Kapitel 138: bhānutīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Bhānu-Tīrtha (König Śaryāti, der Hauspriester Madhucchandā und die Wiederbelebung durch das Feueropfer)
Nach siegreicher Eroberung der Himmelsrichtungen fragt König Śaryāti seinen betrübten Hauspriester Madhucchandā nach dem Grund seiner Erschöpfung; dieser gesteht die Sehnsucht nach seiner Gattin. Zur Prüfung der Liebe seiner eigenen Frau lässt der König eine (falsche) Unglücksnachricht in die Hauptstadt senden, woraufhin sowohl seine Gattin als auch Madhucchandās Frau vor Schreck sterben. Auf den Rat einer körperlosen Himmelsstimme begibt sich Śaryāti an die Gautamī, opfert und schickt den ahnungslosen Hauspriester fort, um ungestört selbst ins Feuer zu gehen - wodurch die Gattin des Priesters (stellvertretend) wieder lebendig wird. Als der zurückkehrende Madhucchandā vom Opfertod des Königs und der Wiederbelebung erfährt, tritt auch er zur Sonne (Sūrya/Bhānu) in Buße, worauf diese, durch seinen Hymnus erfreut, sowohl den König als auch beide Frauen ins Leben zurückbringt. Ursprung des Bhānu-Tīrtha (auch 'Wiederbelebung der Toten', Śāryāta- oder Mādhucchanda-Tīrtha genannt) mit 3000 weiteren Tīrthas.
Brahmā sprach: Bekannt als Bhānu-Tīrtha, das den Menschen alle Vollkommenheiten verschafft; ich werde die dort geschehene Begebenheit erzählen, die auch die größten Sünden vernichtet.
Ein als Madhucchandā bekannter, von Viśvāmitra abstammender bester Zweifachgeborener war der Hauspriester jenes Königs, ein Brahmarṣi, ein Herr der Selbstbeherrschten.
Wort für Wort
madhucchandā iti khyāto vaiśvāmitro dvijottamaḥ
Ein als Madhucchandā bekannter, von Viśvāmitra abstammender bester Zweifachgeborener
purodhās tasya nṛpater brahmarṣiḥ śamināṃ prabhuḥ
war der Hauspriester jenes Königs, ein Brahmarṣi, ein Herr der Selbstbeherrschten
diśo vijetuṃ sa jagāma rājā / purodhasā tena nṛpapravīraḥ / purodhasaṃ prāha mahānubhāvaṃ / jitvā diśaś cādhvani saṃniviṣṭaḥ //
Jener König zog, um die Himmelsrichtungen zu erobern, mit jenem Hauspriester aus; der Fürst unter den Königen sprach zu dem hochherzigen Hauspriester, nachdem er die Richtungen erobert hatte und auf dem Rückweg Rast gemacht hatte.
Wort für Wort
diśo vijetuṃ sa jagāma rājā
Jener König zog, um die Himmelsrichtungen zu erobern, aus
purodhasā tena nṛpapravīraḥ
mit jenem Hauspriester, der Fürst unter den Königen
purodhasaṃ prāha mahānubhāvaṃ
sprach zu dem hochherzigen Hauspriester
jitvā diśaś cādhvani saṃniviṣṭaḥ
nachdem er die Richtungen erobert hatte und auf dem Rückweg Rast gemacht hatte
[Anm.: Ab hier V.4-7 Erzählmetrum, padaweise gezählt (a-d).]
papracchedaṃ kena khedaṃ gato 'si / hetuṃ vadasveti mahānubhāva / tvam eva rājye mama sarvamānyaḥ / samastavidyāniravadyabodhaḥ //
Er fragte dies: Wodurch bist du in Erschöpfung geraten? Sage den Grund, o Hochherziger; gerade du bist in meinem Reich der von allen Geachtete, von tadellosem Wissen in allen Wissenschaften.
Wort für Wort
papracchedaṃ kena khedaṃ gato 'si
Er fragte dies: Wodurch bist du in Erschöpfung geraten?
hetuṃ vadasveti mahānubhāva
Sage den Grund, o Hochherziger
tvam eva rājye mama sarvamānyaḥ
gerade du bist in meinem Reich der von allen Geachtete
Frei von Sünde, ohne Kummer - warum erscheinst du wie geistesabwesend? Diese Erde ist erobert, die Fürsten sind besiegt, während hier ein großer Grund zur Freude entstanden ist.
