Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 131: yamatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Yama-Tīrtha (Saramā, ihre Hunde-Söhne und der Kuhraub durch die Rākṣasas)

Die Götterhündin Saramā bewacht die für ein Opfer bestimmten Kühe; Rākṣasas, Daityas und Dānavas verführen sie und rauben die Kühe. Bṛhaspati verdächtigt Saramā der Mitschuld; Indra tritt sie, woraufhin Milch aus ihrem Maul fließt - für Indra ein Beweis der Bestechung statt der Unschuld. Trotz Saramās Unschuldsbeteuerung verflucht Indra sie, unter den Menschen als Hündin geboren zu werden. Um die Kühe zurückzuholen, ergreift Viṣṇu den Bogen Śārṅga, verfolgt die Räuber in den Daṇḍaka-Wald und vernichtet sie am Nordufer der Gaṅgā (Godāvarī/Gautamī) - Ursprung des Bāṇa-/Vaiṣṇava-/Go-Tīrtha. Die Götter errichten inmitten des Flusses eine Kuh-Insel (Ursprung des Yajña-Tīrtha) und des Gorakṣa-Tīrtha am Südufer. Saramās zwei vieräugige Hundesöhne (Yamas Lieblinge) bitten ihren Vater Yama um Aufhebung des Mutterfluchs; auf Rat seines Vaters Sūrya vollzieht Yama an der Gautamī im Daṇḍaka-Wald die Verehrung Brahmās und Sūryas (Südufer) sowie Śivas (Īśāna) und Viṣṇus (Nordufer), die den Fluch aufheben und weitere Segnungen gewähren. Yama verkündet die Verheißungen der einzelnen Badestellen (Bāṇa-, Go-/Brahma-, Śakti-, Yama-Tīrtha u.a.) für Wunscherfüllung, Erlösung der Ahnen und schließlich die eigene Befreiung.

{brahmovāca:} yamatīrtham iti khyātaṃ pitṝṇāṃ prītivardhanam / aśeṣapāpaśamanaṃ tatra vṛttam idaṃ śṛṇu //

Brahmā sprach: Bekannt als Yama-Tīrtha, das die Freude der Ahnen mehrt, das jegliche Sünde besänftigt - höre, was sich dort zutrug.

Wort für Wort
{brahmovāca:} yamatīrtham iti khyātaṃ pitṝṇāṃ prītivardhanam
Brahmā sprach: Bekannt als Yama-Tīrtha, das die Freude der Ahnen mehrt
aśeṣapāpaśamanaṃ tatra vṛttam idaṃ śṛṇu
das jegliche Sünde besänftigt - höre, was sich dort zutrug

tatrākhyānam idaṃ tv āsīd itihāsaṃ purātanam / sarameti prasiddhāsti nāmnā devaśunī mune //

Dort gab es diese Erzählung, eine alte Geschichte: Es gibt, o Weiser, unter dem Namen Saramā eine berühmte Hündin der Götter.

Wort für Wort
tatrākhyānam idaṃ tv āsīd itihāsaṃ purātanam
Dort gab es diese Erzählung, eine alte Geschichte
sarameti prasiddhāsti nāmnā devaśunī mune
Es gibt, o Weiser, unter dem Namen Saramā eine berühmte Hündin der Götter

tasyāḥ putrau mahāśreṣṭhau śvānau nityaṃ janān anu / gāminau pavanāhārau caturakṣau yamapriyau //

Ihre zwei Söhne, die beiden vortrefflichen Hunde, die stets den Menschen nachgehen, sich vom Wind ernähren, vier Augen haben und Yama lieb sind.

Wort für Wort
tasyāḥ putrau mahāśreṣṭhau śvānau nityaṃ janān anu
Ihre zwei Söhne, die beiden vortrefflichen Hunde, die stets den Menschen nachgehen
gāminau pavanāhārau caturakṣau yamapriyau
sich vom Wind ernähren, vier Augen haben und Yama lieb sind

gā rakṣati sma devānāṃ yajñārthaṃ kalpitān paśūn / rakṣantīm anujagmus te rākṣasā daityadānavāḥ //

Sie bewachte die für das Opfer der Götter bestimmten Kühe (Tiere); während sie so wachte, verfolgten sie die Rākṣasas, Daityas und Dānavas.

Wort für Wort
gā rakṣati sma devānāṃ yajñārthaṃ kalpitān paśūn
Sie bewachte die für das Opfer der Götter bestimmten Kühe
rakṣantīm anujagmus te rākṣasā daityadānavāḥ
während sie so wachte, verfolgten sie die Rākṣasas, Daityas und Dānavas

rakṣantīṃ tāṃ mahāprājñāḥ śvānayor mātaraṃ śunīm / pralobhayitvā vividhair vākyair dānaiś ca yatnataḥ //

Sie, die wachende Hündin, die Mutter der beiden Hunde, verlockten die hochklugen [Dämonen] eifrig mit mancherlei Reden und Geschenken.

Wort für Wort
rakṣantīṃ tāṃ mahāprājñāḥ śvānayor mātaraṃ śunīm
Sie, die wachende Hündin, die Mutter der beiden Hunde - die hochklugen [Dämonen]
pralobhayitvā vividhair vākyair dānaiś ca yatnataḥ
verlockten sie eifrig mit mancherlei Reden und Geschenken

hṛtā gā rākṣasaiḥ pāpaiḥ paśvarthe kalpitāḥ śubhāḥ / tata āgatya sā devān idam āha kramāc chunī //

Die für den Opferzweck bestimmten guten Kühe wurden von den sündigen Rākṣasas geraubt; darauf kam die Hündin zu den Göttern und sprach der Reihe nach dies:

Wort für Wort
hṛtā gā rākṣasaiḥ pāpaiḥ paśvarthe kalpitāḥ śubhāḥ
Die für den Opferzweck bestimmten guten Kühe wurden von den sündigen Rākṣasas geraubt
tata āgatya sā devān idam āha kramāc chunī
darauf kam die Hündin zu den Göttern und sprach der Reihe nach dies

{saramovāca:} māṃ baddhvā rākṣasaiḥ pāśais tāḍayitvā prahārakaiḥ / nītā gā yajñasiddhyarthaṃ kalpitāḥ paśavaḥ surāḥ //

Saramā sprach: Nachdem die Rākṣasas mich mit Fesseln gebunden und mit Schlägen geschlagen hatten, wurden die für den Opfererfolg bestimmten Kühe, ihr Götter, fortgeführt.

