Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 51: puruṣottamavaraprādānarājasvargagamanavarṇanam Puruṣottamas Selbstoffenbarung, die Gabengewährung an Indradyumna und die Weihe der Bildnisse

Der glückselige Herr offenbart sich Indradyumna als Puruṣottama, der mit allen Göttern identisch und die Grundlage des ganzen Universums ist. Der König preist ihn in einer weiteren Hymne und erbittet die höchste Erlösung; Viṣṇu gewährt ihm zehntausendneunhundert Jahre ununterbrochener Herrschaft und danach die Erlösung, beschreibt ausführlich das Tīrtha des Indradyumna-Sees mit seinem Banyanbaum und Pavillon sowie das jährliche Fest im Monat Āṣāḍha, und entschwindet dann mit Viśvakarman. Der König weiht feierlich die drei Bildnisse (Kṛṣṇa, Rāma/Ananta, Subhadrā) im Tempel und geht schließlich, nachdem er alles verschenkt hat, in Viṣṇus höchsten Zustand ein. Die Munis fragen abschließend nach der rechten Zeit und dem Ritus des Pañcatīrtha-Pilgerrituals sowie den Verdiensten des Anblicks von Puruṣottama, worauf Brahmā antwortet, dass der Anblick am zwölften Tag der hellen Monatshälfte des Jyeṣṭha besonders verdienstvoll ist.

{śrībhagavān uvāca:} nāhaṃ devo na yakṣo vā na daityo na ca devarāṭ / na brahmā na ca rudro 'haṃ viddhi māṃ puruṣottamam //

Der glückselige Herr sprach: Ich bin nicht ein Gott, nicht ein Yakṣa, nicht ein Daitya, und nicht der König der Götter; ich bin nicht Brahmā und nicht Rudra - wisse, ich bin Puruṣottama.

Wort für Wort
na aham devaḥ
ich bin nicht ein Gott
na yakṣaḥ vā
nicht ein Yakṣa
na daityaḥ
nicht ein Daitya
na ca devarāṭ
und nicht der König der Götter
na brahmā
nicht Brahmā
na ca rudraḥ aham
und ich bin nicht Rudra
viddhi mām
wisse mich
puruṣottamam
als Puruṣottama

artihā sarvalokānām anantabalapauruṣaḥ / ārādhanīyo bhūtānām anto yasya na vidyate //

ich bin der Beseitiger des Leids aller Welten, von unendlicher Kraft und Tatkraft, verehrungswürdig für alle Wesen, dessen Ende nicht existiert,

Wort für Wort
artihā
der Beseitiger des Leids
sarvalokānām
aller Welten
anantabalapauruṣaḥ
von unendlicher Kraft und Tatkraft
ārādhanīyaḥ
verehrungswürdig
bhūtānām
für die Wesen
antaḥ
Ende
yasya
dessen
na vidyate
es existiert nicht

paṭhyate sarvaśāstreṣu vedānteṣu nigadyate / yam āhur jñānagamyeti vāsudeveti yoginaḥ //

ich werde in allen Lehrbüchern gelesen, in den Vedānta-Texten verkündet; den die Yogins 'durch Wissen erreichbar' und 'Vāsudeva' nennen,

Wort für Wort
paṭhyate
er wird gelesen/behandelt
sarvaśāstreṣu
in allen Lehrbüchern
vedānteṣu
in den Vedānta-Texten
nigadyate
er wird verkündet
yam āhuḥ
den sie nennen
jñānagamya iti
'durch Wissen erreichbar'
vāsudeva iti
'Vāsudeva'
yoginaḥ
die Yogins

aham eva svayaṃ brahmā ahaṃ viṣṇuḥ śivo 'py aham / indro 'haṃ devarājaś ca jagatsaṃyamano yamaḥ //

ich bin selbst Brahmā, ich bin Viṣṇu, ich bin auch Śiva; ich bin Indra, der König der Götter, und Yama, der Bezwinger der Welt,

Wort für Wort
aham eva
ich selbst
svayam
selbst
brahmā
Brahmā
aham viṣṇuḥ
ich bin Viṣṇu
śivaḥ api aham
ich bin auch Śiva
indraḥ aham
ich bin Indra
devarājaḥ
der König der Götter
ca
und
jagatsaṃyamanaḥ
der Bezwinger der Welt
yamaḥ
Yama

pṛthivyādīni bhūtāni tretāgnir hutabhuṅ nṛpa / varuṇo 'pāṃ patiś cāhaṃ dharitrī ca mahīdharaḥ //

ich bin die Elemente, Erde und die anderen, das dreifache Opferfeuer, der Opferverzehrer, o König; ich bin Varuṇa, der Herr der Wasser, und die Erdträgerin und der Bergträger,

Wort für Wort
pṛthivyādīni bhūtāni
die Elemente, Erde und die anderen
tretāgniḥ
das dreifache Opferfeuer
hutabhuk
der Opferverzehrer
nṛpa
o König
varuṇaḥ
Varuṇa
apām patiḥ
der Herr der Wasser
ca aham
und ich
dharitrī
die Erdträgerin
ca mahīdharaḥ
und der Bergträger

yat kiṃcid vāṅmayaṃ loke jagat sthāvarajaṅgamam / carācaraṃ ca yad viśvaṃ madanyan nāsti kiṃcana //

was auch immer in der Welt aus Rede besteht, die unbewegliche und bewegliche Welt, und was das ganze bewegliche und unbewegliche Universum ist - außer mir gibt es nichts.

Wort für Wort
yat kiṃcit
was auch immer
vāṅmayam
aus Rede bestehend
loke
in der Welt
jagat
die Welt
sthāvarajaṅgamam
unbeweglich und beweglich
carācaram
beweglich und unbeweglich
ca yat viśvam
und was das Universum
mad-anyat
außer mir
na asti kiṃcana
es gibt nichts

prīto 'haṃ te nṛpaśreṣṭha varaṃ varaya suvrata / yad iṣṭaṃ tat prayacchāmi hṛdi yat te vyavasthitam //

Ich bin zufrieden mit dir, o Bester der Könige - erbitte eine Gabe, o Tugendhafter; was gewünscht ist, das gewähre ich, was in deinem Herzen feststeht.

Wort für Wort
prītaḥ aham
ich bin zufrieden
te
mit dir
nṛpaśreṣṭha
o Bester der Könige
varam varaya
erbitte eine Gabe
suvrata
o Tugendhafter
yat iṣṭam
was gewünscht ist
tat prayacchāmi
das gewähre ich
hṛdi
im Herzen
yat te vyavasthitam
was bei dir feststeht

maddarśanam apuṇyānāṃ svapnānte 'pi na jāyate / tvaṃ punar dṛḍhabhaktitvāt pratyakṣaṃ dṛṣṭavān asi //

Der Anblick von mir wird den Unverdienstvollen nicht einmal am Ende eines Traumes zuteil; du aber hast mich wegen deiner festen Hingabe sichtbar erblickt.