Wort für Wort
vidhūtapāpaḥ paritāpaśūnyaḥ
Frei von Sünde, ohne Kummer
kim anyacetā iva lakṣyase tvam
warum erscheinst du wie geistesabwesend?
jiteyam urvī vijitā narendrā
Diese Erde ist erobert, die Fürsten sind besiegt
harṣasya hetau mahatīha jāte
während hier ein großer Grund zur Freude entstanden ist
kiṃ tvaṃ kṛśo me vada satyam eva / dvijātivaryātimahānubhāva / saṃbodhya śaryātim uvāca vipraś / chandomadhuḥ premamayīṃ priyoktim //
Warum bist du abgemagert - sag mir die reine Wahrheit, o bester der Zweifachgeborenen, überaus Hochherziger! Nachdem er Śaryāti so angesprochen hatte, sprach der Brahmane Chandomadhu [Madhucchandā] eine liebevolle, freundliche Rede.
Wort für Wort
kiṃ tvaṃ kṛśo me vada satyam eva
Warum bist du abgemagert - sag mir die reine Wahrheit
dvijātivaryātimahānubhāva
o bester der Zweifachgeborenen, überaus Hochherziger!
saṃbodhya śaryātim uvāca vipraś
Nachdem er Śaryāti so angesprochen hatte, sprach der Brahmane
Madhucchandā sprach: Höre, o Herrscher, mein Wort, das von meiner Gattin geäußert wurde: 'Während eine Nachtwache verstreicht, gehen auch wir dem Ende entgegen, und die Nacht ist schon zur Hälfte vergangen.'
Wort für Wort
{madhucchandā uvāca:} śṛṇu bhūpāla madvākyaṃ bhāryayā yad udīritam
Madhucchandā sprach: Höre, o Herrscher, mein Wort, das von meiner Gattin geäußert wurde
sthite yāme vayaṃ yāmo yāminī cārdhagāminī
'Während eine Nachtwache verstreicht, gehen auch wir dem Ende entgegen, und die Nacht ist schon zur Hälfte vergangen'
'Und die Herrin dieses Körpers, die Geliebte, wartet auf mich.' Wenn ich mich an dieses Wort der Geliebten erinnere, zehrt mein Leib dahin; wenn die Erregung des Liebesgottes entsteht, ist die Lotos-Gesichtige meine Lebenskraft.
Wort für Wort
svāminī cāsya dehasya kāminī māṃ pratīkṣate
'Und die Herrin dieses Körpers, die Geliebte, wartet auf mich'
smṛtvā tat kāminīvākyaṃ śoṣaṃ yāti kalevaram
Wenn ich mich an dieses Wort der Geliebten erinnere, zehrt mein Leib dahin
vikāre smarasaṃjāte jīvātur nalinānanā
wenn die Erregung des Liebesgottes entsteht, ist die Lotos-Gesichtige meine Lebenskraft
{rājovāca:} tvaṃ gurur mama mitraṃ ca kim ātmānaṃ viḍambase / kim anena mahāprājña mama vākyena mānada / kṣaṇavidhvaṃsini sukhe kā nāmāsthā mahātmanām //
Der König sprach: Du bist mein Guru und Freund - warum machst du dich lächerlich? Was nützt dir, du Hochweiser, du Ehrenwerter, mein Wort hierzu? Welchen Wert sollte für Hochgesinnte ein Glück haben, das im Augenblick vergeht?
Wort für Wort
{rājovāca:} tvaṃ gurur mama mitraṃ ca kim ātmānaṃ viḍambase
Der König sprach: Du bist mein Guru und Freund - warum machst du dich lächerlich?
kim anena mahāprājña mama vākyena mānada
Was nützt dir, du Hochweiser, du Ehrenwerter, mein Wort hierzu?
kṣaṇavidhvaṃsini sukhe kā nāmāsthā mahātmanām
Welchen Wert sollte für Hochgesinnte ein Glück haben, das im Augenblick vergeht?
{madhucchandā uvāca:} yatrānukūlyaṃ daṃpatyos trivargas tatra vardhate / na cedaṃ dūṣaṇaṃ rājan bhūṣaṇaṃ cātimanyatām //
Madhucchandā sprach: Wo Eintracht zwischen Ehepartnern herrscht, dort gedeiht die Dreiheit [von Dharma, Artha und Kāma]; dies ist kein Makel, o König, halte es vielmehr für einen Schmuck.