Wort für Wort
{saramovāca:} māṃ baddhvā rākṣasaiḥ pāśais tāḍayitvā prahārakaiḥ
Saramā sprach: Nachdem die Rākṣasas mich mit Fesseln gebunden und mit Schlägen geschlagen hatten
nītā gā yajñasiddhyarthaṃ kalpitāḥ paśavaḥ surāḥ
wurden die für den Opfererfolg bestimmten Kühe, ihr Götter, fortgeführt

{brahmovāca:} tasyā vācaṃ niśamyāśu surān prāha bṛhaspatiḥ //*

Brahmā sprach: Sobald er ihre Worte vernommen hatte, sprach Bṛhaspati zu den Göttern.

Wort für Wort
{brahmovāca:} tasyā vācaṃ niśamyāśu
Brahmā sprach: Sobald er ihre Worte vernommen hatte
surān prāha bṛhaspatiḥ
sprach Bṛhaspati zu den Göttern

[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Original (nur eine Zeile, mit * markiert).]

{bṛhaspatir uvāca:} iyaṃ vikṛtarūpāste asyāḥ pāpaṃ ca lakṣaye / asyā matena tā gāvo nītā nānyena hetunā / pāpeyaṃ sukṛtīveti lakṣyate dehaceṣṭitaiḥ //

Bṛhaspati sprach: Diese hier ist von entstellter Gestalt, und ich erkenne an ihr eine Sünde; mit ihrem Einverständnis wurden jene Kühe fortgeführt, aus keinem anderen Grund; diese Sünderin gibt sich als Tugendhafte aus - das zeigt sich an den Bewegungen ihres Körpers.

Wort für Wort
{bṛhaspatir uvāca:} iyaṃ vikṛtarūpāste asyāḥ pāpaṃ ca lakṣaye
Bṛhaspati sprach: Diese hier ist von entstellter Gestalt, und ich erkenne an ihr eine Sünde
asyā matena tā gāvo nītā nānyena hetunā
mit ihrem Einverständnis wurden jene Kühe fortgeführt, aus keinem anderen Grund
pāpeyaṃ sukṛtīveti lakṣyate dehaceṣṭitaiḥ
diese Sünderin gibt sich als Tugendhafte aus - das zeigt sich an den Bewegungen ihres Körpers

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original.]

{brahmovāca:} tad guror vacanāc chakraḥ padā tāṃ prāharac chunīm / padāghātāt tadā tasyā mukhāt kṣīraṃ prasusruve //

Brahmā sprach: Auf das Wort des Gurus hin trat Śakra [Indra] die Hündin mit dem Fuß; durch den Fußtritt floss darauf aus ihrem Maul Milch hervor.

Wort für Wort
{brahmovāca:} tad guror vacanāc chakraḥ padā tāṃ prāharac chunīm
Brahmā sprach: Auf das Wort des Gurus hin trat Śakra die Hündin mit dem Fuß
padāghātāt tadā tasyā mukhāt kṣīraṃ prasusruve
durch den Fußtritt floss darauf aus ihrem Maul Milch hervor

punaḥ prāha śacībhartā kṣīraṃ pītaṃ tvayā śuni / rākṣasaiś ca tadā dattaṃ tasmān nītās tu gā mama //

Wiederum sprach Śacīs Gemahl [Indra]: Milch hast du getrunken, Hündin, und sie wurde dir von den Rākṣasas gegeben; deshalb sind meine Kühe fortgeführt worden.

Wort für Wort
punaḥ prāha śacībhartā kṣīraṃ pītaṃ tvayā śuni
Wiederum sprach Śacīs Gemahl: Milch hast du getrunken, Hündin
rākṣasaiś ca tadā dattaṃ tasmān nītās tu gā mama
und sie wurde dir von den Rākṣasas gegeben; deshalb sind meine Kühe fortgeführt worden

[Anm.: Sinngemäß - Indra deutet die austretende Milch als Beweis, dass Saramā von den Rākṣasas 'bestochen' wurde, statt sie als Unschuldsbeweis zu werten.]

{saramovāca:} nāparādho 'sti me nātha na cānyasyāpi kasyacit / nāparādho na copekṣā mamāsti tridaśeśvara / tasmād ruṣṭo 'si kiṃ nātha ripavo balinas tu te //

Saramā sprach: Keine Schuld trifft mich, Herr, noch irgendjemand anderen; weder Schuld noch Nachlässigkeit ist bei mir, o Herr der Götter; warum also bist du zornig, Herr? Deine Feinde aber sind mächtig.

Wort für Wort
{saramovāca:} nāparādho 'sti me nātha na cānyasyāpi kasyacit
Saramā sprach: Keine Schuld trifft mich, Herr, noch irgendjemand anderen
nāparādho na copekṣā mamāsti tridaśeśvara
weder Schuld noch Nachlässigkeit ist bei mir, o Herr der Götter
tasmād ruṣṭo 'si kiṃ nātha ripavo balinas tu te
warum also bist du zornig, Herr? Deine Feinde aber sind mächtig

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original.]

{brahmovāca:} tato dhyātvā devagurur jñātvā tasyā viceṣṭitam / satyaṃ śakra tv iyaṃ duṣṭā ripūṇāṃ pakṣakāriṇī //

Brahmā sprach: Darauf, nachdem er nachgedacht und ihr Verhalten erkannt hatte, [sprach] der Guru der Götter: Wahrlich, Śakra, diese ist verdorben, eine Parteigängerin der Feinde.

