Kapitel 131: yamatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Yama-Tīrtha (Saramā, ihre Hunde-Söhne und der Kuhraub durch die Rākṣasas)
Die Götterhündin Saramā bewacht die für ein Opfer bestimmten Kühe; Rākṣasas, Daityas und Dānavas verführen sie und rauben die Kühe. Bṛhaspati verdächtigt Saramā der Mitschuld; Indra tritt sie, woraufhin Milch aus ihrem Maul fließt - für Indra ein Beweis der Bestechung statt der Unschuld. Trotz Saramās Unschuldsbeteuerung verflucht Indra sie, unter den Menschen als Hündin geboren zu werden. Um die Kühe zurückzuholen, ergreift Viṣṇu den Bogen Śārṅga, verfolgt die Räuber in den Daṇḍaka-Wald und vernichtet sie am Nordufer der Gaṅgā (Godāvarī/Gautamī) - Ursprung des Bāṇa-/Vaiṣṇava-/Go-Tīrtha. Die Götter errichten inmitten des Flusses eine Kuh-Insel (Ursprung des Yajña-Tīrtha) und des Gorakṣa-Tīrtha am Südufer. Saramās zwei vieräugige Hundesöhne (Yamas Lieblinge) bitten ihren Vater Yama um Aufhebung des Mutterfluchs; auf Rat seines Vaters Sūrya vollzieht Yama an der Gautamī im Daṇḍaka-Wald die Verehrung Brahmās und Sūryas (Südufer) sowie Śivas (Īśāna) und Viṣṇus (Nordufer), die den Fluch aufheben und weitere Segnungen gewähren. Yama verkündet die Verheißungen der einzelnen Badestellen (Bāṇa-, Go-/Brahma-, Śakti-, Yama-Tīrtha u.a.) für Wunscherfüllung, Erlösung der Ahnen und schließlich die eigene Befreiung.
Die für den Opferzweck bestimmten guten Kühe wurden von den sündigen Rākṣasas geraubt; darauf kam die Hündin zu den Göttern und sprach der Reihe nach dies:
Saramā sprach: Nachdem die Rākṣasas mich mit Fesseln gebunden und mit Schlägen geschlagen hatten, wurden die für den Opfererfolg bestimmten Kühe, ihr Götter, fortgeführt.
Bṛhaspati sprach: Diese hier ist von entstellter Gestalt, und ich erkenne an ihr eine Sünde; mit ihrem Einverständnis wurden jene Kühe fortgeführt, aus keinem anderen Grund; diese Sünderin gibt sich als Tugendhafte aus - das zeigt sich an den Bewegungen ihres Körpers.
Wort für Wort
{bṛhaspatir uvāca:} iyaṃ vikṛtarūpāste asyāḥ pāpaṃ ca lakṣaye
Bṛhaspati sprach: Diese hier ist von entstellter Gestalt, und ich erkenne an ihr eine Sünde
asyā matena tā gāvo nītā nānyena hetunā
mit ihrem Einverständnis wurden jene Kühe fortgeführt, aus keinem anderen Grund
pāpeyaṃ sukṛtīveti lakṣyate dehaceṣṭitaiḥ
diese Sünderin gibt sich als Tugendhafte aus - das zeigt sich an den Bewegungen ihres Körpers
punaḥ prāha śacībhartā kṣīraṃ pītaṃ tvayā śuni / rākṣasaiś ca tadā dattaṃ tasmān nītās tu gā mama //
Wiederum sprach Śacīs Gemahl [Indra]: Milch hast du getrunken, Hündin, und sie wurde dir von den Rākṣasas gegeben; deshalb sind meine Kühe fortgeführt worden.
Wort für Wort
punaḥ prāha śacībhartā kṣīraṃ pītaṃ tvayā śuni
Wiederum sprach Śacīs Gemahl: Milch hast du getrunken, Hündin
rākṣasaiś ca tadā dattaṃ tasmān nītās tu gā mama
und sie wurde dir von den Rākṣasas gegeben; deshalb sind meine Kühe fortgeführt worden
[Anm.: Sinngemäß - Indra deutet die austretende Milch als Beweis, dass Saramā von den Rākṣasas 'bestochen' wurde, statt sie als Unschuldsbeweis zu werten.]
