{vasiṣṭha uvāca: } evam apratibuddhatvād abuddham anuvartate / dehād dehasahasrāṇi tathā ca na sa bhidyate //
Vasiṣṭha sprach: So folgt er, aus dem Zustand des Nicht-Erwachens, dem Unwissenden von Körper zu Körper, tausendfach - und dennoch wird er [das wahre Selbst] dabei nicht [wesentlich] geteilt.
tiryagyonisahasreṣu kadācid devatāsv api / utpadyati tapoyogād guṇaiḥ saha guṇakṣayāt //
In den tausend Tiergeburten, zuweilen auch unter den Gottheiten, wird er geboren - durch Askese und Yoga, [oder] durch das Schwinden der Guṇas, zusammen mit den Guṇas,
Wort für Wort
tiryagyonisahasreṣu
in den tausend Tiergeburten
kadācid devatāsv api
zuweilen auch unter den Gottheiten
utpadyati tapoyogād
wird er geboren durch Askese und Yoga
guṇaiḥ saha guṇakṣayāt
zusammen mit den Guṇas, durch das Schwinden der Guṇas
Wie der Kokon-Wurm sich selbst mit den Fäden [seines eigenen] Fadens beständig einschließt, so [umschließt] auch dieser, obwohl eigenschaftslos, sich mit den Guṇas,
Wort für Wort
koṣakāro yathātmānaṃ
wie der Kokon-Wurm sich selbst
kīṭaḥ samabhirundhati
der Wurm einschließt
sūtratantuguṇair nityaṃ
beständig mit den Fäden des Fadens
tathāyam aguṇo guṇaiḥ
so [umschließt] auch dieser, obwohl eigenschaftslos, sich mit den Guṇas
dvaṃdvam eti ca nirdvaṃdvas tāsu tāsv iha yoniṣu / śīrṣaroge 'kṣiroge ca dantaśūle galagrahe //
und, obwohl frei von den Gegensatzpaaren, gerät er in die Gegensatzpaare, in diesen und jenen Mutterschößen hier - in Kopfschmerz, Augenkrankheit, Zahnschmerz, Halsentzündung,
Wort für Wort
dvaṃdvam eti ca nirdvaṃdvas
und, obwohl frei von den Gegensatzpaaren, gerät er in die Gegensatzpaare
und welche anderen mannigfaltigen, aus der Prakṛti entstehenden Gegensatzpaare den verkörperten Wesen auch entstehen mögen - eben diese hält das Selbst irrtümlich für sich selbst,
und ebenso die guten Werke des Stolzes und Hochmuts: mit einem Gewand, mit vier Gewändern, [oder] beständig auf dem [bloßen] Boden liegend,
Wort für Wort
abhimānātimānānāṃ
des Stolzes und Hochmuts
tathaiva sukṛtāny api
und ebenso die guten Werke
ekavāsāś caturvāsāḥ
mit einem Gewand, mit vier Gewändern
śāyī nityam adhas tathā
beständig auf dem Boden liegend
[Anm.] Es folgt ein langer, bis V.25 reichender Katalog asketischer Übungen, Kleidungs-, Lager- und Speiseformen sowie sozialer Rollen, die das fälschlich identifizierende Selbst sich alle als 'sein eigen' (abhimāna) aneignet.
vīrasthānāmbupāke ca śayanaṃ phalakeṣu ca / vividhāsu ca śayyāsu phalagṛhyānvitāsu ca //
und im 'Helden-Stand' im siedenden Wasser, und auf Brettern liegend, und in mannigfachen Lagern, versehen mit [dornigen] Früchten,
Wort für Wort
vīrasthānāmbupāke ca
und im 'Helden-Stand' im siedenden Wasser
śayanaṃ phalakeṣu ca
und auf Brettern liegend
vividhāsu ca śayyāsu
und in mannigfachen Lagern
phalagṛhyānvitāsu ca
versehen mit [dornigen] Früchten
[?] 'vīrasthānāmbupāke' und 'phalagṛhyānvitāsu' bezeichnen offenbar besonders strenge, im Einzelnen unklare Askesepraktiken (Stehen in siedendem Wasser bzw. mit Dornfrüchten versehene Lagerstätten).
