Kapitel 3: Pauṣyaparva
Pauṣyaparva: die Rahmenerzählung — Saramās Fluch, die drei Schülerprüfungen und Uttaṅkas Ohrring-Erzählung — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)
Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,003.001“ bis „01,003.195“). Dieser Adhyāya ist überwiegend Prosa (gadya) — im Sanskrit-Original durch Großbuchstaben-Suffixe (A, B, C …) statt der sonst üblichen Pada-Kleinbuchstaben (a, b, c) markiert; hier werden alle Prosa-Sätze einer Vers-Nummer zu einer zusammenhängenden Einheit übersetzt. Enthält eingebettet zwei Vers-Passagen: die rätselhafte, archaische Aśvin-Hymne (Verse 60–70, mehrfach mit [?] markiert) und die Nāga-/Rad-des-Jahres-Hymne (Verse 139–153). Inhalt: die Rahmen-erzählung des Schlangenopfers (Janamejayas Hund Saramā, Prophezeiung eines unvorhergesehenen Unglücks), die drei Schülerprüfungen im Haus des Weisen Dhaumya (Āruṇi/Uddālaka, Upamanyu, Veda), und ausführlich Uttaṅkas eigene Schüler-Prüfung: die Ohrring-Erzählung (Bitte an König Pauṣya, Reise in die Schlangenwelt, Begegnung mit Takṣaka, Indra und dem Rad-des-Jahres-Gleichnis), die in Uttaṅkas Aufforderung an Janamejaya mündet, ein Schlangenopfer zur Rache an Takṣaka zu veranstalten. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers/Prosa-Einheit statt der sonst üblichen 2–4 Chunks, da die Dichte der Prosa dies nahelegt.
Sūta sprach: Janamejaya, der Sohn Parikṣits, wohnt zusammen mit seinen Brüdern in Kurukṣetra einem langdauernden Opfer bei. Seine drei Brüder sind Śrutasena, Ugrasena und Bhīmasena.
Sūta sprach: Janamejaya, der Sohn Parikṣits, wohnt zusammen mit seinen Brüdern in Kurukṣetra einem langdauernden Opfer bei. Seine drei Brüder sind Śrutasena, Ugrasena und Bhīmasena.
teṣu tat satram upāsīneṣu tatra śvābhyāgacchat sārameyaḥ | sa janamejayasya bhrātṛbhir abhihato rorūyamāṇo mātuḥ samīpam upāgacchat
Während sie jenem Opfer beiwohnten, kam dort ein Hund, ein Sohn der Saramā, herbei. Von Janamejayas Brüdern geschlagen, kam er heulend zu seiner Mutter.
Wort für Wort
teṣu tat satram upāsīneṣu tatra śvābhyāgacchat sārameyaḥ | sa janamejayasya bhrātṛbhir abhihato rorūyamāṇo mātuḥ samīpam upāgacchat
Während sie jenem Opfer beiwohnten, kam dort ein Hund, ein Sohn der Saramā, herbei. Von Janamejayas Brüdern geschlagen, kam er heulend zu seiner Mutter.
tac chrutvā tasya mātā saramā putraśokārtā tat satram upāgacchad yatra sa janamejayaḥ saha bhrātṛbhir dīrghasatram upāste
Als sie dies hörte, ging seine Mutter Saramā, von Kummer um ihren Sohn gequält, zu jenem Opfer, wo Janamejaya zusammen mit seinen Brüdern dem langdauernden Opfer beiwohnte.
Wort für Wort
tac chrutvā tasya mātā saramā putraśokārtā tat satram upāgacchad yatra sa janamejayaḥ saha bhrātṛbhir dīrghasatram upāste
Als sie dies hörte, ging seine Mutter Saramā, von Kummer um ihren Sohn gequält, zu jenem Opfer, wo Janamejaya zusammen mit seinen Brüdern dem langdauernden Opfer beiwohnte.
sa tayā kruddhayā tatroktaḥ | ayaṃ me putro na kiṃ cid aparādhyati | kimartham abhihata iti | yasmāc cāyam abhihato 'napakārī tasmād adṛṣṭaṃ tvāṃ bhayam āgamiṣyatīti
Sie sprach dort zornig zu ihm: „Dieser mein Sohn hat nichts falsch gemacht – weshalb wurde er geschlagen? Und weil er, ohne zu schaden, geschlagen wurde, wird dich ein ungesehenes [unvorhergesehenes] Unheil ereilen.“
Wort für Wort
sa tayā kruddhayā tatroktaḥ | ayaṃ me putro na kiṃ cid aparādhyati | kimartham abhihata iti | yasmāc cāyam abhihato 'napakārī tasmād adṛṣṭaṃ tvāṃ bhayam āgamiṣyatīti
Sie sprach dort zornig zu ihm: „Dieser mein Sohn hat nichts falsch gemacht – weshalb wurde er geschlagen? Und weil er, ohne zu schaden, geschlagen wurde, wird dich ein ungesehenes [unvorhergesehenes] Unheil ereilen.“
sa tasmin satre samāpte hāstinapuraṃ pratyetya purohitam anurūpam anvicchamānaḥ paraṃ yatnam akarod yo me pāpakṛtyāṃ śamayed iti
Nach dem Abschluss jenes Opfers kehrte er nach Hāstinapura zurück und bemühte sich sehr, einen geeigneten Hauspriester zu finden, im Gedanken: „der meine Übeltat besänftigen möge“.
Wort für Wort
sa tasmin satre samāpte hāstinapuraṃ pratyetya purohitam anurūpam anvicchamānaḥ paraṃ yatnam akarod yo me pāpakṛtyāṃ śamayed iti
Nach dem Abschluss jenes Opfers kehrte er nach Hāstinapura zurück und bemühte sich sehr, einen geeigneten Hauspriester zu finden, im Gedanken: „der meine Übeltat besänftigen möge“.
sa evam uktaḥ pratyuvāca | bho janamejaya putro 'yaṃ mama sarpyāṃ jātaḥ mahātapasvī svādhyāyasaṃpanno mattapovīryasaṃbhṛto macchukraṃ pītavatyās tasyāḥ kukṣau saṃvṛddhaḥ | samartho 'yaṃ bhavataḥ sarvāḥ pāpakṛtyāḥ śamayitum antareṇa mahādevakṛtyām | asya tv ekam upāṃśuvratam yad enaṃ kaś cid brāhmaṇaḥ kaṃ cid artham abhiyācet taṃ tasmai dadyād | ayam yady etad utsahase tato nayasvainam iti
So angesprochen erwiderte er: „O Janamejaya, dieser mein Sohn ist von einer Schlangenfrau geboren, ist von großer Askesekraft, der vedischen Rezitation kundig, aus meiner durch Askese gewonnenen Zeugungskraft entstanden, herangewachsen im Schoß jener [Schlangenfrau], die meinen Samen getrunken hatte; er ist imstande, alle deine Übeltaten zu besänftigen, außer einer, die Mahādeva betrifft. Er hat aber ein im Stillen gehaltenes Gelübde: Wenn irgendein Brahmane ihn um irgendetwas bittet, soll er ihm das geben, worum er bittet. Wenn du dies ertragen kannst, so nimm ihn mit dir.“
Wort für Wort
sa evam uktaḥ pratyuvāca | bho janamejaya putro 'yaṃ mama sarpyāṃ jātaḥ mahātapasvī svādhyāyasaṃpanno mattapovīryasaṃbhṛto macchukraṃ pītavatyās tasyāḥ kukṣau saṃvṛddhaḥ | samartho 'yaṃ bhavataḥ sarvāḥ pāpakṛtyāḥ śamayitum antareṇa mahādevakṛtyām | asya tv ekam upāṃśuvratam yad enaṃ kaś cid brāhmaṇaḥ kaṃ cid artham abhiyācet taṃ tasmai dadyād | ayam yady etad utsahase tato nayasvainam iti
So angesprochen erwiderte er: „O Janamejaya, dieser mein Sohn ist von einer Schlangenfrau geboren, ist von großer Askesekraft, der vedischen Rezitation kundig, aus meiner durch Askese gewonnenen Zeugungskraft entstanden, herangewachsen im Schoß jener [Schlangenfrau], die meinen Samen getrunken hatte; er ist imstande, alle deine Übeltaten zu besänftigen, außer einer, die Mahādeva betrifft. Er hat aber ein im Stillen gehaltenes Gelübde: Wenn irgendein Brahmane ihn um irgendetwas bittet, soll er ihm das geben, worum er bittet. Wenn du dies ertragen kannst, so nimm ihn mit dir.“
sa taṃ purohitam upādāyopāvṛtto bhrātṝn uvāca | mayāyaṃ vṛta upādhyāyaḥ | yad ayaṃ brūyāt tat kāryam avicārayadbhir iti
Nachdem er diesen als Hauspriester genommen hatte, kehrte er zurück und sprach zu seinen Brüdern: „Ich habe diesen als Lehrer gewählt; was immer er sagt, das ist ohne Zögern zu tun.“
Wort für Wort
sa taṃ purohitam upādāyopāvṛtto bhrātṝn uvāca | mayāyaṃ vṛta upādhyāyaḥ | yad ayaṃ brūyāt tat kāryam avicārayadbhir iti
Nachdem er diesen als Hauspriester genommen hatte, kehrte er zurück und sprach zu seinen Brüdern: „Ich habe diesen als Lehrer gewählt; was immer er sagt, das ist ohne Zögern zu tun.“
tenaivam uktā bhrātaras tasya tathā cakruḥ | sa tathā bhrātṝn saṃdiśya takṣaśilāṃ pratyabhipratasthe taṃ ca deśaṃ vaśe sthāpayām āsa
So von ihm angesprochen, taten seine Brüder ebenso. Nachdem er so seinen Brüdern Anweisung gegeben hatte, brach er nach Takṣaśilā auf und brachte jenes Land unter seine Herrschaft.