{saramovāca:} nāparādho 'sti me nātha na cānyasyāpi kasyacit / nāparādho na copekṣā mamāsti tridaśeśvara / tasmād ruṣṭo 'si kiṃ nātha ripavo balinas tu te //
Saramā sprach: Keine Schuld trifft mich, Herr, noch irgendjemand anderen; weder Schuld noch Nachlässigkeit ist bei mir, o Herr der Götter; warum also bist du zornig, Herr? Deine Feinde aber sind mächtig.
Wort für Wort
{saramovāca:} nāparādho 'sti me nātha na cānyasyāpi kasyacit
Saramā sprach: Keine Schuld trifft mich, Herr, noch irgendjemand anderen
nāparādho na copekṣā mamāsti tridaśeśvara
weder Schuld noch Nachlässigkeit ist bei mir, o Herr der Götter
tasmād ruṣṭo 'si kiṃ nātha ripavo balinas tu te
warum also bist du zornig, Herr? Deine Feinde aber sind mächtig
{brahmovāca:} tato dhyātvā devagurur jñātvā tasyā viceṣṭitam / satyaṃ śakra tv iyaṃ duṣṭā ripūṇāṃ pakṣakāriṇī //
Brahmā sprach: Darauf, nachdem er nachgedacht und ihr Verhalten erkannt hatte, [sprach] der Guru der Götter: Wahrlich, Śakra, diese ist verdorben, eine Parteigängerin der Feinde.
Wort für Wort
{brahmovāca:} tato dhyātvā devagurur jñātvā tasyā viceṣṭitam
Brahmā sprach: Darauf, nachdem er nachgedacht und ihr Verhalten erkannt hatte, sprach der Guru der Götter
satyaṃ śakra tv iyaṃ duṣṭā ripūṇāṃ pakṣakāriṇī
Wahrlich, Śakra, diese ist verdorben, eine Parteigängerin der Feinde
tadendrasya tu śāpena mānuṣe sā vyajāyata / yathā śaptā maghavatā pāpāt sā hy atibhīṣaṇā //
Durch Indras Fluch wurde sie darauf unter den Menschen geboren, wie sie von Maghavan [Indra] verflucht worden war - sie, die durch die Sünde überaus schrecklich war.
Wort für Wort
tadendrasya tu śāpena mānuṣe sā vyajāyata
Durch Indras Fluch wurde sie darauf unter den Menschen geboren
yathā śaptā maghavatā pāpāt sā hy atibhīṣaṇā
wie sie von Maghavan verflucht worden war - sie, die durch die Sünde überaus schrecklich war
gāvo yā rākṣasair nītās tāsām ānayanāya ca / yatnaṃ kurvan surapatir viṣṇave tan nyavedayat //
Um jene Kühe zurückzuholen, die von den Rākṣasas fortgeführt worden waren, unternahm der Herr der Götter [Indra] eine Anstrengung und teilte dies Viṣṇu mit.
Wort für Wort
gāvo yā rākṣasair nītās tāsām ānayanāya ca
Um jene Kühe zurückzuholen, die von den Rākṣasas fortgeführt worden waren
yatnaṃ kurvan surapatir viṣṇave tan nyavedayat
unternahm der Herr der Götter eine Anstrengung und teilte dies Viṣṇu mit
śārṅgaṃ yal lokavikhyātaṃ daityanāśanam eva ca / jitāriḥ pūjito devaiḥ svayaṃ sthitvā janārdanaḥ //
[Nämlich] den Śārṅga[-Bogen], der in der Welt berühmt und der Vernichter der Daityas ist; nachdem er selbst dort Stellung bezogen hatte, wurde Janārdana, der Feindbezwinger, von den Göttern verehrt.