Wort für Wort
{madhucchandā uvāca:} yatrānukūlyaṃ daṃpatyos trivargas tatra vardhate
Madhucchandā sprach: Wo Eintracht zwischen Ehepartnern herrscht, dort gedeiht die Dreiheit
na cedaṃ dūṣaṇaṃ rājan bhūṣaṇaṃ cātimanyatām
dies ist kein Makel, o König, halte es vielmehr für einen Schmuck
Brahmā sprach: Der König kam, von einem großen Heer umgeben, in sein eigenes Land zurück; um jene Liebe zu prüfen, ließ er eine Nachricht in die Stadt senden.
Während Śaryāti fortgegangen war, um die Himmelsrichtungen zu erobern, ging ein Rākṣasa-Stier, nachdem er den König samt dem Hauspriester überwältigt hatte, nach Rasātala.
Wort für Wort
diśo vijetuṃ śaryātau yāte rākṣasapuṃgavaḥ
Während Śaryāti fortgegangen war, um die Himmelsrichtungen zu erobern, ein Rākṣasa-Stier
hatvā rasātalaṃ yāto rājānaṃ sapurodhasam
nachdem er den König samt dem Hauspriester überwältigt hatte, ging nach Rasātala
[Anm.: Sinngemäß wiedergegeben - der weitere Kapitelverlauf (Berichterstattung an den offenbar lebenden König, sein eigenes späteres Feueropfer) steht in Spannung zu diesem Vers; die genaue Abfolge der Ereignisse bleibt im Text unklar.]
Die Gattin des Königs machte sich auf, um Gewissheit zu erlangen, o bester der Weisen; nachdem sie die Nachricht aus dem Mund der Boten gehört hatte, ebenso wiederum Madhucchandās Geliebte,...
Wort für Wort
rājño bhāryā niścayāya pravṛttā munisattama
Die Gattin des Königs machte sich auf, um Gewissheit zu erlangen, o bester der Weisen
tadaivābhūd gataprāṇā tad vicitram ivābhavat / tasyā vṛttaṃ tu te dṛṣṭvā dūtā rājñe nyavedayan //
...verlor sie sofort ihr Leben - das war gleichsam ein wundersames Ereignis. Nachdem sie deren Zustand gesehen hatten, berichteten die Boten dies dem König.
Wort für Wort
tadaivābhūd gataprāṇā tad vicitram ivābhavat
verlor sie sofort ihr Leben - das war gleichsam ein wundersames Ereignis
tasyā vṛttaṃ tu te dṛṣṭvā dūtā rājñe nyavedayan
Nachdem sie deren Zustand gesehen hatten, berichteten die Boten dies dem König
Brahmā sprach: Dies vernehmend, begab sich jener Śaryāti an das Ufer der Gautamī; nachdem er den Brahmanen Reichtum gegeben und die Ahnen und Zweifachgeborenen erquickt hatte,...
Wort für Wort
{brahmovāca:} etac chrutvā sa śaryātir gautamītaṭam āśritaḥ
Brahmā sprach: Dies vernehmend, begab sich jener Śaryāti an das Ufer der Gautamī
...sandte er den Hauspriester, den besten der Zweifachgeborenen, mit Reichtum ausgestattet, mit den Worten: 'Gib eifrig an einem anderen Tīrtha, in den dortigen Versammlungen, Spenden.'
Wort für Wort
purohitaṃ dvijaśreṣṭhaṃ preṣayitvā dhanānvitam
sandte er den Hauspriester, den besten der Zweifachgeborenen, mit Reichtum ausgestattet
anyatra tīrthe sārtheṣu dānaṃ dehi prayatnataḥ
mit den Worten: 'Gib eifrig an einem anderen Tīrtha, in den dortigen Versammlungen, Spenden'
All dies - das Vorhaben des Königs - wusste der Hauspriester nicht. Nachdem jener hochgesinnte Guru aus dem Geschlecht Viśvāmitras fortgegangen war,...
