Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 57: Vaṃśānukīrtanam (Adhyāya 57, Kritische Ausgabe) Die große Genealogie: Uparicara Vasu, Satyavatī, Vyāsa und die Geburt der Hauptfiguren

Das zentrale Genealogie-Kapitel: König Uparicara Vasu von Cedi, Indras Wagen-/Kranz-Gabe, Ursprung des Indra-Festes; Vasus Same, der Falkenkampf, Adrikā als Fisch, Geburt von Matsya und Satyavatī; Satyavatī und Parāśara, Geburt Vyāsas (Dvaipāyana), seine Vedenteilung und seine fünf Schüler; sodann in rascher Folge die Geburten Bhīṣmas, des Māṇḍavya-Fluchs und Viduras, Saṃjayas und Karṇas, Kṛṣṇas als Viṣṇu-Inkarnation (mit theologischer Beschreibung), Sātyakis, Kṛtavarmans, Droṇas, Kṛpas/Kṛpīs, Dhṛṣṭadyumnas, Draupadīs, Śakunis, Dhṛtarāṣṭras und Pāṇḍus, der fünf Pāṇḍavas (von den Göttern gezeugt), der hundert Kaurava-Söhne, Abhimanyus, der fünf Upapāṇḍavas (Söhne Draupadīs), Ghaṭotkacas und Śikhaṇḍins. Damit ist das genealogische Fundament des gesamten Epos gelegt.

vaiśaṃpāyana uvāca rājoparicaro nāma dharmanityo mahīpatiḥ babhūva mṛgayāṃ gantuṃ sa kadā cid dhṛtavrataḥ

Vaiśampāyana sprach: Es gab einen König namens Uparicara, dem Dharma stets ergeben, einen Herrscher der Erde, der einst, an ein Gelübde gebunden, zur Jagd auszog.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca rājoparicaro nāma dharmanityo mahīpatiḥ babhūva mṛgayāṃ gantuṃ sa kadā cid dhṛtavrataḥ
Vaiśampāyana sprach: Es gab einen König namens Uparicara, dem Dharma stets ergeben, einen Herrscher der Erde, der einst, an ein Gelübde gebunden, zur Jagd auszog.

sa cediviṣayaṃ ramyaṃ vasuḥ pauravanandanaḥ indropadeśāj jagrāha grahaṇīyaṃ mahīpatiḥ

Er, Vasu, der Freude-Bringer des Puru-Geschlechts, nahm das liebliche Gebiet von Cedi auf Anweisung Indras in Besitz, der Herrscher der Erde, ein Land, wert, ergriffen zu werden.

Wort für Wort
sa cediviṣayaṃ ramyaṃ vasuḥ pauravanandanaḥ indropadeśāj jagrāha grahaṇīyaṃ mahīpatiḥ
Er, Vasu, der Freude-Bringer des Puru-Geschlechts, nahm das liebliche Gebiet von Cedi auf Anweisung Indras in Besitz, der Herrscher der Erde, ein Land, wert, ergriffen zu werden.

tam āśrame nyastaśastraṃ nivasantaṃ taporatim devaḥ sākṣāt svayaṃ vajrī samupāyān mahīpatim

Zu ihm, der in der Einsiedelei die Waffen abgelegt hatte und in Askese verweilte, kam der Gott selbst, der Vajra-Träger, persönlich zu dem Herrscher der Erde.

Wort für Wort
tam āśrame nyastaśastraṃ nivasantaṃ taporatim devaḥ sākṣāt svayaṃ vajrī samupāyān mahīpatim
Zu ihm, der in der Einsiedelei die Waffen abgelegt hatte und in Askese verweilte, kam der Gott selbst, der Vajra-Träger, persönlich zu dem Herrscher der Erde.

indratvam arho rājāyaṃ tapasety anucintya vai taṃ sāntvena nṛpaṃ sākṣāt tapasaḥ saṃnyavartayat

„Dieser König ist würdig, durch Askese den Rang Indras zu erlangen“ – so bedenkend, hielt er, Indra, den König durch freundliche Worte persönlich von weiterer Askese ab.

Wort für Wort
indratvam arho rājāyaṃ tapasety anucintya vai taṃ sāntvena nṛpaṃ sākṣāt tapasaḥ saṃnyavartayat
„Dieser König ist würdig, durch Askese den Rang Indras zu erlangen“ – so bedenkend, hielt er, Indra, den König durch freundliche Worte persönlich von weiterer Askese ab.

indra uvāca na saṃkīryeta dharmo 'yaṃ pṛthivyāṃ pṛthivīpate taṃ pāhi dharmo hi dhṛtaḥ kṛtsnaṃ dhārayate jagat

Indra sprach: „Nicht soll dieser Dharma auf Erden zunichtewerden, Herr der Erde; behüte ihn – denn der aufrechterhaltene Dharma trägt die ganze Welt.“

Wort für Wort
indra uvāca na saṃkīryeta dharmo 'yaṃ pṛthivyāṃ pṛthivīpate taṃ pāhi dharmo hi dhṛtaḥ kṛtsnaṃ dhārayate jagat
Indra sprach: „Nicht soll dieser Dharma auf Erden zunichtewerden, Herr der Erde; behüte ihn – denn der aufrechterhaltene Dharma trägt die ganze Welt.“

lokyaṃ dharmaṃ pālaya tvaṃ nityayuktaḥ samāhitaḥ dharmayuktas tato lokān puṇyān āpsyasi śāśvatān

„Bewahre du den der Welt heilsamen Dharma, stets hingegeben, gesammelt; dem Dharma verbunden wirst du dann verdienstvolle, ewige Welten erlangen.“

Wort für Wort
lokyaṃ dharmaṃ pālaya tvaṃ nityayuktaḥ samāhitaḥ dharmayuktas tato lokān puṇyān āpsyasi śāśvatān
„Bewahre du den der Welt heilsamen Dharma, stets hingegeben, gesammelt; dem Dharma verbunden wirst du dann verdienstvolle, ewige Welten erlangen.“

diviṣṭhasya bhuviṣṭhas tvaṃ sakhā bhūtvā mama priyaḥ ūdhaḥ pṛthivyā yo deśas tam āvasa narādhipa

„Im Himmel weilend, [zugleich] auf Erden weilend, sei mein lieber Freund; das Land, das gleichsam das Euter der Erde ist, das bewohne, Herrscher der Menschen.“

Wort für Wort
diviṣṭhasya bhuviṣṭhas tvaṃ sakhā bhūtvā mama priyaḥ ūdhaḥ pṛthivyā yo deśas tam āvasa narādhipa
„Im Himmel weilend, [zugleich] auf Erden weilend, sei mein lieber Freund; das Land, das gleichsam das Euter der Erde ist, das bewohne, Herrscher der Menschen.“

[Anm.: „ūdhaḥ pṛthivyāḥ“ (‚das Euter der Erde‘) ist ein Bild für besonders fruchtbares Land.]

paśavyaś caiva puṇyaś ca susthiro dhanadhānyavān svārakṣyaś caiva saumyaś ca bhogyair bhūmiguṇair yutaḥ

„Ein Land, viehreich, verdienstvoll, überaus beständig, reich an Besitz und Getreide, gut zu beschützen, mild, versehen mit genussreichen Vorzügen des Bodens,“

Wort für Wort
paśavyaś caiva puṇyaś ca susthiro dhanadhānyavān svārakṣyaś caiva saumyaś ca bhogyair bhūmiguṇair yutaḥ
„Ein Land, viehreich, verdienstvoll, überaus beständig, reich an Besitz und Getreide, gut zu beschützen, mild, versehen mit genussreichen Vorzügen des Bodens,“

aty anyān eṣa deśo hi dhanaratnādibhir yutaḥ vasupūrṇā ca vasudhā vasa cediṣu cedipa

„dieses Land übertrifft andere, denn es ist reich an Schätzen, Juwelen und dergleichen; und die Erde ist voller Reichtum – wohne bei den Cedis, Herrscher der Cedis.“

Wort für Wort
aty anyān eṣa deśo hi dhanaratnādibhir yutaḥ vasupūrṇā ca vasudhā vasa cediṣu cedipa
„dieses Land übertrifft andere, denn es ist reich an Schätzen, Juwelen und dergleichen; und die Erde ist voller Reichtum – wohne bei den Cedis, Herrscher der Cedis.“

[Anm.: Im Sanskrit ein dreifaches Wortspiel mit „vasu“ (Reichtum) und dem Namen des Königs Vasu: „vasupūrṇā... vasa... vasu-pate“ – im Deutschen nicht nachbildbar.]

dharmaśīlā janapadāḥ susaṃtoṣāś ca sādhavaḥ na ca mithyāpralāpo 'tra svaireṣv api kuto 'nyathā

„Von dharmagesinnten Volksstämmen [bewohnt], zufrieden und rechtschaffen – dort gibt es kein falsches Gerede, selbst nicht im eigenen Belieben, geschweige denn anderswie.“

Wort für Wort
dharmaśīlā janapadāḥ susaṃtoṣāś ca sādhavaḥ na ca mithyāpralāpo 'tra svaireṣv api kuto 'nyathā
„Von dharmagesinnten Volksstämmen [bewohnt], zufrieden und rechtschaffen – dort gibt es kein falsches Gerede, selbst nicht im eigenen Belieben, geschweige denn anderswie.“

na ca pitrā vibhajyante narā guruhite ratāḥ yuñjate dhuri no gāś ca kṛśāḥ saṃdhukṣayanti ca

„Und die Männer trennen sich nicht vom Vater [bleiben ungeteilt], dem Wohl der Älteren zugetan; sie spannen auch nicht abgemagerte Rinder vor das Joch, noch lassen sie sie [durch Überlastung] auszehren.“

Wort für Wort
na ca pitrā vibhajyante narā guruhite ratāḥ yuñjate dhuri no gāś ca kṛśāḥ saṃdhukṣayanti ca
„Und die Männer trennen sich nicht vom Vater [bleiben ungeteilt], dem Wohl der Älteren zugetan; sie spannen auch nicht abgemagerte Rinder vor das Joch, noch lassen sie sie [durch Überlastung] auszehren.“

[Anm.: „na ca pitrā vibhajyante“ bezieht sich vermutlich auf den Idealzustand ungeteilter Familien-/Erbgemeinschaft; die genaue Nuance bleibt unsicher.]

sarve varṇāḥ svadharmasthāḥ sadā cediṣu mānada na te 'sty aviditaṃ kiṃ cit triṣu lokeṣu yad bhavet

„Alle Stände bleiben ihrem eigenen Dharma treu, stets bei den Cedis, du Ehrenspender; ihnen ist nichts unbekannt, was in den drei Welten existiert.“

