Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 78: sagaraputravadhabhagīrathagaṅgāvataraṇavarṇanam Sagaras Söhne, Kapilas Zorn und Bhagīrathas Herabführung der Gaṅgā

Auf Nāradas Frage nach dem zweiten, durch einen Kṣatriya herbeigeführten Gaṅgā-Anteil erzählt Brahmā die berühmte Geschichte König Sagaras: durch Vasiṣṭhas Segen erhält er 60.000 Söhne von einer Gattin und einen Stammhalter von der anderen. Als Indra das Opferpferd stiehlt und in der Unterwelt verbirgt, graben sich Sagaras 60.000 Söhne bis dorthin durch und erschlagen fälschlich den schlafenden Weisen Kapila, der sie im Zorn zu Asche verbrennt. Erst Sagaras Urenkel Bhagīratha, durch Kapila auf den Kailāsa verwiesen, erwirkt durch Askese und Lobpreis sowohl Śivas als auch der Gaṅgā selbst deren Herabkunft aus Śivas Locken, führt sie zur Unterwelt, um die verbrannten Vorfahren zu erlösen, und geleitet sie schließlich vom Himālaya durch Bhārata zum östlichen Ozean. Der Schlussvers verbindet diese Bhagīratha-Gaṅgā mit der in Kap.74-77 erzählten Gautamī: aus demselben Wasser in Śivas Locken entstanden, heißt sie südlich des Vindhya-Gebirges Gautamī, nördlich davon Bhāgīrathī.

{nārada uvāca:} dvividhā saiva gaditā ekāpi surasattama / eko bhedas tu kathito brāhmaṇenāhṛto yataḥ /

{Nārada sprach:} Obwohl sie eine ist, wurde sie als zweifach beschrieben, o Bester der Götter; die eine Ausprägung wurde erzählt, wodurch sie von einem Brahmanen herbeigeholt wurde –

Wort für Wort
dvividhā sā eva gaditā
obwohl sie eine ist, wurde sie als zweifach beschrieben
ekā api sura-sattama
o Bester der Götter
ekaḥ bhedaḥ tu kathitaḥ
die eine Ausprägung wurde erzählt
brāhmaṇena āhṛtaḥ yataḥ
wodurch sie von einem Brahmanen herbeigeholt wurde

kṣatriyeṇāparo 'py aṃśo jaṭāsv eva vyavasthitaḥ / bhavasya devadevasya āhṛtas tad vadasva me //

der andere Anteil aber, [noch immer] in den Locken Bhavas, des Gottes der Götter, befindlich, wurde von einem Kṣatriya herbeigeholt – das sage mir.

Wort für Wort
kṣatriyeṇa aparaḥ api aṃśaḥ
der andere Anteil aber, von einem Kṣatriya
jaṭāsu eva vyavasthitaḥ
[noch immer] in den Locken befindlich
bhavasya deva-devasya
Bhavas, des Gottes der Götter
āhṛtaḥ tat vadasva me
wurde herbeigeholt – das sage mir

{brahmovāca:} vaivasvatānvaye jāta ikṣvākukulasaṃbhavaḥ / purā vai sagaro nāma rājāsīd atidhārmikaḥ /

{Brahmā sprach:} In Vaivasvatas Geschlecht geboren, aus der Familie der Ikṣvāku entsprossen, gab es einst einen König namens Sagara, überaus rechtschaffen,

Wort für Wort
vaivasvata-anvaye jātaḥ
in Vaivasvatas Geschlecht geboren
ikṣvāku-kula-saṃbhavaḥ
aus der Familie der Ikṣvāku entsprossen
purā vai sagaraḥ nāma
einst [gab es] einen [König] namens Sagara
rājā āsīt ati-dhārmikaḥ
es gab einen überaus rechtschaffenen König

yajvā dānaparo nityaṃ dharmācāravicāravān / tasya bhāryādvayaṃ cāsīt patibhaktiparāyaṇam //

einen Opferer, stets der Gabe zugetan, bedacht auf rechten Wandel; er hatte zwei Gattinnen, beide ganz der Treue zum Gatten hingegeben.

Wort für Wort
yajvā dāna-paraḥ nityam
ein Opferer, stets der Gabe zugetan
dharma-ācāra-vicāravān
bedacht auf rechten Wandel
tasya bhāryā-dvayam ca āsīt
er hatte zwei Gattinnen
pati-bhakti-parāyaṇam
ganz der Treue zum Gatten hingegeben

tasya vai saṃtatir nābhūd iti cintāparo 'bhavat / vasiṣṭhaṃ gṛham āhūya saṃpūjya vidhivat tataḥ /

Er aber hatte keine Nachkommenschaft, weshalb er von Sorge erfüllt wurde; er rief Vasiṣṭha zu sich ins Haus, und nachdem er ihn vorschriftsgemäß verehrt hatte,

Wort für Wort
tasya vai saṃtatiḥ na abhūt
er aber hatte keine Nachkommenschaft
iti cintā-paraḥ abhavat
weshalb er von Sorge erfüllt wurde
vasiṣṭham gṛham āhūya
nachdem er Vasiṣṭha ins Haus gerufen hatte
saṃpūjya vidhivat tataḥ
und ihn vorschriftsgemäß verehrt hatte

uvāca vacanaṃ rājā saṃtateḥ kāraṇaṃ prati / iti tadvacanaṃ śrutvā dhyātvā rājānam abravīt //

sprach der König ein Wort bezüglich des Mittels zur Nachkommenschaft; nachdem er dieses Wort gehört und nachgesonnen hatte, sprach [Vasiṣṭha] zum König:

Wort für Wort
uvāca vacanam rājā
sprach der König ein Wort
saṃtateḥ kāraṇam prati
bezüglich des Mittels zur Nachkommenschaft
iti tat-vacanam śrutvā
nachdem er dieses Wort gehört hatte
dhyātvā rājānam abravīt
und nachgesonnen hatte, sprach er zum König

{vasiṣṭha uvāca:} sapatnīkaḥ sadā rājann ṛṣipūjāparo bhava //*

{Vasiṣṭha sprach:} 'Sei stets, zusammen mit deinen Gattinnen, o König, der Verehrung eines Weisen zugetan.'

Wort für Wort
sa-patnīkaḥ sadā rājan
stets, zusammen mit deinen Gattinnen, o König
ṛṣi-pūjā-paraḥ bhava
sei der Verehrung eines Weisen zugetan

[Anm.: Im Original nur eine Zeile, mit '//*' als unvollständig markiert.]

{brahmovāca:} ity uktvā sa munir vipra yathāsthānaṃ jagāma ha / ekadā tasya rājarṣer gṛham āgāt taponidhiḥ /

{Brahmā sprach:} So gesprochen habend, ging jener Weise, o Brahmane, zu seinem eigenen Ort; einst kam ein Schatz der Askese zum Hause jenes königlichen Weisen,

Wort für Wort
iti uktvā sa muniḥ vipra
so gesprochen habend, jener Weise, o Brahmane
yathā-sthānam jagāma ha
ging zu seinem eigenen Ort
ekadā tasya rāja-ṛṣeḥ
einst zum Hause jenes königlichen Weisen
gṛham āgāt tapaḥ-nidhiḥ
kam ein Schatz der Askese

tasyarṣeḥ pūjanaṃ cakre sa saṃtuṣṭo 'bravīd vacam / varaṃ brūhi mahābhāgety ukte putrān sa cāvṛṇot //

Er [Sagara] erwies jenem Weisen Verehrung; dieser, zufrieden, sprach ein Wort: 'Nenne deine Gunst, du Hochgesegneter' – auf dieses Wort hin erbat er sich Söhne.

