Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 3: Pauṣyaparva Pauṣyaparva: die Rahmenerzählung — Saramās Fluch, die drei Schülerprüfungen und Uttaṅkas Ohrring-Erzählung — (Kritische Ausgabe, BORI/Poona)

Übersetzt aus der kritischen Ausgabe (Bhandarkar Oriental Research Institute, Poona; lokale GRETIL-Unicode-Transkription, Datei mbh_01_u.htm, Verse „01,003.001“ bis „01,003.195“). Dieser Adhyāya ist überwiegend Prosa (gadya) — im Sanskrit-Original durch Großbuchstaben-Suffixe (A, B, C …) statt der sonst üblichen Pada-Kleinbuchstaben (a, b, c) markiert; hier werden alle Prosa-Sätze einer Vers-Nummer zu einer zusammenhängenden Einheit übersetzt. Enthält eingebettet zwei Vers-Passagen: die rätselhafte, archaische Aśvin-Hymne (Verse 60–70, mehrfach mit [?] markiert) und die Nāga-/Rad-des-Jahres-Hymne (Verse 139–153). Inhalt: die Rahmen-erzählung des Schlangenopfers (Janamejayas Hund Saramā, Prophezeiung eines unvorhergesehenen Unglücks), die drei Schülerprüfungen im Haus des Weisen Dhaumya (Āruṇi/Uddālaka, Upamanyu, Veda), und ausführlich Uttaṅkas eigene Schüler-Prüfung: die Ohrring-Erzählung (Bitte an König Pauṣya, Reise in die Schlangenwelt, Begegnung mit Takṣaka, Indra und dem Rad-des-Jahres-Gleichnis), die in Uttaṅkas Aufforderung an Janamejaya mündet, ein Schlangenopfer zur Rache an Takṣaka zu veranstalten. Wort-für-Wort-Gliederung wie bei den vorigen kritischen Kapiteln: ein Chunk pro Vers/Prosa-Einheit statt der sonst üblichen 2–4 Chunks, da die Dichte der Prosa dies nahelegt.

sūta uvāca | janamejayaḥ pārikṣitaḥ saha bhrātṛbhiḥ kurukṣetre dīrghasatram upāste | tasya bhrātaras trayaḥ śrutasena ugraseno bhīmasena iti

Sūta sprach: Janamejaya, der Sohn Parikṣits, wohnt zusammen mit seinen Brüdern in Kurukṣetra einem langdauernden Opfer bei. Seine drei Brüder sind Śrutasena, Ugrasena und Bhīmasena.

Wort für Wort
sūta uvāca | janamejayaḥ pārikṣitaḥ saha bhrātṛbhiḥ kurukṣetre dīrghasatram upāste | tasya bhrātaras trayaḥ śrutasena ugraseno bhīmasena iti
Sūta sprach: Janamejaya, der Sohn Parikṣits, wohnt zusammen mit seinen Brüdern in Kurukṣetra einem langdauernden Opfer bei. Seine drei Brüder sind Śrutasena, Ugrasena und Bhīmasena.

teṣu tat satram upāsīneṣu tatra śvābhyāgacchat sārameyaḥ | sa janamejayasya bhrātṛbhir abhihato rorūyamāṇo mātuḥ samīpam upāgacchat

Während sie jenem Opfer beiwohnten, kam dort ein Hund, ein Sohn der Saramā, herbei. Von Janamejayas Brüdern geschlagen, kam er heulend zu seiner Mutter.

Wort für Wort
teṣu tat satram upāsīneṣu tatra śvābhyāgacchat sārameyaḥ | sa janamejayasya bhrātṛbhir abhihato rorūyamāṇo mātuḥ samīpam upāgacchat
Während sie jenem Opfer beiwohnten, kam dort ein Hund, ein Sohn der Saramā, herbei. Von Janamejayas Brüdern geschlagen, kam er heulend zu seiner Mutter.

taṃ mātā rorūyamāṇam uvāca | kiṃ rodiṣi | kenāsy abhihata iti

Die Mutter sprach zu ihm, während er heulte: „Warum weinst du? Von wem wurdest du geschlagen?“

Wort für Wort
taṃ mātā rorūyamāṇam uvāca | kiṃ rodiṣi | kenāsy abhihata iti
Die Mutter sprach zu ihm, während er heulte: „Warum weinst du? Von wem wurdest du geschlagen?“

sa evam ukto mātaraṃ pratyuvāca | janamejayasya bhrātṛbhir abhihato 'smīti

So angesprochen, erwiderte er der Mutter: „Ich wurde von Janamejayas Brüdern geschlagen.“

Wort für Wort
sa evam ukto mātaraṃ pratyuvāca | janamejayasya bhrātṛbhir abhihato 'smīti
So angesprochen, erwiderte er der Mutter: „Ich wurde von Janamejayas Brüdern geschlagen.“

taṃ mātā pratyuvāca | vyaktaṃ tvayā tatrāparāddhaṃ yenāsy abhihata iti

Die Mutter erwiderte ihm: „Offenbar hast du dort etwas falsch gemacht, weswegen du geschlagen wurdest.“

Wort für Wort
taṃ mātā pratyuvāca | vyaktaṃ tvayā tatrāparāddhaṃ yenāsy abhihata iti
Die Mutter erwiderte ihm: „Offenbar hast du dort etwas falsch gemacht, weswegen du geschlagen wurdest.“

sa tāṃ punar uvāca | nāparādhyāmi kiṃ cit | nāvekṣe havīṃṣi nāvaliha iti

Er sprach wiederum zu ihr: „Ich habe nichts falsch gemacht; ich habe die Opferspeisen weder angeschaut noch abgeleckt.“

Wort für Wort
sa tāṃ punar uvāca | nāparādhyāmi kiṃ cit | nāvekṣe havīṃṣi nāvaliha iti
Er sprach wiederum zu ihr: „Ich habe nichts falsch gemacht; ich habe die Opferspeisen weder angeschaut noch abgeleckt.“

tac chrutvā tasya mātā saramā putraśokārtā tat satram upāgacchad yatra sa janamejayaḥ saha bhrātṛbhir dīrghasatram upāste

Als sie dies hörte, ging seine Mutter Saramā, von Kummer um ihren Sohn gequält, zu jenem Opfer, wo Janamejaya zusammen mit seinen Brüdern dem langdauernden Opfer beiwohnte.

Wort für Wort
tac chrutvā tasya mātā saramā putraśokārtā tat satram upāgacchad yatra sa janamejayaḥ saha bhrātṛbhir dīrghasatram upāste
Als sie dies hörte, ging seine Mutter Saramā, von Kummer um ihren Sohn gequält, zu jenem Opfer, wo Janamejaya zusammen mit seinen Brüdern dem langdauernden Opfer beiwohnte.

sa tayā kruddhayā tatroktaḥ | ayaṃ me putro na kiṃ cid aparādhyati | kimartham abhihata iti | yasmāc cāyam abhihato 'napakārī tasmād adṛṣṭaṃ tvāṃ bhayam āgamiṣyatīti

Sie sprach dort zornig zu ihm: „Dieser mein Sohn hat nichts falsch gemacht – weshalb wurde er geschlagen? Und weil er, ohne zu schaden, geschlagen wurde, wird dich ein ungesehenes [unvorhergesehenes] Unheil ereilen.“

Wort für Wort
sa tayā kruddhayā tatroktaḥ | ayaṃ me putro na kiṃ cid aparādhyati | kimartham abhihata iti | yasmāc cāyam abhihato 'napakārī tasmād adṛṣṭaṃ tvāṃ bhayam āgamiṣyatīti
Sie sprach dort zornig zu ihm: „Dieser mein Sohn hat nichts falsch gemacht – weshalb wurde er geschlagen? Und weil er, ohne zu schaden, geschlagen wurde, wird dich ein ungesehenes [unvorhergesehenes] Unheil ereilen.“

sa janamejaya evam ukto devaśunyā saramayā dṛḍhaṃ saṃbhrānto viṣaṇṇaś cāsīt

Als Janamejaya so von der göttlichen Hündin Saramā angesprochen wurde, war er heftig bestürzt und niedergeschlagen.

Wort für Wort
sa janamejaya evam ukto devaśunyā saramayā dṛḍhaṃ saṃbhrānto viṣaṇṇaś cāsīt
Als Janamejaya so von der göttlichen Hündin Saramā angesprochen wurde, war er heftig bestürzt und niedergeschlagen.

sa tasmin satre samāpte hāstinapuraṃ pratyetya purohitam anurūpam anvicchamānaḥ paraṃ yatnam akarod yo me pāpakṛtyāṃ śamayed iti

Nach dem Abschluss jenes Opfers kehrte er nach Hāstinapura zurück und bemühte sich sehr, einen geeigneten Hauspriester zu finden, im Gedanken: „der meine Übeltat besänftigen möge“.

Wort für Wort
sa tasmin satre samāpte hāstinapuraṃ pratyetya purohitam anurūpam anvicchamānaḥ paraṃ yatnam akarod yo me pāpakṛtyāṃ śamayed iti
Nach dem Abschluss jenes Opfers kehrte er nach Hāstinapura zurück und bemühte sich sehr, einen geeigneten Hauspriester zu finden, im Gedanken: „der meine Übeltat besänftigen möge“.

sa kadā cin mṛgayāṃ yātaḥ pārikṣito janamejayaḥ kasmiṃś cit svaviṣayoddeśe āśramam apaśyat

Einst, als Janamejaya, der Sohn Parikṣits, zur Jagd ausgezogen war, erblickte er an einer Stelle seines eigenen Gebietes eine Einsiedelei.

Wort für Wort
sa kadā cin mṛgayāṃ yātaḥ pārikṣito janamejayaḥ kasmiṃś cit svaviṣayoddeśe āśramam apaśyat
Einst, als Janamejaya, der Sohn Parikṣits, zur Jagd ausgezogen war, erblickte er an einer Stelle seines eigenen Gebietes eine Einsiedelei.

tatra kaś cid ṛṣir āsāṃ cakre śrutaśravā nāma | tasyābhimataḥ putra āste somaśravā nāma

Dort hatte sich ein Weiser namens Śrutaśravas niedergelassen; sein geliebter Sohn, namens Somaśravas, lebte dort.

Wort für Wort
tatra kaś cid ṛṣir āsāṃ cakre śrutaśravā nāma | tasyābhimataḥ putra āste somaśravā nāma
Dort hatte sich ein Weiser namens Śrutaśravas niedergelassen; sein geliebter Sohn, namens Somaśravas, lebte dort.

tasya taṃ putram abhigamya janamejayaḥ pārikṣitaḥ paurohityāya vavre

Janamejaya, der Sohn Parikṣits, trat zu dessen Sohn heran und erbat ihn für das Hauspriesteramt.

Wort für Wort
tasya taṃ putram abhigamya janamejayaḥ pārikṣitaḥ paurohityāya vavre
Janamejaya, der Sohn Parikṣits, trat zu dessen Sohn heran und erbat ihn für das Hauspriesteramt.

sa namaskṛtya tam ṛṣim uvāca | bhagavann ayaṃ tava putro mama purohito 'stv iti

Er verneigte sich vor jenem Weisen und sprach: „Erhabener, möge dieser dein Sohn mein Hauspriester sein.“

Wort für Wort
sa namaskṛtya tam ṛṣim uvāca | bhagavann ayaṃ tava putro mama purohito 'stv iti
Er verneigte sich vor jenem Weisen und sprach: „Erhabener, möge dieser dein Sohn mein Hauspriester sein.“

sa evam uktaḥ pratyuvāca | bho janamejaya putro 'yaṃ mama sarpyāṃ jātaḥ mahātapasvī svādhyāyasaṃpanno mattapovīryasaṃbhṛto macchukraṃ pītavatyās tasyāḥ kukṣau saṃvṛddhaḥ | samartho 'yaṃ bhavataḥ sarvāḥ pāpakṛtyāḥ śamayitum antareṇa mahādevakṛtyām | asya tv ekam upāṃśuvratam yad enaṃ kaś cid brāhmaṇaḥ kaṃ cid artham abhiyācet taṃ tasmai dadyād | ayam yady etad utsahase tato nayasvainam iti

So angesprochen erwiderte er: „O Janamejaya, dieser mein Sohn ist von einer Schlangenfrau geboren, ist von großer Askesekraft, der vedischen Rezitation kundig, aus meiner durch Askese gewonnenen Zeugungskraft entstanden, herangewachsen im Schoß jener [Schlangenfrau], die meinen Samen getrunken hatte; er ist imstande, alle deine Übeltaten zu besänftigen, außer einer, die Mahādeva betrifft. Er hat aber ein im Stillen gehaltenes Gelübde: Wenn irgendein Brahmane ihn um irgendetwas bittet, soll er ihm das geben, worum er bittet. Wenn du dies ertragen kannst, so nimm ihn mit dir.“

Wort für Wort
sa evam uktaḥ pratyuvāca | bho janamejaya putro 'yaṃ mama sarpyāṃ jātaḥ mahātapasvī svādhyāyasaṃpanno mattapovīryasaṃbhṛto macchukraṃ pītavatyās tasyāḥ kukṣau saṃvṛddhaḥ | samartho 'yaṃ bhavataḥ sarvāḥ pāpakṛtyāḥ śamayitum antareṇa mahādevakṛtyām | asya tv ekam upāṃśuvratam yad enaṃ kaś cid brāhmaṇaḥ kaṃ cid artham abhiyācet taṃ tasmai dadyād | ayam yady etad utsahase tato nayasvainam iti
So angesprochen erwiderte er: „O Janamejaya, dieser mein Sohn ist von einer Schlangenfrau geboren, ist von großer Askesekraft, der vedischen Rezitation kundig, aus meiner durch Askese gewonnenen Zeugungskraft entstanden, herangewachsen im Schoß jener [Schlangenfrau], die meinen Samen getrunken hatte; er ist imstande, alle deine Übeltaten zu besänftigen, außer einer, die Mahādeva betrifft. Er hat aber ein im Stillen gehaltenes Gelübde: Wenn irgendein Brahmane ihn um irgendetwas bittet, soll er ihm das geben, worum er bittet. Wenn du dies ertragen kannst, so nimm ihn mit dir.“

tenaivam ukto janamejayas taṃ pratyuvāca | bhagavaṃs tathā bhaviṣyatīti

So von ihm angesprochen, erwiderte ihm Janamejaya: „Erhabener, so soll es sein.“

Wort für Wort
tenaivam ukto janamejayas taṃ pratyuvāca | bhagavaṃs tathā bhaviṣyatīti
So von ihm angesprochen, erwiderte ihm Janamejaya: „Erhabener, so soll es sein.“

sa taṃ purohitam upādāyopāvṛtto bhrātṝn uvāca | mayāyaṃ vṛta upādhyāyaḥ | yad ayaṃ brūyāt tat kāryam avicārayadbhir iti

Nachdem er diesen als Hauspriester genommen hatte, kehrte er zurück und sprach zu seinen Brüdern: „Ich habe diesen als Lehrer gewählt; was immer er sagt, das ist ohne Zögern zu tun.“

Wort für Wort
sa taṃ purohitam upādāyopāvṛtto bhrātṝn uvāca | mayāyaṃ vṛta upādhyāyaḥ | yad ayaṃ brūyāt tat kāryam avicārayadbhir iti
Nachdem er diesen als Hauspriester genommen hatte, kehrte er zurück und sprach zu seinen Brüdern: „Ich habe diesen als Lehrer gewählt; was immer er sagt, das ist ohne Zögern zu tun.“

tenaivam uktā bhrātaras tasya tathā cakruḥ | sa tathā bhrātṝn saṃdiśya takṣaśilāṃ pratyabhipratasthe taṃ ca deśaṃ vaśe sthāpayām āsa

So von ihm angesprochen, taten seine Brüder ebenso. Nachdem er so seinen Brüdern Anweisung gegeben hatte, brach er nach Takṣaśilā auf und brachte jenes Land unter seine Herrschaft.

Wort für Wort
tenaivam uktā bhrātaras tasya tathā cakruḥ | sa tathā bhrātṝn saṃdiśya takṣaśilāṃ pratyabhipratasthe taṃ ca deśaṃ vaśe sthāpayām āsa
So von ihm angesprochen, taten seine Brüder ebenso. Nachdem er so seinen Brüdern Anweisung gegeben hatte, brach er nach Takṣaśilā auf und brachte jenes Land unter seine Herrschaft.

etasminn antare kaś cid ṛṣir dhaumyo nāmāyodaḥ | tasya śiṣyās trayo babhūvur upamanyur āruṇir vedaś ceti

In dieser Zeit lebte ein Weiser namens Dhaumya, ein Āyoda [Sohn des Āyoda]; seine drei Schüler waren Upamanyu, Āruṇi und Veda.

Wort für Wort
etasminn antare kaś cid ṛṣir dhaumyo nāmāyodaḥ | tasya śiṣyās trayo babhūvur upamanyur āruṇir vedaś ceti
In dieser Zeit lebte ein Weiser namens Dhaumya, ein Āyoda [Sohn des Āyoda]; seine drei Schüler waren Upamanyu, Āruṇi und Veda.

sa ekaṃ śiṣyam āruṇiṃ pāñcālyaṃ preṣayām āsa | gaccha kedārakhaṇḍaṃ badhāneti

Er sandte einen Schüler, Āruṇi, den Pāñcāla, aus: „Geh, verschließe den Deichbruch im Reisfeld.“

Wort für Wort
sa ekaṃ śiṣyam āruṇiṃ pāñcālyaṃ preṣayām āsa | gaccha kedārakhaṇḍaṃ badhāneti
Er sandte einen Schüler, Āruṇi, den Pāñcāla, aus: „Geh, verschließe den Deichbruch im Reisfeld.“

sa upādhyāyena saṃdiṣṭa āruṇiḥ pāñcālyas tatra gatvā tat kedārakhaṇḍaṃ baddhuṃ nāśaknot

Vom Lehrer beauftragt, ging Āruṇi, der Pāñcāla, dorthin, konnte aber jenen Deichbruch nicht verschließen.

Wort für Wort
sa upādhyāyena saṃdiṣṭa āruṇiḥ pāñcālyas tatra gatvā tat kedārakhaṇḍaṃ baddhuṃ nāśaknot
Vom Lehrer beauftragt, ging Āruṇi, der Pāñcāla, dorthin, konnte aber jenen Deichbruch nicht verschließen.

sa kliśyamāno 'paśyad upāyam | bhavatv evaṃ kariṣyāmīti

Sich abmühend, sah er einen Ausweg: „Nun gut, so werde ich es machen.“

Wort für Wort
sa kliśyamāno 'paśyad upāyam | bhavatv evaṃ kariṣyāmīti
Sich abmühend, sah er einen Ausweg: „Nun gut, so werde ich es machen.“

sa tatra saṃviveśa | kedārakhaṇḍe śayāne tasmiṃs tad udakaṃ tasthau

Er legte sich dort hin; während er in dem Deichbruch lag, wurde das Wasser dadurch aufgehalten.

