Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 63: Duḥṣantasya mṛgayā Duḥṣantas Jagdzug

Fortsetzung der Duḥṣanta-Erzählung: der König zieht mit großem Heer zur Jagd aus, wird von den Frauen der Stadt bewundert, dringt in einen wilden, Nandana-gleichen Wald ein und richtet dort unter dem Wild ein gewaltiges Gemetzel an; auch Elefanten und Menschen kommen im Getümmel zu Schaden.

vaiśaṃpāyana uvāca sa kadā cin mahābāhuḥ prabhūtabalavāhanaḥ vanaṃ jagāma gahanaṃ hayanāgaśatair vṛtaḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: »Er, der Starkarmige, mit reichlicher Streitmacht an Reittieren, zog einst in einen dichten Wald, umgeben von hunderten Pferden und Elefanten.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca sa kadā cin mahābāhuḥ prabhūtabalavāhanaḥ vanaṃ jagāma gahanaṃ hayanāgaśatair vṛtaḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: »Er, der Starkarmige, mit reichlicher Streitmacht an Reittieren, zog einst in einen dichten Wald, umgeben von hunderten Pferden und Elefanten.

khaḍgaśaktidharair vīrair gadāmusalapāṇibhiḥ prāsatomarahastaiś ca yayau yodhaśatair vṛtaḥ

Von Helden begleitet, die Schwert und Speer trugen, mit Keule und Streitkolben in der Hand, mit Wurfspießen und Handspeeren bewaffnet, zog er, umgeben von hunderten Kriegern.

Wort für Wort
khaḍgaśaktidharair vīrair gadāmusalapāṇibhiḥ prāsatomarahastaiś ca yayau yodhaśatair vṛtaḥ
Von Helden begleitet, die Schwert und Speer trugen, mit Keule und Streitkolben in der Hand, mit Wurfspießen und Handspeeren bewaffnet, zog er, umgeben von hunderten Kriegern.

siṃhanādaiś ca yodhānāṃ śaṅkhadundubhinisvanaiḥ rathanemisvanaiś cāpi sanāgavarabṛṃhitaiḥ

Durch das Löwengebrüll der Krieger und den Klang von Muschelhörnern und Kesselpauken, sowie durch das Rasseln der Wagenräder und das Trompeten der edlen Elefanten,

Wort für Wort
siṃhanādaiś ca yodhānāṃ śaṅkhadundubhinisvanaiḥ rathanemisvanaiś cāpi sanāgavarabṛṃhitaiḥ
Durch das Löwengebrüll der Krieger und den Klang von Muschelhörnern und Kesselpauken, sowie durch das Rasseln der Wagenräder und das Trompeten der edlen Elefanten,

heṣitasvanamiśraiś ca kṣveḍitāsphoṭitasvanaiḥ āsīt kilakilāśabdas tasmin gacchati pārthive

vermischt mit dem Wiehern der Pferde und mit den Lauten des Zischens und Klatschens, erhob sich ein gewaltiger Lärm, während dieser Herrscher dahinzog.

Wort für Wort
heṣitasvanamiśraiś ca kṣveḍitāsphoṭitasvanaiḥ āsīt kilakilāśabdas tasmin gacchati pārthive
vermischt mit dem Wiehern der Pferde und mit den Lauten des Zischens und Klatschens, erhob sich ein gewaltiger Lärm, während dieser Herrscher dahinzog.

prāsādavaraśṛṅgasthāḥ parayā nṛpaśobhayā dadṛśus taṃ striyas tatra śūram ātmayaśaskaram

Auf den Zinnen der prächtigsten Paläste stehend, sahen die Frauen dort mit höchster königlicher Pracht diesen Helden, der seinen eigenen Ruhm mehrte,

Wort für Wort
prāsādavaraśṛṅgasthāḥ parayā nṛpaśobhayā dadṛśus taṃ striyas tatra śūram ātmayaśaskaram
Auf den Zinnen der prächtigsten Paläste stehend, sahen die Frauen dort mit höchster königlicher Pracht diesen Helden, der seinen eigenen Ruhm mehrte,

śakropamam amitraghnaṃ paravāraṇavāraṇam paśyantaḥ strīgaṇās tatra śastrapāṇiṃ sma menire

den Śakra Gleichenden, den Feindevernichter, den Bezwinger feindlicher Elefanten - ihn erblickend, hielten die Scharen der Frauen dort den mit Waffe in der Hand Dastehenden fast für einen Gott.

Wort für Wort
śakropamam amitraghnaṃ paravāraṇavāraṇam paśyantaḥ strīgaṇās tatra śastrapāṇiṃ sma menire
den Śakra Gleichenden, den Feindevernichter, den Bezwinger feindlicher Elefanten - ihn erblickend, hielten die Scharen der Frauen dort den mit Waffe in der Hand Dastehenden fast für einen Gott.