udyāne khalalagne tu kṣaumakṛṣṇājinānvitaḥ / maṇivālaparīdhāno vyāghracarmaparicchadaḥ //
im Garten, an der Dreschtenne haftend, mit Leinen- oder schwarzem Antilopenfell bekleidet, mit einem Juwelen-Schweif-Gewand [?] umhüllt, mit Tigerfell bedeckt,
Wort für Wort
udyāne khalalagne tu
im Garten, an der Dreschtenne haftend
kṣaumakṛṣṇājinānvitaḥ
mit Leinen- oder schwarzem Antilopenfell bekleidet
maṇivālaparīdhāno
mit einem Juwelen-Schweif-Gewand umhüllt
vyāghracarmaparicchadaḥ
mit Tigerfell bedeckt
[?] 'maṇivālaparīdhāno' ('mit einem Juwelen-Schweif-Gewand bekleidet') bleibt in seiner genauen Bedeutung unklar.
māsopavāsī mūlāśī phalāhāras tathaiva ca / vāyubhakṣaś ca piṇyāka-dadhigomayabhojanaḥ //
einen Monat fastend, sich von Wurzeln ernährend, und ebenso von Früchten lebend, sich von Luft ernährend, und sich von Ölkuchen, Sauermilch und Kuhdung ernährend,
Wort für Wort
māsopavāsī mūlāśī
einen Monat fastend, sich von Wurzeln ernährend
phalāhāras tathaiva ca
und ebenso von Früchten lebend
vāyubhakṣaś ca
sich von Luft ernährend
piṇyāka-dadhigomayabhojanaḥ
und sich von Ölkuchen, Sauermilch und Kuhdung ernährend
und sich von Kuh-Urin ernährend, und ebenso von Kāśa-Gras-Blüten lebend, und sich von Wasserpflanzen ernährend, und ebenso sich von anderem am Leben erhaltend,
vartayañ śīrṇaparṇaiś ca prakīrṇaphalabhojanaḥ / vividhāni ca kṛcchrāṇi sevate siddhikāṅkṣayā //
sich am Leben erhaltend mit welken Blättern, und sich von verstreuten Früchten ernährend - er übt die mannigfachen Kṛcchra-Bußübungen aus dem Verlangen nach [übernatürlicher] Vollendung,
cāndrāyaṇāni vidhival liṅgāni vividhāni ca / cāturāśramyayuktāni dharmādharmāśrayāṇy api //
die Cāndrāyaṇa-Fasten der Vorschrift gemäß, und die mannigfachen äußeren Kennzeichen [der Askese], verbunden mit den vier Lebensstufen, auch die auf Dharma und Adharma beruhenden [Praktiken],
vaṇikpathaṃ dvijakṣatra-vaiśyaśūdrāṃs tathaiva ca / dānaṃ ca vividhākāraṃ dīnāndhakṛpaṇādiṣu //
den Kaufmannspfad, und ebenso die Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas und Śūdras, und die Freigebigkeit von mannigfacher Art gegenüber den Armen, Blinden, Elenden und dergleichen,
Wort für Wort
vaṇikpathaṃ
den Kaufmannspfad
dvijakṣatra-vaiśyaśūdrāṃs tathaiva ca
und ebenso die Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas und Śūdras
dānaṃ ca vividhākāraṃ
und die Freigebigkeit von mannigfacher Art
dīnāndhakṛpaṇādiṣu
gegenüber den Armen, Blinden, Elenden und dergleichen
abhimanyeta saṃdhātuṃ tathaiva vividhān guṇān / sattvaṃ rajas tamaś caiva dharmārthau kāma eva ca //
[all dies] eignet er sich an, um es zu verbinden, ebenso die mannigfachen Guṇas: Sattva, Rajas und Tamas, Dharma und Artha, sowie Kāma,
Wort für Wort
abhimanyeta saṃdhātuṃ
eignet er sich an, um es zu verbinden
tathaiva vividhān guṇān
ebenso die mannigfachen Guṇas
sattvaṃ rajas tamaś caiva
Sattva, Rajas und Tamas
dharmārthau kāma eva ca
Dharma und Artha, sowie Kāma
[Anm.] Hier endet der in V.8 begonnene Katalog. Es folgt (V.26-32) die Beschreibung, wie das Selbst sich durch die Prakṛti in solche Rollen und Ritualhandlungen einteilt.