Wort für Wort
sa tatra saṃviveśa | kedārakhaṇḍe śayāne tasmiṃs tad udakaṃ tasthau
Er legte sich dort hin; während er in dem Deichbruch lag, wurde das Wasser dadurch aufgehalten.

tataḥ kadā cid upādhyāya āyodo dhaumyaḥ śiṣyān apṛcchat | kva āruṇiḥ pāñcālyo gata iti

Danach fragte einst der Lehrer, Dhaumya, der Āyoda, die Schüler: „Wohin ist Āruṇi, der Pāñcāla, gegangen?“

Wort für Wort
tataḥ kadā cid upādhyāya āyodo dhaumyaḥ śiṣyān apṛcchat | kva āruṇiḥ pāñcālyo gata iti
Danach fragte einst der Lehrer, Dhaumya, der Āyoda, die Schüler: „Wohin ist Āruṇi, der Pāñcāla, gegangen?“

te pratyūcuḥ | bhagavataiva preṣito | gaccha kedārakhaṇḍaṃ badhāneti

Sie erwiderten: „Vom Erhabenen selbst wurde er ausgesandt: Geh, verschließe den Deichbruch im Reisfeld.“

Wort für Wort
te pratyūcuḥ | bhagavataiva preṣito | gaccha kedārakhaṇḍaṃ badhāneti
Sie erwiderten: „Vom Erhabenen selbst wurde er ausgesandt: Geh, verschließe den Deichbruch im Reisfeld.“

sa evam uktas tāñ śiṣyān pratyuvāca | tasmāt sarve tatra gacchāmo yatra sa iti

So angesprochen erwiderte er jenen Schülern: „So lasst uns alle dorthin gehen, wo er ist.“

Wort für Wort
sa evam uktas tāñ śiṣyān pratyuvāca | tasmāt sarve tatra gacchāmo yatra sa iti
So angesprochen erwiderte er jenen Schülern: „So lasst uns alle dorthin gehen, wo er ist.“

sa tatra gatvā tasyāhvānāya śabdaṃ cakāra | bho āruṇe pāñcālya kvāsi vatsaihīti

Dort angekommen, rief er ihn: „He, Āruṇi, Pāñcālya, wo bist du, Kind? Komm her!“

Wort für Wort
sa tatra gatvā tasyāhvānāya śabdaṃ cakāra | bho āruṇe pāñcālya kvāsi vatsaihīti
Dort angekommen, rief er ihn: „He, Āruṇi, Pāñcālya, wo bist du, Kind? Komm her!“

sa tac chrutvā āruṇir upādhyāyavākyaṃ tasmāt kedārakhaṇḍāt sahasotthāya tam upādhyāyam upatasthe provāca cainam ayam asmy atra kedārakhaṇḍe niḥsaramāṇam udakam avāraṇīyaṃ saṃroddhuṃ saṃviṣṭo bhagavacchabdaṃ śrutvaiva sahasā vidārya kedārakhaṇḍaṃ bhavantam upasthitaḥ | tad abhivādaye bhagavantam ājñāpayatu bhavān kiṃ karavāṇīti

Als Āruṇi diese Worte des Lehrers hörte, erhob er sich sogleich aus jenem Deichbruch, trat vor den Lehrer und sprach zu ihm: „Ich lag hier in diesem Deichbruch, um das ausströmende, nicht aufzuhaltende Wasser zurückzuhalten; sobald ich die Stimme des Erhabenen hörte, bin ich sogleich, den Deichbruch aufreißend, zu dir getreten. So verneige ich mich vor dem Erhabenen; möge der Erhabene befehlen, was ich tun soll.“

Wort für Wort
sa tac chrutvā āruṇir upādhyāyavākyaṃ tasmāt kedārakhaṇḍāt sahasotthāya tam upādhyāyam upatasthe provāca cainam ayam asmy atra kedārakhaṇḍe niḥsaramāṇam udakam avāraṇīyaṃ saṃroddhuṃ saṃviṣṭo bhagavacchabdaṃ śrutvaiva sahasā vidārya kedārakhaṇḍaṃ bhavantam upasthitaḥ | tad abhivādaye bhagavantam ājñāpayatu bhavān kiṃ karavāṇīti
Als Āruṇi diese Worte des Lehrers hörte, erhob er sich sogleich aus jenem Deichbruch, trat vor den Lehrer und sprach zu ihm: „Ich lag hier in diesem Deichbruch, um das ausströmende, nicht aufzuhaltende Wasser zurückzuhalten; sobald ich die Stimme des Erhabenen hörte, bin ich sogleich, den Deichbruch aufreißend, zu dir getreten. So verneige ich mich vor dem Erhabenen; möge der Erhabene befehlen, was ich tun soll.“

tam upādhyāyo 'bravīt | yasmād bhavān kedārakhaṇḍam avadāryotthitas tasmād bhavān uddālaka eva nāmnā bhaviṣyatīti

Der Lehrer sprach zu ihm: „Weil du, den Deichbruch aufreißend, aufgestanden bist, sollst du eben mit dem Namen Uddālaka [der Aufreißer] benannt werden.“

Wort für Wort
tam upādhyāyo 'bravīt | yasmād bhavān kedārakhaṇḍam avadāryotthitas tasmād bhavān uddālaka eva nāmnā bhaviṣyatīti
Der Lehrer sprach zu ihm: „Weil du, den Deichbruch aufreißend, aufgestanden bist, sollst du eben mit dem Namen Uddālaka [der Aufreißer] benannt werden.“

sa upādhyāyenānugṛhītaḥ | yasmāt tvayā madvaco 'nuṣṭhitaṃ tasmāc chreyo 'vāpsyasīti sarve ca te vedāḥ pratibhāsyanti sarvāṇi ca dharmaśāstrāṇīti

Vom Lehrer wurde er begnadet: „Weil du mein Wort ausgeführt hast, wirst du Segen erlangen, und dir werden alle Veden und alle Rechtslehrbücher [von selbst] aufleuchten.“

Wort für Wort
sa upādhyāyenānugṛhītaḥ | yasmāt tvayā madvaco 'nuṣṭhitaṃ tasmāc chreyo 'vāpsyasīti sarve ca te vedāḥ pratibhāsyanti sarvāṇi ca dharmaśāstrāṇīti
Vom Lehrer wurde er begnadet: „Weil du mein Wort ausgeführt hast, wirst du Segen erlangen, und dir werden alle Veden und alle Rechtslehrbücher [von selbst] aufleuchten.“

sa evam ukta upādhyāyeneṣṭaṃ deśaṃ jagāma

So vom Lehrer angesprochen, ging er in das von ihm gewünschte Land.

Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyeneṣṭaṃ deśaṃ jagāma
So vom Lehrer angesprochen, ging er in das von ihm gewünschte Land.

athāparaḥ śiṣyas tasyaivāyodasya dhaumyasyopamanyur nāma

Ein anderer Schüler eben jenes Dhaumya, des Āyoda, war namens Upamanyu.

Wort für Wort
athāparaḥ śiṣyas tasyaivāyodasya dhaumyasyopamanyur nāma
Ein anderer Schüler eben jenes Dhaumya, des Āyoda, war namens Upamanyu.

tam upādhyāyaḥ preṣayām āsa | vatsopamanyo gā rakṣasveti

Der Lehrer sandte ihn aus: „Mein Kind Upamanyu, hüte die Kühe.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ preṣayām āsa | vatsopamanyo gā rakṣasveti
Der Lehrer sandte ihn aus: „Mein Kind Upamanyu, hüte die Kühe.“

sa upādhyāyavacanād arakṣad gāḥ | sa cāhani gā rakṣitvā divasakṣaye 'bhyāgamyopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre

Auf das Wort des Lehrers hin hütete er die Kühe. Und nachdem er tagsüber die Kühe gehütet hatte, kam er bei Tagesende zurück, trat vor den Lehrer und verneigte sich.

Wort für Wort
sa upādhyāyavacanād arakṣad gāḥ | sa cāhani gā rakṣitvā divasakṣaye 'bhyāgamyopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre
Auf das Wort des Lehrers hin hütete er die Kühe. Und nachdem er tagsüber die Kühe gehütet hatte, kam er bei Tagesende zurück, trat vor den Lehrer und verneigte sich.

tam upādhyāyaḥ pīvānam apaśyat | uvāca cainam | vatsopamanyo kena vṛttiṃ kalpayasi pīvān asi dṛḍham iti

Der Lehrer sah ihn wohlgenährt und sprach zu ihm: „Mein Kind Upamanyu, wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt? Du bist recht wohlgenährt.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pīvānam apaśyat | uvāca cainam | vatsopamanyo kena vṛttiṃ kalpayasi pīvān asi dṛḍham iti
Der Lehrer sah ihn wohlgenährt und sprach zu ihm: „Mein Kind Upamanyu, wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt? Du bist recht wohlgenährt.“

sa upādhyāyaṃ pratyuvāca | bhaikṣeṇa vṛttiṃ kalpayāmīti

Er erwiderte dem Lehrer: „Ich bestreite meinen Lebensunterhalt durch Almosen.“

Wort für Wort
sa upādhyāyaṃ pratyuvāca | bhaikṣeṇa vṛttiṃ kalpayāmīti
Er erwiderte dem Lehrer: „Ich bestreite meinen Lebensunterhalt durch Almosen.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | mamānivedya bhaikṣaṃ nopayoktavyam iti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Ohne es mir zu melden, sollst du das Almosen nicht verzehren.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | mamānivedya bhaikṣaṃ nopayoktavyam iti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Ohne es mir zu melden, sollst du das Almosen nicht verzehren.“

sa tathety uktvā punar arakṣad gāḥ | rakṣitvā cāgamya tathaivopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre

Er sagte „So sei es“ und hütete wiederum die Kühe; nachdem er sie gehütet hatte, kam er zurück, trat ebenso vor den Lehrer und verneigte sich.

Wort für Wort
sa tathety uktvā punar arakṣad gāḥ | rakṣitvā cāgamya tathaivopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre
Er sagte „So sei es“ und hütete wiederum die Kühe; nachdem er sie gehütet hatte, kam er zurück, trat ebenso vor den Lehrer und verneigte sich.

tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvovāca | vatsopamanyo sarvam aśeṣatas te bhaikṣaṃ gṛhṇāmi kenedānīṃ vṛttiṃ kalpayasīti

Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach: „Mein Kind Upamanyu, ich nehme dir dein ganzes Almosen restlos ab – wovon bestreitest du nun deinen Lebensunterhalt?“

Wort für Wort
tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvovāca | vatsopamanyo sarvam aśeṣatas te bhaikṣaṃ gṛhṇāmi kenedānīṃ vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach: „Mein Kind Upamanyu, ich nehme dir dein ganzes Almosen restlos ab – wovon bestreitest du nun deinen Lebensunterhalt?“

sa evam ukta upādhyāyena pratyuvāca | bhagavate nivedya pūrvam aparaṃ carāmi tena vṛttiṃ kalpayāmīti

So vom Lehrer angesprochen, erwiderte er: „Nachdem ich zuerst [ein Almosen] dem Erhabenen gemeldet habe, gehe ich um ein zweites; davon bestreite ich meinen Lebensunterhalt.“

Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyena pratyuvāca | bhagavate nivedya pūrvam aparaṃ carāmi tena vṛttiṃ kalpayāmīti
So vom Lehrer angesprochen, erwiderte er: „Nachdem ich zuerst [ein Almosen] dem Erhabenen gemeldet habe, gehe ich um ein zweites; davon bestreite ich meinen Lebensunterhalt.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | naiṣā nyāyyā guruvṛttiḥ anyeṣām api vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ lubdho 'sīti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Das ist kein rechtes Verhalten gegenüber dem Lehrer; so handelnd, behinderst du auch den Lebenserwerb anderer – du bist gierig.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | naiṣā nyāyyā guruvṛttiḥ anyeṣām api vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ lubdho 'sīti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Das ist kein rechtes Verhalten gegenüber dem Lehrer; so handelnd, behinderst du auch den Lebenserwerb anderer – du bist gierig.“

sa tathety uktvā gā arakṣat | rakṣitvā ca punar upādhyāyagṛham āgamyopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre

Er sagte „So sei es“ und hütete die Kühe; nachdem er sie gehütet hatte, kam er wiederum zum Haus des Lehrers, trat vor den Lehrer und verneigte sich.

Wort für Wort
sa tathety uktvā gā arakṣat | rakṣitvā ca punar upādhyāyagṛham āgamyopādhyāyasyāgrataḥ sthitvā namaścakre
Er sagte „So sei es“ und hütete die Kühe; nachdem er sie gehütet hatte, kam er wiederum zum Haus des Lehrers, trat vor den Lehrer und verneigte sich.

tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvā punar uvāca | ahaṃ te sarvaṃ bhaikṣaṃ gṛhṇāmi na cānyac carasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti

Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach wiederum: „Ich nehme dir dein ganzes Almosen ab, und du gehst nicht um ein weiteres – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“

Wort für Wort
tam upādhyāyas tathāpi pīvānam eva dṛṣṭvā punar uvāca | ahaṃ te sarvaṃ bhaikṣaṃ gṛhṇāmi na cānyac carasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer, ihn dennoch wohlgenährt sehend, sprach wiederum: „Ich nehme dir dein ganzes Almosen ab, und du gehst nicht um ein weiteres – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“

sa upādhyāyaṃ pratyuvāca | bho etāsāṃ gavāṃ payasā vṛttiṃ kalpayāmīti

Er erwiderte dem Lehrer: „Herr, ich bestreite meinen Lebensunterhalt mit der Milch dieser Kühe.“

Wort für Wort
sa upādhyāyaṃ pratyuvāca | bho etāsāṃ gavāṃ payasā vṛttiṃ kalpayāmīti
Er erwiderte dem Lehrer: „Herr, ich bestreite meinen Lebensunterhalt mit der Milch dieser Kühe.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | naitan nyāyyaṃ paya upayoktuṃ bhavato mayānanujñātam iti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Es ist nicht recht, die Milch zu verzehren, ohne dass ich es dir erlaubt habe.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | naitan nyāyyaṃ paya upayoktuṃ bhavato mayānanujñātam iti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Es ist nicht recht, die Milch zu verzehren, ohne dass ich es dir erlaubt habe.“

sa tatheti pratijñāya gā rakṣitvā punar upādhyāyagṛhān etya guror agrataḥ sthitvā namaścakre

Er versprach „So sei es“, hütete die Kühe und kam wiederum zum Haus des Lehrers, trat vor den Lehrer und verneigte sich.

Wort für Wort
sa tatheti pratijñāya gā rakṣitvā punar upādhyāyagṛhān etya guror agrataḥ sthitvā namaścakre
Er versprach „So sei es“, hütete die Kühe und kam wiederum zum Haus des Lehrers, trat vor den Lehrer und verneigte sich.

tam upādhyāyaḥ pīvānam evāpaśyat | uvāca cainam | bhaikṣaṃ nāśnāsi na cānyac carasi payo na pibasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti

Der Lehrer sah ihn wiederum wohlgenährt und sprach zu ihm: „Du isst kein Almosen, gehst um kein weiteres, trinkst keine Milch – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pīvānam evāpaśyat | uvāca cainam | bhaikṣaṃ nāśnāsi na cānyac carasi payo na pibasi pīvān asi kena vṛttiṃ kalpayasīti
Der Lehrer sah ihn wiederum wohlgenährt und sprach zu ihm: „Du isst kein Almosen, gehst um kein weiteres, trinkst keine Milch – du bist wohlgenährt; wovon bestreitest du deinen Lebensunterhalt?“

sa evam ukta upādhyāyaṃ pratyuvāca | bhoḥ phenaṃ pibāmi yam ime vatsā mātṝṇāṃ stanaṃ pibanta udgirantīti

So angesprochen erwiderte er dem Lehrer: „Herr, ich trinke den Schaum, den diese Kälber ausspeien, während sie an den Zitzen ihrer Mütter trinken.“

Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyaṃ pratyuvāca | bhoḥ phenaṃ pibāmi yam ime vatsā mātṝṇāṃ stanaṃ pibanta udgirantīti
So angesprochen erwiderte er dem Lehrer: „Herr, ich trinke den Schaum, den diese Kälber ausspeien, während sie an den Zitzen ihrer Mütter trinken.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | ete tvadanukampayā guṇavanto vatsāḥ prabhūtataraṃ phenam udgiranti | tad evam api vatsānāṃ vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ | phenam api bhavān na pātum arhatīti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Diese trefflichen Kälber speien dir zuliebe umso mehr Schaum aus; so behinderst du auch auf diese Weise den Lebenserwerb der Kälber, indem du so handelst. Auch den Schaum sollst du nicht trinken.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | ete tvadanukampayā guṇavanto vatsāḥ prabhūtataraṃ phenam udgiranti | tad evam api vatsānāṃ vṛttyuparodhaṃ karoṣy evaṃ vartamānaḥ | phenam api bhavān na pātum arhatīti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Diese trefflichen Kälber speien dir zuliebe umso mehr Schaum aus; so behinderst du auch auf diese Weise den Lebenserwerb der Kälber, indem du so handelst. Auch den Schaum sollst du nicht trinken.“

sa tatheti pratijñāya nirāhāras tā gā arakṣat | tathā pratiṣiddho bhaikṣaṃ nāśnāti na cānyac carati payo na pibati phenaṃ nopayuṅkte

Er versprach „So sei es“ und hütete jene Kühe ohne Nahrung; so untersagt, aß er kein Almosen, ging um kein weiteres, trank keine Milch, nahm keinen Schaum.

Wort für Wort
sa tatheti pratijñāya nirāhāras tā gā arakṣat | tathā pratiṣiddho bhaikṣaṃ nāśnāti na cānyac carati payo na pibati phenaṃ nopayuṅkte
Er versprach „So sei es“ und hütete jene Kühe ohne Nahrung; so untersagt, aß er kein Almosen, ging um kein weiteres, trank keine Milch, nahm keinen Schaum.

sa kadā cid araṇye kṣudhārto 'rkapatrāṇy abhakṣayat

Einst, im Wald von Hunger gequält, verzehrte er Blätter des Arka-[Wolfsmilch-]Baumes.

