Kapitel 128: tapovanaśārdūlatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Tapovana- und Śārdūla-Tīrtha (Agni, Svāhā und die Geschwister Suvarṇa/Suvarṇā)
Agnis Gattin Svāhā übt Askese um einen Sohn willen, wird aber von Agni davon abgehalten (V.1-6). Als die Götter vor der Gefahr durch Tāraka Hilfe suchen (Kārttikeya ist noch nicht geboren), schicken sie Agni in Papageiengestalt zu Śiva und Pārvatī, die sich in Zurückgezogenheit befinden; Śiva erkennt ihn und lässt einen Teil seines Samens in Agnis Maul fallen (V.7-22). Ein Teil davon, unter den Kṛttikās ausgegossen, lässt Kārttikeya entstehen; den Rest wirft Agni in seine eigene Gattin Svāhā, wodurch die Zwillinge Suvarṇa und Suvarṇā geboren werden (V.23-27), die später mit Saṃkalpā bzw. Dharma verheiratet werden (V.28). Beide Geschwister erhalten die Fähigkeit, jede beliebige Gestalt anzunehmen, und nutzen dies zu zahllosen amourösen Verwandlungen mit den Gattinnen der Götter bzw. mit Göttern selbst (V.29-35, Hymnenmetrum); Götter und Asuras verfluchen sie daraufhin zu ewiger Untreue (V.36-37). Agni sucht bei Brahma und schließlich bei Śiva Rat; Śiva erklärt, dass Suvarṇa (zugleich wörtlich 'Gold') das höchste Gut aller Welten sei und Suvarṇā mit der (notorisch wankelmütigen) Glücksgöttin Lakṣmī gleichzusetzen sei - der Fluch wird so in einen Segen umgedeutet (V.38-61). Der Dānava-Fürst Śārdūla entführt Suvarṇā nach Rasātala; Viṣṇu enthauptet ihn mit seinem Diskus und bringt sie zurück (V.62-71). Ursprung des Cakra-/Śārdūla-Tīrtha (wo der Diskus gewaschen wurde), des Śāṃkara-Vaiṣṇava-Tīrtha und der Flüsse Ānandā/Nandinī (aus Agnis Freudentränen), sowie des Tapovana-Tīrtha (wo Agni Askese übte), mit insgesamt 30000 Nebentīrthas an beiden Ufern (V.72-84). V.82 bleibt mit dem Ortsnamen 'abjakāt' unsicher.
Brahma sprach: Das als Tapovana bekannte [Tīrtha], ebenso den Zusammenfluss mit der Nandinī, und das dort befindliche Siddheśvara-Tīrtha am südlichen Ufer der Gautamī -
Wort für Wort
tapovanam iti khyātaṃ nandinīsaṃgamaṃ tathā
das als Tapovana bekannte [Tīrtha], ebenso den Zusammenfluss mit der Nandinī
siddheśvaraṃ tatra tīrthaṃ gautamyā dakṣiṇe taṭe
und das dort befindliche Siddheśvara-Tīrtha am südlichen Ufer der Gautamī
Sie war einst ohne Nachkommen und begab sich um eines Sohnes willen in Askese; als sie ausgiebige Askese übte und den Feueresser [Agni] erfreute, sprach ihr Gatte, der Opferverzehrer, zur untadeligen Gattin Svāhā:
Wort für Wort
sānapatyā purā cāsīt putrārthaṃ tapa āviśat
sie war einst ohne Nachkommen und begab sich um eines Sohnes willen in Askese
tapaś carantīṃ vipulaṃ toṣayantīṃ hutāśanam
als sie ausgiebige Askese übte und den Feueresser erfreute
sa bhartā hutabhuk prāha bhāryāṃ svāhām aninditām
sprach ihr Gatte, der Opferverzehrer, zur untadeligen Gattin Svāhā
Brahma sprach: Als sie dieses Wort ihres Gatten hörte, ließ sie von der Askese ab; für Frauen gibt es nirgends etwas Wunscherfüllenderes als das Wort des Gatten.