Wort für Wort
maddarśanam
der Anblick von mir
apuṇyānām
der Unverdienstvollen
svapnānte api
selbst am Ende eines Traumes
na jāyate
es wird nicht zuteil
tvam punaḥ
du aber
dṛḍhabhaktitvāt
wegen fester Hingabe
pratyakṣam
sichtbar
dṛṣṭavān asi
du hast erblickt

{brahmovāca:} śrutvaivaṃ vāsudevasya vacanaṃ tasya bho dvijāḥ / romāñcitatanur bhūtvā idaṃ stotraṃ jagau nṛpaḥ //

Brahmā sprach: Nachdem er so das Wort Vāsudevas gehört hatte, o Brahmanen, wurde der König am Körper von Freudenschauern ergriffen und sang diese Hymne:

Wort für Wort
śrutvā
nachdem gehört
evam
so
vāsudevasya
Vāsudevas
vacanam
das Wort
tasya
von ihm
bhoḥ dvijāḥ
o Brahmanen
romāñcitatanuḥ
am Körper von Freudenschauern ergriffen
bhūtvā
geworden
idam stotram
diese Hymne
jagau
er sang
nṛpaḥ
der König

{rājovāca:} śriyaḥ kānta namas te 'stu śrīpate pītavāsase / śrīda śrīśa śrīnivāsa namas te śrīniketana //

Der König sprach: O Geliebter der Śrī, Verehrung sei dir, o Gemahl der Śrī, Gelbgewandeter! O Gewährer der Śrī, Herr der Śrī, Wohnstatt der Śrī, Verehrung dir, o Behausung der Śrī!

Wort für Wort
śriyaḥ kānta
o Geliebter der Śrī
namaḥ te astu
Verehrung sei dir
śrīpate
o Gemahl der Śrī
pītavāsase
Gelbgewandeter
śrīda
o Gewährer der Śrī
śrīśa
o Herr der Śrī
śrīnivāsa
o Wohnstatt der Śrī
namaḥ te
Verehrung dir
śrīniketana
o Behausung der Śrī

ādyaṃ puruṣam īśānaṃ sarveśaṃ sarvatomukham / niṣkalaṃ paramaṃ devaṃ praṇato 'smi sanātanam //

Vor dem ursprünglichen Puruṣa, dem Herrschenden, dem Herrn von allem, dem allseitig Gesichtigen, dem Teillosen, dem höchsten, ewigen Gott verneige ich mich.

Wort für Wort
ādyam puruṣam
den ursprünglichen Puruṣa
īśānam
den Herrschenden
sarveśam
den Herrn von allem
sarvatomukham
den allseitig Gesichtigen
niṣkalam
den Teillosen
paramam devam
den höchsten Gott
praṇataḥ asmi
ich verneige mich
sanātanam
den ewigen

śabdātītaṃ guṇātītaṃ bhāvābhāvavivarjitam / nirlepaṃ nirguṇaṃ sūkṣmaṃ sarvajñaṃ sarvabhāvanam //

dich, der du jenseits von Wort und Eigenschaft bist, frei von Sein und Nicht-Sein, unbefleckt, eigenschaftslos, fein, allwissend, Ursprung von allem,

Wort für Wort
śabdātītam
jenseits von Wort
guṇātītam
jenseits von Eigenschaft
bhāvābhāvavivarjitam
frei von Sein und Nicht-Sein
nirlepam
unbefleckt
nirguṇam
eigenschaftslos
sūkṣmam
fein
sarvajñam
allwissend
sarvabhāvanam
Ursprung/Verursacher von allem

prāvṛṇmeghapratīkāśaṃ gobrāhmaṇahite ratam / sarveṣām eva goptāraṃ vyāpinaṃ sarvabhāvinam //

gleich einer Regenzeitwolke, dem Wohl von Kühen und Brahmanen zugetan, den Beschützer von allen, alldurchdringend, das Werden von allem,

Wort für Wort
prāvṛṇmeghapratīkāśam
gleich einer Regenzeitwolke
gobrāhmaṇahite
dem Wohl von Kühen und Brahmanen
ratam
zugetan
sarveṣām eva
von allen
goptāram
den Beschützer
vyāpinam
alldurchdringend
sarvabhāvinam
das Werden von allem

śaṅkhacakradharaṃ devaṃ gadāmuśaladhāriṇam / namasye varadaṃ devaṃ nīlotpaladalacchavim //

den Gott, den Träger von Muschelhorn und Diskus, Keule und Musala haltend - ich verneige mich vor dem gabengewährenden Gott, von der Farbe eines blauen Lotosblattes,

Wort für Wort
śaṅkhacakradharam
den Träger von Muschelhorn und Diskus
devam
den Gott
gadāmuśaladhāriṇam
Keule und Musala haltend
namasye
ich verneige mich
varadam devam
vor dem gabengewährenden Gott
nīlotpaladalacchavim
von der Farbe eines blauen Lotosblattes

nāgaparyaṅkaśayanaṃ kṣīrodārṇavaśāyinam / namasye 'haṃ hṛṣīkeśaṃ sarvapāpaharaṃ harim //

der auf einem Schlangenbett ruht, im Milchozean liegt - ich verneige mich vor Hṛṣīkeśa, dem alle Sünde tilgenden Hari,

Wort für Wort
nāgaparyaṅkaśayanam
der auf einem Schlangenbett ruht
kṣīrodārṇavaśāyinam
der im Milchozean liegt
namasye aham
ich verneige mich
hṛṣīkeśam
vor Hṛṣīkeśa
sarvapāpaharam
alle Sünde tilgend
harim
Hari

punas tvāṃ devadeveśaṃ namasye varadaṃ vibhum / sarvalokeśvaraṃ viṣṇuṃ mokṣakāraṇam avyayam //

wiederum verneige ich mich vor dir, dem Herrn der Götter der Götter, dem gabengewährenden Allherrscher, dem Herrn aller Welten, Viṣṇu, der Ursache der Erlösung, dem Unvergänglichen.

Wort für Wort
punaḥ
wiederum
tvām
vor dir
devadeveśam
dem Herrn der Götter der Götter
namasye
ich verneige mich
varadam
gabengewährend
vibhum
den Allherrscher
sarvalokeśvaram
den Herrn aller Welten
viṣṇum
Viṣṇu
mokṣakāraṇam
die Ursache der Erlösung
avyayam
den Unvergänglichen

{brahmovāca:} evaṃ stutvā tu taṃ devaṃ praṇipatya kṛtāñjaliḥ / uvāca praṇato bhūtvā nipatya dharaṇītale //

Brahmā sprach: Nachdem er so jenen Gott gepriesen und sich niedergeworfen hatte, mit gefalteten Händen, sprach er, sich verneigend, auf den Erdboden niedergefallen:

Wort für Wort
evam
so
stutvā
nachdem gepriesen
tu
aber
tam devam
jenen Gott
praṇipatya
nachdem sich niedergeworfen
kṛtāñjaliḥ
mit gefalteten Händen
uvāca
er sprach
praṇataḥ
sich verneigend
bhūtvā
geworden
nipatya
niedergefallen
dharaṇītale
auf den Erdboden

{rājovāca:} prīto 'si yadi me nātha vṛṇomi varam uttamam / devāsurāḥ sagandharvā yakṣarakṣomahoragāḥ //