Wort für Wort
etat sarvaṃ na jānāti rājñaḥ kṛtyaṃ purohitaḥ
All dies - das Vorhaben des Königs - wusste der Hauspriester nicht
gate tasmin gurau rājā vaiśvāmitre mahātmani
Nachdem jener hochgesinnte Guru aus dem Geschlecht Viśvāmitras fortgegangen war
sarvaṃ balaṃ preṣayitvā gaṅgātīre 'gnim āviśat / ity uktvā sa tu rājendro gaṅgāṃ bhānuṃ surān api //
...sandte der König sein gesamtes Heer fort und trat am Ufer der Gaṅgā in das Feuer ein; nachdem er dies gesprochen hatte, wandte sich jener Fürst der Könige an die Gaṅgā, an Bhānu [die Sonne] und an die Götter:
Wort für Wort
sarvaṃ balaṃ preṣayitvā gaṅgātīre 'gnim āviśat
sandte der König sein gesamtes Heer fort und trat am Ufer der Gaṅgā in das Feuer ein
ity uktvā sa tu rājendro gaṅgāṃ bhānuṃ surān api
nachdem er dies gesprochen hatte, wandte sich jener Fürst der Könige an die Gaṅgā, an Bhānu und an die Götter
'Wenn ich gespendet, wenn ich geopfert, wenn ich die Untertanen beschützt habe, so möge durch diese Wahrheit jene tugendhafte Frau mit einem Teil meiner Lebenszeit leben.'
Wort für Wort
yadi dattaṃ yadi hutaṃ yadi trātā prajā mayā
'Wenn ich gespendet, wenn ich geopfert, wenn ich die Untertanen beschützt habe'
tena satyena sā sādhvī mamāyuṣyeṇa jīvatu
'so möge durch diese Wahrheit jene tugendhafte Frau mit einem Teil meiner Lebenszeit leben'
Nachdem er dies gesprochen hatte und der beste der Könige, Śaryāti, in das Feuer eingetreten war, wurde sogleich die Gattin des Hauspriesters jenes Königs wieder lebendig.
Wort für Wort
ity uktvāgnau praviṣṭe tu śaryātau nṛpasattame
Nachdem er dies gesprochen hatte und der beste der Könige, Śaryāti, in das Feuer eingetreten war
tadaiva jīvitā bhāryā rājñas tasya purodhasaḥ
wurde sogleich die Gattin des Hauspriesters jenes Königs wieder lebendig
Als er hörte, dass der König, ein Grund des Erstaunens, in das Feuer eingetreten war, und dass ebenso die pflichttreue Gattin, die gestorben war, wieder ins Leben zurückgekehrt war,...
Wort für Wort
agnipraviṣṭaṃ rājānaṃ śrutvā vismayakāraṇam
Als er hörte, dass der König, ein Grund des Erstaunens, in das Feuer eingetreten war
pativratāṃ tathā bhāryāṃ mṛtāṃ jīvānvitāṃ punaḥ
und dass ebenso die pflichttreue Gattin, die gestorben war, wieder ins Leben zurückgekehrt war
...und dass insbesondere der König um ihretwillen sich selbst geopfert hatte, erinnerte sich der Guru des Königs an seine eigene, nun anstehende Aufgabe.
Wort für Wort
tadarthaṃ cāpi rājānaṃ tyaktātmānaṃ viśeṣataḥ
und dass insbesondere der König um ihretwillen sich selbst geopfert hatte
ātmanaś ca punaḥ kṛtyam asmaran nṛpater guruḥ
erinnerte sich der Guru des Königs an seine eigene, nun anstehende Aufgabe
etad evātmanaḥ kṛtyaṃ manye sukṛtam eva ca / jīvayāmi ca rājānaṃ tato yāmi priyāṃ punaḥ //
'Gerade dies halte ich für meine eigentliche Aufgabe und für die gute Tat: Ich werde den König wieder zum Leben erwecken, dann werde ich selbst wieder zur Geliebten gehen.'
Wort für Wort
etad evātmanaḥ kṛtyaṃ manye sukṛtam eva ca
'Gerade dies halte ich für meine eigentliche Aufgabe und für die gute Tat'
jīvayāmi ca rājānaṃ tato yāmi priyāṃ punaḥ
'Ich werde den König wieder zum Leben erwecken, dann werde ich selbst wieder zur Geliebten gehen'
etad eva śubhaṃ me syāt tatas tuṣṭāva bhāskaram / na hy anyaḥ kopi devo 'sti sarvābhīṣṭaprado raveḥ //
'Gerade dies möge mir zum Heil gereichen' - darauf pries er Bhāskara [die Sonne]: Es gibt nämlich keinen anderen Gott, der wie die Sonne alle Wünsche gewährt.