Wort für Wort
etac chrutvā bhartṛvākyaṃ nivṛttā tapaso 'bhavat
als sie dieses Wort ihres Gatten hörte, ließ sie von der Askese ab
Danach, nach einiger Zeit, als von Tāraka Gefahr drohte, während Kārttikeya noch nicht geboren war und [Śiva und Pārvatī] seit langer Zeit in Zurückgezogenheit weilten,
Wort für Wort
tataḥ katipaye kāle tārakād bhaya āgate
danach, nach einiger Zeit, als von Tāraka Gefahr drohte
anutpanne kārttikeye cirakālarahogate
während Kārttikeya noch nicht geboren war und [Śiva/Pārvatī] seit langer Zeit in Zurückgezogenheit weilten
{agnir uvāca:} na gantavyaṃ tatra deśe daṃpatyoḥ sthitayo rahaḥ / sāmānyamātrato nyāyaḥ kiṃ punaḥ śūlapāṇini // BrP_128.10 //
Agni sprach: An jenen Ort, wo das Ehepaar sich in Zurückgezogenheit befindet, sollte man nicht gehen - das ist bei gewöhnlichen [Paaren] schon die Regel, wieviel mehr noch beim Dreizackträger.
Wort für Wort
na gantavyaṃ tatra deśe daṃpatyoḥ sthitayo rahaḥ
an jenen Ort, wo das Ehepaar sich in Zurückgezogenheit befindet, sollte man nicht gehen
sāmānyamātrato nyāyaḥ kiṃ punaḥ śūlapāṇini
das ist bei gewöhnlichen schon die Regel, wieviel mehr noch beim Dreizackträger
Wer die Worte eines Ehepaares belauscht, das allein und ungestört, in Zuneigung verbunden, miteinander spricht, für den gibt es keine Rettung aus der Hölle.
Wort für Wort
ekāntasthitayoḥ svairaṃ jalpator yaḥ sarāgayoḥ
wer die Worte eines allein und ungestört, in Zuneigung verbunden sprechenden [Paares]
daṃpatyoḥ śṛṇuyād vākyaṃ nirayāt tasya noddhṛtiḥ
belauscht, für den gibt es keine Rettung aus der Hölle
Die Götter sprachen: Wenn große Gefahr hereingebrochen ist, welche Regel könnte da noch gelten? Da die Gefahr durch Tāraka entstanden ist, geh du, sei du der Retter.
Wort für Wort
mahābhaye cānugate nyāyaḥ ko 'nv atra varṇyate
wenn große Gefahr hereingebrochen ist, welche Regel könnte da noch gelten?
tārakād bhaya utpanne gaccha tvaṃ tārako bhavān
da die Gefahr durch Tāraka entstanden ist, geh du, sei du der Retter
Nachdem du Śambhu das Wort der Götter hast hören lassen, komm eilends zurück; dann werden wir dir Verehrung erweisen von seiten beider Welten, o Weiser.
Wort für Wort
viśrāvya devavacanaṃ śaṃbhum āgaccha satvaraḥ
nachdem du Śambhu das Wort der Götter hast hören lassen, komm eilends zurück
tato dāsyāmahe pūjām ubhayor lokayoḥ kave
dann werden wir dir Verehrung erweisen von seiten beider Welten, o Weiser
Brahma sprach: Zum Papagei geworden, ging der Opferverzehrer eilends, dem Wort der Götter folgend, dorthin, wo der Herr der Welt mit Umā beim Liebesspiel weilte.
Wort für Wort
śuko bhūtvā jagāmāśu devavākyād dhutāśanaḥ
zum Papagei geworden, ging der Opferverzehrer eilends, dem Wort der Götter folgend
yatrāsīj jagatāṃ nātho ramamāṇas tadomayā
dorthin, wo der Herr der Welt mit Umā beim Liebesspiel weilte
{brahmovāca:} lajjitā cāvadad devam alaṃ deveti pārvatī / puraścarantaṃ deveśo hy agniṃ taṃ dvijarūpiṇam // BrP_128.20 //
Brahma sprach: Beschämt sprach Pārvatī zum Gott: Genug, o Gott - während der Götterherr jenen Agni, der in Vogelgestalt [vor ihnen] auftrat, [weiter neckte].
Wort für Wort
lajjitā cāvadad devam alaṃ deveti pārvatī
beschämt sprach Pārvatī zum Gott: 'Genug, o Gott'
puraścarantaṃ deveśo hy agniṃ taṃ dvijarūpiṇam
während der Götterherr jenen Agni, der in Vogelgestalt auftrat, [weiter neckte]
[Anm.: Syntax der zweiten Vershälfte elliptisch, sinngemäß ergänzt.]
Agni gab aus Zuneigung jene Suvarṇā dem weisen Dharma [zur Frau]; und dem Sohn Suvarṇa gewährte er die geliebte Saṃkalpā [zur Frau]; so vollzog der Weise die Hochzeit von Sohn und Tochter.
