Kapitel 71: Kacopākhyānam
Die Erzählung von Kaca und Devayānī
Rückblende zur Vorgeschichte von Yayātis Ehe: Im Streit zwischen Göttern und Asuras verfügt der Asura-Priester Śukra (Uśanas) über die Wiederbelebungskunst (Saṃjīvanī), die Bṛhaspati, der Priester der Götter, nicht kennt. Die Götter entsenden Bṛhaspatis Sohn Kaca zu Śukra, um dort als Schüler das Wissen zu erlangen; die Dānavas töten Kaca dreimal, das letzte Mal, indem sie ihn zu Pulver zermahlen und Śukra selbst im Wein zu trinken geben. Auf Devayānīs Bitten lehrt Śukra, bevor er stirbt, Kaca die Saṃjīvanī-Vidyā aus seinem eigenen Inneren heraus; Kaca erlangt das Wissen, erweckt Śukra wieder, und Śukra verhängt daraufhin das bis heute gültige Weinverbot für Brahmanen.
etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ vistareṇa dvijottama ānupūrvyā ca me śaṃsa pūror vaṃśakarān pṛthak
Dies möchte ich ausführlich hören, o Bester der Zweifachgeborenen; und der Reihe nach verkünde mir die einzelnen Geschlechtsbegründer aus Pūrus Linie.«
Wort für Wort
etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ vistareṇa dvijottama ānupūrvyā ca me śaṃsa pūror vaṃśakarān pṛthak
Dies möchte ich ausführlich hören, o Bester der Zweifachgeborenen; und der Reihe nach verkünde mir die einzelnen Geschlechtsbegründer aus Pūrus Linie.«
jigīṣayā tato devā vavrire ''ṅgirasaṃ munim paurohityena yājyārthe kāvyaṃ tūśanasaṃ pare brāhmaṇau tāv ubhau nityam anyonyaspardhinau bhṛśam
Aus Siegesbegierde erwählten da die Götter den Weisen Aṅgiras zum Hauspriester für die Opfer, die anderen (die Asuras) den Kāvya Uśanas; beide Brahmanen wetteiferten stets heftig miteinander.
Wort für Wort
jigīṣayā tato devā vavrire ''ṅgirasaṃ munim paurohityena yājyārthe kāvyaṃ tūśanasaṃ pare brāhmaṇau tāv ubhau nityam anyonyaspardhinau bhṛśam
Aus Siegesbegierde erwählten da die Götter den Weisen Aṅgiras zum Hauspriester für die Opfer, die anderen (die Asuras) den Kāvya Uśanas; beide Brahmanen wetteiferten stets heftig miteinander.
tatra devā nijaghnur yān dānavān yudhi saṃgatān tān punar jīvayām āsa kāvyo vidyābalāśrayāt tatas te punar utthāya yodhayāṃ cakrire surān
Dort erweckte Kāvya durch die Kraft seines Wissens jene Dānavas wieder zum Leben, die von den Göttern im Kampf erschlagen worden waren; dann erhoben sie sich wieder und kämpften erneut gegen die Götter.
Wort für Wort
tatra devā nijaghnur yān dānavān yudhi saṃgatān tān punar jīvayām āsa kāvyo vidyābalāśrayāt tatas te punar utthāya yodhayāṃ cakrire surān
Dort erweckte Kāvya durch die Kraft seines Wissens jene Dānavas wieder zum Leben, die von den Göttern im Kampf erschlagen worden waren; dann erhoben sie sich wieder und kämpften erneut gegen die Götter.
asurās tu nijaghnur yān surān samaramūrdhani na tān saṃjīvayām āsa bṛhaspatir udāradhīḥ
Die Asuras aber erweckten nicht jene Götter wieder, die sie an der Kampffront erschlagen hatten - Bṛhaspati, obwohl von edlem Verstand, konnte es nicht.
Wort für Wort
asurās tu nijaghnur yān surān samaramūrdhani na tān saṃjīvayām āsa bṛhaspatir udāradhīḥ
Die Asuras aber erweckten nicht jene Götter wieder, die sie an der Kampffront erschlagen hatten - Bṛhaspati, obwohl von edlem Verstand, konnte es nicht.
na hi veda sa tāṃ vidyāṃ yāṃ kāvyo veda vīryavān saṃjīvanīṃ tato devā viṣādam agaman param
Denn er kannte nicht jenes Wissen, das der kraftvolle Kāvya kannte, die Wiederbelebungskunst (Saṃjīvanī); da gerieten die Götter in höchste Verzweiflung.