Wort für Wort
tasya ṛṣeḥ pūjanam cakre
er erwies jenem Weisen Verehrung
sa saṃtuṣṭaḥ abravīt vacam
dieser, zufrieden, sprach ein Wort
varam brūhi mahā-bhāga iti ukte
'nenne deine Gunst, du Hochgesegneter', auf dieses Wort hin
putrān sa ca āvṛṇot
erbat er sich Söhne

sa muniḥ prāha rājānam ekasyāṃ vaṃśadhārakaḥ / putro bhūyāt tathānyasyāṃ ṣaṣṭisāhasrakaṃ sutāḥ //

Jener Weise sprach zum König: 'Von der einen [Gattin] soll ein die Linie fortführender Sohn geboren werden, von der anderen aber sechzigtausend Söhne.'

Wort für Wort
sa muniḥ prāha rājānam
jener Weise sprach zum König
ekasyām vaṃśa-dhārakaḥ putraḥ bhūyāt
von der einen soll ein die Linie fortführender Sohn geboren werden
tathā anyasyām
von der anderen aber
ṣaṣṭi-sāhasrakam sutāḥ
sechzigtausend Söhne

varaṃ dattvā munau yāte putrā jātāḥ sahasraśaḥ / sa yajñān subahūṃś cakre hayamedhān sudakṣiṇān //

Nachdem der Weise die Gunst gewährt hatte und gegangen war, wurden Söhne zu Tausenden geboren; er vollzog sehr viele Opfer, Pferdeopfer mit reichlichen Priestergaben.

Wort für Wort
varam dattvā munau yāte
nachdem der Weise die Gunst gewährt hatte und gegangen war
putrāḥ jātāḥ sahasraśaḥ
wurden Söhne zu Tausenden geboren
sa yajñān su-bahūn cakre
er vollzog sehr viele Opfer
haya-medhān su-dakṣiṇān
Pferdeopfer mit reichlichen Priestergaben

ekasmin hayamedhe vai dīkṣito vidhivan nṛpaḥ / putrān nyayojayad rājā sasainyān hayarakṣaṇe //

Bei einem Pferdeopfer, vorschriftsgemäß geweiht, betraute der König seine Söhne, samt Truppen, mit der Bewachung des Pferdes.

Wort für Wort
ekasmin haya-medhe vai
bei einem Pferdeopfer
dīkṣitaḥ vidhivat nṛpaḥ
vorschriftsgemäß geweiht, der König
putrān nyayojayat rājā
betraute der König seine Söhne
sa-sainyān haya-rakṣaṇe
samt Truppen mit der Bewachung des Pferdes

kvacid antaram āsādya hayaṃ jahre śatakratuḥ / mārgamāṇāś ca te putrā naivāpaśyan hayaṃ tadā //

Eine Gelegenheit findend, entwendete Śatakratu [Indra] das Pferd; und jene suchenden Söhne sahen das Pferd da überhaupt nicht.

Wort für Wort
kvacit antaram āsādya
eine Gelegenheit findend
hayam jahre śatakratuḥ
entwendete Śatakratu [Indra] das Pferd
mārgamāṇāḥ ca te putrāḥ
und jene suchenden Söhne
na eva apaśyan hayam tadā
sahen das Pferd da überhaupt nicht

sahasrāṇāṃ tathā ṣaṣṭir nānāyuddhaviśāradāḥ / teṣu paśyatsu rakṣāṃsi putreṣu sagarasya hi //

Die sechzig Tausend[schaften], in vielerlei Kampf erfahren – während jene Söhne Sagaras nach Rākṣasas Ausschau hielten,

Wort für Wort
sahasrāṇām tathā ṣaṣṭiḥ
die sechzig Tausend[schaften]
nānā-yuddha-viśāradāḥ
in vielerlei Kampf erfahren
teṣu paśyatsu rakṣāṃsi
während jene nach Rākṣasas Ausschau hielten
putreṣu sagarasya hi
unter den Söhnen Sagaras

prokṣitaṃ tad dhayaṃ nītvā te rasātalam āgaman / rākṣasān māyayā yuktān naivāpaśyanta sāgarāḥ //

hatten jene [Rākṣasas] das geweihte Pferd fortgetragen und waren zur Unterwelt gelangt; die mit Illusion begabten Rākṣasas sahen die Söhne Sagaras überhaupt nicht.

Wort für Wort
prokṣitam tat hayam nītvā
nachdem sie das geweihte Pferd fortgetragen hatten
te rasātalam āgaman
gelangten jene zur Unterwelt
rākṣasān māyayā yuktān
die mit Illusion begabten Rākṣasas
na eva apaśyanta sāgarāḥ
sahen die Söhne Sagaras überhaupt nicht

na dṛṣṭvā te hayaṃ putrāḥ sagarasya balīyasaḥ / itaś cetaś carantas te naivāpaśyan hayaṃ tadā //

Ohne das Pferd gesehen zu haben, jene mächtigen Söhne Sagaras, hierhin und dorthin umherziehend, sahen sie das Pferd da überhaupt nicht.

Wort für Wort
na dṛṣṭvā te hayam
ohne das Pferd gesehen zu haben
putrāḥ sagarasya balīyasaḥ
jene mächtigen Söhne Sagaras
itaḥ cetaḥ carantaḥ te
hierhin und dorthin umherziehend
na eva apaśyan hayam tadā
sahen sie das Pferd da überhaupt nicht

devalokaṃ tadā jagmuḥ parvatāṃś ca sarāṃsi ca / vanāni ca vicinvanto naivāpaśyan hayaṃ tadā //

Sie gingen dann zur Götterwelt, und die Berge, Seen und Wälder durchsuchend, sahen sie das Pferd da überhaupt nicht.

Wort für Wort
deva-lokam tadā jagmuḥ
sie gingen dann zur Götterwelt
parvatān ca sarāṃsi ca
und die Berge und Seen
vanāni ca vicinvantaḥ
und die Wälder durchsuchend
na eva apaśyan hayam tadā
sahen sie das Pferd da überhaupt nicht

kṛtasvastyayano rājā ṛtvigbhiḥ kṛtamaṅgalaḥ / adṛṣṭvā tu paśuṃ ramyaṃ rājā cintām upeyivān //

Der König, für den die Priester Segensriten und Heilszeremonien vollzogen hatten, geriet, ohne das schöne Opfertier gesehen zu haben, in Sorge.

Wort für Wort
kṛta-svasti-ayanaḥ rājā
der König, für den Segensriten vollzogen worden waren
ṛtvigbhiḥ kṛta-maṅgalaḥ
von den Priestern, für den Heilszeremonien vollzogen worden waren
adṛṣṭvā tu paśum ramyam
ohne das schöne Opfertier gesehen zu haben
rājā cintām upeyivān
geriet der König in Sorge

aṭantaḥ sāgarāḥ sarve devalokam upāgaman / hayaṃ tam anucinvantas tatrāpi na hayo 'bhavat //

Umherziehend gelangten alle Söhne Sagaras zur Götterwelt; jenes Pferd suchend, war das Pferd auch dort nicht.