Wort für Wort
sa kadā cid araṇye kṣudhārto 'rkapatrāṇy abhakṣayat
Einst, im Wald von Hunger gequält, verzehrte er Blätter des Arka-[Wolfsmilch-]Baumes.

sa tair arkapatrair bhakṣitaiḥ kṣārakaṭūṣṇavipākibhiś cakṣuṣy upahato 'ndho 'bhavat | so 'ndho 'pi caṅkramyamāṇaḥ kūpe 'patat

Durch jene verzehrten Arka-Blätter, die scharf, bitter und heiß in der Verdauung wirkten, wurde er an den Augen geschädigt und blind. Blind, wie er umherging, fiel er in einen Brunnen.

Wort für Wort
sa tair arkapatrair bhakṣitaiḥ kṣārakaṭūṣṇavipākibhiś cakṣuṣy upahato 'ndho 'bhavat | so 'ndho 'pi caṅkramyamāṇaḥ kūpe 'patat
Durch jene verzehrten Arka-Blätter, die scharf, bitter und heiß in der Verdauung wirkten, wurde er an den Augen geschädigt und blind. Blind, wie er umherging, fiel er in einen Brunnen.

atha tasminn anāgacchaty upādhyāyaḥ śiṣyān avocat | mayopamanyuḥ sarvataḥ pratiṣiddhaḥ | sa niyataṃ kupitaḥ tato nāgacchati ciragataś ceti

Als er nicht zurückkam, sprach der Lehrer zu den Schülern: „Ich habe Upamanyu in jeder Hinsicht untersagt; er ist gewiss verärgert, deswegen kommt er nicht zurück und ist lange fortgeblieben.“

Wort für Wort
atha tasminn anāgacchaty upādhyāyaḥ śiṣyān avocat | mayopamanyuḥ sarvataḥ pratiṣiddhaḥ | sa niyataṃ kupitaḥ tato nāgacchati ciragataś ceti
Als er nicht zurückkam, sprach der Lehrer zu den Schülern: „Ich habe Upamanyu in jeder Hinsicht untersagt; er ist gewiss verärgert, deswegen kommt er nicht zurück und ist lange fortgeblieben.“

sa evam uktvā gatvāraṇyam upamanyor āhvānaṃ cakre | bho upamanyo kvāsi vatsaihīti

So sprechend, ging er in den Wald und rief nach Upamanyu: „He Upamanyu, wo bist du, Kind? Komm her!“

Wort für Wort
sa evam uktvā gatvāraṇyam upamanyor āhvānaṃ cakre | bho upamanyo kvāsi vatsaihīti
So sprechend, ging er in den Wald und rief nach Upamanyu: „He Upamanyu, wo bist du, Kind? Komm her!“

sa tadāhvānam upādhyāyāc chrutvā pratyuvācoccaiḥ | ayam asmi bho upādhyāya kūpe patita iti

Als er diesen Ruf des Lehrers hörte, erwiderte er laut: „Hier bin ich, o Lehrer, in einen Brunnen gefallen.“

Wort für Wort
sa tadāhvānam upādhyāyāc chrutvā pratyuvācoccaiḥ | ayam asmi bho upādhyāya kūpe patita iti
Als er diesen Ruf des Lehrers hörte, erwiderte er laut: „Hier bin ich, o Lehrer, in einen Brunnen gefallen.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | katham asi kūpe patita iti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Wie bist du in den Brunnen gefallen?“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | katham asi kūpe patita iti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Wie bist du in den Brunnen gefallen?“

sa taṃ pratyuvāca | arkapatrāṇi bhakṣayitvāndhībhūto 'smi ataḥ kūpe patita iti

Er erwiderte ihm: „Nachdem ich Arka-Blätter verzehrt hatte, bin ich blind geworden, deswegen bin ich in den Brunnen gefallen.“

Wort für Wort
sa taṃ pratyuvāca | arkapatrāṇi bhakṣayitvāndhībhūto 'smi ataḥ kūpe patita iti
Er erwiderte ihm: „Nachdem ich Arka-Blätter verzehrt hatte, bin ich blind geworden, deswegen bin ich in den Brunnen gefallen.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | aśvinau stuhi tau tvāṃ cakṣuṣmantaṃ kariṣyato devabhiṣajāv iti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Preise die beiden Aśvins; sie werden dich, die göttlichen Ärzte, wieder sehend machen.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | aśvinau stuhi tau tvāṃ cakṣuṣmantaṃ kariṣyato devabhiṣajāv iti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Preise die beiden Aśvins; sie werden dich, die göttlichen Ärzte, wieder sehend machen.“

sa evam ukta upādhyāyena stotuṃ pracakrame devāv aśvinau vāgbhir ṛgbhiḥ

So vom Lehrer angesprochen, begann er, die beiden göttlichen Aśvins mit Worten, mit Ṛk-Versen, zu preisen:

Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyena stotuṃ pracakrame devāv aśvinau vāgbhir ṛgbhiḥ
So vom Lehrer angesprochen, begann er, die beiden göttlichen Aśvins mit Worten, mit Ṛk-Versen, zu preisen:

pra pūrvagau pūrvajau citrabhānū; girā vā śaṃsāmi tapanāv anantau | divyau suparṇau virajau vimānāv; adhikṣiyantau bhuvanāni viśvā

„Ich preise mit meinem Wort die beiden Vorausgehenden, Erstgeborenen, von wunderbarem Glanz, die beiden Erwärmenden, Unendlichen, die beiden göttlichen, schönfliegenden Vögel, die Staublosen, die Hochragenden, die über alle Welten herrschen,

Wort für Wort
pra pūrvagau pūrvajau citrabhānū; girā vā śaṃsāmi tapanāv anantau | divyau suparṇau virajau vimānāv; adhikṣiyantau bhuvanāni viśvā
„Ich preise mit meinem Wort die beiden Vorausgehenden, Erstgeborenen, von wunderbarem Glanz, die beiden Erwärmenden, Unendlichen, die beiden göttlichen, schönfliegenden Vögel, die Staublosen, die Hochragenden, die über alle Welten herrschen,

[Anm.: Verse 60–70 sind eine archaische, rätselhafte Hymne (bráhmodya-artig) auf die Aśvins mit mehreren dunklen mythologischen Anspielungen (Wachtel-Rettung, Vala-Mythos, Rad-des-Jahres-Symbolik, Same/Keim-Rätsel); im Folgenden möglichst wörtlich, an mehreren Stellen unsicher übersetzt.

hiraṇmayau śakunī sāṃparāyau; nāsatyadasrau sunasau vaijayantau | śukraṃ vayantau tarasā suvemāv; abhi vyayantāv asitaṃ vivasvat

die beiden goldenen Vögel, die zum Jenseits Führenden, die Nāsatyas, die beiden Unversehrten, die Wohlmündigen, Siegreichen, die mit Kraft das Helle webend mit gutem Webstuhl, die das Dunkle in Glanz verwandeln,

Wort für Wort
hiraṇmayau śakunī sāṃparāyau; nāsatyadasrau sunasau vaijayantau | śukraṃ vayantau tarasā suvemāv; abhi vyayantāv asitaṃ vivasvat
die beiden goldenen Vögel, die zum Jenseits Führenden, die Nāsatyas, die beiden Unversehrten, die Wohlmündigen, Siegreichen, die mit Kraft das Helle webend mit gutem Webstuhl, die das Dunkle in Glanz verwandeln,

grastāṃ suparṇasya balena vartikām; amuñcatām aśvinau saubhagāya | tāvat suvṛttāv anamanta māyayā; sattamā gā aruṇā udāvahan

die beiden Aśvins befreiten die vom Adler mit Gewalt verschlungene Wachtel zum Wohlergehen; die beiden gut Umlaufenden neigten sich [den Bittenden] durch ihre Wunderkraft zu; die beiden Besten führten die rötlichen Kühe herauf.

Wort für Wort
grastāṃ suparṇasya balena vartikām; amuñcatām aśvinau saubhagāya | tāvat suvṛttāv anamanta māyayā; sattamā gā aruṇā udāvahan
die beiden Aśvins befreiten die vom Adler mit Gewalt verschlungene Wachtel zum Wohlergehen; die beiden gut Umlaufenden neigten sich [den Bittenden] durch ihre Wunderkraft zu; die beiden Besten führten die rötlichen Kühe herauf.

[?: Vers stark verdichtet/mythologisch dunkel.]

ṣaṣṭiś ca gāvas triśatāś ca dhenava; ekaṃ vatsaṃ suvate taṃ duhanti | nānāgoṣṭhā vihitā ekadohanās; tāv aśvinau duhato gharmam ukthyam

Sechzig und dreihundert Milchkühe gebären ein einziges Kalb; sie melken es; in verschiedenen Kuhställen aufgestellt, aber von einem Melken – jene beiden Aśvins melken den preiswürdigen Gharma-Trank.

Wort für Wort
ṣaṣṭiś ca gāvas triśatāś ca dhenava; ekaṃ vatsaṃ suvate taṃ duhanti | nānāgoṣṭhā vihitā ekadohanās; tāv aśvinau duhato gharmam ukthyam
Sechzig und dreihundert Milchkühe gebären ein einziges Kalb; sie melken es; in verschiedenen Kuhställen aufgestellt, aber von einem Melken – jene beiden Aśvins melken den preiswürdigen Gharma-Trank.

ekāṃ nābhiṃ saptaśatā arāḥ śritāḥ; pradhiṣv anyā viṃśatir arpitā arāḥ | anemi cakraṃ parivartate 'jaraṃ; māyāśvinau samanakti carṣaṇī

Auf eine Nabe stützen sich siebenhundert Speichen; andere zwanzig Speichen sind an den Felgen befestigt; das kantenlose, alterslose Rad dreht sich; die Wunderkraft der beiden Aśvins salbt die beiden Menschenscharen [Tag und Nacht].

Wort für Wort
ekāṃ nābhiṃ saptaśatā arāḥ śritāḥ; pradhiṣv anyā viṃśatir arpitā arāḥ | anemi cakraṃ parivartate 'jaraṃ; māyāśvinau samanakti carṣaṇī
Auf eine Nabe stützen sich siebenhundert Speichen; andere zwanzig Speichen sind an den Felgen befestigt; das kantenlose, alterslose Rad dreht sich; die Wunderkraft der beiden Aśvins salbt die beiden Menschenscharen [Tag und Nacht].

[Anm.: Rätselbild vom Rad des Jahres, vgl. auch das ähnliche Bild in Vers 150.]

ekaṃ cakraṃ vartate dvādaśāraṃ pradhi;ṣaṇṇābhim ekākṣam amṛtasya dhāraṇam | yasmin devā adhi viśve viṣaktās; tāv aśvinau muñcato mā viṣīdatam

Ein Rad mit zwölf Speichen dreht sich, an der Felge mit sechs Naben, mit einer Achse, der Träger der Unsterblichkeit, an dem alle Götter hängen – ihr beiden Aśvins, löset mich, verzweifelt nicht!

Wort für Wort
ekaṃ cakraṃ vartate dvādaśāraṃ pradhi;ṣaṇṇābhim ekākṣam amṛtasya dhāraṇam | yasmin devā adhi viśve viṣaktās; tāv aśvinau muñcato mā viṣīdatam
Ein Rad mit zwölf Speichen dreht sich, an der Felge mit sechs Naben, mit einer Achse, der Träger der Unsterblichkeit, an dem alle Götter hängen – ihr beiden Aśvins, löset mich, verzweifelt nicht!

aśvināv indram amṛtaṃ vṛttabhūyau; tirodhattām aśvinau dāsapatnī | bhittvā girim aśvinau gām udācarantau; tadvṛṣṭamahnā prathitā valasya

Die beiden Aśvins verbargen den unsterblichen Indra, als sie selbst zu Rossgestalt geworden waren; die Dāsa-Herrin verbarg ihn ebenso; die beiden Aśvins, den Berg spaltend und die Kuh heraufführend – das ist die berühmte, vom Tageslicht bestrahlte Tat des Vala.

Wort für Wort
aśvināv indram amṛtaṃ vṛttabhūyau; tirodhattām aśvinau dāsapatnī | bhittvā girim aśvinau gām udācarantau; tadvṛṣṭamahnā prathitā valasya
Die beiden Aśvins verbargen den unsterblichen Indra, als sie selbst zu Rossgestalt geworden waren; die Dāsa-Herrin verbarg ihn ebenso; die beiden Aśvins, den Berg spaltend und die Kuh heraufführend – das ist die berühmte, vom Tageslicht bestrahlte Tat des Vala.

[?: Anspielung auf den Vala-Mythos, Einzelheiten unsicher.]

yuvāṃ diśo janayatho daśāgre; samānaṃ mūrdhni rathayā viyanti | tāsāṃ yātam ṛṣayo 'nuprayānti; devā manuṣyāḥ kṣitim ācaranti

Ihr beide erzeugt die zehn Himmelsrichtungen am Anfang; auf gemeinsamem Gipfel entfalten sie sich wagenartig; eurem Zug folgen die Weisen nach; Götter und Menschen durchwandern die Erde.

Wort für Wort
yuvāṃ diśo janayatho daśāgre; samānaṃ mūrdhni rathayā viyanti | tāsāṃ yātam ṛṣayo 'nuprayānti; devā manuṣyāḥ kṣitim ācaranti
Ihr beide erzeugt die zehn Himmelsrichtungen am Anfang; auf gemeinsamem Gipfel entfalten sie sich wagenartig; eurem Zug folgen die Weisen nach; Götter und Menschen durchwandern die Erde.

yuvāṃ varṇān vikurutho viśvarūpāṃs; te 'dhikṣiyanti bhuvanāni viśvā | te bhānavo 'py anusṛtāś caranti; devā manuṣyāḥ kṣitim ācaranti

Ihr beide gestaltet die Farben zu allen Formen; diese herrschen über alle Welten; auch jene Strahlen, ihnen folgend, wandeln; Götter und Menschen durchwandern die Erde.

Wort für Wort
yuvāṃ varṇān vikurutho viśvarūpāṃs; te 'dhikṣiyanti bhuvanāni viśvā | te bhānavo 'py anusṛtāś caranti; devā manuṣyāḥ kṣitim ācaranti
Ihr beide gestaltet die Farben zu allen Formen; diese herrschen über alle Welten; auch jene Strahlen, ihnen folgend, wandeln; Götter und Menschen durchwandern die Erde.

tau nāsatyāv aśvināv āmahe vāṃ; srajaṃ ca yāṃ bibhṛthaḥ puṣkarasya | tau nāsatyāv amṛtāvṛtāvṛdhāv; ṛte devās tat prapadena sūte

Euch beide, die Nāsatyas, die Aśvins, bitten wir an, und um den Kranz, den ihr vom Lotus tragt; euch beide Nāsatyas, unsterblich, die Wahrheit mehrend – ohne dies gebären die Götter es nicht mit der Fußspitze.

Wort für Wort
tau nāsatyāv aśvināv āmahe vāṃ; srajaṃ ca yāṃ bibhṛthaḥ puṣkarasya | tau nāsatyāv amṛtāvṛtāvṛdhāv; ṛte devās tat prapadena sūte
Euch beide, die Nāsatyas, die Aśvins, bitten wir an, und um den Kranz, den ihr vom Lotus tragt; euch beide Nāsatyas, unsterblich, die Wahrheit mehrend – ohne dies gebären die Götter es nicht mit der Fußspitze.

[?: Vers unsicher, wörtliche Übersetzung.]

mukhena garbhaṃ labhatāṃ yuvānau; gatāsur etat prapadena sūte | sadyo jāto mātaram atti garbhas; tāv aśvinau muñcatho jīvase gāḥ

Möget ihr beide, die Jungen, mit dem Mund den Keim empfangen; das Lebenlose gebiert dies mit der Fußspitze; sobald geboren, verzehrt der Keim die Mutter; ihr beiden Aśvins, befreit die Kühe zum Leben!“

Wort für Wort
mukhena garbhaṃ labhatāṃ yuvānau; gatāsur etat prapadena sūte | sadyo jāto mātaram atti garbhas; tāv aśvinau muñcatho jīvase gāḥ
Möget ihr beide, die Jungen, mit dem Mund den Keim empfangen; das Lebenlose gebiert dies mit der Fußspitze; sobald geboren, verzehrt der Keim die Mutter; ihr beiden Aśvins, befreit die Kühe zum Leben!“

[?: Vers unsicher, wörtliche Übersetzung.]

evaṃ tenābhiṣṭutāv aśvināv ājagmatuḥ | āhatuś cainam | prītau svaḥ | eṣa te 'pūpaḥ aśānainam iti

So von ihm gepriesen, kamen die beiden Aśvins herbei und sprachen zu ihm: „Wir sind zufrieden; hier ist ein Kuchen für dich, iss ihn.“

Wort für Wort
evaṃ tenābhiṣṭutāv aśvināv ājagmatuḥ | āhatuś cainam | prītau svaḥ | eṣa te 'pūpaḥ aśānainam iti
So von ihm gepriesen, kamen die beiden Aśvins herbei und sprachen zu ihm: „Wir sind zufrieden; hier ist ein Kuchen für dich, iss ihn.“

sa evam uktaḥ pratyuvāca | nānṛtam ūcatur bhavantau na tv aham etam apūpam upayoktum utsahe anivedya gurava iti

So angesprochen erwiderte er: „Ihr beide sprecht gewiss nicht Falsches, aber ich wage nicht, diesen Kuchen zu verzehren, ohne es dem Lehrer gemeldet zu haben.“

Wort für Wort
sa evam uktaḥ pratyuvāca | nānṛtam ūcatur bhavantau na tv aham etam apūpam upayoktum utsahe anivedya gurava iti
So angesprochen erwiderte er: „Ihr beide sprecht gewiss nicht Falsches, aber ich wage nicht, diesen Kuchen zu verzehren, ohne es dem Lehrer gemeldet zu haben.“

tatas tam aśvināv ūcatuḥ | āvābhyāṃ purastād bhavata upādhyāyenaivam evābhiṣṭutābhyām apūpaḥ prītābhyāṃ dattaḥ upayuktaś ca sa tenānivedya gurave | tvam api tathaiva kuruṣva yathā kṛtam upādhyāyeneti

Da sprachen die beiden Aśvins zu ihm: „Uns beiden wurde bereits früher von deinem Lehrer, ebenso gepriesen, von uns zufrieden ein Kuchen gegeben, und er verzehrte ihn, ohne es dem Lehrer zu melden. Tu auch du ebenso, wie es dein Lehrer getan hat.“