Der König sprach: Wenn du mit mir zufrieden bist, o Herr, erbitte ich eine vortreffliche Gabe. Götter und Asuras samt Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas und große Schlangenwesen,

Wort für Wort
prītaḥ asi
du bist zufrieden
yadi
wenn
me
mit mir
nātha
o Herr
vṛṇomi
ich erbitte
varam uttamam
eine vortreffliche Gabe
devāsurāḥ
Götter und Asuras
sagandharvāḥ
samt Gandharvas
yakṣarakṣomahoragāḥ
Yakṣas, Rākṣasas und große Schlangenwesen

siddhavidyādharāḥ sādhyāḥ kiṃnarā guhyakās tathā / ṛṣayo ye mahābhāgā nānāśāstraviśāradāḥ //

Siddhas, Vidyādharas, Sādhyas, Kiṃnaras, ebenso Guhyakas, und welche hochbeglückten Ṛṣis es gibt, die in mancherlei Lehrbüchern bewandert sind,

Wort für Wort
siddhavidyādharāḥ
Siddhas (und) Vidyādharas
sādhyāḥ
Sādhyas
kiṃnarāḥ
Kiṃnaras
guhyakāḥ
Guhyakas
tathā
ebenso
ṛṣayaḥ
Ṛṣis
ye mahābhāgāḥ
die hochbeglückten
nānāśāstraviśāradāḥ
die in mancherlei Lehrbüchern bewandert sind

parivrāḍyogayuktāś ca vedatattvārthacintakāḥ / mokṣamārgavido ye 'nye dhyāyanti paramaṃ padam //

und die Wanderasketen, die dem Yoga verbunden sind, die Denker über die wahre Bedeutung der Veden, und welche anderen den Weg der Erlösung kennen - die den höchsten Zustand meditieren,

Wort für Wort
parivrāḍyogayuktāḥ
die Wanderasketen, die dem Yoga verbunden sind
ca
und
vedatattvārthacintakāḥ
die Denker über die wahre Bedeutung der Veden
mokṣamārgavidaḥ
die den Weg der Erlösung Kennenden
ye anye
welche andere
dhyāyanti
sie meditieren
paramam padam
den höchsten Zustand

nirguṇaṃ nirmalaṃ śāntaṃ yat paśyanti manīṣinaḥ / tat padaṃ gantum icchāmi tvatprasādāt sudurlabham //

eigenschaftslos, makellos, friedvoll - jenen Zustand, den die Weisen schauen, jenen Zustand möchte ich, durch deine Gnade, erreichen - den sehr schwer zu erlangenden.

Wort für Wort
nirguṇam
eigenschaftslos
nirmalam
makellos
śāntam
friedvoll
yat paśyanti
den sie schauen
manīṣinaḥ
die Weisen
tat padam
jenen Zustand
gantum icchāmi
ich möchte erreichen
tvatprasādāt
durch deine Gnade
sudurlabham
den sehr schwer zu erlangenden

{śrībhagavān uvāca:} sarvaṃ bhavatu bhadraṃ te yatheṣṭaṃ sarvam āpnuhi / bhaviṣyati yathākāmaṃ matprasādān na saṃśayaḥ //

Der glückselige Herr sprach: Alles Gute möge dir zuteilwerden; erlange alles, wie gewünscht - es wird geschehen, wie du begehrst, durch meine Gnade, kein Zweifel.

Wort für Wort
sarvam bhavatu
alles möge geschehen
bhadram te
Gutes für dich
yatheṣṭam
wie gewünscht
sarvam āpnuhi
erlange alles
bhaviṣyati
es wird geschehen
yathākāmam
wie gewünscht
matprasādāt
durch meine Gnade
na saṃśayaḥ
kein Zweifel

daśa varṣasahasrāṇi tathā nava śatāni ca / avicchinnaṃ mahārājyaṃ kuru tvaṃ nṛpasattama //

Zehntausend Jahre, und ebenso neunhundert - übe du, o Bester der Könige, ununterbrochen die große Königsherrschaft aus,

Wort für Wort
daśa varṣasahasrāṇi
zehntausend Jahre
tathā nava śatāni
und ebenso neunhundert
ca
und
avicchinnam
ununterbrochen
mahārājyam
die große Königsherrschaft
kuru
übe aus
tvam
du
nṛpasattama
o Bester der Könige

prayāsyasi padaṃ divyaṃ durlabhaṃ yat surāsuraiḥ / pūrṇamanorathaṃ śāntaṃ guhyam avyaktam avyayam //

dann wirst du zum göttlichen Zustand gelangen, der für Götter und Asuras schwer zu erlangen ist, der alle Wünsche erfüllt, friedvoll, geheim, unmanifest, unvergänglich,

Wort für Wort
prayāsyasi
du wirst gelangen
padam divyam
zum göttlichen Zustand
durlabham
schwer zu erlangen
yat surāsuraiḥ
der für Götter und Asuras
pūrṇamanoratham
alle Wünsche erfüllend
śāntam
friedvoll
guhyam
geheim
avyaktam
unmanifest
avyayam
unvergänglich

parāt parataraṃ sūkṣmaṃ nirlepaṃ niṣkalaṃ dhruvam / cintāśokavinirmuktaṃ kriyākāraṇavarjitam //

höher als das Höchste, fein, unbefleckt, teillos, feststehend, frei von Sorge und Kummer, frei von Wirkung und Ursache,

Wort für Wort
parāt parataram
höher als das Höchste
sūkṣmam
fein
nirlepam
unbefleckt
niṣkalam
teillos
dhruvam
feststehend
cintāśokavinirmuktam
frei von Sorge und Kummer
kriyākāraṇavarjitam
frei von Wirkung und Ursache

tad ahaṃ darśayiṣyāmi jñeyākhyaṃ paramaṃ padam / yaṃ prāpya paramānandaṃ prāpsyasi paramāṃ gatim //

jenen, genannt das zu Erkennende, den höchsten Zustand, werde ich dir zeigen; nachdem du ihn erlangt hast, wirst du höchste Wonne, den höchsten Weg erlangen.

Wort für Wort
tat
jenen
aham darśayiṣyāmi
ich werde zeigen
jñeyākhyam
genannt das zu Erkennende
paramam padam
den höchsten Zustand
yam prāpya
nachdem erlangt
paramānandam
höchste Wonne
prāpsyasi
du wirst erlangen
paramām gatim
den höchsten Weg

kīrtiś ca tava rājendra bhavaty atra mahītale / yāvad ghanā nabho yāvad yāvac candrārkatārakam //

Und dein Ruhm, o bester der Könige, wird hier auf der Erde bestehen, solange Wolken den Himmel erfüllen, solange Mond, Sonne und Sterne bestehen,

Wort für Wort
kīrtiḥ
der Ruhm
ca tava
und dein
rājendra
o bester der Könige
bhavati
er wird sein
atra mahītale
hier auf der Erde
yāvat ghanāḥ nabhaḥ
solange Wolken (im) Himmel
yāvat
solange
yāvat candrārkatārakam
solange Mond, Sonne und Sterne

yāvat samudrāḥ saptaiva yāvan mervādiparvatāḥ / tiṣṭhanti divi devāś ca tāvat sarvatra cāvyayā //

solange die sieben Ozeane, solange der Meru und die anderen Berge, solange die Götter im Himmel bestehen - so lange wird er überall unvergänglich sein.