Wort für Wort
śārṅgaṃ yal lokavikhyātaṃ daityanāśanam eva ca
nämlich den Śārṅga-Bogen, der in der Welt berühmt und der Vernichter der Daityas ist
jitāriḥ pūjito devaiḥ svayaṃ sthitvā janārdanaḥ
nachdem er selbst dort Stellung bezogen hatte, wurde Janārdana, der Feindbezwinger, von den Göttern verehrt
punar jaghne sa vai viṣṇur gā yair nītāś ca rākṣasaiḥ / tatra vai daṇḍakāraṇye śārṅgapāṇir iti śrutaḥ //
...erschlug jener Viṣṇu wiederum, [nämlich] die Rākṣasas, von denen die Kühe fortgeführt worden waren; dort im Daṇḍaka-Wald ist er als 'Śārṅgapāṇi' (Bogenträger) bekannt.
Wort für Wort
punar jaghne sa vai viṣṇur gā yair nītāś ca rākṣasaiḥ
erschlug jener Viṣṇu wiederum die Rākṣasas, von denen die Kühe fortgeführt worden waren
tatra vai daṇḍakāraṇye śārṅgapāṇir iti śrutaḥ
dort im Daṇḍaka-Wald ist er als 'Śārṅgapāṇi' (Bogenträger) bekannt
anvagacchat tato viṣṇus tān eva parameśvaraḥ / garutmatā tān avāpya śārṅgamuktair manojavaiḥ //
Darauf verfolgte sie Viṣṇu, der höchste Herr, mit Garuḍa; nachdem er sie eingeholt hatte, mit den vom Śārṅga abgeschossenen, gedankenschnellen [Pfeilen]...
Wort für Wort
anvagacchat tato viṣṇus tān eva parameśvaraḥ
Darauf verfolgte sie Viṣṇu, der höchste Herr, mit Garuḍa
garutmatā tān avāpya śārṅgamuktair manojavaiḥ
nachdem er sie eingeholt hatte, mit den vom Śārṅga abgeschossenen, gedankenschnellen Pfeilen
śārṅgamuktair mahāvegaiḥ susvanaiś ca sumantritaiḥ / kṣayaṃ prāptā viṣṇubāṇais tatas te devaśatravaḥ //
Durch die vom Śārṅga abgeschossenen, überaus schnellen, wohltönenden und [mit Mantras] geweihten Pfeile Viṣṇus fanden jene Feinde der Götter darauf ihren Untergang.
Wort für Wort
śārṅgamuktair mahāvegaiḥ susvanaiś ca sumantritaiḥ
Durch die vom Śārṅga abgeschossenen, überaus schnellen, wohltönenden und geweihten Pfeile
kṣayaṃ prāptā viṣṇubāṇais tatas te devaśatravaḥ
fanden jene Feinde der Götter darauf durch Viṣṇus Pfeile ihren Untergang
Wo die Kühe von den Göttern wiedererlangt wurden, das wird Bāṇa-Tīrtha genannt, in der Welt bekannt als Vaiṣṇava[-Tīrtha] und ebenso berühmt als Go-Tīrtha.
Wort für Wort
gāvo labdhā yatra devair bāṇatīrthaṃ tad ucyate
Wo die Kühe von den Göttern wiedererlangt wurden, das wird Bāṇa-Tīrtha genannt
vaiṣṇavaṃ lokaviditaṃ gotīrthaṃ ceti viśrutam
in der Welt bekannt als Vaiṣṇava-Tīrtha und ebenso berühmt als Go-Tīrtha
Selbst leibhaftig geworden, o Hochglänzende, ist die Kraft der Gaṅgā ein Boot zum Übersetzen über den wesenlosen, uferlosen Ozean des Weltenkreislaufs.
Wort für Wort
svayaṃ mūrtimatī bhūtvā gaṅgāśaktir mahādyute
Selbst leibhaftig geworden, o Hochglänzende, ist die Kraft der Gaṅgā
asārāpārasaṃsāra-sāgarottaraṇe tariḥ
ein Boot zum Übersetzen über den wesenlosen, uferlosen Ozean des Weltenkreislaufs
[Anm.: Die vokativische Anrede ('mahādyute') ist grammatisch unklar bezogen - vermutlich rhetorisch an die personifizierte Gaṅgā selbst gerichtet.]
