Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Ādiparva

Kapitel 116: Pāṇḍor Mṛtyuḥ Pāṇḍus Tod und Mādrīs Feuertod

Der Kiṃdama-Fluch erfüllt sich: Von Frühlingsstimmung und Begierde überwältigt, vereinigt sich Pāṇḍu mit Mādrī und stirbt sogleich. Kuntī und Mādrī streiten in ihrer Trauer darüber, wer ihm in den Tod folgen soll; Mādrī setzt sich durch, übergibt ihre Zwillinge Nakula und Sahadeva Kuntīs Obhut und besteigt den Scheiterhaufen ihres Gatten. Kuntī bleibt als alleinige Mutter aller fünf Pāṇḍavas zurück.

vaiśaṃpāyana uvāca darśanīyāṃs tataḥ putrān pāṇḍuḥ pañca mahāvane tān paśyan parvate reme svabāhubalapālitān

Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf erfreute sich Pāṇḍu am Berg im großen Wald an seinen fünf schönen Söhnen, sie betrachtend, die durch die Kraft seiner eigenen Arme beschützt wurden.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca darśanīyāṃs tataḥ putrān pāṇḍuḥ pañca mahāvane tān paśyan parvate reme svabāhubalapālitān
Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf erfreute sich Pāṇḍu am Berg im großen Wald an seinen fünf schönen Söhnen, sie betrachtend, die durch die Kraft seiner eigenen Arme beschützt wurden.

supuṣpitavane kāle kadā cin madhumādhave bhūtasaṃmohane rājā sabhāryo vyacarad vanam

Einst, zur Zeit, da der Wald in voller Blüte stand, im Frühlingsmonat Madhu-Mādhava, der alle Wesen berauscht, wandelte der König mit seiner Gattin durch den Wald.

Wort für Wort
supuṣpitavane kāle kadā cin madhumādhave bhūtasaṃmohane rājā sabhāryo vyacarad vanam
Einst, zur Zeit, da der Wald in voller Blüte stand, im Frühlingsmonat Madhu-Mādhava, der alle Wesen berauscht, wandelte der König mit seiner Gattin durch den Wald.

palāśais tilakaiś cūtaiś campakaiḥ pāribhadrakaiḥ anyaiś ca bahubhir vṛkṣaiḥ phalapuṣpasamṛddhibhiḥ

Mit Palāśa-, Tilaka-, Mango-, Campaka- und Pāribhadraka-Bäumen, und mit vielen anderen Bäumen, reich an Frucht und Blüte,

Wort für Wort
palāśais tilakaiś cūtaiś campakaiḥ pāribhadrakaiḥ anyaiś ca bahubhir vṛkṣaiḥ phalapuṣpasamṛddhibhiḥ
Mit Palāśa-, Tilaka-, Mango-, Campaka- und Pāribhadraka-Bäumen, und mit vielen anderen Bäumen, reich an Frucht und Blüte,

jalasthānaiś ca vividhaiḥ padminībhiś ca śobhitam pāṇḍor vanaṃ tu saṃprekṣya prajajñe hṛdi manmathaḥ

und mit mancherlei Gewässern und Lotosteichen geschmückt war der Wald; als Pāṇḍu ihn betrachtete, erwachte in seinem Herzen der Liebesgott.

Wort für Wort
jalasthānaiś ca vividhaiḥ padminībhiś ca śobhitam pāṇḍor vanaṃ tu saṃprekṣya prajajñe hṛdi manmathaḥ
und mit mancherlei Gewässern und Lotosteichen geschmückt war der Wald; als Pāṇḍu ihn betrachtete, erwachte in seinem Herzen der Liebesgott.

prahṛṣṭamanasaṃ tatra viharantaṃ yathāmaram taṃ mādry anujagāmaikā vasanaṃ bibhratī śubham

Ihm, der dort mit frohem Sinn wandelte wie ein Unsterblicher, folgte Mādrī allein, ein schönes Gewand tragend.