Wort für Wort
tatas tam aśvināv ūcatuḥ | āvābhyāṃ purastād bhavata upādhyāyenaivam evābhiṣṭutābhyām apūpaḥ prītābhyāṃ dattaḥ upayuktaś ca sa tenānivedya gurave | tvam api tathaiva kuruṣva yathā kṛtam upādhyāyeneti
Da sprachen die beiden Aśvins zu ihm: „Uns beiden wurde bereits früher von deinem Lehrer, ebenso gepriesen, von uns zufrieden ein Kuchen gegeben, und er verzehrte ihn, ohne es dem Lehrer zu melden. Tu auch du ebenso, wie es dein Lehrer getan hat.“

sa evam uktaḥ punar eva pratyuvācaitau pratyanunaye bhavantāv aśvinau notsahe 'ham anivedyopādhyāyāyopayoktum iti

So angesprochen, erwiderte er wiederum, um die beiden Aśvins zu besänftigen: „Ich wage nicht, ihn zu verzehren, ohne es meinem Lehrer gemeldet zu haben.“

Wort für Wort
sa evam uktaḥ punar eva pratyuvācaitau pratyanunaye bhavantāv aśvinau notsahe 'ham anivedyopādhyāyāyopayoktum iti
So angesprochen, erwiderte er wiederum, um die beiden Aśvins zu besänftigen: „Ich wage nicht, ihn zu verzehren, ohne es meinem Lehrer gemeldet zu haben.“

tam aśvināv āhatuḥ | prītau svas tavānayā guruvṛttyā upādhyāyasya te kārṣṇāyasā dantāḥ bhavato hiraṇmayā bhaviṣyanti cakṣuṣmāṃś ca bhaviṣyasi śreyaś cāvāpsyasīti

Die beiden Aśvins sprachen zu ihm: „Wir sind zufrieden mit diesem deinem Verhalten gegenüber dem Lehrer; die Zähne deines Lehrers sind aus schwarzem Eisen, deine aber werden golden sein, und du wirst wieder sehend werden und wirst Segen erlangen.“

Wort für Wort
tam aśvināv āhatuḥ | prītau svas tavānayā guruvṛttyā upādhyāyasya te kārṣṇāyasā dantāḥ bhavato hiraṇmayā bhaviṣyanti cakṣuṣmāṃś ca bhaviṣyasi śreyaś cāvāpsyasīti
Die beiden Aśvins sprachen zu ihm: „Wir sind zufrieden mit diesem deinem Verhalten gegenüber dem Lehrer; die Zähne deines Lehrers sind aus schwarzem Eisen, deine aber werden golden sein, und du wirst wieder sehend werden und wirst Segen erlangen.“

sa evam ukto 'śvibhyāṃ labdhacakṣur upādhyāyasakāśam āgamyopādhyāyam abhivādyācacakṣe | sa cāsya prītimān abhūt

So von den beiden Aśvins angesprochen und wieder sehend geworden, kam er zum Lehrer, verneigte sich vor ihm und berichtete alles; und dieser war mit ihm zufrieden.

Wort für Wort
sa evam ukto 'śvibhyāṃ labdhacakṣur upādhyāyasakāśam āgamyopādhyāyam abhivādyācacakṣe | sa cāsya prītimān abhūt
So von den beiden Aśvins angesprochen und wieder sehend geworden, kam er zum Lehrer, verneigte sich vor ihm und berichtete alles; und dieser war mit ihm zufrieden.

āha cainam | yathāśvināv āhatus tathā tvaṃ śreyo 'vāpsyasīti sarve ca te vedāḥ pratibhāsyantīti

Er sprach zu ihm: „Wie die beiden Aśvins gesagt haben, so wirst du Segen erlangen, und dir werden alle Veden aufleuchten.“

Wort für Wort
āha cainam | yathāśvināv āhatus tathā tvaṃ śreyo 'vāpsyasīti sarve ca te vedāḥ pratibhāsyantīti
Er sprach zu ihm: „Wie die beiden Aśvins gesagt haben, so wirst du Segen erlangen, und dir werden alle Veden aufleuchten.“

eṣā tasyāpi parīkṣopamanyoḥ

Dies ist auch die Prüfung des Upamanyu.

Wort für Wort
eṣā tasyāpi parīkṣopamanyoḥ
Dies ist auch die Prüfung des Upamanyu.

athāparaḥ śiṣyas tasyaivāyodasya dhaumyasya vedo nāma

Ein anderer Schüler eben jenes Dhaumya, des Āyoda, war namens Veda.

Wort für Wort
athāparaḥ śiṣyas tasyaivāyodasya dhaumyasya vedo nāma
Ein anderer Schüler eben jenes Dhaumya, des Āyoda, war namens Veda.

tam upādhyāyaḥ saṃdideśa | vatsa veda ihāsyatām bhavatā madgṛhe kaṃ cit kālaṃ śuśrūṣamāṇena bhavitavyam śreyas te bhaviṣyatīti

Der Lehrer wies ihn an: „Mein Kind Veda, bleibe hier; du sollst in meinem Haus einige Zeit im Dienst verbringen; dir wird Segen zuteilwerden.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ saṃdideśa | vatsa veda ihāsyatām bhavatā madgṛhe kaṃ cit kālaṃ śuśrūṣamāṇena bhavitavyam śreyas te bhaviṣyatīti
Der Lehrer wies ihn an: „Mein Kind Veda, bleibe hier; du sollst in meinem Haus einige Zeit im Dienst verbringen; dir wird Segen zuteilwerden.“

sa tathety uktvā gurukule dīrghakālaṃ guruśuśrūṣaṇaparo 'vasat | gaur iva nityaṃ guruṣu dhūrṣu niyujyamānaḥ śītoṣṇakṣuttṛṣṇāduḥkhasahaḥ sarvatrāpratikūlaḥ

Er sagte „So sei es“ und lebte lange Zeit im Haus des Lehrers, ganz dem Dienst am Lehrer hingegeben, stets wie ein Ochse unter schweren Lasten eingesetzt, Kälte, Hitze, Hunger und Durst ertragend, in allem widerstandslos.

Wort für Wort
sa tathety uktvā gurukule dīrghakālaṃ guruśuśrūṣaṇaparo 'vasat | gaur iva nityaṃ guruṣu dhūrṣu niyujyamānaḥ śītoṣṇakṣuttṛṣṇāduḥkhasahaḥ sarvatrāpratikūlaḥ
Er sagte „So sei es“ und lebte lange Zeit im Haus des Lehrers, ganz dem Dienst am Lehrer hingegeben, stets wie ein Ochse unter schweren Lasten eingesetzt, Kälte, Hitze, Hunger und Durst ertragend, in allem widerstandslos.

tasya mahatā kālena guruḥ paritoṣaṃ jagāma | tatparitoṣāc ca śreyaḥ sarvajñatāṃ cāvāpa | eṣā tasyāpi parīkṣā vedasya

Nach langer Zeit wurde der Lehrer mit ihm zufrieden; und durch diese Zufriedenheit erlangte er Segen und Allwissenheit. Dies ist auch die Prüfung des Veda.

Wort für Wort
tasya mahatā kālena guruḥ paritoṣaṃ jagāma | tatparitoṣāc ca śreyaḥ sarvajñatāṃ cāvāpa | eṣā tasyāpi parīkṣā vedasya
Nach langer Zeit wurde der Lehrer mit ihm zufrieden; und durch diese Zufriedenheit erlangte er Segen und Allwissenheit. Dies ist auch die Prüfung des Veda.

sa upādhyāyenānujñātaḥ samāvṛttas tasmād gurukulavāsād gṛhāśramaṃ pratyapadyata | tasyāpi svagṛhe vasatas trayaḥ śiṣyā babhūvuḥ

Vom Lehrer entlassen, kehrte er von jenem Aufenthalt im Haus des Lehrers zurück und trat in den Haushälter-Stand ein. Auch er hatte, während er in seinem eigenen Haus lebte, drei Schüler.

Wort für Wort
sa upādhyāyenānujñātaḥ samāvṛttas tasmād gurukulavāsād gṛhāśramaṃ pratyapadyata | tasyāpi svagṛhe vasatas trayaḥ śiṣyā babhūvuḥ
Vom Lehrer entlassen, kehrte er von jenem Aufenthalt im Haus des Lehrers zurück und trat in den Haushälter-Stand ein. Auch er hatte, während er in seinem eigenen Haus lebte, drei Schüler.

sa śiṣyān na kiṃ cid uvāca karma vā kriyatāṃ guruśuśrūṣā veti | duḥkhābhijño hi gurukulavāsasya śiṣyān parikleśena yojayituṃ neyeṣa

Er sagte den Schülern nichts wie „Verrichtet Arbeit“ oder „Dienst am Lehrer“ – denn, das Leid des Lebens im Lehrerhaus selbst kennend, wollte er die Schüler nicht mit Mühsal belasten.

Wort für Wort
sa śiṣyān na kiṃ cid uvāca karma vā kriyatāṃ guruśuśrūṣā veti | duḥkhābhijño hi gurukulavāsasya śiṣyān parikleśena yojayituṃ neyeṣa
Er sagte den Schülern nichts wie „Verrichtet Arbeit“ oder „Dienst am Lehrer“ – denn, das Leid des Lebens im Lehrerhaus selbst kennend, wollte er die Schüler nicht mit Mühsal belasten.

atha kasya cit kālasya vedaṃ brāhmaṇaṃ janamejayaḥ pauṣyaś ca kṣatriyāv upetyopādhyāyaṃ varayāṃ cakratuḥ

Nach einiger Zeit kamen Janamejaya und Pauṣya, beide Kṣatriyas, zu dem Brahmanen Veda und wählten ihn zum Lehrer.

Wort für Wort
atha kasya cit kālasya vedaṃ brāhmaṇaṃ janamejayaḥ pauṣyaś ca kṣatriyāv upetyopādhyāyaṃ varayāṃ cakratuḥ
Nach einiger Zeit kamen Janamejaya und Pauṣya, beide Kṣatriyas, zu dem Brahmanen Veda und wählten ihn zum Lehrer.

sa kadā cid yājyakāryeṇābhiprasthita uttaṅkaṃ nāma śiṣyaṃ niyojayām āsa | bho uttaṅka yat kiṃ cid asmadgṛhe parihīyate tad icchāmy aham aparihīṇaṃ bhavatā kriyamāṇam iti

Einst, als er wegen einer Opferpflicht [für einen Auftraggeber] verreiste, beauftragte er einen Schüler namens Uttaṅka: „He Uttaṅka, was auch immer in unserem Haus mangelt, das möchte ich von dir behoben sehen.“

Wort für Wort
sa kadā cid yājyakāryeṇābhiprasthita uttaṅkaṃ nāma śiṣyaṃ niyojayām āsa | bho uttaṅka yat kiṃ cid asmadgṛhe parihīyate tad icchāmy aham aparihīṇaṃ bhavatā kriyamāṇam iti
Einst, als er wegen einer Opferpflicht [für einen Auftraggeber] verreiste, beauftragte er einen Schüler namens Uttaṅka: „He Uttaṅka, was auch immer in unserem Haus mangelt, das möchte ich von dir behoben sehen.“

sa evaṃ pratisamādiśyottaṅkaṃ vedaḥ pravāsaṃ jagāma

Nachdem er Uttaṅka so beauftragt hatte, begab sich Veda auf die Reise.

Wort für Wort
sa evaṃ pratisamādiśyottaṅkaṃ vedaḥ pravāsaṃ jagāma
Nachdem er Uttaṅka so beauftragt hatte, begab sich Veda auf die Reise.

athottaṅko guruśuśrūṣur guruniyogam anutiṣṭhamānas tatra gurukule vasati sma

Uttaṅka nun, dem Lehrer ergeben, den Auftrag des Lehrers ausführend, lebte dort im Haus des Lehrers.

Wort für Wort
athottaṅko guruśuśrūṣur guruniyogam anutiṣṭhamānas tatra gurukule vasati sma
Uttaṅka nun, dem Lehrer ergeben, den Auftrag des Lehrers ausführend, lebte dort im Haus des Lehrers.

sa vasaṃs tatropādhyāyastrībhiḥ sahitābhir āhūyoktaḥ | upādhyāyinī te ṛtumatī upādhyāyaś ca proṣitaḥ | asyā yathāyam ṛtur vandhyo na bhavati tathā kriyatām etad viṣīdatīti

Während er dort lebte, wurde er von den Frauen des Lehrers gemeinsam gerufen und angesprochen: „Deine Lehrerin ist in ihrer fruchtbaren Zeit, und der Lehrer ist verreist; sorge dafür, dass diese ihre fruchtbare Zeit nicht unfruchtbar vergeht – sie ist darüber betrübt.“

Wort für Wort
sa vasaṃs tatropādhyāyastrībhiḥ sahitābhir āhūyoktaḥ | upādhyāyinī te ṛtumatī upādhyāyaś ca proṣitaḥ | asyā yathāyam ṛtur vandhyo na bhavati tathā kriyatām etad viṣīdatīti
Während er dort lebte, wurde er von den Frauen des Lehrers gemeinsam gerufen und angesprochen: „Deine Lehrerin ist in ihrer fruchtbaren Zeit, und der Lehrer ist verreist; sorge dafür, dass diese ihre fruchtbare Zeit nicht unfruchtbar vergeht – sie ist darüber betrübt.“

sa evam uktas tāḥ striyaḥ pratyuvāca | na mayā strīṇāṃ vacanād idam akāryaṃ kāryam | na hy aham upādhyāyena saṃdiṣṭaḥ akāryam api tvayā kāryam iti

So angesprochen erwiderte er jenen Frauen: „Nicht werde ich auf das Wort von Frauen hin diese unrechte Tat begehen; denn mir wurde vom Lehrer nicht aufgetragen: auch eine unrechte Tat sollst du von dir aus tun.“

Wort für Wort
sa evam uktas tāḥ striyaḥ pratyuvāca | na mayā strīṇāṃ vacanād idam akāryaṃ kāryam | na hy aham upādhyāyena saṃdiṣṭaḥ akāryam api tvayā kāryam iti
So angesprochen erwiderte er jenen Frauen: „Nicht werde ich auf das Wort von Frauen hin diese unrechte Tat begehen; denn mir wurde vom Lehrer nicht aufgetragen: auch eine unrechte Tat sollst du von dir aus tun.“

tasya punar upādhyāyaḥ kālāntareṇa gṛhān upajagāma | tasmāt pravāsāt sa tadvṛttaṃ tasyāśeṣam upalabhya prītimān abhūt

Nach einiger Zeit kehrte sein Lehrer wiederum von jener Reise nach Hause zurück; nachdem er dessen ganzes Verhalten erfahren hatte, war er mit ihm zufrieden.

Wort für Wort
tasya punar upādhyāyaḥ kālāntareṇa gṛhān upajagāma | tasmāt pravāsāt sa tadvṛttaṃ tasyāśeṣam upalabhya prītimān abhūt
Nach einiger Zeit kehrte sein Lehrer wiederum von jener Reise nach Hause zurück; nachdem er dessen ganzes Verhalten erfahren hatte, war er mit ihm zufrieden.

uvāca cainam | vatsottaṅka kiṃ te priyaṃ karavāṇīti | dharmato hi śuśrūṣito 'smi bhavatā tena prītiḥ paraspareṇa nau saṃvṛddhā | tad anujāne bhavantam sarvām eva siddhiṃ prāpsyasi gamyatām iti

Er sprach zu ihm: „Mein Kind Uttaṅka, was Liebes soll ich dir tun? Denn ich bin von dir rechtschaffen bedient worden, dadurch ist unsere gegenseitige Zuneigung gewachsen. So entlasse ich dich; du wirst jegliche Vollkommenheit erlangen; du magst gehen.“

Wort für Wort
uvāca cainam | vatsottaṅka kiṃ te priyaṃ karavāṇīti | dharmato hi śuśrūṣito 'smi bhavatā tena prītiḥ paraspareṇa nau saṃvṛddhā | tad anujāne bhavantam sarvām eva siddhiṃ prāpsyasi gamyatām iti
Er sprach zu ihm: „Mein Kind Uttaṅka, was Liebes soll ich dir tun? Denn ich bin von dir rechtschaffen bedient worden, dadurch ist unsere gegenseitige Zuneigung gewachsen. So entlasse ich dich; du wirst jegliche Vollkommenheit erlangen; du magst gehen.“

sa evam uktaḥ pratyuvāca | kiṃ te priyaṃ karavāṇīti evaṃ hy āhuḥ

So angesprochen erwiderte er: „Was Liebes soll ich dir tun? Denn so sagt man:“

Wort für Wort
sa evam uktaḥ pratyuvāca | kiṃ te priyaṃ karavāṇīti evaṃ hy āhuḥ
So angesprochen erwiderte er: „Was Liebes soll ich dir tun? Denn so sagt man:“

yaś cādharmeṇa vibrūyād yaś cādharmeṇa pṛcchati

„Wer wider die Pflicht antwortet und wer wider die Pflicht fragt,“

Wort für Wort
yaś cādharmeṇa vibrūyād yaś cādharmeṇa pṛcchati
„Wer wider die Pflicht antwortet und wer wider die Pflicht fragt,“

tayor anyataraḥ praiti vidveṣaṃ cādhigacchati | so 'ham anujñāto bhavatā icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahartum iti

„von den beiden geht der eine zugrunde und erlangt Feindschaft.“ So bitte ich dich, von dir entlassen, dir eine Lehrer-Gabe nach deinem Wunsch darzubringen.