Wort für Wort
na hi veda sa tāṃ vidyāṃ yāṃ kāvyo veda vīryavān saṃjīvanīṃ tato devā viṣādam agaman param
Denn er kannte nicht jenes Wissen, das der kraftvolle Kāvya kannte, die Wiederbelebungskunst (Saṃjīvanī); da gerieten die Götter in höchste Verzweiflung.
te tu devā bhayodvignāḥ kāvyād uśanasas tadā ūcuḥ kacam upāgamya jyeṣṭhaṃ putraṃ bṛhaspateḥ
Die Götter, von Furcht erschüttert, sprachen da, wegen des Kāvya Uśanas, zum ältesten Sohn des Bṛhaspati, zu Kaca, nachdem sie sich ihm genähert hatten:
Wort für Wort
te tu devā bhayodvignāḥ kāvyād uśanasas tadā ūcuḥ kacam upāgamya jyeṣṭhaṃ putraṃ bṛhaspateḥ
Die Götter, von Furcht erschüttert, sprachen da, wegen des Kāvya Uśanas, zum ältesten Sohn des Bṛhaspati, zu Kaca, nachdem sie sich ihm genähert hatten:
bhajamānān bhajasvāsmān kuru naḥ sāhyam uttamam yāsau vidyā nivasati brāhmaṇe 'mitatejasi śukre tām āhara kṣipraṃ bhāgabhāṅ no bhaviṣyasi
›Erweise uns, die wir dich um Hilfe angehen, deine Gunst; leiste uns höchsten Beistand! Jenes Wissen, das im Brahmanen von unermesslichem Glanz, in Śukra, wohnt - das hole rasch her, du sollst unser Anteilhaber werden.
Wort für Wort
bhajamānān bhajasvāsmān kuru naḥ sāhyam uttamam yāsau vidyā nivasati brāhmaṇe 'mitatejasi śukre tām āhara kṣipraṃ bhāgabhāṅ no bhaviṣyasi
›Erweise uns, die wir dich um Hilfe angehen, deine Gunst; leiste uns höchsten Beistand! Jenes Wissen, das im Brahmanen von unermesslichem Glanz, in Śukra, wohnt - das hole rasch her, du sollst unser Anteilhaber werden.
tvam ārādhayituṃ śakto nānyaḥ kaś cana vidyate śīladākṣiṇyamādhuryair ācāreṇa damena ca devayānyāṃ hi tuṣṭāyāṃ vidyāṃ tāṃ prāpsyasi dhruvam
Du bist fähig, ihn zu gewinnen, kein anderer gibt es sonst - durch Charakter, Höflichkeit und Sanftmut, durch Verhalten und Selbstbeherrschung; wenn Devayānī zufriedengestellt ist, wirst du jenes Wissen gewiss erlangen.‹
Wort für Wort
tvam ārādhayituṃ śakto nānyaḥ kaś cana vidyate śīladākṣiṇyamādhuryair ācāreṇa damena ca devayānyāṃ hi tuṣṭāyāṃ vidyāṃ tāṃ prāpsyasi dhruvam
Du bist fähig, ihn zu gewinnen, kein anderer gibt es sonst - durch Charakter, Höflichkeit und Sanftmut, durch Verhalten und Selbstbeherrschung; wenn Devayānī zufriedengestellt ist, wirst du jenes Wissen gewiss erlangen.‹
gā rakṣantaṃ vane dṛṣṭvā rahasy ekam amarṣitāḥ jaghnur bṛhaspater dveṣād vidyārakṣārtham eva ca hatvā śālāvṛkebhyaś ca prāyacchaṃs tilaśaḥ kṛtam
Als sie ihn allein die Kühe im Wald hüten sahen, im Geheimen, erschlugen sie ihn, unwillig, aus Hass gegen Bṛhaspati und um ihr Wissen zu schützen; nachdem sie ihn erschlagen hatten, warfen sie ihn den Schakalen vor, in Stücke zerhackt.