Wort für Wort
{brahmovāca:} tato dhyātvā devagurur jñātvā tasyā viceṣṭitam
Brahmā sprach: Darauf, nachdem er nachgedacht und ihr Verhalten erkannt hatte, sprach der Guru der Götter
satyaṃ śakra tv iyaṃ duṣṭā ripūṇāṃ pakṣakāriṇī
Wahrlich, Śakra, diese ist verdorben, eine Parteigängerin der Feinde

tataḥ śaśāpa tāṃ śakraḥ pāpiṣṭhe tvaṃ śunī bhava / martyaloke pāpabhūtā ajñānāt pāpakāriṇī //

Darauf verfluchte sie Śakra: Du Verruchte, werde eine Hündin in der Welt der Sterblichen, sündig geworden, aus Unwissenheit eine Sünde begehend.

Wort für Wort
tataḥ śaśāpa tāṃ śakraḥ pāpiṣṭhe tvaṃ śunī bhava
Darauf verfluchte sie Śakra: Du Verruchte, werde eine Hündin
martyaloke pāpabhūtā ajñānāt pāpakāriṇī
in der Welt der Sterblichen, sündig geworden, aus Unwissenheit eine Sünde begehend

tadendrasya tu śāpena mānuṣe sā vyajāyata / yathā śaptā maghavatā pāpāt sā hy atibhīṣaṇā //

Durch Indras Fluch wurde sie darauf unter den Menschen geboren, wie sie von Maghavan [Indra] verflucht worden war - sie, die durch die Sünde überaus schrecklich war.

Wort für Wort
tadendrasya tu śāpena mānuṣe sā vyajāyata
Durch Indras Fluch wurde sie darauf unter den Menschen geboren
yathā śaptā maghavatā pāpāt sā hy atibhīṣaṇā
wie sie von Maghavan verflucht worden war - sie, die durch die Sünde überaus schrecklich war

gāvo yā rākṣasair nītās tāsām ānayanāya ca / yatnaṃ kurvan surapatir viṣṇave tan nyavedayat //

Um jene Kühe zurückzuholen, die von den Rākṣasas fortgeführt worden waren, unternahm der Herr der Götter [Indra] eine Anstrengung und teilte dies Viṣṇu mit.

Wort für Wort
gāvo yā rākṣasair nītās tāsām ānayanāya ca
Um jene Kühe zurückzuholen, die von den Rākṣasas fortgeführt worden waren
yatnaṃ kurvan surapatir viṣṇave tan nyavedayat
unternahm der Herr der Götter eine Anstrengung und teilte dies Viṣṇu mit

viṣṇur daityāṃś ca danujān gohartṝṃś caiva rākṣasān / hantuṃ prayatnam akaroj jagṛhe ca mahad dhanuḥ //

Viṣṇu unternahm eine Anstrengung, um die Daityas, Danujas und die kuh-raubenden Rākṣasas zu töten, und ergriff den großen Bogen.

Wort für Wort
viṣṇur daityāṃś ca danujān gohartṝṃś caiva rākṣasān
Viṣṇu, um die Daityas, Danujas und die kuh-raubenden Rākṣasas
hantuṃ prayatnam akaroj jagṛhe ca mahad dhanuḥ
zu töten, unternahm eine Anstrengung und ergriff den großen Bogen

śārṅgaṃ yal lokavikhyātaṃ daityanāśanam eva ca / jitāriḥ pūjito devaiḥ svayaṃ sthitvā janārdanaḥ //

[Nämlich] den Śārṅga[-Bogen], der in der Welt berühmt und der Vernichter der Daityas ist; nachdem er selbst dort Stellung bezogen hatte, wurde Janārdana, der Feindbezwinger, von den Göttern verehrt.

Wort für Wort
śārṅgaṃ yal lokavikhyātaṃ daityanāśanam eva ca
nämlich den Śārṅga-Bogen, der in der Welt berühmt und der Vernichter der Daityas ist
jitāriḥ pūjito devaiḥ svayaṃ sthitvā janārdanaḥ
nachdem er selbst dort Stellung bezogen hatte, wurde Janārdana, der Feindbezwinger, von den Göttern verehrt

yatra vai daṇḍakāraṇye śārṅgapāṇir jagatprabhuḥ / tatrasthān daityadanujān rākṣasāṃś ca balīyasaḥ //

Wo im Daṇḍaka-Wald der Weltherr, der Śārṅga-Träger [war] - die dort befindlichen mächtigen Daityas, Danujas und Rākṣasas...

Wort für Wort
yatra vai daṇḍakāraṇye śārṅgapāṇir jagatprabhuḥ
Wo im Daṇḍaka-Wald der Weltherr, der Śārṅga-Träger war
tatrasthān daityadanujān rākṣasāṃś ca balīyasaḥ
die dort befindlichen mächtigen Daityas, Danujas und Rākṣasas

punar jaghne sa vai viṣṇur gā yair nītāś ca rākṣasaiḥ / tatra vai daṇḍakāraṇye śārṅgapāṇir iti śrutaḥ //

...erschlug jener Viṣṇu wiederum, [nämlich] die Rākṣasas, von denen die Kühe fortgeführt worden waren; dort im Daṇḍaka-Wald ist er als 'Śārṅgapāṇi' (Bogenträger) bekannt.

Wort für Wort
punar jaghne sa vai viṣṇur gā yair nītāś ca rākṣasaiḥ
erschlug jener Viṣṇu wiederum die Rākṣasas, von denen die Kühe fortgeführt worden waren
tatra vai daṇḍakāraṇye śārṅgapāṇir iti śrutaḥ
dort im Daṇḍaka-Wald ist er als 'Śārṅgapāṇi' (Bogenträger) bekannt

yudhyamānas tato viṣṇur ditijai rākṣasaiḥ saha / te jagmur dakṣiṇām āśāṃ viṣṇos trāsān mahāmune //

Während Viṣṇu darauf mit den Ditija-Rākṣasas kämpfte, flohen sie aus Furcht vor Viṣṇu in die südliche Richtung, o großer Weiser.

