Kapitel 124: Astra-Pradarśanārambhaḥ
Der Beginn der Waffenschau
Droṇa meldet Dhṛtarāṣṭra die vollendete Ausbildung der Prinzen und bittet um Erlaubnis für eine öffentliche Waffenschau. Auf eigens vermessenem, geweihtem Turnierplatz wird eine prächtige Zuschauertribüne errichtet; ganz Hāstinapura, angeführt von Gāndhārī und Kuntī sowie allen vier Ständen, strömt herbei. Nach feierlichem Opfer und Segensspruch treten die gerüsteten Prinzen mit Yudhiṣṭhira an der Spitze auf und zeigen der Reihe nach ihre Kunst mit Pfeil und Bogen zu Wagen, auf Elefanten- und Pferderücken sowie im Schwert- und Schildkampf, zur Bewunderung der Menge. Zum Abschluss treten Duryodhana und Bhīma mit Keulen bewaffnet zum Zweikampf an, während Vidura und ein weiterer Berichterstatter dem blinden Königspaar das Geschehen schildern.
vaiśaṃpāyana uvāca kṛtāstrān dhārtarāṣṭrāṃś ca pāṇḍuputrāṃś ca bhārata dṛṣṭvā droṇo 'bravīd rājan dhṛtarāṣṭraṃ janeśvaram
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er die Söhne Dhṛtarāṣṭras und die Söhne Pāṇḍus in den Waffen vollendet sah, o Bhārata, sprach Droṇa, o König, zu Dhṛtarāṣṭra, dem Herrscher der Menschen:
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca kṛtāstrān dhārtarāṣṭrāṃś ca pāṇḍuputrāṃś ca bhārata dṛṣṭvā droṇo 'bravīd rājan dhṛtarāṣṭraṃ janeśvaram
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er die Söhne Dhṛtarāṣṭras und die Söhne Pāṇḍus in den Waffen vollendet sah, o Bhārata, sprach Droṇa, o König, zu Dhṛtarāṣṭra, dem Herrscher der Menschen:
kṣattar yad gurur ācāryo bravīti kuru tat tathā na hīdṛśaṃ priyaṃ manye bhavitā dharmavatsala
‚Kṣattṛ, was der Lehrer und Meister sagt, das tue ebenso; denn ich glaube nicht, dass es mir etwas Lieberes geben wird, o Freund der Rechtschaffenheit.'
Wort für Wort
kṣattar yad gurur ācāryo bravīti kuru tat tathā na hīdṛśaṃ priyaṃ manye bhavitā dharmavatsala
‚Kṣattṛ, was der Lehrer und Meister sagt, das tue ebenso; denn ich glaube nicht, dass es mir etwas Lieberes geben wird, o Freund der Rechtschaffenheit.'
Darauf verabschiedete sich der hochweise Sohn Bharadvājas vom König, ging, von Vidura begleitet, hinaus und ließ ein Stück Land vermessen: eben, ohne Bäume, ohne Gestrüpp, mit gutem Wasserabfluss gelegen.
Darauf verabschiedete sich der hochweise Sohn Bharadvājas vom König, ging, von Vidura begleitet, hinaus und ließ ein Stück Land vermessen: eben, ohne Bäume, ohne Gestrüpp, mit gutem Wasserabfluss gelegen.
tasyāṃ bhūmau baliṃ cakre tithau nakṣatrapūjite avaghuṣṭaṃ pure cāpi tadarthaṃ vadatāṃ vara
Auf diesem Grund brachte er an einem durch ein Mondhaus geheiligten Tag ein Opfer dar; und der Beste der Redner ließ es auch in der Stadt bekannt machen.
Wort für Wort
tasyāṃ bhūmau baliṃ cakre tithau nakṣatrapūjite avaghuṣṭaṃ pure cāpi tadarthaṃ vadatāṃ vara
Auf diesem Grund brachte er an einem durch ein Mondhaus geheiligten Tag ein Opfer dar; und der Beste der Redner ließ es auch in der Stadt bekannt machen.
raṅgabhūmau suvipulaṃ śāstradṛṣṭaṃ yathāvidhi prekṣāgāraṃ suvihitaṃ cakrus tatra ca śilpinaḥ rājñaḥ sarvāyudhopetaṃ strīṇāṃ caiva nararṣabha
Auf dem Turnierplatz errichteten die Handwerker eine überaus weitläufige, den Lehrbüchern gemäß nach rechtem Ritus wohlgestaltete Zuschauertribüne, für den König, mit allen Waffen ausgestattet, und ebenso für die Frauen, o Stier unter den Männern.
Wort für Wort
raṅgabhūmau suvipulaṃ śāstradṛṣṭaṃ yathāvidhi prekṣāgāraṃ suvihitaṃ cakrus tatra ca śilpinaḥ rājñaḥ sarvāyudhopetaṃ strīṇāṃ caiva nararṣabha
Auf dem Turnierplatz errichteten die Handwerker eine überaus weitläufige, den Lehrbüchern gemäß nach rechtem Ritus wohlgestaltete Zuschauertribüne, für den König, mit allen Waffen ausgestattet, und ebenso für die Frauen, o Stier unter den Männern.
gāndhārī ca mahābhāgā kuntī ca jayatāṃ vara striyaś ca sarvā yā rājñaḥ sapreṣyāḥ saparicchadāḥ harṣād āruruhur mañcān meruṃ devastriyo yathā
Auch die hochbeglückte Gāndhārī und Kuntī, o Bester der Sieger, und alle Frauen des Königs samt ihrem Gefolge und ihrer Dienerschaft bestiegen freudig die Gerüste, wie Götterfrauen den Berg Meru.