Wort für Wort
gā rakṣantaṃ vane dṛṣṭvā rahasy ekam amarṣitāḥ jaghnur bṛhaspater dveṣād vidyārakṣārtham eva ca hatvā śālāvṛkebhyaś ca prāyacchaṃs tilaśaḥ kṛtam
Als sie ihn allein die Kühe im Wald hüten sahen, im Geheimen, erschlugen sie ihn, unwillig, aus Hass gegen Bṛhaspati und um ihr Wissen zu schützen; nachdem sie ihn erschlagen hatten, warfen sie ihn den Schakalen vor, in Stücke zerhackt.
tato gāvo nivṛttās tā agopāḥ svaṃ niveśanam tā dṛṣṭvā rahitā gās tu kacenābhyāgatā vanāt uvāca vacanaṃ kāle devayāny atha bhārata
Danach kehrten die Kühe ohne Hirten zu ihrer eigenen Behausung zurück; als sie die Kühe, von Kaca nicht mehr aus dem Wald zurückgeführt, hirtenlos sah, sprach Devayānī, o Bhārata, zur rechten Zeit:
Wort für Wort
tato gāvo nivṛttās tā agopāḥ svaṃ niveśanam tā dṛṣṭvā rahitā gās tu kacenābhyāgatā vanāt uvāca vacanaṃ kāle devayāny atha bhārata
Danach kehrten die Kühe ohne Hirten zu ihrer eigenen Behausung zurück; als sie die Kühe, von Kaca nicht mehr aus dem Wald zurückgeführt, hirtenlos sah, sprach Devayānī, o Bhārata, zur rechten Zeit:
ahutaṃ cāgnihotraṃ te sūryaś cāstaṃ gataḥ prabho agopāś cāgatā gāvaḥ kacas tāta na dṛśyate
›Nicht dargebracht ist dein Feueropfer, und die Sonne ist untergegangen, mein Herr; hirtenlos sind die Kühe zurückgekehrt, Kaca aber, mein Lieber, ist nicht zu sehen.
Wort für Wort
ahutaṃ cāgnihotraṃ te sūryaś cāstaṃ gataḥ prabho agopāś cāgatā gāvaḥ kacas tāta na dṛśyate
›Nicht dargebracht ist dein Feueropfer, und die Sonne ist untergegangen, mein Herr; hirtenlos sind die Kühe zurückgekehrt, Kaca aber, mein Lieber, ist nicht zu sehen.
Vaiśaṃpāyana sprach: »Da wandte er die Wiederbelebungskunst an und rief Kaca; gerufen, erschien Kaca, unversehrt, durch die Kunst wieder, und erzählte, von der Brahmanentochter befragt: ›Ich wurde getötet.‹
Vaiśaṃpāyana sprach: »Da wandte er die Wiederbelebungskunst an und rief Kaca; gerufen, erschien Kaca, unversehrt, durch die Kunst wieder, und erzählte, von der Brahmanentochter befragt: ›Ich wurde getötet.‹
sa punar devayānyoktaḥ puṣpāhāro yadṛcchayā vanaṃ yayau tato vipro dadṛśur dānavāś ca tam
Er, wieder von Devayānī gebeten, Blumen zu holen, ging da, der Brahmane, wie es sich zufällig ergab, in den Wald - da erblickten ihn die Dānavas erneut.
Wort für Wort
sa punar devayānyoktaḥ puṣpāhāro yadṛcchayā vanaṃ yayau tato vipro dadṛśur dānavāś ca tam
Er, wieder von Devayānī gebeten, Blumen zu holen, ging da, der Brahmane, wie es sich zufällig ergab, in den Wald - da erblickten ihn die Dānavas erneut.
tato dvitīyaṃ hatvā taṃ dagdhvā kṛtvā ca cūrṇaśaḥ prāyacchan brāhmaṇāyaiva surāyām asurās tadā
Da erschlugen sie ihn ein zweites Mal, verbrannten ihn und zermahlten ihn zu Pulver, und mischten ihn dann in Wein, den sie dem Brahmanen selbst gaben, jene Asuras.