Wort für Wort
agniḥ prītyā suvarṇāṃ tāṃ prādād dharmāya dhīmate
Agni gab aus Zuneigung jene Suvarṇā dem weisen Dharma
suvarṇasyātha putrasya saṃkalpām akarot priyām
und dem Sohn Suvarṇa gewährte er die geliebte Saṃkalpā
evaṃ putrasya putryāś ca vivāham akarot kaviḥ
so vollzog der Weise die Hochzeit von Sohn und Tochter
[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original. 'Saṃkalpā' (Wunsch/Entschluss) hier wohl als Eigenname der Braut Suvarṇas aufgefasst, unsicher.]
Durch den Fehler der gegenseitigen Samenvermischung [entstanden] beide Kinder Agnis ebenso; der Sohn Suvarṇa, vielgestaltig, nahm die Gestalten der besten der Götter an
Wort für Wort
anyonyaretovyatiṣaṅgadoṣād
durch den Fehler der gegenseitigen Samenvermischung
agner apatyam ubhayaṃ tathaiva
entstanden beide Kinder Agnis ebenso
putraḥ suvarṇo bahurūparūpī
der Sohn Suvarṇa, vielgestaltig
rūpāṇi kṛtvā surasattamānām
nahm die Gestalten der besten der Götter an
[Anm.: Ab hier V.29-37 Hymnenmetrum, padaweise gezählt.]
indrasya vāyor dhanadasya bhāryāṃ BrP_128.30a / jaleśvarasyāpi munīśvarāṇām BrP_128.30b / bhāryās tu gacchaty aniśaṃ suvarṇo BrP_128.30c / yasyāḥ priyaṃ yac ca vapuḥ sa kṛtvā BrP_128.30d
zur Gattin Indras, Vāyus, des Schätzegottes [Kubera], auch des Wasserherrn [Varuṇa] und der Herren der Weisen geht Suvarṇa unablässig ein, indem er jeweils die Gestalt annimmt, die der [Gattin] lieb ist
Wort für Wort
indrasya vāyor dhanadasya bhāryāṃ
zur Gattin Indras, Vāyus, des Schätzegottes
jaleśvarasyāpi munīśvarāṇām
auch des Wasserherrn und der Herren der Weisen
bhāryās tu gacchaty aniśaṃ suvarṇo
geht Suvarṇa unablässig ein
yasyāḥ priyaṃ yac ca vapuḥ sa kṛtvā
indem er jeweils die Gestalt annimmt, die der [Gattin] lieb ist
Auch geht bisweilen der Sohn des Weisen bei den gattentreuen Frauen in Gestalt ihres jeweiligen Gatten unablässig ein, edelmütig, und ergötzt sich, indem er das Liebesverlangen [dieser Frauen] erfüllt
Wort für Wort
yāti kvacic cāpi kaves tanūjas
auch geht bisweilen der Sohn des Weisen
tadbhartṛrūpaṃ ca pativratāsu
bei den gattentreuen Frauen in Gestalt ihres jeweiligen Gatten
kṛtvāniśaṃ tābhir udārabhāvaḥ
unablässig ein, edelmütig
kurvan kṛtārthaṃ madanaṃ sa reme
und ergötzt sich, indem er das Liebesverlangen erfüllt
Ebenso ging Suvarṇā, die Suvarṇā genannte Gattin des Dharma, [in verschiedene Gestalten] gehend; die Tochter Svāhās wurde eigenwillig-genusssüchtig, [nahm die Gestalt an,] wer immer sie sich im Sinn erwählte
Wort für Wort
kṛtvā gatā kvāpi caivaṃ suvarṇā
ebenso ging Suvarṇā, [in verschiedene Gestalten] gehend
dharmasya bhāryāpi suvarṇanāmnī
die Suvarṇā genannte Gattin des Dharma
svāhāsutā svairiṇī sā babhūva
die Tochter Svāhās wurde eigenwillig-genusssüchtig
yasyāpi yasyāpi manogatā yā
nahm die Gestalt an, wer immer sie sich im Sinn erwählte
In Gestalt der jeweiligen Gattin selbst, so wurde Suvarṇā, ergötzte sich mit menschlichen und dämonischen Gatten, mit Göttern, Weisen, in Ahnengestalt und anderen, die mit Schönheit, Edelmut, Standhaftigkeit und Würde ausgestattet waren