Wort für Wort
aṭantaḥ sāgarāḥ sarve
umherziehend, alle Söhne Sagaras
deva-lokam upāgaman
gelangten sie zur Götterwelt
hayam tam anucinvantaḥ
jenes Pferd suchend
tatra api na hayaḥ abhavat
war das Pferd auch dort nicht

tato mahīṃ samājagmuḥ parvatāṃś ca vanāni ca / tatrāpi ca hayaṃ naiva dṛṣṭavanto nṛpātmajāḥ //

Darauf kamen sie zur Erde und zu den Bergen und Wäldern; auch dort hatten die Königssöhne das Pferd keineswegs gesehen.

Wort für Wort
tataḥ mahīm samājagmuḥ
darauf kamen sie zur Erde
parvatān ca vanāni ca
und zu den Bergen und Wäldern
tatra api ca hayam na eva
auch dort das Pferd keineswegs
dṛṣṭavantaḥ nṛpa-ātmajāḥ
hatten die Königssöhne gesehen

etasminn antare tatra daivī vāg abhavat tadā / rasātale hayo baddha āste nānyatra sāgarāḥ //

Unterdessen erklang dort eine göttliche Stimme: 'In der Unterwelt ist das Pferd gebunden, es weilt nirgends anders, ihr Söhne Sagaras.'

Wort für Wort
etasmin antare tatra
unterdessen dort
daivī vāk abhavat tadā
erklang eine göttliche Stimme
rasātale hayaḥ baddhaḥ āste
in der Unterwelt ist das Pferd gebunden, es weilt
na anyatra sāgarāḥ
nirgends anders, ihr Söhne Sagaras

iti śrutvā tato vākyaṃ gantukāmā rasātalam / akhanan pṛthivīṃ sarvāṃ paritaḥ sāgarās tataḥ //

Nachdem sie dieses Wort gehört hatten und zur Unterwelt gehen wollten, durchgruben die Söhne Sagaras darauf die gesamte Erde ringsum.

Wort für Wort
iti śrutvā tataḥ vākyam
nachdem sie dieses Wort gehört hatten
gantu-kāmāḥ rasātalam
und zur Unterwelt gehen wollten
akhanan pṛthivīm sarvām
durchgruben sie die gesamte Erde
paritaḥ sāgarāḥ tataḥ
ringsum, die Söhne Sagaras darauf

te kṣudhārtā mṛdaṃ śuṣkāṃ bhakṣayantas tv aharniśam / nyakhanaṃś cāpi jagmuś ca satvarās te rasātalam //

Von Hunger gequält, trockene Erde verzehrend, Tag und Nacht, gruben sie und gelangten eilends zur Unterwelt.

Wort für Wort
te kṣudhā-ārtāḥ mṛdam śuṣkām
von Hunger gequält, trockene Erde
bhakṣayantaḥ tu ahaḥ-niśam
verzehrend Tag und Nacht
nyakhanan ca api jagmuḥ ca
gruben sie und gelangten
satvarāḥ te rasātalam
eilends zur Unterwelt

tān āgatān bhūpasutān sāgarān balinaḥ kṛtīn / śrutvā rakṣāṃsi saṃtrastā vyagaman kapilāntikam //

Als sie hörten, dass jene mächtigen, tüchtigen Söhne des Königs, die Söhne Sagaras, angekommen waren, gingen die Rākṣasas, erschrocken, zu Kapila.

Wort für Wort
tān āgatān bhūpa-sutān
dass jene angekommenen Söhne des Königs
sāgarān balinaḥ kṛtīn
die Söhne Sagaras, mächtig, tüchtig
śrutvā rakṣāṃsi saṃtrastāḥ
als sie das hörten, gingen die Rākṣasas, erschrocken
vyagaman kapila-antikam
zu Kapila

kapilo 'pi mahāprājñas tatra śete rasātale / purā ca sādhitaṃ tena devānāṃ kāryam uttamam //

Auch Kapila, der Hochweise, lag dort in der Unterwelt; und einst war von ihm die höchste Aufgabe der Götter vollbracht worden.

Wort für Wort
kapilaḥ api mahā-prājñaḥ
auch Kapila, der Hochweise
tatra śete rasātale
lag dort in der Unterwelt
purā ca sādhitam tena
und einst war von ihm vollbracht worden
devānām kāryam uttamam
die höchste Aufgabe der Götter

vinidreṇa tataḥ śrāntaḥ siddhe kārye surān prati / abravīt kapilaḥ śrīmān nidrāsthānaṃ prayacchatha //

Schlaflos und daher erschöpft, nachdem die Aufgabe für die Götter vollendet war, sprach der glanzvolle Kapila: 'Gebt mir eine Stätte zum Schlafen!'

Wort für Wort
vinidreṇa tataḥ śrāntaḥ
schlaflos und daher erschöpft
siddhe kārye surān prati
nachdem die Aufgabe für die Götter vollendet war
abravīt kapilaḥ śrīmān
sprach der glanzvolle Kapila
nidrā-sthānam prayacchata
gebt mir eine Stätte zum Schlafen

rasātalaṃ dadus tasmai punar āha surān muniḥ / yo mām utthāpayen mando bhasmī bhūyāc ca satvaram //

Sie gaben ihm die Unterwelt; der Weise sprach nochmals zu den Göttern: 'Welcher Tor mich weckt, der soll auf der Stelle zu Asche werden.'

Wort für Wort
rasātalam daduḥ tasmai
sie gaben ihm die Unterwelt
punaḥ āha surān muniḥ
der Weise sprach nochmals zu den Göttern
yaḥ mām utthāpayet mandaḥ
welcher Tor mich weckt
bhasmī bhūyāt ca satvaram
der soll auf der Stelle zu Asche werden

tataḥ śaye talagato no cen na svapna eva hi / tathety uktaḥ suragaṇais tatra śete rasātale //

'Dann werde ich, in die Tiefe gegangen, ruhen; wenn nicht so, dann gibt es für mich überhaupt keinen Schlaf.' 'So sei es', von den Götterscharen zugesagt, legte er sich dort in der Unterwelt nieder.

Wort für Wort
tataḥ śaye tala-gataḥ
dann werde ich, in die Tiefe gegangen, ruhen
na cet na svapnaḥ eva hi
wenn nicht so, gibt es überhaupt keinen Schlaf
tathā iti uktaḥ sura-gaṇaiḥ
'so sei es', von den Götterscharen zugesagt
tatra śete rasātale
legte er sich dort in der Unterwelt nieder

tasya prabhāvaṃ te jñātvā rākṣasā māyayā yutāḥ / sāgarāṇāṃ ca sarveṣāṃ vadhopāyaṃ pracakrire //

Als sie seine Macht erkannten, ersannen die mit Illusion begabten Rākṣasas ein Mittel zur Tötung aller Söhne Sagaras.