[Sie ist] die Herrin des Alls, die Yogamāyā, die den wahrhaft Hingegebenen Furchtlosigkeit schenkt; von da an [heißt] das Tīrtha Gorakṣa ('Kuh-Schutz'), am südlichen Ufer der Gaṅgā.
Wort für Wort
viśveśvarī yogamāyā sadbhaktābhayadāyinī
Sie ist die Herrin des Alls, die Yogamāyā, die den wahrhaft Hingegebenen Furchtlosigkeit schenkt
gorakṣaṃ tu tatas tīrthaṃ gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe
von da an heißt das Tīrtha Gorakṣa, am südlichen Ufer der Gaṅgā
...nachdem sie es der Ordnung gemäß mitgeteilt hatten, fragten die beiden [Hunde] Yama sowohl nach der glückbringenden Handlung als auch nach der Aufhebung des Fluches.
Wort für Wort
nivedya tu yathānyāyaṃ kāryaṃ cāpi sukhapradam
nachdem sie es der Ordnung gemäß mitgeteilt hatten, nach der glückbringenden Handlung
viśāpakaraṇaṃ cāpi papracchatur ubhau yamam
und auch nach der Aufhebung des Fluches fragten die beiden Yama
Er, der Sohn der Sonne [Yama], sprach zusammen mit den beiden zu seinem Vater Sūrya; als er dies gehört hatte, sprach Sūrya zu seinem Sohn: An der Gaṅgā, o Bester der Götter,...
Wort für Wort
sa tābhyāṃ sahitaḥ sauriḥ pitre sūryāya cābravīt
Er, der Sohn der Sonne, sprach zusammen mit den beiden zu seinem Vater Sūrya
śrutvā sūryaḥ sutaṃ prāha gaṅgāyāṃ surasattama
als er dies gehört hatte, sprach Sūrya zu seinem Sohn: An der Gaṅgā, o Bester der Götter
tat pitur vacanaṃ śrutvā yamaḥ prītamanās tadā / tayoś ca prītaye prāyād devatarpaṇayor yamaḥ //
Als er dieses Wort seines Vaters gehört hatte, wurde Yama darauf frohen Sinnes; und zur Freude der beiden [Hunde] begab sich Yama, um die Götter zu erquicken.
Wort für Wort
tat pitur vacanaṃ śrutvā yamaḥ prītamanās tadā
Als er dieses Wort seines Vaters gehört hatte, wurde Yama darauf frohen Sinnes
tayoś ca prītaye prāyād devatarpaṇayor yamaḥ
und zur Freude der beiden begab sich Yama, um die Götter zu erquicken
[Anm.: 'devatarpaṇayor' hier sinngemäß auf die beiden Hunde bezogen, die durch die Erquickung der Götter Erlösung erlangen sollen.]
Und am nördlichen [Ufer erfreute] der mächtige Dharma [Yama] selbst Īśāna [Śiva] und Viṣṇu; sie gewährten den besten Segen, die Aufhebung von Saramās Fluch; und er erbat viele weitere Segnungen, die den Welten nützen.
Wort für Wort
īśānam uttare viṣṇuṃ svayaṃ dharmaḥ pratāpavān
Und am nördlichen Ufer der mächtige Dharma selbst Īśāna und Viṣṇu
dattavanto varaṃ śreṣṭhaṃ saramāyā viśāpakam
sie gewährten den besten Segen, die Aufhebung von Saramās Fluch
varān ayācata bahūṃl lokānām upakārakān
und er erbat viele weitere Segnungen, die den Welten nützen
{yama uvāca:} eṣu snānaṃ tu ye kuryur brahmaviṣṇumaheśvarāḥ / ātmārthaṃ ca parārthaṃ ca te kāmān āpnuyuḥ śubhān //
Yama sprach: Die, welche an diesen [Stätten] baden - wo Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara [verehrt werden] -, für sich selbst und für andere, erlangen verheißungsvolle Wünsche.