Wort für Wort
prahṛṣṭamanasaṃ tatra viharantaṃ yathāmaram taṃ mādry anujagāmaikā vasanaṃ bibhratī śubham
Ihm, der dort mit frohem Sinn wandelte wie ein Unsterblicher, folgte Mādrī allein, ein schönes Gewand tragend.

samīkṣamāṇaḥ sa tu tāṃ vayaḥsthāṃ tanuvāsasam tasya kāmaḥ pravavṛdhe gahane 'gnir ivotthitaḥ

Als er sie betrachtete, in der Blüte ihrer Jahre, mit durchscheinendem Gewand, wuchs seine Begierde, wie ein im Dickicht entfachtes Feuer.

Wort für Wort
samīkṣamāṇaḥ sa tu tāṃ vayaḥsthāṃ tanuvāsasam tasya kāmaḥ pravavṛdhe gahane 'gnir ivotthitaḥ
Als er sie betrachtete, in der Blüte ihrer Jahre, mit durchscheinendem Gewand, wuchs seine Begierde, wie ein im Dickicht entfachtes Feuer.

rahasy ātmasamāṃ dṛṣṭvā rājā rājīvalocanām na śaśāka niyantuṃ taṃ kāmaṃ kāmabalātkṛtaḥ

Als er sie, die ihm Ebenbürtige, die Lotosäugige, in der Abgeschiedenheit sah, vermochte der König, von der Macht der Begierde überwältigt, jene Begierde nicht zu zügeln.

Wort für Wort
rahasy ātmasamāṃ dṛṣṭvā rājā rājīvalocanām na śaśāka niyantuṃ taṃ kāmaṃ kāmabalātkṛtaḥ
Als er sie, die ihm Ebenbürtige, die Lotosäugige, in der Abgeschiedenheit sah, vermochte der König, von der Macht der Begierde überwältigt, jene Begierde nicht zu zügeln.

tata enāṃ balād rājā nijagrāha rahogatām vāryamāṇas tayā devyā visphurantyā yathābalam

Da ergriff der König sie mit Gewalt, in der Abgeschiedenheit, obwohl er von jener Herrin, die sich mit aller Kraft dagegen wehrte, zurückgehalten wurde.

Wort für Wort
tata enāṃ balād rājā nijagrāha rahogatām vāryamāṇas tayā devyā visphurantyā yathābalam
Da ergriff der König sie mit Gewalt, in der Abgeschiedenheit, obwohl er von jener Herrin, die sich mit aller Kraft dagegen wehrte, zurückgehalten wurde.

sa tu kāmaparītātmā taṃ śāpaṃ nānvabudhyata mādrīṃ maithunadharmeṇa gacchamāno balād iva

Er aber, von Begierde erfüllten Sinnes, gedachte jenes Fluches nicht, als er sich mit Gewalt, gleichsam, dem Beischlaf mit Mādrī hingab.

Wort für Wort
sa tu kāmaparītātmā taṃ śāpaṃ nānvabudhyata mādrīṃ maithunadharmeṇa gacchamāno balād iva
Er aber, von Begierde erfüllten Sinnes, gedachte jenes Fluches nicht, als er sich mit Gewalt, gleichsam, dem Beischlaf mit Mādrī hingab.

jīvitāntāya kauravyo manmathasya vaśaṃ gataḥ śāpajaṃ bhayam utsṛjya jagāmaiva balāt priyām

Zu seinem Lebensende, der Gewalt des Liebesgottes erlegen, die aus dem Fluch entstandene Furcht beiseite lassend, vereinigte sich der Kaurava mit Gewalt mit seiner Geliebten.

