Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 113: brahmatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Brahma-Tīrtha (Brahmās fünftes Haupt und dessen Abtrennung durch Śiva)

Brahmā erzählt: Während des Kampfes gegen die in die Unterwelt geflohenen Daityas drohte Brahmās eigenes fünftes, eselsgestaltiges Gesicht, die Götter zu verschlingen. Auf Bitten der Götter versuchte zunächst Viṣṇu, doch das abgetrennte Haupt hätte die Welt zerstört; nur Śiva (der Dreiäugige) konnte es abschneiden UND tragen. Weder Erde noch Ozean waren bereit, das abgeschnittene, sündenbeladene Haupt aufzunehmen; so trug Śiva selbst aus Mitleid Brahmās Haupt (Ursprung des Bhairava-Motivs des Schädel-Tragens, hier ohne ausdrückliche Brahmahatya-Buße-Wanderung erzählt). An der Gautamī priesen die Götter Śiva für diese Tat; der Ort wurde als Brahma-Tīrtha bekannt, mit Brahmās viergesichtiger Gestalt und, an der Stelle der Enthauptung, dem benachbarten Rudra-Tīrtha und Saurya-Tīrtha (Sonnen-Tīrtha). Das abgetrennte fünfte Haupt selbst wurde in Avimukta-Kṣetra (dem klassischen Namen für Kāśī/Vārāṇasī, hier mit diesem Tīrtha identifiziert) niedergelegt; sein bloßer Anblick reinigt selbst einen Brahmanenmörder. V.9 enthält einen sehr dunklen, gnomisch-proverbialen Einschub, dessen genauer Sinn unsicher bleibt.

{brahmovāca: } idam apy aparaṃ tīrthaṃ devānām api durlabham / brahmatīrtham iti khyātaṃ bhuktimuktipradaṃ nṛṇām // BrP_113.1 //

Brahmā sprach: 'Dies ist noch eine weitere Pilgerstätte, selbst für die Götter schwer erreichbar; bekannt als Brahma-Tīrtha, das den Menschen Genuss und Erlösung verleiht.'

Wort für Wort
idam apy aparaṃ tīrthaṃ devānām api durlabham
dies ist noch eine weitere Pilgerstätte, selbst für die Götter schwer erreichbar
brahmatīrtham iti khyātaṃ
bekannt als Brahma-Tīrtha
bhuktimuktipradaṃ nṛṇām
das den Menschen Genuss und Erlösung verleiht

sthiteṣu devasainyeṣu praviṣṭeṣu rasātalam / daityeṣu ca muniśreṣṭha tathā mātṛṣu tān anu // BrP_113.2 //

Als die Heere der Götter (dort) standen, und die Daityas in die Unterwelt eingedrungen waren, o bester der Weisen, ebenso auch die Mütter ihnen nach,

Wort für Wort
sthiteṣu devasainyeṣu
als die Götterheere dastanden
praviṣṭeṣu rasātalam daityeṣu
als die Daityas in die Unterwelt eingedrungen waren
ca muniśreṣṭha tathā mātṛṣu tān anu
und, o bester der Weisen, ebenso die Mütter ihnen nach

madīyaṃ pañcamaṃ vaktraṃ gardabhākṛti bhīṣaṇam / tad vaktraṃ devasainyeṣu mayi tiṣṭhaty uvāca ha // BrP_113.3 //

da sprach mein fünftes Gesicht, das furchtbare, eselsgestaltige, während ich bei den Götterheeren weilte:

Wort für Wort
madīyaṃ pañcamaṃ vaktraṃ
mein fünftes Gesicht
gardabhākṛti bhīṣaṇam
eselsgestaltig, furchtbar
tad vaktraṃ devasainyeṣu mayi tiṣṭhaty uvāca ha
jenes Gesicht sprach, während ich bei den Götterheeren weilte

[Anm.: Brahmā erzählt hier von seinem eigenen (mythologisch fünften, später abgeschnittenen) Gesicht.]

he daityāḥ kiṃ palāyante na bhayaṃ vo 'stu satvaram / āgacchantu surān sarvān bhakṣayiṣye kṣaṇād iti // BrP_113.4 //

'He, Daityas, warum flieht ihr? Habt keine Furcht – kommt rasch! Alle Götter werde ich im Augenblick verschlingen!'