Wort für Wort
sarve varṇāḥ svadharmasthāḥ sadā cediṣu mānada na te 'sty aviditaṃ kiṃ cit triṣu lokeṣu yad bhavet
„Alle Stände bleiben ihrem eigenen Dharma treu, stets bei den Cedis, du Ehrenspender; ihnen ist nichts unbekannt, was in den drei Welten existiert.“

devopabhogyaṃ divyaṃ ca ākāśe sphāṭikaṃ mahat ākāśagaṃ tvāṃ maddattaṃ vimānam upapatsyate

„Einen für Götter genussfähigen, himmlischen, großen kristallenen Wagen im Luftraum – einen luftfahrenden Wagen, von mir geschenkt, wirst du erhalten.“

Wort für Wort
devopabhogyaṃ divyaṃ ca ākāśe sphāṭikaṃ mahat ākāśagaṃ tvāṃ maddattaṃ vimānam upapatsyate
„Einen für Götter genussfähigen, himmlischen, großen kristallenen Wagen im Luftraum – einen luftfahrenden Wagen, von mir geschenkt, wirst du erhalten.“

tvam ekaḥ sarvamartyeṣu vimānavaram āsthitaḥ cariṣyasy uparistho vai devo vigrahavān iva

„Du allein unter allen Sterblichen wirst, auf dem vortrefflichsten Luftwagen weilend, in der Höhe umherfahren, gleichsam ein Gott mit Körperform.“

Wort für Wort
tvam ekaḥ sarvamartyeṣu vimānavaram āsthitaḥ cariṣyasy uparistho vai devo vigrahavān iva
„Du allein unter allen Sterblichen wirst, auf dem vortrefflichsten Luftwagen weilend, in der Höhe umherfahren, gleichsam ein Gott mit Körperform.“

dadāmi te vaijayantīṃ mālām amlānapaṅkajām dhārayiṣyati saṃgrāme yā tvāṃ śastrair avikṣatam

„Ich gebe dir den Vaijayantī-Kranz aus unverwelkenden Lotosblumen; er wird dich im Kampf unversehrt von Waffen bewahren.“

Wort für Wort
dadāmi te vaijayantīṃ mālām amlānapaṅkajām dhārayiṣyati saṃgrāme yā tvāṃ śastrair avikṣatam
„Ich gebe dir den Vaijayantī-Kranz aus unverwelkenden Lotosblumen; er wird dich im Kampf unversehrt von Waffen bewahren.“

lakṣaṇaṃ caitad eveha bhavitā te narādhipa indramāleti vikhyātaṃ dhanyam apratimaṃ mahat

„Und dies soll dir hier zum Kennzeichen werden, Herrscher der Menschen: als ‚Indra-Kranz‘ bekannt, glückverheißend, unvergleichlich, groß.“

Wort für Wort
lakṣaṇaṃ caitad eveha bhavitā te narādhipa indramāleti vikhyātaṃ dhanyam apratimaṃ mahat
„Und dies soll dir hier zum Kennzeichen werden, Herrscher der Menschen: als ‚Indra-Kranz‘ bekannt, glückverheißend, unvergleichlich, groß.“

vaiśaṃpāyana uvāca yaṣṭiṃ ca vaiṇavīṃ tasmai dadau vṛtraniṣūdanaḥ iṣṭapradānam uddiśya śiṣṭānāṃ paripālinīm

Vaiśampāyana sprach: Einen Bambusstab gab ihm zudem der Vernichter Vṛtras, zur Gewährung von Wünschen bestimmt, zum Schutz der Rechtschaffenen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca yaṣṭiṃ ca vaiṇavīṃ tasmai dadau vṛtraniṣūdanaḥ iṣṭapradānam uddiśya śiṣṭānāṃ paripālinīm
Vaiśampāyana sprach: Einen Bambusstab gab ihm zudem der Vernichter Vṛtras, zur Gewährung von Wünschen bestimmt, zum Schutz der Rechtschaffenen.

tasyāḥ śakrasya pūjārthaṃ bhūmau bhūmipatis tadā praveśaṃ kārayām āsa gate saṃvatsare tadā

Zu dessen Ehrung ließ, im Namen Śakras, der Herr der Erde damals, nach Ablauf eines Jahres, [den Stab] in die Erde einsetzen.

Wort für Wort
tasyāḥ śakrasya pūjārthaṃ bhūmau bhūmipatis tadā praveśaṃ kārayām āsa gate saṃvatsare tadā
Zu dessen Ehrung ließ, im Namen Śakras, der Herr der Erde damals, nach Ablauf eines Jahres, [den Stab] in die Erde einsetzen.

tataḥ prabhṛti cādyāpi yaṣṭyāḥ kṣitipasattamaiḥ praveśaḥ kriyate rājan yathā tena pravartitaḥ

„Und seitdem, bis heute noch, wird von den besten Herrschern der Erde das Einsetzen des Stabes vollzogen, König, so wie es von ihm eingeführt wurde.“

Wort für Wort
tataḥ prabhṛti cādyāpi yaṣṭyāḥ kṣitipasattamaiḥ praveśaḥ kriyate rājan yathā tena pravartitaḥ
„Und seitdem, bis heute noch, wird von den besten Herrschern der Erde das Einsetzen des Stabes vollzogen, König, so wie es von ihm eingeführt wurde.“

aparedyus tathā cāsyā kriyate ucchrayo nṛpaiḥ alaṃkṛtāyāḥ piṭakair gandhair mālyaiś ca bhūṣaṇaiḥ mālyadāmaparikṣiptā vidhivat kriyate 'pi ca

„Am folgenden Tag wird ebenso seine Aufrichtung von den Königen vollzogen, geschmückt mit Körben, Wohlgerüchen, Kränzen und Schmuckstücken; umwunden mit Kranzgebinden wird es vorschriftsgemäß vollzogen.“

Wort für Wort
aparedyus tathā cāsyā kriyate ucchrayo nṛpaiḥ alaṃkṛtāyāḥ piṭakair gandhair mālyaiś ca bhūṣaṇaiḥ mālyadāmaparikṣiptā vidhivat kriyate 'pi ca
„Am folgenden Tag wird ebenso seine Aufrichtung von den Königen vollzogen, geschmückt mit Körben, Wohlgerüchen, Kränzen und Schmuckstücken; umwunden mit Kranzgebinden wird es vorschriftsgemäß vollzogen.“

bhagavān pūjyate cātra hāsyarūpeṇa śaṃkaraḥ svayam eva gṛhītena vasoḥ prītyā mahātmanaḥ

„Der erhabene Śaṃkara [Śiva] wird dabei in possenhafter Gestalt [?] verehrt, eigens von Vasu, dem Großmütigen, aus Zuneigung angenommen.“

Wort für Wort
bhagavān pūjyate cātra hāsyarūpeṇa śaṃkaraḥ svayam eva gṛhītena vasoḥ prītyā mahātmanaḥ
„Der erhabene Śaṃkara [Śiva] wird dabei in possenhafter Gestalt [?] verehrt, eigens von Vasu, dem Großmütigen, aus Zuneigung angenommen.“

[Anm.: „hāsyarūpeṇa“ (‚in possenhafter/komischer Gestalt‘) deutet wohl auf ein festliches Ritualelement mit komischer Verkleidung hin; Einzelheiten des Brauchs bleiben unklar.]

etāṃ pūjāṃ mahendras tu dṛṣṭvā deva kṛtāṃ śubhām vasunā rājamukhyena prītimān abravīd vibhuḥ

Als der große Indra diese von Vasu, dem vorzüglichsten der Könige, vollzogene, glückverheißende Verehrung sah, sprach der Gebieter, erfreut, dies:

Wort für Wort
etāṃ pūjāṃ mahendras tu dṛṣṭvā deva kṛtāṃ śubhām vasunā rājamukhyena prītimān abravīd vibhuḥ
Als der große Indra diese von Vasu, dem vorzüglichsten der Könige, vollzogene, glückverheißende Verehrung sah, sprach der Gebieter, erfreut, dies:

ye pūjayiṣyanti narā rājānaś ca mahaṃ mama kārayiṣyanti ca mudā yathā cedipatir nṛpaḥ

„Diejenigen Menschen und Könige, die mein Fest verehren werden und es freudig ausrichten lassen werden, so wie der Herrscher der Cedis es tat –“

Wort für Wort
ye pūjayiṣyanti narā rājānaś ca mahaṃ mama kārayiṣyanti ca mudā yathā cedipatir nṛpaḥ
„Diejenigen Menschen und Könige, die mein Fest verehren werden und es freudig ausrichten lassen werden, so wie der Herrscher der Cedis es tat –“

teṣāṃ śrīr vijayaś caiva sarāṣṭrāṇāṃ bhaviṣyati tathā sphīto janapado muditaś ca bhaviṣyati

„ihnen wird Glanz und Sieg zuteilwerden, samt ihren Reichen, und ebenso wird ihr Volk gedeihen und froh sein.“

Wort für Wort
teṣāṃ śrīr vijayaś caiva sarāṣṭrāṇāṃ bhaviṣyati tathā sphīto janapado muditaś ca bhaviṣyati
„ihnen wird Glanz und Sieg zuteilwerden, samt ihren Reichen, und ebenso wird ihr Volk gedeihen und froh sein.“

evaṃ mahātmanā tena mahendreṇa narādhipa vasuḥ prītyā maghavatā mahārājo 'bhisatkṛtaḥ

So wurde, König, von jenem großmütigen großen Indra, dem Maghavan, Vasu, der Großkönig, aus Zuneigung geehrt.

Wort für Wort
evaṃ mahātmanā tena mahendreṇa narādhipa vasuḥ prītyā maghavatā mahārājo 'bhisatkṛtaḥ
So wurde, König, von jenem großmütigen großen Indra, dem Maghavan, Vasu, der Großkönig, aus Zuneigung geehrt.

utsavaṃ kārayiṣyanti sadā śakrasya ye narāḥ bhūmidānādibhir dānair yathā pūtā bhavanti vai varadānamahāyajñais tathā śakrotsavena te

„Die Menschen, die stets ein Fest für Śakra ausrichten werden, werden durch Landschenkungen und andere Gaben ebenso rein, wie durch wunschgewährende große Opfer – so durch das Śakra-Fest.“

Wort für Wort
utsavaṃ kārayiṣyanti sadā śakrasya ye narāḥ bhūmidānādibhir dānair yathā pūtā bhavanti vai varadānamahāyajñais tathā śakrotsavena te
„Die Menschen, die stets ein Fest für Śakra ausrichten werden, werden durch Landschenkungen und andere Gaben ebenso rein, wie durch wunschgewährende große Opfer – so durch das Śakra-Fest.“

saṃpūjito maghavatā vasuś cedipatis tadā pālayām āsa dharmeṇa cedisthaḥ pṛthivīm imām indraprītyā bhūmipatiś cakārendramahaṃ vasuḥ

Geehrt von Maghavan, beschützte Vasu, der Herrscher der Cedis, damals mit Dharma diese Erde; aus Zuneigung zu Indra vollzog der Herrscher der Erde, Vasu, das Indra-Fest.