[Anm.: Der Satzbau von v.6 ist knapp; die Übersetzung gibt den Sinn sinngemäß wieder.

ayaṃ sa puruṣavyāghro raṇe 'dbhutaparākramaḥ yasya bāhubalaṃ prāpya na bhavanty asuhṛdgaṇāḥ

»Dies ist jener Tigermensch, von wunderbarer Kraft im Kampf, durch dessen Armesstärke die Scharen der Unfreunde nicht mehr bestehen!«

Wort für Wort
ayaṃ sa puruṣavyāghro raṇe 'dbhutaparākramaḥ yasya bāhubalaṃ prāpya na bhavanty asuhṛdgaṇāḥ
»Dies ist jener Tigermensch, von wunderbarer Kraft im Kampf, durch dessen Armesstärke die Scharen der Unfreunde nicht mehr bestehen!«

iti vāco bruvantyas tāḥ striyaḥ premṇā narādhipam tuṣṭuvuḥ puṣpavṛṣṭīś ca sasṛjus tasya mūrdhani

So sprechend die Worte, priesen jene Frauen voll Liebe den Herrscher der Menschen und ließen einen Blütenregen auf sein Haupt niedergehen.

Wort für Wort
iti vāco bruvantyas tāḥ striyaḥ premṇā narādhipam tuṣṭuvuḥ puṣpavṛṣṭīś ca sasṛjus tasya mūrdhani
So sprechend die Worte, priesen jene Frauen voll Liebe den Herrscher der Menschen und ließen einen Blütenregen auf sein Haupt niedergehen.

tatra tatra ca viprendraiḥ stūyamānaḥ samantataḥ niryayau parayā prītyā vanaṃ mṛgajighāṃsayā

Dort und da von den Besten der Brahmanen allseits gepriesen, zog er mit höchster Freude aus in den Wald, um Wild zu jagen.

Wort für Wort
tatra tatra ca viprendraiḥ stūyamānaḥ samantataḥ niryayau parayā prītyā vanaṃ mṛgajighāṃsayā
Dort und da von den Besten der Brahmanen allseits gepriesen, zog er mit höchster Freude aus in den Wald, um Wild zu jagen.

sudūram anujagmus taṃ paurajānapadās tadā nyavartanta tataḥ paścād anujñātā nṛpeṇa ha

Sehr weit begleiteten ihn damals die Stadt- und Landbewohner, dann kehrten sie zurück, nachdem sie vom König entlassen worden waren.

Wort für Wort
sudūram anujagmus taṃ paurajānapadās tadā nyavartanta tataḥ paścād anujñātā nṛpeṇa ha
Sehr weit begleiteten ihn damals die Stadt- und Landbewohner, dann kehrten sie zurück, nachdem sie vom König entlassen worden waren.

suparṇapratimenātha rathena vasudhādhipaḥ mahīm āpūrayām āsa ghoṣeṇa tridivaṃ tathā

Mit einem Wagen, der einem Garuḍa glich, erfüllte da der Erdenherr die Erde und ebenso den Himmel mit Lärm.

Wort für Wort
suparṇapratimenātha rathena vasudhādhipaḥ mahīm āpūrayām āsa ghoṣeṇa tridivaṃ tathā
Mit einem Wagen, der einem Garuḍa glich, erfüllte da der Erdenherr die Erde und ebenso den Himmel mit Lärm.

sa gacchan dadṛśe dhīmān nandanapratimaṃ vanam bilvārkakhadirākīrṇaṃ kapitthadhavasaṃkulam

Dahinziehend erblickte der Weise einen Wald, dem Nandana-Hain gleich, bedeckt mit Bilva-, Arka- und Khadira-Bäumen, dicht bestanden mit Kapittha- und Dhava-Bäumen,

Wort für Wort
sa gacchan dadṛśe dhīmān nandanapratimaṃ vanam bilvārkakhadirākīrṇaṃ kapitthadhavasaṃkulam
Dahinziehend erblickte der Weise einen Wald, dem Nandana-Hain gleich, bedeckt mit Bilva-, Arka- und Khadira-Bäumen, dicht bestanden mit Kapittha- und Dhava-Bäumen,

viṣamaṃ parvataprasthair aśmabhiś ca samāvṛtam nirjalaṃ nirmanuṣyaṃ ca bahuyojanam āyatam mṛgasaṃghair vṛtaṃ ghorair anyaiś cāpi vanecaraiḥ

uneben, von Bergabhängen und Felsen umgeben, wasserlos und menschenleer, viele Yojanas weit erstreckt, umgeben von Scharen wilder Tiere und anderen Waldbewohnern.

