Apparatspassus bei Vers 2 (nicht übersetzt, siehe Anmerkung dort) bildet die Brücke zur vorangegangenen Uttaṅka-Erzählung (Adhyāya 3) und kündigt einen „weiteren Anlass“ (nimittāntaram) für das Schlangenopfer an — dies leitet zur ausführlichen Bhṛgu-/Pauloma-Erzählung über, die in Adhyāya 5 mit Śaunakas Frage beginnt. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers-/Prosa-Einheit.
Ugraśravas, der Sohn Lomaharṣaṇas, der Sūta und Kenner der Purāṇas, kam im Naimiṣa-Wald zum zwölfjährigen Opferfest des Hausvaters Śaunaka und wartete den dort versammelten Weisen auf.
Ugraśravas, der Sohn Lomaharṣaṇas, der Sūta und Kenner der Purāṇas, kam im Naimiṣa-Wald zum zwölfjährigen Opferfest des Hausvaters Śaunaka und wartete den dort versammelten Weisen auf.
paurāṇikaḥ purāṇe kṛtaśramaḥ sa tān kṛtāñjalir uvāca | kiṃ bhavantaḥ śrotum icchanti | kim ahaṃ bruvāṇīti
Der in der Purāṇa-Kunde Geübte sprach, die Hände ehrfürchtig gefaltet, zu ihnen: „Was wünscht ihr, Verehrte, zu hören? Was soll ich erzählen?“
Wort für Wort
paurāṇikaḥ purāṇe kṛtaśramaḥ sa tān kṛtāñjalir uvāca | kiṃ bhavantaḥ śrotum icchanti | kim ahaṃ bruvāṇīti
Der in der Purāṇa-Kunde Geübte sprach, die Hände ehrfürchtig gefaltet, zu ihnen: „Was wünscht ihr, Verehrte, zu hören? Was soll ich erzählen?“
[Anm.: Im Apparat ist an dieser Stelle ein textkritisch als Einschub markierter Passus überliefert (nicht Teil des konstituierten Haupttextes, daher hier nicht übersetzt), der sinngemäß besagt: „Von mir ist die ganze Geschichte Uttaṅkas erzählt worden; dies hier ist ein weiterer [anderer] Anlass für Janamejayas Schlangenopfer.“ Er bildet die Brücke von Adhyāya 3 (Pauṣyaparva/Uttaṅka) zur nun folgenden zweiten, ausführlicheren Erzählung vom Schlangenopfer.]
tam ṛṣaya ūcuḥ | paramaṃ lomaharṣaṇe prakṣyāmas tvāṃ vakṣyasi ca naḥ śuśrūṣatāṃ kathāyogam | tad bhagavāṃs tu tāvac chaunako 'gniśaraṇam adhyāste
Die Weisen sprachen zu ihm: „O Sohn Lomaharṣaṇas, wir wollen dich nach dem Höchsten fragen, und du sollst uns, die wir zu hören begehren, den Zusammenhang der Erzählung berichten. Doch weilt der ehrwürdige Śaunaka gerade jetzt im Feuerheiligtum.“
Wort für Wort
tam ṛṣaya ūcuḥ | paramaṃ lomaharṣaṇe prakṣyāmas tvāṃ vakṣyasi ca naḥ śuśrūṣatāṃ kathāyogam | tad bhagavāṃs tu tāvac chaunako 'gniśaraṇam adhyāste
Die Weisen sprachen zu ihm: „O Sohn Lomaharṣaṇas, wir wollen dich nach dem Höchsten fragen, und du sollst uns, die wir zu hören begehren, den Zusammenhang der Erzählung berichten. Doch weilt der ehrwürdige Śaunaka gerade jetzt im Feuerheiligtum.“
yo 'sau divyāḥ kathā veda devatāsurasaṃkathāḥ | manuṣyoragagandharvakathā veda ca sarvaśaḥ
Er, der die göttlichen Erzählungen kennt, die Geschichten von Göttern und Asuras, und der auch die Erzählungen von Menschen, Schlangenwesen und Gandharvas vollständig kennt —
Wort für Wort
yo 'sau divyāḥ kathā veda devatāsurasaṃkathāḥ | manuṣyoragagandharvakathā veda ca sarvaśaḥ
Er, der die göttlichen Erzählungen kennt, die Geschichten von Göttern und Asuras, und der auch die Erzählungen von Menschen, Schlangenwesen und Gandharvas vollständig kennt —
er ist, o Sohn des Sūta, bei diesem Opfer der gelehrte Hausvater und Zweifachgeborene, tüchtig, seinen Gelübden treu, weise, ein Lehrer in der Lehre der Āraṇyakas —
er ist, o Sohn des Sūta, bei diesem Opfer der gelehrte Hausvater und Zweifachgeborene, tüchtig, seinen Gelübden treu, weise, ein Lehrer in der Lehre der Āraṇyakas —
Sūta sprach: „So sei es. Wenn jener hochgesinnte Lehrer sich gesetzt hat, werde ich, von ihm befragt, heilige Erzählungen mannigfaltigen Inhalts berichten.“
Sūta sprach: „So sei es. Wenn jener hochgesinnte Lehrer sich gesetzt hat, werde ich, von ihm befragt, heilige Erzählungen mannigfaltigen Inhalts berichten.“