Wort für Wort
saṃpūjito maghavatā vasuś cedipatis tadā pālayām āsa dharmeṇa cedisthaḥ pṛthivīm imām indraprītyā bhūmipatiś cakārendramahaṃ vasuḥ
Geehrt von Maghavan, beschützte Vasu, der Herrscher der Cedis, damals mit Dharma diese Erde; aus Zuneigung zu Indra vollzog der Herrscher der Erde, Vasu, das Indra-Fest.

putrāś cāsya mahāvīryāḥ pañcāsann amitaujasaḥ nānārājyeṣu ca sutān sa samrāḍ abhyaṣecayat

Und seine Söhne, von gewaltiger Tapferkeit, waren fünf an der Zahl, von unermesslicher Kraft; und in verschiedenen Königreichen ließ der Kaiser seine Söhne salben.

Wort für Wort
putrāś cāsya mahāvīryāḥ pañcāsann amitaujasaḥ nānārājyeṣu ca sutān sa samrāḍ abhyaṣecayat
Und seine Söhne, von gewaltiger Tapferkeit, waren fünf an der Zahl, von unermesslicher Kraft; und in verschiedenen Königreichen ließ der Kaiser seine Söhne salben.

mahāratho magadharāḍ viśruto yo bṛhadrathaḥ pratyagrahaḥ kuśāmbaś ca yam āhur maṇivāhanam macchillaś ca yaduś caiva rājanyaś cāparājitaḥ

Der große Wagenkrieger, der berühmte Herrscher von Magadha, Bṛhadratha; Pratyagraha; und Kuśāmba, den man auch Maṇivāhana nennt; Macchilla; und Yadu; und der unbesiegte Rājanya –

Wort für Wort
mahāratho magadharāḍ viśruto yo bṛhadrathaḥ pratyagrahaḥ kuśāmbaś ca yam āhur maṇivāhanam macchillaś ca yaduś caiva rājanyaś cāparājitaḥ
Der große Wagenkrieger, der berühmte Herrscher von Magadha, Bṛhadratha; Pratyagraha; und Kuśāmba, den man auch Maṇivāhana nennt; Macchilla; und Yadu; und der unbesiegte Rājanya –

ete tasya sutā rājan rājarṣer bhūritejasaḥ nyaveśayan nāmabhiḥ svais te deśāṃś ca purāṇi ca vāsavāḥ pañca rājānaḥ pṛthagvaṃśāś ca śāśvatāḥ

dies waren seine Söhne, König, des königlichen Ṛṣi von reichem Glanz; sie ließen sich mit ihren eigenen Namen in Ländern und Städten nieder – fünf Vāsava-Könige [Söhne des Vasu], mit je eigenen, dauerhaften Geschlechterlinien.

Wort für Wort
ete tasya sutā rājan rājarṣer bhūritejasaḥ nyaveśayan nāmabhiḥ svais te deśāṃś ca purāṇi ca vāsavāḥ pañca rājānaḥ pṛthagvaṃśāś ca śāśvatāḥ
dies waren seine Söhne, König, des königlichen Ṛṣi von reichem Glanz; sie ließen sich mit ihren eigenen Namen in Ländern und Städten nieder – fünf Vāsava-Könige [Söhne des Vasu], mit je eigenen, dauerhaften Geschlechterlinien.

vasantam indraprāsāde ākāśe sphāṭike ca tam upatasthur mahātmānaṃ gandharvāpsaraso nṛpam rājoparicarety evaṃ nāma tasyātha viśrutam

Während er im Indra-Palast im kristallenen Luftraum weilte, warteten ihm Gandharvas und Apsaras auf, dem großmütigen König; „Rājoparicara“ [„der durch die Luft ziehende Herrscher“] wurde so sein Name berühmt.

Wort für Wort
vasantam indraprāsāde ākāśe sphāṭike ca tam upatasthur mahātmānaṃ gandharvāpsaraso nṛpam rājoparicarety evaṃ nāma tasyātha viśrutam
Während er im Indra-Palast im kristallenen Luftraum weilte, warteten ihm Gandharvas und Apsaras auf, dem großmütigen König; „Rājoparicara“ [„der durch die Luft ziehende Herrscher“] wurde so sein Name berühmt.

puropavāhinīṃ tasya nadīṃ śuktimatīṃ giriḥ arautsīc cetanāyuktaḥ kāmāt kolāhalaḥ kila

Den vor seiner Stadt vorbeifließenden Fluss Śuktimatī hielt der Berg Kolāhala, von Bewusstsein erfüllt, aus Begehren zurück, wie es heißt.

Wort für Wort
puropavāhinīṃ tasya nadīṃ śuktimatīṃ giriḥ arautsīc cetanāyuktaḥ kāmāt kolāhalaḥ kila
Den vor seiner Stadt vorbeifließenden Fluss Śuktimatī hielt der Berg Kolāhala, von Bewusstsein erfüllt, aus Begehren zurück, wie es heißt.

giriṃ kolāhalaṃ taṃ tu padā vasur atāḍayat niścakrāma nadī tena prahāravivareṇa sā

Da schlug Vasu mit dem Fuß gegen jenen Berg Kolāhala; durch diese Schlagöffnung trat der Fluss wieder hervor.

Wort für Wort
giriṃ kolāhalaṃ taṃ tu padā vasur atāḍayat niścakrāma nadī tena prahāravivareṇa sā
Da schlug Vasu mit dem Fuß gegen jenen Berg Kolāhala; durch diese Schlagöffnung trat der Fluss wieder hervor.

tasyāṃ nadyām ajanayan mithunaṃ parvataḥ svayam tasmād vimokṣaṇāt prītā nadī rājñe nyavedayat

In jenem Fluss zeugte der Berg selbst ein Zwillingspaar; aus Freude über diese Befreiung übergab die Flussgöttin sie dem König.

Wort für Wort
tasyāṃ nadyām ajanayan mithunaṃ parvataḥ svayam tasmād vimokṣaṇāt prītā nadī rājñe nyavedayat
In jenem Fluss zeugte der Berg selbst ein Zwillingspaar; aus Freude über diese Befreiung übergab die Flussgöttin sie dem König.

yaḥ pumān abhavat tatra taṃ sa rājarṣisattamaḥ vasur vasupradaś cakre senāpatim ariṃdamam cakāra patnīṃ kanyāṃ tu dayitāṃ girikāṃ nṛpaḥ

Den, der von ihnen ein Mann war, machte jener beste der königlichen Ṛṣis, Vasu, der Reichtum-Gebende, zu seinem Heerführer, dem Feindebezwinger; und das Mädchen nahm der König, Girikā, zur geliebten Gattin.

Wort für Wort
yaḥ pumān abhavat tatra taṃ sa rājarṣisattamaḥ vasur vasupradaś cakre senāpatim ariṃdamam cakāra patnīṃ kanyāṃ tu dayitāṃ girikāṃ nṛpaḥ
Den, der von ihnen ein Mann war, machte jener beste der königlichen Ṛṣis, Vasu, der Reichtum-Gebende, zu seinem Heerführer, dem Feindebezwinger; und das Mädchen nahm der König, Girikā, zur geliebten Gattin.

vasoḥ patnī tu girikā kāmāt kāle nyavedayat ṛtukālam anuprāptaṃ snātā puṃsavane śuciḥ

Vasus Gattin Girikā aber teilte ihm zur rechten Zeit aus Verlangen mit, dass sie, gebadet, die fruchtbare Zeit erreicht habe, im Puṃsavana-Ritual gereinigt.

Wort für Wort
vasoḥ patnī tu girikā kāmāt kāle nyavedayat ṛtukālam anuprāptaṃ snātā puṃsavane śuciḥ
Vasus Gattin Girikā aber teilte ihm zur rechten Zeit aus Verlangen mit, dass sie, gebadet, die fruchtbare Zeit erreicht habe, im Puṃsavana-Ritual gereinigt.

tadahaḥ pitaraś cainam ūcur jahi mṛgān iti taṃ rājasattamaṃ prītās tadā matimatāṃ varam

An jenem Tag sprachen die Vorväter zu ihm: „Erlege Wild!“ – zu jenem besten der Könige, erfreut, damals, dem Besten der Verständigen.

Wort für Wort
tadahaḥ pitaraś cainam ūcur jahi mṛgān iti taṃ rājasattamaṃ prītās tadā matimatāṃ varam
An jenem Tag sprachen die Vorväter zu ihm: „Erlege Wild!“ – zu jenem besten der Könige, erfreut, damals, dem Besten der Verständigen.

sa pitṝṇāṃ niyogaṃ tam avyatikramya pārthivaḥ cacāra mṛgayāṃ kāmī girikām eva saṃsmaran atīva rūpasaṃpannāṃ sākṣāc chriyam ivāparām

Er, der Herrscher, den Auftrag der Vorväter nicht übertretend, zog auf die Jagd, von Verlangen erfüllt, doch stets an Girikā denkend – die überaus schön war, gleichsam eine zweite, leibhaftige Glücksgöttin.

Wort für Wort
sa pitṝṇāṃ niyogaṃ tam avyatikramya pārthivaḥ cacāra mṛgayāṃ kāmī girikām eva saṃsmaran atīva rūpasaṃpannāṃ sākṣāc chriyam ivāparām
Er, der Herrscher, den Auftrag der Vorväter nicht übertretend, zog auf die Jagd, von Verlangen erfüllt, doch stets an Girikā denkend – die überaus schön war, gleichsam eine zweite, leibhaftige Glücksgöttin.

tasya retaḥ pracaskanda carato rucire vane skannamātraṃ ca tad reto vṛkṣapatreṇa bhūmipaḥ

Sein Same entglitt ihm, während er im lieblichen Wald umherzog; und diesen eben entglittenen Same fing der Herrscher der Erde mit einem Baumblatt auf.