Wort für Wort
jīvitāntāya kauravyo manmathasya vaśaṃ gataḥ śāpajaṃ bhayam utsṛjya jagāmaiva balāt priyām
Zu seinem Lebensende, der Gewalt des Liebesgottes erlegen, die aus dem Fluch entstandene Furcht beiseite lassend, vereinigte sich der Kaurava mit Gewalt mit seiner Geliebten.

tasya kāmātmano buddhiḥ sākṣāt kālena mohitā saṃpramathyendriyagrāmaṃ pranaṣṭā saha cetasā

Sein Verstand, ganz der Begierde hingegeben, wurde vom leibhaftigen Tod selbst verwirrt; die Schar seiner Sinne erschütternd, ging er samt dem Bewusstsein zugrunde.

Wort für Wort
tasya kāmātmano buddhiḥ sākṣāt kālena mohitā saṃpramathyendriyagrāmaṃ pranaṣṭā saha cetasā
Sein Verstand, ganz der Begierde hingegeben, wurde vom leibhaftigen Tod selbst verwirrt; die Schar seiner Sinne erschütternd, ging er samt dem Bewusstsein zugrunde.

sa tayā saha saṃgamya bhāryayā kurunandana pāṇḍuḥ paramadharmātmā yuyuje kāladharmaṇā

Nachdem er sich mit ihr, seiner Gattin, vereinigt hatte, o Freude der Kurus, unterlag Pāṇḍu, der höchst Frommgesinnte, dem Gesetz der Zeit.

Wort für Wort
sa tayā saha saṃgamya bhāryayā kurunandana pāṇḍuḥ paramadharmātmā yuyuje kāladharmaṇā
Nachdem er sich mit ihr, seiner Gattin, vereinigt hatte, o Freude der Kurus, unterlag Pāṇḍu, der höchst Frommgesinnte, dem Gesetz der Zeit.

tato mādrī samāliṅgya rājānaṃ gatacetasam mumoca duḥkhajaṃ śabdaṃ punaḥ punar atīva ha

Da umarmte Mādrī den König, dessen Bewusstsein entwichen war, und stieß immer wieder einen aus Schmerz geborenen Laut aus, überaus laut.

Wort für Wort
tato mādrī samāliṅgya rājānaṃ gatacetasam mumoca duḥkhajaṃ śabdaṃ punaḥ punar atīva ha
Da umarmte Mādrī den König, dessen Bewusstsein entwichen war, und stieß immer wieder einen aus Schmerz geborenen Laut aus, überaus laut.

saha putrais tataḥ kuntī mādrīputrau ca pāṇḍavau ājagmuḥ sahitās tatra yatra rājā tathāgataḥ

Da kamen Kuntī mit ihren Söhnen und die beiden Söhne der Mādrī, die Pāṇḍavas, gemeinsam dorthin, wo der König so dahingeschieden lag.

Wort für Wort
saha putrais tataḥ kuntī mādrīputrau ca pāṇḍavau ājagmuḥ sahitās tatra yatra rājā tathāgataḥ
Da kamen Kuntī mit ihren Söhnen und die beiden Söhne der Mādrī, die Pāṇḍavas, gemeinsam dorthin, wo der König so dahingeschieden lag.

tato mādry abravīd rājann ārtā kuntīm idaṃ vacaḥ ekaiva tvam ihāgaccha tiṣṭhantv atraiva dārakāḥ

Da sprach Mādrī, o König, von Schmerz ergriffen, zu Kuntī diese Worte: ‚Komm du allein hierher; die Kinder sollen hier bleiben.'

Wort für Wort
tato mādry abravīd rājann ārtā kuntīm idaṃ vacaḥ ekaiva tvam ihāgaccha tiṣṭhantv atraiva dārakāḥ
Da sprach Mādrī, o König, von Schmerz ergriffen, zu Kuntī diese Worte: ‚Komm du allein hierher; die Kinder sollen hier bleiben.'

tac chrutvā vacanaṃ tasyās tatraivāvārya dārakān hatāham iti vikruśya sahasopajagāma ha

Als sie deren Worte vernommen hatte, hielt sie die Kinder eben dort zurück und kam, ‚Ich bin verloren!' ausrufend, plötzlich herbei.