Wort für Wort
bhāryāsvarūpā saiva bhūtvā suvarṇā
in Gestalt der jeweiligen Gattin selbst, so wurde Suvarṇā
reme patīn mānuṣān āsurāṃś ca
ergötzte sich mit menschlichen und dämonischen Gatten
devān ṛṣīn pitṛrūpāṃs tathānyān
mit Göttern, Weisen, in Ahnengestalt und anderen
rūpaudāryasthairyagāmbhīryayuktān
die mit Schönheit, Edelmut, Standhaftigkeit und Würde ausgestattet waren
Welche Gattin auch immer ein Gott begehrte, in deren Gestalt ergötzte sie sich mit ihm zusammen, durch mannigfaltige, zahlreiche Mittel dessen Sinn anziehend, zur Erfüllung des Verlangens
Wort für Wort
yābhipretā yasya devasya bhāryā
welche Gattin auch immer ein Gott begehrte
tadrūpā sā ramate tena sārdham
in deren Gestalt ergötzte sie sich mit ihm zusammen
nānābhedaiḥ karaṇaiś cāpy anekair
durch mannigfaltige, zahlreiche Mittel
ākarṣantī tanmanaḥ kāmasiddhim
dessen Sinn anziehend, zur Erfüllung des Verlangens
evaṃ suvarṇasya nirīkṣya ceṣṭām BrP_128.35a / agneḥ sūnoḥ putrikāyās tathāgneḥ BrP_128.35b / sarve ca śepuḥ kupitās tadāgneḥ BrP_128.35c / putraṃ ca putrīṃ ca surāsurās te BrP_128.35d
So, das Treiben Suvarṇas beobachtend, des Sohnes Agnis, ebenso auch das der Tochter Agnis, verfluchten alle, erzürnt, damals den Sohn und die Tochter Agnis, die Götter und Asuras
Wort für Wort
evaṃ suvarṇasya nirīkṣya ceṣṭām
so, das Treiben Suvarṇas beobachtend
agneḥ sūnoḥ putrikāyās tathāgneḥ
des Sohnes Agnis, ebenso auch das der Tochter Agnis
sarve ca śepuḥ kupitās tadāgneḥ
verfluchten alle, erzürnt, damals
putraṃ ca putrīṃ ca surāsurās te
den Sohn und die Tochter Agnis, die Götter und Asuras
{surāsurā ūcuḥ:} kṛtaṃ yad etad vyabhicārarūpaṃ BrP_128.36a / yac chadmanā vartanaṃ pāparūpam BrP_128.36b / tasmāt sutas te vyabhicāravāṃś ca BrP_128.36c / sarvatra gāmī jāyatāṃ havyavāha BrP_128.36d
Die Götter und Asuras sprachen: Was hier an ehebrecherischem Treiben geschehen ist, was an trügerischem, sündhaftem Verhalten - darum soll dein Sohn ehebrecherisch und überallhin gehend werden, o Opferträger!
Wort für Wort
kṛtaṃ yad etad vyabhicārarūpaṃ
was hier an ehebrecherischem Treiben geschehen ist
tathā suvarṇāpi na caikaniṣṭhā BrP_128.37a / bhūyād agne naikatṛptā bahūṃś ca BrP_128.37b / nānājātīn ninditān dehabhājo BrP_128.37c / bhajitrī syād eṣa doṣaś ca putryāḥ BrP_128.37d
Ebenso soll Suvarṇā nicht einem allein treu bleiben, o Agni, nicht mit einem zufrieden sein, sondern viele verschiedener, verachteter Geburt an verkörperten Wesen verehren [d.h. sich hingeben] - dies sei der Makel deiner Tochter.
Wort für Wort
tathā suvarṇāpi na caikaniṣṭhā
ebenso soll Suvarṇā nicht einem allein treu bleiben
bhūyād agne naikatṛptā bahūṃś ca
o Agni, nicht mit einem zufrieden sein, sondern viele
nānājātīn ninditān dehabhājo
verschiedener, verachteter Geburt an verkörperten Wesen
Brahma sprach: Als Agni dieses Fluchwort gehört hatte, kam er, überaus erschrocken, zu mir und sprach damals: Nenne mir die Sühne für [meine] beiden Kinder.