Wort für Wort
tayor anyataraḥ praiti vidveṣaṃ cādhigacchati | so 'ham anujñāto bhavatā icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahartum iti
„von den beiden geht der eine zugrunde und erlangt Feindschaft.“ So bitte ich dich, von dir entlassen, dir eine Lehrer-Gabe nach deinem Wunsch darzubringen.

tenaivam ukta upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka uṣyatāṃ tāvad iti

So von ihm angesprochen erwiderte der Lehrer: „Mein Kind Uttaṅka, bleib zunächst noch hier.“

Wort für Wort
tenaivam ukta upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka uṣyatāṃ tāvad iti
So von ihm angesprochen erwiderte der Lehrer: „Mein Kind Uttaṅka, bleib zunächst noch hier.“

sa kadā cit tam upādhyāyam āhottaṅkaḥ | ājñāpayatu bhavān kiṃ te priyam upaharāmi gurvartham iti

Einst sprach Uttaṅka zu jenem Lehrer: „Möge der Herr befehlen, was Liebes ich dir als Lehrer-Gabe darbringen soll.“

Wort für Wort
sa kadā cit tam upādhyāyam āhottaṅkaḥ | ājñāpayatu bhavān kiṃ te priyam upaharāmi gurvartham iti
Einst sprach Uttaṅka zu jenem Lehrer: „Möge der Herr befehlen, was Liebes ich dir als Lehrer-Gabe darbringen soll.“

tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka bahuśo māṃ codayasi gurvartham upahareyam iti | tad gaccha enāṃ praviśyopādhyāyinīṃ pṛccha kim upaharāmīti | eṣā yad bravīti tad upaharasveti

Der Lehrer erwiderte ihm: „Mein Kind Uttaṅka, du drängst mich immer wieder, dass ich dir sagen soll, was du als Lehrer-Gabe bringen solltest. So geh, tritt zu deiner Lehrerin und frage sie: 'Was soll ich bringen?' Was sie sagt, das bring dar.“

Wort für Wort
tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka bahuśo māṃ codayasi gurvartham upahareyam iti | tad gaccha enāṃ praviśyopādhyāyinīṃ pṛccha kim upaharāmīti | eṣā yad bravīti tad upaharasveti
Der Lehrer erwiderte ihm: „Mein Kind Uttaṅka, du drängst mich immer wieder, dass ich dir sagen soll, was du als Lehrer-Gabe bringen solltest. So geh, tritt zu deiner Lehrerin und frage sie: 'Was soll ich bringen?' Was sie sagt, das bring dar.“

sa evam ukta upādhyāyenopādhyāyinīm apṛcchat | bhavaty upādhyāyenāsmy anujñāto gṛhaṃ gantum | tad icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahṛtyānṛṇo gantum | tad ājñāpayatu bhavatī kim upaharāmi gurvartham iti

So vom Lehrer angesprochen, fragte er die Lehrerin: „Herrin, ich bin vom Lehrer entlassen worden, nach Hause zu gehen. So möchte ich, dir eine gewünschte Lehrer-Gabe darbringend, schuldenfrei gehen. So möge die Herrin befehlen, was ich als Lehrer-Gabe bringen soll.“

Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyenopādhyāyinīm apṛcchat | bhavaty upādhyāyenāsmy anujñāto gṛhaṃ gantum | tad icchāmīṣṭaṃ te gurvartham upahṛtyānṛṇo gantum | tad ājñāpayatu bhavatī kim upaharāmi gurvartham iti
So vom Lehrer angesprochen, fragte er die Lehrerin: „Herrin, ich bin vom Lehrer entlassen worden, nach Hause zu gehen. So möchte ich, dir eine gewünschte Lehrer-Gabe darbringend, schuldenfrei gehen. So möge die Herrin befehlen, was ich als Lehrer-Gabe bringen soll.“

saivam uktopādhyāyiny uttaṅkaṃ pratyuvāca | gaccha pauṣyaṃ rājānam bhikṣasva tasya kṣatriyayā pinaddhe kuṇḍale te ānayasva itaś caturthe 'hani puṇyakaṃ bhavitā tābhyām ābaddhābhyāṃ brāhmaṇān pariveṣṭum icchāmi | śobhamānā yathā tābhyāṃ kuṇḍalābhyāṃ tasminn ahani saṃpādayasva śreyo hi te syāt kṣaṇaṃ kurvata iti

So angesprochen, erwiderte die Lehrerin dem Uttaṅka: „Geh, erbitte vom König Pauṣya, bringe mir die beiden Ohrringe seiner Königin, die sie trägt; am vierten Tag von jetzt an wird ein Fest sein; damit geschmückt möchte ich, diese beiden angelegt, die Brahmanen bewirten. Sorge dafür, dass ich an jenem Tag mit jenen beiden Ohrringen geschmückt bin; Segen wird dir zuteilwerden, wenn du die Gelegenheit wahrnimmst.“

Wort für Wort
saivam uktopādhyāyiny uttaṅkaṃ pratyuvāca | gaccha pauṣyaṃ rājānam bhikṣasva tasya kṣatriyayā pinaddhe kuṇḍale te ānayasva itaś caturthe 'hani puṇyakaṃ bhavitā tābhyām ābaddhābhyāṃ brāhmaṇān pariveṣṭum icchāmi | śobhamānā yathā tābhyāṃ kuṇḍalābhyāṃ tasminn ahani saṃpādayasva śreyo hi te syāt kṣaṇaṃ kurvata iti
So angesprochen, erwiderte die Lehrerin dem Uttaṅka: „Geh, erbitte vom König Pauṣya, bringe mir die beiden Ohrringe seiner Königin, die sie trägt; am vierten Tag von jetzt an wird ein Fest sein; damit geschmückt möchte ich, diese beiden angelegt, die Brahmanen bewirten. Sorge dafür, dass ich an jenem Tag mit jenen beiden Ohrringen geschmückt bin; Segen wird dir zuteilwerden, wenn du die Gelegenheit wahrnimmst.“

sa evam ukta upādhyāyinyā prātiṣṭhatottaṅkaḥ | sa pathi gacchann apaśyad ṛṣabham atipramāṇaṃ tam adhirūḍhaṃ ca puruṣam atipramāṇam eva

So von der Lehrerin angesprochen, machte sich Uttaṅka auf den Weg. Als er unterwegs ging, erblickte er einen überaus großen Stier und einen ebenso überaus großen Mann, der ihn ritt.

Wort für Wort
sa evam ukta upādhyāyinyā prātiṣṭhatottaṅkaḥ | sa pathi gacchann apaśyad ṛṣabham atipramāṇaṃ tam adhirūḍhaṃ ca puruṣam atipramāṇam eva
So von der Lehrerin angesprochen, machte sich Uttaṅka auf den Weg. Als er unterwegs ging, erblickte er einen überaus großen Stier und einen ebenso überaus großen Mann, der ihn ritt.

sa puruṣa uttaṅkam abhyabhāṣata | uttaṅkaitat purīṣam asya ṛṣabhasya bhakṣayasveti

Jener Mann sprach zu Uttaṅka: „Uttaṅka, verzehre diesen Kot dieses Stieres.“

Wort für Wort
sa puruṣa uttaṅkam abhyabhāṣata | uttaṅkaitat purīṣam asya ṛṣabhasya bhakṣayasveti
Jener Mann sprach zu Uttaṅka: „Uttaṅka, verzehre diesen Kot dieses Stieres.“

sa evam ukto naicchat

So angesprochen wollte er nicht.

Wort für Wort
sa evam ukto naicchat
So angesprochen wollte er nicht.

tam āha puruṣo bhūyaḥ | bhakṣayasvottaṅka mā vicāraya | upādhyāyenāpi te bhakṣitaṃ pūrvam iti

Der Mann sprach zu ihm wiederum: „Verzehre ihn, Uttaṅka, zögere nicht; auch dein Lehrer hat ihn früher schon verzehrt.“

Wort für Wort
tam āha puruṣo bhūyaḥ | bhakṣayasvottaṅka mā vicāraya | upādhyāyenāpi te bhakṣitaṃ pūrvam iti
Der Mann sprach zu ihm wiederum: „Verzehre ihn, Uttaṅka, zögere nicht; auch dein Lehrer hat ihn früher schon verzehrt.“

sa evam ukto bāḍham ity uktvā tadā tad ṛṣabhasya purīṣaṃ mūtraṃ ca bhakṣayitvottaṅkaḥ pratasthe yatra sa kṣatriyaḥ pauṣyaḥ

So angesprochen, sagte Uttaṅka „Gewiss“, und nachdem er den Kot und Urin jenes Stieres verzehrt hatte, machte er sich auf den Weg zu jenem Kṣatriya Pauṣya.

Wort für Wort
sa evam ukto bāḍham ity uktvā tadā tad ṛṣabhasya purīṣaṃ mūtraṃ ca bhakṣayitvottaṅkaḥ pratasthe yatra sa kṣatriyaḥ pauṣyaḥ
So angesprochen, sagte Uttaṅka „Gewiss“, und nachdem er den Kot und Urin jenes Stieres verzehrt hatte, machte er sich auf den Weg zu jenem Kṣatriya Pauṣya.

tam upetyāpaśyad uttaṅka āsīnam | sa tam upetyāśīrbhir abhinandyovāca | arthī bhavantam upagato 'smīti

Zu ihm hingehend, sah Uttaṅka ihn sitzen; er trat zu ihm, begrüßte ihn mit Segenswünschen und sprach: „Ich bin als Bittsteller zu dir gekommen.“

Wort für Wort
tam upetyāpaśyad uttaṅka āsīnam | sa tam upetyāśīrbhir abhinandyovāca | arthī bhavantam upagato 'smīti
Zu ihm hingehend, sah Uttaṅka ihn sitzen; er trat zu ihm, begrüßte ihn mit Segenswünschen und sprach: „Ich bin als Bittsteller zu dir gekommen.“

sa enam abhivādyovāca | bhagavan pauṣyaḥ khalv aham | kiṃ karavāṇīti

Er verneigte sich vor ihm und sprach: „Erhabener, ich bin Pauṣya; was soll ich tun?“

Wort für Wort
sa enam abhivādyovāca | bhagavan pauṣyaḥ khalv aham | kiṃ karavāṇīti
Er verneigte sich vor ihm und sprach: „Erhabener, ich bin Pauṣya; was soll ich tun?“

tam uvācottaṅkaḥ | gurvarthe kuṇḍalābhyām arthy āgato 'smīti | ye te kṣatriyayā pinaddhe kuṇḍale te bhavān dātum arhatīti

Uttaṅka sprach zu ihm: „Um der Lehrer-Gabe willen bin ich als Bittsteller wegen der Ohrringe gekommen; die beiden Ohrringe, die deine Königin trägt, sollst du geben.“

Wort für Wort
tam uvācottaṅkaḥ | gurvarthe kuṇḍalābhyām arthy āgato 'smīti | ye te kṣatriyayā pinaddhe kuṇḍale te bhavān dātum arhatīti
Uttaṅka sprach zu ihm: „Um der Lehrer-Gabe willen bin ich als Bittsteller wegen der Ohrringe gekommen; die beiden Ohrringe, die deine Königin trägt, sollst du geben.“

taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | praviśyāntaḥpuraṃ kṣatriyā yācyatām iti

Pauṣya erwiderte ihm: „Tritt in das innere Gemach ein und bitte die Königin darum.“

Wort für Wort
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | praviśyāntaḥpuraṃ kṣatriyā yācyatām iti
Pauṣya erwiderte ihm: „Tritt in das innere Gemach ein und bitte die Königin darum.“

sa tenaivam uktaḥ praviśyāntaḥpuraṃ kṣatriyāṃ nāpaśyat

So von ihm angesprochen, trat er in das innere Gemach ein, sah die Königin aber nicht.

Wort für Wort
sa tenaivam uktaḥ praviśyāntaḥpuraṃ kṣatriyāṃ nāpaśyat
So von ihm angesprochen, trat er in das innere Gemach ein, sah die Königin aber nicht.

sa pauṣyaṃ punar uvāca | na yuktaṃ bhavatā vayam anṛtenopacaritum | na hi te kṣatriyāntaḥpure saṃnihitā naināṃ paśyāmīti

Er sprach wiederum zu Pauṣya: „Es geziemt sich nicht, dass du uns mit Falschheit behandelst; deine Königin ist nicht im inneren Gemach anwesend, ich sehe sie nicht.“

Wort für Wort
sa pauṣyaṃ punar uvāca | na yuktaṃ bhavatā vayam anṛtenopacaritum | na hi te kṣatriyāntaḥpure saṃnihitā naināṃ paśyāmīti
Er sprach wiederum zu Pauṣya: „Es geziemt sich nicht, dass du uns mit Falschheit behandelst; deine Königin ist nicht im inneren Gemach anwesend, ich sehe sie nicht.“

sa evam uktaḥ pauṣyas taṃ pratyuvāca | saṃprati bhavān ucchiṣṭaḥ | smara tāvat | na hi sā kṣatriyā ucchiṣṭenāśucinā vā śakyā draṣṭum | pativratātvād eṣā nāśucer darśanam upaitīti

So angesprochen, erwiderte Pauṣya ihm: „Du bist gegenwärtig [rituell] unrein; besinne dich nur; denn jene Königin kann von einem Unreinen oder Unsauberen nicht gesehen werden; wegen ihrer Gattentreue lässt sie sich einem Unreinen nicht blicken.“

Wort für Wort
sa evam uktaḥ pauṣyas taṃ pratyuvāca | saṃprati bhavān ucchiṣṭaḥ | smara tāvat | na hi sā kṣatriyā ucchiṣṭenāśucinā vā śakyā draṣṭum | pativratātvād eṣā nāśucer darśanam upaitīti
So angesprochen, erwiderte Pauṣya ihm: „Du bist gegenwärtig [rituell] unrein; besinne dich nur; denn jene Königin kann von einem Unreinen oder Unsauberen nicht gesehen werden; wegen ihrer Gattentreue lässt sie sich einem Unreinen nicht blicken.“

athaivam ukta uttaṅkaḥ smṛtvovāca | asti khalu mayocchiṣṭenopaspṛṣṭaṃ śīghraṃ gacchatā ceti

So angesprochen, besann sich Uttaṅka und sprach: „Ja, in der Tat, ich bin unrein, [Wasser] berührt zu haben, während ich eilig ging.“

Wort für Wort
athaivam ukta uttaṅkaḥ smṛtvovāca | asti khalu mayocchiṣṭenopaspṛṣṭaṃ śīghraṃ gacchatā ceti
So angesprochen, besann sich Uttaṅka und sprach: „Ja, in der Tat, ich bin unrein, [Wasser] berührt zu haben, während ich eilig ging.“

taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | etat tad evaṃ hi na gacchatopaspṛṣṭaṃ bhavati na sthiteneti

Pauṣya erwiderte ihm: „Eben dies ist es; denn im Gehen erfolgte keine [rechte] Berührung [des Wassers], noch im Stehen.“

Wort für Wort
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | etat tad evaṃ hi na gacchatopaspṛṣṭaṃ bhavati na sthiteneti
Pauṣya erwiderte ihm: „Eben dies ist es; denn im Gehen erfolgte keine [rechte] Berührung [des Wassers], noch im Stehen.“

athottaṅkas tathety uktvā prāṅmukha upaviśya suprakṣālitapāṇipādavadano 'śabdābhir hṛdayaṃgamābhir adbhir upaspṛśya triḥ pītvā dviḥ parimṛjya khāny adbhir upaspṛśyāntaḥpuraṃ praviśya tāṃ kṣatriyām apaśyat

Da sagte Uttaṅka „So sei es“, setzte sich nach Osten gewandt, wusch sich gründlich Hände, Füße und Gesicht, berührte das Wasser geräuschlos und herzerfrischend, trank dreimal, wischte sich zweimal ab, berührte die Sinnesöffnungen mit Wasser, trat dann in das innere Gemach ein und sah die Königin.

Wort für Wort
athottaṅkas tathety uktvā prāṅmukha upaviśya suprakṣālitapāṇipādavadano 'śabdābhir hṛdayaṃgamābhir adbhir upaspṛśya triḥ pītvā dviḥ parimṛjya khāny adbhir upaspṛśyāntaḥpuraṃ praviśya tāṃ kṣatriyām apaśyat
Da sagte Uttaṅka „So sei es“, setzte sich nach Osten gewandt, wusch sich gründlich Hände, Füße und Gesicht, berührte das Wasser geräuschlos und herzerfrischend, trank dreimal, wischte sich zweimal ab, berührte die Sinnesöffnungen mit Wasser, trat dann in das innere Gemach ein und sah die Königin.

sā ca dṛṣṭvaivottaṅkam abhyutthāyābhivādyovāca | svāgataṃ te bhagavan ājñāpaya kiṃ karavāṇīti

Sobald sie Uttaṅka erblickte, erhob sie sich, verneigte sich und sprach: „Willkommen, Erhabener; befiehl, was ich tun soll.“

Wort für Wort
sā ca dṛṣṭvaivottaṅkam abhyutthāyābhivādyovāca | svāgataṃ te bhagavan ājñāpaya kiṃ karavāṇīti
Sobald sie Uttaṅka erblickte, erhob sie sich, verneigte sich und sprach: „Willkommen, Erhabener; befiehl, was ich tun soll.“

sa tām uvāca | ete kuṇḍale gurvarthaṃ me bhikṣite dātum arhasīti

Er sprach zu ihr: „Diese Ohrringe, um die ich für die Lehrer-Gabe bitte, sollst du mir geben.“

Wort für Wort
sa tām uvāca | ete kuṇḍale gurvarthaṃ me bhikṣite dātum arhasīti
Er sprach zu ihr: „Diese Ohrringe, um die ich für die Lehrer-Gabe bitte, sollst du mir geben.“

sā prītā tena tasya sadbhāvena pātram ayam anatikramaṇīyaś ceti matvā te kuṇḍale avamucyāsmai prāyacchat

Erfreut über ihn und in dem Gedanken, dass er, aufgrund seiner Aufrichtigkeit, ein würdiger, nicht abzuweisender Empfänger sei, legte sie jene beiden Ohrringe ab und gab sie ihm.

Wort für Wort
sā prītā tena tasya sadbhāvena pātram ayam anatikramaṇīyaś ceti matvā te kuṇḍale avamucyāsmai prāyacchat
Erfreut über ihn und in dem Gedanken, dass er, aufgrund seiner Aufrichtigkeit, ein würdiger, nicht abzuweisender Empfänger sei, legte sie jene beiden Ohrringe ab und gab sie ihm.

āha cainam | ete kuṇḍale takṣako nāgarājaḥ prārthayati | apramatto netum arhasīti

Und sie sprach zu ihm: „Diese Ohrringe begehrt Takṣaka, der Schlangenkönig; du sollst sie unachtsamkeitsfrei [wohlbehütet] forttragen.“

Wort für Wort
āha cainam | ete kuṇḍale takṣako nāgarājaḥ prārthayati | apramatto netum arhasīti
Und sie sprach zu ihm: „Diese Ohrringe begehrt Takṣaka, der Schlangenkönig; du sollst sie unachtsamkeitsfrei [wohlbehütet] forttragen.“

sa evam uktas tāṃ kṣatriyāṃ pratyuvāca | bhavati sunirvṛtā bhava | na māṃ śaktas takṣako nāgarājo dharṣayitum iti

So angesprochen, erwiderte er jener Königin: „Herrin, sei ganz beruhigt; Takṣaka, der Schlangenkönig, ist nicht imstande, mich zu bezwingen.“

Wort für Wort
sa evam uktas tāṃ kṣatriyāṃ pratyuvāca | bhavati sunirvṛtā bhava | na māṃ śaktas takṣako nāgarājo dharṣayitum iti
So angesprochen, erwiderte er jener Königin: „Herrin, sei ganz beruhigt; Takṣaka, der Schlangenkönig, ist nicht imstande, mich zu bezwingen.“

sa evam uktvā tāṃ kṣatriyām āmantrya pauṣyasakāśam āgacchat

So sprechend, verabschiedete er sich von der Königin und kam zu Pauṣya.