Wort für Wort
tenaivam uktā bhrātaras tasya tathā cakruḥ | sa tathā bhrātṝn saṃdiśya takṣaśilāṃ pratyabhipratasthe taṃ ca deśaṃ vaśe sthāpayām āsa
So von ihm angesprochen, taten seine Brüder ebenso. Nachdem er so seinen Brüdern Anweisung gegeben hatte, brach er nach Takṣaśilā auf und brachte jenes Land unter seine Herrschaft.
Als Āruṇi diese Worte des Lehrers hörte, erhob er sich sogleich aus jenem Deichbruch, trat vor den Lehrer und sprach zu ihm: „Ich lag hier in diesem Deichbruch, um das ausströmende, nicht aufzuhaltende Wasser zurückzuhalten; sobald ich die Stimme des Erhabenen hörte, bin ich sogleich, den Deichbruch aufreißend, zu dir getreten. So verneige ich mich vor dem Erhabenen; möge der Erhabene befehlen, was ich tun soll.“
Als Āruṇi diese Worte des Lehrers hörte, erhob er sich sogleich aus jenem Deichbruch, trat vor den Lehrer und sprach zu ihm: „Ich lag hier in diesem Deichbruch, um das ausströmende, nicht aufzuhaltende Wasser zurückzuhalten; sobald ich die Stimme des Erhabenen hörte, bin ich sogleich, den Deichbruch aufreißend, zu dir getreten. So verneige ich mich vor dem Erhabenen; möge der Erhabene befehlen, was ich tun soll.“
tam upādhyāyo 'bravīt | yasmād bhavān kedārakhaṇḍam avadāryotthitas tasmād bhavān uddālaka eva nāmnā bhaviṣyatīti
Der Lehrer sprach zu ihm: „Weil du, den Deichbruch aufreißend, aufgestanden bist, sollst du eben mit dem Namen Uddālaka [der Aufreißer] benannt werden.“
Wort für Wort
tam upādhyāyo 'bravīt | yasmād bhavān kedārakhaṇḍam avadāryotthitas tasmād bhavān uddālaka eva nāmnā bhaviṣyatīti
Der Lehrer sprach zu ihm: „Weil du, den Deichbruch aufreißend, aufgestanden bist, sollst du eben mit dem Namen Uddālaka [der Aufreißer] benannt werden.“
sa upādhyāyenānugṛhītaḥ | yasmāt tvayā madvaco 'nuṣṭhitaṃ tasmāc chreyo 'vāpsyasīti sarve ca te vedāḥ pratibhāsyanti sarvāṇi ca dharmaśāstrāṇīti
Vom Lehrer wurde er begnadet: „Weil du mein Wort ausgeführt hast, wirst du Segen erlangen, und dir werden alle Veden und alle Rechtslehrbücher [von selbst] aufleuchten.“
Wort für Wort
sa upādhyāyenānugṛhītaḥ | yasmāt tvayā madvaco 'nuṣṭhitaṃ tasmāc chreyo 'vāpsyasīti sarve ca te vedāḥ pratibhāsyanti sarvāṇi ca dharmaśāstrāṇīti
Vom Lehrer wurde er begnadet: „Weil du mein Wort ausgeführt hast, wirst du Segen erlangen, und dir werden alle Veden und alle Rechtslehrbücher [von selbst] aufleuchten.“
sa upādhyāyavacanād arakṣad gāḥ | sa cāhani gā rakṣitvā divasakṣaye 'bhyāgamyopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre
Auf das Wort des Lehrers hin hütete er die Kühe. Und nachdem er tagsüber die Kühe gehütet hatte, kam er bei Tagesende zurück, trat vor den Lehrer und verneigte sich.
Wort für Wort
sa upādhyāyavacanād arakṣad gāḥ | sa cāhani gā rakṣitvā divasakṣaye 'bhyāgamyopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre
Auf das Wort des Lehrers hin hütete er die Kühe. Und nachdem er tagsüber die Kühe gehütet hatte, kam er bei Tagesende zurück, trat vor den Lehrer und verneigte sich.
tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvovāca | vatsopamanyo sarvam aśeṣatas te bhaikṣaṃ gṛhṇāmi kenedānīṃ vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach: „Mein Kind Upamanyu, ich nehme dir dein ganzes Almosen restlos ab – wovon bestreitest du nun deinen Lebensunterhalt?“
Wort für Wort
tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvovāca | vatsopamanyo sarvam aśeṣatas te bhaikṣaṃ gṛhṇāmi kenedānīṃ vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach: „Mein Kind Upamanyu, ich nehme dir dein ganzes Almosen restlos ab – wovon bestreitest du nun deinen Lebensunterhalt?“
sa evam ukta upādhyāyena pratyuvāca | bhagavate nivedya pūrvam aparaṃ carāmi tena vṛttiṃ kalpayāmīti
So vom Lehrer angesprochen, erwiderte er: „Nachdem ich zuerst [ein Almosen] dem Erhabenen gemeldet habe, gehe ich um ein zweites; davon bestreite ich meinen Lebensunterhalt.“
Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyena pratyuvāca | bhagavate nivedya pūrvam aparaṃ carāmi tena vṛttiṃ kalpayāmīti
So vom Lehrer angesprochen, erwiderte er: „Nachdem ich zuerst [ein Almosen] dem Erhabenen gemeldet habe, gehe ich um ein zweites; davon bestreite ich meinen Lebensunterhalt.“
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | naiṣā nyāyyā guruvṛttiḥ anyeṣām api vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ lubdho 'sīti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Das ist kein rechtes Verhalten gegenüber dem Lehrer; so handelnd, behinderst du auch den Lebenserwerb anderer – du bist gierig.“
Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | naiṣā nyāyyā guruvṛttiḥ anyeṣām api vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ lubdho 'sīti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Das ist kein rechtes Verhalten gegenüber dem Lehrer; so handelnd, behinderst du auch den Lebenserwerb anderer – du bist gierig.“
tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvā punar uvāca | ahaṃ te sarvaṃ bhaikṣaṃ gṛhṇāmi na cānyac carasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach wiederum: „Ich nehme dir dein ganzes Almosen ab, und du gehst nicht um ein weiteres – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“
Wort für Wort
tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvā punar uvāca | ahaṃ te sarvaṃ bhaikṣaṃ gṛhṇāmi na cānyac carasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach wiederum: „Ich nehme dir dein ganzes Almosen ab, und du gehst nicht um ein weiteres – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“
tam upādhyāyaḥ pīvānam evāpaśyat | uvāca cainam | bhaikṣaṃ nāśnāsi na cānyac carasi payo na pibasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer sah ihn wiederum wohlgenährt und sprach zu ihm: „Du isst kein Almosen, gehst um kein weiteres, trinkst keine Milch – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“
Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pīvānam evāpaśyat | uvāca cainam | bhaikṣaṃ nāśnāsi na cānyac carasi payo na pibasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer sah ihn wiederum wohlgenährt und sprach zu ihm: „Du isst kein Almosen, gehst um kein weiteres, trinkst keine Milch – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | ete tvadanukampayā guṇavanto vatsāḥ prabhūtataraṃ phenam udgiranti | tad evam api vatsānāṃ vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ | phenam api bhavān na pātum arhatīti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Diese trefflichen Kälber speien dir zuliebe umso mehr Schaum aus; so behinderst du auch auf diese Weise den Lebenserwerb der Kälber, indem du so handelst. Auch den Schaum sollst du nicht trinken.“
Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | ete tvadanukampayā guṇavanto vatsāḥ prabhūtataraṃ phenam udgiranti | tad evam api vatsānāṃ vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ | phenam api bhavān na pātum arhatīti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Diese trefflichen Kälber speien dir zuliebe umso mehr Schaum aus; so behinderst du auch auf diese Weise den Lebenserwerb der Kälber, indem du so handelst. Auch den Schaum sollst du nicht trinken.“
sa tatheti pratijñāya nirāhāras tā gā arakṣat | tathā pratiṣiddho bhaikṣaṃ nāśnāti na cānyac carati payo na pibati phenaṃ nopayuṅkte
Er versprach „So sei es“ und hütete jene Kühe ohne Nahrung; so untersagt, aß er kein Almosen, ging um kein weiteres, trank keine Milch, nahm keinen Schaum.
Wort für Wort
sa tatheti pratijñāya nirāhāras tā gā arakṣat | tathā pratiṣiddho bhaikṣaṃ nāśnāti na cānyac carati payo na pibati phenaṃ nopayuṅkte
Er versprach „So sei es“ und hütete jene Kühe ohne Nahrung; so untersagt, aß er kein Almosen, ging um kein weiteres, trank keine Milch, nahm keinen Schaum.
sa tair arkapatrair bhakṣitaiḥ kṣārakaṭūṣṇavipākibhiś cakṣuṣy upahato 'ndho 'bhavat | so 'ndho 'pi caṅkramyamāṇaḥ kūpe 'patat
Durch jene verzehrten Arka-Blätter, die scharf, bitter und heiß in der Verdauung wirkten, wurde er an den Augen geschädigt und blind. Blind, wie er umherging, fiel er in einen Brunnen.