Wort für Wort
yāvat samudrāḥ sapta eva
solange die sieben Ozeane
yāvat merv-ādi-parvatāḥ
solange der Meru und die anderen Berge
tiṣṭhanti
sie bestehen
divi
im Himmel
devāḥ
die Götter
ca
und
tāvat
so lange
sarvatra
überall
ca avyayā
und unvergänglich

indradyumnasaro nāma tīrthaṃ yajñāṅgasaṃbhavam / yatra snātvā sakṛl lokaḥ śakralokam avāpnuyāt //

Ein Tīrtha namens Indradyumna-See, entstanden als Teil des Opfers - wo, nachdem man sich nur einmal gebadet hat, ein Mensch die Welt Indras erlangen wird,

Wort für Wort
indradyumnasaraḥ nāma
namens Indradyumna-See
tīrtham
das Tīrtha
yajñāṅgasaṃbhavam
entstanden als Teil des Opfers
yatra
wo
snātvā
nachdem gebadet
sakṛt
einmal
lokaḥ
ein Mensch
śakralokam
die Welt Indras
avāpnuyāt
er wird erlangen

dāpayiṣyati yaḥ piṇḍāṃs taṭe 'smin sarasaḥ śubhe / kulaikaviṃśam uddhṛtya śakralokaṃ gamiṣyati //

wer an diesem schönen Ufer des Sees den Ahnen Opferkuchen darbringen lässt, wird einundzwanzig Generationen seiner Familie erretten und zur Welt Indras gehen.

Wort für Wort
dāpayiṣyati
er wird darbringen lassen
yaḥ
wer
piṇḍān
Opferkuchen
taṭe asmin
an diesem Ufer
sarasaḥ
des Sees
śubhe
schönen
kulaikaviṃśam
einundzwanzig (Generationen) der Familie
uddhṛtya
nachdem errettet
śakralokam
zur Welt Indras
gamiṣyati
er wird gehen

pūjyamāno 'psarobhiś ca gandharvair gītanisvanaiḥ / vimānena vaset tatra yāvad indrāś caturdaśa //

verehrt von Apsaras und Gandharvas mit Gesangsklängen, wird er dort in einem Himmelswagen wohnen, solange vierzehn Indras amtieren.

Wort für Wort
pūjyamānaḥ
verehrt werdend
apsarobhiḥ
von Apsaras
ca gandharvaiḥ
und von Gandharvas
gītanisvanaiḥ
mit Gesangsklängen
vimānena
in einem Himmelswagen
vaset
er wird wohnen
tatra
dort
yāvat indrāḥ caturdaśa
solange vierzehn Indras

saraso dakṣiṇe bhāge nairṛtyāṃ tu samāśrite / nyagrodhas tiṣṭhate tatra tatsamīpe tu maṇḍapaḥ //

Im südlichen Teil des Sees, in südwestlicher Richtung gelegen, steht dort ein Banyanbaum, und in seiner Nähe ein Pavillon,

Wort für Wort
sarasaḥ dakṣiṇe bhāge
im südlichen Teil des Sees
nairṛtyām
in südwestlicher Richtung
tu samāśrite
gelegen
nyagrodhaḥ
ein Banyanbaum
tiṣṭhate
er steht
tatra
dort
tatsamīpe
in seiner Nähe
tu maṇḍapaḥ
ein Pavillon

ketakīvanasaṃchanno nānāpādapasaṃkulaḥ / nārikelair asaṃkhyeyaiś campakair bakulāvṛtaiḥ //

bedeckt mit einem Ketakī-Blumenhain, gedrängt voll von mancherlei Bäumen, mit unzähligen Kokospalmen, umgeben von Campaka- und Bakula-Bäumen,

Wort für Wort
ketakīvanasaṃchannaḥ
bedeckt mit einem Ketakī-Blumenhain
nānāpādapasaṃkulaḥ
gedrängt voll von mancherlei Bäumen
nārikelaiḥ asaṃkhyeyaiḥ
mit unzähligen Kokospalmen
campakaiḥ
mit Campaka-Bäumen
bakulāvṛtaiḥ
umgeben von Bakula-Bäumen

aśokaiḥ karṇikāraiś ca puṃnāgair nāgakesaraiḥ / pāṭalāmrātasaralaiś candanair devadārubhiḥ //

mit Aśoka-, Karṇikāra-, Puṃnāga- und Nāgakesara-Bäumen, mit Pāṭalā-, Amrāta- und Sarala-Bäumen, mit Sandelholz- und Devadāru-Bäumen,

Wort für Wort
aśokaiḥ
mit Aśoka-Bäumen
karṇikāraiḥ
mit Karṇikāra-Bäumen
ca
und
puṃnāgaiḥ
mit Puṃnāga-Bäumen
nāgakesaraiḥ
mit Nāgakesara-Bäumen
pāṭalāmrātasaralaiḥ
mit Pāṭalā-, Amrāta- und Sarala-Bäumen
candanaiḥ
mit Sandelholzbäumen
devadārubhiḥ
mit Devadāru-Bäumen

nyagrodhāśvatthakhadiraiḥ pārijātaiḥ sahārjunaiḥ / hintālaiś caiva tālaiś ca śiṃśapair badarais tathā //

mit Banyan-, Aśvattha- und Khadira-Bäumen, mit Pārijāta-Bäumen samt Arjuna-Bäumen, mit Hintāla- und Tāla-Palmen, mit Śiṃśapā- und Jujube-Bäumen,

Wort für Wort
nyagrodhāśvatthakhadiraiḥ
mit Banyan-, Aśvattha- und Khadira-Bäumen
pārijātaiḥ
mit Pārijāta-Bäumen
saha arjunaiḥ
samt Arjuna-Bäumen
hintālaiḥ
mit Hintāla-Palmen
ca eva tālaiḥ
und mit Tāla-Palmen
ca
und
śiṃśapaiḥ
mit Śiṃśapā-Bäumen
badaraiḥ
mit Jujube-Bäumen
tathā
ebenso

karañjair lakucaiḥ plakṣaiḥ panasair bilvadhātukaiḥ / anyair bahuvidhair vṛkṣaiḥ śobhitaḥ samalaṃkṛtaḥ //

mit Karañja-, Lakuca-, Plakṣa-, Jackfrucht- und Bilva-Dhātuka-Bäumen, und mit anderen vielerlei Bäumen geschmückt und ausgestattet.