Wort für Wort
yudhyamānas tato viṣṇur ditijai rākṣasaiḥ saha
Während Viṣṇu darauf mit den Ditija-Rākṣasas kämpfte
te jagmur dakṣiṇām āśāṃ viṣṇos trāsān mahāmune
flohen sie aus Furcht vor Viṣṇu in die südliche Richtung, o großer Weiser

anvagacchat tato viṣṇus tān eva parameśvaraḥ / garutmatā tān avāpya śārṅgamuktair manojavaiḥ //

Darauf verfolgte sie Viṣṇu, der höchste Herr, mit Garuḍa; nachdem er sie eingeholt hatte, mit den vom Śārṅga abgeschossenen, gedankenschnellen [Pfeilen]...

Wort für Wort
anvagacchat tato viṣṇus tān eva parameśvaraḥ
Darauf verfolgte sie Viṣṇu, der höchste Herr, mit Garuḍa
garutmatā tān avāpya śārṅgamuktair manojavaiḥ
nachdem er sie eingeholt hatte, mit den vom Śārṅga abgeschossenen, gedankenschnellen Pfeilen

bāṇais tān vyāhanad viṣṇur gaṅgāyā uttare taṭe / devārayaḥ kṣayaṃ nītā viṣṇunā prabhaviṣṇunā //

...erschlug Viṣṇu sie mit Pfeilen am nördlichen Ufer der Gaṅgā; die Feinde der Götter wurden von dem mächtigen Viṣṇu vernichtet.

Wort für Wort
bāṇais tān vyāhanad viṣṇur gaṅgāyā uttare taṭe
erschlug Viṣṇu sie mit Pfeilen am nördlichen Ufer der Gaṅgā
devārayaḥ kṣayaṃ nītā viṣṇunā prabhaviṣṇunā
die Feinde der Götter wurden von dem mächtigen Viṣṇu vernichtet

śārṅgamuktair mahāvegaiḥ susvanaiś ca sumantritaiḥ / kṣayaṃ prāptā viṣṇubāṇais tatas te devaśatravaḥ //

Durch die vom Śārṅga abgeschossenen, überaus schnellen, wohltönenden und [mit Mantras] geweihten Pfeile Viṣṇus fanden jene Feinde der Götter darauf ihren Untergang.

Wort für Wort
śārṅgamuktair mahāvegaiḥ susvanaiś ca sumantritaiḥ
Durch die vom Śārṅga abgeschossenen, überaus schnellen, wohltönenden und geweihten Pfeile
kṣayaṃ prāptā viṣṇubāṇais tatas te devaśatravaḥ
fanden jene Feinde der Götter darauf durch Viṣṇus Pfeile ihren Untergang

gāvo labdhā yatra devair bāṇatīrthaṃ tad ucyate / vaiṣṇavaṃ lokaviditaṃ gotīrthaṃ ceti viśrutam //

Wo die Kühe von den Göttern wiedererlangt wurden, das wird Bāṇa-Tīrtha genannt, in der Welt bekannt als Vaiṣṇava[-Tīrtha] und ebenso berühmt als Go-Tīrtha.

Wort für Wort
gāvo labdhā yatra devair bāṇatīrthaṃ tad ucyate
Wo die Kühe von den Göttern wiedererlangt wurden, das wird Bāṇa-Tīrtha genannt
vaiṣṇavaṃ lokaviditaṃ gotīrthaṃ ceti viśrutam
in der Welt bekannt als Vaiṣṇava-Tīrtha und ebenso berühmt als Go-Tīrtha

paśvarthe kalpitā gāvo gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe / pradrutās te surāḥ sarve gaṅgāyāṃ saṃnyaveśayan //

Die für den Opferzweck bestimmten Kühe [wurden] am südlichen Ufer der Gaṅgā [gebracht]; alle jene herbeigeeilten Götter siedelten sie in der Gaṅgā an.

Wort für Wort
paśvarthe kalpitā gāvo gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe
Die für den Opferzweck bestimmten Kühe wurden am südlichen Ufer der Gaṅgā [gebracht]
pradrutās te surāḥ sarve gaṅgāyāṃ saṃnyaveśayan
alle jene herbeigeeilten Götter siedelten sie in der Gaṅgā an

tanmadhye kārayām āsur dvīpaṃ caivāśrayaṃ gavām / tair gobhis tatra gaṅgāyāṃ surayajño vyajāyata //

In deren Mitte ließen sie eine Insel als Zuflucht für die Kühe errichten; mit jenen Kühen fand dort in der Gaṅgā das Opfer der Götter statt.

Wort für Wort
tanmadhye kārayām āsur dvīpaṃ caivāśrayaṃ gavām
In deren Mitte ließen sie eine Insel als Zuflucht für die Kühe errichten
tair gobhis tatra gaṅgāyāṃ surayajño vyajāyata
mit jenen Kühen fand dort in der Gaṅgā das Opfer der Götter statt

yajñatīrthaṃ tu tat proktaṃ godvīpaṃ gāṅgamadhyataḥ / devānāṃ yajanaṃ tac ca sarvakāmapradaṃ śubham //

Das wird Yajña-Tīrtha genannt, die Kuh-Insel inmitten der Gaṅgā; jener Opferplatz der Götter ist verheißungsvoll und gewährt alle Wünsche.