Wort für Wort
tato dvitīyaṃ hatvā taṃ dagdhvā kṛtvā ca cūrṇaśaḥ prāyacchan brāhmaṇāyaiva surāyām asurās tadā
Da erschlugen sie ihn ein zweites Mal, verbrannten ihn und zermahlten ihn zu Pulver, und mischten ihn dann in Wein, den sie dem Brahmanen selbst gaben, jene Asuras.
Śukra sprach: ›Der Sohn des Bṛhaspati, meine Tochter, Kaca, ist des Todes Weg gegangen; selbst wenn er durch die Kunst wiederbelebt würde, wird er so immer wieder getötet - was soll ich tun?
Śukra sprach: ›Der Sohn des Bṛhaspati, meine Tochter, Kaca, ist des Todes Weg gegangen; selbst wenn er durch die Kunst wiederbelebt würde, wird er so immer wieder getötet - was soll ich tun?
maivaṃ śuco mā ruda devayāni na tvādṛśī martyam anupraśocet surāś ca viśve ca jagac ca sarvam upasthitāṃ vaikṛtim ānamanti
Trauere nicht so, weine nicht, Devayānī; eine wie du sollte nicht um einen Sterblichen trauern - die Götter, die Viśvedevas und die ganze Welt beugen sich der Vergänglichkeit, die einst eintritt.‹
Wort für Wort
maivaṃ śuco mā ruda devayāni na tvādṛśī martyam anupraśocet surāś ca viśve ca jagac ca sarvam upasthitāṃ vaikṛtim ānamanti
Trauere nicht so, weine nicht, Devayānī; eine wie du sollte nicht um einen Sterblichen trauern - die Götter, die Viśvedevas und die ganze Welt beugen sich der Vergänglichkeit, die einst eintritt.‹
devayāny uvāca yasyāṅgirā vṛddhatamaḥ pitāmaho bṛhaspatiś cāpi pitā tapodhanaḥ ṛṣeḥ putraṃ tam atho vāpi pautraṃ kathaṃ na śoceyam ahaṃ na rudyām
Devayānī sprach: ›Dessen Urgroßvater Aṅgiras der Älteste ist, und dessen Vater Bṛhaspati, der Askesereiche - den Sohn dieses Weisen, ja seinen Enkel, wie sollte ich um ihn nicht trauern, nicht weinen?
Wort für Wort
devayāny uvāca yasyāṅgirā vṛddhatamaḥ pitāmaho bṛhaspatiś cāpi pitā tapodhanaḥ ṛṣeḥ putraṃ tam atho vāpi pautraṃ kathaṃ na śoceyam ahaṃ na rudyām
Devayānī sprach: ›Dessen Urgroßvater Aṅgiras der Älteste ist, und dessen Vater Bṛhaspati, der Askesereiche - den Sohn dieses Weisen, ja seinen Enkel, wie sollte ich um ihn nicht trauern, nicht weinen?
sa brahmacārī ca tapodhanaś ca sadotthitaḥ karmasu caiva dakṣaḥ kacasya mārgaṃ pratipatsye na bhokṣye priyo hi me tāta kaco 'bhirūpaḥ
Er, der brahmanische Studierende, der Askesereiche, stets in seinen Pflichten tüchtig - ich will Kacas Weg folgen und nicht essen, denn lieb ist mir, mein Vater, Kaca, der Wohlgestaltete.‹
Wort für Wort
sa brahmacārī ca tapodhanaś ca sadotthitaḥ karmasu caiva dakṣaḥ kacasya mārgaṃ pratipatsye na bhokṣye priyo hi me tāta kaco 'bhirūpaḥ
Er, der brahmanische Studierende, der Askesereiche, stets in seinen Pflichten tüchtig - ich will Kacas Weg folgen und nicht essen, denn lieb ist mir, mein Vater, Kaca, der Wohlgestaltete.‹
śukra uvāca asaṃśayaṃ mām asurā dviṣanti ye me śiṣyaṃ nāgasaṃ sūdayanti abrāhmaṇaṃ kartum icchanti raudrās te māṃ yathā prastutaṃ dānavair hi apy asya pāpasya bhaved ihāntaḥ kaṃ brahmahatyā na dahed apīndram
Śukra sprach: ›Ohne Zweifel hassen mich die Asuras, die meinen schuldlosen Schüler töten; sie wollen mich entehren, die Grausamen, so wie sie es mit den Dānavas angefangen haben; möge auch dieser Sünde ein Ende sein - wen würde nicht Brahmanenmord verbrennen, selbst Indra?‹
Wort für Wort
śukra uvāca asaṃśayaṃ mām asurā dviṣanti ye me śiṣyaṃ nāgasaṃ sūdayanti abrāhmaṇaṃ kartum icchanti raudrās te māṃ yathā prastutaṃ dānavair hi apy asya pāpasya bhaved ihāntaḥ kaṃ brahmahatyā na dahed apīndram