Wort für Wort
tasya prabhāvam te jñātvā
als sie seine Macht erkannten
rākṣasāḥ māyayā yutāḥ
die mit Illusion begabten Rākṣasas
sāgarāṇām ca sarveṣām
aller Söhne Sagaras
vadha-upāyam pracakrire
ersannen ein Mittel zur Tötung

vinā yuddhena te bhītā rākṣasāḥ satvarās tadā / āgatya yatra sa muniḥ kapilaḥ kopano mahān /

Ohne Kampf, jene furchtsamen Rākṣasas, eilends, kamen sie dorthin, wo jener greisliche, große Weise Kapila [lag],

Wort für Wort
vinā yuddhena te bhītāḥ
ohne Kampf, jene furchtsamen
rākṣasāḥ satvarāḥ tadā
Rākṣasas, eilends, da
āgatya yatra sa muniḥ
kamen sie dorthin, wo jener Weise
kapilaḥ kopanaḥ mahān
Kapila, der jähzornige, große

śirodeśe hayaṃ te vai baddhvātha tvarayānvitāḥ / dūre sthitvā mauninaś ca prekṣantaḥ kiṃ bhaved iti //

und nachdem sie das Pferd an seinem Kopfende festgebunden hatten, eilends, standen sie in der Ferne, schweigend, und beobachteten, was geschehen würde.

Wort für Wort
śiraḥ-deśe hayam te vai
an seinem Kopfende das Pferd
baddhvā atha tvarayā anvitāḥ
festgebunden habend, eilends
dūre sthitvā mauninaḥ ca
in der Ferne stehend, schweigend
prekṣantaḥ kim bhavet iti
beobachtend, was geschehen würde

tatas tu sāgarāḥ sarve nirviśanto rasātalam / dadṛśus te hayaṃ baddhaṃ śayānaṃ puruṣaṃ tathā //

Da sahen alle Söhne Sagaras, in die Unterwelt eindringend, das gebundene Pferd und ebenso den schlafenden Mann.

Wort für Wort
tataḥ tu sāgarāḥ sarve
da alle Söhne Sagaras
nirviśantaḥ rasātalam
in die Unterwelt eindringend
dadṛśuḥ te hayam baddham
sahen sie das gebundene Pferd
śayānam puruṣam tathā
und ebenso den schlafenden Mann

taṃ menire ca hartāraṃ kratuhantāram eva ca / enaṃ hatvā mahāpāpaṃ nayāmo 'śvaṃ nṛpāntikam //

Sie hielten ihn für den Dieb und auch für den Zerstörer des Opfers; [sie dachten:] 'Nachdem wir diesen großen Sünder getötet haben, wollen wir das Pferd zum König bringen.'

Wort für Wort
tam menire ca hartāram
sie hielten ihn für den Dieb
kratu-hantāram eva ca
und auch für den Zerstörer des Opfers
enam hatvā mahā-pāpam
nachdem wir diesen großen Sünder getötet haben
nayāmaḥ aśvam nṛpa-antikam
wollen wir das Pferd zum König bringen

kecid ūcuḥ paśuṃ baddhaṃ nayāmo 'nena kiṃ phalam / tadāhur apare śūrā rājānaḥ śāsakā vayam //

Einige sagten: 'Lasst uns nur das gebundene Tier fortführen – was nützt [das Töten] dabei?' Da sagten andere, tapfer: 'Wir sind Könige, Herrscher –'

Wort für Wort
kecit ūcuḥ paśum baddham
einige sagten, das gebundene Tier
nayāmaḥ anena kim phalam
lasst uns fortführen – was nützt dabei
tadā āhuḥ apare śūrāḥ
da sagten andere, tapfer
rājānaḥ śāsakāḥ vayam
wir sind Könige, Herrscher

utthāpyainaṃ mahāpāpaṃ hanmaḥ kṣātreṇa varcasā / te taṃ jaghnur muniṃ pādair bruvanto niṣṭhurāṇi ca //

'lasst uns diesen großen Sünder wecken und mit Kṣatriya-Kraft erschlagen.' Sie schlugen den Weisen mit den Füßen, dabei auch harte Worte sprechend.

Wort für Wort
utthāpya enam mahā-pāpam
lasst uns diesen großen Sünder wecken
hanmaḥ kṣātreṇa varcasā
und mit Kṣatriya-Kraft erschlagen
te tam jaghnuḥ munim pādaiḥ
sie schlugen den Weisen mit den Füßen
bruvantaḥ niṣṭhurāṇi ca
dabei auch harte Worte sprechend

tataḥ kopena mahatā kapilo munisattamaḥ / sāgarān īkṣayām āsa tān kopād bhasmasāt karot //

Da blickte Kapila, der Beste der Weisen, mit großem Zorn die Söhne Sagaras an, und verwandelte sie im Zorn zu Asche.

Wort für Wort
tataḥ kopena mahatā
da mit großem Zorn
kapilaḥ muni-sattamaḥ
Kapila, der Beste der Weisen
sāgarān īkṣayām āsa
blickte er die Söhne Sagaras an
tān kopāt bhasmasāt karot
und verwandelte sie im Zorn zu Asche

jajvalus te tatas tatra sāgarāḥ sarva eva hi / tat tu sarvaṃ na jānāti dīkṣitaḥ sagaro nṛpaḥ //

Alle Söhne Sagaras verbrannten dort daraufhin; doch von alledem wusste König Sagara, [noch immer] geweiht, nichts.

Wort für Wort
jajvaluḥ te tataḥ tatra
sie verbrannten dort daraufhin
sāgarāḥ sarve eva hi
alle Söhne Sagaras
tat tu sarvam na jānāti
doch von alledem wusste er nichts
dīkṣitaḥ sagaraḥ nṛpaḥ
König Sagara, [noch immer] geweiht

nāradaḥ kathayām āsa sagarāya mahātmane / kapilasya tu saṃsthānaṃ hayasyāpi tu saṃsthitim /

Nārada berichtete dem großherzigen Sagara sowohl den Aufenthaltsort Kapilas als auch den Verbleib des Pferdes,

Wort für Wort
nāradaḥ kathayām āsa
Nārada berichtete
sagarāya mahātmane
dem großherzigen Sagara
kapilasya tu saṃsthānam
den Aufenthaltsort Kapilas
hayasya api tu saṃsthitim
und auch den Verbleib des Pferdes

rākṣasānāṃ tu vikṛtiṃ sāgarāṇāṃ ca nāśanam / tataś cintāparo rājā kartavyaṃ nāvabudhyata //

sowie die Täuschung der Rākṣasas und die Vernichtung der Söhne Sagaras; da geriet der König in Sorge und wusste nicht, was zu tun sei.

Wort für Wort
rākṣasānām tu vikṛtim
und die Täuschung der Rākṣasas
sāgarāṇām ca nāśanam
und die Vernichtung der Söhne Sagaras
tataḥ cintā-paraḥ rājā
da geriet der König in Sorge
kartavyam na avabudhyata
und wusste nicht, was zu tun sei

aparo 'pi sutaś cāsīd asamañjā iti śrutaḥ / sa tu bālāṃs tathā paurān maurkhyāt kṣipati cāmbhasi //

Er hatte noch einen weiteren Sohn, bekannt als Asamañjas; dieser aber warf aus Torheit Kinder und Stadtbewohner ins Wasser.