Wort für Wort
karañjaiḥ
mit Karañja-Bäumen
lakucaiḥ
mit Lakuca-Bäumen
plakṣaiḥ
mit Plakṣa-Bäumen
panasaiḥ
mit Jackfrucht-Bäumen
bilvadhātukaiḥ
mit Bilva-Dhātuka-Bäumen
anyaiḥ bahuvidhaiḥ vṛkṣaiḥ
mit anderen vielerlei Bäumen
śobhitaḥ
geschmückt
samalaṃkṛtaḥ
ausgestattet

āṣāḍhasya site pakṣe pañcamyāṃ pitṛdaivate / ṛkṣe neṣyanti nas tatra nītvā sapta dināni vai //

Im hellen Halbmonat des Āṣāḍha, am fünften Tag, unter dem den Ahnen zugehörigen Sternbild - dorthin werden sie uns führen, und nachdem sie uns sieben Tage geführt haben,

Wort für Wort
āṣāḍhasya site pakṣe
im hellen Halbmonat des Āṣāḍha
pañcamyām
am fünften Tag
pitṛdaivate ṛkṣe
unter dem den Ahnen zugehörigen Sternbild
neṣyanti
sie werden führen
naḥ
uns
tatra
dorthin
nītvā
nachdem geführt
sapta dināni
sieben Tage
vai
wahrlich

[Anm.: "pitṛdaivate ṛkṣe" bezieht sich vermutlich auf das Anurādhā-Nakṣatra, das traditionell mit den Ahnen (Pitṛs) assoziiert wird.]

maṇḍape sthāpayiṣyanti suveśyābhiḥ suśobhanaiḥ / krīḍāviśeṣabahulair nṛtyagītamanoharaiḥ //

werden sie uns im Pavillon aufstellen, mit schönen Kurtisaninnen, mit sehr schönen, zahlreichen besonderen Spielen, bezaubernd durch Tanz und Gesang,

Wort für Wort
maṇḍape
im Pavillon
sthāpayiṣyanti
sie werden aufstellen
suveśyābhiḥ
mit schönen Kurtisaninnen
suśobhanaiḥ
sehr schönen
krīḍāviśeṣabahulaiḥ
mit zahlreichen besonderen Spielen
nṛtyagītamanoharaiḥ
bezaubernd durch Tanz und Gesang

cāmaraiḥ svarṇadaṇḍaiś ca vyajanai ratnabhūṣaṇaiḥ / vījayantas tathāsmabhyaṃ sthāpayiṣyanti maṅgalāḥ //

mit Yak-Wedeln mit goldenen Stäben und mit Fächern, mit Juwelenschmuck versehen, uns zufächelnd, werden die Verheißungsvollen uns so aufstellen,

Wort für Wort
cāmaraiḥ
mit Yak-Wedeln
svarṇadaṇḍaiḥ
mit goldenen Stäben
ca vyajanaiḥ
und mit Fächern
ratnabhūṣaṇaiḥ
mit Juwelenschmuck
vījayantaḥ
zufächelnd
tathā asmabhyam
so uns
sthāpayiṣyanti
sie werden aufstellen
maṅgalāḥ
die Verheißungsvollen

brahmacārī yatiś caiva snātakāś ca dvijottamāḥ / vānaprasthā gṛhasthāś ca siddhāś cānye ca brāhmaṇāḥ //

der Brahmacārin und der Bettelmönch, die Snātakas, die besten der Zweifachgeborenen, die Waldeinsiedler und Householder, die Siddhas und andere Brahmanen,

Wort für Wort
brahmacārī
der Brahmacārin
yatiḥ
der Bettelmönch
ca eva
und auch
snātakāḥ
die Snātakas
ca dvijottamāḥ
und die besten der Zweifachgeborenen
vānaprasthāḥ
die Waldeinsiedler
gṛhasthāḥ
die Householder
ca
und
siddhāḥ
die Siddhas
ca anye ca brāhmaṇāḥ
und andere Brahmanen

nānāvarṇapadaiḥ stotrair ṛgyajuḥsāmanisvanaiḥ / kariṣyanti stutiṃ rājan rāmakeśavayoḥ punaḥ //

werden mit Hymnen von mancherlei Silben und Worten, mit den Klängen von Ṛc, Yajus und Sāman, wiederum den Lobpreis von Rāma und Keśava vollziehen, o König,

Wort für Wort
nānāvarṇapadaiḥ
von mancherlei Silben und Worten
stotraiḥ
mit Hymnen
ṛgyajuḥsāmanisvanaiḥ
mit den Klängen von Ṛc, Yajus und Sāman
kariṣyanti
sie werden vollziehen
stutim
den Lobpreis
rājan
o König
rāmakeśavayoḥ
von Rāma und Keśava
punaḥ
wiederum

tataḥ stutvā ca dṛṣṭvā ca saṃpraṇamya ca bhaktitaḥ / naro varṣāyutaṃ divyaṃ śrīmaddharipure vaset //

Dann wird der Mensch, nachdem er gepriesen und geschaut und sich mit Hingabe verneigt hat, zehntausend göttliche Jahre in der glanzvollen Stadt Haris wohnen,

Wort für Wort
tataḥ
dann
stutvā
nachdem gepriesen
ca dṛṣṭvā
und geschaut
ca saṃpraṇamya
und sich verneigt
ca bhaktitaḥ
und mit Hingabe
naraḥ
der Mensch
varṣāyutam
zehntausend Jahre
divyam
göttliche
śrīmaddharipure
in der glanzvollen Stadt Haris
vaset
er wird wohnen

pūjyamāno 'psarobhiś ca gandharvair gītanisvanaiḥ / harer anucaras tatra krīḍate keśavena vai //

verehrt von Apsaras und Gandharvas mit Gesangsklängen, wird er dort als Gefolgsmann Haris wahrlich mit Keśava spielen,

Wort für Wort
pūjyamānaḥ
verehrt werdend
apsarobhiḥ
von Apsaras
ca gandharvaiḥ
und von Gandharvas
gītanisvanaiḥ
mit Gesangsklängen
hareḥ anucaraḥ
als Gefolgsmann Haris
tatra
dort
krīḍate
er spielt
keśavena
mit Keśava
vai
wahrlich

vimānenārkavarṇena ratnahāreṇa bhrājatā / sarvakāmair mahābhogais tiṣṭhate bhuvanottame //

mit einem sonnenfarbenen Himmelswagen, glänzend mit Juwelenketten, mit allen Wünschen erfüllt und großen Genüssen wird er in der besten der Welten verweilen,

Wort für Wort
vimānena arkavarṇena
mit einem sonnenfarbenen Himmelswagen
ratnahāreṇa
mit einer Juwelenkette
bhrājatā
glänzend
sarvakāmaiḥ
mit allen Wünschen
mahābhogaiḥ
mit großen Genüssen
tiṣṭhate
er verweilt
bhuvanottame
in der besten der Welten

tapaḥkṣayādihāgatya manuṣyo brāhmaṇo bhavet / koṭīdhanapatiḥ śrīmāṃś caturvedī bhaved dhruvam //

und wenn der Verdienst der Askese erschöpft ist, wird er, hierher zurückgekehrt, als Mensch ein Brahmane werden - ein Herr von Millionen an Reichtum, glanzvoll, gewiss ein Kenner der vier Veden.