Wort für Wort
tasya retaḥ pracaskanda carato rucire vane skannamātraṃ ca tad reto vṛkṣapatreṇa bhūmipaḥ
Sein Same entglitt ihm, während er im lieblichen Wald umherzog; und diesen eben entglittenen Same fing der Herrscher der Erde mit einem Baumblatt auf.

pratijagrāha mithyā me na skanded reta ity uta ṛtuś ca tasyāḥ patnyā me na moghaḥ syād iti prabhuḥ

[Er dachte:] „Nicht soll mein Same vergeblich entgleiten“, und „nicht soll die fruchtbare Zeit meiner Gattin umsonst sein“, so dachte der Mächtige.

Wort für Wort
pratijagrāha mithyā me na skanded reta ity uta ṛtuś ca tasyāḥ patnyā me na moghaḥ syād iti prabhuḥ
[Er dachte:] „Nicht soll mein Same vergeblich entgleiten“, und „nicht soll die fruchtbare Zeit meiner Gattin umsonst sein“, so dachte der Mächtige.

saṃcintyaivaṃ tadā rājā vicārya ca punaḥ punaḥ amoghatvaṃ ca vijñāya retaso rājasattamaḥ

So bedenkend damals, und wieder und wieder erwägend, und die Unfehlbarkeit des Samens erkennend, jener beste der Könige,

Wort für Wort
saṃcintyaivaṃ tadā rājā vicārya ca punaḥ punaḥ amoghatvaṃ ca vijñāya retaso rājasattamaḥ
So bedenkend damals, und wieder und wieder erwägend, und die Unfehlbarkeit des Samens erkennend, jener beste der Könige,

śukraprasthāpane kālaṃ mahiṣyāḥ prasamīkṣya saḥ abhimantryātha tac chukram ārāt tiṣṭhantam āśugam sūkṣmadharmārthatattvajño jñātvā śyenaṃ tato 'bravīt

die Zeit zur Entsendung des Samens an seine Gemahlin bedenkend, beschwor er den Samen und sprach dann, kundig der feinen Wahrheit von Dharma und Artha, zu einem in der Nähe wartenden, geschwinden Falken:

Wort für Wort
śukraprasthāpane kālaṃ mahiṣyāḥ prasamīkṣya saḥ abhimantryātha tac chukram ārāt tiṣṭhantam āśugam sūkṣmadharmārthatattvajño jñātvā śyenaṃ tato 'bravīt
die Zeit zur Entsendung des Samens an seine Gemahlin bedenkend, beschwor er den Samen und sprach dann, kundig der feinen Wahrheit von Dharma und Artha, zu einem in der Nähe wartenden, geschwinden Falken:

matpriyārtham idaṃ saumya śukraṃ mama gṛhaṃ naya girikāyāḥ prayacchāśu tasyā hy ārtavam adya vai

„Um meiner Liebe willen, Sanftmütiger, bring diesen meinen Samen in mein Haus; überbring ihn eilends der Girikā – denn heute ist ihre fruchtbare Zeit.“

Wort für Wort
matpriyārtham idaṃ saumya śukraṃ mama gṛhaṃ naya girikāyāḥ prayacchāśu tasyā hy ārtavam adya vai
„Um meiner Liebe willen, Sanftmütiger, bring diesen meinen Samen in mein Haus; überbring ihn eilends der Girikā – denn heute ist ihre fruchtbare Zeit.“

gṛhītvā tat tadā śyenas tūrṇam utpatya vegavān javaṃ paramam āsthāya pradudrāva vihaṃgamaḥ

Diesen ergreifend, flog der Falke eilends auf, mit höchster Eile dahinjagend, der Vogel.

Wort für Wort
gṛhītvā tat tadā śyenas tūrṇam utpatya vegavān javaṃ paramam āsthāya pradudrāva vihaṃgamaḥ
Diesen ergreifend, flog der Falke eilends auf, mit höchster Eile dahinjagend, der Vogel.

tam apaśyad athāyāntaṃ śyenaṃ śyenas tathāparaḥ abhyadravac ca taṃ sadyo dṛṣṭvaivāmiṣaśaṅkayā

Da erblickte ihn, wie er herankam, ein anderer Falke; und dieser stürzte sich sogleich auf ihn, kaum dass er ihn erblickt hatte, im Verdacht auf Beute.

Wort für Wort
tam apaśyad athāyāntaṃ śyenaṃ śyenas tathāparaḥ abhyadravac ca taṃ sadyo dṛṣṭvaivāmiṣaśaṅkayā
Da erblickte ihn, wie er herankam, ein anderer Falke; und dieser stürzte sich sogleich auf ihn, kaum dass er ihn erblickt hatte, im Verdacht auf Beute.

tuṇḍayuddham athākāśe tāv ubhau saṃpracakratuḥ yudhyator apatad retas tac cāpi yamunāmbhasi

Ein Schnabelkampf entspann sich da am Himmel zwischen den beiden; während sie kämpften, fiel jener Same herab – und zwar in das Wasser der Yamunā.

Wort für Wort
tuṇḍayuddham athākāśe tāv ubhau saṃpracakratuḥ yudhyator apatad retas tac cāpi yamunāmbhasi
Ein Schnabelkampf entspann sich da am Himmel zwischen den beiden; während sie kämpften, fiel jener Same herab – und zwar in das Wasser der Yamunā.

tatrādriketi vikhyātā brahmaśāpād varāpsarāḥ mīnabhāvam anuprāptā babhūva yamunācarī

Dort lebte eine treffliche Apsaras, bekannt unter dem Namen Adrikā, die durch einen Brahmanenfluch die Gestalt eines Fisches angenommen hatte und in der Yamunā umherschwamm.

Wort für Wort
tatrādriketi vikhyātā brahmaśāpād varāpsarāḥ mīnabhāvam anuprāptā babhūva yamunācarī
Dort lebte eine treffliche Apsaras, bekannt unter dem Namen Adrikā, die durch einen Brahmanenfluch die Gestalt eines Fisches angenommen hatte und in der Yamunā umherschwamm.

śyenapādaparibhraṣṭaṃ tad vīryam atha vāsavam jagrāha tarasopetya sādrikā matsyarūpiṇī

Jene Vasu-Kraft [den Samen], die dem Falken aus den Klauen entglitten war, ergriff jene Adrikā, zum Fisch geworden, eilends, herbeieilend.

Wort für Wort
śyenapādaparibhraṣṭaṃ tad vīryam atha vāsavam jagrāha tarasopetya sādrikā matsyarūpiṇī
Jene Vasu-Kraft [den Samen], die dem Falken aus den Klauen entglitten war, ergriff jene Adrikā, zum Fisch geworden, eilends, herbeieilend.

kadā cid atha matsīṃ tāṃ babandhur matsyajīvinaḥ māse ca daśame prāpte tadā bharatasattama ujjahrur udarāt tasyāḥ strīpumāṃsaṃ ca mānuṣam

Einst nun fingen jene, die vom Fischfang lebten, diesen Fisch; und als der zehnte Monat kam, bester der Bhāratas, zogen sie aus seinem Bauch ein weibliches und ein männliches menschliches Kind hervor.

Wort für Wort
kadā cid atha matsīṃ tāṃ babandhur matsyajīvinaḥ māse ca daśame prāpte tadā bharatasattama ujjahrur udarāt tasyāḥ strīpumāṃsaṃ ca mānuṣam
Einst nun fingen jene, die vom Fischfang lebten, diesen Fisch; und als der zehnte Monat kam, bester der Bhāratas, zogen sie aus seinem Bauch ein weibliches und ein männliches menschliches Kind hervor.

āścaryabhūtaṃ matvā tad rājñas te pratyavedayan kāye matsyā imau rājan saṃbhūtau mānuṣāv iti

Dies für ein Wunder haltend, meldeten sie es dem König: „Im Leib des Fisches, König, sind diese beiden als Menschen entstanden.“

Wort für Wort
āścaryabhūtaṃ matvā tad rājñas te pratyavedayan kāye matsyā imau rājan saṃbhūtau mānuṣāv iti
Dies für ein Wunder haltend, meldeten sie es dem König: „Im Leib des Fisches, König, sind diese beiden als Menschen entstanden.“

tayoḥ pumāṃsaṃ jagrāha rājoparicaras tadā sa matsyo nāma rājāsīd dhārmikaḥ satyasaṃgaraḥ

Von diesen beiden nahm Rājoparicara den männlichen an sich; er wurde ein König namens Matsya, rechtschaffen, von wahrhaftigem Bund.

Wort für Wort
tayoḥ pumāṃsaṃ jagrāha rājoparicaras tadā sa matsyo nāma rājāsīd dhārmikaḥ satyasaṃgaraḥ
Von diesen beiden nahm Rājoparicara den männlichen an sich; er wurde ein König namens Matsya, rechtschaffen, von wahrhaftigem Bund.

sāpsarā muktaśāpā ca kṣaṇena samapadyata puroktā yā bhagavatā tiryagyonigatā śubhe mānuṣau janayitvā tvaṃ śāpamokṣam avāpsyasi

Und jene Apsaras war, vom Fluch befreit, im selben Augenblick [wieder in ihre Gestalt zurückgekehrt] – ihr war zuvor vom Erhabenen gesagt worden: „In Tiergestalt wirst du sein, Holde; nachdem du zwei Menschen geboren hast, wirst du Befreiung vom Fluch erlangen.“

Wort für Wort
sāpsarā muktaśāpā ca kṣaṇena samapadyata puroktā yā bhagavatā tiryagyonigatā śubhe mānuṣau janayitvā tvaṃ śāpamokṣam avāpsyasi
Und jene Apsaras war, vom Fluch befreit, im selben Augenblick [wieder in ihre Gestalt zurückgekehrt] – ihr war zuvor vom Erhabenen gesagt worden: „In Tiergestalt wirst du sein, Holde; nachdem du zwei Menschen geboren hast, wirst du Befreiung vom Fluch erlangen.“

tataḥ sā janayitvā tau viśastā matsyaghātinā saṃtyajya matsyarūpaṃ sā divyaṃ rūpam avāpya ca siddharṣicāraṇapathaṃ jagāmātha varāpsarāḥ

Danach, nachdem sie diese beiden geboren hatte, wurde sie von einem Fischtöter aufgeschnitten; sie legte die Fischgestalt ab, erlangte eine himmlische Gestalt und ging, die treffliche Apsaras, den Weg der Siddhas, Ṛṣis und Cāraṇas.