Wort für Wort
{yama uvāca:} eṣu snānaṃ tu ye kuryur brahmaviṣṇumaheśvarāḥ
Yama sprach: Die, welche an diesen Stätten baden - wo Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara verehrt werden
ātmārthaṃ ca parārthaṃ ca te kāmān āpnuyuḥ śubhān
für sich selbst und für andere, erlangen sie verheißungsvolle Wünsche
bāṇatīrthe tu ye snātvā śārṅgapāṇiṃ smaranti vai / tebhyo dāridryaduḥkhāni na bhaveyur yuge yuge //
Diejenigen aber, die am Bāṇa-Tīrtha gebadet haben und des Śārṅgapāṇi [Viṣṇu] gedenken, denen sollen in keinem Zeitalter die Leiden der Armut widerfahren.
Wort für Wort
bāṇatīrthe tu ye snātvā śārṅgapāṇiṃ smaranti vai
Diejenigen aber, die am Bāṇa-Tīrtha gebadet haben und des Śārṅgapāṇi gedenken
tebhyo dāridryaduḥkhāni na bhaveyur yuge yuge
denen sollen in keinem Zeitalter die Leiden der Armut widerfahren
yaḥ kuryāt tena pṛthivī saptadvīpā vasuṃdharā / pradakṣiṇīkṛtā tatra kiṃcid dattvā vasu dvijam //
...vollzieht, durch den ist die Erde mit ihren sieben Kontinenten, die Reichtumtragende, dort [symbolisch] umwandelt worden - nachdem er dort einem Brahmanen etwas an Gut gegeben hat.
Wort für Wort
yaḥ kuryāt tena pṛthivī saptadvīpā vasuṃdharā
vollzieht, durch den ist die Erde mit ihren sieben Kontinenten, die Reichtumtragende
pradakṣiṇīkṛtā tatra kiṃcid dattvā vasu dvijam
dort umwandelt worden - nachdem er einem Brahmanen etwas an Gut gegeben hat
Nachdem er jenen Opferplatz der Götter erreicht und etwas ins Feuer geopfert hat, erlangt er die reiche Frucht der Opfer, angefangen mit dem Aśvamedha (Rossopfer).
Wort für Wort
tad devayajanaṃ prāpya kiṃcid dhutvā hutāśane
Nachdem er jenen Opferplatz der Götter erreicht und etwas ins Feuer geopfert hat
aśvamedhādiyajñānāṃ phalaṃ prāpnoti puṣkalam
erlangt er die reiche Frucht der Opfer, angefangen mit dem Aśvamedha
yaḥ sakṛt tatra paṭhati gāyatrīṃ vedamātaram / adhītās tena vedā vai niṣkāmo muktibhājanam //
Wer dort auch nur einmal die Gāyatrī, die Mutter der Veden, rezitiert, von dem sind damit die Veden [vollständig] studiert; wunschlos geworden ist er ein Gefäß der Erlösung.
Wort für Wort
yaḥ sakṛt tatra paṭhati gāyatrīṃ vedamātaram
Wer dort auch nur einmal die Gāyatrī, die Mutter der Veden, rezitiert
adhītās tena vedā vai niṣkāmo muktibhājanam
von dem sind damit die Veden vollständig studiert; wunschlos geworden ist er ein Gefäß der Erlösung
Die Śakti, die Mutter Brahmās, Viṣṇus und Maheśas, aus den drei Veden bestehend - [wer sie verehrt] erlangt alle Wünsche, wird mit Söhnen und Reichtum gesegnet.
Wort für Wort
brahmaviṣṇumaheśānāṃ śaktir mātā trayīmayī
Die Śakti, die Mutter Brahmās, Viṣṇus und Maheśas, aus den drei Veden bestehend
sarvān kāmān avāpnoti putravān dhanavān bhavet
[wer sie verehrt] erlangt alle Wünsche, wird mit Söhnen und Reichtum gesegnet
Der Mensch, der, am südlichen [Ufer] gezügelt, mit Hingabe gebadet hat und Āditya [die Sonne] erblickt, von ihm sind dadurch Opfer mit mannigfachen Priestergaben dargebracht worden.