Wort für Wort
yajñatīrthaṃ tu tat proktaṃ godvīpaṃ gāṅgamadhyataḥ
Das wird Yajña-Tīrtha genannt, die Kuh-Insel inmitten der Gaṅgā
devānāṃ yajanaṃ tac ca sarvakāmapradaṃ śubham
jener Opferplatz der Götter ist verheißungsvoll und gewährt alle Wünsche

svayaṃ mūrtimatī bhūtvā gaṅgāśaktir mahādyute / asārāpārasaṃsāra-sāgarottaraṇe tariḥ //

Selbst leibhaftig geworden, o Hochglänzende, ist die Kraft der Gaṅgā ein Boot zum Übersetzen über den wesenlosen, uferlosen Ozean des Weltenkreislaufs.

Wort für Wort
svayaṃ mūrtimatī bhūtvā gaṅgāśaktir mahādyute
Selbst leibhaftig geworden, o Hochglänzende, ist die Kraft der Gaṅgā
asārāpārasaṃsāra-sāgarottaraṇe tariḥ
ein Boot zum Übersetzen über den wesenlosen, uferlosen Ozean des Weltenkreislaufs

[Anm.: Die vokativische Anrede ('mahādyute') ist grammatisch unklar bezogen - vermutlich rhetorisch an die personifizierte Gaṅgā selbst gerichtet.]

viśveśvarī yogamāyā sadbhaktābhayadāyinī / gorakṣaṃ tu tatas tīrthaṃ gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe //

[Sie ist] die Herrin des Alls, die Yogamāyā, die den wahrhaft Hingegebenen Furchtlosigkeit schenkt; von da an [heißt] das Tīrtha Gorakṣa ('Kuh-Schutz'), am südlichen Ufer der Gaṅgā.

Wort für Wort
viśveśvarī yogamāyā sadbhaktābhayadāyinī
Sie ist die Herrin des Alls, die Yogamāyā, die den wahrhaft Hingegebenen Furchtlosigkeit schenkt
gorakṣaṃ tu tatas tīrthaṃ gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe
von da an heißt das Tīrtha Gorakṣa, am südlichen Ufer der Gaṅgā

tau śvānau saramāputrau caturakṣau yamapriyau / mātuḥ śāpaṃ cāparādhaṃ sarvaṃ cāpi savistaram //

Jene beiden Hunde, Saramās Söhne, vieräugig und Yama lieb, [berichteten] den Fluch ihrer Mutter und [ihre] Schuld, alles ausführlich...

Wort für Wort
tau śvānau saramāputrau caturakṣau yamapriyau
Jene beiden Hunde, Saramās Söhne, vieräugig und Yama lieb
mātuḥ śāpaṃ cāparādhaṃ sarvaṃ cāpi savistaram
berichteten den Fluch ihrer Mutter und ihre Schuld, alles ausführlich

nivedya tu yathānyāyaṃ kāryaṃ cāpi sukhapradam / viśāpakaraṇaṃ cāpi papracchatur ubhau yamam //

...nachdem sie es der Ordnung gemäß mitgeteilt hatten, fragten die beiden [Hunde] Yama sowohl nach der glückbringenden Handlung als auch nach der Aufhebung des Fluches.

Wort für Wort
nivedya tu yathānyāyaṃ kāryaṃ cāpi sukhapradam
nachdem sie es der Ordnung gemäß mitgeteilt hatten, nach der glückbringenden Handlung
viśāpakaraṇaṃ cāpi papracchatur ubhau yamam
und auch nach der Aufhebung des Fluches fragten die beiden Yama

sa tābhyāṃ sahitaḥ sauriḥ pitre sūryāya cābravīt / śrutvā sūryaḥ sutaṃ prāha gaṅgāyāṃ surasattama //

Er, der Sohn der Sonne [Yama], sprach zusammen mit den beiden zu seinem Vater Sūrya; als er dies gehört hatte, sprach Sūrya zu seinem Sohn: An der Gaṅgā, o Bester der Götter,...

Wort für Wort
sa tābhyāṃ sahitaḥ sauriḥ pitre sūryāya cābravīt
Er, der Sohn der Sonne, sprach zusammen mit den beiden zu seinem Vater Sūrya
śrutvā sūryaḥ sutaṃ prāha gaṅgāyāṃ surasattama
als er dies gehört hatte, sprach Sūrya zu seinem Sohn: An der Gaṅgā, o Bester der Götter

lokatrayaikapāvanyāṃ gautamyāṃ daṇḍake vane / śraddhayā parayā vatsa susnātaḥ susamāhitaḥ //

...an der Gautamī, der alleinigen Reinigerin der drei Welten, im Daṇḍaka-Wald - mit höchster Hingabe, mein Sohn, wohl gebadet und wohl gesammelt,...

Wort für Wort
lokatrayaikapāvanyāṃ gautamyāṃ daṇḍake vane
an der Gautamī, der alleinigen Reinigerin der drei Welten, im Daṇḍaka-Wald
śraddhayā parayā vatsa susnātaḥ susamāhitaḥ
mit höchster Hingabe, mein Sohn, wohl gebadet und wohl gesammelt

brahmāṇaṃ caiva viṣṇuṃ ca mām īśaṃ ca yathākramam / stuhi tvaṃ sarvabhāvena bhṛtyau prītim avāpsyataḥ //

...preise du der Reihe nach Brahmā, Viṣṇu und mich als Herrn mit ganzem Herzen - dann werden die beiden Diener [die Hunde] Freude erlangen.

Wort für Wort
brahmāṇaṃ caiva viṣṇuṃ ca mām īśaṃ ca yathākramam
preise du der Reihe nach Brahmā, Viṣṇu und mich als Herrn
stuhi tvaṃ sarvabhāvena bhṛtyau prītim avāpsyataḥ
mit ganzem Herzen - dann werden die beiden Diener Freude erlangen

tat pitur vacanaṃ śrutvā yamaḥ prītamanās tadā / tayoś ca prītaye prāyād devatarpaṇayor yamaḥ //

Als er dieses Wort seines Vaters gehört hatte, wurde Yama darauf frohen Sinnes; und zur Freude der beiden [Hunde] begab sich Yama, um die Götter zu erquicken.