Wort für Wort
sa tair arkapatrair bhakṣitaiḥ kṣārakaṭūṣṇavipākibhiś cakṣuṣy upahato 'ndho 'bhavat | so 'ndho 'pi caṅkramyamāṇaḥ kūpe 'patat
Durch jene verzehrten Arka-Blätter, die scharf, bitter und heiß in der Verdauung wirkten, wurde er an den Augen geschädigt und blind. Blind, wie er umherging, fiel er in einen Brunnen.
atha tasminn anāgacchaty upādhyāyaḥ śiṣyān avocat | mayopamanyuḥ sarvataḥ pratiṣiddhaḥ | sa niyataṃ kupitaḥ tato nāgacchati ciragataś ceti
Als er nicht zurückkam, sprach der Lehrer zu den Schülern: „Ich habe Upamanyu in jeder Hinsicht untersagt; er ist gewiss verärgert, deswegen kommt er nicht zurück und ist lange fortgeblieben.“
Wort für Wort
atha tasminn anāgacchaty upādhyāyaḥ śiṣyān avocat | mayopamanyuḥ sarvataḥ pratiṣiddhaḥ | sa niyataṃ kupitaḥ tato nāgacchati ciragataś ceti
Als er nicht zurückkam, sprach der Lehrer zu den Schülern: „Ich habe Upamanyu in jeder Hinsicht untersagt; er ist gewiss verärgert, deswegen kommt er nicht zurück und ist lange fortgeblieben.“
„Ich preise mit meinem Wort die beiden Vorausgehenden, Erstgeborenen, von wunderbarem Glanz, die beiden Erwärmenden, Unendlichen, die beiden göttlichen, schönfliegenden Vögel, die Staublosen, die Hochragenden, die über alle Welten herrschen,
„Ich preise mit meinem Wort die beiden Vorausgehenden, Erstgeborenen, von wunderbarem Glanz, die beiden Erwärmenden, Unendlichen, die beiden göttlichen, schönfliegenden Vögel, die Staublosen, die Hochragenden, die über alle Welten herrschen,
[Anm.: Verse 60–70 sind eine archaische, rätselhafte Hymne (bráhmodya-artig) auf die Aśvins mit mehreren dunklen mythologischen Anspielungen (Wachtel-Rettung, Vala-Mythos, Rad-des-Jahres-Symbolik, Same/Keim-Rätsel); im Folgenden möglichst wörtlich, an mehreren Stellen unsicher übersetzt.
die beiden goldenen Vögel, die zum Jenseits Führenden, die Nāsatyas, die beiden Unversehrten, die Wohlmündigen, Siegreichen, die mit Kraft das Helle webend mit gutem Webstuhl, die das Dunkle in Glanz verwandeln,
die beiden goldenen Vögel, die zum Jenseits Führenden, die Nāsatyas, die beiden Unversehrten, die Wohlmündigen, Siegreichen, die mit Kraft das Helle webend mit gutem Webstuhl, die das Dunkle in Glanz verwandeln,
die beiden Aśvins befreiten die vom Adler mit Gewalt verschlungene Wachtel zum Wohlergehen; die beiden gut Umlaufenden neigten sich [den Bittenden] durch ihre Wunderkraft zu; die beiden Besten führten die rötlichen Kühe herauf.
die beiden Aśvins befreiten die vom Adler mit Gewalt verschlungene Wachtel zum Wohlergehen; die beiden gut Umlaufenden neigten sich [den Bittenden] durch ihre Wunderkraft zu; die beiden Besten führten die rötlichen Kühe herauf.
ṣaṣṭiś ca gāvas triśatāś ca dhenava; ekaṃ vatsaṃ suvate taṃ duhanti | nānāgoṣṭhā vihitā ekadohanās; tāv aśvinau duhato gharmam ukthyam
Sechzig und dreihundert Milchkühe gebären ein einziges Kalb; sie melken es; in verschiedenen Kuhställen aufgestellt, aber von einem Melken – jene beiden Aśvins melken den preiswürdigen Gharma-Trank.
Wort für Wort
ṣaṣṭiś ca gāvas triśatāś ca dhenava; ekaṃ vatsaṃ suvate taṃ duhanti | nānāgoṣṭhā vihitā ekadohanās; tāv aśvinau duhato gharmam ukthyam
Sechzig und dreihundert Milchkühe gebären ein einziges Kalb; sie melken es; in verschiedenen Kuhställen aufgestellt, aber von einem Melken – jene beiden Aśvins melken den preiswürdigen Gharma-Trank.
Auf eine Nabe stützen sich siebenhundert Speichen; andere zwanzig Speichen sind an den Felgen befestigt; das kantenlose, alterslose Rad dreht sich; die Wunderkraft der beiden Aśvins salbt die beiden Menschenscharen [Tag und Nacht].
Auf eine Nabe stützen sich siebenhundert Speichen; andere zwanzig Speichen sind an den Felgen befestigt; das kantenlose, alterslose Rad dreht sich; die Wunderkraft der beiden Aśvins salbt die beiden Menschenscharen [Tag und Nacht].
[Anm.: Rätselbild vom Rad des Jahres, vgl. auch das ähnliche Bild in Vers 150.]
Ein Rad mit zwölf Speichen dreht sich, an der Felge mit sechs Naben, mit einer Achse, der Träger der Unsterblichkeit, an dem alle Götter hängen – ihr beiden Aśvins, löset mich, verzweifelt nicht!
Ein Rad mit zwölf Speichen dreht sich, an der Felge mit sechs Naben, mit einer Achse, der Träger der Unsterblichkeit, an dem alle Götter hängen – ihr beiden Aśvins, löset mich, verzweifelt nicht!
Die beiden Aśvins verbargen den unsterblichen Indra, als sie selbst zu Rossgestalt geworden waren; die Dāsa-Herrin verbarg ihn ebenso; die beiden Aśvins, den Berg spaltend und die Kuh heraufführend – das ist die berühmte, vom Tageslicht bestrahlte Tat des Vala.
Die beiden Aśvins verbargen den unsterblichen Indra, als sie selbst zu Rossgestalt geworden waren; die Dāsa-Herrin verbarg ihn ebenso; die beiden Aśvins, den Berg spaltend und die Kuh heraufführend – das ist die berühmte, vom Tageslicht bestrahlte Tat des Vala.
[?: Anspielung auf den Vala-Mythos, Einzelheiten unsicher.]
Ihr beide erzeugt die zehn Himmelsrichtungen am Anfang; auf gemeinsamem Gipfel entfalten sie sich wagenartig; eurem Zug folgen die Weisen nach; Götter und Menschen durchwandern die Erde.
Ihr beide erzeugt die zehn Himmelsrichtungen am Anfang; auf gemeinsamem Gipfel entfalten sie sich wagenartig; eurem Zug folgen die Weisen nach; Götter und Menschen durchwandern die Erde.
yuvāṃ varṇān vikurutho viśvarūpāṃs; te 'dhikṣiyanti bhuvanāni viśvā | te bhānavo 'py anusṛtāś caranti; devā manuṣyāḥ kṣitim ācaranti
Ihr beide gestaltet die Farben zu allen Formen; diese herrschen über alle Welten; auch jene Strahlen, ihnen folgend, wandeln; Götter und Menschen durchwandern die Erde.
Wort für Wort
yuvāṃ varṇān vikurutho viśvarūpāṃs; te 'dhikṣiyanti bhuvanāni viśvā | te bhānavo 'py anusṛtāś caranti; devā manuṣyāḥ kṣitim ācaranti
Ihr beide gestaltet die Farben zu allen Formen; diese herrschen über alle Welten; auch jene Strahlen, ihnen folgend, wandeln; Götter und Menschen durchwandern die Erde.
tau nāsatyāv aśvināv āmahe vāṃ; srajaṃ ca yāṃ bibhṛthaḥ puṣkarasya | tau nāsatyāv amṛtāvṛtāvṛdhāv; ṛte devās tat prapadena sūte
Euch beide, die Nāsatyas, die Aśvins, bitten wir an, und um den Kranz, den ihr vom Lotus tragt; euch beide Nāsatyas, unsterblich, die Wahrheit mehrend – ohne dies gebären die Götter es nicht mit der Fußspitze.
Wort für Wort
tau nāsatyāv aśvināv āmahe vāṃ; srajaṃ ca yāṃ bibhṛthaḥ puṣkarasya | tau nāsatyāv amṛtāvṛtāvṛdhāv; ṛte devās tat prapadena sūte
Euch beide, die Nāsatyas, die Aśvins, bitten wir an, und um den Kranz, den ihr vom Lotus tragt; euch beide Nāsatyas, unsterblich, die Wahrheit mehrend – ohne dies gebären die Götter es nicht mit der Fußspitze.