Wort für Wort
tataḥ sā janayitvā tau viśastā matsyaghātinā saṃtyajya matsyarūpaṃ sā divyaṃ rūpam avāpya ca siddharṣicāraṇapathaṃ jagāmātha varāpsarāḥ
Danach, nachdem sie diese beiden geboren hatte, wurde sie von einem Fischtöter aufgeschnitten; sie legte die Fischgestalt ab, erlangte eine himmlische Gestalt und ging, die treffliche Apsaras, den Weg der Siddhas, Ṛṣis und Cāraṇas.

yā kanyā duhitā tasyā matsyā matsyasagandhinī rājñā dattātha dāśāya iyaṃ tava bhavatv iti rūpasattvasamāyuktā sarvaiḥ samuditā guṇaiḥ

Das Mädchen aber, die Tochter jenes Fisches, nach Fisch duftend, gab der König dann einem Fischer: „Diese sei dein“, sprach er – sie, die mit Schönheit und guten Eigenschaften ausgestattet war, mit allen Vorzügen vereint.

Wort für Wort
yā kanyā duhitā tasyā matsyā matsyasagandhinī rājñā dattātha dāśāya iyaṃ tava bhavatv iti rūpasattvasamāyuktā sarvaiḥ samuditā guṇaiḥ
Das Mädchen aber, die Tochter jenes Fisches, nach Fisch duftend, gab der König dann einem Fischer: „Diese sei dein“, sprach er – sie, die mit Schönheit und guten Eigenschaften ausgestattet war, mit allen Vorzügen vereint.

sā tu satyavatī nāma matsyaghātyabhisaṃśrayāt āsīn matsyasagandhaiva kaṃ cit kālaṃ śucismitā

Sie nun, mit Namen Satyavatī, blieb, wegen ihres Aufenthalts beim Fischer, für einige Zeit fischduftend, die Holdlächelnde.

Wort für Wort
sā tu satyavatī nāma matsyaghātyabhisaṃśrayāt āsīn matsyasagandhaiva kaṃ cit kālaṃ śucismitā
Sie nun, mit Namen Satyavatī, blieb, wegen ihres Aufenthalts beim Fischer, für einige Zeit fischduftend, die Holdlächelnde.

śuśrūṣārthaṃ pitur nāvaṃ tāṃ tu vāhayatīṃ jale tīrthayātrāṃ parikrāmann apaśyad vai parāśaraḥ

Während sie, um ihrem Vater zu dienen, das Boot auf dem Wasser ruderte, erblickte sie, auf einer Pilgerfahrt umherwandernd, Parāśara.

Wort für Wort
śuśrūṣārthaṃ pitur nāvaṃ tāṃ tu vāhayatīṃ jale tīrthayātrāṃ parikrāmann apaśyad vai parāśaraḥ
Während sie, um ihrem Vater zu dienen, das Boot auf dem Wasser ruderte, erblickte sie, auf einer Pilgerfahrt umherwandernd, Parāśara.

atīva rūpasaṃpannāṃ siddhānām api kāṅkṣitām dṛṣṭvaiva ca sa tāṃ dhīmāṃś cakame cārudarśanām vidvāṃs tāṃ vāsavīṃ kanyāṃ kāryavān munipuṃgavaḥ

Überaus schön, sogar von Siddhas begehrt – kaum hatte er sie erblickt, begehrte der weise, kundige Stier unter den Munis sie, die Liebreizend-Anzuschauende, die Vasu-Enkelin, obwohl er [eigentlich] beschäftigt war.

Wort für Wort
atīva rūpasaṃpannāṃ siddhānām api kāṅkṣitām dṛṣṭvaiva ca sa tāṃ dhīmāṃś cakame cārudarśanām vidvāṃs tāṃ vāsavīṃ kanyāṃ kāryavān munipuṃgavaḥ
Überaus schön, sogar von Siddhas begehrt – kaum hatte er sie erblickt, begehrte der weise, kundige Stier unter den Munis sie, die Liebreizend-Anzuschauende, die Vasu-Enkelin, obwohl er [eigentlich] beschäftigt war.

sābravīt paśya bhagavan pārāvāre ṛṣīn sthitān āvayor dṛśyator ebhiḥ kathaṃ nu syāt samāgamaḥ

Sie sprach: „Sieh, Erhabener, die Ṛṣis, die an beiden Ufern stehen – wie könnte, da wir von ihnen gesehen werden, eine Vereinigung zwischen uns beiden stattfinden?“

Wort für Wort
sābravīt paśya bhagavan pārāvāre ṛṣīn sthitān āvayor dṛśyator ebhiḥ kathaṃ nu syāt samāgamaḥ
Sie sprach: „Sieh, Erhabener, die Ṛṣis, die an beiden Ufern stehen – wie könnte, da wir von ihnen gesehen werden, eine Vereinigung zwischen uns beiden stattfinden?“

evaṃ tayokto bhagavān nīhāram asṛjat prabhuḥ yena deśaḥ sa sarvas tu tamobhūta ivābhavat

So von ihr angesprochen, erschuf der erhabene Mächtige einen Nebel, durch den jene ganze Gegend gleichsam in Dunkel gehüllt wurde.

Wort für Wort
evaṃ tayokto bhagavān nīhāram asṛjat prabhuḥ yena deśaḥ sa sarvas tu tamobhūta ivābhavat
So von ihr angesprochen, erschuf der erhabene Mächtige einen Nebel, durch den jene ganze Gegend gleichsam in Dunkel gehüllt wurde.

dṛṣṭvā sṛṣṭaṃ tu nīhāraṃ tatas taṃ paramarṣiṇā vismitā cābravīt kanyā vrīḍitā ca manasvinī

Als sie den erschaffenen Nebel sah, sprach da, verwundert und beschämt, die Sinnige zu jenem höchsten Weisen:

Wort für Wort
dṛṣṭvā sṛṣṭaṃ tu nīhāraṃ tatas taṃ paramarṣiṇā vismitā cābravīt kanyā vrīḍitā ca manasvinī
Als sie den erschaffenen Nebel sah, sprach da, verwundert und beschämt, die Sinnige zu jenem höchsten Weisen:

viddhi māṃ bhagavan kanyāṃ sadā pitṛvaśānugām tvatsaṃyogāc ca duṣyeta kanyābhāvo mamānagha

„Wisse, Erhabener, dass ich eine Jungfrau bin, die stets dem Willen ihres Vaters folgt; durch die Vereinigung mit dir würde mein Jungfrau-Sein verletzt werden, Schuldloser.“

Wort für Wort
viddhi māṃ bhagavan kanyāṃ sadā pitṛvaśānugām tvatsaṃyogāc ca duṣyeta kanyābhāvo mamānagha
„Wisse, Erhabener, dass ich eine Jungfrau bin, die stets dem Willen ihres Vaters folgt; durch die Vereinigung mit dir würde mein Jungfrau-Sein verletzt werden, Schuldloser.“

kanyātve dūṣite cāpi kathaṃ śakṣye dvijottama gantuṃ gṛhaṃ gṛhe cāhaṃ dhīman na sthātum utsahe etat saṃcintya bhagavan vidhatsva yad anantaram

„Wie werde ich, mit verletzter Jungfräulichkeit, bester der Zweifachgeborenen, nach Hause gehen können, und wie im Haus verweilen können, Weiser? Ich vermag es nicht zu ertragen – dies bedenkend, Erhabener, ordne an, was als Nächstes zu tun ist.“

Wort für Wort
kanyātve dūṣite cāpi kathaṃ śakṣye dvijottama gantuṃ gṛhaṃ gṛhe cāhaṃ dhīman na sthātum utsahe etat saṃcintya bhagavan vidhatsva yad anantaram
„Wie werde ich, mit verletzter Jungfräulichkeit, bester der Zweifachgeborenen, nach Hause gehen können, und wie im Haus verweilen können, Weiser? Ich vermag es nicht zu ertragen – dies bedenkend, Erhabener, ordne an, was als Nächstes zu tun ist.“

evam uktavatīṃ tāṃ tu prītimān ṛṣisattamaḥ uvāca matpriyaṃ kṛtvā kanyaiva tvaṃ bhaviṣyasi

Als sie so gesprochen hatte, sprach der beste der Ṛṣis, erfreut, zu ihr: „Nachdem du mir zu Willen gewesen bist, wirst du dennoch eine Jungfrau bleiben.“

Wort für Wort
evam uktavatīṃ tāṃ tu prītimān ṛṣisattamaḥ uvāca matpriyaṃ kṛtvā kanyaiva tvaṃ bhaviṣyasi
Als sie so gesprochen hatte, sprach der beste der Ṛṣis, erfreut, zu ihr: „Nachdem du mir zu Willen gewesen bist, wirst du dennoch eine Jungfrau bleiben.“

vṛṇīṣva ca varaṃ bhīru yaṃ tvam icchasi bhāmini vṛthā hi na prasādo me bhūtapūrvaḥ śucismite

„Erbitte dir eine Gabe, Furchtsame, welche du dir wünschst, Holde; denn niemals war meine Gnade zuvor vergeblich, Holdlächelnde.“

Wort für Wort
vṛṇīṣva ca varaṃ bhīru yaṃ tvam icchasi bhāmini vṛthā hi na prasādo me bhūtapūrvaḥ śucismite
„Erbitte dir eine Gabe, Furchtsame, welche du dir wünschst, Holde; denn niemals war meine Gnade zuvor vergeblich, Holdlächelnde.“

evam uktā varaṃ vavre gātrasaugandhyam uttamam sa cāsyai bhagavān prādān manasaḥ kāṅkṣitaṃ prabhuḥ

So angesprochen, erbat sie sich als Gabe den vortrefflichsten Wohlgeruch des Leibes; und der erhabene Mächtige gewährte ihr, was ihr Herz begehrte.

Wort für Wort
evam uktā varaṃ vavre gātrasaugandhyam uttamam sa cāsyai bhagavān prādān manasaḥ kāṅkṣitaṃ prabhuḥ
So angesprochen, erbat sie sich als Gabe den vortrefflichsten Wohlgeruch des Leibes; und der erhabene Mächtige gewährte ihr, was ihr Herz begehrte.

tato labdhavarā prītā strībhāvaguṇabhūṣitā jagāma saha saṃsargam ṛṣiṇādbhutakarmaṇā

Da, nachdem sie die Gabe erlangt hatte, erfreut, mit den Vorzügen weiblichen Wesens geschmückt, ging sie die Vereinigung mit dem Ṛṣi von wundersamem Wirken ein.

Wort für Wort
tato labdhavarā prītā strībhāvaguṇabhūṣitā jagāma saha saṃsargam ṛṣiṇādbhutakarmaṇā
Da, nachdem sie die Gabe erlangt hatte, erfreut, mit den Vorzügen weiblichen Wesens geschmückt, ging sie die Vereinigung mit dem Ṛṣi von wundersamem Wirken ein.

tena gandhavatīty eva nāmāsyāḥ prathitaṃ bhuvi tasyās tu yojanād gandham ājighranti narā bhuvi

Dadurch wurde ihr Name „Gandhavatī“ [die Wohlriechende] auf Erden bekannt; ihren Duft können Menschen noch aus einer Yojana Entfernung wittern.