Wort für Wort
tac chrutvā vacanaṃ tasyās tatraivāvārya dārakān hatāham iti vikruśya sahasopajagāma ha
Als sie deren Worte vernommen hatte, hielt sie die Kinder eben dort zurück und kam, ‚Ich bin verloren!' ausrufend, plötzlich herbei.

dṛṣṭvā pāṇḍuṃ ca mādrīṃ ca śayānau dharaṇītale kuntī śokaparītāṅgī vilalāpa suduḥkhitā

Als sie Pāṇḍu und Mādrī, auf dem Erdboden liegend, sah, wehklagte Kuntī, an allen Gliedern von Kummer erfasst, tief betrübt:

Wort für Wort
dṛṣṭvā pāṇḍuṃ ca mādrīṃ ca śayānau dharaṇītale kuntī śokaparītāṅgī vilalāpa suduḥkhitā
Als sie Pāṇḍu und Mādrī, auf dem Erdboden liegend, sah, wehklagte Kuntī, an allen Gliedern von Kummer erfasst, tief betrübt:

rakṣyamāṇo mayā nityaṃ vīraḥ satatam ātmavān kathaṃ tvam abhyatikrāntaḥ śāpaṃ jānan vanaukasaḥ

‚Der Held, stets von mir behütet, immer selbstbeherrscht – wie konntest du, o Waldbewohner, den Fluch kennend, ihn übertreten?

Wort für Wort
rakṣyamāṇo mayā nityaṃ vīraḥ satatam ātmavān kathaṃ tvam abhyatikrāntaḥ śāpaṃ jānan vanaukasaḥ
‚Der Held, stets von mir behütet, immer selbstbeherrscht – wie konntest du, o Waldbewohner, den Fluch kennend, ihn übertreten?

nanu nāma tvayā mādri rakṣitavyo janādhipaḥ sā kathaṃ lobhitavatī vijane tvaṃ narādhipam

Solltest gerade du, o Mādrī, den Herrscher der Menschen wohl beschützen – wie hast du ihn, den Herrn der Menschen, in der Abgeschiedenheit verführt?

Wort für Wort
nanu nāma tvayā mādri rakṣitavyo janādhipaḥ sā kathaṃ lobhitavatī vijane tvaṃ narādhipam
Solltest gerade du, o Mādrī, den Herrscher der Menschen wohl beschützen – wie hast du ihn, den Herrn der Menschen, in der Abgeschiedenheit verführt?

kathaṃ dīnasya satataṃ tvām āsādya rahogatām taṃ vicintayataḥ śāpaṃ praharṣaḥ samajāyata

Wie konnte bei ihm, dem stets Elenden, als er dich in der Abgeschiedenheit erlangte und dabei stets an den Fluch dachte, plötzlich Erregung entstehen?'

Wort für Wort
kathaṃ dīnasya satataṃ tvām āsādya rahogatām taṃ vicintayataḥ śāpaṃ praharṣaḥ samajāyata
Wie konnte bei ihm, dem stets Elenden, als er dich in der Abgeschiedenheit erlangte und dabei stets an den Fluch dachte, plötzlich Erregung entstehen?'

dhanyā tvam asi bāhlīki matto bhāgyatarā tathā dṛṣṭavaty asi yad vaktraṃ prahṛṣṭasya mahīpateḥ

‚Gesegnet bist du, o Tochter des Bāhlīka-Hauses, glücklicher als ich, da du das Antlitz des erregten Herrschers gesehen hast.'

Wort für Wort
dhanyā tvam asi bāhlīki matto bhāgyatarā tathā dṛṣṭavaty asi yad vaktraṃ prahṛṣṭasya mahīpateḥ
‚Gesegnet bist du, o Tochter des Bāhlīka-Hauses, glücklicher als ich, da du das Antlitz des erregten Herrschers gesehen hast.'