Wort für Wort
tapaḥkṣayāt
wegen der Erschöpfung der Askese (des Verdienstes)
iha āgatya
nachdem er hierher zurückgekehrt ist
manuṣyaḥ
als Mensch
brāhmaṇaḥ
ein Brahmane
bhavet
er wird werden
koṭīdhanapatiḥ
ein Herr von Millionen an Reichtum
śrīmān
glanzvoll
caturvedī
ein Kenner der vier Veden
bhavet dhruvam
er wird gewiss werden

{brahmovāca:} evaṃ tasmai varaṃ dattvā kṛtvā ca samayaṃ hariḥ / jagāmādarśanaṃ viprāḥ sahito viśvakarmaṇā //

Brahmā sprach: Nachdem er ihm so die Gabe gewährt und ein Versprechen gemacht hatte, entschwand Hari, o Brahmanen, zusammen mit Viśvakarman, dem Blick.

Wort für Wort
evam
so
tasmai
ihm
varam
die Gabe
dattvā
nachdem gewährt
kṛtvā ca samayam
und nachdem er ein Versprechen gemacht hatte
hariḥ
Hari
jagāma adarśanam
er entschwand dem Blick
viprāḥ
o Brahmanen
sahitaḥ
zusammen mit
viśvakarmaṇā
mit Viśvakarman

sa tu rājā tadā hṛṣṭo romāñcitatanūruhaḥ / kṛtakṛtyam ivātmānaṃ mene saṃdarśanād dhareḥ //

Jener König aber, erfreut, mit von Freudenschauern gesträubten Körperhaaren, hielt sich, wegen des Anblicks Haris, für einen, dessen Aufgabe erfüllt war,

Wort für Wort
saḥ tu rājā
jener König aber
tadā
dann
hṛṣṭaḥ
erfreut
romāñcitatanūruhaḥ
mit von Freudenschauern gesträubten Körperhaaren
kṛtakṛtyam iva
wie einen, dessen Aufgabe erfüllt war
ātmānam
sich selbst
mene
er hielt für
saṃdarśanāt
wegen des Anblicks
hareḥ
Haris

tataḥ kṛṣṇaṃ ca rāmaṃ ca subhadrāṃ ca varapradām / rathair vimānasaṃkāśair maṇikāñcanacitritaiḥ //

dann ließ er Kṛṣṇa, Rāma und Subhadrā, die Gabengewährende, mit Wagen, gleich Himmelswagen, mit Juwelen und Gold verziert,

Wort für Wort
tataḥ
dann
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ca rāmam
und Rāma
ca subhadrām
und Subhadrā
varapradām
die Gabengewährende
rathaiḥ
mit Wagen
vimānasaṃkāśaiḥ
gleich Himmelswagen
maṇikāñcanacitritaiḥ
mit Juwelen und Gold verziert

saṃvāhya tās tadā rājā mahāmaṅgalaniḥsvanaiḥ / ānayām āsa matimān sāmātyaḥ sapurohitaḥ //

transportieren, und der kluge König brachte sie dann, mit großen Segensklängen, samt seinen Ministern und Hauspriestern,

Wort für Wort
saṃvāhya
nachdem transportiert
tāḥ
sie (die Bildnisse)
tadā
dann
rājā
der König
mahāmaṅgalaniḥsvanaiḥ
mit großen Segensklängen
ānayām āsa
er brachte
matimān
der kluge
sa-amātyaḥ
samt Ministern
sa-purohitaḥ
samt Hauspriester

nānāvāditranirghoṣair nānāvedasvanaiḥ śubhaiḥ / saṃsthāpya ca śubhe deśe pavitre sumanohare //

mit dem Schall mancherlei Instrumente, mit mancherlei schönen Vedaklängen, und nachdem er sie an einem schönen, reinen, sehr bezaubernden Ort aufgestellt hatte,

Wort für Wort
nānāvāditranirghoṣaiḥ
mit dem Schall mancherlei Instrumente
nānāvedasvanaiḥ
mit mancherlei Vedaklängen
śubhaiḥ
schönen
saṃsthāpya
nachdem aufgestellt
ca śubhe deśe
an einem schönen Ort
pavitre
reinen
sumanohare
sehr bezaubernden

tataḥ śubhatithau kāle nakṣatre śubhalakṣaṇe / pratiṣṭhāṃ kārayām āsa sumuhūrte dvijaiḥ saha //

vollzog er dann, an einem günstigen Tag, zu günstiger Zeit, unter einem Sternbild von günstigem Zeichen, zu einer guten Stunde, zusammen mit den Brahmanen, die Weihe,

Wort für Wort
tataḥ
dann
śubhatithau
an einem günstigen Tag
kāle
zur Zeit
nakṣatre
unter dem Sternbild
śubhalakṣaṇe
von günstigem Zeichen
pratiṣṭhām
die Weihe
kārayām āsa
er ließ vollziehen
sumuhūrte
zu einer guten Stunde
dvijaiḥ saha
zusammen mit den Brahmanen

yathoktena vidhānena vidhidṛṣṭena karmaṇā / ācāryānumatenaiva sarvaṃ kṛtvā mahīpatiḥ //

nach der vorgeschriebenen Vorschrift, mit dem in der Vorschrift gesehenen Ritus, ganz nach der Zustimmung des Lehrmeisters, nachdem der Herr der Erde alles vollzogen hatte,

Wort für Wort
yathoktena vidhānena
nach der vorgeschriebenen Vorschrift
vidhidṛṣṭena karmaṇā
mit dem in der Vorschrift gesehenen Ritus
ācāryānumatena eva
ganz nach der Zustimmung des Lehrmeisters
sarvam
alles
kṛtvā
nachdem vollzogen
mahīpatiḥ
der Herr der Erde

ācāryāya tadā dattvā dakṣiṇāṃ vidhivat prabhuḥ / ṛtvigbhyaś ca vidhānena tathānyebhyo dhanaṃ dadau //

gab der Herr dem Lehrmeister dann vorschriftsmäßig die Ehrengabe, und den Opferpriestern und ebenso anderen gab er nach der Vorschrift Reichtum,

Wort für Wort
ācāryāya
dem Lehrmeister
tadā
dann
dattvā
nachdem gegeben
dakṣiṇām
die Ehrengabe
vidhivat
vorschriftsmäßig
prabhuḥ
der Herr
ṛtvigbhyaḥ
den Opferpriestern
ca vidhānena
und nach der Vorschrift
tathā anyebhyaḥ
und ebenso anderen
dhanam
Reichtum
dadau
er gab

kṛtvā pratiṣṭhāṃ vidhivat prāsāde bhavanottame / sthāpayām āsa tān sarvān vidhidṛṣṭena karmaṇā //

und nachdem er die Weihe vorschriftsmäßig im Tempel, dem besten der Gebäude, vollzogen hatte, stellte er sie alle mit dem in der Vorschrift gesehenen Ritus auf,