Wort für Wort
aparaḥ api sutaḥ ca āsīt
er hatte noch einen weiteren Sohn
asamañjāḥ iti śrutaḥ
bekannt als Asamañjas
sa tu bālān tathā paurān
dieser aber Kinder und Stadtbewohner
maurkhyāt kṣipati ca ambhasi
warf aus Torheit ins Wasser

sagaro 'py atha vijñaptaḥ pauraiḥ saṃmilitais tadā / durnayaṃ tasya taṃ jñātvā tataḥ kruddho 'bravīn nṛpaḥ //

Sagara aber wurde da von den versammelten Stadtbewohnern unterrichtet; nachdem er dessen Fehlverhalten erkannt hatte, sprach der König zornig:

Wort für Wort
sagaraḥ api atha vijñaptaḥ
Sagara aber wurde unterrichtet
pauraiḥ saṃmilitaiḥ tadā
von den da versammelten Stadtbewohnern
durnayam tasya tam jñātvā
nachdem er dessen Fehlverhalten erkannt hatte
tataḥ kruddhaḥ abravīt nṛpaḥ
sprach der König darauf zornig

svān amātyāṃs tadā rājā deśatyāgaṃ karotv ayam / asamañjāḥ kṣatradharmatyāgī vai bālaghātakaḥ //

zu seinen eigenen Ministern der König: 'Dieser soll das Land verlassen; Asamañjas, der Verlasser der Kṣatriya-Pflicht, der Kindermörder,'

Wort für Wort
svān amātyān tadā rājā
zu seinen eigenen Ministern der König
deśa-tyāgam karotu ayam
dieser soll das Land verlassen
asamañjāḥ kṣatra-dharma-tyāgī vai
Asamañjas, der Verlasser der Kṣatriya-Pflicht
bāla-ghātakaḥ
der Kindermörder

sagarasya tu tad vākyaṃ śrutvāmātyās tvarānvitāḥ / tatyajur nṛpateḥ putram asamañjā gato vanam //

Nachdem sie dieses Wort Sagaras gehört hatten, verstießen die Minister eilends den Sohn des Königs; Asamañjas ging in den Wald.

Wort für Wort
sagarasya tu tat vākyam
dieses Wort Sagaras aber
śrutvā amātyāḥ tvarā-anvitāḥ
nachdem sie es gehört hatten, die Minister, eilends
tatyajuḥ nṛpateḥ putram
verstießen sie den Sohn des Königs
asamañjāḥ gataḥ vanam
Asamañjas ging in den Wald

sāgarā brahmaśāpena naṣṭāḥ sarve rasātale / eko 'pi ca vanaṃ prāpta idānīṃ kā gatir mama //

[Sagara dachte:] 'Die Söhne Sagaras sind alle durch den Fluch des Brahmanen [Kapila] in der Unterwelt umgekommen, und auch der eine [übrige Sohn] ist in den Wald gegangen – welcher Ausweg bleibt mir nun?'

Wort für Wort
sāgarāḥ brahma-śāpena
die Söhne Sagaras durch den Fluch des Brahmanen
naṣṭāḥ sarve rasātale
sind alle in der Unterwelt umgekommen
ekaḥ api ca vanam prāptaḥ
und auch der eine ist in den Wald gegangen
idānīm kā gatiḥ mama
welcher Ausweg bleibt mir nun

[Anm.: 'brahmaśāpena' ('durch den Fluch eines Brahmanen') bezieht sich auf Kapilas zornigen Blick in V36, der hier rückblickend als Fluch bezeichnet wird.]

aṃśumān iti vikhyātaḥ putras tasyāsamañjasaḥ / ānāyya bālakaṃ rājā kāryaṃ tasmai nyavedayat //

Jener Asamañjas hatte einen Sohn, bekannt als Aṃśumān; der König ließ den Knaben herbeiholen und trug ihm die Aufgabe auf.

Wort für Wort
aṃśumān iti vikhyātaḥ
bekannt als Aṃśumān
putraḥ tasya asamañjasaḥ
der Sohn jenes Asamañjas
ānāyya bālakam rājā
der König ließ den Knaben herbeiholen
kāryam tasmai nyavedayat
und trug ihm die Aufgabe auf

kapilaṃ ca samārādhya aṃśumān api bālakaḥ / sagarāya hayaṃ prādāt tataḥ pūrṇo 'bhavat kratuḥ //

Nachdem er Kapila gebührend verehrt hatte, gab der Knabe Aṃśumān Sagara das Pferd zurück; da wurde das Opfer vollendet.

Wort für Wort
kapilam ca samārādhya
nachdem er Kapila gebührend verehrt hatte
aṃśumān api bālakaḥ
der Knabe Aṃśumān
sagarāya hayam prādāt
gab Sagara das Pferd zurück
tataḥ pūrṇaḥ abhavat kratuḥ
da wurde das Opfer vollendet

tasyāpi putras tejasvī dilīpa iti dhārmikaḥ / tasyāpi putro matimān bhagīratha iti śrutaḥ //

Dessen Sohn wiederum war der glanzvolle, rechtschaffene Dilīpa; und dessen Sohn wiederum war der kluge, bekannt als Bhagīratha.

Wort für Wort
tasya api putraḥ tejasvī
dessen Sohn wiederum, der glanzvolle
dilīpaḥ iti dhārmikaḥ
Dilīpa, der rechtschaffene
tasya api putraḥ matimān
dessen Sohn wiederum, der kluge
bhagīrathaḥ iti śrutaḥ
bekannt als Bhagīratha

pitāmahānāṃ sarveṣāṃ gatiṃ śrutvā suduḥkhitaḥ / sagaraṃ nṛpaśārdūlaṃ papraccha vinayānvitaḥ //

Nachdem er vom Schicksal all seiner Vorväter gehört hatte, tief betrübt, fragte er, voller Demut, [bezüglich] Sagaras, des Tigers unter den Königen:

Wort für Wort
pitāmahānām sarveṣām gatim
vom Schicksal all seiner Vorväter
śrutvā su-duḥkhitaḥ
nachdem er gehört hatte, tief betrübt
sagaram nṛpa-śārdūlam papraccha
fragte er [bezüglich] Sagaras, des Tigers unter den Königen
vinaya-anvitaḥ
voller Demut

[Anm.: Bhagīratha ist gemäß der hier erzählten Genealogie (V45-47) Sagaras Ururenkel; die Formulierung 'sagaraṃ ... papraccha' ('fragte Sagara') ist daher wohl als 'fragte [einen Älteren] bezüglich Sagaras/dessen Geschicks' oder als genealogisch geraffte Erzählweise zu verstehen, nicht als wörtliche direkte Begegnung der beiden.]

sāgarāṇāṃ tu sarveṣāṃ niṣkṛtis tu kathaṃ bhavet / bhagīrathaṃ nṛpaḥ prāha kapilo vetti putraka //

'Wie aber könnte die Sühne für alle Söhne Sagaras geschehen?' Der König sprach zu Bhagīratha: 'Kapila weiß es, mein Kind.'