Wort für Wort
tena gandhavatīty eva nāmāsyāḥ prathitaṃ bhuvi tasyās tu yojanād gandham ājighranti narā bhuvi
Dadurch wurde ihr Name „Gandhavatī“ [die Wohlriechende] auf Erden bekannt; ihren Duft können Menschen noch aus einer Yojana Entfernung wittern.

tato yojanagandheti tasyā nāma pariśrutam parāśaro 'pi bhagavāñ jagāma svaṃ niveśanam

Daher wurde ihr Name als „Yojanagandhā“ überliefert. Auch der erhabene Parāśara ging darauf zu seiner eigenen Wohnstatt zurück.

Wort für Wort
tato yojanagandheti tasyā nāma pariśrutam parāśaro 'pi bhagavāñ jagāma svaṃ niveśanam
Daher wurde ihr Name als „Yojanagandhā“ überliefert. Auch der erhabene Parāśara ging darauf zu seiner eigenen Wohnstatt zurück.

iti satyavatī hṛṣṭā labdhvā varam anuttamam parāśareṇa saṃyuktā sadyo garbhaṃ suṣāva sā jajñe ca yamunādvīpe pārāśaryaḥ sa vīryavān

So empfing Satyavatī, erfreut, nachdem sie die unübertreffliche Gabe erlangt hatte, mit Parāśara vereint, sogleich einen Keim; und sie gebar auf der Yamunā-Insel den kraftvollen Sohn des Parāśara.

Wort für Wort
iti satyavatī hṛṣṭā labdhvā varam anuttamam parāśareṇa saṃyuktā sadyo garbhaṃ suṣāva sā jajñe ca yamunādvīpe pārāśaryaḥ sa vīryavān
So empfing Satyavatī, erfreut, nachdem sie die unübertreffliche Gabe erlangt hatte, mit Parāśara vereint, sogleich einen Keim; und sie gebar auf der Yamunā-Insel den kraftvollen Sohn des Parāśara.

sa mātaram upasthāya tapasy eva mano dadhe smṛto 'haṃ darśayiṣyāmi kṛtyeṣv iti ca so 'bravīt

Er, nachdem er sich seiner Mutter vorgestellt hatte, richtete seinen Sinn allein auf Askese; „Sobald du an mich denkst, werde ich mich bei wichtigen Aufgaben zeigen“, so sprach er.

Wort für Wort
sa mātaram upasthāya tapasy eva mano dadhe smṛto 'haṃ darśayiṣyāmi kṛtyeṣv iti ca so 'bravīt
Er, nachdem er sich seiner Mutter vorgestellt hatte, richtete seinen Sinn allein auf Askese; „Sobald du an mich denkst, werde ich mich bei wichtigen Aufgaben zeigen“, so sprach er.

evaṃ dvaipāyano jajñe satyavatyāṃ parāśarāt dvīpe nyastaḥ sa yad bālas tasmād dvaipāyano 'bhavat

So wurde Dvaipāyana von Satyavatī durch Parāśara geboren; da er als Kind auf einer Insel [Dvīpa] zurückgelassen wurde, wurde er „Dvaipāyana“ genannt.

Wort für Wort
evaṃ dvaipāyano jajñe satyavatyāṃ parāśarāt dvīpe nyastaḥ sa yad bālas tasmād dvaipāyano 'bhavat
So wurde Dvaipāyana von Satyavatī durch Parāśara geboren; da er als Kind auf einer Insel [Dvīpa] zurückgelassen wurde, wurde er „Dvaipāyana“ genannt.

pādāpasāriṇaṃ dharmaṃ vidvān sa tu yuge yuge āyuḥ śaktiṃ ca martyānāṃ yugānugam avekṣya ca

Er, der den in jedem Zeitalter um je einen Viertel-Fuß schwindenden Dharma kannte, und die Lebensdauer und Kraft der Sterblichen entsprechend dem Zeitalter erwog,

Wort für Wort
pādāpasāriṇaṃ dharmaṃ vidvān sa tu yuge yuge āyuḥ śaktiṃ ca martyānāṃ yugānugam avekṣya ca
Er, der den in jedem Zeitalter um je einen Viertel-Fuß schwindenden Dharma kannte, und die Lebensdauer und Kraft der Sterblichen entsprechend dem Zeitalter erwog,

brahmaṇo brāhmaṇānāṃ ca tathānugrahakāmyayā vivyāsa vedān yasmāc ca tasmād vyāsa iti smṛtaḥ

teilte er, aus dem Wunsch, Brahman und den Brahmanen Gnade zu erweisen, die Veden – weshalb er „Vyāsa“ [der Teiler] genannt wird.

Wort für Wort
brahmaṇo brāhmaṇānāṃ ca tathānugrahakāmyayā vivyāsa vedān yasmāc ca tasmād vyāsa iti smṛtaḥ
teilte er, aus dem Wunsch, Brahman und den Brahmanen Gnade zu erweisen, die Veden – weshalb er „Vyāsa“ [der Teiler] genannt wird.

vedān adhyāpayām āsa mahābhāratapañcamān sumantuṃ jaiminiṃ pailaṃ śukaṃ caiva svam ātmajam

Er unterrichtete die Veden samt dem Mahābhārata als fünftem: Sumantu, Jaimini, Paila, und Śuka, seinen eigenen Sohn,

Wort für Wort
vedān adhyāpayām āsa mahābhāratapañcamān sumantuṃ jaiminiṃ pailaṃ śukaṃ caiva svam ātmajam
Er unterrichtete die Veden samt dem Mahābhārata als fünftem: Sumantu, Jaimini, Paila, und Śuka, seinen eigenen Sohn,

prabhur variṣṭho varado vaiśaṃpāyanam eva ca saṃhitās taiḥ pṛthaktvena bhāratasya prakāśitāḥ

der Mächtige, Vorzüglichste, Gnadegewährende – sowie auch Vaiśampāyana; durch sie wurden die Rezensionen des Bhārata, je gesondert, verbreitet.

Wort für Wort
prabhur variṣṭho varado vaiśaṃpāyanam eva ca saṃhitās taiḥ pṛthaktvena bhāratasya prakāśitāḥ
der Mächtige, Vorzüglichste, Gnadegewährende – sowie auch Vaiśampāyana; durch sie wurden die Rezensionen des Bhārata, je gesondert, verbreitet.

tathā bhīṣmaḥ śāṃtanavo gaṅgāyām amitadyutiḥ vasuvīryāt samabhavan mahāvīryo mahāyaśāḥ

Ebenso entstand Bhīṣma, der Sohn des Śāṃtanu, von unermesslichem Glanz, aus der Gaṅgā, durch die Kraft eines Vasu – von gewaltiger Tapferkeit, hochberühmt.

Wort für Wort
tathā bhīṣmaḥ śāṃtanavo gaṅgāyām amitadyutiḥ vasuvīryāt samabhavan mahāvīryo mahāyaśāḥ
Ebenso entstand Bhīṣma, der Sohn des Śāṃtanu, von unermesslichem Glanz, aus der Gaṅgā, durch die Kraft eines Vasu – von gewaltiger Tapferkeit, hochberühmt.

[Anm.: Gemeint ist, dass Bhīṣma die Wiedergeburt eines der acht Vasu-Gottheiten ist – ein anderer „Vasu“-Bezug als der König Uparicara Vasu dieses Kapitels.]

śūle protaḥ purāṇarṣir acoraś coraśaṅkayā aṇīmāṇḍavya iti vai vikhyātaḥ sumahāyaśāḥ

Es gab einen uralten Ṛṣi, auf einen Pfahl gespießt, obwohl kein Dieb, aus Diebesverdacht – bekannt als Aṇīmāṇḍavya, überaus ruhmreich.

Wort für Wort
śūle protaḥ purāṇarṣir acoraś coraśaṅkayā aṇīmāṇḍavya iti vai vikhyātaḥ sumahāyaśāḥ
Es gab einen uralten Ṛṣi, auf einen Pfahl gespießt, obwohl kein Dieb, aus Diebesverdacht – bekannt als Aṇīmāṇḍavya, überaus ruhmreich.

sa dharmam āhūya purā maharṣir idam uktavān iṣīkayā mayā bālyād ekā viddhā śakuntikā

Er, der große Ṛṣi, rief einst den Gott Dharma herbei und sprach dies: „Von mir wurde einst, aus Kindlichkeit, mit einem Grashalm ein Vöglein durchbohrt –“

Wort für Wort
sa dharmam āhūya purā maharṣir idam uktavān iṣīkayā mayā bālyād ekā viddhā śakuntikā
Er, der große Ṛṣi, rief einst den Gott Dharma herbei und sprach dies: „Von mir wurde einst, aus Kindlichkeit, mit einem Grashalm ein Vöglein durchbohrt –“

tat kilbiṣaṃ smare dharma nānyat pāpam ahaṃ smare tan me sahasrasamitaṃ kasmān nehājayat tapaḥ

„diese Verfehlung erinnere ich, Dharma, keine andere Sünde erinnere ich – warum hat meine tausendfache Askese diese hier nicht überwunden?“

Wort für Wort
tat kilbiṣaṃ smare dharma nānyat pāpam ahaṃ smare tan me sahasrasamitaṃ kasmān nehājayat tapaḥ
„diese Verfehlung erinnere ich, Dharma, keine andere Sünde erinnere ich – warum hat meine tausendfache Askese diese hier nicht überwunden?“

garīyān brāhmaṇavadhaḥ sarvabhūtavadhād yataḥ tasmāt tvaṃ kilbiṣād asmāc chūdrayonau janiṣyasi

„Schwerer wiegt die Tötung eines Brahmanen als die Tötung aller anderen Wesen – deshalb wirst du, wegen dieser [unverhältnismäßigen] Verfehlung, im Schoß einer Śūdrā geboren werden.“

Wort für Wort
garīyān brāhmaṇavadhaḥ sarvabhūtavadhād yataḥ tasmāt tvaṃ kilbiṣād asmāc chūdrayonau janiṣyasi
„Schwerer wiegt die Tötung eines Brahmanen als die Tötung aller anderen Wesen – deshalb wirst du, wegen dieser [unverhältnismäßigen] Verfehlung, im Schoß einer Śūdrā geboren werden.“

[Anm.: Mit diesem Fluch belegt Māṇḍavya den Gott Dharma selbst, weil dieser ihn für ein geringes Kindheitsvergehen unverhältnismäßig hart (Pfählung) bestraft hatte.]

tena śāpena dharmo 'pi śūdrayonāv ajāyata vidvān vidurarūpeṇa dhārmī tanur akilbiṣī

Durch diesen Fluch wurde auch Dharma in einem Śūdra-Schoß geboren – der Weise, in Gestalt Viduras, rechtschaffen, von makellosem Leib.