durch die Prakṛti teilt das Selbst sich selbst so ein, [und identifiziert sich] auch mit den Ritual-Ausrufen 'Svāhā' und 'Vaṣaṭ', 'Svadhā' und der Verehrungsgeste,
das Opfern, das Studium, das Schenken, und ebenso, sagen sie, das Annehmen [von Gaben], das Opfern-für-andere, das Lehren, und ebenso auch anderes, was es sonst noch [an Brahmanenpflichten] gibt,
durch die Ordnung von Geburt und Tod, und ebenso durch das [gewaltsame] Zerschneiden [?] - all dies nennen sie die ewige Furcht vor Gutem und Schlechtem,
Wort für Wort
janmamṛtyuvidhānena
durch die Ordnung von Geburt und Tod
tathā viśasanena ca
und ebenso durch das Zerschneiden
śubhāśubhabhayaṃ sarvam
die ganze Furcht vor Gutem und Schlechtem
etad āhuḥ sanātanam
dies nennen sie ewig
[?] 'viśasanena' ('durch Zerschneiden/Schlachten') ist im Kontext ungewöhnlich; die genaue Bedeutung bleibt unsicher.
prakṛtiḥ kurute devī bhayaṃ pralayam eva ca / divasānte guṇān etān atītyaiko 'vatiṣṭhate //
die göttliche Prakṛti bewirkt die Furcht und ebenso die Auflösung; am Ende des Tages [Brahmans], nachdem er diese Guṇas überschritten hat, verweilt er allein,
wie die Sonne ihr Strahlennetz [zurückzieht], so zieht er zu jener Zeit [alles zusammen]; ebenso hält sich dieser das alles zum Zwecke des Spiels zueigen,
diese mannigfachen, dem Herzen lieben Eigenschaften der Selbst-Gestalt - so bewirkend diese [Prakṛti], die dem Gesetz von Schöpfung und Auflösung unterliegt,
Wort für Wort
ātmarūpaguṇān etān
diese Eigenschaften der Selbst-Gestalt
vividhān hṛdayapriyān
mannigfach, dem Herzen lieb
evam etāṃ prakurvāṇaḥ
so diese [Prakṛti] bewirkend
sargapralayadharmiṇīm
die dem Gesetz von Schöpfung und Auflösung unterliegt
dem Pfad des Handelns zugetan, der Handlung [verhaftet], er, der Dreifach-Guṇa-Beherrschte, dem Pfad von Handlung und Nicht-Handlung verbunden, hält er sich dementsprechend dafür,
Wort für Wort
kriyāṃ kriyāpathe raktas
dem Pfad des Handelns zugetan, der Handlung verhaftet
triguṇas triguṇādhipaḥ
er, der Dreifach-Guṇa-Beherrschte
kriyākriyāpathopetas
dem Pfad von Handlung und Nicht-Handlung verbunden
Durch die Prakṛti ist diese ganze Welt geblendet gemacht, o Herr; durch Rajas und Tamas ist alles auf mannigfache Weise durchdrungen,
Wort für Wort
prakṛtyā sarvam evedaṃ
durch die Prakṛti ist diese ganze
jagad andhīkṛtaṃ vibho
Welt geblendet gemacht, o Herr
rajasā tamasā caiva
durch Rajas und Tamas
vyāptaṃ sarvam anekadhā
ist alles auf mannigfache Weise durchdrungen
[Anm.] Ab hier (V.33-41) formuliert Vasiṣṭha in wörtlicher Rede das innere Selbstgespräch des sich fälschlich mit dem Ego identifizierenden Selbst ('mama', 'ich/mein') - eine rhetorische Veranschaulichung der eben beschriebenen Täuschung.