Wort für Wort
sāgarāṇām tu sarveṣām
für alle Söhne Sagaras aber
niṣkṛtiḥ tu katham bhavet
wie könnte die Sühne geschehen
bhagīratham nṛpaḥ prāha
der König sprach zu Bhagīratha
kapilaḥ vetti putraka
Kapila weiß es, mein Kind

tasya tad vacanaṃ śrutvā bālaḥ prāyād rasātalam / kapilaṃ ca namaskṛtvā sarvaṃ tasmai nyavedayat //

Nachdem er dessen Wort gehört hatte, begab sich der Knabe zur Unterwelt; und nachdem er Kapila verehrt hatte, berichtete er ihm alles.

Wort für Wort
tasya tat vacanam śrutvā
nachdem er dessen Wort gehört hatte
bālaḥ prāyāt rasātalam
begab sich der Knabe zur Unterwelt
kapilam ca namaskṛtvā
und nachdem er Kapila verehrt hatte
sarvam tasmai nyavedayat
berichtete er ihm alles

sa munis tu ciraṃ dhyātvā tapasārādhya śaṃkaram / jaṭājalena svapitṝn āplāvya nṛpasattama /

Jener Weise aber sprach, nach langem Nachsinnen: 'Nachdem du Śaṃkara durch Askese verehrt und deine Ahnen mit dem Wasser [seiner] Locken überflutet hast, o Bester der Könige,

Wort für Wort
sa muniḥ tu ciram dhyātvā
jener Weise aber, nach langem Nachsinnen
tapasā ārādhya śaṃkaram
nachdem du Śaṃkara durch Askese verehrt hast
jaṭā-jalena sva-pitṝn āplāvya
und deine Ahnen mit dem Wasser [seiner] Locken überflutet hast
nṛpa-sattama
o Bester der Könige

tataḥ kṛtārtho bhavitā tvaṃ ca te pitaras tathā / tathā karomīti muniṃ praṇamya punar abravīt //

dann wirst du dein Ziel erreicht haben, und ebenso deine Ahnen.' 'So werde ich tun', [sprach Bhagīratha], und nachdem er sich vor dem Weisen verneigt hatte, sprach er wiederum:

Wort für Wort
tataḥ kṛta-arthaḥ bhavitā
dann wirst du dein Ziel erreicht haben
tvam ca te pitaraḥ tathā
du und ebenso deine Ahnen
tathā karomi iti
'so werde ich tun', [sprach er]
munim praṇamya punaḥ abravīt
nachdem er sich vor dem Weisen verneigt hatte, sprach er wiederum

kva gacche 'haṃ muniśreṣṭha kartavyaṃ cāpi tad vada //*

'Wohin soll ich gehen, o Bester der Weisen, und was ist zu tun – sage mir auch das.'

Wort für Wort
kva gacche aham muni-śreṣṭha
wohin soll ich gehen, o Bester der Weisen
kartavyam ca api tat vada
und was ist zu tun – sage mir auch das

[Anm.: Im Original nur eine Zeile, mit '//*' als unvollständig markiert.]

{kapila uvāca:} kailāsaṃ taṃ naraśreṣṭha gatvā stuhi maheśvaram / tapaḥ kuru yathāśakti tataś cepsitam āpsyasi //

{Kapila sprach:} 'Geh zu jenem Kailāsa, o Bester der Menschen, und preise Maheśvara; übe Askese nach deinem Vermögen, dann wirst du das Gewünschte erlangen.'

Wort für Wort
kailāsam tam nara-śreṣṭha
zu jenem Kailāsa, o Bester der Menschen
gatvā stuhi maheśvaram
geh und preise Maheśvara
tapaḥ kuru yathā-śakti
übe Askese nach deinem Vermögen
tataḥ ca īpsitam āpsyasi
dann wirst du das Gewünschte erlangen

{brahmovāca:} tac chrutvā sa muner vākyaṃ muniṃ natvā tv agān nagam / kailāsaṃ sa śucir bhūtvā bālo bālakriyānvitaḥ / tapase niścayaṃ kṛtvā uvāca sa bhagīrathaḥ //

{Brahmā sprach:} Nachdem er dieses Wort des Weisen gehört und sich vor dem Weisen verneigt hatte, ging er zu dem Berg, dem Kailāsa; nachdem er, der Knabe, mit kindlichem Tun, rein geworden war und den Entschluss zur Askese gefasst hatte, sprach jener Bhagīratha:

Wort für Wort
tat śrutvā sa muneḥ vākyam
nachdem er dieses Wort des Weisen gehört hatte
munim natvā tu agāt nagam
und sich vor dem Weisen verneigt hatte, ging er zu dem Berg
kailāsam sa śuciḥ bhūtvā
zum Kailāsa, rein geworden
bālaḥ bāla-kriyā-anvitaḥ
der Knabe, mit kindlichem Tun
tapase niścayam kṛtvā
nachdem er den Entschluss zur Askese gefasst hatte
uvāca sa bhagīrathaḥ
sprach jener Bhagīratha

[Anm.: Auch dieser Vers hat im Original drei Zeilen (sechs Pādas), von denen nur die letzte durch // markiert ist.]

{bhagīratha uvāca:} bālo 'haṃ bālabuddhiś ca bālacandradhara prabho / nāhaṃ kimapi jānāmi tataḥ prīto bhava prabho //

{Bhagīratha sprach:} 'Ich bin ein Kind, von kindlichem Verstand, o Träger des jungen Mondes, Herr; ich weiß überhaupt nichts – sei mir daher gewogen, Herr.'

Wort für Wort
bālaḥ aham bāla-buddhiḥ ca
ich bin ein Kind, von kindlichem Verstand
bāla-candra-dhara prabho
o Träger des jungen Mondes, Herr
na aham kim api jānāmi
ich weiß überhaupt nichts
tataḥ prītaḥ bhava prabho
sei mir daher gewogen, Herr

vāgbhir manobhiḥ kṛtibhiḥ kadācin / mamopakurvanti hite ratā ye / tebhyo hitārthaṃ tv iha cāmareśa / somaṃ namasyāmi surādipūjyam //

Denen, die mir jemals mit Wort, Gedanke oder Tat helfen, dem Wohl zugetan – ihnen zum Wohl verneige ich mich hier, o Herr der Unsterblichen, vor Soma [Śiva], der von Göttern und anderen verehrt wird.

Wort für Wort
vāgbhiḥ manobhiḥ kṛtibhiḥ kadācit
mit Wort, Gedanke oder Tat, jemals
mama upakurvanti hite ratāḥ ye
die mir helfen, dem Wohl zugetan
tebhyaḥ hita-artham tu iha amara-īśa
ihnen zum Wohl hier, o Herr der Unsterblichen
somam namasyāmi sura-ādi-pūjyam
verneige ich mich vor Soma, der von Göttern und anderen verehrt wird

[Anm.: Dieser Vers besteht im Original aus vier Halbzeilen (a/b/c/d) in einem längeren Versmaß, ebenso der folgende Vers V58.]

utpādito yair abhivardhitaś ca / samānagotraś ca samānadharmā / teṣām abhīṣṭāni śivaḥ karotu / bālendumauliṃ praṇato 'smi nityam //

Durch wen auch immer ich gezeugt und großgezogen wurde, und wer mein Geschlecht und meine Pflichten teilt – deren Wünsche möge Śiva erfüllen; ich verneige mich für immer vor dem, der den jungen Mond auf dem Scheitel trägt.

