Kapitel 197: mucukundamokṣavaro balarāmasya vrajagamanaṃ gopīvilāpaś ca
Mucukundas Erlösungssegen und Balarāmas Rückkehr nach Vraja mit der Klage der Gopīs
Kṛṣṇa gewährt dem ihn preisenden Mucukunda den Segen künftiger göttlicher Genüsse, der Erinnerung an frühere Geburten und schließlicher Erlösung; beim Verlassen der Höhle findet Mucukunda die Menschheit im angebrochenen Kaliyuga körperlich verkleinert vor und zieht sich zur Askese nach Gandhamādana zurück. Kṛṣṇa bringt unterdessen das erbeutete Heer des besiegten Kālayavana nach Dvāravatī zu Ugrasena. Balarāma besucht, nach Frieden mit allen Feinden, sehnsuchtsvoll Nandas Gokula; die Hirten und Hirtinnen empfangen ihn liebevoll, doch die Gopīs klagen ausführlich über Kṛṣṇas Abwesenheit unter den Stadtfrauen von Mathurā und fragen bang, ob er sich noch an sie erinnere. Rāma tröstet sie mit Kṛṣṇas liebevollen Botschaften.
Śrī-Kṛṣṇa sprach: Geh zu den göttlichen Welten, wie du [sie dir] gewünscht hast, o Herrscher der Menschen — mit ungehinderter höchster Herrschaft, durch meine Gnade gemehrt.
Wort für Wort
yathābhivāñchitāṃl lokān divyān gaccha
geh zu den göttlichen Welten, wie du [sie] gewünscht hast
Nachdem du die großen göttlichen Genüsse genossen hast, wirst du in einer großen Familie [wiedergeboren] werden, dich durch meine Gnade an [deine früheren] Geburten erinnernd, und dann wirst du die Erlösung erlangen.
Wort für Wort
bhuktvā divyān mahābhogān
nachdem du die großen göttlichen Genüsse genossen hast
bhaviṣyasi mahākule
wirst du in einer großen Familie [geboren] werden
jātismaro matprasādāt
dich an [deine früheren] Geburten erinnernd, durch meine Gnade
So angesprochen, verneigte sich der König vor dem Herrn der Welten, dem Unvergänglichen, und aus der Öffnung der Höhle heraustretend, sah er [nur noch] kleine Menschen.
Wort für Wort
ity uktaḥ praṇipatyeśaṃ
so angesprochen, sich vor dem Herrn verneigend
jagatām acyutaṃ nṛpaḥ
der Welten, dem Unvergänglichen, der König
guhāmukhād viniṣkrānto
aus der Öffnung der Höhle heraustretend
dadṛśe so 'lpakān narān
sah er kleine Menschen
[Anm.: Motiv der Zeitverschiebung — durch seinen langen, von den Göttern gewährten Schlaf hat Mucukunda mehrere Zeitalter verschlafen und findet die Menschheit körperlich verkleinert vor, ein Zeichen des fortgeschrittenen Kaliyuga (vgl. V.5).]
Auch Kṛṣṇa, nachdem er den Feind und durch eine List fürwahr auch dessen Heer hatte vernichten lassen, ergriff, nach Mathurā gekommen, [das Heer], glänzend von Elefanten, Pferden und Wagen.
Wort für Wort
kṛṣṇo 'pi ghātayitvārim
auch Kṛṣṇa, den Feind hatte töten lassen
upāyena hi tadbalam
und durch eine List fürwahr dessen Heer
jagrāha mathurām etya
ergriff er, nach Mathurā gekommen
hastyaśvasyandanojjvalam
[das Heer,] glänzend von Elefanten, Pferden und Wagen
Und, [es] herbeigebracht, übergab er [es] dem Ugrasena in Dvāravatī, und die Familie des Yadu wurde frei von der Furcht, von anderen überwältigt zu werden.
priyāṇy anekāny avadan gopās tatra halāyudham / gopyaś ca premamuditāḥ procuḥ serṣyam athāparāḥ //
Die Hirten dort sprachen viele liebe Worte zu Halāyudha, und die Hirtinnen, von Liebe erfreut, sprachen — manche mit Eifersucht, andere wiederum [anders].
Wort für Wort
priyāṇy anekāny avadan
viele liebe [Worte] sprachen
gopās tatra halāyudham
die Hirten dort zu Halāyudha
gopyaś ca premamuditāḥ
und die Hirtinnen, von Liebe erfreut
procuḥ serṣyam athāparāḥ
sprachen, [manche] mit Eifersucht, andere aber [anders]
asmacceṣṭopahasanaṃ na kaccit purayoṣitām / saubhāgyamānam adhikaṃ karoti kṣaṇasauhṛdaḥ //
'Verschafft er, [dessen] Freundschaft mit uns nur für einen Augenblick [war], den Stadtfrauen durch das Verspotten unseres Verhaltens wohl nicht eine noch größere Anerkennung ihres Glücks?'
Wort für Wort
asmacceṣṭopahasanaṃ
das Verspotten unseres Verhaltens
na kaccit purayoṣitām
wohl nicht bei den Stadtfrauen
saubhāgyamānam adhikaṃ karoti
bewirkt es eine größere Anerkennung des Glücks
kṣaṇasauhṛdaḥ
[er, dessen] Freundschaft [nur] für einen Augenblick [war]
'Erinnert sich Kṛṣṇa wohl an uns [und] das Folgen mit Gesang, das [wir] taten? Wird er wohl, um [seine] Mutter zu sehen, auch nur einmal [wieder] kommen?'
Wort für Wort
kaccit smarati naḥ kṛṣṇo
erinnert sich Kṛṣṇa wohl an uns
gītānugamanaṃ kṛtam
das Folgen mit Gesang, das [wir] taten
apy asau mātaraṃ draṣṭuṃ
wird er wohl, [seine] Mutter zu sehen
sakṛd apy āgamiṣyati
auch nur einmal kommen
[Anm.: 'gītānugamana' ('das Folgen mit Gesang') bezieht sich wohl auf das Rāsa-Spiel/den gemeinsamen Tanz und Gesang mit Kṛṣṇa aus Kap.189.]