Wort für Wort
etad eva śubhaṃ me syāt tatas tuṣṭāva bhāskaram
'Gerade dies möge mir zum Heil gereichen' - darauf pries er Bhāskara
na hy anyaḥ kopi devo 'sti sarvābhīṣṭaprado raveḥ
Es gibt nämlich keinen anderen Gott, der wie die Sonne alle Wünsche gewährt
{madhucchandā uvāca:} namo 'stu tasmai sūryāya muktaye 'mitatejase / chandomayāya devāya oṃkārārthāya te namaḥ //
Madhucchandā sprach: Verehrung sei jenem Sūrya, dem Gewährer der Erlösung, dem von unermesslichem Glanz; dem aus den vedischen Versmaßen bestehenden Gott, dem Sinn der Silbe Oṃ - dir sei Verehrung.
Wort für Wort
{madhucchandā uvāca:} namo 'stu tasmai sūryāya muktaye 'mitatejase
Madhucchandā sprach: Verehrung sei jenem Sūrya, dem Gewährer der Erlösung, dem von unermesslichem Glanz
chandomayāya devāya oṃkārārthāya te namaḥ
dem aus den vedischen Versmaßen bestehenden Gott, dem Sinn der Silbe Oṃ - dir sei Verehrung
Dem Gestaltlosen und dem Wohlgestalteten, dem aus drei Eigenschaften Bestehenden, dem in drei Gestalten Erscheinenden, der Ursache von Erhaltung, Entstehung und Vernichtung, dem Allmächtigen.
Wort für Wort
virūpāya surūpāya triguṇāya trimūrtaye
Dem Gestaltlosen und dem Wohlgestalteten, dem aus drei Eigenschaften Bestehenden, dem in drei Gestalten Erscheinenden
sthityutpattivināśānāṃ hetave prabhaviṣṇave
der Ursache von Erhaltung, Entstehung und Vernichtung, dem Allmächtigen
{madhucchandā uvāca:} rājānaṃ dehi deveśa bhāryāṃ ca priyavādinīm / ātmanaś ca śubhān putrān rājñaś caiva śubhān varān //
Madhucchandā sprach: Gib mir, o Herr der Götter, den König zurück ins Leben, und meine liebevoll redende Gattin, mir selbst gute Söhne und ebenso dem König gute Segnungen.
Wort für Wort
{madhucchandā uvāca:} rājānaṃ dehi deveśa bhāryāṃ ca priyavādinīm
Madhucchandā sprach: Gib mir, o Herr der Götter, den König zurück und meine liebevoll redende Gattin
ātmanaś ca śubhān putrān rājñaś caiva śubhān varān
mir selbst gute Söhne und ebenso dem König gute Segnungen
Brahmā sprach: Darauf gewährte der Herr der Welt [Sūrya] den mit Juwelen geschmückten Śaryāti zurück, sowie jene Gattin, weitere Segnungen und alles, was dem Wohlergehen dient.
tato yātaḥ priyāviṣṭaḥ prītena ca purodhasā / yayau sukhī svakaṃ deśaṃ tat tu tīrthaṃ śubhaṃ smṛtam //
Darauf ging er, von der Geliebten begleitet und mit dem zufriedenen Hauspriester, glücklich in sein eigenes Land; jenes Tīrtha aber wird als verheißungsvoll überliefert.
Wort für Wort
tato yātaḥ priyāviṣṭaḥ prītena ca purodhasā
Darauf ging er, von der Geliebten begleitet und mit dem zufriedenen Hauspriester
yayau sukhī svakaṃ deśaṃ tat tu tīrthaṃ śubhaṃ smṛtam
glücklich in sein eigenes Land; jenes Tīrtha aber wird als verheißungsvoll überliefert
Es ist auch als 'Wiederbelebung der Toten' bekannt, ebenso als Śāryāta[-Tīrtha] und als 'nach Mādhucchanda benannt'; es vertreibt, o Weiser, schon durch bloßes Erinnern die Sünde.
Wort für Wort
mṛtasaṃjīvanaṃ caiva śāryātaṃ ceti viśrutam
Es ist auch als 'Wiederbelebung der Toten' bekannt, ebenso als Śāryāta-Tīrtha
mādhucchandasamākhyātaṃ smaraṇāt pāpanun mune
und als 'nach Mādhucchanda benannt'; es vertreibt, o Weiser, schon durch bloßes Erinnern die Sünde