Wort für Wort
utpāditaḥ yaiḥ abhivardhitaḥ ca
durch wen auch immer ich gezeugt und großgezogen wurde
samāna-gotraḥ ca samāna-dharmā
und wer mein Geschlecht und meine Pflichten teilt
teṣām abhīṣṭāni śivaḥ karotu
deren Wünsche möge Śiva erfüllen
bāla-indu-maulim praṇataḥ asmi nityam
ich verneige mich für immer vor dem, der den jungen Mond auf dem Scheitel trägt

{brahmovāca:} evaṃ tu bruvatas tasya purastād abhavac chivaḥ / vareṇa cchandayāno vai bhagīratham uvāca ha //

{Brahmā sprach:} Während er so sprach, erschien vor ihm Śiva; ihm eine Gunst anbietend, sprach er zu Bhagīratha:

Wort für Wort
evam tu bruvataḥ tasya purastāt
während er so sprach, vor ihm
abhavat śivaḥ
erschien Śiva
vareṇa chandayān vai
ihm eine Gunst anbietend
bhagīratham uvāca ha
sprach er zu Bhagīratha

{śiva uvāca:} yan na sādhyaṃ suragaṇair deyaṃ tat te mayā dhruvam / vadasva nirbhayo bhūtvā bhagīratha mahāmate //

{Śiva sprach:} 'Was selbst von den Götterscharen nicht zu erreichen ist, das werde ich dir gewiss geben; sprich, ohne Furcht, o hochgesinnter Bhagīratha.'

Wort für Wort
yat na sādhyam sura-gaṇaiḥ
was selbst von den Götterscharen nicht zu erreichen ist
deyam tat te mayā dhruvam
das werde ich dir gewiss geben
vadasva nirbhayaḥ bhūtvā
sprich, ohne Furcht geworden
bhagīratha mahā-mate
o hochgesinnter Bhagīratha

{brahmovāca:} bhagīrathaḥ praṇamyeśaṃ hṛṣṭaḥ provāca śaṃkaram //*

{Brahmā sprach:} Bhagīratha, nachdem er sich vor dem Herrn verneigt hatte, sprach freudig zu Śaṃkara:

Wort für Wort
bhagīrathaḥ praṇamya īśam
Bhagīratha, nachdem er sich vor dem Herrn verneigt hatte
hṛṣṭaḥ provāca śaṃkaram
sprach freudig zu Śaṃkara

[Anm.: Im Original nur eine Zeile, mit '//*' als unvollständig markiert.]

{bhagīratha uvāca:} jaṭāsthitāṃ pitṝṇāṃ me pāvanāya saridvarām / tām eva dehi deveśa sarvam āptaṃ tato bhavet //

{Bhagīratha sprach:} 'Zur Reinigung meiner Ahnen gib mir eben jene in [deinen] Locken befindliche beste der Flüsse, o Herr der Götter; dann wäre alles erlangt.'

Wort für Wort
jaṭā-sthitām pitṝṇām me
zur [Reinigung] meiner Ahnen, die in [deinen] Locken befindliche
pāvanāya sarit-varām
zur Reinigung, die beste der Flüsse
tām eva dehi deva-īśa
gib mir eben jene, o Herr der Götter
sarvam āptam tataḥ bhavet
dann wäre alles erlangt

{brahmovāca:} maheśo 'pi vihasyātha bhagīratham uvāca ha //*

{Brahmā sprach:} Maheśa aber sprach, lachend, darauf zu Bhagīratha:

Wort für Wort
maheśaḥ api vihasya atha
Maheśa aber, lachend, darauf
bhagīratham uvāca ha
sprach er zu Bhagīratha

[Anm.: Im Original nur eine Zeile, mit '//*' als unvollständig markiert.]

{śiva uvāca:} dattā mayeyaṃ te putra punas tāṃ stuhi suvrata //*

{Śiva sprach:} 'Gegeben ist sie dir von mir, mein Sohn; preise sie nun noch einmal, du von gutem Gelübde.'

Wort für Wort
dattā mayā iyam te putra
gegeben ist sie dir von mir, mein Sohn
punaḥ tām stuhi su-vrata
preise sie nun noch einmal, du von gutem Gelübde

[Anm.: Im Original nur eine Zeile, mit '//*' als unvollständig markiert.]

{brahmovāca:} tad devavacanaṃ śrutvā tadarthaṃ tu tapo mahat / stutiṃ cakāra gaṅgāyā bhaktyā prayatamānasaḥ //

{Brahmā sprach:} Nachdem er dieses Wort des Gottes gehört hatte, verfasste er zu diesem Zweck, nach großer Askese, einen Lobpreis der Gaṅgā, mit Hingabe, gesammelten Geistes.

Wort für Wort
tat deva-vacanam śrutvā
nachdem er dieses Wort des Gottes gehört hatte
tat-artham tu tapaḥ mahat
zu diesem Zweck, nach großer Askese
stutim cakāra gaṅgāyāḥ
verfasste er einen Lobpreis der Gaṅgā
bhaktyā prayata-mānasaḥ
mit Hingabe, gesammelten Geistes

tasyā api prasādaṃ ca prāpya bālo 'py abālavat / gaṅgāṃ maheśvarāt prāptām ādāyāgād rasātalam //

Nachdem er auch ihre Gnade erlangt hatte, nahm der Knabe, wie ein Nicht-Knabe, die von Maheśvara erlangte Gaṅgā und begab sich zur Unterwelt.

Wort für Wort
tasyāḥ api prasādam ca prāpya
nachdem er auch ihre Gnade erlangt hatte
bālaḥ api abāla-vat
der Knabe, wie ein Nicht-Knabe
gaṅgām maheśvarāt prāptām
die von Maheśvara erlangte Gaṅgā
ādāya agāt rasātalam
nahm er und begab sich zur Unterwelt

nyavedayat sa munaye kapilāya mahātmane / yathoditaprakāreṇa gaṅgāṃ saṃsthāpya yatnataḥ //

Er berichtete es dem großherzigen Weisen Kapila, nachdem er die Gaṅgā sorgfältig auf die vorgeschriebene Weise aufgestellt hatte.

Wort für Wort
nyavedayat sa munaye
er berichtete es dem Weisen
kapilāya mahātmane
dem großherzigen Kapila
yathā-udita-prakāreṇa
auf die vorgeschriebene Weise
gaṅgām saṃsthāpya yatnataḥ
nachdem er die Gaṅgā sorgfältig aufgestellt hatte

pradakṣiṇam athāvartya kṛtāñjalipuṭo 'bravīt //*

Dann, nachdem er die Umschreitung vollzogen hatte, sprach er mit gefalteten Händen:

Wort für Wort
pradakṣiṇam atha āvartya
dann, nachdem er die Umschreitung vollzogen hatte
kṛta-añjali-puṭaḥ abravīt
sprach er mit gefalteten Händen

[Anm.: Im Original nur eine Zeile, mit '//*' als unvollständig markiert.]

{bhagīratha uvāca:} devi me pitaraḥ śāpāt kapilasya mahāmuneḥ / prāptās te vigatiṃ mātas tasmāt tān pātum arhasi //

{Bhagīratha sprach:} 'O Göttin, meine Ahnen sind, durch den Fluch des großen Weisen Kapila, in einen Zustand des Verderbens geraten, Mutter; deshalb sollst du sie erretten.'