'diese alle sind zu überwinden' - so, o Herrscher der Menschen, denkt er, aus einseitigem Denken, und ebenso auch die guten Werke [hält er für zu überwinden],
bhoktavyāni mamaitāni devalokagatena vai / ihaiva cainaṃ bhokṣyāmi śubhāśubhaphalodayam //
'diese sind von mir zu genießen, wenn ich zur Götterwelt gegangen bin; und schon hier will ich dies genießen, das Entstehen der guten und schlechten Frucht,'
bhaviṣyati na me duḥkhaṃ kṛtenehāpy anantakam / sukhaduḥkhaṃ hi mānuṣyaṃ niraye cāpi majjanam //
'mir wird kein endloses Leid mehr widerfahren durch das, was ich hier getan habe; denn das Menschsein [bringt] Glück und Leid, und auch das Versinken in die Hölle,'
'und auch aus der Hölle werde ich mit der Zeit wieder zum Menschsein gelangen; vom Menschsein zur Gottheit, und von der Gottheit wieder zum Menschsein,'
trīṇi sthānāni caitāni jānīyāt prākṛtāni ha / aliṅgaprakṛtitvāc ca liṅgair apy anumīyate //
diese drei Orte, wisse, sind Wirkungen der Prakṛti; und weil die Prakṛti selbst kein [wahrnehmbares] Merkmal hat, wird sie nur durch [ihre] Merkmale erschlossen,
ebenso wird auch das Merkmal des Puruṣa nur durch Erschließung angenommen; er [der Puruṣa], nachdem er ein anderes Merkmal [einen Körper] erlangt hat, [nimmt] das wundlose Merkmal der Prakṛti an,
nachdem er die 'Wund-Tore' [die Sinnesöffnungen] eingenommen hat, hält er die Handlungen für [Handlungen] im Selbst; alle mit dem Gehör beginnenden [Sinnesorgane] und auch die fünf Handlungsorgane,
rāgādīni pravartante guṇeṣv iha guṇaiḥ saha / aham etāni vai kurvan mamaitānīndriyāṇi ha //
[durch diese] entstehen Leidenschaft und dergleichen in Bezug auf die Objekte hier, zusammen mit den Guṇas; 'ich bin es, der dies bewirkt, mein sind diese Sinnesorgane' [so denkt er],
Wort für Wort
rāgādīni pravartante
Leidenschaft und dergleichen entstehen
guṇeṣv iha guṇaiḥ saha
in Bezug auf die Objekte hier, zusammen mit den Guṇas
denn ohne Sinnesorgane [zu sein], hält er sich dennoch für 'verwundet', obwohl unverwundbar; ohne Merkmal, hält er das Selbst für [mit] Merkmal [versehen]; zeitlos, hält er das Selbst für der Zeit [unterworfen],
Wort für Wort
nirindriyo hi manyeta
denn ohne Sinnesorgane, hält er sich dennoch
vraṇavān asmi nirvraṇaḥ
für 'verwundet', obwohl unverwundbar
aliṅgo liṅgam ātmānam
ohne Merkmal, das Selbst für [mit] Merkmal
akālaṃ kālam ātmanaḥ
zeitlos, das Selbst für der Zeit [unterworfen]
[Anm.] Hier beginnt eine markante Reihe von Verneinungspaaren (V.49-52), die das wahre, unveränderliche Selbst seiner fälschlichen Selbstidentifikation mit vergänglichen Eigenschaften gegenüberstellt.