[Anm.: ‚Bāhlīki' als Beiname Mādrīs verweist wohl auf eine Verbindung ihres Herkunftshauses (Madra) zur Region Bāhlīka; die genaue genealogische Verknüpfung bleibt im Text offen.]

mādry uvāca vilobhyamānena mayā vāryamāṇena cāsakṛt ātmā na vārito 'nena satyaṃ diṣṭaṃ cikīrṣuṇā

Mādrī sprach: ‚Von mir verführt, obwohl ich ihn wiederholt zurückhielt, hat er sich selbst nicht zurückgehalten, da er, das vom Schicksal Bestimmte erfüllen wollend, [dazu] getrieben war.'

Wort für Wort
mādry uvāca vilobhyamānena mayā vāryamāṇena cāsakṛt ātmā na vārito 'nena satyaṃ diṣṭaṃ cikīrṣuṇā
Mādrī sprach: ‚Von mir verführt, obwohl ich ihn wiederholt zurückhielt, hat er sich selbst nicht zurückgehalten, da er, das vom Schicksal Bestimmte erfüllen wollend, [dazu] getrieben war.'

kunty uvāca ahaṃ jyeṣṭhā dharmapatnī jyeṣṭhaṃ dharmaphalaṃ mama avaśyaṃ bhāvino bhāvān mā māṃ mādri nivartaya

Kuntī sprach: ‚Ich bin die ältere, rechtmäßige Gattin; mir gebührt die höchste Frucht des Dharma. Halte mich nicht ab, o Mādrī, von dem, was ohnehin geschehen muss.

Wort für Wort
kunty uvāca ahaṃ jyeṣṭhā dharmapatnī jyeṣṭhaṃ dharmaphalaṃ mama avaśyaṃ bhāvino bhāvān mā māṃ mādri nivartaya
Kuntī sprach: ‚Ich bin die ältere, rechtmäßige Gattin; mir gebührt die höchste Frucht des Dharma. Halte mich nicht ab, o Mādrī, von dem, was ohnehin geschehen muss.

anveṣyāmīha bhartāram ahaṃ pretavaśaṃ gatam uttiṣṭha tvaṃ visṛjyainam imān rakṣasva dārakān

Ich will hier meinem Gatten folgen, der in die Gewalt der Toten gegangen ist; erhebe du dich, lass von ihm ab, und beschütze diese Kinder.'

Wort für Wort
anveṣyāmīha bhartāram ahaṃ pretavaśaṃ gatam uttiṣṭha tvaṃ visṛjyainam imān rakṣasva dārakān
Ich will hier meinem Gatten folgen, der in die Gewalt der Toten gegangen ist; erhebe du dich, lass von ihm ab, und beschütze diese Kinder.'

mādry uvāca aham evānuyāsyāmi bhartāram apalāyinam na hi tṛptāsmi kāmānāṃ taj jyeṣṭhā anumanyatām

Mādrī sprach: ‚Ich selbst will meinem nicht fliehenden Gatten folgen; denn ich bin der Liebesfreuden noch nicht gesättigt – dies möge die Ältere gestatten.

Wort für Wort
mādry uvāca aham evānuyāsyāmi bhartāram apalāyinam na hi tṛptāsmi kāmānāṃ taj jyeṣṭhā anumanyatām
Mādrī sprach: ‚Ich selbst will meinem nicht fliehenden Gatten folgen; denn ich bin der Liebesfreuden noch nicht gesättigt – dies möge die Ältere gestatten.

māṃ cābhigamya kṣīṇo 'yaṃ kāmād bharatasattamaḥ tam ucchindyām asya kāmaṃ kathaṃ nu yamasādane

Und da dieser Beste der Bharatas, sich mir nähernd, durch die Begierde dahingeschwunden ist – wie könnte ich seine Begierde in der Behausung des Yama beschneiden?

