Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 201: aniruddhavivāhaḥ dyūtakalaho rukmivadhaś ca Aniruddhas Heirat, der Würfelspiel-Streit und die Tötung des Rukmī

Aufzählung von Rukmiṇīs Söhnen und Kṛṣṇas weiteren Gattinnen. Pradyumna heiratet Rukmīs Tochter im Svayaṃvara; ihr Sohn Aniruddha wiederum heiratet, trotz fortbestehender Feindschaft, Rukmīs Enkelin in Bhojakaṭa. Bei der Hochzeitsfeier verleiten die Könige von Kaliṅga u.a. den würfelunkundigen Balarāma zu einem Spiel gegen den würfelkundigen Rukmī; als Rukmī nach zunächst gewonnenen Partien einen von Balarāma klar gewonnenen hohen Einsatz betrügerisch abstreitet und der König von Kaliṅga ihn verspottet, bestätigt eine Himmelsstimme Balarāmas Sieg. Der zornentbrannte Balarāma erschlägt Rukmī mit dem Würfelbrett, zerbricht dem Kaliṅga-König die Zähne und erschlägt mit einer herausgerissenen goldenen Säule dessen Anhänger, worauf die gesamte Königsversammlung in Panik flieht. Kṛṣṇa schweigt aus Furcht vor Rukmiṇīs und Balarāmas Reaktion, und die Yadus kehren mit dem frisch vermählten Aniruddha nach Dvārakā zurück.

cārudeṣṇaṃ sudeṣṇaṃ ca cārudehaṃ ca śobhanam / suṣeṇaṃ cāruguptaṃ ca bhadracāruṃ tathāparam //

Vyāsa sprach: Cārudeṣṇa, Sudeṣṇa, und den schönen Cārudeha, Suṣeṇa, Cārugupta, und ebenso auch Bhadracāru —

Wort für Wort
cārudeṣṇaṃ sudeṣṇaṃ ca
Cārudeṣṇa und Sudeṣṇa
cārudehaṃ ca śobhanam
und den schönen Cārudeha
suṣeṇaṃ cāruguptaṃ ca
Suṣeṇa und Cārugupta
bhadracāruṃ tathāparam
und ebenso auch Bhadracāru

cāruvindaṃ sucāruṃ ca cāruṃ ca balināṃ varam / rukmiṇy ajanayat putrān kanyāṃ cārumatīṃ tathā //

— Cāruvinda, Sucāru, und Cāru, den Besten der Starken: [diese] Söhne gebar Rukmiṇī, und ebenso die Tochter Cārumatī.

Wort für Wort
cāruvindaṃ sucāruṃ ca
Cāruvinda und Sucāru
cāruṃ ca balināṃ varam
und Cāru, den Besten der Starken
rukmiṇy ajanayat putrān
diese Söhne gebar Rukmiṇī
kanyāṃ cārumatīṃ tathā
und ebenso die Tochter Cārumatī

anyāś ca bhāryāḥ kṛṣṇasya babhūvuḥ sapta śobhanāḥ / kālindī mitravindā ca satyā nāgnajitī tathā //

Und andere schöne Gattinnen Kṛṣṇas gab es sieben: Kālindī, Mitravindā, und Satyā, ebenso Nāgnajitī,

Wort für Wort
anyāś ca bhāryāḥ kṛṣṇasya
und andere Gattinnen Kṛṣṇas
babhūvuḥ sapta śobhanāḥ
gab es sieben schöne
kālindī mitravindā ca
Kālindī und Mitravindā
satyā nāgnajitī tathā
Satyā, ebenso Nāgnajitī

devī jāmbavatī cāpi sadā tuṣṭā tu rohiṇī / madrarājasutā cānyā suśīlā śīlamaṇḍalā //

und die Fürstin Jāmbavatī, und die stets zufriedene Rohiṇī, und eine andere, die Tochter des Madra-Königs, die tugendhafte Śīlamaṇḍalā,

Wort für Wort
devī jāmbavatī cāpi
und auch die Fürstin Jāmbavatī
sadā tuṣṭā tu rohiṇī
und die stets zufriedene Rohiṇī
madrarājasutā cānyā
und eine andere, die Tochter des Madra-Königs
suśīlā śīlamaṇḍalā
die tugendhafte Śīlamaṇḍalā

[?: Die Zusammensetzung dieser Aṣṭabhāryā-Liste weicht in Namen und Reihenfolge leicht von anderen Purāṇa-Fassungen ab; 'Śīlamaṇḍalā' könnte auch als Epitheton ('Kranz der Tugend') statt als Eigenname zu verstehen sein.]

sātrājitī satyabhāmā lakṣmaṇā cāruhāsinī / ṣoḍaśātra sahasrāṇi strīṇām anyāni cakriṇaḥ //

Satyabhāmā, die Tochter des Satrājit, [und] Lakṣmaṇā, die schön Lächelnde — [dies waren die Hauptgattinnen]; und sechzehntausend andere Frauen [hatte] der Diskusträger.

