Kapitel 160: Tapatyupākhyānam (1)
Die Erzählung von Tapatī (Teil 1)
Auf Arjunas Bitte hin erzählt der Gandharva die Vorgeschichte des Beinamens ‚Tāpatya': Tapatī, die makellos schöne Tochter des Sonnengottes, fand keinen ebenbürtigen Gatten, bis der fromme, sonnenverehrende Kuru-König Saṃvaraṇa dem Sonnengott würdig erschien. Auf der Jagd, nachdem sein Pferd gestorben war, begegnet Saṃvaraṇa der schönen Unbekannten auf einem Berg, verliebt sich sofort und spricht sie an; sie schweigt und verschwindet wie ein Blitz. Der König durchstreift verzweifelt wehklagend den Wald auf der Suche nach ihr.
gandharva uvāca hanta te kathayiṣyāmi kathām etāṃ manoramām yathāvad akhilāṃ pārtha dharmyāṃ dharmabhṛtāṃ vara
Der Gandharva sprach: ‚Wohlan, ich werde dir diese bezaubernde, dharmagemäße Geschichte vollständig und ordnungsgemäß erzählen, o Pārtha, Bester der Dharma-Wahrer.'
Wort für Wort
gandharva uvāca hanta te kathayiṣyāmi kathām etāṃ manoramām yathāvad akhilāṃ pārtha dharmyāṃ dharmabhṛtāṃ vara
Der Gandharva sprach: ‚Wohlan, ich werde dir diese bezaubernde, dharmagemäße Geschichte vollständig und ordnungsgemäß erzählen, o Pārtha, Bester der Dharma-Wahrer.'
‚Und wie die Brahman-Kundigen den aufgehenden Āditya verehren, so verehrten, o Pārtha, die dem Brahmanenstand nachgeordneten Untertanen den Saṃvaraṇa.'
‚Und wie die Brahman-Kundigen den aufgehenden Āditya verehren, so verehrten, o Pārtha, die dem Brahmanenstand nachgeordneten Untertanen den Saṃvaraṇa.'
sa somam ati kāntatvād ādityam ati tejasā babhūva nṛpatiḥ śrīmān suhṛdāṃ durhṛdām api
‚Er übertraf, durch seine Lieblichkeit, den Mond, und durch seinen Glanz die Sonne; der glanzvolle König war den Freunden wie auch den Feinden [ehrwürdig].'
Wort für Wort
sa somam ati kāntatvād ādityam ati tejasā babhūva nṛpatiḥ śrīmān suhṛdāṃ durhṛdām api
‚Er übertraf, durch seine Lieblichkeit, den Mond, und durch seinen Glanz die Sonne; der glanzvolle König war den Freunden wie auch den Feinden [ehrwürdig].'
sa eka ekām āsādya kanyāṃ tām arimardanaḥ tasthau nṛpatiśārdūlaḥ paśyann avicalekṣaṇaḥ
‚Er, allein, auf jene einzelne Jungfrau treffend, der Feindezerschmetterer, stand da, der Tiger unter den Königen, mit unbeweglichem Blick sie betrachtend.'
Wort für Wort
sa eka ekām āsādya kanyāṃ tām arimardanaḥ tasthau nṛpatiśārdūlaḥ paśyann avicalekṣaṇaḥ
‚Er, allein, auf jene einzelne Jungfrau treffend, der Feindezerschmetterer, stand da, der Tiger unter den Königen, mit unbeweglichem Blick sie betrachtend.'
sa hi tāṃ tarkayām āsa rūpato nṛpatiḥ śriyam punaḥ saṃtarkayām āsa raver bhraṣṭām iva prabhām
‚Er hielt sie nämlich, der König, ihrer Schönheit nach für die Glücksgöttin Śrī selbst; wiederum aber hielt er sie für einen von der Sonne herabgefallenen Glanz.'
Wort für Wort
sa hi tāṃ tarkayām āsa rūpato nṛpatiḥ śriyam punaḥ saṃtarkayām āsa raver bhraṣṭām iva prabhām
‚Er hielt sie nämlich, der König, ihrer Schönheit nach für die Glücksgöttin Śrī selbst; wiederum aber hielt er sie für einen von der Sonne herabgefallenen Glanz.'
avamene ca tāṃ dṛṣṭvā sarvaprāṇabhṛtāṃ vapuḥ avāptaṃ cātmano mene sa rājā cakṣuṣaḥ phalam
‚Und als er sie erblickte, geringschätzte er die Gestalt aller lebenden Wesen im Vergleich zu ihr, und der König hielt für sich selbst die Frucht seiner Augen für erlangt.'
Wort für Wort
avamene ca tāṃ dṛṣṭvā sarvaprāṇabhṛtāṃ vapuḥ avāptaṃ cātmano mene sa rājā cakṣuṣaḥ phalam
‚Und als er sie erblickte, geringschätzte er die Gestalt aller lebenden Wesen im Vergleich zu ihr, und der König hielt für sich selbst die Frucht seiner Augen für erlangt.'
‚Wohl hat der Schöpfer, nachdem er die Welt der Götter, Asuras und Menschen durchquirlt hatte, diese Gestalt dieser Großäugigen hervorgebracht und offenbart.'
‚Wohl hat der Schöpfer, nachdem er die Welt der Götter, Asuras und Menschen durchquirlt hatte, diese Gestalt dieser Großäugigen hervorgebracht und offenbart.'
‚Wer bist du, wessen Tochter bist du, o Schenkel wie eine Bananenstaude, und warum weilst du hier? Und wie kommt es, dass du allein in diesem menschenleeren Wald umherwandelst, du mit dem reinen Lächeln?'
‚Wer bist du, wessen Tochter bist du, o Schenkel wie eine Bananenstaude, und warum weilst du hier? Und wie kommt es, dass du allein in diesem menschenleeren Wald umherwandelst, du mit dem reinen Lächeln?'
na devīṃ nāsurīṃ caiva na yakṣīṃ na ca rākṣasīm na ca bhogavatīṃ manye na gandharvīṃ na mānuṣīm
‚Weder für eine Göttin noch für eine Asura-Frau, weder für eine Yakṣī noch für eine Rākṣasī, weder für eine Schlangenfrau, noch für eine Gandharvī, noch für eine Menschenfrau halte ich dich.'
Wort für Wort
na devīṃ nāsurīṃ caiva na yakṣīṃ na ca rākṣasīm na ca bhogavatīṃ manye na gandharvīṃ na mānuṣīm
‚Weder für eine Göttin noch für eine Asura-Frau, weder für eine Yakṣī noch für eine Rākṣasī, weder für eine Schlangenfrau, noch für eine Gandharvī, noch für eine Menschenfrau halte ich dich.'
yā hi dṛṣṭā mayā kāś cic chrutā vāpi varāṅganāḥ na tāsāṃ sadṛśīṃ manye tvām ahaṃ mattakāśini
‚Denn welche vortrefflichen Frauen ich auch immer gesehen oder von ihnen gehört habe – keiner von ihnen halte ich dich für ebenbürtig, du mit dem berauschenden Glanz.'
Wort für Wort
yā hi dṛṣṭā mayā kāś cic chrutā vāpi varāṅganāḥ na tāsāṃ sadṛśīṃ manye tvām ahaṃ mattakāśini
‚Denn welche vortrefflichen Frauen ich auch immer gesehen oder von ihnen gehört habe – keiner von ihnen halte ich dich für ebenbürtig, du mit dem berauschenden Glanz.'