Wort für Wort
ity etac chāpavacanaṃ śrutvāgnir atibhītavat
als Agni dieses Fluchwort gehört hatte, [kam er] überaus erschrocken
mām abhyetya tadovāca niṣkṛtiṃ vada putrayoḥ
zu mir und sprach damals: nenne mir die Sühne für [meine] beiden Kinder
Agni sprach: Dem Träger der ganzen Welt, dessen Gestalt das All ist, dem Makellosen, dem Erst-Schöpfer und Selbstentstandenen - ihm, dem Herrn der Welt, huldige ich.
Wort für Wort
viśvasya jagato dhātā viśvamūrtir nirañjanaḥ
dem Träger der ganzen Welt, dessen Gestalt das All ist, dem Makellosen
ādikartā svayaṃbhūś ca taṃ namāmi jagatpatim
dem Erst-Schöpfer und Selbstentstandenen - ihm, dem Herrn der Welt, huldige ich
yo 'gnir bhūtvā saṃharati sraṣṭā vai jalarūpataḥ / sūryarūpeṇa yaḥ pāti taṃ namāmi ca tryambakam // BrP_128.45 //
Der, zum Feuer geworden, vernichtet, der als Schöpfer in Wassergestalt [erscheint], der in Sonnengestalt beschützt - ihm, dem Dreiäugigen, huldige ich.
Wort für Wort
yo 'gnir bhūtvā saṃharati sraṣṭā vai jalarūpataḥ
der, zum Feuer geworden, vernichtet, der als Schöpfer in Wassergestalt erscheint
sūryarūpeṇa yaḥ pāti taṃ namāmi ca tryambakam
der in Sonnengestalt beschützt - ihm, dem Dreiäugigen, huldige ich
sa eva cāmṛtaṃ loke sa eva suravallabhaḥ / sa eva bhuktimuktī ca sa eva makhadakṣiṇā // BrP_128.53 //
Er allein ist der Nektar in der Welt, er allein ist der den Göttern Liebe; er allein ist Genuss und Erlösung, er allein ist die Opfergabe (Dakṣiṇā) beim Opfer.
Wort für Wort
sa eva cāmṛtaṃ loke sa eva suravallabhaḥ
er allein ist der Nektar in der Welt, er allein ist der den Göttern Liebe
sa eva bhuktimuktī ca sa eva makhadakṣiṇā
er allein ist Genuss und Erlösung, er allein ist die Opfergabe beim Opfer
sa eva rūpaṃ sarvasya gurūṇām apy asau guruḥ / vīryaṃ śreṣṭhatamaṃ vidyād vīryaṃ matto yad uttamam // BrP_128.54 //
Er allein ist die Schönheit von allem, er ist der Lehrer selbst der Lehrer; man wisse, dass diese Kraft die höchste Kraft ist, die höchste, die von mir [ausgeht].
Wort für Wort
sa eva rūpaṃ sarvasya gurūṇām apy asau guruḥ
er allein ist die Schönheit von allem, er ist der Lehrer selbst der Lehrer
vīryaṃ śreṣṭhatamaṃ vidyād vīryaṃ matto yad uttamam
man wisse, dass diese Kraft die höchste Kraft ist, die von mir ausgeht
viśeṣatas tvayi kṣiptaṃ tasya kā syād vicāraṇā / hīnaṃ tena vinā sarvaṃ saṃpūrṇās tena saṃpadaḥ // BrP_128.55 //
Zumal er in dich hineingelegt wurde - welchen Zweifel könnte es daran geben? Ohne ihn ist alles unvollständig, durch ihn werden [alle] Reichtümer vollständig.
Wort für Wort
viśeṣatas tvayi kṣiptaṃ tasya kā syād vicāraṇā
zumal er in dich hineingelegt wurde - welchen Zweifel könnte es daran geben?
hīnaṃ tena vinā sarvaṃ saṃpūrṇās tena saṃpadaḥ
ohne ihn ist alles unvollständig, durch ihn werden alle Reichtümer vollständig
Auch lebend sind alle Menschen ohne Suvarṇa [Gold] wie tote; ein Reicher ohne [gute] Eigenschaften wird geachtet, ein Tugendhafter ohne Reichtum aber nicht.
Wort für Wort
jīvanto 'pi mṛtāḥ sarve suvarṇena vinā narāḥ
auch lebend sind alle Menschen ohne Suvarṇa [Gold] wie tote
nirguṇo 'pi dhanī mānyaḥ saguṇo 'py adhano nahi
ein Reicher ohne gute Eigenschaften wird geachtet, ein Tugendhafter ohne Reichtum aber nicht
[Anm.: 'Suvarṇa' hier zugleich in seiner wörtlichen Bedeutung 'Gold' zu verstehen.]