Wort für Wort
tena śāpena dharmo 'pi śūdrayonāv ajāyata vidvān vidurarūpeṇa dhārmī tanur akilbiṣī
Durch diesen Fluch wurde auch Dharma in einem Śūdra-Schoß geboren – der Weise, in Gestalt Viduras, rechtschaffen, von makellosem Leib.

saṃjayo munikalpas tu jajñe sūto gavalgaṇāt sūryāc ca kuntikanyāyāṃ jajñe karṇo mahārathaḥ sahajaṃ kavacaṃ bibhrat kuṇḍaloddyotitānanaḥ

Saṃjaya, muniähnlich, wurde als Sūta von Gavalgaṇa geboren; und von Sūrya, in der noch unvermählten Tochter der Kuntī, wurde Karṇa geboren, der große Wagenkrieger, mit ihm zugleich geboren tragend Panzer, das Antlitz erleuchtet von Ohrringen.

Wort für Wort
saṃjayo munikalpas tu jajñe sūto gavalgaṇāt sūryāc ca kuntikanyāyāṃ jajñe karṇo mahārathaḥ sahajaṃ kavacaṃ bibhrat kuṇḍaloddyotitānanaḥ
Saṃjaya, muniähnlich, wurde als Sūta von Gavalgaṇa geboren; und von Sūrya, in der noch unvermählten Tochter der Kuntī, wurde Karṇa geboren, der große Wagenkrieger, mit ihm zugleich geboren tragend Panzer, das Antlitz erleuchtet von Ohrringen.

anugrahārthaṃ lokānāṃ viṣṇur lokanamaskṛtaḥ vasudevāt tu devakyāṃ prādurbhūto mahāyaśāḥ

Zum Wohle der Welten erschien Viṣṇu, von den Welten verehrt, aus Vasudeva in Devakī, der Hochberühmte.

Wort für Wort
anugrahārthaṃ lokānāṃ viṣṇur lokanamaskṛtaḥ vasudevāt tu devakyāṃ prādurbhūto mahāyaśāḥ
Zum Wohle der Welten erschien Viṣṇu, von den Welten verehrt, aus Vasudeva in Devakī, der Hochberühmte.

anādinidhano devaḥ sa kartā jagataḥ prabhuḥ avyaktam akṣaraṃ brahma pradhānaṃ nirguṇātmakam

Jener Gott, ohne Anfang und Ende, der Schöpfer, der Herr der Welt: das unmanifeste, unvergängliche Brahman, das Pradhāna, von eigenschaftsloser Natur,

Wort für Wort
anādinidhano devaḥ sa kartā jagataḥ prabhuḥ avyaktam akṣaraṃ brahma pradhānaṃ nirguṇātmakam
Jener Gott, ohne Anfang und Ende, der Schöpfer, der Herr der Welt: das unmanifeste, unvergängliche Brahman, das Pradhāna, von eigenschaftsloser Natur,

ātmānam avyayaṃ caiva prakṛtiṃ prabhavaṃ param puruṣaṃ viśvakarmāṇaṃ sattvayogaṃ dhruvākṣaram

das unvergängliche Selbst, die Urnatur, der höchste Ursprung, der Puruṣa, der Weltenbildner, der mit Sattva verbundene, der beständige, unvergängliche,

Wort für Wort
ātmānam avyayaṃ caiva prakṛtiṃ prabhavaṃ param puruṣaṃ viśvakarmāṇaṃ sattvayogaṃ dhruvākṣaram
das unvergängliche Selbst, die Urnatur, der höchste Ursprung, der Puruṣa, der Weltenbildner, der mit Sattva verbundene, der beständige, unvergängliche,

anantam acalaṃ devaṃ haṃsaṃ nārāyaṇaṃ prabhum dhātāram ajaraṃ nityaṃ tam āhuḥ param avyayam

der endlose, unbewegliche Gott, der Haṃsa [Schwan], Nārāyaṇa, der Gebieter, der Ordner, der alterslose, ewige – ihn nennt man den höchsten, unvergänglichen.

Wort für Wort
anantam acalaṃ devaṃ haṃsaṃ nārāyaṇaṃ prabhum dhātāram ajaraṃ nityaṃ tam āhuḥ param avyayam
der endlose, unbewegliche Gott, der Haṃsa [Schwan], Nārāyaṇa, der Gebieter, der Ordner, der alterslose, ewige – ihn nennt man den höchsten, unvergänglichen.

puruṣaḥ sa vibhuḥ kartā sarvabhūtapitāmahaḥ dharmasaṃvardhanārthāya prajajñe 'ndhakavṛṣṇiṣu

Jener Puruṣa, der allgegenwärtige Schöpfer, der Großvater aller Wesen, wurde zur Mehrung des Dharma unter den Andhaka-Vṛṣṇis geboren.

Wort für Wort
puruṣaḥ sa vibhuḥ kartā sarvabhūtapitāmahaḥ dharmasaṃvardhanārthāya prajajñe 'ndhakavṛṣṇiṣu
Jener Puruṣa, der allgegenwärtige Schöpfer, der Großvater aller Wesen, wurde zur Mehrung des Dharma unter den Andhaka-Vṛṣṇis geboren.

astrajñau tu mahāvīryau sarvaśastraviśāradau sātyakiḥ kṛtavarmā ca nārāyaṇam anuvratau satyakād dhṛdikāc caiva jajñāte 'straviśāradau

Sātyaki und Kṛtavarman, beide von großer Tapferkeit, waffenkundig, in allen Waffen bewandert, Nārāyaṇa [Kṛṣṇa] ergeben, wurden von Satyaka und Hṛdika geboren, beide waffenkundig.

Wort für Wort
astrajñau tu mahāvīryau sarvaśastraviśāradau sātyakiḥ kṛtavarmā ca nārāyaṇam anuvratau satyakād dhṛdikāc caiva jajñāte 'straviśāradau
Sātyaki und Kṛtavarman, beide von großer Tapferkeit, waffenkundig, in allen Waffen bewandert, Nārāyaṇa [Kṛṣṇa] ergeben, wurden von Satyaka und Hṛdika geboren, beide waffenkundig.

bharadvājasya ca skannaṃ droṇyāṃ śukram avardhata maharṣer ugratapasas tasmād droṇo vyajāyata

Der entglittene Same des Bharadvāja, des großen Ṛṣi von strenger Askese, wuchs in einem Gefäß [Droṇī] heran; daraus wurde Droṇa geboren.

Wort für Wort
bharadvājasya ca skannaṃ droṇyāṃ śukram avardhata maharṣer ugratapasas tasmād droṇo vyajāyata
Der entglittene Same des Bharadvāja, des großen Ṛṣi von strenger Askese, wuchs in einem Gefäß [Droṇī] heran; daraus wurde Droṇa geboren.

[Anm.: „droṇī“ (Trog/Gefäß) ist die Namensquelle Droṇas.]

gautamān mithunaṃ jajñe śarastambāc charadvataḥ aśvatthāmnaś ca jananī kṛpaś caiva mahābalaḥ aśvatthāmā tato jajñe droṇād astrabhṛtāṃ varaḥ

Von Gautama [Śaradvat] wurde aus einem Schilfrohrbüschel ein Zwillingspaar geboren: die Mutter Aśvatthāmans und Kṛpa von großer Kraft; danach wurde von Droṇa Aśvatthāman geboren, der Beste der Waffenträger.

Wort für Wort
gautamān mithunaṃ jajñe śarastambāc charadvataḥ aśvatthāmnaś ca jananī kṛpaś caiva mahābalaḥ aśvatthāmā tato jajñe droṇād astrabhṛtāṃ varaḥ
Von Gautama [Śaradvat] wurde aus einem Schilfrohrbüschel ein Zwillingspaar geboren: die Mutter Aśvatthāmans und Kṛpa von großer Kraft; danach wurde von Droṇa Aśvatthāman geboren, der Beste der Waffenträger.

tathaiva dhṛṣṭadyumno 'pi sākṣād agnisamadyutiḥ vaitāne karmaṇi tate pāvakāt samajāyata vīro droṇavināśāya dhanuṣā saha vīryavān

Ebenso wurde auch Dhṛṣṭadyumna, von Agni-gleichem Glanz, unmittelbar aus dem Feuer geboren, beim vollzogenen Vaitāna-Opferritus – ein kraftvoller Held, samt Bogen, zur Vernichtung Droṇas.

Wort für Wort
tathaiva dhṛṣṭadyumno 'pi sākṣād agnisamadyutiḥ vaitāne karmaṇi tate pāvakāt samajāyata vīro droṇavināśāya dhanuṣā saha vīryavān
Ebenso wurde auch Dhṛṣṭadyumna, von Agni-gleichem Glanz, unmittelbar aus dem Feuer geboren, beim vollzogenen Vaitāna-Opferritus – ein kraftvoller Held, samt Bogen, zur Vernichtung Droṇas.

tathaiva vedyāṃ kṛṣṇāpi jajñe tejasvinī śubhā vibhrājamānā vapuṣā bibhratī rūpam uttamam

Ebenso wurde auf dem Opferaltar auch Kṛṣṇā [Draupadī] geboren, glanzvoll, schön, mit strahlendem Leib die vortrefflichste Gestalt tragend.

Wort für Wort
tathaiva vedyāṃ kṛṣṇāpi jajñe tejasvinī śubhā vibhrājamānā vapuṣā bibhratī rūpam uttamam
Ebenso wurde auf dem Opferaltar auch Kṛṣṇā [Draupadī] geboren, glanzvoll, schön, mit strahlendem Leib die vortrefflichste Gestalt tragend.

prahrādaśiṣyo nagnajit subalaś cābhavat tataḥ tasya prajā dharmahantrī jajñe devaprakopanāt

Nagnajit, Schüler Prahrādas, wurde danach zu Subala [?]; seine Nachkommenschaft, dharmavernichtend, wurde durch den Zorn der Götter geboren.

Wort für Wort
prahrādaśiṣyo nagnajit subalaś cābhavat tataḥ tasya prajā dharmahantrī jajñe devaprakopanāt
Nagnajit, Schüler Prahrādas, wurde danach zu Subala [?]; seine Nachkommenschaft, dharmavernichtend, wurde durch den Zorn der Götter geboren.