Śukra sprach: ›Ohne Zweifel hassen mich die Asuras, die meinen schuldlosen Schüler töten; sie wollen mich entehren, die Grausamen, so wie sie es mit den Dānavas angefangen haben; möge auch dieser Sünde ein Ende sein - wen würde nicht Brahmanenmord verbrennen, selbst Indra?‹
Aus Furcht vor dem Lehrer, durch die Wiederbelebungskunst gerufen, sprach er langsam aus dem Bauch heraus; er (Śukra) sprach zu ihm: ›Auf welchem Weg bist du hineingelangt? In meinem Bauch weilst du - sag es, Brahmane.‹
Aus Furcht vor dem Lehrer, durch die Wiederbelebungskunst gerufen, sprach er langsam aus dem Bauch heraus; er (Śukra) sprach zu ihm: ›Auf welchem Weg bist du hineingelangt? In meinem Bauch weilst du - sag es, Brahmane.‹
kaca uvāca bhavatprasādān na jahāti māṃ smṛtiḥ smare ca sarvaṃ yac ca yathā ca vṛttam na tv evaṃ syāt tapaso vyayo me tataḥ kleśaṃ ghoram imaṃ sahāmi
Kaca sprach: ›Durch deine Gnade verlässt mich die Erinnerung nicht; ich erinnere mich an alles, was und wie es geschah. Doch soll dies nicht eine Vergeudung meiner Askese sein - deshalb ertrage ich diese schreckliche Qual.
Wort für Wort
kaca uvāca bhavatprasādān na jahāti māṃ smṛtiḥ smare ca sarvaṃ yac ca yathā ca vṛttam na tv evaṃ syāt tapaso vyayo me tataḥ kleśaṃ ghoram imaṃ sahāmi
Kaca sprach: ›Durch deine Gnade verlässt mich die Erinnerung nicht; ich erinnere mich an alles, was und wie es geschah. Doch soll dies nicht eine Vergeudung meiner Askese sein - deshalb ertrage ich diese schreckliche Qual.
Von den Asuras wurde ich in den Wein gegeben, dir zugedacht, Kāvya, nachdem sie mich erschlagen, verbrannt und zermahlen hatten; die brahmanische Zaubermacht - wie sollte die dämonische Zaubermacht sie, solange du bestehst, übertreffen?‹
Von den Asuras wurde ich in den Wein gegeben, dir zugedacht, Kāvya, nachdem sie mich erschlagen, verbrannt und zermahlen hatten; die brahmanische Zaubermacht - wie sollte die dämonische Zaubermacht sie, solange du bestehst, übertreffen?‹
śukra uvāca kiṃ te priyaṃ karavāṇy adya vatse vadhena me jīvitaṃ syāt kacasya nānyatra kukṣer mama bhedanena dṛśyet kaco madgato devayāni
Śukra sprach: ›Was soll ich dir heute Liebes tun, mein Kind? Durch meinen Tod könnte Kacas Leben gerettet werden, auf keine andere Weise als durch das Aufreißen meines Bauches; nur so wäre Kaca, in meinem Innern befindlich, zu sehen, Devayānī.‹
Wort für Wort
śukra uvāca kiṃ te priyaṃ karavāṇy adya vatse vadhena me jīvitaṃ syāt kacasya nānyatra kukṣer mama bhedanena dṛśyet kaco madgato devayāni
Śukra sprach: ›Was soll ich dir heute Liebes tun, mein Kind? Durch meinen Tod könnte Kacas Leben gerettet werden, auf keine andere Weise als durch das Aufreißen meines Bauches; nur so wäre Kaca, in meinem Innern befindlich, zu sehen, Devayānī.‹
Devayānī sprach: ›Zwei feuergleiche Kummer verbrennen mich: Kacas Untergang, und dein eigener Schaden; bei Kacas Untergang gibt es für mich kein Glück, bei deinem Schaden vermag ich nicht zu leben.‹
Devayānī sprach: ›Zwei feuergleiche Kummer verbrennen mich: Kacas Untergang, und dein eigener Schaden; bei Kacas Untergang gibt es für mich kein Glück, bei deinem Schaden vermag ich nicht zu leben.‹
Śukra sprach: ›Vollendet an Gestalt bist du, Sohn des Bṛhaspati, da dich, den Ergebenen, Devayānī liebt; erlange dieses lebenspendende Wissen, du - andernfalls (glaube ich fast), du wärst heute Indra selbst in Kacas Gestalt.