Wort für Wort
sa evam uktvā tāṃ kṣatriyām āmantrya pauṣyasakāśam āgacchat
So sprechend, verabschiedete er sich von der Königin und kam zu Pauṣya.

sa taṃ dṛṣṭvovāca | bhoḥ pauṣya prīto 'smīti

Als er ihn sah, sprach er: „He Pauṣya, ich bin zufrieden.“

Wort für Wort
sa taṃ dṛṣṭvovāca | bhoḥ pauṣya prīto 'smīti
Als er ihn sah, sprach er: „He Pauṣya, ich bin zufrieden.“

taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | bhagavaṃś cirasya pātram āsādyate | bhavāṃś ca guṇavān atithiḥ | tat kariṣye śrāddham | kṣaṇaḥ kriyatām iti

Pauṣya erwiderte ihm: „Erhabener, selten findet man einen so würdigen Empfänger; und du bist ein trefflicher Gast; so will ich ein Totenopfer-Mahl veranstalten – gewähre mir die Gelegenheit.“

Wort für Wort
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | bhagavaṃś cirasya pātram āsādyate | bhavāṃś ca guṇavān atithiḥ | tat kariṣye śrāddham | kṣaṇaḥ kriyatām iti
Pauṣya erwiderte ihm: „Erhabener, selten findet man einen so würdigen Empfänger; und du bist ein trefflicher Gast; so will ich ein Totenopfer-Mahl veranstalten – gewähre mir die Gelegenheit.“

tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | kṛtakṣaṇa evāsmi | śīghram icchāmi yathopapannam annam upahṛtaṃ bhavateti

Uttaṅka erwiderte ihm: „Ich habe dir die Gelegenheit bereits gewährt; ich wünsche rasch, dass mir eine geeignete Speise dargebracht werde.“

Wort für Wort
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | kṛtakṣaṇa evāsmi | śīghram icchāmi yathopapannam annam upahṛtaṃ bhavateti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Ich habe dir die Gelegenheit bereits gewährt; ich wünsche rasch, dass mir eine geeignete Speise dargebracht werde.“

sa tathety uktvā yathopapannenānnenainaṃ bhojayām āsa

Er sagte „So sei es“ und speiste ihn mit geeigneter Speise.

Wort für Wort
sa tathety uktvā yathopapannenānnenainaṃ bhojayām āsa
Er sagte „So sei es“ und speiste ihn mit geeigneter Speise.

athottaṅkaḥ śītam annaṃ sakeśaṃ dṛṣṭvā aśucy etad iti matvā pauṣyam uvāca | yasmān me aśucy annaṃ dadāsi tasmad andho bhaviṣyasīti

Als Uttaṅka die kalte Speise mit einem Haar darin sah und dachte, dies sei unrein, sprach er zu Pauṣya: „Weil du mir unreine Speise gibst, wirst du blind werden.“

Wort für Wort
athottaṅkaḥ śītam annaṃ sakeśaṃ dṛṣṭvā aśucy etad iti matvā pauṣyam uvāca | yasmān me aśucy annaṃ dadāsi tasmad andho bhaviṣyasīti
Als Uttaṅka die kalte Speise mit einem Haar darin sah und dachte, dies sei unrein, sprach er zu Pauṣya: „Weil du mir unreine Speise gibst, wirst du blind werden.“

taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | yasmāt tvam apy aduṣṭam annaṃ dūṣayasi tasmād anapatyo bhaviṣyasīti

Pauṣya erwiderte ihm: „Weil du eine nicht verdorbene Speise für verdorben erklärst, wirst du kinderlos werden.“

Wort für Wort
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | yasmāt tvam apy aduṣṭam annaṃ dūṣayasi tasmād anapatyo bhaviṣyasīti
Pauṣya erwiderte ihm: „Weil du eine nicht verdorbene Speise für verdorben erklärst, wirst du kinderlos werden.“

so 'tha pauṣyas tasyāśucibhāvam annasyāgamayām āsa

Da untersuchte Pauṣya die Unreinheit jener Speise.

Wort für Wort
so 'tha pauṣyas tasyāśucibhāvam annasyāgamayām āsa
Da untersuchte Pauṣya die Unreinheit jener Speise.

atha tadannaṃ muktakeśyā striyopahṛtaṃ sakeśam aśuci matvottaṅkaṃ prasādayām āsa | bhagavann ajñānād etad annaṃ sakeśam upahṛtaṃ śītaṃ ca tat kṣāmaye bhavantam na bhaveyam andha iti

Da fand er die Speise, von einer Frau mit offenem Haar dargebracht, mit Haar behaftet, und, dies für unrein erachtend, versöhnte er Uttaṅka: „Erhabener, aus Unwissenheit wurde diese Speise mit Haar dargebracht und war kalt; ich bitte dich um Verzeihung; möge ich nicht blind werden.“

Wort für Wort
atha tadannaṃ muktakeśyā striyopahṛtaṃ sakeśam aśuci matvottaṅkaṃ prasādayām āsa | bhagavann ajñānād etad annaṃ sakeśam upahṛtaṃ śītaṃ ca tat kṣāmaye bhavantam na bhaveyam andha iti
Da fand er die Speise, von einer Frau mit offenem Haar dargebracht, mit Haar behaftet, und, dies für unrein erachtend, versöhnte er Uttaṅka: „Erhabener, aus Unwissenheit wurde diese Speise mit Haar dargebracht und war kalt; ich bitte dich um Verzeihung; möge ich nicht blind werden.“

tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | na mṛṣā bravīmi | bhūtvā tvam andho nacirād anandho bhaviṣyasīti | mamāpi śāpo na bhaved bhavatā datta iti

Uttaṅka erwiderte ihm: „Ich spreche nicht falsch; nachdem du blind geworden bist, wirst du bald nicht mehr blind sein; und auch mein Fluch möge, von dir gegeben, nicht [wirksam] werden.“

Wort für Wort
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | na mṛṣā bravīmi | bhūtvā tvam andho nacirād anandho bhaviṣyasīti | mamāpi śāpo na bhaved bhavatā datta iti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Ich spreche nicht falsch; nachdem du blind geworden bist, wirst du bald nicht mehr blind sein; und auch mein Fluch möge, von dir gegeben, nicht [wirksam] werden.“

taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | nāhaṃ śaktaḥ śāpaṃ pratyādātum | na hi me manyur adyāpy upaśamaṃ gacchati | kiṃ caitad bhavatā na jñāyate yathā

Pauṣya erwiderte ihm: „Ich bin nicht imstande, den Fluch zurückzunehmen; denn mein Zorn kommt auch jetzt noch nicht zur Ruhe. Weißt du denn nicht auch dies, wie es heißt:“

Wort für Wort
taṃ pauṣyaḥ pratyuvāca | nāhaṃ śaktaḥ śāpaṃ pratyādātum | na hi me manyur adyāpy upaśamaṃ gacchati | kiṃ caitad bhavatā na jñāyate yathā
Pauṣya erwiderte ihm: „Ich bin nicht imstande, den Fluch zurückzunehmen; denn mein Zorn kommt auch jetzt noch nicht zur Ruhe. Weißt du denn nicht auch dies, wie es heißt:“

nāvanītaṃ hṛdayaṃ brāhmaṇasya; vāci kṣuro nihitas tīkṣṇadhāraḥ | viparītam etad ubhayaṃ kṣatriyasya; vāṅ nāvanītī hṛdayaṃ tīkṣṇadhāram

„Nicht aus Butter ist das Herz des Brahmanen; in seiner Rede aber liegt ein Messer mit scharfer Schneide; umgekehrt ist dies beides beim Kṣatriya: seine Rede ist wie Butter, sein Herz aber [hart wie] eine scharfe Schneide.“

Wort für Wort
nāvanītaṃ hṛdayaṃ brāhmaṇasya; vāci kṣuro nihitas tīkṣṇadhāraḥ | viparītam etad ubhayaṃ kṣatriyasya; vāṅ nāvanītī hṛdayaṃ tīkṣṇadhāram
„Nicht aus Butter ist das Herz des Brahmanen; in seiner Rede aber liegt ein Messer mit scharfer Schneide; umgekehrt ist dies beides beim Kṣatriya: seine Rede ist wie Butter, sein Herz aber [hart wie] eine scharfe Schneide.“

iti tad evaṃ gate na śakto 'haṃ tīkṣṇahṛdayatvāt taṃ śāpam anyathā kartum | gamyatām iti

So ist es also; da ich ein hartes Herz habe, bin ich nicht imstande, jenen Fluch rückgängig zu machen. Geh nun.

Wort für Wort
iti tad evaṃ gate na śakto 'haṃ tīkṣṇahṛdayatvāt taṃ śāpam anyathā kartum | gamyatām iti
So ist es also; da ich ein hartes Herz habe, bin ich nicht imstande, jenen Fluch rückgängig zu machen. Geh nun.

tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | bhavatāham annasyāśucibhāvam āgamayya pratyanunītaḥ | prāk ca te 'bhihitam yasmād aduṣṭam annaṃ dūṣayasi tasmād anapatyo bhaviṣyasīti | duṣṭe cānne naiṣa mama śāpo bhaviṣyatīti

Uttaṅka erwiderte ihm: „Nachdem du die Unreinheit der Speise festgestellt hast, hast du mich besänftigt; und zuvor hatte ich zu dir gesagt: Weil du eine nicht verdorbene Speise für verdorben erklärst, wirst du kinderlos werden – da die Speise aber tatsächlich verdorben war, wird dieser mein Fluch nicht wirksam werden.“

Wort für Wort
tam uttaṅkaḥ pratyuvāca | bhavatāham annasyāśucibhāvam āgamayya pratyanunītaḥ | prāk ca te 'bhihitam yasmād aduṣṭam annaṃ dūṣayasi tasmād anapatyo bhaviṣyasīti | duṣṭe cānne naiṣa mama śāpo bhaviṣyatīti
Uttaṅka erwiderte ihm: „Nachdem du die Unreinheit der Speise festgestellt hast, hast du mich besänftigt; und zuvor hatte ich zu dir gesagt: Weil du eine nicht verdorbene Speise für verdorben erklärst, wirst du kinderlos werden – da die Speise aber tatsächlich verdorben war, wird dieser mein Fluch nicht wirksam werden.“

sādhayāmas tāvad ity uktvā prātiṣṭhatottaṅkas te kuṇḍale gṛhītvā

Nachdem er gesagt hatte „So will ich mich denn auf den Weg machen“, brach Uttaṅka auf, nachdem er jene beiden Ohrringe genommen hatte.

Wort für Wort
sādhayāmas tāvad ity uktvā prātiṣṭhatottaṅkas te kuṇḍale gṛhītvā
Nachdem er gesagt hatte „So will ich mich denn auf den Weg machen“, brach Uttaṅka auf, nachdem er jene beiden Ohrringe genommen hatte.

so 'paśyat pathi nagnaṃ śramaṇam āgacchantaṃ muhur muhur dṛśyamānam adṛśyamānaṃ ca | athottaṅkas te kuṇḍale bhūmau nikṣipyodakārthaṃ pracakrame

Er erblickte auf dem Weg einen nackten Bettelmönch, der herankam, immer wieder sichtbar und unsichtbar. Da legte Uttaṅka die beiden Ohrringe auf den Boden und machte sich auf, um Wasser [für die rituelle Reinigung] zu holen.

Wort für Wort
so 'paśyat pathi nagnaṃ śramaṇam āgacchantaṃ muhur muhur dṛśyamānam adṛśyamānaṃ ca | athottaṅkas te kuṇḍale bhūmau nikṣipyodakārthaṃ pracakrame
Er erblickte auf dem Weg einen nackten Bettelmönch, der herankam, immer wieder sichtbar und unsichtbar. Da legte Uttaṅka die beiden Ohrringe auf den Boden und machte sich auf, um Wasser [für die rituelle Reinigung] zu holen.

etasminn antare sa śramaṇas tvaramāṇa upasṛtya te kuṇḍale gṛhītvā prādravat | tam uttaṅko 'bhisṛtya jagrāha | sa tad rūpaṃ vihāya takṣakarūpaṃ kṛtvā sahasā dharaṇyāṃ vivṛtaṃ mahābilaṃ viveśa

Währenddessen näherte sich jener Bettelmönch eilig, nahm die beiden Ohrringe und lief davon. Uttaṅka eilte ihm nach und ergriff ihn; da legte er jene Gestalt ab, nahm die Gestalt Takṣakas an und schlüpfte plötzlich in ein weit offenes großes Loch in der Erde.

Wort für Wort
etasminn antare sa śramaṇas tvaramāṇa upasṛtya te kuṇḍale gṛhītvā prādravat | tam uttaṅko 'bhisṛtya jagrāha | sa tad rūpaṃ vihāya takṣakarūpaṃ kṛtvā sahasā dharaṇyāṃ vivṛtaṃ mahābilaṃ viveśa
Währenddessen näherte sich jener Bettelmönch eilig, nahm die beiden Ohrringe und lief davon. Uttaṅka eilte ihm nach und ergriff ihn; da legte er jene Gestalt ab, nahm die Gestalt Takṣakas an und schlüpfte plötzlich in ein weit offenes großes Loch in der Erde.

praviśya ca nāgalokaṃ svabhavanam agacchat | tam uttaṅko 'nvāviveśa tenaiva bilena praviśya ca nāgān astuvad ebhiḥ ślokaiḥ

Nachdem er in die Schlangenwelt eingetreten war, ging er zu seiner eigenen Wohnstätte; Uttaṅka folgte ihm hinein, trat durch eben jenes Loch ein, und pries dann die Schlangen mit folgenden Versen:

Wort für Wort
praviśya ca nāgalokaṃ svabhavanam agacchat | tam uttaṅko 'nvāviveśa tenaiva bilena praviśya ca nāgān astuvad ebhiḥ ślokaiḥ
Nachdem er in die Schlangenwelt eingetreten war, ging er zu seiner eigenen Wohnstätte; Uttaṅka folgte ihm hinein, trat durch eben jenes Loch ein, und pries dann die Schlangen mit folgenden Versen:

ya airāvatarājānaḥ sarpāḥ samitiśobhanāḥ | varṣanta iva jīmūtāḥ savidyutpavaneritāḥ

„Die Schlangen, die den Airāvata zu ihrem König haben, in der Versammlung prächtig, wie regnende Wolken, von Blitz und Wind bewegt,

Wort für Wort
ya airāvatarājānaḥ sarpāḥ samitiśobhanāḥ | varṣanta iva jīmūtāḥ savidyutpavaneritāḥ
„Die Schlangen, die den Airāvata zu ihrem König haben, in der Versammlung prächtig, wie regnende Wolken, von Blitz und Wind bewegt,

surūpāś ca virūpāś ca tathā kalmāṣakuṇḍalāḥ | ādityavan nākapṛṣṭhe rejur airāvatodbhavāḥ

schöngestaltig und ungestaltig, ebenso mit gescheckten Ohrringen, leuchteten die aus Airāvata Entsprossenen auf dem Rücken des Himmels wie die Sonne.

Wort für Wort
surūpāś ca virūpāś ca tathā kalmāṣakuṇḍalāḥ | ādityavan nākapṛṣṭhe rejur airāvatodbhavāḥ
schöngestaltig und ungestaltig, ebenso mit gescheckten Ohrringen, leuchteten die aus Airāvata Entsprossenen auf dem Rücken des Himmels wie die Sonne.

bahūni nāgavartmāni gaṅgāyās tīra uttare | icchet ko 'rkāṃśusenāyāṃ cartum airāvataṃ vinā

Viele Schlangenpfade gibt es am nördlichen Ufer der Gaṅgā; wer wollte ohne Airāvata in der Sonnenstrahlen-Schar [des Himmels] wandeln?

Wort für Wort
bahūni nāgavartmāni gaṅgāyās tīra uttare | icchet ko 'rkāṃśusenāyāṃ cartum airāvataṃ vinā
Viele Schlangenpfade gibt es am nördlichen Ufer der Gaṅgā; wer wollte ohne Airāvata in der Sonnenstrahlen-Schar [des Himmels] wandeln?

śatāny aśītir aṣṭau ca sahasrāṇi ca viṃśatiḥ | sarpāṇāṃ pragrahā yānti dhṛtarāṣṭro yad ejati

Achthundertachtzig[tausend] und zwanzigtausend an Schlangen-Gespannen ziehen, wenn Dhṛtarāṣṭra [der Schlangenkönig] sich in Bewegung setzt.

Wort für Wort
śatāny aśītir aṣṭau ca sahasrāṇi ca viṃśatiḥ | sarpāṇāṃ pragrahā yānti dhṛtarāṣṭro yad ejati
Achthundertachtzig[tausend] und zwanzigtausend an Schlangen-Gespannen ziehen, wenn Dhṛtarāṣṭra [der Schlangenkönig] sich in Bewegung setzt.

[Anm.: Dhṛtarāṣṭra hier ein Schlangenkönig, nicht identisch mit dem Kuru-König gleichen Namens.]

ye cainam upasarpanti ye ca dūraṃ paraṃ gatāḥ | aham airāvatajyeṣṭhabhrātṛbhyo 'karavaṃ namaḥ

Denen, die sich ihm nähern, und denen, die weit fort gegangen sind, den älteren Brüdern Airāvatas, ihnen habe ich Verehrung erwiesen.

Wort für Wort
ye cainam upasarpanti ye ca dūraṃ paraṃ gatāḥ | aham airāvatajyeṣṭhabhrātṛbhyo 'karavaṃ namaḥ
Denen, die sich ihm nähern, und denen, die weit fort gegangen sind, den älteren Brüdern Airāvatas, ihnen habe ich Verehrung erwiesen.

yasya vāsaḥ kurukṣetre khāṇḍave cābhavat sadā | taṃ kādraveyam astauṣaṃ kuṇḍalārthāya takṣakam

Ihn, dessen Wohnstatt stets in Kurukṣetra und in Khāṇḍava war, den Sohn der Kadrū, Takṣaka, habe ich um der Ohrringe willen gepriesen.