Alles, was von ihr angeblickt wird, wird, mag es unvollständig sein, vollständig werden; sie, die durch Askese, Murmelgebet und Feueropfer in den drei Welten erlangt werden kann -
Wort für Wort
anayā vīkṣitaṃ sarvaṃ nyūnaṃ pūrṇaṃ bhaviṣyati
alles, was von ihr angeblickt wird, wird, mag es unvollständig sein, vollständig werden
tapasā japahomaiś ca yeyaṃ prāpyā jagattraye
sie, die durch Askese, Murmelgebet und Feueropfer in den drei Welten erlangt werden kann
tathāpi caitayoḥ puṇyaṃ na bhūtaṃ na bhaviṣyati //* BrP_128.61 //
dennoch [gilt]: kein größeres Verdienst als das ihrige ist je gewesen oder wird je sein.
Wort für Wort
tathāpi caitayoḥ puṇyaṃ
dennoch: das Verdienst der beiden
na bhūtaṃ na bhaviṣyati
ist [größer] weder gewesen noch wird es sein
[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Original. Śiva erklärt damit den scheinbaren Makel des Fluchs für aufgehoben - Gold/Lakṣmī, überallhin wandernd, gilt als höchstes Verdienst.]
varān prāpya sutābhyāṃ sa agnis tuṣṭo 'bhavat tataḥ / svabhartrā ca suvarṇā sā dharmeṇāgnisutā mudā // BrP_128.63 //
Nachdem er die Gaben für seine beiden Kinder erhalten hatte, war Agni fortan zufrieden; und jene Suvarṇā, die Tochter Agnis, [lebte] mit Freude mit ihrem Gatten Dharma.
Wort für Wort
varān prāpya sutābhyāṃ sa agnis tuṣṭo 'bhavat tataḥ
nachdem er die Gaben für seine beiden Kinder erhalten hatte, war Agni fortan zufrieden
svabhartrā ca suvarṇā sā dharmeṇāgnisutā mudā
und jene Suvarṇā, die Tochter Agnis, [lebte] mit Freude mit ihrem Gatten Dharma
nītā rasātalaṃ tena suvarṇā lokaviśrutā / jāmātāgneḥ sa dharmaś ca agniś caiva sa havyavāṭ // BrP_128.66 //
Von ihm wurde die in der Welt berühmte Suvarṇā nach Rasātala geführt; [darauf wandten sich] jener Dharma, Agnis Schwiegersohn, und eben jener Opferträger Agni,
Wort für Wort
nītā rasātalaṃ tena suvarṇā lokaviśrutā
von ihm wurde die in der Welt berühmte Suvarṇā nach Rasātala geführt
jāmātāgneḥ sa dharmaś ca agniś caiva sa havyavāṭ
jener Dharma, Agnis Schwiegersohn, und eben jener Opferträger Agni
etad vṛttaṃ tu yo jñātvā tatra snānādikaṃ caret / lakṣmīvāñ jāyate nityaṃ dharmavāṃś ca viśeṣataḥ // BrP_128.81 //
Wer aber, diese Geschichte kennend, dort das Baden usw. vollzieht, wird stets mit Glück (Lakṣmī) und insbesondere mit Rechtschaffenheit ausgestattet geboren.
Wort für Wort
etad vṛttaṃ tu yo jñātvā tatra snānādikaṃ caret
wer aber, diese Geschichte kennend, dort das Baden usw. vollzieht
lakṣmīvāñ jāyate nityaṃ dharmavāṃś ca viśeṣataḥ
wird stets mit Glück und insbesondere mit Rechtschaffenheit ausgestattet geboren
tapovanāc ca śārdūlān madhye tīrthāny aśeṣataḥ / tasyaikaikasya māhātmyaṃ na kenāpy atra varṇyate // BrP_128.84 //
Zwischen Tapovana und Śārdūla [liegen] restlos [weitere] Tīrthas; die Größe eines jeden einzelnen davon wird hier von niemandem [vollständig] beschrieben.
Wort für Wort
tapovanāc ca śārdūlān madhye tīrthāny aśeṣataḥ
zwischen Tapovana und Śārdūla liegen restlos weitere Tīrthas
tasyaikaikasya māhātmyaṃ na kenāpy atra varṇyate
die Größe eines jeden einzelnen davon wird hier von niemandem vollständig beschrieben