[Anm.: Das genaue Verhältnis zwischen Nagnajit und Subala – Identität, Vater-Sohn-Beziehung oder Namenswechsel – bleibt im Text unklar.]

gāndhārarājaputro 'bhūc chakuniḥ saubalas tathā duryodhanasya mātā ca jajñāte 'rthavidāv ubhau

Der Sohn des Königs von Gāndhāra war Śakuni, der Sohn Subalas; ebenso wurde Duryodhanas Mutter [Gāndhārī] geboren – beide kundig des [rechten] Nutzens.

Wort für Wort
gāndhārarājaputro 'bhūc chakuniḥ saubalas tathā duryodhanasya mātā ca jajñāte 'rthavidāv ubhau
Der Sohn des Königs von Gāndhāra war Śakuni, der Sohn Subalas; ebenso wurde Duryodhanas Mutter [Gāndhārī] geboren – beide kundig des [rechten] Nutzens.

kṛṣṇadvaipāyanāj jajñe dhṛtarāṣṭro janeśvaraḥ kṣetre vicitravīryasya pāṇḍuś caiva mahābalaḥ

Von Kṛṣṇa Dvaipāyana wurde Dhṛtarāṣṭra geboren, der Herrscher der Menschen, im Feld [der Witwe] des Vicitravīrya, und ebenso Pāṇḍu, von großer Kraft.

Wort für Wort
kṛṣṇadvaipāyanāj jajñe dhṛtarāṣṭro janeśvaraḥ kṣetre vicitravīryasya pāṇḍuś caiva mahābalaḥ
Von Kṛṣṇa Dvaipāyana wurde Dhṛtarāṣṭra geboren, der Herrscher der Menschen, im Feld [der Witwe] des Vicitravīrya, und ebenso Pāṇḍu, von großer Kraft.

pāṇḍos tu jajñire pañca putrā devasamāḥ pṛthak dvayoḥ striyor guṇajyeṣṭhas teṣām āsīd yudhiṣṭhiraḥ

Dem Pāṇḍu wurden von zwei Frauen fünf Söhne geboren, jeder einem Gott gleich; unter ihnen war, an Tugend der Älteste, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
pāṇḍos tu jajñire pañca putrā devasamāḥ pṛthak dvayoḥ striyor guṇajyeṣṭhas teṣām āsīd yudhiṣṭhiraḥ
Dem Pāṇḍu wurden von zwei Frauen fünf Söhne geboren, jeder einem Gott gleich; unter ihnen war, an Tugend der Älteste, Yudhiṣṭhira.

dharmād yudhiṣṭhiro jajñe mārutāt tu vṛkodaraḥ indrād dhanaṃjayaḥ śrīmān sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ

Von Dharma wurde Yudhiṣṭhira geboren, von Māruta [dem Windgott] aber Vṛkodara, von Indra Dhanaṃjaya, der Glanzvolle, der Beste aller Waffenträger.

Wort für Wort
dharmād yudhiṣṭhiro jajñe mārutāt tu vṛkodaraḥ indrād dhanaṃjayaḥ śrīmān sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ
Von Dharma wurde Yudhiṣṭhira geboren, von Māruta [dem Windgott] aber Vṛkodara, von Indra Dhanaṃjaya, der Glanzvolle, der Beste aller Waffenträger.

jajñāte rūpasaṃpannāv aśvibhyāṃ tu yamāv ubhau nakulaḥ sahadevaś ca guruśuśrūṣaṇe ratau

Von den beiden Aśvins wurden die beiden Zwillinge geboren, mit Schönheit ausgestattet, Nakula und Sahadeva, dem Dienst an den Älteren zugetan.

Wort für Wort
jajñāte rūpasaṃpannāv aśvibhyāṃ tu yamāv ubhau nakulaḥ sahadevaś ca guruśuśrūṣaṇe ratau
Von den beiden Aśvins wurden die beiden Zwillinge geboren, mit Schönheit ausgestattet, Nakula und Sahadeva, dem Dienst an den Älteren zugetan.

tathā putraśataṃ jajñe dhṛtarāṣṭrasya dhīmataḥ duryodhanaprabhṛtayo yuyutsuḥ karaṇas tathā

Ebenso wurden dem weisen Dhṛtarāṣṭra hundert Söhne geboren, angeführt von Duryodhana, [darunter] auch Yuyutsu und Karaṇa [?].

Wort für Wort
tathā putraśataṃ jajñe dhṛtarāṣṭrasya dhīmataḥ duryodhanaprabhṛtayo yuyutsuḥ karaṇas tathā
Ebenso wurden dem weisen Dhṛtarāṣṭra hundert Söhne geboren, angeführt von Duryodhana, [darunter] auch Yuyutsu und Karaṇa [?].

[Anm.: „Karaṇa“ könnte eine Textvariante für Vikarṇa sein, einen der bekannteren Dhṛtarāṣṭra-Söhne; die Lesart bleibt unsicher.]

abhimanyuḥ subhadrāyām arjunād abhyajāyata svasrīyo vāsudevasya pautraḥ pāṇḍor mahātmanaḥ

Abhimanyu wurde von Arjuna in Subhadrā gezeugt – Schwestersohn des Vāsudeva [Kṛṣṇa], Enkel des großmütigen Pāṇḍu.

Wort für Wort
abhimanyuḥ subhadrāyām arjunād abhyajāyata svasrīyo vāsudevasya pautraḥ pāṇḍor mahātmanaḥ
Abhimanyu wurde von Arjuna in Subhadrā gezeugt – Schwestersohn des Vāsudeva [Kṛṣṇa], Enkel des großmütigen Pāṇḍu.

pāṇḍavebhyo 'pi pañcabhyaḥ kṛṣṇāyāṃ pañca jajñire kumārā rūpasaṃpannāḥ sarvaśastraviśāradāḥ

Von den fünf Pāṇḍavas wurden auch in Kṛṣṇā [Draupadī] fünf Söhne geboren, Prinzen, mit Schönheit ausgestattet, in allen Waffen bewandert.

Wort für Wort
pāṇḍavebhyo 'pi pañcabhyaḥ kṛṣṇāyāṃ pañca jajñire kumārā rūpasaṃpannāḥ sarvaśastraviśāradāḥ
Von den fünf Pāṇḍavas wurden auch in Kṛṣṇā [Draupadī] fünf Söhne geboren, Prinzen, mit Schönheit ausgestattet, in allen Waffen bewandert.

prativindhyo yudhiṣṭhirāt sutasomo vṛkodarāt arjunāc chrutakīrtis tu śatānīkas tu nākuliḥ

Prativindhya von Yudhiṣṭhira, Sutasoma von Vṛkodara, von Arjuna aber Śrutakīrti, und Śatānīka, der Sohn Nakulas,

Wort für Wort
prativindhyo yudhiṣṭhirāt sutasomo vṛkodarāt arjunāc chrutakīrtis tu śatānīkas tu nākuliḥ
Prativindhya von Yudhiṣṭhira, Sutasoma von Vṛkodara, von Arjuna aber Śrutakīrti, und Śatānīka, der Sohn Nakulas,

tathaiva sahadevāc ca śrutasenaḥ pratāpavān hiḍimbāyāṃ ca bhīmena vane jajñe ghaṭotkacaḥ

ebenso von Sahadeva der machtvolle Śrutasena; und in Hiḍimbā wurde von Bhīma im Wald Ghaṭotkaca gezeugt.

Wort für Wort
tathaiva sahadevāc ca śrutasenaḥ pratāpavān hiḍimbāyāṃ ca bhīmena vane jajñe ghaṭotkacaḥ
ebenso von Sahadeva der machtvolle Śrutasena; und in Hiḍimbā wurde von Bhīma im Wald Ghaṭotkaca gezeugt.

śikhaṇḍī drupadāj jajñe kanyā putratvam āgatā yāṃ yakṣaḥ puruṣaṃ cakre sthūṇaḥ priyacikīrṣayā

Śikhaṇḍin wurde von Drupada geboren – eine Tochter, die zum Sohnesstatus gelangte, die ein Yakṣa namens Sthūṇa, aus dem Wunsch, ihr eine Freude zu erweisen, in einen Mann verwandelte.

Wort für Wort
śikhaṇḍī drupadāj jajñe kanyā putratvam āgatā yāṃ yakṣaḥ puruṣaṃ cakre sthūṇaḥ priyacikīrṣayā
Śikhaṇḍin wurde von Drupada geboren – eine Tochter, die zum Sohnesstatus gelangte, die ein Yakṣa namens Sthūṇa, aus dem Wunsch, ihr eine Freude zu erweisen, in einen Mann verwandelte.

kurūṇāṃ vigrahe tasmin samāgacchan bahūny atha rājñāṃ śatasahasrāṇi yotsyamānāni saṃyuge

In jenem Streit der Kurus versammelten sich viele Hunderttausende von Königen, bereit, in der Schlacht zu kämpfen.

Wort für Wort
kurūṇāṃ vigrahe tasmin samāgacchan bahūny atha rājñāṃ śatasahasrāṇi yotsyamānāni saṃyuge
In jenem Streit der Kurus versammelten sich viele Hunderttausende von Königen, bereit, in der Schlacht zu kämpfen.

teṣām aparimeyāni nāmadheyāni sarvaśaḥ na śakyaṃ parisaṃkhyātuṃ varṣāṇām ayutair api ete tu kīrtitā mukhyā yair ākhyānam idaṃ tatam

Ihre Namen sind allesamt unermesslich, nicht aufzuzählen, selbst nicht in zehntausend Jahren; doch diese hier wurden als die Hauptpersonen genannt, durch die diese Erzählung entfaltet wird.

Wort für Wort
teṣām aparimeyāni nāmadheyāni sarvaśaḥ na śakyaṃ parisaṃkhyātuṃ varṣāṇām ayutair api ete tu kīrtitā mukhyā yair ākhyānam idaṃ tatam
Ihre Namen sind allesamt unermesslich, nicht aufzuzählen, selbst nicht in zehntausend Jahren; doch diese hier wurden als die Hauptpersonen genannt, durch die diese Erzählung entfaltet wird.

[Anm.: Mit diesem gewaltigen Genealogie-Kapitel – Uparicara Vasu, Satyavatīs Herkunft, Vyāsas Geburt und Vedenteilung, sowie die Geburten Bhīṣmas, Viduras, Karṇas, Kṛṣṇas, Droṇas, Kṛpas, Dhṛṣṭadyumnas, Draupadīs, der Pāṇḍavas, ihrer Söhne, Abhimanyus und Ghaṭotkacas – ist das genealogische Fundament nahezu aller Hauptfiguren des gesamten Werks gelegt.]

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