Wort für Wort
yasya vāsaḥ kurukṣetre khāṇḍave cābhavat sadā | taṃ kādraveyam astauṣaṃ kuṇḍalārthāya takṣakam
Ihn, dessen Wohnstatt stets in Kurukṣetra und in Khāṇḍava war, den Sohn der Kadrū, Takṣaka, habe ich um der Ohrringe willen gepriesen.

takṣakaś cāśvasenaś ca nityaṃ sahacarāv ubhau | kurukṣetre nivasatāṃ nadīm ikṣumatīm anu

Takṣaka und Aśvasena, beide beständig Gefährten, mögen in Kurukṣetra entlang des Flusses Ikṣumatī wohnen.

Wort für Wort
takṣakaś cāśvasenaś ca nityaṃ sahacarāv ubhau | kurukṣetre nivasatāṃ nadīm ikṣumatīm anu
Takṣaka und Aśvasena, beide beständig Gefährten, mögen in Kurukṣetra entlang des Flusses Ikṣumatī wohnen.

jaghanyajas takṣakasya śrutaseneti yaḥ śrutaḥ | avasadyo mahad dyumni prārthayan nāgamukhyatām | karavāṇi sadā cāhaṃ namas tasmai mahātmane

Der zuletzt Geborene Takṣakas, der als Śrutasena bekannt ist, der einst in großem Glanz wohnte, die Vorrangstellung unter den Schlangen erstrebend – ihm, dem Hochherzigen, will ich stets Verehrung erweisen.“

Wort für Wort
jaghanyajas takṣakasya śrutaseneti yaḥ śrutaḥ | avasadyo mahad dyumni prārthayan nāgamukhyatām | karavāṇi sadā cāhaṃ namas tasmai mahātmane
Der zuletzt Geborene Takṣakas, der als Śrutasena bekannt ist, der einst in großem Glanz wohnte, die Vorrangstellung unter den Schlangen erstrebend – ihm, dem Hochherzigen, will ich stets Verehrung erweisen.“

evaṃ stuvann api nāgān yadā te kuṇḍale nālabhad athāpaśyat striyau tantre adhiropya paṭaṃ vayantyau

Als er, obwohl er die Schlangen so pries, die beiden Ohrringe dennoch nicht erhielt, da erblickte er zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten.

Wort für Wort
evaṃ stuvann api nāgān yadā te kuṇḍale nālabhad athāpaśyat striyau tantre adhiropya paṭaṃ vayantyau
Als er, obwohl er die Schlangen so pries, die beiden Ohrringe dennoch nicht erhielt, da erblickte er zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten.

tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | cakraṃ cāpaśyat ṣaḍbhiḥ kumāraiḥ parivartyamānam | puruṣaṃ cāpaśyad darśanīyam

Und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden; und er erblickte ein Rad, das von sechs Jünglingen gedreht wurde; und er erblickte einen ansehnlichen Mann.

Wort für Wort
tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | cakraṃ cāpaśyat ṣaḍbhiḥ kumāraiḥ parivartyamānam | puruṣaṃ cāpaśyad darśanīyam
Und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden; und er erblickte ein Rad, das von sechs Jünglingen gedreht wurde; und er erblickte einen ansehnlichen Mann.

sa tān sarvāṃs tuṣṭāva ebhir mantravādaślokaiḥ

Er pries sie alle mit folgenden, mantra-artigen Versen:

Wort für Wort
sa tān sarvāṃs tuṣṭāva ebhir mantravādaślokaiḥ
Er pries sie alle mit folgenden, mantra-artigen Versen:

trīṇy arpitāny atra śatāni madhye; ṣaṣṭiś ca nityaṃ carati dhruve 'smin | cakre caturviṃśatiparvayoge; ṣaḍ yat kumārāḥ parivartayanti

„Dreihundertundsechzig sind hier in der Mitte eingefügt, stets bewegen sie sich beständig in diesem festen Rad, das aus vierundzwanzig Verbindungsgliedern zusammengefügt ist, welches sechs Jünglinge drehen.

Wort für Wort
trīṇy arpitāny atra śatāni madhye; ṣaṣṭiś ca nityaṃ carati dhruve 'smin | cakre caturviṃśatiparvayoge; ṣaḍ yat kumārāḥ parivartayanti
„Dreihundertundsechzig sind hier in der Mitte eingefügt, stets bewegen sie sich beständig in diesem festen Rad, das aus vierundzwanzig Verbindungsgliedern zusammengefügt ist, welches sechs Jünglinge drehen.

[Anm.: Rätselbild für das Jahr — 360 Tage/Nächte, 24 Halbmonate, 6 Jahreszeiten als „Jünglinge“; vgl. Auflösung in Vers 173.]

tantraṃ cedaṃ viśvarūpaṃ yuvatyau; vayatas tantūn satataṃ vartayantyau | kṛṣṇān sitāṃś caiva vivartayantyau; bhūtāny ajasraṃ bhuvanāni caiva

Und dieses allgestaltige Gewebe weben die beiden jungen Frauen, beständig die Fäden drehend, die schwarzen und weißen webend und drehend – unaufhörlich die Wesen und die Welten [hervorbringend].

Wort für Wort
tantraṃ cedaṃ viśvarūpaṃ yuvatyau; vayatas tantūn satataṃ vartayantyau | kṛṣṇān sitāṃś caiva vivartayantyau; bhūtāny ajasraṃ bhuvanāni caiva
Und dieses allgestaltige Gewebe weben die beiden jungen Frauen, beständig die Fäden drehend, die schwarzen und weißen webend und drehend – unaufhörlich die Wesen und die Welten [hervorbringend].

vajrasya bhartā bhuvanasya goptā; vṛtrasya hantā namucer nihantā | kṛṣṇe vasāno vasane mahātmā; satyānṛte yo vivinakti loke

Der Träger des Donnerkeils, der Hüter der Welt, der Töter Vṛtras, der Vernichter Namucis, der Hochherzige, in schwarzes Gewand gekleidet, der in der Welt Wahrheit und Unwahrheit unterscheidet,

Wort für Wort
vajrasya bhartā bhuvanasya goptā; vṛtrasya hantā namucer nihantā | kṛṣṇe vasāno vasane mahātmā; satyānṛte yo vivinakti loke
Der Träger des Donnerkeils, der Hüter der Welt, der Töter Vṛtras, der Vernichter Namucis, der Hochherzige, in schwarzes Gewand gekleidet, der in der Welt Wahrheit und Unwahrheit unterscheidet,

yo vājinaṃ garbham apāṃ purāṇaṃ; vaiśvānaraṃ vāhanam abhyupetaḥ | namaḥ sadāsmai jagadīśvarāya; lokatrayeśāya puraṃdarāya

der zum uralten, kraftvollen Keim der Gewässer, dem Vaiśvānara, als Reittier gelangt ist – Verehrung sei ihm stets, dem Herrn der Welt, dem Gebieter der drei Welten, dem Puraṃdara!“

Wort für Wort
yo vājinaṃ garbham apāṃ purāṇaṃ; vaiśvānaraṃ vāhanam abhyupetaḥ | namaḥ sadāsmai jagadīśvarāya; lokatrayeśāya puraṃdarāya
der zum uralten, kraftvollen Keim der Gewässer, dem Vaiśvānara, als Reittier gelangt ist – Verehrung sei ihm stets, dem Herrn der Welt, dem Gebieter der drei Welten, dem Puraṃdara!“

tataḥ sa enaṃ puruṣaḥ prāha | prīto 'smi te 'ham anena stotreṇa kiṃ te priyaṃ karavāṇīti

Da sprach jener Mann zu ihm: „Ich bin mit dir zufrieden durch diesen Lobpreis; was Liebes soll ich dir tun?“

Wort für Wort
tataḥ sa enaṃ puruṣaḥ prāha | prīto 'smi te 'ham anena stotreṇa kiṃ te priyaṃ karavāṇīti
Da sprach jener Mann zu ihm: „Ich bin mit dir zufrieden durch diesen Lobpreis; was Liebes soll ich dir tun?“

sa tam uvāca | nāgā me vaśam īyur iti

Er sprach zu ihm: „Die Schlangen sollen mir gefügig werden.“

Wort für Wort
sa tam uvāca | nāgā me vaśam īyur iti
Er sprach zu ihm: „Die Schlangen sollen mir gefügig werden.“

sa enaṃ puruṣaḥ punar uvāca | etam aśvam apāne dhamasveti

Jener Mann sprach zu ihm wiederum: „Blase in den Hintern dieses Pferdes.“

Wort für Wort
sa enaṃ puruṣaḥ punar uvāca | etam aśvam apāne dhamasveti
Jener Mann sprach zu ihm wiederum: „Blase in den Hintern dieses Pferdes.“

sa tam aśvam apāne 'dhamat | athāśvād dhamyamānāt sarvasrotobhyaḥ sadhūmā arciṣo 'gner niṣpetuḥ

Er blies in den Hintern jenes Pferdes; da fuhren aus dem so angeblasenen Pferd aus allen Öffnungen rauchige Feuerflammen hervor.

Wort für Wort
sa tam aśvam apāne 'dhamat | athāśvād dhamyamānāt sarvasrotobhyaḥ sadhūmā arciṣo 'gner niṣpetuḥ
Er blies in den Hintern jenes Pferdes; da fuhren aus dem so angeblasenen Pferd aus allen Öffnungen rauchige Feuerflammen hervor.

tābhir nāgaloko dhūpitaḥ

Durch diese wurde die Schlangenwelt eingeräuchert [mit Rauch erfüllt].

Wort für Wort
tābhir nāgaloko dhūpitaḥ
Durch diese wurde die Schlangenwelt eingeräuchert [mit Rauch erfüllt].

atha sasaṃbhramas takṣako 'gnitejobhayaviṣaṇṇas te kuṇḍale gṛhītvā sahasā svabhavanān niṣkramyottaṅkam uvāca | ete kuṇḍale pratigṛhṇātu bhavān iti

Da kam Takṣaka bestürzt, von der Furcht vor der Feuersglut niedergeschlagen, nahm die beiden Ohrringe, eilte plötzlich aus seiner Wohnstatt heraus und sprach zu Uttaṅka: „Nimm diese beiden Ohrringe zurück.“

Wort für Wort
atha sasaṃbhramas takṣako 'gnitejobhayaviṣaṇṇas te kuṇḍale gṛhītvā sahasā svabhavanān niṣkramyottaṅkam uvāca | ete kuṇḍale pratigṛhṇātu bhavān iti
Da kam Takṣaka bestürzt, von der Furcht vor der Feuersglut niedergeschlagen, nahm die beiden Ohrringe, eilte plötzlich aus seiner Wohnstatt heraus und sprach zu Uttaṅka: „Nimm diese beiden Ohrringe zurück.“

sa te pratijagrāhottaṅkaḥ kuṇḍale pratigṛhyācintayat | adya tat puṇyakam upādhyāyinyāḥ | dūraṃ cāham abhyāgataḥ kathaṃ nu khalu saṃbhāvayeyam iti

Uttaṅka nahm jene beiden Ohrringe zurück und dachte, nachdem er sie zurückerhalten hatte: „Heute ist jenes Fest meiner Lehrerin; ich aber bin von weit her gekommen – wie könnte ich rechtzeitig eintreffen?“

Wort für Wort
sa te pratijagrāhottaṅkaḥ kuṇḍale pratigṛhyācintayat | adya tat puṇyakam upādhyāyinyāḥ | dūraṃ cāham abhyāgataḥ kathaṃ nu khalu saṃbhāvayeyam iti
Uttaṅka nahm jene beiden Ohrringe zurück und dachte, nachdem er sie zurückerhalten hatte: „Heute ist jenes Fest meiner Lehrerin; ich aber bin von weit her gekommen – wie könnte ich rechtzeitig eintreffen?“

tata enaṃ cintayānam eva sa puruṣa uvāca | uttaṅka enam aśvam adhiroha | eṣa tvāṃ kṣaṇād evopādhyāyakulaṃ prāpayiṣyatīti

Da, während er noch so nachdachte, sprach jener Mann zu ihm: „Uttaṅka, besteige dieses Pferd; es wird dich augenblicklich zum Haus des Lehrers bringen.“

Wort für Wort
tata enaṃ cintayānam eva sa puruṣa uvāca | uttaṅka enam aśvam adhiroha | eṣa tvāṃ kṣaṇād evopādhyāyakulaṃ prāpayiṣyatīti
Da, während er noch so nachdachte, sprach jener Mann zu ihm: „Uttaṅka, besteige dieses Pferd; es wird dich augenblicklich zum Haus des Lehrers bringen.“

sa tathety uktvā tam aśvam adhiruhya pratyājagāmopādhyāyakulam | upādhyāyinī ca snātā keśān āvapayanty upaviṣṭottaṅko nāgacchatīti śāpāyāsya mano dadhe

Er sagte „So sei es“, bestieg jenes Pferd und kehrte zum Haus des Lehrers zurück. Die Lehrerin aber, gebadet, im Begriff, ihr Haar zu ordnen, saß da und richtete, weil Uttaṅka nicht kam, ihren Sinn darauf, ihn zu verfluchen.

Wort für Wort
sa tathety uktvā tam aśvam adhiruhya pratyājagāmopādhyāyakulam | upādhyāyinī ca snātā keśān āvapayanty upaviṣṭottaṅko nāgacchatīti śāpāyāsya mano dadhe
Er sagte „So sei es“, bestieg jenes Pferd und kehrte zum Haus des Lehrers zurück. Die Lehrerin aber, gebadet, im Begriff, ihr Haar zu ordnen, saß da und richtete, weil Uttaṅka nicht kam, ihren Sinn darauf, ihn zu verfluchen.

athottaṅkaḥ praviśya upādhyāyinīm abhyavādayat | te cāsyai kuṇḍale prāyacchat

Da trat Uttaṅka ein, verneigte sich vor der Lehrerin und übergab ihr jene beiden Ohrringe.

Wort für Wort
athottaṅkaḥ praviśya upādhyāyinīm abhyavādayat | te cāsyai kuṇḍale prāyacchat
Da trat Uttaṅka ein, verneigte sich vor der Lehrerin und übergab ihr jene beiden Ohrringe.

sā cainaṃ pratyuvāca | uttaṅka deśe kāle 'bhyāgataḥ svāgataṃ te vatsa | manāg asi mayā na śaptaḥ śreyas tavopasthitam siddhim āpnuhīti

Sie erwiderte ihm: „Uttaṅka, du bist rechtzeitig am rechten Ort eingetroffen; willkommen, mein Kind. Um ein Haar hättest du von mir einen Fluch erhalten; Segen steht dir bevor, erlange Vollendung.“

Wort für Wort
sā cainaṃ pratyuvāca | uttaṅka deśe kāle 'bhyāgataḥ svāgataṃ te vatsa | manāg asi mayā na śaptaḥ śreyas tavopasthitam siddhim āpnuhīti
Sie erwiderte ihm: „Uttaṅka, du bist rechtzeitig am rechten Ort eingetroffen; willkommen, mein Kind. Um ein Haar hättest du von mir einen Fluch erhalten; Segen steht dir bevor, erlange Vollendung.“

athottaṅka upādhyāyam abhyavādayat | tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka svāgataṃ te kiṃ ciraṃ kṛtam iti

Da verneigte sich Uttaṅka vor dem Lehrer; der Lehrer erwiderte ihm: „Mein Kind Uttaṅka, willkommen; warum hast du so lange gebraucht?“

Wort für Wort
athottaṅka upādhyāyam abhyavādayat | tam upādhyāyaḥ pratyuvāca | vatsottaṅka svāgataṃ te kiṃ ciraṃ kṛtam iti
Da verneigte sich Uttaṅka vor dem Lehrer; der Lehrer erwiderte ihm: „Mein Kind Uttaṅka, willkommen; warum hast du so lange gebraucht?“

tam uttaṅka upādhyāyaṃ pratyuvāca | bhos takṣakeṇa nāgarājena vighnaḥ kṛto 'smin karmaṇi | tenāsmi nāgalokaṃ nītaḥ

Uttaṅka erwiderte dem Lehrer: „Herr, Takṣaka, der Schlangenkönig, hat bei diesem Vorhaben ein Hindernis geschaffen; deswegen wurde ich in die Schlangenwelt geführt.

Wort für Wort
tam uttaṅka upādhyāyaṃ pratyuvāca | bhos takṣakeṇa nāgarājena vighnaḥ kṛto 'smin karmaṇi | tenāsmi nāgalokaṃ nītaḥ
Uttaṅka erwiderte dem Lehrer: „Herr, Takṣaka, der Schlangenkönig, hat bei diesem Vorhaben ein Hindernis geschaffen; deswegen wurde ich in die Schlangenwelt geführt.

tatra ca mayā dṛṣṭe striyau tantre 'dhiropya paṭaṃ vayantyau | tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | kiṃ tat

Und dort sah ich zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten; und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden – was ist das?

Wort für Wort
tatra ca mayā dṛṣṭe striyau tantre 'dhiropya paṭaṃ vayantyau | tasmiṃś ca tantre kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavaḥ | kiṃ tat
Und dort sah ich zwei Frauen, die, ein Gewebe auf einen Webstuhl gespannt, ein Tuch webten; und in jenem Gewebe waren schwarze und weiße Fäden – was ist das?

tatra ca mayā cakraṃ dṛṣṭaṃ dvādaśāram | ṣaṭ cainaṃ kumārāḥ parivartayanti | tad api kim

Und dort sah ich ein Rad mit zwölf Speichen; und sechs Jünglinge drehten es – was ist auch das?

Wort für Wort
tatra ca mayā cakraṃ dṛṣṭaṃ dvādaśāram | ṣaṭ cainaṃ kumārāḥ parivartayanti | tad api kim
Und dort sah ich ein Rad mit zwölf Speichen; und sechs Jünglinge drehten es – was ist auch das?

puruṣaś cāpi mayā dṛṣṭaḥ sa punaḥ kaḥ

Und einen Mann sah ich auch – wer ist der wiederum?

Wort für Wort
puruṣaś cāpi mayā dṛṣṭaḥ sa punaḥ kaḥ
Und einen Mann sah ich auch – wer ist der wiederum?

aśvaś cātipramāṇayuktaḥ sa cāpi kaḥ

Und ein überaus großes Pferd – wer ist auch das?