Wort für Wort
sātrājitī satyabhāmā
Satyabhāmā, die Tochter des Satrājit
lakṣmaṇā cāruhāsinī
Lakṣmaṇā, die schön Lächelnde
ṣoḍaśātra sahasrāṇi
sechzehntausend hier
strīṇām anyāni cakriṇaḥ
andere Frauen des Diskusträgers

pradyumno 'pi mahāvīryo rukmiṇas tanayāṃ śubhām / svayaṃvarasthāṃ jagrāha sāpi taṃ tanayaṃ hareḥ //

Auch Pradyumna, der von großer Kraft, nahm Rukmīs schöne Tochter, [die] bei [ihrem] Svayaṃvara [stand], [zur Frau], und auch sie [wählte] ihn, den Sohn Haris.

Wort für Wort
pradyumno 'pi mahāvīryo
auch Pradyumna, der von großer Kraft
rukmiṇas tanayāṃ śubhām
Rukmīs schöne Tochter
svayaṃvarasthāṃ jagrāha
bei [ihrem] Svayaṃvara nahm er [sie]
sāpi taṃ tanayaṃ hareḥ
und auch sie [wählte] ihn, den Sohn Haris

tasyām asyābhavat putro mahābalaparākramaḥ / aniruddho raṇe ruddho vīryodadhir ariṃdamaḥ //

Von ihr wurde ihm ein Sohn geboren, von großer Kraft und Tapferkeit: Aniruddha, der 'Unaufhaltsame', im Kampf die Feinde aufhaltend, ein Ozean an Heldenmut, ein Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
tasyām asyābhavat putro
von ihr wurde ihm ein Sohn geboren
mahābalaparākramaḥ
von großer Kraft und Tapferkeit
aniruddho raṇe ruddho
Aniruddha, im Kampf [die Feinde] aufhaltend
vīryodadhir ariṃdamaḥ
ein Ozean an Heldenmut, ein Bezwinger der Feinde

[Anm.: Wortspiel mit dem Namen 'Aniruddha' ('der Ungehemmte/Unaufhaltsame') und 'raṇe ruddho' ('im Kampf hemmend/aufhaltend' [die Feinde]).]

tasyāpi rukmiṇaḥ pautrīṃ varayām āsa keśavaḥ / dauhitrāya dadau rukmī spardhayann api śauriṇā //

Auch für ihn [Aniruddha] warb Keśava um Rukmīs Enkelin, und Rukmī gab [sie] dem Enkel [Kṛṣṇas], obwohl er mit dem Sohne Śūras im Wettstreit lag.

Wort für Wort
tasyāpi rukmiṇaḥ pautrīṃ
auch um Rukmīs Enkelin
varayām āsa keśavaḥ
warb Keśava
dauhitrāya dadau rukmī
und Rukmī gab [sie] dem Enkel
spardhayann api śauriṇā
obwohl er mit dem Sohne Śūras im Wettstreit lag

[Anm.: Wiederum eine familieninterne Eheverbindung zwischen Kṛṣṇas und dem widerwillig verbundenen Rukmīs Haus, trotz fortbestehender Feindschaft — ein wiederkehrendes Motiv (vgl. Kap.199).]

tasyā vivāhe rāmādyā yādavā hariṇā saha / rukmiṇo nagaraṃ jagmur nāmnā bhojakaṭaṃ dvijāḥ //

Zu ihrer Hochzeit gingen Rāma und die anderen Yadus zusammen mit Hari zur Stadt des Rukmī, namens Bhojakaṭa, o Brahmanen.

Wort für Wort
tasyā vivāhe rāmādyā
zu ihrer Hochzeit, Rāma und die anderen
yādavā hariṇā saha
die Yadus, zusammen mit Hari
rukmiṇo nagaraṃ jagmur
gingen zur Stadt des Rukmī
nāmnā bhojakaṭaṃ dvijāḥ
namens Bhojakaṭa, o Brahmanen

vivāhe tatra nirvṛtte prādyumneḥ sumahātmanaḥ / kaliṅgarājapramukhā rukmiṇaṃ vākyam abruvan //

Als dort die Hochzeit des Sohnes Pradyumnas [Aniruddha], des Hochgesinnten, vollzogen war, sprachen die Könige, angeführt vom König von Kaliṅga, ein Wort zu Rukmī.