Wort für Wort
tat pitur vacanaṃ śrutvā yamaḥ prītamanās tadā
Als er dieses Wort seines Vaters gehört hatte, wurde Yama darauf frohen Sinnes
tayoś ca prītaye prāyād devatarpaṇayor yamaḥ
und zur Freude der beiden begab sich Yama, um die Götter zu erquicken

[Anm.: 'devatarpaṇayor' hier sinngemäß auf die beiden Hunde bezogen, die durch die Erquickung der Götter Erlösung erlangen sollen.]

gautamyām aghahāriṇyāṃ susamāhitamānasaḥ / tathaiva toṣayām āsa gaṅgāyāṃ surasattamān //

An der Gautamī, der Sündenwegnehmerin, mit wohlgesammeltem Sinn, erfreute er ebenso die Besten der Götter in der Gaṅgā.

Wort für Wort
gautamyām aghahāriṇyāṃ susamāhitamānasaḥ
An der Gautamī, der Sündenwegnehmerin, mit wohlgesammeltem Sinn
tathaiva toṣayām āsa gaṅgāyāṃ surasattamān
erfreute er ebenso die Besten der Götter in der Gaṅgā

śvabhyāṃ ca sahitaḥ śrīmān dakṣiṇāśāpatiḥ prabhuḥ / brahmāṇaṃ toṣayām āsa bhānuṃ vai dakṣiṇe taṭe //

Zusammen mit den beiden Hunden erfreute der glanzvolle Herr, der Gebieter der südlichen Richtung [Yama], Brahmā und Bhānu [Sūrya] am südlichen Ufer.

Wort für Wort
śvabhyāṃ ca sahitaḥ śrīmān dakṣiṇāśāpatiḥ prabhuḥ
Zusammen mit den beiden Hunden, der glanzvolle Herr, der Gebieter der südlichen Richtung
brahmāṇaṃ toṣayām āsa bhānuṃ vai dakṣiṇe taṭe
erfreute Brahmā und Bhānu am südlichen Ufer

īśānam uttare viṣṇuṃ svayaṃ dharmaḥ pratāpavān / dattavanto varaṃ śreṣṭhaṃ saramāyā viśāpakam / varān ayācata bahūṃl lokānām upakārakān //

Und am nördlichen [Ufer erfreute] der mächtige Dharma [Yama] selbst Īśāna [Śiva] und Viṣṇu; sie gewährten den besten Segen, die Aufhebung von Saramās Fluch; und er erbat viele weitere Segnungen, die den Welten nützen.

Wort für Wort
īśānam uttare viṣṇuṃ svayaṃ dharmaḥ pratāpavān
Und am nördlichen Ufer der mächtige Dharma selbst Īśāna und Viṣṇu
dattavanto varaṃ śreṣṭhaṃ saramāyā viśāpakam
sie gewährten den besten Segen, die Aufhebung von Saramās Fluch
varān ayācata bahūṃl lokānām upakārakān
und er erbat viele weitere Segnungen, die den Welten nützen

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original.]

{yama uvāca:} eṣu snānaṃ tu ye kuryur brahmaviṣṇumaheśvarāḥ / ātmārthaṃ ca parārthaṃ ca te kāmān āpnuyuḥ śubhān //

Yama sprach: Die, welche an diesen [Stätten] baden - wo Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara [verehrt werden] -, für sich selbst und für andere, erlangen verheißungsvolle Wünsche.

Wort für Wort
{yama uvāca:} eṣu snānaṃ tu ye kuryur brahmaviṣṇumaheśvarāḥ
Yama sprach: Die, welche an diesen Stätten baden - wo Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara verehrt werden
ātmārthaṃ ca parārthaṃ ca te kāmān āpnuyuḥ śubhān
für sich selbst und für andere, erlangen sie verheißungsvolle Wünsche

[Anm.: Satzbau leicht elliptisch; sinngemäß wiedergegeben.]

bāṇatīrthe tu ye snātvā śārṅgapāṇiṃ smaranti vai / tebhyo dāridryaduḥkhāni na bhaveyur yuge yuge //

Diejenigen aber, die am Bāṇa-Tīrtha gebadet haben und des Śārṅgapāṇi [Viṣṇu] gedenken, denen sollen in keinem Zeitalter die Leiden der Armut widerfahren.

Wort für Wort
bāṇatīrthe tu ye snātvā śārṅgapāṇiṃ smaranti vai
Diejenigen aber, die am Bāṇa-Tīrtha gebadet haben und des Śārṅgapāṇi gedenken
tebhyo dāridryaduḥkhāni na bhaveyur yuge yuge
denen sollen in keinem Zeitalter die Leiden der Armut widerfahren

gotīrthe brahmatīrthe vā yas tu snātvā yatavrataḥ / brahmāṇaṃ taṃ namasyātha dvīpasyāpi pradakṣiṇam //

Wer aber am Go-Tīrtha oder Brahma-Tīrtha gebadet hat, mit gezügeltem Gelübde, jenen Brahmā verehrt und sodann die Umwandlung der Insel...

Wort für Wort
gotīrthe brahmatīrthe vā yas tu snātvā yatavrataḥ
Wer aber am Go-Tīrtha oder Brahma-Tīrtha gebadet hat, mit gezügeltem Gelübde
brahmāṇaṃ taṃ namasyātha dvīpasyāpi pradakṣiṇam
jenen Brahmā verehrt und sodann die Umwandlung der Insel

yaḥ kuryāt tena pṛthivī saptadvīpā vasuṃdharā / pradakṣiṇīkṛtā tatra kiṃcid dattvā vasu dvijam //

...vollzieht, durch den ist die Erde mit ihren sieben Kontinenten, die Reichtumtragende, dort [symbolisch] umwandelt worden - nachdem er dort einem Brahmanen etwas an Gut gegeben hat.