Wort für Wort
māṃ cābhigamya kṣīṇo 'yaṃ kāmād bharatasattamaḥ tam ucchindyām asya kāmaṃ kathaṃ nu yamasādane
Und da dieser Beste der Bharatas, sich mir nähernd, durch die Begierde dahingeschwunden ist – wie könnte ich seine Begierde in der Behausung des Yama beschneiden?

na cāpy ahaṃ vartayantī nirviśeṣaṃ suteṣu te vṛttim ārye cariṣyāmi spṛśed enas tathā hi mām

Auch würde ich, wenn ich lebte, den Söhnen gegenüber nicht unterschiedslos wie eigenen handeln können, o Edle; so nämlich würde mich Schuld berühren.

Wort für Wort
na cāpy ahaṃ vartayantī nirviśeṣaṃ suteṣu te vṛttim ārye cariṣyāmi spṛśed enas tathā hi mām
Auch würde ich, wenn ich lebte, den Söhnen gegenüber nicht unterschiedslos wie eigenen handeln können, o Edle; so nämlich würde mich Schuld berühren.

tasmān me sutayoḥ kunti vartitavyaṃ svaputravat māṃ hi kāmayamāno 'yaṃ rājā pretavaśaṃ gataḥ

Darum sollst du, o Kuntī, mit meinen beiden Söhnen wie mit deinen eigenen verfahren; denn dieser König ist, mich begehrend, in die Gewalt der Toten gegangen.

Wort für Wort
tasmān me sutayoḥ kunti vartitavyaṃ svaputravat māṃ hi kāmayamāno 'yaṃ rājā pretavaśaṃ gataḥ
Darum sollst du, o Kuntī, mit meinen beiden Söhnen wie mit deinen eigenen verfahren; denn dieser König ist, mich begehrend, in die Gewalt der Toten gegangen.

rājñaḥ śarīreṇa saha mamāpīdaṃ kalevaram dagdhavyaṃ supraticchannam etad ārye priyaṃ kuru

Zusammen mit dem Leib des Königs soll auch dieser mein Leib verbrannt werden, wohlbedeckt; erweise mir, o Edle, diesen Gefallen.

Wort für Wort
rājñaḥ śarīreṇa saha mamāpīdaṃ kalevaram dagdhavyaṃ supraticchannam etad ārye priyaṃ kuru
Zusammen mit dem Leib des Königs soll auch dieser mein Leib verbrannt werden, wohlbedeckt; erweise mir, o Edle, diesen Gefallen.

dārakeṣv apramattā ca bhavethāś ca hitā mama ato 'nyan na prapaśyāmi saṃdeṣṭavyaṃ hi kiṃ cana

Sei unermüdlich wachsam über die Kinder und mir wohlgesonnen; etwas anderes, das ich dir aufzutragen hätte, sehe ich nicht.'

Wort für Wort
dārakeṣv apramattā ca bhavethāś ca hitā mama ato 'nyan na prapaśyāmi saṃdeṣṭavyaṃ hi kiṃ cana
Sei unermüdlich wachsam über die Kinder und mir wohlgesonnen; etwas anderes, das ich dir aufzutragen hätte, sehe ich nicht.'

vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā taṃ citāgnisthaṃ dharmapatnī nararṣabham madrarājātmajā tūrṇam anvārohad yaśasvinī

Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, bestieg die ruhmreiche Tochter des Madra-Königs, die rechtmäßige Gattin, rasch den Scheiterhaufen, auf dem der Stier unter den Männern lag.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca ity uktvā taṃ citāgnisthaṃ dharmapatnī nararṣabham madrarājātmajā tūrṇam anvārohad yaśasvinī
Vaiśaṃpāyana sprach: So sprechend, bestieg die ruhmreiche Tochter des Madra-Königs, die rechtmäßige Gattin, rasch den Scheiterhaufen, auf dem der Stier unter den Männern lag.

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