Wort für Wort
he daityāḥ kiṃ palāyante
he Daityas, warum flieht ihr
na bhayaṃ vo 'stu satvaram āgacchantu
habt keine Furcht, kommt rasch
surān sarvān bhakṣayiṣye kṣaṇād iti
alle Götter werde ich im Augenblick verschlingen

nivārayantaṃ mām evaṃ bhakṣaṇāyodyataṃ tathā / taṃ dṛṣṭvā vibudhāḥ sarve vitrastā viṣṇum abruvan // BrP_113.5 //

Als ich es so zurückzuhalten versuchte, während es zum Verschlingen bereit war, sahen alle Götter dies und sprachen erschrocken zu Viṣṇu:

Wort für Wort
nivārayantaṃ mām evaṃ
während ich (es) so zurückzuhalten versuchte
bhakṣaṇāya udyataṃ tathā
während es zum Verschlingen bereit war
taṃ dṛṣṭvā vibudhāḥ sarve vitrastā viṣṇum abruvan
alle Götter, dies sehend, sprachen erschrocken zu Viṣṇu

trāhi viṣṇo jagannātha brahmaṇo 'sya mukhaṃ luna / cakradhṛg vibudhān āha cchedmi cakreṇa vai śiraḥ // BrP_113.6 //

'Rette uns, Viṣṇu, Herr der Welt! Schneide dieses Gesicht Brahmās ab!' Der Diskusträger sprach zu den Göttern: 'Ich werde das Haupt mit dem Diskus abschneiden.'

Wort für Wort
trāhi viṣṇo jagannātha
rette uns, Viṣṇu, Herr der Welt
brahmaṇo 'sya mukhaṃ luna
schneide dieses Gesicht Brahmās ab
cakradhṛg vibudhān āha
der Diskusträger sprach zu den Göttern
chedmi cakreṇa vai śiraḥ
ich werde das Haupt mit dem Diskus abschneiden

kiṃ tu tac chinnam evedaṃ saṃharet sacarācaram / mantraṃ brūmo 'tra vibudhāḥ śrūyatāṃ sarvam eva hi // BrP_113.7 //

'Doch dieses abgeschnittene (Haupt) würde die ganze bewegliche und unbewegliche Welt zerstören. Wir sagen euch, o Götter, einen Rat dazu – höret alles genau.'

Wort für Wort
kiṃ tu tac chinnam eva idaṃ saṃharet sacarācaram
doch dieses abgeschnittene (Haupt) würde die bewegliche und unbewegliche Welt zerstören
mantraṃ brūmo 'tra vibudhāḥ
wir sagen euch, o Götter, einen Rat dazu
śrūyatāṃ sarvam eva hi
höret alles genau

trinetraḥ kaśiraś chettā sa ca dhatte na saṃśayaḥ / mayā ca śaṃbhuḥ sarvaiś ca stutaḥ proktas tathaiva ca // BrP_113.8 //

'Der Dreiäugige (Śiva) wird das Haupt abschneiden können, und er allein wird es auch tragen können, ohne Zweifel.' Und Śambhu wurde von mir und von allen (Göttern) gepriesen und ebenso angesprochen.

Wort für Wort
trinetraḥ kaśiraś chettā
der Dreiäugige wird das Haupt abschneiden
sa ca dhatte na saṃśayaḥ
und er wird es tragen, ohne Zweifel
mayā ca śaṃbhuḥ sarvaiś ca stutaḥ proktas tathaiva ca
und Śambhu wurde von mir und allen gepriesen und ebenso angesprochen

yāgaḥ kṣaṇī dṛṣṭaphale 'samarthaḥ BrP_113.9a sa naiva kartuḥ phalatīti matvā BrP_113.9b phalasya dāne pratibhūr jaṭīti BrP_113.9c niścitya lokaḥ pratikarma yātaḥ BrP_113.9d

[?] 'Ein rasch/momentan vollzogenes Opfer, dessen Frucht nicht sichtbar wird, gilt als unwirksam; da man meinte, es trage für den Ausführenden keine Frucht, und da der Jaṭī (der Haartragende, Śiva) als Bürge für die Gewährung der Frucht (bekannt ist), entschied sich die Welt und schritt zur Gegenhandlung (dem eigentlichen Ritual).'