Möget ihr beide, die Jungen, mit dem Mund den Keim empfangen; das Lebenlose gebiert dies mit der Fußspitze; sobald geboren, verzehrt der Keim die Mutter; ihr beiden Aśvins, befreit die Kühe zum Leben!“
Möget ihr beide, die Jungen, mit dem Mund den Keim empfangen; das Lebenlose gebiert dies mit der Fußspitze; sobald geboren, verzehrt der Keim die Mutter; ihr beiden Aśvins, befreit die Kühe zum Leben!“
sa evam uktaḥ pratyuvāca | nānṛtam ūcatur bhavantau na tv aham etam apūpam upayoktum utsahe anivedya gurava iti
So angesprochen erwiderte er: „Ihr beide sprecht gewiss nicht Falsches, aber ich wage nicht, diesen Kuchen zu verzehren, ohne es dem Lehrer gemeldet zu haben.“
Wort für Wort
sa evam uktaḥ pratyuvāca | nānṛtam ūcatur bhavantau na tv aham etam apūpam upayoktum utsahe anivedya gurava iti
So angesprochen erwiderte er: „Ihr beide sprecht gewiss nicht Falsches, aber ich wage nicht, diesen Kuchen zu verzehren, ohne es dem Lehrer gemeldet zu haben.“
tatas tam aśvināv ūcatuḥ | āvābhyāṃ purastād bhavata upādhyāyenaivam evābhiṣṭutābhyām apūpaḥ prītābhyāṃ dattaḥ upayuktaś ca sa tenānivedya gurave | tvam api tathaiva kuruṣva yathā kṛtam upādhyāyeneti
Da sprachen die beiden Aśvins zu ihm: „Uns beiden wurde bereits früher von deinem Lehrer, ebenso gepriesen, von uns zufrieden ein Kuchen gegeben, und er verzehrte ihn, ohne es dem Lehrer zu melden. Tu auch du ebenso, wie es dein Lehrer getan hat.“
Wort für Wort
tatas tam aśvināv ūcatuḥ | āvābhyāṃ purastād bhavata upādhyāyenaivam evābhiṣṭutābhyām apūpaḥ prītābhyāṃ dattaḥ upayuktaś ca sa tenānivedya gurave | tvam api tathaiva kuruṣva yathā kṛtam upādhyāyeneti
Da sprachen die beiden Aśvins zu ihm: „Uns beiden wurde bereits früher von deinem Lehrer, ebenso gepriesen, von uns zufrieden ein Kuchen gegeben, und er verzehrte ihn, ohne es dem Lehrer zu melden. Tu auch du ebenso, wie es dein Lehrer getan hat.“
sa evam uktaḥ punar eva pratyuvācaitau pratyanunaye bhavantāv aśvinau notsahe 'ham anivedyopādhyāyāyopayoktum iti
So angesprochen, erwiderte er wiederum, um die beiden Aśvins zu besänftigen: „Ich wage nicht, ihn zu verzehren, ohne es meinem Lehrer gemeldet zu haben.“
Wort für Wort
sa evam uktaḥ punar eva pratyuvācaitau pratyanunaye bhavantāv aśvinau notsahe 'ham anivedyopādhyāyāyopayoktum iti
So angesprochen, erwiderte er wiederum, um die beiden Aśvins zu besänftigen: „Ich wage nicht, ihn zu verzehren, ohne es meinem Lehrer gemeldet zu haben.“
tam aśvināv āhatuḥ | prītau svas tavānayā guruvṛttyā upādhyāyasya te kārṣṇāyasā dantāḥ bhavato hiraṇmayā bhaviṣyanti cakṣuṣmāṃś ca bhaviṣyasi śreyaś cāvāpsyasīti
Die beiden Aśvins sprachen zu ihm: „Wir sind zufrieden mit diesem deinem Verhalten gegenüber dem Lehrer; die Zähne deines Lehrers sind aus schwarzem Eisen, deine aber werden golden sein, und du wirst wieder sehend werden und wirst Segen erlangen.“
Wort für Wort
tam aśvināv āhatuḥ | prītau svas tavānayā guruvṛttyā upādhyāyasya te kārṣṇāyasā dantāḥ bhavato hiraṇmayā bhaviṣyanti cakṣuṣmāṃś ca bhaviṣyasi śreyaś cāvāpsyasīti
Die beiden Aśvins sprachen zu ihm: „Wir sind zufrieden mit diesem deinem Verhalten gegenüber dem Lehrer; die Zähne deines Lehrers sind aus schwarzem Eisen, deine aber werden golden sein, und du wirst wieder sehend werden und wirst Segen erlangen.“
sa evam ukto 'śvibhyāṃ labdhacakṣur upādhyāyasakāśam āgamyopādhyāyam abhivādyācacakṣe | sa cāsya prītimān abhūt
So von den beiden Aśvins angesprochen und wieder sehend geworden, kam er zum Lehrer, verneigte sich vor ihm und berichtete alles; und dieser war mit ihm zufrieden.
Wort für Wort
sa evam ukto 'śvibhyāṃ labdhacakṣur upādhyāyasakāśam āgamyopādhyāyam abhivādyācacakṣe | sa cāsya prītimān abhūt
So von den beiden Aśvins angesprochen und wieder sehend geworden, kam er zum Lehrer, verneigte sich vor ihm und berichtete alles; und dieser war mit ihm zufrieden.
sa tathety uktvā gurukule dīrghakālaṃ guruśuśrūṣaṇaparo 'vasat | gaur iva nityaṃ guruṣu dhūrṣu niyujyamānaḥ śītoṣṇakṣuttṛṣṇāduḥkhasahaḥ sarvatrāpratikūlaḥ
Er sagte „So sei es“ und lebte lange Zeit im Haus des Lehrers, ganz dem Dienst am Lehrer hingegeben, stets wie ein Ochse unter schweren Lasten eingesetzt, Kälte, Hitze, Hunger und Durst ertragend, in allem widerstandslos.
Wort für Wort
sa tathety uktvā gurukule dīrghakālaṃ guruśuśrūṣaṇaparo 'vasat | gaur iva nityaṃ guruṣu dhūrṣu niyujyamānaḥ śītoṣṇakṣuttṛṣṇāduḥkhasahaḥ sarvatrāpratikūlaḥ
Er sagte „So sei es“ und lebte lange Zeit im Haus des Lehrers, ganz dem Dienst am Lehrer hingegeben, stets wie ein Ochse unter schweren Lasten eingesetzt, Kälte, Hitze, Hunger und Durst ertragend, in allem widerstandslos.
Nach langer Zeit wurde der Lehrer mit ihm zufrieden; und durch diese Zufriedenheit erlangte er Segen und Allwissenheit. Dies ist auch die Prüfung des Veda.
Nach langer Zeit wurde der Lehrer mit ihm zufrieden; und durch diese Zufriedenheit erlangte er Segen und Allwissenheit. Dies ist auch die Prüfung des Veda.
Vom Lehrer entlassen, kehrte er von jenem Aufenthalt im Haus des Lehrers zurück und trat in den Haushälter-Stand ein. Auch er hatte, während er in seinem eigenen Haus lebte, drei Schüler.
Vom Lehrer entlassen, kehrte er von jenem Aufenthalt im Haus des Lehrers zurück und trat in den Haushälter-Stand ein. Auch er hatte, während er in seinem eigenen Haus lebte, drei Schüler.
sa śiṣyān na kiṃ cid uvāca karma vā kriyatāṃ guruśuśrūṣā veti | duḥkhābhijño hi gurukulavāsasya śiṣyān parikleśena yojayituṃ neyeṣa
Er sagte den Schülern nichts wie „Verrichtet Arbeit“ oder „Dienst am Lehrer“ – denn, das Leid des Lebens im Lehrerhaus selbst kennend, wollte er die Schüler nicht mit Mühsal belasten.
Wort für Wort
sa śiṣyān na kiṃ cid uvāca karma vā kriyatāṃ guruśuśrūṣā veti | duḥkhābhijño hi gurukulavāsasya śiṣyān parikleśena yojayituṃ neyeṣa
Er sagte den Schülern nichts wie „Verrichtet Arbeit“ oder „Dienst am Lehrer“ – denn, das Leid des Lebens im Lehrerhaus selbst kennend, wollte er die Schüler nicht mit Mühsal belasten.
Einst, als er wegen einer Opferpflicht [für einen Auftraggeber] verreiste, beauftragte er einen Schüler namens Uttaṅka: „He Uttaṅka, was auch immer in unserem Haus mangelt, das möchte ich von dir behoben sehen.“
Einst, als er wegen einer Opferpflicht [für einen Auftraggeber] verreiste, beauftragte er einen Schüler namens Uttaṅka: „He Uttaṅka, was auch immer in unserem Haus mangelt, das möchte ich von dir behoben sehen.“
sa vasaṃs tatropādhyāyastrībhiḥ sahitābhir āhūyoktaḥ | upādhyāyinī te ṛtumatī upādhyāyaś ca proṣitaḥ | asyā yathāyam ṛtur vandhyo na bhavati tathā kriyatām etad viṣīdatīti
Während er dort lebte, wurde er von den Frauen des Lehrers gemeinsam gerufen und angesprochen: „Deine Lehrerin ist in ihrer fruchtbaren Zeit, und der Lehrer ist verreist; sorge dafür, dass diese ihre fruchtbare Zeit nicht unfruchtbar vergeht – sie ist darüber betrübt.“
Wort für Wort
sa vasaṃs tatropādhyāyastrībhiḥ sahitābhir āhūyoktaḥ | upādhyāyinī te ṛtumatī upādhyāyaś ca proṣitaḥ | asyā yathāyam ṛtur vandhyo na bhavati tathā kriyatām etad viṣīdatīti
Während er dort lebte, wurde er von den Frauen des Lehrers gemeinsam gerufen und angesprochen: „Deine Lehrerin ist in ihrer fruchtbaren Zeit, und der Lehrer ist verreist; sorge dafür, dass diese ihre fruchtbare Zeit nicht unfruchtbar vergeht – sie ist darüber betrübt.“
sa evam uktas tāḥ striyaḥ pratyuvāca | na mayā strīṇāṃ vacanād idam akāryaṃ kāryam | na hy aham upādhyāyena saṃdiṣṭaḥ akāryam api tvayā kāryam iti
So angesprochen erwiderte er jenen Frauen: „Nicht werde ich auf das Wort von Frauen hin diese unrechte Tat begehen; denn mir wurde vom Lehrer nicht aufgetragen: auch eine unrechte Tat sollst du von dir aus tun.“
Wort für Wort
sa evam uktas tāḥ striyaḥ pratyuvāca | na mayā strīṇāṃ vacanād idam akāryaṃ kāryam | na hy aham upādhyāyena saṃdiṣṭaḥ akāryam api tvayā kāryam iti
So angesprochen erwiderte er jenen Frauen: „Nicht werde ich auf das Wort von Frauen hin diese unrechte Tat begehen; denn mir wurde vom Lehrer nicht aufgetragen: auch eine unrechte Tat sollst du von dir aus tun.“
Nach einiger Zeit kehrte sein Lehrer wiederum von jener Reise nach Hause zurück; nachdem er dessen ganzes Verhalten erfahren hatte, war er mit ihm zufrieden.