Wort für Wort
ādityaṃ bhaktito yas tu dakṣiṇe niyato naraḥ
Der Mensch, der, am südlichen Ufer gezügelt, mit Hingabe
snātvā paśyeta teneṣṭā yajñā vividhadakṣiṇāḥ
gebadet hat und Āditya erblickt - von ihm sind dadurch Opfer mit mannigfachen Priestergaben dargebracht worden
pitṝṇām akṣayaṃ puṇyaṃ phaladaṃ kīrtivardhanam / tatra snānena dānena japena stavanena ca / api duṣkṛtakarmāṇaḥ pitaro mokṣam āpnuyuḥ //
...unvergängliches, fruchtbringendes und ruhmvermehrendes Verdienst für die Ahnen; durch Baden, Spenden, Murmelgebet und Lobpreis dort erlangen selbst Ahnen mit übler Tat die Erlösung.
Wort für Wort
pitṝṇām akṣayaṃ puṇyaṃ phaladaṃ kīrtivardhanam
unvergängliches, fruchtbringendes und ruhmvermehrendes Verdienst für die Ahnen
tatra snānena dānena japena stavanena ca
durch Baden, Spenden, Murmelgebet und Lobpreis dort
Ihr Gedenken ist verdienstvoll, vernichtet die Sünde vieler Geburten; durch Hören gemeinsam mit den Ahnen, durch Rezitieren zusammen mit den eigenen Sippenangehörigen...
Wort für Wort
eteṣāṃ smaraṇaṃ puṇyaṃ nānājanmāghanāśanam
Ihr Gedenken ist verdienstvoll, vernichtet die Sünde vieler Geburten
śravaṇāt pitṛbhiḥ sārdhaṃ paṭhanāt svakulaiḥ saha
durch Hören gemeinsam mit den Ahnen, durch Rezitieren zusammen mit den eigenen Sippenangehörigen
...gehen sogar deren schwerste Sünden auf meinen Befehl hin zugrunde. Wer dort das Baden und Weiteres vollzogen und, mit gezügeltem Selbst, etwas gespendet hat,...
Wort für Wort
teṣām apy atipāpāni nāśaṃ yānti mamājñayā
gehen sogar deren schwerste Sünden auf meinen Befehl hin zugrunde
tatra snānādi yaḥ kṛtvā kiṃcid dattvā yatātmavān
wer dort das Baden und Weiteres vollzogen und, mit gezügeltem Selbst, etwas gespendet hat
...die Reisballdarbringung usw. für die Ahnen vollzogen und sich vor diesen Göttern verneigt hat, [erlangt] Reichtum, Getreide, Ruhm, Kraft, Lebensdauer und den Segen der Gesundheit,
Wort für Wort
pitṝṇāṃ piṇḍadānādi kṛtvā natvā surān imān
die Reisballdarbringung usw. für die Ahnen vollzogen und sich vor diesen Göttern verneigt hat
dhanaṃ dhānyaṃ yaśo vīryam āyur ārogyasaṃpadaḥ
erlangt Reichtum, Getreide, Ruhm, Kraft, Lebensdauer und den Segen der Gesundheit
narakasthān api pitṝṃs tārayitvā kulāni ca / pāvayitvā priyair yukto hy ante viṣṇuṃ śivaṃ smaret / tato muktipadaṃ gacched devānāṃ vacanaṃ yathā //
rettet er sogar die in der Hölle befindlichen Ahnen und reinigt die Sippen; mit den Lieben vereint, gedenkt er am Ende Viṣṇus und Śivas, und gelangt darauf zum Ort der Erlösung, so wie es das Wort der Götter [verheißt].
Wort für Wort
narakasthān api pitṝṃs tārayitvā kulāni ca
rettet er sogar die in der Hölle befindlichen Ahnen und reinigt die Sippen
pāvayitvā priyair yukto hy ante viṣṇuṃ śivaṃ smaret
mit den Lieben vereint, gedenkt er am Ende Viṣṇus und Śivas
tato muktipadaṃ gacched devānāṃ vacanaṃ yathā
und gelangt darauf zum Ort der Erlösung, so wie es das Wort der Götter verheißt
[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original; schließt die Kapitelerzählung ab.]