Wort für Wort
yāgaḥ kṣaṇī dṛṣṭaphale 'samarthaḥ
ein rasches Opfer ist, wo die Frucht nicht sichtbar wird, unwirksam
sa naiva kartuḥ phalatīti matvā
in der Meinung, es trage für den Ausführenden keine Frucht
phalasya dāne pratibhūr jaṭīti
da der Jaṭī (Śiva) als Bürge der Fruchtgewährung gilt
niścitya lokaḥ pratikarma yātaḥ
entschied sich die Welt und ging zur Gegenhandlung über

[Anm.: Sehr dunkler, gnomisch-proverbialer Vers, dessen genauer Bezug (offenbar eine allgemeine Sentenz zur Wirksamkeit von Ritualen, hier auf die bevorstehende Bitte an Śiva bezogen) unsicher bleibt; Übersetzung tentativ, in besonderem padaweise gezähltem Hymnenmetrum.]

tataḥ sureśaḥ saṃtuṣṭo devānāṃ kāryasiddhaye / lokānām upakārārthaṃ tathety āha surān prati // BrP_113.10 //

Da wurde der Götterherr (Śiva) zufrieden gestellt; zum Gelingen der Sache der Götter, zum Nutzen der Welten sprach er zu den Göttern: 'So sei es.'

Wort für Wort
tataḥ sureśaḥ saṃtuṣṭo
da wurde der Götterherr zufrieden
devānāṃ kāryasiddhaye
zum Gelingen der Sache der Götter
lokānām upakārārthaṃ tathety āha surān prati
zum Nutzen der Welten sprach er 'so sei es' zu den Göttern

tadvaktraṃ pāparūpaṃ yad bhīṣaṇaṃ lomaharṣaṇam / nikṛtya nakhaśastraiś ca kva sthāpyaṃ cety athābravīt // BrP_113.11 //

Jenes Gesicht von sündiger Gestalt, das furchtbare, haarsträubende, schnitt er mit den Waffen seiner Nägel ab, und sprach dann: 'Wo soll es aufbewahrt werden?'

Wort für Wort
tadvaktraṃ pāparūpaṃ yad bhīṣaṇaṃ lomaharṣaṇam
jenes Gesicht von sündiger, furchtbarer, haarsträubender Gestalt
nikṛtya nakhaśastraiś ca
schnitt er mit den Nagel-Waffen ab
kva sthāpyaṃ cety athābravīt
und sprach dann: wo soll es aufbewahrt werden

tatrelā vibudhān āha nāhaṃ voḍhuṃ śiraḥ kṣamā / rasātalam atho yāsye udadhiś cāpy athābravīt // BrP_113.12 //

Da sprach Ilā (die Erde) zu den Göttern: 'Ich bin nicht imstande, das Haupt zu tragen; ich werde zur Unterwelt gehen.' Und auch der Ozean sprach ebenso:

Wort für Wort
tatra ilā vibudhān āha
da sprach Ilā zu den Göttern
nāhaṃ voḍhuṃ śiraḥ kṣamā
ich bin nicht imstande, das Haupt zu tragen
rasātalam atho yāsye
ich werde zur Unterwelt gehen
udadhiś cāpy athābravīt
und auch der Ozean sprach (ebenso)

[Anm.: 'Ilā' hier als Bezeichnung der Erdgöttin.]

śoṣaṃ yāsye kṣaṇād eva punaś cocuḥ śivaṃ surāḥ / tvayaivaitad brahmaśiro dhāryaṃ lokānukampayā // BrP_113.13 //

'Ich werde augenblicklich austrocknen.' Wiederum sprachen die Götter zu Śiva: 'Von dir allein soll dieses Haupt Brahmās aus Mitgefühl für die Welt getragen werden.'

Wort für Wort
śoṣaṃ yāsye kṣaṇād eva
ich werde augenblicklich austrocknen
punaś cocuḥ śivaṃ surāḥ
wiederum sprachen die Götter zu Śiva
tvayaivaitad brahmaśiro dhāryaṃ lokānukampayā
von dir allein soll dieses Haupt Brahmās aus Mitgefühl für die Welt getragen werden

acchede jagatāṃ nāśaś chede doṣaś ca tādṛśaḥ / evaṃ vimṛśya someśo dadhāra kaśiras tadā // BrP_113.14 //

'Wenn es nicht abgetrennt bleibt, (droht) der Weltuntergang, doch beim Abtrennen ein ebensolcher Fehler.' So bedenkend, trug der Mondherr (Someśa, Śiva) das Haupt Brahmās.