Nach einiger Zeit kehrte sein Lehrer wiederum von jener Reise nach Hause zurück; nachdem er dessen ganzes Verhalten erfahren hatte, war er mit ihm zufrieden.
uvāca cainam | vatsottaṅka kiṃ te priyaṃ karavāṇīti | dharmato hi śuśrūṣito 'smi bhavatā tena prītiḥ paraspareṇa nau saṃvṛddhā | tad anujāne bhavantam sarvām eva siddhiṃ prāpsyasi gamyatām iti
Er sprach zu ihm: „Mein Kind Uttaṅka, was Liebes soll ich dir tun? Denn ich bin von dir rechtschaffen bedient worden, dadurch ist unsere gegenseitige Zuneigung gewachsen. So entlasse ich dich; du wirst jegliche Vollkommenheit erlangen; du magst gehen.“
Wort für Wort
uvāca cainam | vatsottaṅka kiṃ te priyaṃ karavāṇīti | dharmato hi śuśrūṣito 'smi bhavatā tena prītiḥ paraspareṇa nau saṃvṛddhā | tad anujāne bhavantam sarvām eva siddhiṃ prāpsyasi gamyatām iti
Er sprach zu ihm: „Mein Kind Uttaṅka, was Liebes soll ich dir tun? Denn ich bin von dir rechtschaffen bedient worden, dadurch ist unsere gegenseitige Zuneigung gewachsen. So entlasse ich dich; du wirst jegliche Vollkommenheit erlangen; du magst gehen.“
tayor anyataraḥ praiti vidveṣaṃ cādhigacchati | so 'ham anujñāto bhavatā icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahartum iti
„von den beiden geht der eine zugrunde und erlangt Feindschaft.“ So bitte ich dich, von dir entlassen, dir eine Lehrer-Gabe nach deinem Wunsch darzubringen.
Wort für Wort
tayor anyataraḥ praiti vidveṣaṃ cādhigacchati | so 'ham anujñāto bhavatā icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahartum iti
„von den beiden geht der eine zugrunde und erlangt Feindschaft.“ So bitte ich dich, von dir entlassen, dir eine Lehrer-Gabe nach deinem Wunsch darzubringen.
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka bahuśo māṃ codayasi gurvartham upahareyam iti | tad gaccha enāṃ praviśyopādhyāyinīṃ pṛccha kim upaharāmīti | eṣā yad bravīti tad upaharasveti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Mein Kind Uttaṅka, du drängst mich immer wieder, dass ich dir sagen soll, was du als Lehrer-Gabe bringen solltest. So geh, tritt zu deiner Lehrerin und frage sie: 'Was soll ich bringen?' Was sie sagt, das bring dar.“
Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka bahuśo māṃ codayasi gurvartham upahareyam iti | tad gaccha enāṃ praviśyopādhyāyinīṃ pṛccha kim upaharāmīti | eṣā yad bravīti tad upaharasveti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Mein Kind Uttaṅka, du drängst mich immer wieder, dass ich dir sagen soll, was du als Lehrer-Gabe bringen solltest. So geh, tritt zu deiner Lehrerin und frage sie: 'Was soll ich bringen?' Was sie sagt, das bring dar.“
sa evam ukta upādhyāyenopādhyāyinīm apṛcchat | bhavaty upādhyāyenāsmy anujñāto gṛhaṃ gantum | tad icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahṛtyānṛṇo gantum | tad ājñāpayatu bhavatī kim upaharāmi gurvartham iti
So vom Lehrer angesprochen, fragte er die Lehrerin: „Herrin, ich bin vom Lehrer entlassen worden, nach Hause zu gehen. So möchte ich, dir eine gewünschte Lehrer-Gabe darbringend, schuldenfrei gehen. So möge die Herrin befehlen, was ich als Lehrer-Gabe bringen soll.“
Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyenopādhyāyinīm apṛcchat | bhavaty upādhyāyenāsmy anujñāto gṛhaṃ gantum | tad icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahṛtyānṛṇo gantum | tad ājñāpayatu bhavatī kim upaharāmi gurvartham iti
So vom Lehrer angesprochen, fragte er die Lehrerin: „Herrin, ich bin vom Lehrer entlassen worden, nach Hause zu gehen. So möchte ich, dir eine gewünschte Lehrer-Gabe darbringend, schuldenfrei gehen. So möge die Herrin befehlen, was ich als Lehrer-Gabe bringen soll.“
So angesprochen, erwiderte die Lehrerin dem Uttaṅka: „Geh, erbitte vom König Pauṣya, bringe mir die beiden Ohrringe seiner Königin, die sie trägt; am vierten Tag von jetzt an wird ein Fest sein; damit geschmückt möchte ich, diese beiden angelegt, die Brahmanen bewirten. Sorge dafür, dass ich an jenem Tag mit jenen beiden Ohrringen geschmückt bin; Segen wird dir zuteilwerden, wenn du die Gelegenheit wahrnimmst.“
So angesprochen, erwiderte die Lehrerin dem Uttaṅka: „Geh, erbitte vom König Pauṣya, bringe mir die beiden Ohrringe seiner Königin, die sie trägt; am vierten Tag von jetzt an wird ein Fest sein; damit geschmückt möchte ich, diese beiden angelegt, die Brahmanen bewirten. Sorge dafür, dass ich an jenem Tag mit jenen beiden Ohrringen geschmückt bin; Segen wird dir zuteilwerden, wenn du die Gelegenheit wahrnimmst.“
sa evam ukta upādhyāyinyā prātiṣṭhatottaṅkaḥ | sa pathi gacchann apaśyad ṛṣabham atipramāṇaṃ tam adhirūḍhaṃ ca puruṣam atipramāṇam eva
So von der Lehrerin angesprochen, machte sich Uttaṅka auf den Weg. Als er unterwegs ging, erblickte er einen überaus großen Stier und einen ebenso überaus großen Mann, der ihn ritt.
Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyinyā prātiṣṭhatottaṅkaḥ | sa pathi gacchann apaśyad ṛṣabham atipramāṇaṃ tam adhirūḍhaṃ ca puruṣam atipramāṇam eva
So von der Lehrerin angesprochen, machte sich Uttaṅka auf den Weg. Als er unterwegs ging, erblickte er einen überaus großen Stier und einen ebenso überaus großen Mann, der ihn ritt.
sa evam ukto bāḍham ity uktvā tadā tad ṛṣabhasya purīṣaṃ mūtraṃ ca bhakṣayitvottaṅkaḥ pratasthe yatra sa kṣatriyaḥ pauṣyaḥ
So angesprochen, sagte Uttaṅka „Gewiss“, und nachdem er den Kot und Urin jenes Stieres verzehrt hatte, machte er sich auf den Weg zu jenem Kṣatriya Pauṣya.
Wort für Wort
sa evam ukto bāḍham ity uktvā tadā tad ṛṣabhasya purīṣaṃ mūtraṃ ca bhakṣayitvottaṅkaḥ pratasthe yatra sa kṣatriyaḥ pauṣyaḥ
So angesprochen, sagte Uttaṅka „Gewiss“, und nachdem er den Kot und Urin jenes Stieres verzehrt hatte, machte er sich auf den Weg zu jenem Kṣatriya Pauṣya.