Wort für Wort
gāndhārī ca mahābhāgā kuntī ca jayatāṃ vara striyaś ca sarvā yā rājñaḥ sapreṣyāḥ saparicchadāḥ harṣād āruruhur mañcān meruṃ devastriyo yathā
Auch die hochbeglückte Gāndhārī und Kuntī, o Bester der Sieger, und alle Frauen des Königs samt ihrem Gefolge und ihrer Dienerschaft bestiegen freudig die Gerüste, wie Götterfrauen den Berg Meru.
brāhmaṇakṣatriyādyaṃ ca cāturvarṇyaṃ purād drutam darśanepsu samabhyāgāt kumārāṇāṃ kṛtāstratām
Und alle vier Stände, angeführt von Brahmanen und Kṣatriyas, strömten eilends aus der Stadt herbei, begierig, die vollendete Waffenkunst der Prinzen zu sehen.
Wort für Wort
brāhmaṇakṣatriyādyaṃ ca cāturvarṇyaṃ purād drutam darśanepsu samabhyāgāt kumārāṇāṃ kṛtāstratām
Und alle vier Stände, angeführt von Brahmanen und Kṣatriyas, strömten eilends aus der Stadt herbei, begierig, die vollendete Waffenkunst der Prinzen zu sehen.
te sma lakṣyāṇi vividhur bāṇair nāmāṅkaśobhitaiḥ vividhair lāghavotsṛṣṭair uhyanto vājibhir drutam
Sie durchbohrten die Ziele mit Pfeilen, die mit ihrem Namenszeichen geschmückt waren, vielfältig, mit Geschick abgeschossen, während sie auf schnellen Pferden dahingetragen wurden.
Wort für Wort
te sma lakṣyāṇi vividhur bāṇair nāmāṅkaśobhitaiḥ vividhair lāghavotsṛṣṭair uhyanto vājibhir drutam
Sie durchbohrten die Ziele mit Pfeilen, die mit ihrem Namenszeichen geschmückt waren, vielfältig, mit Geschick abgeschossen, während sie auf schnellen Pferden dahingetragen wurden.
kṛtvā dhanuṣi te mārgān rathacaryāsu cāsakṛt gajapṛṣṭhe 'śvapṛṣṭhe ca niyuddhe ca mahābalāḥ
Nachdem sie ihre Bogenkunst gezeigt hatten und wiederholt ihre Fahrkünste auf dem Wagen, auf dem Elefantenrücken, auf dem Pferderücken und im Ringkampf, die Mächtigen,
Wort für Wort
kṛtvā dhanuṣi te mārgān rathacaryāsu cāsakṛt gajapṛṣṭhe 'śvapṛṣṭhe ca niyuddhe ca mahābalāḥ
Nachdem sie ihre Bogenkunst gezeigt hatten und wiederholt ihre Fahrkünste auf dem Wagen, auf dem Elefantenrücken, auf dem Pferderücken und im Ringkampf, die Mächtigen,
viduro dhṛtarāṣṭrāya gāndhāryai pāṇḍavāraṇiḥ nyavedayetāṃ tat sarvaṃ kumārāṇāṃ viceṣṭitam
Vidura berichtete Dhṛtarāṣṭra, und Kuntī, die Pṛthā [Anm.: pāṇḍavāraṇiḥ, wörtl. ‚das Zündholz (Araṇi) der Pāṇḍavas' – ein Bild für die Mutter als Ursprung ihrer Söhne; vgl. die Parallelstelle Adh.125,17 (‚pṛthāraṇisamudbhūtaiḥ ... pāṇḍavavahnibhiḥ', ‚die aus Pṛthās Zündholz entsprungenen Pāṇḍava-Feuer'), die diese Deutung stützt], berichtete Gāndhārī all das Treiben der Prinzen.
Wort für Wort
viduro dhṛtarāṣṭrāya gāndhāryai pāṇḍavāraṇiḥ nyavedayetāṃ tat sarvaṃ kumārāṇāṃ viceṣṭitam
Vidura berichtete Dhṛtarāṣṭra, und Kuntī, die Pṛthā [Anm.: pāṇḍavāraṇiḥ, wörtl. ‚das Zündholz (Araṇi) der Pāṇḍavas' – ein Bild für die Mutter als Ursprung ihrer Söhne; vgl. die Parallelstelle Adh.125,17 (‚pṛthāraṇisamudbhūtaiḥ ... pāṇḍavavahnibhiḥ', ‚die aus Pṛthās Zündholz entsprungenen Pāṇḍava-Feuer'), die diese Deutung stützt], berichtete Gāndhārī all das Treiben der Prinzen.
[Anm.: Übersetzung nachträglich korrigiert (s. Anm. im Text) im Licht der Parallelstelle Adh.125,17.