Wort für Wort
kṛtvā
nachdem vollzogen
pratiṣṭhām
die Weihe
vidhivat
vorschriftsmäßig
prāsāde
im Tempel
bhavanottame
dem besten der Gebäude
sthāpayām āsa
er stellte auf
tān sarvān
sie alle
vidhidṛṣṭena karmaṇā
mit dem in der Vorschrift gesehenen Ritus

tataḥ saṃpūjya vidhinā nānāpuṣpaiḥ sugandhibhiḥ / suvarṇamaṇimuktādyair nānāvastraiḥ suśobhanaiḥ //

dann, nachdem er sie nach der Vorschrift verehrt hatte, mit mancherlei wohlduftenden Blumen, mit Gold, Edelsteinen, Perlen und dergleichen, mit mancherlei sehr schönen Gewändern,

Wort für Wort
tataḥ
dann
saṃpūjya
nachdem verehrt
vidhinā
nach der Vorschrift
nānāpuṣpaiḥ
mit mancherlei Blumen
sugandhibhiḥ
wohlduftenden
suvarṇamaṇimuktādyaiḥ
mit Gold, Edelsteinen, Perlen und dergleichen
nānāvastraiḥ
mit mancherlei Gewändern
suśobhanaiḥ
sehr schönen

ratnaiś ca vividhair divyair āsanair grāmapattanaiḥ / dadau cānyān sa viṣayān purāṇi nagarāṇi ca //

und mit mancherlei göttlichen Juwelen, mit Sitzen, mit Dörfern und Städten ehrte er sie; und er gab andere Reiche, Burgen und Städte,

Wort für Wort
ratnaiḥ
mit Juwelen
ca vividhaiḥ divyaiḥ
und mit mancherlei göttlichen
āsanaiḥ
mit Sitzen
grāmapattanaiḥ
mit Dörfern und Städten
dadau
er gab
ca anyān
und andere
saḥ viṣayān
er Reiche/Gebiete
purāṇi
Burgen
nagarāṇi ca
und Städte

evaṃ bahuvidhaṃ dattvā rājyaṃ kṛtvā yathocitam / iṣṭvā ca vividhair yajñair dattvā dānāny anekaśaḥ //

so, nachdem er vielerlei gegeben, die Königsherrschaft ausgeübt hatte, wie es sich gebührt, und mit mancherlei Opfern geopfert und vielfach Gaben gegeben hatte,

Wort für Wort
evam
so
bahuvidham
vielerlei
dattvā
nachdem gegeben
rājyam
die Königsherrschaft
kṛtvā
nachdem ausgeübt
yathocitam
wie es sich gebührt
iṣṭvā
nachdem geopfert
ca vividhaiḥ yajñaiḥ
und mit mancherlei Opfern
dattvā
nachdem gegeben
dānāni
Gaben
anekaśaḥ
vielfach

kṛtakṛtyas tato rājā tyaktasarvaparigrahaḥ / jagāma paramaṃ sthānaṃ tad viṣṇoḥ paramaṃ padam //

ging der König, seine Aufgabe erfüllt, nachdem er allen Besitz aufgegeben hatte, zum höchsten Ort, jenem höchsten Zustand Viṣṇus.

Wort für Wort
kṛtakṛtyaḥ
seine Aufgabe erfüllt habend
tataḥ
dann
rājā
der König
tyaktasarvaparigrahaḥ
nachdem er allen Besitz aufgegeben hatte
jagāma
er ging
paramam sthānam
zum höchsten Ort
tat
jenem
viṣṇoḥ
Viṣṇus
paramam padam
höchsten Zustand

evaṃ mayā muniśreṣṭhāḥ kathito vo nṛpottamaḥ / kṣetrasya caiva māhātmyaṃ kim anyac chrotum icchatha //

So habe ich euch, o beste der Munis, von dem besten der Könige erzählt, und ebenso von der Größe des Feldes - was anderes wünscht ihr zu hören?

Wort für Wort
evam
so
mayā
von mir
muniśreṣṭhāḥ
o beste der Munis
kathitaḥ
erzählt
vaḥ
euch
nṛpottamaḥ
der beste der Könige
kṣetrasya
des Feldes
ca eva māhātmyam
und ebenso die Größe
kim anyat
was anderes
śrotum icchatha
wünscht ihr zu hören

{viṣṇur uvāca:} śrutvaivaṃ vacanaṃ tasya brahmaṇo 'vyaktajanmanaḥ / āścaryaṃ menire viprāḥ papracchuś ca punar mudā //

Nachdem sie so das Wort jenes aus dem Unmanifesten geborenen Brahmā gehört hatten, hielten es die Brahmanen für ein Wunder und fragten wieder mit Freude:

Wort für Wort
śrutvā
nachdem gehört
evam
so
vacanam
das Wort
tasya
jenes
brahmaṇaḥ
Brahmās
avyaktajanmanaḥ
des aus dem Unmanifesten Geborenen
āścaryam
ein Wunder
menire
sie hielten für
viprāḥ
die Brahmanen
papracchuḥ
sie fragten
ca punaḥ
und wieder
mudā
mit Freude

[Anm.: Der Sprecher-Tag im Original lautet an dieser Stelle irrtümlich "{viṣṇur uvāca:}", obwohl der Inhalt eindeutig eine Erzähler-Aussage über die (äußeren) Zuhörer der Brahmā-Erzählung ist - vermutlich ein Fehler im Quelltext für den eigentlichen äußeren Erzähler (Sūta/Lomaharṣaṇa). Als Quelltextfehler dokumentiert, nicht stillschweigend korrigiert.]

{munaya ūcuḥ:} kasmin kāle suraśreṣṭha gantavyaṃ puruṣottamam / vidhinā kena kartavyaṃ pañcatīrtham iti prabho //

Die Munis sprachen: Zu welcher Zeit, o Bester der Götter, soll man zu Puruṣottama gehen, und mit welcher Vorschrift soll das 'Fünf-Tīrtha'-Ritual, o Herr, vollzogen werden,

Wort für Wort
kasmin kāle
zu welcher Zeit
suraśreṣṭha
o Bester der Götter
gantavyam
man soll gehen
puruṣottamam
zu Puruṣottama
vidhinā kena
mit welcher Vorschrift
kartavyam
es soll vollzogen werden
pañcatīrtham
das Fünf-Tīrtha-Ritual
iti
so
prabho
o Herr

ekaikasya ca tīrthasya snānadānasya yat phalam / devatāprekṣaṇe caiva brūhi sarvaṃ pṛthak pṛthak //

und welches die Frucht des Bades und der Gabe an jedem einzelnen Tīrtha ist, und ebenso beim Anblick der Gottheit - sag alles, einzeln für sich.