tam uvācottaṅkaḥ | gurvarthe kuṇḍalābhyām arthy āgato 'smīti | ye te kṣatriyayā pinaddhe kuṇḍale te bhavān dātum arhatīti
Uttaṅka sprach zu ihm: „Um der Lehrer-Gabe willen bin ich als Bittsteller wegen der Ohrringe gekommen; die beiden Ohrringe, die deine Königin trägt, sollst du geben.“
Wort für Wort
tam uvācottaṅkaḥ | gurvarthe kuṇḍalābhyām arthy āgato 'smīti | ye te kṣatriyayā pinaddhe kuṇḍale te bhavān dātum arhatīti
Uttaṅka sprach zu ihm: „Um der Lehrer-Gabe willen bin ich als Bittsteller wegen der Ohrringe gekommen; die beiden Ohrringe, die deine Königin trägt, sollst du geben.“
sa pauṣyaṃ punar uvāca | na yuktaṃ bhavatā vayam anṛtenopacaritum | na hi te kṣatriyāntaḥpure saṃnihitā naināṃ paśyāmīti
Er sprach wiederum zu Pauṣya: „Es geziemt sich nicht, dass du uns mit Falschheit behandelst; deine Königin ist nicht im inneren Gemach anwesend, ich sehe sie nicht.“
Wort für Wort
sa pauṣyaṃ punar uvāca | na yuktaṃ bhavatā vayam anṛtenopacaritum | na hi te kṣatriyāntaḥpure saṃnihitā naināṃ paśyāmīti
Er sprach wiederum zu Pauṣya: „Es geziemt sich nicht, dass du uns mit Falschheit behandelst; deine Königin ist nicht im inneren Gemach anwesend, ich sehe sie nicht.“
sa evam uktaḥ pauṣyas taṃ pratyuvāca | saṃprati bhavān ucchiṣṭaḥ | smara tāvat | na hi sā kṣatriyā ucchiṣṭenāśucinā vā śakyā draṣṭum | pativratātvād eṣā nāśucer darśanam upaitīti
So angesprochen, erwiderte Pauṣya ihm: „Du bist gegenwärtig [rituell] unrein; besinne dich nur; denn jene Königin kann von einem Unreinen oder Unsauberen nicht gesehen werden; wegen ihrer Gattentreue lässt sie sich einem Unreinen nicht blicken.“
Wort für Wort
sa evam uktaḥ pauṣyas taṃ pratyuvāca | saṃprati bhavān ucchiṣṭaḥ | smara tāvat | na hi sā kṣatriyā ucchiṣṭenāśucinā vā śakyā draṣṭum | pativratātvād eṣā nāśucer darśanam upaitīti
So angesprochen, erwiderte Pauṣya ihm: „Du bist gegenwärtig [rituell] unrein; besinne dich nur; denn jene Königin kann von einem Unreinen oder Unsauberen nicht gesehen werden; wegen ihrer Gattentreue lässt sie sich einem Unreinen nicht blicken.“
Da sagte Uttaṅka „So sei es“, setzte sich nach Osten gewandt, wusch sich gründlich Hände, Füße und Gesicht, berührte das Wasser geräuschlos und herzerfrischend, trank dreimal, wischte sich zweimal ab, berührte die Sinnesöffnungen mit Wasser, trat dann in das innere Gemach ein und sah die Königin.
Da sagte Uttaṅka „So sei es“, setzte sich nach Osten gewandt, wusch sich gründlich Hände, Füße und Gesicht, berührte das Wasser geräuschlos und herzerfrischend, trank dreimal, wischte sich zweimal ab, berührte die Sinnesöffnungen mit Wasser, trat dann in das innere Gemach ein und sah die Königin.
sā prītā tena tasya sadbhāvena pātram ayam anatikramaṇīyaś ceti matvā te kuṇḍale avamucyāsmai prāyacchat
Erfreut über ihn und in dem Gedanken, dass er, aufgrund seiner Aufrichtigkeit, ein würdiger, nicht abzuweisender Empfänger sei, legte sie jene beiden Ohrringe ab und gab sie ihm.
Wort für Wort
sā prītā tena tasya sadbhāvena pātram ayam anatikramaṇīyaś ceti matvā te kuṇḍale avamucyāsmai prāyacchat
Erfreut über ihn und in dem Gedanken, dass er, aufgrund seiner Aufrichtigkeit, ein würdiger, nicht abzuweisender Empfänger sei, legte sie jene beiden Ohrringe ab und gab sie ihm.
Pauṣya erwiderte ihm: „Erhabener, selten findet man einen so würdigen Empfänger; und du bist ein trefflicher Gast; so will ich ein Totenopfer-Mahl veranstalten – gewähre mir die Gelegenheit.“
Pauṣya erwiderte ihm: „Erhabener, selten findet man einen so würdigen Empfänger; und du bist ein trefflicher Gast; so will ich ein Totenopfer-Mahl veranstalten – gewähre mir die Gelegenheit.“
Als Uttaṅka die kalte Speise mit einem Haar darin sah und dachte, dies sei unrein, sprach er zu Pauṣya: „Weil du mir unreine Speise gibst, wirst du blind werden.“
Als Uttaṅka die kalte Speise mit einem Haar darin sah und dachte, dies sei unrein, sprach er zu Pauṣya: „Weil du mir unreine Speise gibst, wirst du blind werden.“
atha tadannaṃ muktakeśyā striyopahṛtaṃ sakeśam aśuci matvottaṅkaṃ prasādayām āsa | bhagavann ajñānād etad annaṃ sakeśam upahṛtaṃ śītaṃ ca tat kṣāmaye bhavantam na bhaveyam andha iti
Da fand er die Speise, von einer Frau mit offenem Haar dargebracht, mit Haar behaftet, und, dies für unrein erachtend, versöhnte er Uttaṅka: „Erhabener, aus Unwissenheit wurde diese Speise mit Haar dargebracht und war kalt; ich bitte dich um Verzeihung; möge ich nicht blind werden.“
Wort für Wort
atha tadannaṃ muktakeśyā striyopahṛtaṃ sakeśam aśuci matvottaṅkaṃ prasādayām āsa | bhagavann ajñānād etad annaṃ sakeśam upahṛtaṃ śītaṃ ca tat kṣāmaye bhavantam na bhaveyam andha iti
Da fand er die Speise, von einer Frau mit offenem Haar dargebracht, mit Haar behaftet, und, dies für unrein erachtend, versöhnte er Uttaṅka: „Erhabener, aus Unwissenheit wurde diese Speise mit Haar dargebracht und war kalt; ich bitte dich um Verzeihung; möge ich nicht blind werden.“
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | na mṛṣā bravīmi | bhūtvā tvam andho nacirād anandho bhaviṣyasīti | mamāpi śāpo na bhaved bhavatā datta iti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Ich spreche nicht falsch; nachdem du blind geworden bist, wirst du bald nicht mehr blind sein; und auch mein Fluch möge, von dir gegeben, nicht [wirksam] werden.“
Wort für Wort
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | na mṛṣā bravīmi | bhūtvā tvam andho nacirād anandho bhaviṣyasīti | mamāpi śāpo na bhaved bhavatā datta iti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Ich spreche nicht falsch; nachdem du blind geworden bist, wirst du bald nicht mehr blind sein; und auch mein Fluch möge, von dir gegeben, nicht [wirksam] werden.“
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | nāhaṃ śaktaḥ śāpaṃ pratyādātum | na hi me manyur adyāpy upaśamaṃ gacchati | kiṃ caitad bhavatā na jñāyate yathā
Pauṣya erwiderte ihm: „Ich bin nicht imstande, den Fluch zurückzunehmen; denn mein Zorn kommt auch jetzt noch nicht zur Ruhe. Weißt du denn nicht auch dies, wie es heißt:“
Wort für Wort
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | nāhaṃ śaktaḥ śāpaṃ pratyādātum | na hi me manyur adyāpy upaśamaṃ gacchati | kiṃ caitad bhavatā na jñāyate yathā
Pauṣya erwiderte ihm: „Ich bin nicht imstande, den Fluch zurückzunehmen; denn mein Zorn kommt auch jetzt noch nicht zur Ruhe. Weißt du denn nicht auch dies, wie es heißt:“
„Nicht aus Butter ist das Herz des Brahmanen; in seiner Rede aber liegt ein Messer mit scharfer Schneide; umgekehrt ist dies beides beim Kṣatriya: seine Rede ist wie Butter, sein Herz aber [hart wie] eine scharfe Schneide.“
„Nicht aus Butter ist das Herz des Brahmanen; in seiner Rede aber liegt ein Messer mit scharfer Schneide; umgekehrt ist dies beides beim Kṣatriya: seine Rede ist wie Butter, sein Herz aber [hart wie] eine scharfe Schneide.“
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | bhavatāham annasyāśucibhāvam āgamayya pratyanunītaḥ | prāk ca te 'bhihitam yasmād aduṣṭam annaṃ dūṣayasi tasmād anapatyo bhaviṣyasīti | duṣṭe cānne naiṣa mama śāpo bhaviṣyatīti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Nachdem du die Unreinheit der Speise festgestellt hast, hast du mich besänftigt; und zuvor hatte ich zu dir gesagt: Weil du eine nicht verdorbene Speise für verdorben erklärst, wirst du kinderlos werden – da die Speise aber tatsächlich verdorben war, wird dieser mein Fluch nicht wirksam werden.“
Wort für Wort
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | bhavatāham annasyāśucibhāvam āgamayya pratyanunītaḥ | prāk ca te 'bhihitam yasmād aduṣṭam annaṃ dūṣayasi tasmād anapatyo bhaviṣyasīti | duṣṭe cānne naiṣa mama śāpo bhaviṣyatīti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Nachdem du die Unreinheit der Speise festgestellt hast, hast du mich besänftigt; und zuvor hatte ich zu dir gesagt: Weil du eine nicht verdorbene Speise für verdorben erklärst, wirst du kinderlos werden – da die Speise aber tatsächlich verdorben war, wird dieser mein Fluch nicht wirksam werden.“
so 'paśyat pathi nagnaṃ śramaṇam āgacchantaṃ muhur muhur dṛśyamānam adṛśyamānaṃ ca | athottaṅkas te kuṇḍale bhūmau nikṣipyodakārthaṃ pracakrame
Er erblickte auf dem Weg einen nackten Bettelmönch, der herankam, immer wieder sichtbar und unsichtbar. Da legte Uttaṅka die beiden Ohrringe auf den Boden und machte sich auf, um Wasser [für die rituelle Reinigung] zu holen.