Śukra sprach: ›Vollendet an Gestalt bist du, Sohn des Bṛhaspati, da dich, den Ergebenen, Devayānī liebt; erlange dieses lebenspendende Wissen, du - andernfalls (glaube ich fast), du wärst heute Indra selbst in Kacas Gestalt.
[Anm.: Die Zeile ist im Sanskrit syntaktisch dunkel; vermutlich eine ironisch-staunende Bemerkung Śukras darüber, wie oft Kaca schon überlebt hat - sinngemäß wiedergegeben.
Werde mein Sohn und ehre mich, den dich Ehrenden; aus diesem meinem Körper heraustretend sollst du, mein Lieber, eine dharmagemäße Rücksicht walten lassen - nachdem du vom Lehrer das Wissen erlangt hast, sollst du selbst wissend (weiterwirken).‹
Werde mein Sohn und ehre mich, den dich Ehrenden; aus diesem meinem Körper heraustretend sollst du, mein Lieber, eine dharmagemäße Rücksicht walten lassen - nachdem du vom Lehrer das Wissen erlangt hast, sollst du selbst wissend (weiterwirken).‹
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem er vom Lehrer das Wissen erlangt hatte, trat der Brahmane, den Bauch durchbrechend, heraus, Kaca, der Wohlgestaltete, aus der rechten Seite des Brahmanen, wie der Mond am Ende der hellen Monatshälfte zur Vollmondnacht.
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem er vom Lehrer das Wissen erlangt hatte, trat der Brahmane, den Bauch durchbrechend, heraus, Kaca, der Wohlgestaltete, aus der rechten Seite des Brahmanen, wie der Mond am Ende der hellen Monatshälfte zur Vollmondnacht.
[Anm.: Das Gleichnis ist im Sanskrit knapp; sinngemäß als Bild strahlender, vollendeter Erscheinung wiedergegeben.
dṛṣṭvā ca taṃ patitaṃ brahmarāśim utthāpayām āsa mṛtaṃ kaco 'pi vidyāṃ siddhāṃ tām avāpyābhivādya tataḥ kacas taṃ gurum ity uvāca
Und als er ihn, den Hort des Brahman, gefallen sah, richtete Kaca ihn, den Toten, wieder auf; nachdem er das vollendete Wissen erlangt und ihn verehrt hatte, sprach Kaca zu jenem Lehrer dies:
Wort für Wort
dṛṣṭvā ca taṃ patitaṃ brahmarāśim utthāpayām āsa mṛtaṃ kaco 'pi vidyāṃ siddhāṃ tām avāpyābhivādya tataḥ kacas taṃ gurum ity uvāca
Und als er ihn, den Hort des Brahman, gefallen sah, richtete Kaca ihn, den Toten, wieder auf; nachdem er das vollendete Wissen erlangt und ihn verehrt hatte, sprach Kaca zu jenem Lehrer dies:
ṛtasya dātāram anuttamasya nidhiṃ nidhīnāṃ caturanvayānām ye nādriyante gurum arcanīyaṃ pāpāṃl lokāṃs te vrajanty apratiṣṭhān
›Wer den Geber des höchsten Ṛta, den Schatz der Schätze der vier Stände, den verehrungswürdigen Lehrer nicht ehrt, der geht in sündige, haltlose Welten ein.‹
Wort für Wort
ṛtasya dātāram anuttamasya nidhiṃ nidhīnāṃ caturanvayānām ye nādriyante gurum arcanīyaṃ pāpāṃl lokāṃs te vrajanty apratiṣṭhān
›Wer den Geber des höchsten Ṛta, den Schatz der Schätze der vier Stände, den verehrungswürdigen Lehrer nicht ehrt, der geht in sündige, haltlose Welten ein.‹