Wort für Wort
acchede jagatāṃ nāśaś
wenn es nicht abgetrennt wird, (droht) der Weltuntergang
chede doṣaś ca tādṛśaḥ
beim Abtrennen (droht) ein ebensolcher Fehler
evaṃ vimṛśya someśo dadhāra kaśiras tadā
so bedenkend, trug der Mondherr (Śiva) da das Haupt Brahmās

[Anm.: Bezug auf den Brahmanenmord (brahmahatyā), der durch das Abschneiden von Brahmās Haupt droht.]

tad dṛṣṭvā duṣkaraṃ karma gautamīṃ prāpya pāvanīm / astuvañ jagatām īśaṃ praṇayād bhaktitaḥ surāḥ // BrP_113.15 //

Als sie diese schwer vollbringbare Tat sahen, kamen die Götter zur reinigenden Gautamī und priesen den Herrn der Welt aus Liebe und Hingabe.

Wort für Wort
tad dṛṣṭvā duṣkaraṃ karma
als sie diese schwer vollbringbare Tat sahen
gautamīṃ prāpya pāvanīm
zur reinigenden Gautamī gelangend
astuvañ jagatām īśaṃ praṇayād bhaktitaḥ surāḥ
priesen die Götter aus Liebe und Hingabe den Herrn der Welt

deveṣv amitraṃ kaśiro 'tibhīmaṃ BrP_113.16a tān bhakṣaṇāyopagataṃ nikṛtya BrP_113.16b nakhāgrasūcyā śakalendumaulis BrP_113.16c tyāge 'pi doṣāt kṛpayānudhatte BrP_113.16d

'Das den Göttern feindliche, überaus furchtbare Haupt, das sich näherte, um sie zu verschlingen, hat der mit der Mondsichel Bekrönte (Śiva) mit der Spitze seines Nagels abgeschnitten; obwohl es (ihn) belastet, trägt er es aus Mitleid – denn beim Fortwerfen (drohte) ein Fehler.'

Wort für Wort
deveṣv amitraṃ kaśiro 'tibhīmaṃ
das den Göttern feindliche, überaus furchtbare Haupt
tān bhakṣaṇāyopagataṃ nikṛtya
das sich zum Verschlingen näherte, abschneidend
nakhāgrasūcyā śakalendumauliḥ
mit der Spitze seines Nagels, der mit der Mondsichel Bekrönte
tyāge 'pi doṣāt kṛpayānudhatte
obwohl (ihn) belastend, trägt er es aus Mitleid, da beim Fortwerfen ein Fehler droht

[Anm.: Wieder in besonderem, padaweise gezähltem Hymnenmetrum.]

tatra te vibudhāḥ sarve sthitā ye brahmaṇo 'ntike / tuṣṭuvur vibudheśānaṃ karma dṛṣṭvātidaivatam // BrP_113.17 //

Dort priesen alle jene Götter, die in Brahmās Nähe standen, den Herrn der Götter, als sie diese überaus göttliche Tat sahen.

Wort für Wort
tatra te vibudhāḥ sarve sthitā ye brahmaṇo 'ntike
dort alle jene Götter, die in Brahmās Nähe standen
tuṣṭuvur vibudheśānaṃ
priesen den Herrn der Götter
karma dṛṣṭvātidaivatam
als sie die überaus göttliche Tat sahen

tataḥ prabhṛti tat tīrthaṃ brahmatīrtham iti śrutam / adyāpi brahmaṇo rūpaṃ caturmukham avasthitam // BrP_113.18 //

Von da an ist jene Pilgerstätte als Brahma-Tīrtha bekannt; noch heute befindet sich dort Brahmās Gestalt mit vier Gesichtern.

Wort für Wort
tataḥ prabhṛti tat tīrthaṃ brahmatīrtham iti śrutam
von da an ist jene Pilgerstätte als Brahma-Tīrtha bekannt
adyāpi brahmaṇo rūpaṃ caturmukham avasthitam
noch heute befindet sich dort Brahmās viergesichtige Gestalt

śiromātraṃ tu yaḥ paśyet sa gacched brahmaṇaḥ padam / yatra sthitvā svayaṃ rudro lūnavān brahmaṇaḥ śiraḥ // BrP_113.19 //

Wer aber nur das Haupt sieht, der gelangt zu Brahmās Stätte (Seinswelt); dort, wo Rudra selbst stand, als er Brahmās Haupt abschnitt,