Wort für Wort
so 'paśyat pathi nagnaṃ śramaṇam āgacchantaṃ muhur muhur dṛśyamānam adṛśyamānaṃ ca | athottaṅkas te kuṇḍale bhūmau nikṣipyodakārthaṃ pracakrame
Er erblickte auf dem Weg einen nackten Bettelmönch, der herankam, immer wieder sichtbar und unsichtbar. Da legte Uttaṅka die beiden Ohrringe auf den Boden und machte sich auf, um Wasser [für die rituelle Reinigung] zu holen.
etasminn antare sa śramaṇas tvaramāṇa upasṛtya te kuṇḍale gṛhītvā prādravat | tam uttaṅko 'bhisṛtya jagrāha | sa tad rūpaṃ vihāya takṣakarūpaṃ kṛtvā sahasā dharaṇyāṃ vivṛtaṃ mahābilaṃ viveśa
Währenddessen näherte sich jener Bettelmönch eilig, nahm die beiden Ohrringe und lief davon. Uttaṅka eilte ihm nach und ergriff ihn; da legte er jene Gestalt ab, nahm die Gestalt Takṣakas an und schlüpfte plötzlich in ein weit offenes großes Loch in der Erde.
Wort für Wort
etasminn antare sa śramaṇas tvaramāṇa upasṛtya te kuṇḍale gṛhītvā prādravat | tam uttaṅko 'bhisṛtya jagrāha | sa tad rūpaṃ vihāya takṣakarūpaṃ kṛtvā sahasā dharaṇyāṃ vivṛtaṃ mahābilaṃ viveśa
Währenddessen näherte sich jener Bettelmönch eilig, nahm die beiden Ohrringe und lief davon. Uttaṅka eilte ihm nach und ergriff ihn; da legte er jene Gestalt ab, nahm die Gestalt Takṣakas an und schlüpfte plötzlich in ein weit offenes großes Loch in der Erde.
praviśya ca nāgalokaṃ svabhavanam agacchat | tam uttaṅko 'nvāviveśa tenaiva bilena praviśya ca nāgān astuvad ebhiḥ ślokaiḥ
Nachdem er in die Schlangenwelt eingetreten war, ging er zu seiner eigenen Wohnstätte; Uttaṅka folgte ihm hinein, trat durch eben jenes Loch ein, und pries dann die Schlangen mit folgenden Versen:
Wort für Wort
praviśya ca nāgalokaṃ svabhavanam agacchat | tam uttaṅko 'nvāviveśa tenaiva bilena praviśya ca nāgān astuvad ebhiḥ ślokaiḥ
Nachdem er in die Schlangenwelt eingetreten war, ging er zu seiner eigenen Wohnstätte; Uttaṅka folgte ihm hinein, trat durch eben jenes Loch ein, und pries dann die Schlangen mit folgenden Versen:
Der zuletzt Geborene Takṣakas, der als Śrutasena bekannt ist, der einst in großem Glanz wohnte, die Vorrangstellung unter den Schlangen erstrebend – ihm, dem Hochherzigen, will ich stets Verehrung erweisen.“
Der zuletzt Geborene Takṣakas, der als Śrutasena bekannt ist, der einst in großem Glanz wohnte, die Vorrangstellung unter den Schlangen erstrebend – ihm, dem Hochherzigen, will ich stets Verehrung erweisen.“
evaṃ stuvann api nāgān yadā te kuṇḍale nālabhad athāpaśyat striyau tantre adhiropya paṭaṃ vayantyau
Als er, obwohl er die Schlangen so pries, die beiden Ohrringe dennoch nicht erhielt, da erblickte er zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten.
Wort für Wort
evaṃ stuvann api nāgān yadā te kuṇḍale nālabhad athāpaśyat striyau tantre adhiropya paṭaṃ vayantyau
Als er, obwohl er die Schlangen so pries, die beiden Ohrringe dennoch nicht erhielt, da erblickte er zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten.
tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | cakraṃ cāpaśyat ṣaḍbhiḥ kumāraiḥ parivartyamānam | puruṣaṃ cāpaśyad darśanīyam
Und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden; und er erblickte ein Rad, das von sechs Jünglingen gedreht wurde; und er erblickte einen ansehnlichen Mann.
Wort für Wort
tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | cakraṃ cāpaśyat ṣaḍbhiḥ kumāraiḥ parivartyamānam | puruṣaṃ cāpaśyad darśanīyam
Und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden; und er erblickte ein Rad, das von sechs Jünglingen gedreht wurde; und er erblickte einen ansehnlichen Mann.
„Dreihundertundsechzig sind hier in der Mitte eingefügt, stets bewegen sie sich beständig in diesem festen Rad, das aus vierundzwanzig Verbindungsgliedern zusammengefügt ist, welches sechs Jünglinge drehen.
„Dreihundertundsechzig sind hier in der Mitte eingefügt, stets bewegen sie sich beständig in diesem festen Rad, das aus vierundzwanzig Verbindungsgliedern zusammengefügt ist, welches sechs Jünglinge drehen.
[Anm.: Rätselbild für das Jahr — 360 Tage/Nächte, 24 Halbmonate, 6 Jahreszeiten als „Jünglinge“; vgl. Auflösung in Vers 173.]
Und dieses allgestaltige Gewebe weben die beiden jungen Frauen, beständig die Fäden drehend, die schwarzen und weißen webend und drehend – unaufhörlich die Wesen und die Welten [hervorbringend].
Und dieses allgestaltige Gewebe weben die beiden jungen Frauen, beständig die Fäden drehend, die schwarzen und weißen webend und drehend – unaufhörlich die Wesen und die Welten [hervorbringend].
Der Träger des Donnerkeils, der Hüter der Welt, der Töter Vṛtras, der Vernichter Namucis, der Hochherzige, in schwarzes Gewand gekleidet, der in der Welt Wahrheit und Unwahrheit unterscheidet,
Der Träger des Donnerkeils, der Hüter der Welt, der Töter Vṛtras, der Vernichter Namucis, der Hochherzige, in schwarzes Gewand gekleidet, der in der Welt Wahrheit und Unwahrheit unterscheidet,
der zum uralten, kraftvollen Keim der Gewässer, dem Vaiśvānara, als Reittier gelangt ist – Verehrung sei ihm stets, dem Herrn der Welt, dem Gebieter der drei Welten, dem Puraṃdara!“
der zum uralten, kraftvollen Keim der Gewässer, dem Vaiśvānara, als Reittier gelangt ist – Verehrung sei ihm stets, dem Herrn der Welt, dem Gebieter der drei Welten, dem Puraṃdara!“
Da kam Takṣaka bestürzt, von der Furcht vor der Feuersglut niedergeschlagen, nahm die beiden Ohrringe, eilte plötzlich aus seiner Wohnstatt heraus und sprach zu Uttaṅka: „Nimm diese beiden Ohrringe zurück.“
Da kam Takṣaka bestürzt, von der Furcht vor der Feuersglut niedergeschlagen, nahm die beiden Ohrringe, eilte plötzlich aus seiner Wohnstatt heraus und sprach zu Uttaṅka: „Nimm diese beiden Ohrringe zurück.“
sa te pratijagrāhottaṅkaḥ kuṇḍale pratigṛhyācintayat | adya tat puṇyakam upādhyāyinyāḥ | dūraṃ cāham abhyāgataḥ kathaṃ nu khalu saṃbhāvayeyam iti
Uttaṅka nahm jene beiden Ohrringe zurück und dachte, nachdem er sie zurückerhalten hatte: „Heute ist jenes Fest meiner Lehrerin; ich aber bin von weit her gekommen – wie könnte ich rechtzeitig eintreffen?“
Wort für Wort
sa te pratijagrāhottaṅkaḥ kuṇḍale pratigṛhyācintayat | adya tat puṇyakam upādhyāyinyāḥ | dūraṃ cāham abhyāgataḥ kathaṃ nu khalu saṃbhāvayeyam iti
Uttaṅka nahm jene beiden Ohrringe zurück und dachte, nachdem er sie zurückerhalten hatte: „Heute ist jenes Fest meiner Lehrerin; ich aber bin von weit her gekommen – wie könnte ich rechtzeitig eintreffen?“
tata enaṃ cintayānam eva sa puruṣa uvāca | uttaṅka enam aśvam adhiroha | eṣa tvāṃ kṣaṇād evopādhyāyakulaṃ prāpayiṣyatīti
Da, während er noch so nachdachte, sprach jener Mann zu ihm: „Uttaṅka, besteige dieses Pferd; es wird dich augenblicklich zum Haus des Lehrers bringen.“
Wort für Wort
tata enaṃ cintayānam eva sa puruṣa uvāca | uttaṅka enam aśvam adhiroha | eṣa tvāṃ kṣaṇād evopādhyāyakulaṃ prāpayiṣyatīti
Da, während er noch so nachdachte, sprach jener Mann zu ihm: „Uttaṅka, besteige dieses Pferd; es wird dich augenblicklich zum Haus des Lehrers bringen.“
sa tathety uktvā tam aśvam adhiruhya pratyājagāmopādhyāyakulam | upādhyāyinī ca snātā keśān āvapayanty upaviṣṭottaṅko nāgacchatīti śāpāyāsya mano dadhe
Er sagte „So sei es“, bestieg jenes Pferd und kehrte zum Haus des Lehrers zurück. Die Lehrerin aber, gebadet, im Begriff, ihr Haar zu ordnen, saß da und richtete, weil Uttaṅka nicht kam, ihren Sinn darauf, ihn zu verfluchen.