Wort für Wort
yaḥ kuryāt tena pṛthivī saptadvīpā vasuṃdharā
vollzieht, durch den ist die Erde mit ihren sieben Kontinenten, die Reichtumtragende
pradakṣiṇīkṛtā tatra kiṃcid dattvā vasu dvijam
dort umwandelt worden - nachdem er einem Brahmanen etwas an Gut gegeben hat

tad devayajanaṃ prāpya kiṃcid dhutvā hutāśane / aśvamedhādiyajñānāṃ phalaṃ prāpnoti puṣkalam //

Nachdem er jenen Opferplatz der Götter erreicht und etwas ins Feuer geopfert hat, erlangt er die reiche Frucht der Opfer, angefangen mit dem Aśvamedha (Rossopfer).

Wort für Wort
tad devayajanaṃ prāpya kiṃcid dhutvā hutāśane
Nachdem er jenen Opferplatz der Götter erreicht und etwas ins Feuer geopfert hat
aśvamedhādiyajñānāṃ phalaṃ prāpnoti puṣkalam
erlangt er die reiche Frucht der Opfer, angefangen mit dem Aśvamedha

yaḥ sakṛt tatra paṭhati gāyatrīṃ vedamātaram / adhītās tena vedā vai niṣkāmo muktibhājanam //

Wer dort auch nur einmal die Gāyatrī, die Mutter der Veden, rezitiert, von dem sind damit die Veden [vollständig] studiert; wunschlos geworden ist er ein Gefäß der Erlösung.

Wort für Wort
yaḥ sakṛt tatra paṭhati gāyatrīṃ vedamātaram
Wer dort auch nur einmal die Gāyatrī, die Mutter der Veden, rezitiert
adhītās tena vedā vai niṣkāmo muktibhājanam
von dem sind damit die Veden vollständig studiert; wunschlos geworden ist er ein Gefäß der Erlösung

snātvā tu dakṣiṇe kūle śaktiṃ devīṃ tu bhaktitaḥ / pūjayitvā yathānyāyaṃ sarvān kāmān avāpnuyāt //

Wer aber am südlichen Ufer gebadet und die Göttin Śakti der Ordnung gemäß mit Hingabe verehrt hat, erlangt alle Wünsche.

Wort für Wort
snātvā tu dakṣiṇe kūle śaktiṃ devīṃ tu bhaktitaḥ
Wer aber am südlichen Ufer gebadet und die Göttin Śakti mit Hingabe
pūjayitvā yathānyāyaṃ sarvān kāmān avāpnuyāt
der Ordnung gemäß verehrt hat, erlangt alle Wünsche

brahmaviṣṇumaheśānāṃ śaktir mātā trayīmayī / sarvān kāmān avāpnoti putravān dhanavān bhavet //

Die Śakti, die Mutter Brahmās, Viṣṇus und Maheśas, aus den drei Veden bestehend - [wer sie verehrt] erlangt alle Wünsche, wird mit Söhnen und Reichtum gesegnet.

Wort für Wort
brahmaviṣṇumaheśānāṃ śaktir mātā trayīmayī
Die Śakti, die Mutter Brahmās, Viṣṇus und Maheśas, aus den drei Veden bestehend
sarvān kāmān avāpnoti putravān dhanavān bhavet
[wer sie verehrt] erlangt alle Wünsche, wird mit Söhnen und Reichtum gesegnet

ādityaṃ bhaktito yas tu dakṣiṇe niyato naraḥ / snātvā paśyeta teneṣṭā yajñā vividhadakṣiṇāḥ //

Der Mensch, der, am südlichen [Ufer] gezügelt, mit Hingabe gebadet hat und Āditya [die Sonne] erblickt, von ihm sind dadurch Opfer mit mannigfachen Priestergaben dargebracht worden.

Wort für Wort
ādityaṃ bhaktito yas tu dakṣiṇe niyato naraḥ
Der Mensch, der, am südlichen Ufer gezügelt, mit Hingabe
snātvā paśyeta teneṣṭā yajñā vividhadakṣiṇāḥ
gebadet hat und Āditya erblickt - von ihm sind dadurch Opfer mit mannigfachen Priestergaben dargebracht worden

kūle yaś cottare caiva gaṅgāyā daityasūdanam / snātvā paśyeta taṃ natvā tasya viṣṇoḥ paraṃ padam //

Und wer am nördlichen Ufer der Gaṅgā, gebadet, den Daitya-Vernichter [Viṣṇu] erblickt und sich vor ihm verneigt, [erlangt] jenes höchste Reich Viṣṇus.

Wort für Wort
kūle yaś cottare caiva gaṅgāyā daityasūdanam
Und wer am nördlichen Ufer der Gaṅgā den Daitya-Vernichter
snātvā paśyeta taṃ natvā tasya viṣṇoḥ paraṃ padam
gebadet, erblickt und sich vor ihm verneigt, erlangt jenes höchste Reich Viṣṇus

yameśvaraṃ tato yas tu yamatīrthe tu pūjitam / snātaḥ paśyati yuktātmā sa karoty acireṇa hi //

Wer sodann, mit gesammeltem Geist gebadet, den am Yama-Tīrtha verehrten Yameśvara erblickt, der bewirkt alsbald...

Wort für Wort
yameśvaraṃ tato yas tu yamatīrthe tu pūjitam
Wer sodann den am Yama-Tīrtha verehrten Yameśvara
snātaḥ paśyati yuktātmā sa karoty acireṇa hi
mit gesammeltem Geist gebadet erblickt, der bewirkt alsbald

pitṝṇām akṣayaṃ puṇyaṃ phaladaṃ kīrtivardhanam / tatra snānena dānena japena stavanena ca / api duṣkṛtakarmāṇaḥ pitaro mokṣam āpnuyuḥ //

...unvergängliches, fruchtbringendes und ruhmvermehrendes Verdienst für die Ahnen; durch Baden, Spenden, Murmelgebet und Lobpreis dort erlangen selbst Ahnen mit übler Tat die Erlösung.