Wort für Wort
vivāhe tatra nirvṛtte
als dort die Hochzeit vollzogen war
prādyumneḥ sumahātmanaḥ
des Sohnes Pradyumnas, des Hochgesinnten
kaliṅgarājapramukhā
die Könige, angeführt vom König von Kaliṅga
rukmiṇaṃ vākyam abruvan
sprachen ein Wort zu Rukmī

anakṣajño halī dyūte tathāsya vyasanaṃ mahat / tan nayāmo balaṃ tasmād dyūtenaiva mahādyute //

Die Könige von Kaliṅga u.a. sprachen: 'Der Pflugträger ist unkundig im Würfelspiel, und dies ist sein großes Laster; deshalb lass uns Bala eben durch das Würfelspiel [überlisten], o Glanzvoller.'

Wort für Wort
anakṣajño halī dyūte
der Pflugträger ist unkundig im Würfelspiel
tathāsya vyasanaṃ mahat
und dies ist sein großes Laster
tan nayāmo balaṃ tasmād
deshalb lass uns Bala [überlisten]
dyūtenaiva mahādyute
eben durch das Würfelspiel, o Glanzvoller

tatheti tān āha nṛpān rukmī balasamanvitaḥ / sabhāyāṃ saha rāmeṇa cakre dyūtaṃ ca vai tadā //

Vyāsa sprach: 'So sei es', sprach Rukmī zu jenen Königen, und, von Zuversicht erfüllt, veranstaltete er da in der Versammlungshalle mit Rāma fürwahr ein Würfelspiel.

Wort für Wort
tatheti tān āha nṛpān
'so sei es', sprach er zu jenen Königen
rukmī balasamanvitaḥ
Rukmī, von Zuversicht erfüllt
sabhāyāṃ saha rāmeṇa
in der Versammlungshalle mit Rāma
cakre dyūtaṃ ca vai tadā
veranstaltete er da fürwahr ein Würfelspiel

sahasram ekaṃ niṣkāṇāṃ rukmiṇā vijito balaḥ / dvitīye divase cānyat sahasraṃ rukmiṇā jitaḥ //

Um eintausend Niṣkas wurde Bala von Rukmī besiegt, und am zweiten Tag wurde [er um] ein weiteres Tausend von Rukmī besiegt.

Wort für Wort
sahasram ekaṃ niṣkāṇāṃ
um eintausend Niṣkas
rukmiṇā vijito balaḥ
wurde Bala von Rukmī besiegt
dvitīye divase cānyat sahasraṃ
und am zweiten Tag um ein weiteres Tausend
rukmiṇā jitaḥ
wurde er von Rukmī besiegt

tato daśa sahasrāṇi niṣkāṇāṃ paṇam ādade / balabhadraprapannāni rukmī dyūtavidāṃ varaḥ //

Dann nahm Rukmī, der Beste der Würfelkundigen, als Einsatz zehntausend Niṣkas an, die von Balabhadra gesetzt wurden.

Wort für Wort
tato daśa sahasrāṇi niṣkāṇāṃ
dann zehntausend Niṣkas
paṇam ādade
nahm er als Einsatz an
balabhadraprapannāni
die von Balabhadra gesetzt wurden
rukmī dyūtavidāṃ varaḥ
Rukmī, der Beste der Würfelkundigen

tato jahāsātha balaṃ kaliṅgādhipatir dvijāḥ / dantān vidarśayan mūḍho rukmī cāha madoddhataḥ //

Da lachte der Herrscher von Kaliṅga über Bala, o Brahmanen, die Zähne entblößend, der Törichte, und Rukmī, von Rausch [des Sieges] übermütig, sprach:

Wort für Wort
tato jahāsātha balaṃ
da lachte er über Bala
kaliṅgādhipatir dvijāḥ
der Herrscher von Kaliṅga, o Brahmanen
dantān vidarśayan mūḍho
die Zähne entblößend, der Törichte
rukmī cāha madoddhataḥ
und Rukmī, übermütig, sprach

avidyo 'yaṃ mahādyūte balabhadraḥ parājitaḥ / mṛṣaivākṣāvalepatvād yo 'yaṃ mene 'kṣakovidam //

Rukmī sprach: 'Dieser Balabhadra, unwissend im hohen Würfelspiel, wurde besiegt — er, der sich fälschlich, aus reinem Würfel-Dünkel, für kundig im Würfelspiel hielt.'