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem er den durch Weingenuss verursachten Betrug erfahren hatte, sowie den überaus schrecklichen Verlust des Bewusstseins, und Kaca, den Wohlgestalteten, ebenso gesehen hatte, wie er, vom Wein betäubt, getrunken hatte -
Vaiśaṃpāyana sprach: »Nachdem er den durch Weingenuss verursachten Betrug erfahren hatte, sowie den überaus schrecklichen Verlust des Bewusstseins, und Kaca, den Wohlgestalteten, ebenso gesehen hatte, wie er, vom Wein betäubt, getrunken hatte -
samanyur utthāya mahānubhāvas tadośanā viprahitaṃ cikīrṣuḥ kāvyaḥ svayaṃ vākyam idaṃ jagāda surāpānaṃ prati vai jātaśaṅkaḥ
da erhob sich, von Zorn erfüllt, der Hochgesinnte, Uśanas, in der Absicht, dem Brahmanentum zu dienen, und sprach dieses Wort selbst, der Kāvya, misstrauisch geworden gegenüber dem Weingenuss:
Wort für Wort
samanyur utthāya mahānubhāvas tadośanā viprahitaṃ cikīrṣuḥ kāvyaḥ svayaṃ vākyam idaṃ jagāda surāpānaṃ prati vai jātaśaṅkaḥ
da erhob sich, von Zorn erfüllt, der Hochgesinnte, Uśanas, in der Absicht, dem Brahmanentum zu dienen, und sprach dieses Wort selbst, der Kāvya, misstrauisch geworden gegenüber dem Weingenuss:
yo brāhmaṇo 'dya prabhṛtīha kaś cin mohāt surāṃ pāsyati mandabuddhiḥ apetadharmo brahmahā caiva sa syād asmiṃl loke garhitaḥ syāt pare ca
›Welcher Brahmane von heute an hier, aus Verblendung, Wein trinken wird, der Schwachsinnige, der soll dharmalos, ein Brahmanenmörder sein, in dieser Welt verachtet und auch in der jenseitigen.
Wort für Wort
yo brāhmaṇo 'dya prabhṛtīha kaś cin mohāt surāṃ pāsyati mandabuddhiḥ apetadharmo brahmahā caiva sa syād asmiṃl loke garhitaḥ syāt pare ca
›Welcher Brahmane von heute an hier, aus Verblendung, Wein trinken wird, der Schwachsinnige, der soll dharmalos, ein Brahmanenmörder sein, in dieser Welt verachtet und auch in der jenseitigen.
Diese von mir festgesetzte Grenze, diese Vorschrift der Brahmanenpflicht, gültig für die ganze Welt - mögen die Guten, die den Lehrern gehorchenden Brahmanen, und die Götter und alle Welten dies anhören!‹
Diese von mir festgesetzte Grenze, diese Vorschrift der Brahmanenpflicht, gültig für die ganze Welt - mögen die Guten, die den Lehrern gehorchenden Brahmanen, und die Götter und alle Welten dies anhören!‹
Nachdem er, der Hochgesinnte, der unermessliche Schatz der Askeseschätze, dies gesagt hatte, rief er jene Dānavas, deren Verstand vom Schicksal verblendet war, herbei und sprach dieses Wort zu ihnen:
Nachdem er, der Hochgesinnte, der unermessliche Schatz der Askeseschätze, dies gesagt hatte, rief er jene Dānavas, deren Verstand vom Schicksal verblendet war, herbei und sprach dieses Wort zu ihnen:
›Ich verkünde euch, ihr törichten Dānavas: Vollendet wird Kaca bei mir weilen, nachdem er das große, bedeutsame Wiederbelebungswissen erlangt hat, an Macht dem Brahman gleich, zum Brahman geworden.‹
›Ich verkünde euch, ihr törichten Dānavas: Vollendet wird Kaca bei mir weilen, nachdem er das große, bedeutsame Wiederbelebungswissen erlangt hat, an Macht dem Brahman gleich, zum Brahman geworden.‹