Wort für Wort
pitṝṇām akṣayaṃ puṇyaṃ phaladaṃ kīrtivardhanam
unvergängliches, fruchtbringendes und ruhmvermehrendes Verdienst für die Ahnen
tatra snānena dānena japena stavanena ca
durch Baden, Spenden, Murmelgebet und Lobpreis dort
api duṣkṛtakarmāṇaḥ pitaro mokṣam āpnuyuḥ
erlangen selbst Ahnen mit übler Tat die Erlösung

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original.]

{brahmovāca:} ityādy aṣṭa sahasrāṇi tīrthāni trīṇi nārada / teṣu snānaṃ ca dānaṃ ca sarvam akṣayapuṇyadam //

Brahmā sprach: So [gibt es] hier achttausenddrei Tīrthas, o Nārada; das Baden und Spenden an ihnen gewährt allesamt unvergängliches Verdienst.

Wort für Wort
{brahmovāca:} ityādy aṣṭa sahasrāṇi tīrthāni trīṇi nārada
Brahmā sprach: So gibt es hier achttausenddrei Tīrthas, o Nārada
teṣu snānaṃ ca dānaṃ ca sarvam akṣayapuṇyadam
das Baden und Spenden an ihnen gewährt allesamt unvergängliches Verdienst

[Anm.: Zahlangabe 'aṣṭa sahasrāṇi ... trīṇi' unsicher/ungewöhnlich - evtl. auch als '8000, und diese drei [zuletzt genannten]' zu verstehen.]

eteṣāṃ smaraṇaṃ puṇyaṃ nānājanmāghanāśanam / śravaṇāt pitṛbhiḥ sārdhaṃ paṭhanāt svakulaiḥ saha //

Ihr Gedenken ist verdienstvoll, vernichtet die Sünde vieler Geburten; durch Hören gemeinsam mit den Ahnen, durch Rezitieren zusammen mit den eigenen Sippenangehörigen...

Wort für Wort
eteṣāṃ smaraṇaṃ puṇyaṃ nānājanmāghanāśanam
Ihr Gedenken ist verdienstvoll, vernichtet die Sünde vieler Geburten
śravaṇāt pitṛbhiḥ sārdhaṃ paṭhanāt svakulaiḥ saha
durch Hören gemeinsam mit den Ahnen, durch Rezitieren zusammen mit den eigenen Sippenangehörigen

teṣām apy atipāpāni nāśaṃ yānti mamājñayā / tatra snānādi yaḥ kṛtvā kiṃcid dattvā yatātmavān //

...gehen sogar deren schwerste Sünden auf meinen Befehl hin zugrunde. Wer dort das Baden und Weiteres vollzogen und, mit gezügeltem Selbst, etwas gespendet hat,...

Wort für Wort
teṣām apy atipāpāni nāśaṃ yānti mamājñayā
gehen sogar deren schwerste Sünden auf meinen Befehl hin zugrunde
tatra snānādi yaḥ kṛtvā kiṃcid dattvā yatātmavān
wer dort das Baden und Weiteres vollzogen und, mit gezügeltem Selbst, etwas gespendet hat

pitṝṇāṃ piṇḍadānādi kṛtvā natvā surān imān / dhanaṃ dhānyaṃ yaśo vīryam āyur ārogyasaṃpadaḥ //

...die Reisballdarbringung usw. für die Ahnen vollzogen und sich vor diesen Göttern verneigt hat, [erlangt] Reichtum, Getreide, Ruhm, Kraft, Lebensdauer und den Segen der Gesundheit,

Wort für Wort
pitṝṇāṃ piṇḍadānādi kṛtvā natvā surān imān
die Reisballdarbringung usw. für die Ahnen vollzogen und sich vor diesen Göttern verneigt hat
dhanaṃ dhānyaṃ yaśo vīryam āyur ārogyasaṃpadaḥ
erlangt Reichtum, Getreide, Ruhm, Kraft, Lebensdauer und den Segen der Gesundheit

putrān pautrān priyāṃ bhāryāṃ labdhvā cānyan manīṣitam / aviyuktaḥ prītamanā bandhubhiś cātimānitaḥ //

erlangt Söhne, Enkel, eine geliebte Gattin und anderes Erwünschte; ungetrennt [von den Seinen], frohen Sinnes und von den Verwandten hochgeehrt,

Wort für Wort
putrān pautrān priyāṃ bhāryāṃ labdhvā cānyan manīṣitam
erlangt Söhne, Enkel, eine geliebte Gattin und anderes Erwünschte
aviyuktaḥ prītamanā bandhubhiś cātimānitaḥ
ungetrennt von den Seinen, frohen Sinnes und von den Verwandten hochgeehrt

narakasthān api pitṝṃs tārayitvā kulāni ca / pāvayitvā priyair yukto hy ante viṣṇuṃ śivaṃ smaret / tato muktipadaṃ gacched devānāṃ vacanaṃ yathā //

rettet er sogar die in der Hölle befindlichen Ahnen und reinigt die Sippen; mit den Lieben vereint, gedenkt er am Ende Viṣṇus und Śivas, und gelangt darauf zum Ort der Erlösung, so wie es das Wort der Götter [verheißt].

Wort für Wort
narakasthān api pitṝṃs tārayitvā kulāni ca
rettet er sogar die in der Hölle befindlichen Ahnen und reinigt die Sippen
pāvayitvā priyair yukto hy ante viṣṇuṃ śivaṃ smaret
mit den Lieben vereint, gedenkt er am Ende Viṣṇus und Śivas
tato muktipadaṃ gacched devānāṃ vacanaṃ yathā
und gelangt darauf zum Ort der Erlösung, so wie es das Wort der Götter verheißt

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original; schließt die Kapitelerzählung ab.]

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