Wort für Wort
aśvaś cātipramāṇayuktaḥ sa cāpi kaḥ
Und ein überaus großes Pferd – wer ist auch das?

pathi gacchatā mayā ṛṣabho dṛṣṭaḥ taṃ ca puruṣo 'dhirūḍhaḥ | tenāsmi sopacāram uktaḥ uttaṅkāsya ṛṣabhasya purīṣaṃ bhakṣaya upādhyāyenāpi te bhakṣitam iti | tatas tadvacanān mayā tadṛṣabhasya purīṣam upayuktam | tad icchāmi bhavatopadiṣṭaṃ kiṃ tad iti

Während ich auf dem Weg ging, sah ich einen Stier, und ein Mann ritt auf ihm; er sprach höflich zu mir: 'Uttaṅka, verzehre den Kot dieses Stieres; auch dein Lehrer hat ihn einst verzehrt.' Da habe ich auf sein Wort hin den Kot jenes Stieres verzehrt; das möchte ich von dir erklärt bekommen – was ist das?“

Wort für Wort
pathi gacchatā mayā ṛṣabho dṛṣṭaḥ taṃ ca puruṣo 'dhirūḍhaḥ | tenāsmi sopacāram uktaḥ uttaṅkāsya ṛṣabhasya purīṣaṃ bhakṣaya upādhyāyenāpi te bhakṣitam iti | tatas tadvacanān mayā tadṛṣabhasya purīṣam upayuktam | tad icchāmi bhavatopadiṣṭaṃ kiṃ tad iti
Während ich auf dem Weg ging, sah ich einen Stier, und ein Mann ritt auf ihm; er sprach höflich zu mir: 'Uttaṅka, verzehre den Kot dieses Stieres; auch dein Lehrer hat ihn einst verzehrt.' Da habe ich auf sein Wort hin den Kot jenes Stieres verzehrt; das möchte ich von dir erklärt bekommen – was ist das?“

tenaivam ukta upādhyāyaḥ pratyuvāca | ye te striyau dhātā vidhātā ca | ye ca te kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavas te rātryahanī

So von ihm angesprochen, erwiderte der Lehrer: „Jene beiden Frauen sind Dhātṛ und Vidhātṛ; und die schwarzen und weißen Fäden, das sind Nacht und Tag.

Wort für Wort
tenaivam ukta upādhyāyaḥ pratyuvāca | ye te striyau dhātā vidhātā ca | ye ca te kṛṣṇāḥ sitāś ca tantavas te rātryahanī
So von ihm angesprochen, erwiderte der Lehrer: „Jene beiden Frauen sind Dhātṛ und Vidhātṛ; und die schwarzen und weißen Fäden, das sind Nacht und Tag.

yad api tac cakraṃ dvādaśāraṃ ṣaṭ kumārāḥ parivartayanti te ṛtavaḥ | ṣaṭ saṃvatsaraś cakram | yaḥ puruṣaḥ sa parjanyaḥ | yo 'śvaḥ so 'gniḥ

Und jenes Rad mit zwölf Speichen, das sechs Jünglinge drehen, das sind die sechs Jahreszeiten; das Rad ist das Jahr; der Mann ist Parjanya; das Pferd ist Agni.

Wort für Wort
yad api tac cakraṃ dvādaśāraṃ ṣaṭ kumārāḥ parivartayanti te ṛtavaḥ | ṣaṭ saṃvatsaraś cakram | yaḥ puruṣaḥ sa parjanyaḥ | yo 'śvaḥ so 'gniḥ
Und jenes Rad mit zwölf Speichen, das sechs Jünglinge drehen, das sind die sechs Jahreszeiten; das Rad ist das Jahr; der Mann ist Parjanya; das Pferd ist Agni.

ya ṛṣabhas tvayā pathi gacchatā dṛṣṭaḥ sa airāvato nāgarājaḥ | yaś cainam adhirūḍhaḥ sa indraḥ | yad api te purīṣaṃ bhakṣitaṃ tasya ṛṣabhasya tad amṛtam

Der Stier, den du auf dem Weg gesehen hast, ist Airāvata, der Schlangenkönig; und der auf ihm ritt, ist Indra; und der Kot jenes Stieres, den du verzehrt hast, das ist Amṛta [der Unsterblichkeitstrank].

Wort für Wort
ya ṛṣabhas tvayā pathi gacchatā dṛṣṭaḥ sa airāvato nāgarājaḥ | yaś cainam adhirūḍhaḥ sa indraḥ | yad api te purīṣaṃ bhakṣitaṃ tasya ṛṣabhasya tad amṛtam
Der Stier, den du auf dem Weg gesehen hast, ist Airāvata, der Schlangenkönig; und der auf ihm ritt, ist Indra; und der Kot jenes Stieres, den du verzehrt hast, das ist Amṛta [der Unsterblichkeitstrank].

tena khalv asi na vyāpannas tasmin nāgabhavane | sa cāpi mama sakhā indraḥ

Deswegen bist du eben nicht umgekommen in jener Schlangenwohnstatt; und jener ist zudem mein Freund Indra.

Wort für Wort
tena khalv asi na vyāpannas tasmin nāgabhavane | sa cāpi mama sakhā indraḥ
Deswegen bist du eben nicht umgekommen in jener Schlangenwohnstatt; und jener ist zudem mein Freund Indra.

tadanugrahāt kuṇḍale gṛhītvā punar abhyāgato 'si | tat saumya gamyatām | anujāne bhavantam śreyo 'vāpsyasīti

Durch dessen Gnade bist du, die beiden Ohrringe erlangt habend, wiedergekommen. So, Guter, gehe nun; ich entlasse dich; du wirst Segen erlangen.“

Wort für Wort
tadanugrahāt kuṇḍale gṛhītvā punar abhyāgato 'si | tat saumya gamyatām | anujāne bhavantam śreyo 'vāpsyasīti
Durch dessen Gnade bist du, die beiden Ohrringe erlangt habend, wiedergekommen. So, Guter, gehe nun; ich entlasse dich; du wirst Segen erlangen.“

sa upādhyāyenānujñāta uttaṅkaḥ kruddhas takṣakasya praticikīrṣamāṇo hāstinapuraṃ pratasthe

Vom Lehrer entlassen, machte sich Uttaṅka, zornig, Takṣaka Vergeltung zu üben gewillt, auf den Weg nach Hāstinapura.

Wort für Wort
sa upādhyāyenānujñāta uttaṅkaḥ kruddhas takṣakasya praticikīrṣamāṇo hāstinapuraṃ pratasthe
Vom Lehrer entlassen, machte sich Uttaṅka, zornig, Takṣaka Vergeltung zu üben gewillt, auf den Weg nach Hāstinapura.

sa hāstinapuraṃ prāpya nacirād dvijasattamaḥ samāgacchata rājānam uttaṅko janamejayam

Nachdem er Hāstinapura erreicht hatte, traf der beste der Zweifachgeborenen, Uttaṅka, bald darauf den König Janamejaya.

Wort für Wort
sa hāstinapuraṃ prāpya nacirād dvijasattamaḥ samāgacchata rājānam uttaṅko janamejayam
Nachdem er Hāstinapura erreicht hatte, traf der beste der Zweifachgeborenen, Uttaṅka, bald darauf den König Janamejaya.

purā takṣaśilātas taṃ nivṛttam aparājitam samyag vijayinaṃ dṛṣṭvā samantān mantribhir vṛtam

Er sah ihn, gerade aus Takṣaśilā zurückgekehrt, unbesiegt, als vollkommenen Sieger, ringsum von Ministern umgeben.

Wort für Wort
purā takṣaśilātas taṃ nivṛttam aparājitam samyag vijayinaṃ dṛṣṭvā samantān mantribhir vṛtam
Er sah ihn, gerade aus Takṣaśilā zurückgekehrt, unbesiegt, als vollkommenen Sieger, ringsum von Ministern umgeben.

tasmai jayāśiṣaḥ pūrvaṃ yathānyāyaṃ prayujya saḥ | uvācainaṃ vacaḥ kāle śabdasaṃpannayā girā

Nachdem er ihm zunächst gebührend Siegessegenswünsche dargebracht hatte, sprach er zu ihm zur rechten Zeit mit wortgewandter Rede:

Wort für Wort
tasmai jayāśiṣaḥ pūrvaṃ yathānyāyaṃ prayujya saḥ | uvācainaṃ vacaḥ kāle śabdasaṃpannayā girā
Nachdem er ihm zunächst gebührend Siegessegenswünsche dargebracht hatte, sprach er zu ihm zur rechten Zeit mit wortgewandter Rede:

anyasmin karaṇīye tvaṃ kārye pārthivasattama | bālyād ivānyad eva tvaṃ kuruṣe nṛpasattama

„O bester der Könige, während eigentlich eine andere Aufgabe zu tun ist, tust du, o bester der Fürsten, wie aus Kindischsein etwas ganz anderes.“

Wort für Wort
anyasmin karaṇīye tvaṃ kārye pārthivasattama | bālyād ivānyad eva tvaṃ kuruṣe nṛpasattama
„O bester der Könige, während eigentlich eine andere Aufgabe zu tun ist, tust du, o bester der Fürsten, wie aus Kindischsein etwas ganz anderes.“

evam uktas tu vipreṇa sa rājā pratyuvāca ha | janamejayaḥ prasannātmā samyak saṃpūjya taṃ munim

So vom Brahmanen angesprochen, erwiderte der König Janamejaya, wohlgesinnten Herzens, nachdem er jenen Weisen gebührend geehrt hatte:

Wort für Wort
evam uktas tu vipreṇa sa rājā pratyuvāca ha | janamejayaḥ prasannātmā samyak saṃpūjya taṃ munim
So vom Brahmanen angesprochen, erwiderte der König Janamejaya, wohlgesinnten Herzens, nachdem er jenen Weisen gebührend geehrt hatte:

āsāṃ prajānāṃ paripālanena; svaṃ kṣatradharmaṃ paripālayāmi | prabrūhi vā kiṃ kriyatāṃ dvijendra; śuśrūṣur asmy adya vacas tvadīyam

„Durch den Schutz dieser meiner Untertanen erfülle ich meine eigene Kriegerpflicht; oder sage mir, was zu tun ist, o Fürst der Zweifachgeborenen; ich bin heute bereit, dein Wort zu hören.“

Wort für Wort
āsāṃ prajānāṃ paripālanena; svaṃ kṣatradharmaṃ paripālayāmi | prabrūhi vā kiṃ kriyatāṃ dvijendra; śuśrūṣur asmy adya vacas tvadīyam
„Durch den Schutz dieser meiner Untertanen erfülle ich meine eigene Kriegerpflicht; oder sage mir, was zu tun ist, o Fürst der Zweifachgeborenen; ich bin heute bereit, dein Wort zu hören.“

sa evam uktas tu nṛpottamena; dvijottamaḥ puṇyakṛtāṃ variṣṭhaḥ | uvāca rājānam adīnasattvaṃ; svam eva kāryaṃ nṛpateś ca yat tat

So vom besten der Könige angesprochen, sprach der beste der Zweifachgeborenen, der Vortrefflichste der Verdienstvollen, zu dem König von unverzagtem Wesen über das, was ohnehin des Königs eigene Aufgabe ist:

Wort für Wort
sa evam uktas tu nṛpottamena; dvijottamaḥ puṇyakṛtāṃ variṣṭhaḥ | uvāca rājānam adīnasattvaṃ; svam eva kāryaṃ nṛpateś ca yat tat
So vom besten der Könige angesprochen, sprach der beste der Zweifachgeborenen, der Vortrefflichste der Verdienstvollen, zu dem König von unverzagtem Wesen über das, was ohnehin des Königs eigene Aufgabe ist:

takṣakeṇa narendrendra yena te hiṃsitaḥ pitā | tasmai pratikuruṣva tvaṃ pannagāya durātmane

„O höchster der Könige, an jenem Takṣaka, der deinen Vater getötet hat, sollst du Vergeltung üben, an jener bösgesinnten Schlange.

Wort für Wort
takṣakeṇa narendrendra yena te hiṃsitaḥ pitā | tasmai pratikuruṣva tvaṃ pannagāya durātmane
„O höchster der Könige, an jenem Takṣaka, der deinen Vater getötet hat, sollst du Vergeltung üben, an jener bösgesinnten Schlange.

kāryakālaṃ ca manye 'haṃ vidhidṛṣṭasya karmaṇaḥ | tad gacchāpacitiṃ rājan pitus tasya mahātmanaḥ

Und ich halte die Zeit für gekommen für die im Ritualtext vorgesehene Handlung; so vollziehe, o König, die Ehren-Vergeltung an deinem hochherzigen Vater.

Wort für Wort
kāryakālaṃ ca manye 'haṃ vidhidṛṣṭasya karmaṇaḥ | tad gacchāpacitiṃ rājan pitus tasya mahātmanaḥ
Und ich halte die Zeit für gekommen für die im Ritualtext vorgesehene Handlung; so vollziehe, o König, die Ehren-Vergeltung an deinem hochherzigen Vater.

tena hy anaparādhī sa daṣṭo duṣṭāntarātmanā | pañcatvam agamad rājā vajrāhata iva drumaḥ

Denn von ihm, dem Bösgesinnten, gebissen, ging der schuldlose König, der Vater, in die fünf Elemente ein, wie ein vom Blitz getroffener Baum.

Wort für Wort
tena hy anaparādhī sa daṣṭo duṣṭāntarātmanā | pañcatvam agamad rājā vajrāhata iva drumaḥ
Denn von ihm, dem Bösgesinnten, gebissen, ging der schuldlose König, der Vater, in die fünf Elemente ein, wie ein vom Blitz getroffener Baum.

baladarpasamutsiktas takṣakaḥ pannagādhamaḥ | akāryaṃ kṛtavān pāpo yo 'daśat pitaraṃ tava

Von Kraft und Übermut aufgeblasen, hat Takṣaka, der niedrigste der Schlangen, der Sünder, eine Untat begangen, indem er deinen Vater biss.

Wort für Wort
baladarpasamutsiktas takṣakaḥ pannagādhamaḥ | akāryaṃ kṛtavān pāpo yo 'daśat pitaraṃ tava
Von Kraft und Übermut aufgeblasen, hat Takṣaka, der niedrigste der Schlangen, der Sünder, eine Untat begangen, indem er deinen Vater biss.

rājarṣivaṃśagoptāram amarapratimaṃ nṛpam | jaghāna kāśyapaṃ caiva nyavartayata pāpakṛt

Den Beschützer des Geschlechts königlicher Weiser, den Göttern gleichen König, tötete er, und hielt auch den Weisen Kāśyapa zurück, der Übeltäter.

Wort für Wort
rājarṣivaṃśagoptāram amarapratimaṃ nṛpam | jaghāna kāśyapaṃ caiva nyavartayata pāpakṛt
Den Beschützer des Geschlechts königlicher Weiser, den Göttern gleichen König, tötete er, und hielt auch den Weisen Kāśyapa zurück, der Übeltäter.

dagdhum arhasi taṃ pāpaṃ jvalite havyavāhane | sarpasatre mahārāja tvayi tad dhi vidhīyate

Du sollst jenen Sünder im entzündeten Opferfeuer verbrennen, in einem Schlangenopfer, o Großkönig; dir ist dies ja bestimmt.

Wort für Wort
dagdhum arhasi taṃ pāpaṃ jvalite havyavāhane | sarpasatre mahārāja tvayi tad dhi vidhīyate
Du sollst jenen Sünder im entzündeten Opferfeuer verbrennen, in einem Schlangenopfer, o Großkönig; dir ist dies ja bestimmt.

evaṃ pituś cāpacitiṃ gatavāṃs tvaṃ bhaviṣyasi | mama priyaṃ ca sumahat kṛtaṃ rājan bhaviṣyati

So wirst du die Vergeltung für deinen Vater vollzogen haben, und mir wird ein überaus großer Gefallen getan sein, o König,

Wort für Wort
evaṃ pituś cāpacitiṃ gatavāṃs tvaṃ bhaviṣyasi | mama priyaṃ ca sumahat kṛtaṃ rājan bhaviṣyati
So wirst du die Vergeltung für deinen Vater vollzogen haben, und mir wird ein überaus großer Gefallen getan sein, o König,

karmaṇaḥ pṛthivīpāla mama yena durātmanā | vighnaḥ kṛto mahārāja gurvarthaṃ carato 'nagha

für jenes Vorhaben, o Erdenhüter, das jener Bösgesinnte behindert hat, o Großkönig, als ich, o Makelloser, um der Lehrer-Gabe willen unterwegs war.“

Wort für Wort
karmaṇaḥ pṛthivīpāla mama yena durātmanā | vighnaḥ kṛto mahārāja gurvarthaṃ carato 'nagha
für jenes Vorhaben, o Erdenhüter, das jener Bösgesinnte behindert hat, o Großkönig, als ich, o Makelloser, um der Lehrer-Gabe willen unterwegs war.“

etac chrutvā tu nṛpatis takṣakasya cukopa ha | uttaṅkavākyahaviṣā dīpto 'gnir haviṣā yathā

Als der König dies hörte, entbrannte sein Zorn gegen Takṣaka, wie ein Feuer, das durch die Opferspende der Worte Uttaṅkas entfacht wurde.

Wort für Wort
etac chrutvā tu nṛpatis takṣakasya cukopa ha | uttaṅkavākyahaviṣā dīpto 'gnir haviṣā yathā
Als der König dies hörte, entbrannte sein Zorn gegen Takṣaka, wie ein Feuer, das durch die Opferspende der Worte Uttaṅkas entfacht wurde.

apṛcchac ca tadā rājā mantriṇaḥ svān suduḥkhitaḥ | uttaṅkasyaiva sāṃnidhye pituḥ svargagatiṃ prati

Da fragte der König, überaus bekümmert, in Gegenwart eben Uttaṅkas seine eigenen Minister nach dem Hingang seines Vaters zum Himmel.

Wort für Wort
apṛcchac ca tadā rājā mantriṇaḥ svān suduḥkhitaḥ | uttaṅkasyaiva sāṃnidhye pituḥ svargagatiṃ prati
Da fragte der König, überaus bekümmert, in Gegenwart eben Uttaṅkas seine eigenen Minister nach dem Hingang seines Vaters zum Himmel.

tadaiva hi sa rājendro duḥkhaśokāpluto 'bhavat | yadaiva pitaraṃ vṛttam uttaṅkād aśṛṇot tadā

Denn eben da wurde jener Fürst der Könige von Schmerz und Kummer überflutet, als er von Uttaṅka erfuhr, was mit seinem Vater geschehen war.

Wort für Wort
tadaiva hi sa rājendro duḥkhaśokāpluto 'bhavat | yadaiva pitaraṃ vṛttam uttaṅkād aśṛṇot tadā
Denn eben da wurde jener Fürst der Könige von Schmerz und Kummer überflutet, als er von Uttaṅka erfuhr, was mit seinem Vater geschehen war.

[Anm.: Adhyāya 3 (Pauṣyaparva) endet hier gemäß der lokalen Quelldatei; die Fortsetzung der Uttaṅka-Rahmenerzählung (Beschluss des Schlangenopfers) folgt in Adhyāya 4/5 (Pauloma-/Āstīkaparva).]

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