Wort für Wort
sa tathety uktvā tam aśvam adhiruhya pratyājagāmopādhyāyakulam | upādhyāyinī ca snātā keśān āvapayanty upaviṣṭottaṅko nāgacchatīti śāpāyāsya mano dadhe
Er sagte „So sei es“, bestieg jenes Pferd und kehrte zum Haus des Lehrers zurück. Die Lehrerin aber, gebadet, im Begriff, ihr Haar zu ordnen, saß da und richtete, weil Uttaṅka nicht kam, ihren Sinn darauf, ihn zu verfluchen.
sā cainaṃ pratyuvāca | uttaṅka deśe kāle 'bhyāgataḥ svāgataṃ te vatsa | manāg asi mayā na śaptaḥ śreyas tavopasthitam siddhim āpnuhīti
Sie erwiderte ihm: „Uttaṅka, du bist rechtzeitig am rechten Ort eingetroffen; willkommen, mein Kind. Um ein Haar hättest du von mir einen Fluch erhalten; Segen steht dir bevor, erlange Vollendung.“
Wort für Wort
sā cainaṃ pratyuvāca | uttaṅka deśe kāle 'bhyāgataḥ svāgataṃ te vatsa | manāg asi mayā na śaptaḥ śreyas tavopasthitam siddhim āpnuhīti
Sie erwiderte ihm: „Uttaṅka, du bist rechtzeitig am rechten Ort eingetroffen; willkommen, mein Kind. Um ein Haar hättest du von mir einen Fluch erhalten; Segen steht dir bevor, erlange Vollendung.“
Uttaṅka erwiderte dem Lehrer: „Herr, Takṣaka, der Schlangenkönig, hat bei diesem Vorhaben ein Hindernis geschaffen; deswegen wurde ich in die Schlangenwelt geführt.
Uttaṅka erwiderte dem Lehrer: „Herr, Takṣaka, der Schlangenkönig, hat bei diesem Vorhaben ein Hindernis geschaffen; deswegen wurde ich in die Schlangenwelt geführt.
tatra ca mayā dṛṣṭe striyau tantre 'dhiropya paṭaṃ vayantyau | tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | kiṃ tat
Und dort sah ich zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten; und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden – was ist das?
Wort für Wort
tatra ca mayā dṛṣṭe striyau tantre 'dhiropya paṭaṃ vayantyau | tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | kiṃ tat
Und dort sah ich zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten; und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden – was ist das?
pathi gacchatā mayā ṛṣabho dṛṣṭaḥ taṃ ca puruṣo 'dhirūḍhaḥ | tenāsmi sopacāram uktaḥ uttaṅkāsya ṛṣabhasya purīṣaṃ bhakṣaya upādhyāyenāpi te bhakṣitam iti | tatas tadvacanān mayā tadṛṣabhasya purīṣam upayuktam | tad icchāmi bhavatopadiṣṭaṃ kiṃ tad iti
Während ich auf dem Weg ging, sah ich einen Stier, und ein Mann ritt auf ihm; er sprach höflich zu mir: 'Uttaṅka, verzehre den Kot dieses Stieres; auch dein Lehrer hat ihn einst verzehrt.' Da habe ich auf sein Wort hin den Kot jenes Stieres verzehrt; das möchte ich von dir erklärt bekommen – was ist das?“
Wort für Wort
pathi gacchatā mayā ṛṣabho dṛṣṭaḥ taṃ ca puruṣo 'dhirūḍhaḥ | tenāsmi sopacāram uktaḥ uttaṅkāsya ṛṣabhasya purīṣaṃ bhakṣaya upādhyāyenāpi te bhakṣitam iti | tatas tadvacanān mayā tadṛṣabhasya purīṣam upayuktam | tad icchāmi bhavatopadiṣṭaṃ kiṃ tad iti
Während ich auf dem Weg ging, sah ich einen Stier, und ein Mann ritt auf ihm; er sprach höflich zu mir: 'Uttaṅka, verzehre den Kot dieses Stieres; auch dein Lehrer hat ihn einst verzehrt.' Da habe ich auf sein Wort hin den Kot jenes Stieres verzehrt; das möchte ich von dir erklärt bekommen – was ist das?“
yad api tac cakraṃ dvādaśāraṃ ṣaṭ kumārāḥ parivartayanti te ṛtavaḥ | ṣaṭ saṃvatsaraś cakram | yaḥ puruṣaḥ sa parjanyaḥ | yo 'śvaḥ so 'gniḥ
Und jenes Rad mit zwölf Speichen, das sechs Jünglinge drehen, das sind die sechs Jahreszeiten; das Rad ist das Jahr; der Mann ist Parjanya; das Pferd ist Agni.
Wort für Wort
yad api tac cakraṃ dvādaśāraṃ ṣaṭ kumārāḥ parivartayanti te ṛtavaḥ | ṣaṭ saṃvatsaraś cakram | yaḥ puruṣaḥ sa parjanyaḥ | yo 'śvaḥ so 'gniḥ
Und jenes Rad mit zwölf Speichen, das sechs Jünglinge drehen, das sind die sechs Jahreszeiten; das Rad ist das Jahr; der Mann ist Parjanya; das Pferd ist Agni.
ya ṛṣabhas tvayā pathi gacchatā dṛṣṭaḥ sa airāvato nāgarājaḥ | yaś cainam adhirūḍhaḥ sa indraḥ | yad api te purīṣaṃ bhakṣitaṃ tasya ṛṣabhasya tad amṛtam
Der Stier, den du auf dem Weg gesehen hast, ist Airāvata, der Schlangenkönig; und der auf ihm ritt, ist Indra; und der Kot jenes Stieres, den du verzehrt hast, das ist Amṛta [der Unsterblichkeitstrank].
Wort für Wort
ya ṛṣabhas tvayā pathi gacchatā dṛṣṭaḥ sa airāvato nāgarājaḥ | yaś cainam adhirūḍhaḥ sa indraḥ | yad api te purīṣaṃ bhakṣitaṃ tasya ṛṣabhasya tad amṛtam
Der Stier, den du auf dem Weg gesehen hast, ist Airāvata, der Schlangenkönig; und der auf ihm ritt, ist Indra; und der Kot jenes Stieres, den du verzehrt hast, das ist Amṛta [der Unsterblichkeitstrank].
„Durch den Schutz dieser meiner Untertanen erfülle ich meine eigene Kriegerpflicht; oder sage mir, was zu tun ist, o Fürst der Zweifachgeborenen; ich bin heute bereit, dein Wort zu hören.“
„Durch den Schutz dieser meiner Untertanen erfülle ich meine eigene Kriegerpflicht; oder sage mir, was zu tun ist, o Fürst der Zweifachgeborenen; ich bin heute bereit, dein Wort zu hören.“
sa evam uktas tu nṛpottamena; dvijottamaḥ puṇyakṛtāṃ variṣṭhaḥ | uvāca rājānam adīnasattvaṃ; svam eva kāryaṃ nṛpateś ca yat tat
So vom besten der Könige angesprochen, sprach der beste der Zweifachgeborenen, der Vortrefflichste der Verdienstvollen, zu dem König von unverzagtem Wesen über das, was ohnehin des Königs eigene Aufgabe ist:
Wort für Wort
sa evam uktas tu nṛpottamena; dvijottamaḥ puṇyakṛtāṃ variṣṭhaḥ | uvāca rājānam adīnasattvaṃ; svam eva kāryaṃ nṛpateś ca yat tat
So vom besten der Könige angesprochen, sprach der beste der Zweifachgeborenen, der Vortrefflichste der Verdienstvollen, zu dem König von unverzagtem Wesen über das, was ohnehin des Königs eigene Aufgabe ist:
kāryakālaṃ ca manye 'haṃ vidhidṛṣṭasya karmaṇaḥ | tad gacchāpacitiṃ rājan pitus tasya mahātmanaḥ
Und ich halte die Zeit für gekommen für die im Ritualtext vorgesehene Handlung; so vollziehe, o König, die Ehren-Vergeltung an deinem hochherzigen Vater.
Wort für Wort
kāryakālaṃ ca manye 'haṃ vidhidṛṣṭasya karmaṇaḥ | tad gacchāpacitiṃ rājan pitus tasya mahātmanaḥ
Und ich halte die Zeit für gekommen für die im Ritualtext vorgesehene Handlung; so vollziehe, o König, die Ehren-Vergeltung an deinem hochherzigen Vater.
tadaiva hi sa rājendro duḥkhaśokāpluto 'bhavat | yadaiva pitaraṃ vṛttam uttaṅkād aśṛṇot tadā
Denn eben da wurde jener Fürst der Könige von Schmerz und Kummer überflutet, als er von Uttaṅka erfuhr, was mit seinem Vater geschehen war.
Wort für Wort
tadaiva hi sa rājendro duḥkhaśokāpluto 'bhavat | yadaiva pitaraṃ vṛttam uttaṅkād aśṛṇot tadā
Denn eben da wurde jener Fürst der Könige von Schmerz und Kummer überflutet, als er von Uttaṅka erfuhr, was mit seinem Vater geschehen war.
[Anm.: Adhyāya 3 (Pauṣyaparva) endet hier gemäß der lokalen Quelldatei; die Fortsetzung der Uttaṅka-Rahmenerzählung (Beschluss des Schlangenopfers) folgt in Adhyāya 4/5 (Pauloma-/Āstīkaparva).]