Wort für Wort
viṣamaṃ parvataprasthair aśmabhiś ca samāvṛtam nirjalaṃ nirmanuṣyaṃ ca bahuyojanam āyatam mṛgasaṃghair vṛtaṃ ghorair anyaiś cāpi vanecaraiḥ
uneben, von Bergabhängen und Felsen umgeben, wasserlos und menschenleer, viele Yojanas weit erstreckt, umgeben von Scharen wilder Tiere und anderen Waldbewohnern.

tad vanaṃ manujavyāghraḥ sabhṛtyabalavāhanaḥ loḍayām āsa duḥṣantaḥ sūdayan vividhān mṛgān

Diesen Wald durchwühlte der Tigermensch unter den Menschen, Duḥṣanta, samt Dienerschaft, Heer und Reittieren, indem er mancherlei Wild erlegte.

Wort für Wort
tad vanaṃ manujavyāghraḥ sabhṛtyabalavāhanaḥ loḍayām āsa duḥṣantaḥ sūdayan vividhān mṛgān
Diesen Wald durchwühlte der Tigermensch unter den Menschen, Duḥṣanta, samt Dienerschaft, Heer und Reittieren, indem er mancherlei Wild erlegte.

bāṇagocarasaṃprāptāṃs tatra vyāghragaṇān bahūn pātayām āsa duḥṣanto nirbibheda ca sāyakaiḥ

Die in die Reichweite seiner Pfeile geratenen zahlreichen Tigerscharen ließ Duḥṣanta dort fallen und durchbohrte sie mit Pfeilen.

Wort für Wort
bāṇagocarasaṃprāptāṃs tatra vyāghragaṇān bahūn pātayām āsa duḥṣanto nirbibheda ca sāyakaiḥ
Die in die Reichweite seiner Pfeile geratenen zahlreichen Tigerscharen ließ Duḥṣanta dort fallen und durchbohrte sie mit Pfeilen.

dūrasthān sāyakaiḥ kāṃś cid abhinat sa nararṣabhaḥ abhyāśam āgatāṃś cānyān khaḍgena nirakṛntata

Manche, die fern standen, durchbohrte er, der Stier unter den Männern, mit Pfeilen, andere, die nahegekommen waren, zerschnitt er mit dem Schwert.

Wort für Wort
dūrasthān sāyakaiḥ kāṃś cid abhinat sa nararṣabhaḥ abhyāśam āgatāṃś cānyān khaḍgena nirakṛntata
Manche, die fern standen, durchbohrte er, der Stier unter den Männern, mit Pfeilen, andere, die nahegekommen waren, zerschnitt er mit dem Schwert.

kāṃś cid eṇān sa nirjaghne śaktyā śaktimatāṃ varaḥ gadāmaṇḍalatattvajñaś cacārāmitavikramaḥ

Manche Antilopen erschlug er mit dem Speer, er, der Beste der Speerkundigen, kundig im Kreisen der Keule, zog er umher von unermesslicher Kraft.

Wort für Wort
kāṃś cid eṇān sa nirjaghne śaktyā śaktimatāṃ varaḥ gadāmaṇḍalatattvajñaś cacārāmitavikramaḥ
Manche Antilopen erschlug er mit dem Speer, er, der Beste der Speerkundigen, kundig im Kreisen der Keule, zog er umher von unermesslicher Kraft.

tomarair asibhiś cāpi gadāmusalakarpaṇaiḥ cacāra sa vinighnan vai vanyāṃs tatra mṛgadvijān

Mit Wurfspießen und Schwertern, mit Keulen, Streitkolben und Karpaṇa-Waffen zog er umher, das Wild und die Waldvögel dort erschlagend.

Wort für Wort
tomarair asibhiś cāpi gadāmusalakarpaṇaiḥ cacāra sa vinighnan vai vanyāṃs tatra mṛgadvijān
Mit Wurfspießen und Schwertern, mit Keulen, Streitkolben und Karpaṇa-Waffen zog er umher, das Wild und die Waldvögel dort erschlagend.

rājñā cādbhutavīryeṇa yodhaiś ca samarapriyaiḥ loḍyamānaṃ mahāraṇyaṃ tatyajuś ca mahāmṛgāḥ

Vor dem König von wunderbarer Kraft und den kampffreudigen Kriegern, die den großen Wald durchwühlten, flohen die großen Wildtiere.

Wort für Wort
rājñā cādbhutavīryeṇa yodhaiś ca samarapriyaiḥ loḍyamānaṃ mahāraṇyaṃ tatyajuś ca mahāmṛgāḥ
Vor dem König von wunderbarer Kraft und den kampffreudigen Kriegern, die den großen Wald durchwühlten, flohen die großen Wildtiere.

tatra vidrutasaṃghāni hatayūthapatīni ca mṛgayūthāny athautsukyāc chabdaṃ cakrus tatas tataḥ

Dort stießen die zerstreuten Rudel, deren Leittiere erschlagen waren, die Herden des Wildes aus Unruhe hierhin und dorthin Laute aus.