Wort für Wort
ekaikasya
jedes einzelnen
ca tīrthasya
Tīrthas
snānadānasya
des Bades und der Gabe
yat phalam
welche Frucht
devatāprekṣaṇe
beim Anblick der Gottheit
ca eva
und auch
brūhi
sag
sarvam
alles
pṛthak pṛthak
einzeln für sich

{brahmovāca:} nirāhāraḥ kurukṣetre pādenaikena yas tapet / jitendriyo jitakrodhaḥ saptasaṃvatsarāyutam //

Brahmā sprach: Wer nahrungslos in Kurukṣetra auf einem einzigen Fuß Askese übt, mit bezwungenen Sinnen und bezwungenem Zorn, siebzigtausend Jahre,

Wort für Wort
nirāhāraḥ
nahrungslos
kurukṣetre
in Kurukṣetra
pādena ekena
auf einem einzigen Fuß
yaḥ tapet
wer Askese übt
jitendriyaḥ
mit bezwungenen Sinnen
jitakrodhaḥ
mit bezwungenem Zorn
saptasaṃvatsarāyutam
siebzigtausend Jahre

[Anm.: "saptasaṃvatsarāyutam" wörtlich "sieben Ayutas (Zehntausend) von Jahren" = 70.000 Jahre - eine ungewöhnliche, aber für Purāṇa-Zeitangaben typische astronomisch übertriebene Zahl.]

dṛṣṭvā sadā jyeṣṭhaśukla- dvādaśyāṃ puruṣottamam / kṛtopavāsaḥ prāpnoti tato 'dhikataraṃ phalam //

wer stets, am zwölften Tag der hellen Monatshälfte des Jyeṣṭha, nachdem er gefastet hat, Puruṣottama erblickt, erlangt eine noch größere Frucht als jenes asketische Verdienst.

Wort für Wort
dṛṣṭvā
nachdem erblickt
sadā
stets
jyeṣṭhaśukladvādaśyām
am zwölften Tag der hellen Monatshälfte des Jyeṣṭha
puruṣottamam
Puruṣottama
kṛtopavāsaḥ
nachdem gefastet
prāpnoti
er erlangt
tataḥ
als jenes
adhikataram phalam
eine größere Frucht

tasmāj jyeṣṭhe muniśreṣṭhāḥ prayatnena susaṃyataiḥ / svargalokepsuviprādyair draṣṭavyaḥ puruṣottamaḥ //

Deshalb, o beste der Munis, soll im Jyeṣṭha, mit Anstrengung, von den wohlbeherrschten, den Himmel begehrenden Brahmanen und anderen, Puruṣottama geschaut werden,

Wort für Wort
tasmāt
deshalb
jyeṣṭhe
im Jyeṣṭha
muniśreṣṭhāḥ
o beste der Munis
prayatnena
mit Anstrengung
susaṃyataiḥ
von den wohlbeherrschten
svargalokepsuviprādyaiḥ
von den den Himmel begehrenden Brahmanen und anderen
draṣṭavyaḥ
er soll geschaut werden
puruṣottamaḥ
Puruṣottama

pañcatīrthaṃ tu vidhivat kṛtvā jyeṣṭhe narottamaḥ / śuklapakṣasya dvādaśyāṃ paśyet taṃ puruṣottamam //

nachdem der beste der Menschen im Jyeṣṭha vorschriftsmäßig das 'Fünf-Tīrtha'-Ritual vollzogen hat, soll er am zwölften Tag der hellen Monatshälfte jenen Puruṣottama erblicken,

Wort für Wort
pañcatīrtham
das Fünf-Tīrtha-Ritual
tu vidhivat
aber vorschriftsmäßig
kṛtvā
nachdem vollzogen
jyeṣṭhe
im Jyeṣṭha
narottamaḥ
der beste der Menschen
śuklapakṣasya dvādaśyām
am zwölften Tag der hellen Monatshälfte
paśyet
er soll erblicken
tam puruṣottamam
jenen Puruṣottama

ye paśyanty avyayaṃ devaṃ dvādaśyāṃ puruṣottamam / te viṣṇulokam āsādya na cyavante kadācana //

Diejenigen, die am zwölften Tag den unvergänglichen Gott Puruṣottama erblicken, erlangen die Welt Viṣṇus und fallen niemals wieder aus ihr herab.

Wort für Wort
ye paśyanti
die welche erblicken
avyayam devam
den unvergänglichen Gott
dvādaśyām
am zwölften Tag
puruṣottamam
Puruṣottama
te
sie
viṣṇulokam
die Welt Viṣṇus
āsādya
nachdem erlangt
na cyavante kadācana
sie fallen niemals herab

tasmāj jyeṣṭhe prayatnena gantavyaṃ bho dvijottamāḥ / kṛtvā tasmin pañcatīrthaṃ draṣṭavyaḥ puruṣottamaḥ //

Deshalb soll man im Jyeṣṭha mit Anstrengung dorthin gehen, o beste der Zweifachgeborenen; nachdem man dort das 'Fünf-Tīrtha' vollzogen hat, soll Puruṣottama geschaut werden.

Wort für Wort
tasmāt
deshalb
jyeṣṭhe
im Jyeṣṭha
prayatnena
mit Anstrengung
gantavyam
man soll gehen
bhoḥ dvijottamāḥ
o beste der Zweifachgeborenen
kṛtvā
nachdem vollzogen
tasmin
dort
pañcatīrtham
das Fünf-Tīrtha
draṣṭavyaḥ
er soll geschaut werden
puruṣottamaḥ
Puruṣottama

sudūrastho 'pi yo bhaktyā kīrtayet puruṣottamam / ahany ahani śuddhātmā so 'pi viṣṇupuraṃ vrajet //

Selbst wer sehr weit entfernt ist, aber mit Hingabe Puruṣottama Tag für Tag preist, mit reiner Seele - auch er wird zur Stadt Viṣṇus gehen,

Wort für Wort
sudūrasthaḥ api
selbst wer sehr weit entfernt ist
yaḥ
wer
bhaktyā
mit Hingabe
kīrtayet
er preist
puruṣottamam
Puruṣottama
ahani ahani
Tag für Tag
śuddhātmā
mit reiner Seele
saḥ api
auch er
viṣṇupuram
zur Stadt Viṣṇus
vrajet
er wird gehen

yātrāṃ karoti kṛṣṇasya śraddhayā yaḥ samāhitaḥ / sarvapāpavinirmukto viṣṇulokaṃ vrajen naraḥ //

Wer mit Glauben, gesammelt, die Pilgerfahrt zu Kṛṣṇa unternimmt, dieser Mensch wird, von aller Sünde befreit, zur Welt Viṣṇus gehen,

Wort für Wort
yātrām karoti
er unternimmt die Pilgerfahrt
kṛṣṇasya
zu Kṛṣṇa
śraddhayā
mit Glauben
yaḥ samāhitaḥ
wer gesammelt
sarvapāpavinirmuktaḥ
von aller Sünde befreit
viṣṇulokam
zur Welt Viṣṇus
vrajet
er wird gehen
naraḥ
der Mensch

cakraṃ dṛṣṭvā harer dūrāt prāsādopari saṃsthitam / sahasā mucyate pāpān naro bhaktyā praṇamya tat //

Wer aus der Ferne den Diskus Haris erblickt, der über dem Tempel steht, wird sofort von seinen Sünden befreit, wenn er sich mit Hingabe davor verneigt.

Wort für Wort
cakram
den Diskus
dṛṣṭvā
nachdem erblickt
hareḥ
Haris
dūrāt
aus der Ferne
prāsādopari
über dem Tempel
saṃsthitam
stehend
sahasā
sofort
mucyate
er wird befreit
pāpāt
von der Sünde
naraḥ
der Mensch
bhaktyā
mit Hingabe
praṇamya
nachdem er sich verneigt hat
tat
davor

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