[obwohl] nicht [im gewöhnlichen Sinne] seiend, hält er das Selbst für seiend; unsterblich, hält er das Selbst für sterblich; todlos, hält er das Selbst für dem Tod [unterworfen]; unbeweglich, hält er das Selbst für beweglich,
Wort für Wort
asattvaṃ sattvam ātmānam
unseiend, [hält er] das Selbst für seiend
amṛtaṃ mṛtam ātmanaḥ
unsterblich, [hält er] das Selbst für sterblich
amṛtyuṃ mṛtyum ātmānam
todlos, [hält er] das Selbst für dem Tod [unterworfen]
[obwohl] kein Feld, hält er das Selbst für ein Feld; unverhaftet, hält er das Selbst für verhaftet; kein [bloßes] Prinzip, hält er das Selbst für ein Prinzip; unentstanden, hält er das Selbst für entstanden,
Wort für Wort
akṣetraṃ kṣetram ātmānam
kein Feld, [hält er] das Selbst für ein Feld
asaṅgaṃ saṅgam ātmanaḥ
unverhaftet, [hält er] das Selbst für verhaftet
atattvaṃ tattvam ātmānam
kein Prinzip, [hält er] das Selbst für ein Prinzip
unvergänglich, hält er, aus Unverständnis, das Selbst für vergänglich; so, aus dem Zustand des Nicht-Erwachens, aus dem Umgang mit unerwachten Menschen,
Wort für Wort
akṣaraṃ kṣaram ātmānam
unvergänglich, [hält er] das Selbst für vergänglich
tiryagyonimanuṣyatve devaloke tathaiva ca / candramā iva kośānāṃ punas tatra sahasraśaḥ //
im Tierdasein, im Menschsein, und ebenso in der Götterwelt - wie der Mond der [Mond-]Häuser, wiederum dort tausendfach,
Wort für Wort
tiryagyonimanuṣyatve
im Tierdasein, im Menschsein
devaloke tathaiva ca
und ebenso in der Götterwelt
candramā iva kośānāṃ
wie der Mond der [Mond-]Häuser
punas tatra sahasraśaḥ
wiederum dort tausendfach
[Anm.] Es folgt ein Gleichnis (V.54-58), das die Wiedergeburten des unerlösten Selbst mit dem An- und Abschwellen der sechzehn Mondphasen (Kalās) vergleicht.
nīyate 'pratibuddhatvād evam eva kubuddhimān / kalā pañcadaśī yonis tad dhāma iti paṭhyate //
wird er, aus dem Zustand des Nicht-Erwachens, ebenso [dahin] geführt, der Übelverständige; die fünfzehnte Phase ist der Mutterschoß - jenes wird als 'Dhāman' [Wohnstätte] bezeichnet,
Wort für Wort
nīyate 'pratibuddhatvād
wird er, aus dem Zustand des Nicht-Erwachens, geführt
dhīmāṃś cāyaṃ na bhavati nṛpa evaṃ hi jāyate / ṣoḍaśī tu kalā sūkṣmā sa soma upadhāryatām //
und dieser wird nicht weise, o König, denn so wird er [immer wieder nur] geboren; die sechzehnte Phase aber, die feine, ist als der [wahre] Soma zu erkennen,
na tūpayujyate devair devān api yunakti saḥ / mamatvaṃ kṣapayitvā tu jāyate nṛpasattama / prakṛtes triguṇāyās tu sa eva triguṇo bhavet //
Sie [die sechzehnte, subtile Phase] aber wird nicht von den Göttern verbraucht, [vielmehr] verbindet sie sogar die Götter [mit sich]; nachdem er aber die Ich-Bezogenheit vernichtet hat, wird er [wahrhaft] geboren, o bester der Könige - [sonst aber] wird eben er, von der dreifach-gunigen Prakṛti aus, [selbst wieder] dreifach-gunig.
Wort für Wort
na tūpayujyate devair
sie wird nicht von den Göttern verbraucht
devān api yunakti saḥ
vielmehr verbindet sie sogar die Götter
mamatvaṃ kṣapayitvā tu
nachdem er die Ich-Bezogenheit vernichtet hat
jāyate nṛpasattama
wird er [wahrhaft] geboren, o bester der Könige
prakṛtes triguṇāyās tu
von der dreifach-gunigen Prakṛti aus
sa eva triguṇo bhavet
wird eben er selbst dreifach-gunig
[?] Der genaue logische Zusammenhang dieses (im Original dreizeiligen) Verses bleibt in Teilen unsicher; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Deutung: die subtile 16. Mondphase (der wahre Soma/das wahre Selbst) wird selbst von den Göttern nicht verzehrt, sondern verbindet sie vielmehr mit sich; erst die Überwindung der Ich-Bezogenheit (Mamatva) bedeutet wahre 'Geburt' [Befreiung] - andernfalls bleibt man, aus der dreifach-gunigen Prakṛti hervorgegangen, selbst dreifach-gunig [gebunden].