Wort für Wort
tatra vidrutasaṃghāni hatayūthapatīni ca mṛgayūthāny athautsukyāc chabdaṃ cakrus tatas tataḥ
Dort stießen die zerstreuten Rudel, deren Leittiere erschlagen waren, die Herden des Wildes aus Unruhe hierhin und dorthin Laute aus.

śuṣkāṃ cāpi nadīṃ gatvā jalanairāśyakarśitāḥ vyāyāmaklāntahṛdayāḥ patanti sma vicetasaḥ

Und zu einem ausgetrockneten Fluss gelangt, erschöpft vom Fehlen des Wassers, mit von der Anstrengung ermatteten Herzen, fielen sie bewusstlos nieder.

Wort für Wort
śuṣkāṃ cāpi nadīṃ gatvā jalanairāśyakarśitāḥ vyāyāmaklāntahṛdayāḥ patanti sma vicetasaḥ
Und zu einem ausgetrockneten Fluss gelangt, erschöpft vom Fehlen des Wassers, mit von der Anstrengung ermatteten Herzen, fielen sie bewusstlos nieder.

kṣutpipāsāparītāś ca śrāntāś ca patitā bhuvi ke cit tatra naravyāghrair abhakṣyanta bubhukṣitaiḥ

Von Hunger und Durst ergriffen und erschöpft fielen manche zu Boden - manche wurden dort von den hungrigen Tigermenschen (den Jägern) verzehrt.

Wort für Wort
kṣutpipāsāparītāś ca śrāntāś ca patitā bhuvi ke cit tatra naravyāghrair abhakṣyanta bubhukṣitaiḥ
Von Hunger und Durst ergriffen und erschöpft fielen manche zu Boden - manche wurden dort von den hungrigen Tigermenschen (den Jägern) verzehrt.

ke cid agnim athotpādya samidhya ca vanecarāḥ bhakṣayanti sma māṃsāni prakuṭya vidhivat tadā

Manche Waldbewohner entzündeten Feuer und schürten es, und aßen dann das Fleisch, nachdem sie es vorschriftsmäßig geröstet hatten.

Wort für Wort
ke cid agnim athotpādya samidhya ca vanecarāḥ bhakṣayanti sma māṃsāni prakuṭya vidhivat tadā
Manche Waldbewohner entzündeten Feuer und schürten es, und aßen dann das Fleisch, nachdem sie es vorschriftsmäßig geröstet hatten.

tatra ke cid gajā mattā balinaḥ śastravikṣatāḥ saṃkocyāgrakarān bhītāḥ pradravanti sma vegitāḥ

Dort flohen manche brünstige, kraftvolle, von Waffen verwundete Elefanten, ihre Rüsselspitzen einziehend, erschreckt und eilig davon.

Wort für Wort
tatra ke cid gajā mattā balinaḥ śastravikṣatāḥ saṃkocyāgrakarān bhītāḥ pradravanti sma vegitāḥ
Dort flohen manche brünstige, kraftvolle, von Waffen verwundete Elefanten, ihre Rüsselspitzen einziehend, erschreckt und eilig davon.

śakṛnmūtraṃ sṛjantaś ca kṣarantaḥ śoṇitaṃ bahu vanyā gajavarās tatra mamṛdur manujān bahūn

Kot und Harn von sich gebend, viel Blut vergießend, zertrampelten die wilden Elefantenbullen dort viele Menschen.

Wort für Wort
śakṛnmūtraṃ sṛjantaś ca kṣarantaḥ śoṇitaṃ bahu vanyā gajavarās tatra mamṛdur manujān bahūn
Kot und Harn von sich gebend, viel Blut vergießend, zertrampelten die wilden Elefantenbullen dort viele Menschen.

tad vanaṃ balameghena śaradhāreṇa saṃvṛtam vyarocan mahiṣākīrṇaṃ rājñā hatamahāmṛgam

Jener Wald, bedeckt von der Wolke des Heeres wie von einem Herbstregenschauer, erstrahlte, von Büffeln bevölkert, seiner großen Wildtiere aber durch den König beraubt.

Wort für Wort
tad vanaṃ balameghena śaradhāreṇa saṃvṛtam vyarocan mahiṣākīrṇaṃ rājñā hatamahāmṛgam
Jener Wald, bedeckt von der Wolke des Heeres wie von einem Herbstregenschauer, erstrahlte, von Büffeln bevölkert, seiner großen Wildtiere aber durch den König beraubt.

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