Wort für Wort
avidyo 'yaṃ mahādyūte
dieser, unwissend im hohen Würfelspiel
balabhadraḥ parājitaḥ
Balabhadra wurde besiegt
mṛṣaivākṣāvalepatvād
fälschlich, aus reinem Würfel-Dünkel
yo 'yaṃ mene 'kṣakovidam
er, der sich für kundig im Würfelspiel hielt

dṛṣṭvā kaliṅgarājaṃ tu prakāśadaśanānanam / rukmiṇaṃ cāpi durvākyaṃ kopaṃ cakre halāyudhaḥ //

Als er aber den König von Kaliṅga, [dessen] Gesicht die Zähne entblößte, und auch Rukmī [mit seinen] bösen Worten erblickte, geriet Halāyudha in Zorn.

Wort für Wort
dṛṣṭvā kaliṅgarājaṃ tu
als er aber den König von Kaliṅga erblickte
prakāśadaśanānanam
[dessen] Gesicht die Zähne entblößte
rukmiṇaṃ cāpi durvākyaṃ
und auch Rukmī [mit seinen] bösen Worten
kopaṃ cakre halāyudhaḥ
geriet Halāyudha in Zorn

tataḥ kopaparītātmā niṣkakoṭiṃ halāyudhaḥ / glahaṃ jagrāha rukmī ca tatas tv akṣān apātayat //

Dann, von Zorn erfüllten Geistes, setzte Halāyudha zehn Millionen Niṣkas als Einsatz, und Rukmī [nahm den Einsatz an und] warf darauf die Würfel.

Wort für Wort
tataḥ kopaparītātmā
dann, von Zorn erfüllten Geistes
niṣkakoṭiṃ halāyudhaḥ
zehn Millionen Niṣkas, Halāyudha
glahaṃ jagrāha rukmī ca
als Einsatz nahm Rukmī [an]
tatas tv akṣān apātayat
und darauf warf er die Würfel

ajayad baladevo 'tha prāhoccais taṃ jitaṃ mayā / mameti rukmī prāhoccair alīkoktair alaṃ balam //

Da gewann Baladeva und rief laut: 'Von mir ist dies gewonnen, mein!' Doch Rukmī rief laut mit Lügenworten: 'Genug, Bala,'

Wort für Wort
ajayad baladevo 'tha
da gewann Baladeva
prāhoccais taṃ jitaṃ mayā mameti
und rief laut: 'von mir ist dies gewonnen, mein'
rukmī prāhoccair alīkoktaiḥ
Rukmī rief laut mit Lügenworten
alaṃ balam
'genug, Bala'

tvayokto 'yaṃ glahaḥ satyaṃ na mamaiṣo 'numoditaḥ / evaṃ tvayā ced vijitaṃ na mayā vijitaṃ katham //

'Von dir wurde dieser Einsatz zwar genannt, [aber] er wurde von mir nicht wirklich zugestimmt; wenn du so [meinst], gewonnen zu haben, wieso [dann] nicht [auch] von mir gewonnen?'

Wort für Wort
tvayokto 'yaṃ glahaḥ satyaṃ
von dir wurde dieser Einsatz zwar genannt
na mamaiṣo 'numoditaḥ
[aber] er wurde von mir nicht zugestimmt
evaṃ tvayā ced vijitaṃ
wenn du so gewonnen zu haben [meinst]
na mayā vijitaṃ katham
wieso [dann] nicht auch von mir gewonnen

tato 'ntarikṣe vāg uccaiḥ prāha gambhīranādinī / baladevasya taṃ kopaṃ vardhayantī mahātmanaḥ //

Vyāsa sprach: Da sprach im Luftraum eine Stimme laut, mit tiefem Klang, [und] den Zorn jenes hochgesinnten Baladeva vermehrend:

Wort für Wort
tato 'ntarikṣe vāg uccaiḥ
da im Luftraum eine Stimme laut
prāha gambhīranādinī
sprach, mit tiefem Klang
baladevasya taṃ kopaṃ
jenen Zorn Baladevas
vardhayantī mahātmanaḥ
vermehrend, des Hochgesinnten

jitaṃ tu baladevena rukmiṇā bhāṣitaṃ mṛṣā / anuktvā vacanaṃ kiṃcit kṛtaṃ bhavati karmaṇā //

Die Himmelsstimme sprach: 'Gewonnen ist es wahrlich von Baladeva; Rukmī hat gelogen — ohne dazu irgendein Wort gesagt zu haben, ist [ein Ergebnis dennoch] durch die Tat [selbst] bewirkt worden.'