Wort für Wort
devi me pitaraḥ śāpāt
o Göttin, meine Ahnen sind durch den Fluch
kapilasya mahā-muneḥ
des großen Weisen Kapila
prāptāḥ te vigatim mātaḥ
in einen Zustand des Verderbens geraten, Mutter
tasmāt tān pātum arhasi
deshalb sollst du sie erretten

{brahmovāca:} tathety uktvā suranadī sarveṣām upakārikā / lokānām upakārārthaṃ pitṝṇāṃ pāvanāya ca /

{Brahmā sprach:} 'So sei es' sprechend, [erfüllte] die Götterflüsse, die Wohltäterin aller, zum Nutzen der Welten und zur Reinigung der Ahnen,

Wort für Wort
tathā iti uktvā sura-nadī
'so sei es' sprechend, die Götterflüsse
sarveṣām upakārikā
die Wohltäterin aller
lokānām upakāra-artham
zum Nutzen der Welten
pitṝṇām pāvanāya ca
und zur Reinigung der Ahnen

agastyapītasyāmbhodheḥ pūraṇāya viśeṣataḥ / smaraṇād eva pāpānāṃ nāśāya suranimnagā /

und besonders zur Füllung des von Agastya ausgetrunkenen Meeres, zur Vernichtung der Sünden schon durch bloßes Gedenken, die Götterflüsse [erfüllte],

Wort für Wort
agastya-pītasya ambhodheḥ
des von Agastya ausgetrunkenen Meeres
pūraṇāya viśeṣataḥ
besonders zur Füllung
smaraṇāt eva pāpānām
der Sünden schon durch bloßes Gedenken
nāśāya sura-nimnagā
zur Vernichtung, die Götterflüsse

[Anm.: Bezug auf die bekannte Erzählung, wonach der Weise Agastya das Weltmeer austrank; hier ohne weitere Erläuterung vorausgesetzt.]

bhagīrathoditaṃ cakre rasātalatale sthitān / bhasmībhūtān nṛpasutān sāgarāṃś ca viśeṣataḥ //

vollzog [die Gaṅgā], was Bhagīratha erbeten hatte; besonders die zu Asche gewordenen Königssöhne, die Söhne Sagaras, die am Grunde der Unterwelt lagen,

Wort für Wort
bhagīratha-uditam cakre
vollzog sie, was Bhagīratha erbeten hatte
rasātala-tale sthitān
die am Grunde der Unterwelt lagen
bhasmī-bhūtān nṛpa-sutān
die zu Asche gewordenen Königssöhne
sāgarān ca viśeṣataḥ
besonders die Söhne Sagaras

vinirdagdhān athāplāvya khātapūram athākarot / tato meruṃ samāplāvya sthitāṃ bālo 'bravīn nṛpaḥ //

jene gänzlich Verbrannten, nachdem sie überflutet worden waren, füllte sie die ausgegrabene [Rinne]; und nachdem sie auch den Meru überflutet hatte und dort verweilte, sprach der junge König [Bhagīratha] zu ihr:

Wort für Wort
vinirdagdhān atha āplāvya
jene gänzlich Verbrannten, nachdem sie überflutet waren
khāta-pūram atha akarot
füllte sie darauf die ausgegrabene [Rinne]
tataḥ merum samāplāvya
und nachdem sie auch den Meru überflutet hatte
sthitām bālaḥ abravīt nṛpaḥ
zu ihr, die dort verweilte, sprach der junge König

karmabhūmau tvayā bhāvyaṃ tathety āgād dhimālayam / himavatparvatāt puṇyād bhārataṃ varṣam abhyagāt //

'Du musst im Land der Taten [der Menschenwelt] sein.' 'So sei es' – sie kam zum Himālaya; von dem heiligen Berg Himavat gelangte sie zum Land Bhārata.

Wort für Wort
karma-bhūmau tvayā bhāvyam
du musst im Land der Taten sein
tathā iti āgāt himālayam
'so sei es' – sie kam zum Himālaya
himavat-parvatāt puṇyāt
von dem heiligen Berg Himavat
bhāratam varṣam abhyagāt
gelangte sie zum Land Bhārata

tanmadhyataḥ puṇyanadī prāyāt pūrvārṇavaṃ prati / evam eṣāpi te proktā gaṅgā kṣātrā mahāmune //

Aus dessen Mitte floss die heilige Flussgöttin dem östlichen Ozean entgegen; so wurde auch diese, die durch einen Kṣatriya [herbeigeführte] Gaṅgā, dir erzählt, o großer Weiser,

Wort für Wort
tat-madhyataḥ puṇya-nadī
aus dessen Mitte die heilige Flussgöttin
prāyāt pūrva-arṇavam prati
floss dem östlichen Ozean entgegen
evam eṣā api te proktā
so wurde auch diese dir erzählt
gaṅgā kṣātrā mahā-mune
die Gaṅgā, durch einen Kṣatriya [herbeigeführte], o großer Weiser

māheśvarī vaiṣṇavī ca saiva brāhmī ca pāvanī / bhāgīrathī devanadī himavacchikharāśrayā //

die Māheśvarī und die Vaiṣṇavī, sie selbst auch die Brāhmī, die Reinigerin, die Bhāgīrathī, die Götterflussgöttin, die auf dem Gipfel des Himavat ruht.

Wort für Wort
māheśvarī vaiṣṇavī ca
die Māheśvarī und die Vaiṣṇavī
sā eva brāhmī ca pāvanī
sie selbst auch die Brāhmī, die Reinigerin
bhāgīrathī deva-nadī
die Bhāgīrathī, die Götterflussgöttin
himavat-śikhara-āśrayā
die auf dem Gipfel des Himavat ruht

maheśvarajaṭāvāri evaṃ dvaividhyam āgatam / vindhyasya dakṣiṇe gaṅgā gautamī sā nigadyate / uttare sāpi vindhyasya bhāgīrathy abhidhīyate //

So kam das Wasser aus Maheśvaras Locken zu einer zweifachen Gestalt: südlich des Vindhya wird diese Gaṅgā als die Gautamī bezeichnet, nördlich des Vindhya wird sie ebenso als die Bhāgīrathī benannt.

Wort für Wort
maheśvara-jaṭā-vāri
das Wasser aus Maheśvaras Locken
evam dvaividhyam āgatam
kam so zu einer zweifachen Gestalt
vindhyasya dakṣiṇe gaṅgā
südlich des Vindhya diese Gaṅgā
gautamī sā nigadyate
wird als die Gautamī bezeichnet
uttare sā api vindhyasya
nördlich des Vindhya wird sie ebenso
bhāgīrathī abhidhīyate
als die Bhāgīrathī benannt

[Anm.: Auch dieser Vers hat im Original drei Zeilen (sechs Pādas), von denen nur die letzte durch // markiert ist. Dieser Schlussvers verbindet die beiden in Kap.74-78 erzählten Gaṅgā-Ursprungsgeschichten (Gautama/Godāvarī im Süden, Bhagīratha/Gaṅgā im Norden) zu einer einheitlichen Lehre von der zweifachen Gaṅgā, beide aus demselben Wasser in Śivas Locken.]

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