Wort für Wort
śiromātraṃ tu yaḥ paśyet
wer aber nur das Haupt sieht
sa gacched brahmaṇaḥ padam
der gelangt zu Brahmās Stätte
yatra sthitvā svayaṃ rudro lūnavān brahmaṇaḥ śiraḥ
dort, wo Rudra selbst stand, als er Brahmās Haupt abschnitt

rudratīrthaṃ tad eva syāt tatra sākṣād divākaraḥ / devānāṃ ca svarūpeṇa sthito yasmāt tad uttamam // BrP_113.20 //

eben dort ist das Rudra-Tīrtha; dort weilt die Sonne (Divākara) leibhaftig, und weil sie dort in eigener Gestalt mit den Göttern weilt, ist jener Ort der vortrefflichste.

Wort für Wort
rudratīrthaṃ tad eva syāt
eben dort ist das Rudra-Tīrtha
tatra sākṣād divākaraḥ
dort (weilt) die Sonne leibhaftig
devānāṃ ca svarūpeṇa sthito yasmāt tad uttamam
und weil sie dort mit den Göttern in eigener Gestalt weilt, ist jener Ort der vortrefflichste

sauryaṃ tīrthaṃ tad ākhyātaṃ sarvakratuphalapradam / tatra snātvā raviṃ dṛṣṭvā punarjanma na vidyate // BrP_113.21 //

Jenes wird das Saurya-Tīrtha (Sonnen-Tīrtha) genannt, das die Frucht aller Opfer gewährt; wer dort gebadet und die Sonne geschaut hat, für den gibt es keine Wiedergeburt mehr.

Wort für Wort
sauryaṃ tīrthaṃ tad ākhyātaṃ sarvakratuphalapradam
jenes wird das Saurya-Tīrtha genannt, das die Frucht aller Opfer gewährt
tatra snātvā raviṃ dṛṣṭvā punarjanma na vidyate
wer dort gebadet und die Sonne geschaut hat, für den gibt es keine Wiedergeburt

mahādevena yac chinnaṃ brahmaṇaḥ pañcamaṃ śiraḥ / kṣetre 'vimukte saṃsthāpya devatānāṃ hitaṃ kṛtam // BrP_113.22 //

Das fünfte Haupt Brahmās, das von Mahādeva abgeschnitten wurde, wurde in Avimukta-Kṣetra niedergelegt – so wurde das Wohl der Götter bewirkt.

Wort für Wort
mahādevena yac chinnaṃ brahmaṇaḥ pañcamaṃ śiraḥ
das fünfte Haupt Brahmās, das von Mahādeva abgeschnitten wurde
kṣetre 'vimukte saṃsthāpya
in Avimukta-Kṣetra niedergelegt
devatānāṃ hitaṃ kṛtam
so wurde das Wohl der Götter bewirkt

[Anm.: Avimukta-kṣetra ist der klassische Name für den heiligen Bezirk von Kāśī/Vārāṇasī, der hier mit dem Gautamī/Godāvarī-Tīrtha in Verbindung gebracht wird.]

brahmatīrthe śiromātraṃ yo dṛṣṭvā gautamītaṭe / kṣetre 'vimukte tasyaiva sthāpitaṃ yo 'nupaśyati / kapālaṃ brahmaṇaḥ puṇyaṃ brahmahā pūtatāṃ vrajet // BrP_113.23 //

Wer am Brahma-Tīrtha, am Ufer der Gautamī, nur das Haupt erblickt, und wer den eben dort in Avimukta-Kṣetra aufgestellten heiligen Schädel Brahmās erblickt – selbst ein Brahmanenmörder gelangt zur Reinheit.

Wort für Wort
brahmatīrthe śiromātraṃ yo dṛṣṭvā gautamītaṭe
wer am Brahma-Tīrtha, am Ufer der Gautamī, nur das Haupt erblickt
kṣetre 'vimukte tasyaiva sthāpitaṃ yo 'nupaśyati
und wer den eben dort in Avimukta-Kṣetra aufgestellten (Schädel) erblickt
kapālaṃ brahmaṇaḥ puṇyaṃ brahmahā pūtatāṃ vrajet
den heiligen Schädel Brahmās – selbst ein Brahmanenmörder gelangt zur Reinheit

[Anm.: Vers mit drei Zeilen im Original.]

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