Wort für Wort
jitaṃ tu baladevena
gewonnen [ist es] wahrlich von Baladeva
rukmiṇā bhāṣitaṃ mṛṣā
von Rukmī wurde [dies] fälschlich gesagt
anuktvā vacanaṃ kiṃcit
ohne irgendein Wort gesagt zu haben
kṛtaṃ bhavati karmaṇā
ist [es] durch die Tat [selbst] bewirkt worden

tato balaḥ samutthāya krodhasaṃraktalocanaḥ / jaghānāṣṭāpadenaiva rukmiṇaṃ sa mahābalaḥ //

Vyāsa sprach: Da erhob sich Bala, [seine] Augen vor Zorn gerötet, und der sehr Starke erschlug Rukmī mit eben dem Würfelbrett.

Wort für Wort
tato balaḥ samutthāya
da erhob sich Bala
krodhasaṃraktalocanaḥ
[seine] Augen vor Zorn gerötet
jaghānāṣṭāpadenaiva
erschlug er mit eben dem Würfelbrett
rukmiṇaṃ sa mahābalaḥ
den Rukmī, der sehr Starke

kaliṅgarājaṃ cādāya visphurantaṃ balād balaḥ / babhañja dantān kupito yaiḥ prakāśaṃ jahāsa saḥ //

Und Bala, den zappelnden König von Kaliṅga mit Gewalt ergreifend, zerbrach ihm zornig die Zähne, mit denen jener [zuvor] offen gelacht hatte.

Wort für Wort
kaliṅgarājaṃ cādāya
und den König von Kaliṅga ergreifend
visphurantaṃ balād balaḥ
den zappelnden, mit Gewalt, Bala
babhañja dantān kupito
zerbrach er zornig die Zähne
yaiḥ prakāśaṃ jahāsa saḥ
mit denen jener offen gelacht hatte

ākṛṣya ca mahāstambhaṃ jātarūpamayaṃ balaḥ / jaghāna ye tatpakṣās tān bhūbhṛtaḥ kupito balaḥ //

Und Bala, eine große, aus Gold bestehende Säule herausreißend, erschlug damit, zornig, jene Könige, die auf dessen [Rukmīs] Seite standen.

Wort für Wort
ākṛṣya ca mahāstambhaṃ
und eine große Säule herausreißend
jātarūpamayaṃ balaḥ
aus Gold bestehend, Bala
jaghāna ye tatpakṣās tān
erschlug er die, die auf dessen Seite standen
bhūbhṛtaḥ kupito balaḥ
die Könige, zornig, Bala

tato hāhākṛtaṃ sarvaṃ palāyanaparaṃ dvijāḥ / tad rājamaṇḍalaṃ sarvaṃ babhūva kupite bale //

Da geriet, als Bala zornig war, die ganze Königsversammlung in Wehklagen und flüchtete gänzlich, o Brahmanen.

Wort für Wort
tato hāhākṛtaṃ sarvaṃ
da [geriet] alles in Wehklagen
palāyanaparaṃ dvijāḥ
und flüchtete gänzlich, o Brahmanen
tad rājamaṇḍalaṃ sarvaṃ
jene ganze Königsversammlung
babhūva kupite bale
geschah, als Bala zornig war

balena nihataṃ śrutvā rukmiṇaṃ madhusūdanaḥ / novāca vacanaṃ kiṃcid rukmiṇībalayor bhayāt //

Als Madhusūdana hörte, dass Rukmī von Bala erschlagen worden war, sprach er kein Wort, aus Furcht [vor der Reaktion] Rukmiṇīs und Balas.

Wort für Wort
balena nihataṃ śrutvā
als er hörte, dass [er] von Bala erschlagen worden war
rukmiṇaṃ madhusūdanaḥ
den Rukmī, Madhusūdana
novāca vacanaṃ kiṃcid
sprach er kein Wort
rukmiṇībalayor bhayāt
aus Furcht vor Rukmiṇī und Bala

tato 'niruddham ādāya kṛtodvāhaṃ dvijottamāḥ / dvārakām ājagāmātha yaducakraṃ sakeśavam //

Dann kehrte, Aniruddha, [der nun] vermählt [war], mitnehmend, der Kreis der Yadus zusammen mit Keśava nach Dvārakā zurück, o Beste der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
tato 'niruddham ādāya
dann, Aniruddha mitnehmend
kṛtodvāhaṃ dvijottamāḥ
[der nun] vermählt [war], o Beste der Zweifachgeborenen
dvārakām ājagāmātha
kehrte dann nach Dvārakā zurück
yaducakraṃ sakeśavam
der Kreis der Yadus zusammen mit Keśava

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